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Dunkle Liebe (1.5) – Ewig

Zu diesem Buch

Ihre Liebe war von Anfang an gegen alle Regeln – und doch für Literaturdozentin Kat und den ehemaligen Gefängnisinsassen Wes die einzige Chance, ihre Vergangenheit hinter sich zu lassen und positiv in die Zukunft zu blicken. Doch das Leben hält nach wie vor einige Hindernisse für sie bereit, und Kat und Wes spüren deutlich, dass sie niemals aufhören dürfen, um ihre Liebe zu kämpfen, wenn sie für immer und ewig bestehen soll …

1

Wesley Carter hatte noch nie groß an Schicksal geglaubt. Bis vor Kurzem hatte er an gar nichts geglaubt – nicht einmal an sich selbst.

Wäre er vor achtzehn Monaten, als er noch in seiner Zelle im Arthur-Kill-Gefängnis gesessen hatte, gefragt worden, ob er sich vorstellen könnte, einmal hier zu sein, hätte er nur zynisch gelacht. Damals hatte er sich ziellos durchs Leben treiben lassen und war von einem Mist in den nächsten gestolpert, ohne Plan und Ziel und ohne auch nur die Absicht, ein Ziel zu haben. Er war rebellisch und verloren gewesen und vollauf zufrieden damit.

Bis sie ihn gefunden hatte.

Er lag auf dem Wohnzimmerfußboden des Strandhauses und atmete den Duft von Kiefernnadeln und Zimt ein, vermischt mit dem Geruch ihres Liebesspiels, der ihn immer noch einhüllte wie eine warme Decke. Kat ahnte nichts von Carters Offenbarung. Selig schmiegte sie sich an seine Schulter und gab einen wohligen, befriedigten Laut von sich. Ihr nackter Oberschenkel ruhte knapp unter seinem Bauchnabel, und die Ferse ihres angewinkelten Beins drückte sich köstlich in seinen Hintern. Seine Hand, die auf ihrer Schläfe lag, wanderte gemächlich über ihr Haar zu der feuchten, warmen Haut ihrer nackten Schulter. Lächelnd wandte er den Kopf und hauchte einen Kuss auf ihre von Schweißperlen gesprenkelte Stirn, schmiegte sich an sie, atmete ihren Duft ein und wusste, dass er nie zufriedener gewesen war. Seine Frau, seine Peaches, in ihrem gemeinsamen Zuhause – es war ein Traum, den er für unerreichbar gehalten hatte.

Ihre zierlichen Finger tanzten durch die vereinzelten Haare auf seiner Brust, was ihm einen tiefen, zufriedenen Seufzer entlockte. Langsam öffnete er die Augen und sah zu, wie der Diamant, den er ihr an den Mittelfinger der linken Hand gesteckt hatte, funkelnd das Licht des Weihnachtsbaums einfing, unter dem sie sich gerade geliebt hatten. Er nahm ihre Hand in seine, zog sie an seine Lippen und gab dem Stein einen zärtlichen Kuss.

»Er ist perfekt«, flüsterte sie. Ihre Stimme war leicht heiser von den Lustschreien, die er ihr vor noch nicht einmal zwanzig Minuten entlockt hatte.

Er senkte das Kinn, gleichzeitig legte sie den Kopf in den Nacken, um zu ihm aufzusehen. »Du bist perfekt«, erwiderte er und küsste sie, denn Herrgott, was sollte er sonst tun?

Sie legte ihm die Hand in den Nacken und zog ihn zu sich, wodurch sie herumrollten, bis er wieder auf ihr lag, zwischen ihren Schenkeln. Er musste lächeln, weil ihr ein Bein ihrer Stoffhose immer noch um den Knöchel hing und die Seidenbluse völlig ruiniert war. In seiner Hast, sie zu nehmen, hatte er sie einfach aufgerissen. Scheiß drauf. Das war nur Geld. Und wen kümmerte so ein Mist, wenn die Liebe deines Lebens gerade eingewilligt hatte, dich zu heiraten?

In einem flüchtigen Augenblick des Zweifels zog er sich von ihrem gierigen Mund zurück und streichelte mit dem Handrücken ihre erhitzte Wange. »Hast du das ernst gemeint?«, fragte er und musterte sie aufmerksam. »Willst du mich wirklich heiraten?«

Ihr Blick fand den seinen, und langsam spielte ein Lächeln um ihre Mundwinkel. »Ja. Von ganzem Herzen.« Sie hob den Kopf, um ihn zärtlich und leidenschaftlich zu küssen. »Ich liebe dich.«

»Gott«, murmelte er, vergrub das Gesicht an ihrem Hals und genoss das knisternde Gefühl von Lust und Leidenschaft, die ihre Worte in ihm weckten. Seine Hüften rieben sich kreisend an ihr, getrieben von dem Verlangen, das er für immer für sie empfinden würde. »Baby«, knurrte er, während er an ihrem Hals leckte und ihre eifrigen Hände auf dem Fußboden festhielt. »Weißt du eigentlich, was deine Worte mit mir anstellen?«

Ihre Reaktion war ein lüsternes Seufzen. Sie bog ihm den Hals entgegen.

Er lächelte. »Ich bin schon wieder hart.«

Ihr Stöhnen war alles, was er an Bestätigung brauchte, während er erneut in sie eindrang und ihr Körper ihn freudig willkommen hieß.

Zu behaupten, Carter betrete das Firmengebäude von WCS Communications am nächsten Tag mit beschwingtem Schritt, wäre eine gewaltige Untertreibung gewesen. Schwebend traf es besser. Ihm war, als wandle er auf Wolken. Er grüßte die anderen mit einem breiten Lächeln und einem begeisterten ›Guten Morgen’. Ein paar Leute, die ihn in den dreizehn Monaten, seit er offiziell Geschäftsführer war, nur als ruhigen, respekteinflößenden Exknacki kennengelernt hatten, sahen ihn verblüfft an.

Aber das war ihm scheißegal. Heute würde ihm niemand den Tag versauen.

»Kaffee, Mr Carter?«, fragte seine Sekretärin Martha mit einem breiten Grinsen.

»Sie wissen, was ich mag«, zwinkerte er ihr zu, während er in sein Büro marschierte und den Motorradhelm auf dem Schreibtisch ablegte. Er streifte die Lederjacke ab und ersetzte sie durch ein zweireihiges Jackett von Tom Ford, das an einem Haken an der Tür hing, dann sah er aus dem Fenster und genoss die herrliche Aussicht über die Stadt, die ihm sein Büro bot.

Obwohl in drei Tagen Weihnachten vor der Tür stand, war es ein klarer, sonniger Tag in New York. Der Schnee hielt sich in Grenzen, aber für die kommenden Tage war mehr vorhergesagt. Und falls das bedeutete, dass er mit seiner Verlobten über die Feiertage und Neujahr eingeschneit sein würde – warum sollte er sich da beschweren?

Seine Verlobte.

Scheiße, war ihm da etwa gerade ganz warm und kuschelig zumute geworden?

»Will ich überhaupt wissen, was passiert ist, dass du so lächelst?«

Ben Thomas’ Stimme riss Carter aus seinen Tagträumen, was sein Lächeln nur noch breiter werden ließ. Er drehte sich zu seinem frisch ernannten Firmenanwalt um und unterdrückte das beinahe überwältigende Bedürfnis, seine Neuigkeiten quer durchs Büro, aus dem Fenster und durchs Telefon mitten in die Redaktion der verdammten New York Times zu brüllen.

Ben zog argwöhnisch eine Braue hoch. »Okaaaay«, sagte er gedehnt, während er die Bürotür hinter sich schloss. »Nun, ich dachte, du würdest gern das Neueste hören. Austin Ford hat in Chicago eine Beratungsfirma eröffnet.«

Carter runzelte die Stirn. »Chicago.«

»Scheint so. Ich bin mir nicht sicher, was oder wen er mit seiner Firma beraten will, oder ob das Ganze nur eine beschönigende Umschreibung für irgendwelchen zwielichtigen Mist ist, aber ich werde noch ein bisschen nachforschen. Adam scheint nicht allzu viel darüber zu wissen.«

Carter setzte sich und bedeutete Ben, ebenfalls Platz zu nehmen. »Sollte ich mir Sorgen machen?«

Sein Cousin Austin war ein schleimiger Idiot, und überraschenderweise war er geschäftlich lange vom Radar verschwunden gewesen. Nach allem, was Carter wusste, und den kleinen Schnipseln an Information zufolge, die er von Austins Bruder Adam bekam, hatte sich Austin die Zeit damit vertrieben, seine Millionen auszugeben und um die Welt zu reisen, was Carter recht war, solange er sich nur von ihm fernhielt. Und von seiner zukünftigen Ehefrau.

Ben schüttelte den Kopf. »Nein, keine Sorge! Er wird – kann – dir, Kat oder WCS nichts anhaben. Aber ich werde ihn im Auge behalten und herausfinden, mit wem er Geschäfte macht.«

»Danke, das weiß ich zu schätzen.«

Ben hatte eine wesentliche Rolle dabei gespielt, das Familienunternehmen von Austin zurückzuholen. Er war zielstrebig und loyal, und Kat vertraute ihm bedingungslos. Carter hatte schnell erkannt, dass Ben eine unschätzbare Bereicherung für sein neues Team bei WCS darstellen würde. Er hatte dem Bastard praktisch das Blaue vom Himmel versprochen, um ihn von seiner vorherigen Stelle wegzulocken, aber das war es mehr als wert gewesen. Doch Ben war nicht nur in seinem Job herausragend, Carter und er waren im Lauf der letzten paar Monate auch gute Freunde geworden, was zu einem nicht geringen Teil Kat zu verdanken war.

»Halt mich auf dem Laufenden, ja?«, bat Carter, während er seine Motorradstiefel auszog.

»Darauf kannst du dich verlassen.« Schmunzelnd sah Ben zu, wie Carter seine Ledermontur auszog, unter der – zu Bens Erleichterung – eine graue Anzughose zum Vorschein kam. Die Stiefel ersetzte Carter durch vorzeigbarere, glänzend schwarze Halbschuhe von Dior, die er unter seinem Schreibtisch hervorholte.

»Ich kann nicht glauben, dass Kat dich mit dem Motorrad ins Büro fahren lässt«, gluckste Ben. »Du weißt, dass wir auch einen Chauffeur-Dienst haben.«

Carter verdrehte die Augen und hob mahnend den Zeigefinger. »Erstens bin ich mein eigener Herr und treffe meine eigenen Entscheidungen. Kat ›lässt’ mich gar nichts tun.« Er hielt kurz inne. »Außer wenn ich sie lieb drum bitte.«

Ben lachte wissend.

»Zweitens heißt mein Bike Kala, und der Chauffeur-Dienst kann mich mal. Ich reise eben gern mit Stil.« Er schmunzelte. »Außerdem stehen die Mädels auf Leder.«

Ben schnaubte amüsiert. »Wenn du meinst. Ich wollte dich außerdem wissen lassen, dass der Papierkram für die O’Hare-Werkstatt ausgearbeitet ist.«

Carter nickte seufzend. »Mit allen Klauseln, die ich gefordert hatte?«

»Ja. Max bleibt Hauptinhaber. Er bekommt ein regelmäßiges monatliches Gehalt, ebenso wie seine Mitarbeiter. Die letzten Schulden wurden getilgt, und das Geschäft kommt allmählich wieder in die schwarzen Zahlen.«

Es fiel Carter schwer zu lächeln, trotz der Erleichterung, die ihm die Brust wärmte. »Gut. Max kann es nicht gebrauchen, sich Sorgen um den Laden zu machen, während er … sich erholt.«

»Ganz deiner Meinung«, pflichtete Ben ihm bei. »Hast du von ihm gehört?«

Carter lehnte sich in seinem Sessel zurück und sah aus dem Fenster. »Gestern.«

Ben drängte nicht weiter, und darüber war Carter froh. Seinen besten Freund Max so abwesend, so erschöpft und kampfesmüde zu hören, war ziemlich heftig gewesen.

Seit etwas über drei Wochen war er jetzt in der Entzugsklinik und hatte während der ersten vierzehn Tage nicht mit der Außenwelt kommunizieren dürfen. So sehr Carter auch versuchte hatte, es zu verbergen, er war vor Sorge ganz krank gewesen und hatte regelmäßig sein Handy gecheckt, weil er mit der Nachricht rechnete, dass Max ausgeflippt, ausgebüchst oder noch Schlimmeres passiert war.

Der erste Anruf, den er erhalten hatte, hatte nur wenig dazu beigetragen, seine Besorgnis zu lindern. Max war mehr als down, er hatte sich in einer so schweren Depression verloren, dass sich Carter gar nicht vorzustellen wagte, was passiert wäre, wenn er Max nicht von der Entziehungskur überzeugt hätte. In zwanzig Jahren hatte Carter seinen Freund nie so hoffnungslos erlebt … es war wirklich furchteinflößend gewesen.

Beinahe sofort nach seiner Einweisung war Max auf schwere Medikamente gesetzt worden, und die wenigen Anrufe, die Carter erhalten hatte, legten den Schluss nahe, dass sie halfen. Jedenfalls ein wenig. Nichtsdestotrotz hatte der Junge noch einen weiten Weg vor sich, und Carter würde bei jedem Schritt für ihn da sein. Er hatte ihn ziemlich aggressiv dazu drängen müssen, aber als Max eingewilligt hatte, sich einweisen zu lassen, und die Tage zu Wochen wurden, ohne dass Max einen auf Gesprengte Ketten machte, konnte Carter allmählich ein bisschen ruhiger schlafen.

Flüchtig fragte er sich, wie Max wohl auf seine Verlobung mit Kat reagieren würde. Natürlich wollte Carter den Mistkerl dabei haben, als Trauzeuge und den ganzen Scheiß, aber würde Max sich freuen?

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