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Mein Weg in den Beruf

INHALT

Herzlichen Glückwunsch!

ERSTE SCHRITTE

Den Übergang gestalten

Den richtigen Versicherungsschutz wählen

Beruflich orientieren

Besser beschäftigt sein

Den nächsten Schritt tun

DIE STELLENSUCHE

Die Vorbereitung: Fähigkeiten und Ziele identifizieren

»Harte« Qualifikationen …

… und »weiche« Fähigkeiten

Karriereziele definieren

Stellen suchen – gewusst wo!

Online-Jobbörsen

Online-Stellenportale der Printmedien

Karrieredienste: Experteer und Placement24

Soziale Netzwerke: XING, Linkedln und Facebook

Spezialisierte Stellenportale

Metasuchmaschinen

Jobmessen

Stellen suchen – gewusst wie!

Nach Berufsbezeichnungen suchen

Nach Qualifikationen suchen

Mit Operatoren suchen

Bewerbungsprofil veröffentlichen

Online-Stellenangebote auf Aktualität prüfen

In Printmedien suchen

Im Bekanntenkreis nach Stellen fragen

Nach Unternehmen suchen

Auf welche Stellenanzeigen bewerben?

Nur auf interessante Stellen bewerben

Trotz fehlender Qualifikationen bewerben

Fachfremd bewerben? Oder nur studiennah?

Mut zum Unbekannten

ERFOLGREICH BEWERBEN

Formalia der Bewerbung

Formalia der E-Mail-Bewerbung beachten

Formalia der Printbewerbung beachten

Umfang von Anschreiben und Lebenslauf

Korrektheit in Anschreiben und Lebenslauf

Das Bewerbungsfoto

Auflösung und Dateigröße bei der E-Mail-Bewerbung

Die Printbewerbung in perfektem Look

Welche Nachweise in die Bewerbung gehören

Die Form des Anschreibens

Die Gestaltung

Der Aufbau

Der Inhalt des Anschreibens

Überzeugend formulieren

Die Bausteine des Anschreibens

Musterformulierungen für das Anschreiben

Die Initiativbewerbung

Das Anschreiben

Deckblatt: ja oder nein?

Die Form des Lebenslaufs

Der Aufbau

Die Chronologie des Hauptteils

Der Inhalt des Lebenslaufs

Den roten Faden sichtbar machen

Studien- und Ausbildungsgänge erklären

Der englischsprachige Lebenslauf

Die Bewerbung per E-Mail

Die Form der E-Mail-Bewerbung

Fünf Fehler, die Sie vermeiden sollten

Die Onlinebewerbung

Die Vorgaben beachten

E-Recruiting-Systeme

Ihre Daten im Internet

Für eine seriöse Selbstpräsentation sorgen

MIT ABSAGEN UMGEHEN

Frust verarbeiten

Jammern, wenn es hilft

Noch nicht aufgeben

Bewerbungen analysieren und verbessern

DAS VORSTELLUNGSGESPRÄCH

Die Einladung

Die Form der Einladung

Den Termin telefonisch bestätigen

Den Termin per E-Mail bestätigen

Den Termin verschieben

Den Termin absagen

Die Vorbereitung: zum Unternehmen recherchieren

Gesprächspartner identifizieren

Informationen über das Unternehmen sammeln

Lücken im Lebenslauf erklären

Auf Fragen vorbereiten

Eigene Fragen überlegen

Interesse bezeugen

Unpassende Fragen

Den richtigen Zeitpunkt für Fragen wählen

Die häufigsten Arbeitgeberfragen

Die Einstiegsfrage

Fragen zur Motivation

Fragen zur fachlichen Qualifikation

Fragen zur persönlichen Eignung

Organisatorische Fragen

Die Gehaltsfrage

Abschlussfragen

Stressfragen

Brainteaser-Fragen

Mit unerlaubten Fragen umgehen

Für ein gepflegtes Erscheinungsbild sorgen

Angemessene Kleidung und gepflegtes Äußeres

Rhetorisch überzeugen

Die Körpersprache

Körpersprache »sprechen«

Körpersprache »lesen«

Gestik einsetzen

Mit Mimik spielen

Das Zweitgespräch

Auf weitere Gesprächspartner einstellen

Auf weitere Fachfragen einstellen

EINSTELLUNGSTESTS

Mit Einstellungstests rechnen

Formen von Einstellungstests

Assessment-Center

Leistungs- und Fähigkeitstests

Persönlichkeitstests

Die Vorbereitung: Strukturen verstehen lernen

Genug Zeit einplanen

Die Fragemuster erkennen

Kleine Lerneinheiten bilden

Nicht nur auswendig lernen

DIE ZUSAGE

Auf die Zusage reagieren

Umgehend anrufen

Die Stelle annehmen. Oder nicht?

Der Arbeitsvertrag: Fragen klären

Einen Rückzieher machen?

DER NEUE JOB

Die erste Arbeitswoche

Die Vorbereitung: planen und organisieren

Ihre Aufgaben

Crashkurs Selbstdarstellung

Ihre Wirkung auf andere

Trainingsprogramm Selbstdarstellung

Bilanz ziehen nach der Probezeit

Bleiben oder gehen?

Krisen managen

Die langfristige Karriere sichern

Register

 

Alle Musterdokumente aus diesem Buch können Sie kostenlos herunterladen und ganz einfach selbst bearbeiten.

So gehts:

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Fertig!

Klingt ganz einfach, ist es auch.

HERZLICHEN GLÜCKWUNSCH!

Das Ende Ihres Studiums rückt in greifbare Nähe. Vielleicht haben Sie Ihren Hochschulabschluss auch schon in der Tasche und planen nun, ins Berufsleben einzusteigen. Die große weite Berufswelt liegt vor Ihnen. Aber welcher Weg führt dahin, und welche Schritte sind nötig? Dieses Buch ist für alle Hochschulabsolventen und -absolventinnen geschrieben, die nach ihrem Studium direkt ins Berufsleben einsteigen wollen. Es steht also kein längerer Auslandsaufenthalt an und auch kein Freiwilliges Soziales Jahr. Auf den folgenden Seiten finden Sie eine Wegbeschreibung und viele konkrete Hinweise, Tipps und Anregungen, wie Sie den bevorstehenden Übergang von der Hochschule in den Beruf erfolgreich meistern – ohne dabei viel Zeit zu verlieren, gute Chancen zu vergeben oder aufs falsche Pferd zu setzen.

In Erfahrungsberichten von Hochschulabsolventen finden Sie Beispiele dafür, was funktioniert und was nicht. Außerdem kommen Experten aus der Arbeitswelt zu Wort. Lernen Sie so auch die andere Seite kennen, und erfahren Sie, worauf es denen besonders ankommt, die Sie einstellen wollen. Freuen Sie sich also auf acht prall gefüllte Kapitel.

Verschaffen Sie sich im Kapitel »Erste Schritte« einen Überblick, wie Sie Ihr Vorgehen systematisch planen und umsetzen, damit Sie am Ende auch wirklich das bekommen, was Sie haben wollen. Dann geht es auch schon ganz praktisch los. Im Kapitel »Die Stellensuche« lesen Sie, wo und wie Sie die besten Stellenangebote aufspüren. Sobald Sie Ihre Fähigkeiten und Karriereziele identifiziert haben, geht es in Aktion.

Wie sehen erfolgreiche Bewerbungsunterlagen aus? Das erfahren Sie im Kapitel »Erfolgreich bewerben«. Nutzen Sie die konkreten Tipps, um sich mit Ihrem Anschreiben und Ihrem Lebenslauf von anderen Bewerbern und Bewerberinnen abzuheben. Besonders Absolventen und Absolventinnen der geistes- und sozialwissenschaftlichen Studiengänge konkurrieren um wenige Stellen. Sie müssen wissen, wie sie sich erfolgreich positionieren. Aber auch Absolventen der Wirtschaftswissenschaften und der gefragten

MINT-Fächer brauchen überzeugende Bewerbungsunterlagen, um bei ihrem Traumarbeitgeber zu landen.

Selbst wenn Sie im Bewerbungsprozess nach allen Regeln der Kunst vorgehen, Absagen werden kaum ausbleiben. Im Kapitel »Mit Absagen umgehen« lernen Sie nicht nur, wie Sie den Frust vermeiden, sondern auch, wie Sie nach einer Absage doch noch im Rennen bleiben können.

Und dann kommt sie: die Einladung zum Vorstellungstermin. Im fünften Kapitel »Das Vorstellungsgespräch« finden Sie die wichtigsten Dos und Don'ts für das erste Zusammentreffen mit Ihrem potenziellen Arbeitgeber. Dieser vorläufige Höhepunkt im Bewerbungsprozess sorgt erfahrungsgemäß bei vielen Berufseinsteigern für Aufregung. Das ist ganz normal. Und es ist gut, sich darauf gründlich vorzubereiten.

Das gilt vor allem dann, wenn vor dem Vorstellungsgespräch oder währenddessen Tests angekündigt werden. Im Kapitel »Einstellungstests« erfahren Sie Einzelheiten über die gängigsten Tests, wie Sie sich darauf am besten vorbereiten und was Sie bei der Durchführung beachten sollten.

Haben Sie mit Ihrer Selbstpräsentation im Gespräch überzeugt, erhalten Sie die Zusage. Aber wollen Sie den Job überhaupt? Vielleicht haben Sie ja noch etwas Besseres in Aussicht. Viele Berufseinsteiger fühlen sich mit der Entscheidung für oder gegen ein Angebot unsicher. Im Kapitel »Die Zusage« finden Sie hilfreiche Tipps dafür, wie Sie professionell auf eine Zusage reagieren, und wie Sie Ihre Entscheidung dafür oder dagegen absichern können.

Plötzlich ist er dann da: der erste Arbeitstag im neuen Job. Jetzt gibt es viele Dinge zu beachten, die Ihnen das Leben leichter machen können. Welche Punkte das sind und wie Sie sich auf Ihre ersten Arbeitswochen gut vorbereiten, das lesen Sie im letzten Kapitel »Der neue Job«.

Willkommen in der Berufswelt!

Hans-Georg Willmann und das Duden-Redaktionsteam

Erste Schritte

Wie geht es weiter nach dem Studium? Trainee oder Direkteinstieg, Laufbahnstelle, Volontariat oder Praktikum – was ist besser für die Karriere? Welche bürokratischen Dinge sind unbedingt zu beachten? Und was macht man, wenn es mit dem Berufseinstieg erst einmal nicht klappt? Wer nach dem Abschluss direkt ins Berufsleben einsteigen will, hat viele Fragen. Im ersten Kapitel finden Sie die Antworten.

Hochschule abgeschlossen. Abschlussfeier vorbei. Wie geht es jetzt weiter? Laut Studien des Statistischen Bundesamtes schließen in Deutschland jedes Jahr etwa 400 000 junge Menschen die Hochschule ab; in Österreich und in der Schweiz sind es jeweils gut 50 000. Nicht alle wissen, wie es dann weitergehen soll.

Haben Sie sich schon Gedanken darüber gemacht, wo und wie Sie ins Berufsleben starten wollen? Wer sofort arbeiten will, sollte schon vor dem Abschluss mit dem Planen beginnen – wenn es der Prüfungsstress irgendwie erlaubt. Dabei gilt es, einen ganzen Berg an Aufgaben abzuarbeiten: sich orientieren, Stellen suchen, Bewerbungen schreiben, sich präsentieren, sich entscheiden, in den Beruf einsteigen und sich dort bewähren.

Gehen Sie systematisch vor. Nutzen Sie dazu diesen umfassenden Bewerbungsguide, der Ihnen einen Überblick über die einzelnen Schritte vermittelt und Sie zügig zu Ihrer ersten, genau für Sie passenden Arbeitsstelle führt.

DEN ÜBERGANG GESTALTEN

Das Hochschulabschlusszeugnis in der Hand und rein in den Bewerbungsmarathon? Da wird schnell vergessen, dass es mit der Statusänderung auch wichtige organisatorische Dinge zu regeln gilt. Denn mit dem Ende des Studierendendaseins und mit der Exmatrikulation ändert sich vieles. Vergünstigungen laufen aus, wie zum Beispiel die Studierenden- oder Familienkrankenversicherung, und die monatlichen BAFöG- oder elterlichen Unterhaltszahlungen enden.

Nicht jeder hat das Glück, bereits in der Abschlussphase des Studiums zu wissen, wie es weitergehen wird. Und nur wenige bekommen mit der ersten Bewerbung gleich einen gut bezahlten Arbeitsplatz. Laut Statistik der Bundesagentur für Arbeit brauchen 20 Prozent der Hochschulabsolventen und -absovlentinnen sechs Monate, bis sie die erste Stelle finden, 15 Prozent zwölf Monate, und zwölf Prozent brauchen länger als ein Jahr. Sehr ähnlich ist die Situation in Österreich und in der Schweiz.

In der Übergangsphase von der Hochschule zum Beruf kann es sinnvoll sein, sich bei der Agentur für Arbeit arbeitssuchend zu melden. Denn wer über wenig oder gar kein Vermögen verfügt, keinen existenzsichernden Nebenjob hat und auch nicht durch die Eltern finanziert wird, kann Arbeitslosengeld II beantragen. Dafür zuständig sind entweder die Arbeitsgemeinschaften (ARGE) von Kommune und Bundesagentur (Jobcenter) oder die Kommunen selbst. Ein Anruf oder ein Besuch bei der zuständigen Agentur für Arbeit lohnt sich.

Grundsätzlich haben Hochschulabsolventen in Deutschland Anspruch auf den Regelsatz plus Miete, Heiz- und Nebenkosten sowie den Beitrag zur gesetzlichen Kranken- und Pflegeversicherung. Das ist nicht unerheblich und kann durchaus entlasten. Eine Antragsfrist gibt es nicht. Aber je früher Sie sich melden, desto früher können Sie Geld bekommen. So ein Antrag kostet Zeit.

Den richtigen Versicherungsschutz wählen

Nach dem Studienabschluss ändert sich auch der Versicherungsschutz, besonders bei der Krankenversicherung. Wer bislang über die Familienversicherung seiner Eltern mitversichert war, muss sich jetzt selbst versichern. Wer während des Studiums in einer studentischen Krankenversicherung versichert war, braucht jetzt eine neue Versicherung.

Welche das sind, wird durch den Weg bestimmt, den Sie nach dem Studium einschlagen. Für Angestellte gelten andere Regeln als für Beamte oder für Selbstständige. Informieren Sie sich bei einer Krankenkasse Ihrer Wahl oder bei der Verbraucherzentrale, wenn Sie zunächst eine unabhängige Auskunft wünschen. Für den Fall einer vorübergehenden Arbeitslosigkeit bieten manche Krankenkassen auch einen vergünstigten Tarif an. Und wer Arbeitslosengeld II bezieht, ist automatisch über die Arbeitsagentur krankenversichert.

Unabdingbar ist eine Privathaftpflichtversicherung: Sie kommt für Sach- und Personenschäden Dritter auf, die Sie verschuldet haben und für die Sie nach dem Gesetz haften.

Sie sollten auch über eine Berufsunfähigkeitsversicherung nachdenken, die das Risiko der Berufsunfähigkeit absichert. Überlegen Sie auch, ob Sie eine Rechtsschutzversicherung abschließen, die im Streitfall die Rechtsanwalts- und gegebenenfalls auch die Gerichtskosten übernimmt. Denkbar ist auch eine Kombination aus Berufs-, Verkehrs- und Mietrechtsschutzversicherung. Selbstverständlich geht es nicht darum, sich mit dem Arbeitgeber oder dem Vermieter vor Gericht zu streiten, aber das (Berufs-)Leben im 21. Jahrhundert ist schnell und wild, und im Zweifelsfall ist man froh darüber, einen Rechtsanwalt fragen zu können, ob zum Beispiel ein Arbeitsvertrag oder ein Arbeitszeugnis in Ordnung oder eine Klausel im Mietvertrag zulässig ist.

Es gibt eine Menge weiterer Versicherungen, und Versicherungsagenturen sehen Hochschulabsolventen als wichtige Zielgruppe. Beachten Sie aber, dass die meisten Versicherungen für Berufseinsteiger nicht sinnvoll sind. Eine unabhängige Beratung lohnt sich! Dabei sollten Sie erfahren, wie Sie sich angemessen versichern – so, dass die großen Risiken abgesichert sind, Sie aber keine unnötigen Versicherungen zahlen.

 

Checkliste

Nach dem Abschluss

 Exmatrikulation von der Hochschule beantragen.

 Arbeitssuchend melden und Arbeitslosengeld II beantragen?

 Neue Krankenversicherung abschließen?

 Privathaftpflicht versichern!

 Berufsunfähigkeitsversicherung abschließen?

 Rechtsschutzversicherung abschließen?

Beruflich orientieren

Wie konkret wissen Sie bereits, in welchen Bereichen Sie tätig werden möchten und welche Arbeitgeber für Sie in Frage kommen? Und welche Ansprüche stellen Sie generell an Ihre künftige Arbeit? Wenn Sie noch unsicher sind, können Jobmessen (Karrieremessen) helfen, einen Überblick über Berufsfelder und Arbeitgeber zu gewinnen.

Nutzen Sie auch die Veranstaltungen der Hochschulteams der deutschen Bundesagentur für Arbeit bzw. des österreichischen Career Services Austria oder der Career Center der Hochschulen der Schweiz. Sie bieten in vielen Städten Veranstaltungen zum Übergang von der Hochschule in den Beruf an sowie Einzelgespräche zur Karriereplanung und Bewerbungs-Checks.

Sobald Sie eine ungefähre Vorstellung von den Jobs haben, auf die Sie sich bewerben wollen, geht es an die Stellensuche und in den Bewerbungsmarathon.

Doch viele Hochschulabsolventen haben noch kein Berufsbild vor Augen und wissen noch zu wenig, wie der Arbeitsalltag in den verschiedenen Berufsfeldern aussieht. Vor allem Geistesund Sozialwissenschaftlern, aber auch Juristen, Wirtschaftswissenschaftlern und Physikern bietet sich nach dem Studium ein sehr breites Spektrum an beruflichen Einstiegspositionen und Aufgabenfeldern.

Führen Sie sich zunächst vor Augen, welche Einstiegsmöglichkeiten es gibt, und klären Sie, welche für Sie am ehesten in Frage kommen:

 Praktikum: Viele Geisteswissenschaftler nutzen Praktika zur Orientierung und Vorbereitung auf das Berufsleben, z. B. im Non-Profit-Bereich und in der Werbebranche.

 Traineeprogramm/Nachwuchskräfteprogramm: Mittlerweile für Absolventen aller Studienfächer interessant. Meist bei größeren Mittelständlern und Konzernen zu finden, z. B. das Juniorenprogramm von Villeroy & Boch oder das Traineeprogramm der Deutschen Bahn.

 Volontariat: Eher für Geisteswissenschaftler gedacht und oft im Medienbereich, beim Fernsehen oder Rundfunk, bei Print- und Onlinemedien, z. B. bei Medienkonzernen oder bei öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten.

 Laufbahn: Interessant für Absolventen aller Studienrichtungen, die in den öffentlichen Dienst wollen, z. B. zur Polizei, zur Bundeswehr, zum Auswärtigen Amt oder generell in die Verwaltung.

 Direkteinstieg: Der bevorzugte Berufseinstieg für Ingenieure und Wirtschaftswissenschaftler, oft bei kleinen und mittelständischen Unternehmen.

 Zeitarbeit: Vor allem Wirtschaftswissenschaftler und Ingenieure sind bei Zeitarbeitsfirmen beliebt. Zeitarbeitsfirmen vermitteln in alle Branchen: Industrie, Handel, Dienstleistung oder Gesundheitsbereich. Zeitarbeit kann eine echte Alternative sein, wenn es mit dem Berufseinstieg sonst nicht sofort klappt.

Für eine sichere Entscheidung, wie Sie nach der Hochschule weitermachen sollten, können Sie einiges beachten. Lesen Sie hier, welche Punkte das sind.

Praktikum: Berufserfahrung sammeln

Etwa 13 Prozent aller Hochschulabgänger absolvieren nach ihrem Studium zunächst ein Praktikum. Bei Geisteswissenschaftlern sind es rund 33 Prozent, bei Wirtschaftswissenschaftlern etwa 20 Prozent und bei Ingenieuren mit unter fünf Prozent deutlich weniger. Der Anteil der Frauen, die ein Praktikum absolvieren, ist in allen Fachrichtungen mit 18 Prozent deutlich höher als der der Männer (zwölf Prozent). Zur Beruhigung: Die »Generation Praktikum« gibt es nicht. Nur ein Prozent aller Absolventen hangelt sich nach Ihrem Studium länger als ein Jahr von Praktikum zu Praktikum. Und laut Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung gelang in den letzten Jahren rund 300 000 Hochschulabsolventen der Schritt aus einem Praktikum in ein sozialversicherungspflichtiges Arbeitsverhältnis.

Tipp

Vorsicht vor der Praktikumsschleife!

Nach Ihrem Hochschulabschluss sollten Sie nicht mehr als zwei Praktika absolvieren. Schließlich haben Sie eine fundierte Ausbildung, und Sie können etwas! Eine halbwegs angemessene Bezahlung sollte Ihnen deshalb zustehen. Wer mehrere Praktikantenstellen innehatte, wirkt auf Arbeitgeber unsicher, planlos und entscheidungunfähig, wenn nicht sogar ungeeignet für den ersten Arbeitsmarkt.

Ich wusste noch dem Studium nicht so genau, was ich wollte, ich wusste nur, was ich nicht wollte, nämlich als Designerin arbeiten. Aber ich wollte immer noch etwas mit Mode machen. Während meines Studiums hatte ich ein halbjähriges Praktikum bei einem Stylisten absolviert und dort viel mit PR-Agenturen zusammengearbeitet. Das war eine Richtung, die ich mir vorstellen konnte. Darum habe ich nach dem Studium ein dreimonatiges Praktikum bei einer Agentur gemacht, um zu testen, ob es wirklich etwas für mich ist. Jetzt bin ich bei einer PR-Agentur Volontärin im Bereich Luxusmode.

Anne-Kathrin R., 24 Jahre, Bachelor Modedesign, Volontärin im Fashion-Team bei einer PR-Agentur

Eigentlich gehören Praktika ins Studium, unabhängig vom Studienfach. Und dort sind sie sehr wertvoll: Zum einen helfen sie Studierenden, herauszufinden, welche Berufsfelder sie interessant finden und welche nicht. Zum anderen lassen sich damit erste Berufserfahrungen sammeln und Kontakte knüpfen.

Egal ob Praktika während des Studiums Pflicht sind oder nicht, Studierende profitieren davon, bereits während des Studiums Praxisluft geschnuppert zu haben. Nach dem Hochschulabschluss allerdings, der überprüfbare Qualifikationen und sicheres Know-how einschließt, sind schlecht oder gar unbezahlte Praktika nicht mehr angemessen.

Dennoch gibt es gute Gründe, nach dem Studium ein, zwei Praktika zu absolvieren:

 Wer während seines Studiums keine Gelegenheit hatte, Berufserfahrung zu sammeln, kann das jetzt nachholen.

 Ein Praktikum nach dem Studium ist geeignet für den Quereinstieg in ein Berufsfeld, auf das der Studiengang nicht ausgelegt war.

 Ein Praktikum kann eine Alternative zur Arbeitslosigkeit sein und den Berufseinstieg ermöglichen.

Achten Sie bei der Wahl Ihrer Praktikumsstelle jedoch darauf, dass Sie nicht mit falschen Versprechungen auf eine Festanstellung angelockt und dann lediglich als billige Arbeitskraft verheizt werden. Misstrauisch sollte man zum Beispiel werden, wenn kleine Unternehmen viele Praktikantenstellen ausschreiben. Informieren Sie sich auf jeden Fall genau über den Praktikumsbetrieb. Nutzen Sie auch das Portal der Initiative »Fair Company« (www.faircompany.de). Hier haben sich Unternehmen zusammengeschlossen, die Praktikanten angemessen bezahlen und reguläre Vollzeitstellen nicht mit Praktikanten besetzen.

Traineestellen: ein Praxisprogramm absolvieren

Als Trainee durchlaufen Sie ein 12- bis 24-monatiges Einstiegsprogramm in einem Unternehmen. In dieser Zeit haben Sie keinen festen Arbeitsplatz, sondern lernen verschiedene Fachbereiche und Aufgabenschwerpunkte kennen und erhalten so einen umfassenden Einblick in ein Unternehmen und das Zusammenspiel der einzelnen Abteilungen.

Von dieser klassischen Form der Traineeship unterscheidet sich das Fach-Traineeprogramm. Hier durchlaufen Trainees lediglich eine Fachabteilung, und sie tragen auch schon mehr Verantwortung. Das Fach-Traineeprogramm enthält damit Elemente des Direkteinstiegs. Viele Traineeprogramme beinhalten auch die Betreuung durch Mentoren, die Vermittlung von Methodenwissen und Soft Skills und häufig auch einen Auslandsaufenthalt. Ziel dieser Einstiegsprogramme ist es, Fähigkeiten und Stärken auszubauen, die später auf den festen Stellen des Unternehmens gebraucht werden.

Der Begriff Traineeprogramm ist nicht geschützt. Wenn Sie an einem solchen Programm interessiert sind, sollten Sie auch nach weiteren Bezeichnungen suchen, zum Beispiel Traineeship, Einstiegsprogramm, Juniorenprogramm, Graduate Programm, Nachwuchsprogramm, Global Leader Program, Managementprogramm oder Führungskräftenachwuchsprogramm.

Immer mehr Firmen richten sich mit ihren Traineeprogrammen nicht mehr nur an Absolventen der Wirtschaftswissenschaften und an Ingenieure, sondern auch an Juristen, ITler sowie Geistes- und Sozialwissenschaftler. Unternehmen profitieren von diesen durchaus kostspieligen Einstiegsprogrammen, indem sie fähige Köpfe firmenspezifisch praktisch ausbilden und nachhaltig binden können.

Tipp

Ist ein Traineeprogramm für Sie das Richtige?

Ein Traineeprogramm ist am besten geeignet für Hochschulabsolventen und -absolventinnen, die noch nicht so genau wissen, wohin es beruflich gehen soll, sowie für diejenigen, die schon sehr genau wissen, dass sie eine Karriere als Führungskraft anstreben. Sie sollten allerdings prüfen, ob das Traineeprogramm kein getarntes Langzeit-Praktikum ist.

Für Sie als Absolvent/-in kann so eine Traineeship interessant sein, weil es den Berufseinstieg erleichtert. Sie erhalten einen guten Überblick über das Unternehmen, können in kurzer Zeit ein Kollegennetzwerk aufbauen und sind als Lernender trotzdem nicht sofort in großer Verantwortung.

Der Nachteil von Traineestellen ist allerdings, dass Sie erst einmal nicht tiefer in ein Thema einsteigen, dass das Gehalt zunächst etwas geringer ausfällt als beim Direkteinstieg und dass die spätere Übernahme zwar wahrscheinlich, aber keineswegs sicher ist.

Da es keine allgemeingültige Trainee-Definition und auch keine rechtlich verbindlichen Standards dazu gibt, sollten Sie wissen, was Sie erwartet.

Prüfen Sie die folgenden Kriterien für eine seriöse und professionelle Traineeship:

 Gibt es ein hochwertiges Auswahlverfahren in Form eines Assessment-Centers, in dem Sie genügend Informationen über das Unternehmen und das Trainee-Programm erhalten?

 Dauert das Traineeprogramm zwölf Monate oder länger? Wenn es kürzer ist, können Sie kaum den Überblick über das Unternehmen gewinnen.

 Das Gehalt sollte nicht weniger als zehn Prozent unter dem der Direkteinsteiger liegen.

 In einem vorher festgelegten und strukturierten Ablauf sollten Sie die Schwerpunktbereiche wechseln und nicht zu lange in einem Aufgabenbereich verweilen.

 Die Begleitung durch Mentoren ist in guten Programmen üblich, ebenso die Weiterbildung in Methodenwissen und Soft Skills.

 Sie sollten Projektverantwortung für mindestens ein Projekt bekommen.

 Bei global agierenden Unternehmen ist auch ein Auslandseinsatz obligatorisch.

Für Geisteswissenschaftler/-innen werden in manchen Berufsfeldern eher Volontariate als Traineeprogramme angeboten.

Volontariat: im Idealfall eine Ausbildung absolvieren

Wie das Traineeprogramm ist das Volontariat eine Art Ausbildung, die auf den Berufsalltag vorbereitet. In der Regel dauert auch das Volontariat zwölf bis 24 Monate. Ob Volontariat oder Traineeship kommt auf die Branche an und die Studienfächer.

Auf Traineestellen in der Industrie bewerben sich eher Wirtschaftswissenschaftler und Ingenieure, auf Volontariate bei Fernsehen oder Rundfunk, bei Print- und Onlinemedien eher Geisteswissenschaftler. Gerade im Journalismus sind die Volontariate wie Ausbildungsprogramme geregelt. Sie beinhalten außer der zunehmenden Mitarbeit im Tagesgeschäft auch Kurse zu Fachthemen.

Wie das Traineeprogramm bietet auch das Volontariat die Chance, einen Beruf in allen Facetten kennenzulernen, Methodenwissen und professionelle Soft Skills zu erwerben, wichtige Kontakte zu knüpfen und ein Netzwerk aufzubauen. Ein Volontariat kann ein Sprungbrett in den Beruf sein. Aber auch hier gilt: Augen auf bei der Arbeitgeberwahl!

Prüfen Sie die folgenden Kriterien für ein seriöses und professionelles Volontariat:

 Ein Volontariat dauert zwölf bis 24 Monate, im Journalismus, wo es tarifvertraglich geregelt ist, mindestens 15. Ist es kürzer, könnten die Ausbildungsinhalte zu kurz kommen.

 Die Ausbildungsinhalte sollten definiert sein.

 Die zu durchlaufenden Stationen sollten festgelegt sein.

 Die Begleitung durch Betreuer sollte gewährleistet sein.

 Die Bezahlung sollte deutlich über der Bezahlung von nicht akademischen Praktikanten liegen.

Wer Karriere machen will, sollte sich bei großen Medienunternehmen oder den öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten bewerben. In kleineren Unternehmen, in Buch-, Zeitungs- und Zeitschriftenverlagen oder bei Onlinediensten können Sie allerdings schneller ins Alltagsgeschäft einsteigen und Verantwortung übernehmen.

Übrigens: Auch Behörden bieten Volontariate an, meistens im Bereich der Public Relations. Grundsätzlich ist der öffentliche Dienst allerdings für seine Laufbahnprogramme bekannt.

Laufbahn: in eine sichere Zukunft blicken

Die Laufbahn bei Behörden ist für Hochschulabsolventen und -absolventinnen ein Standardweg ins Berufsleben. Der öffentliche Dienst ist der größte Arbeitgeber Deutschlands. Rund 4,6 Millionen Menschen arbeiten in der öffentlichen Verwaltung daran, das Zusammenleben von rund 80 Millionen Bundesbürgern zu organisieren.

Ebenso hat sich in Österreich und in der Schweiz der öffentliche Dienst zu einem modernen und attraktiven Arbeitgeber für Hochschulabsolventen und Hochschulabsolventinnen entwickelt (auch wenn es in der Schweiz keinen Beamtenstatus gibt).

Die Aufgabenfelder sind so zahlreich und vielfältig wie die Bereiche des Zusammenlebens selbst. Es sind beispielsweise die Bereiche Finanzen und Wirtschaft, Wissenschaft, Forschung und Kunst, Jugend und Sport, Schule und Bildung, Umwelt, Klima und Energiewirtschaft, Verkehr und Infrastruktur, Wohnungssicherung und Unterkünfte, Integration, Feuerwehr und Polizei.

Damit bieten die Behörden zahlreiche Karrieremöglichkeiten für Berufseinsteiger/-innen. Attraktiv sind Laufbahnstellen auch, weil sie wirtschaftlich sicher sind, weil sie mit der Vereinbarkeit von Familie und Beruf die Work-Life-Balance fördern und weil ihre Aufgaben sozial verantwortlich sind. Alle diese Gründe führen zu einer hohen Bewerberzahl.

Die Einstiegsmöglichkeiten für Hochschulabsolventen werden nach Laufbahnen unterschieden in:

 nicht technischer Verwaltungsdienst,

 technischer Verwaltungsdienst,

 sprach- und kulturwissenschaftlicher Dienst, naturwissenschaftlicher Dienst,

 agrar-, forst- und ernährungswissenschaftlicher Dienst,

 gesundheitswissenschaftlicher Dienst,

 sportwissenschaftlicher Dienst,

 kunstwissenschaftlicher Dienst und

 tierärztlicher Dienst.

Informieren Sie sich zu den Berufsbildern im öffentlichen Dienst über die Blätter zur Berufskunde der Bundesagentur für Arbeit sowie im Internet auf den Seiten der Institutionen auf Bundes-, Landes- und Kommunalebene. Die Stellenanzeigen auf www.bund.de kann man filtern und abonnieren.

Für Österreich finden Sie die Informationen unter www.oeffentlicherdienst.gv.at/moderner_arbeitgeber, für die Schweiz unter www.publicjobs.ch. Hier sind auch Stellenanzeigen geschaltet.

Beachten Sie die Bewerbungsfristen: In der Regel werden Laufbahnstellen ein Jahr im Voraus ausgeschrieben. Wer sich auf eine Laufbahnstelle bewirbt, muss sich in einem standardisierten Einstellungsverfahren mit umfangreichen Tests und Vorstellungsgesprächen bewähren. Bereiten Sie sich darauf vor!

Direkteinstieg: von Anfang an verdienen

Wer sich nach seinem Studium bereits gut gerüstet fühlt für die Arbeitswelt und konkrete Karriereziele hat, kann auf Praktikum, Traineeprogramm und Volontariat verzichten, und sich direkt auf eine Planstelle bewerben – wie es die Mehrzahl der Hochschulabsolventen und -absolventinnen tut. Mit rund 87 Prozent bieten fast alle Arbeitgeber Hochschulabsolventen den Direkteinstieg an, nur 52 Prozent die Möglichkeit eines Traineeprogramms. Voraussetzung für den Direkteinstieg sind meist mehr oder weniger umfangreiche praktische Erfahrungen bzw. Berufserfahrung in bestimmten Bereichen aus studienbegleitenden (Auslands-) Praktika, Werkstudententätigkeiten oder Nebenjobs.

Bei uns ist es so, dass man das Produkt etwa drei Monate kennen muss, um gut mitarbeiten zu können. Von daher war am Anfang sehr viel Lernen angesagt, auch sehr viel Anleitungen lesen. Ich habe auch gemerkt, dass jeder seinen eigenen Stil hat, mich anzulernen. Deshalb bin ich auf jeden anders zugegangen und habe meine Fragen gestellt. Generell ist es gut, die Mittagspausen zu nutzen, um die Kollegen kennenzulernen und ein gutes Niveau zu finden, wie man über Berufliches und Privates redet.

Daniel W., 28 Jahre, Bachelor Evangelische Theologie und BWL / Master Angewandte Ethik, kaufmännischer Angestellter für Implementations & Projects bei einem IT-Dienstleister

Ein Vorteil des Direkteinstiegs ist außer dem durchschnittlich um zehn Prozent höheren Gehalt die Möglichkeit, schnell selbstständig arbeiten zu können und im Tagesgeschäft des Unternehmens Verantwortung zu übernehmen. Das heißt natürlich auch, dass Sie als Berufseinsteiger sofort den Druck haben, Produktiv arbeiten zu müssen. Das muss man wollen, und dafür braucht es ein gutes Selbstbewusstsein. Denn viele Direkteinsteiger/-innen werden ins kalte Wasser geworfen und müssen in den ersten Wochen ihrer Anstellung beweisen, dass Sie den Aufgaben gewachsen sind.

Weitere Nachteile des Direkteinstiegs können sein:

 Sie legen sich bereits sehr früh auf einen Bereich fest, was spätere Bereichswechsel erschweren kann.

 Sie haben am Anfang wenig Zeit, das Unternehmen und die Zusammenarbeit der verschiedenen Abteilungen kennenzulernen.

 Sie haben zunächst wenig Gelegenheit, ein bereichs- und abteilungsübergreifendes Netzwerk zu knüpfen.

Eine Variante des Direkteinstiegs ist der Einstieg in eine Assistenzposition. Dabei kann das Aufgabenfeld sehr vielfältig sein und sich auf alle Funktionsbereiche eines Unternehmens erstrecken: den Einkauf, den Verkauf, das Marketing, den Bereich Personal, das Rechnungswesen und Controlling, die IT, die Unternehmenskommunikation oder die Unternehmensleitung. Als Assistent/-in arbeiten Sie Vorgesetzten zu, liefern Ideen und Anregungen und unterstützen sie bei der täglichen Arbeit. Der oder die Vorgesetzte können Bereichs- oder Abteilungsleiter/-innen sein, manchmal auch Geschäftsführer oder Geschäftsführerinnen sowie Mitglieder des Vorstand.

Als Assistent/-in lernen Sie ein Unternehmen bereits beim Berufseinstieg auf einer sehr hohen Verantwortungsebene kennen. Das kann ein Vorteil sein, denn die Nähe zum Management bietet Ihnen die Möglichkeit, schnell wichtige Kontakte zu knüpfen sowie Einblick zu nehmen in viele Bereiche und Entscheidungsabläufe im Unternehmen. Außerdem: Die Stellenangebote richten sich vor allem an Absolventen ohne Berufserfahrung. Achten Sie aber darauf, dass Sie nicht zu lange in einer Assistenzposition verharren! Nach zwei, maximal drei Jahren als Assistent/-in sollten Sie eine Position mit mehr Veranwortung übernehmen.

Zeitarbeit: als Sprungbrett nutzen

In Deutschland gibt es mehr als 4 500 Zeitarbeitsfirmen. Jeder zehnte Leiharbeitnehmer ist Hochschulabsolvent. Das Prinzip der Zeitarbeit ist einfach: Arbeitnehmer/-innen erhalten bei einer Zeitarbeitsfirma einen unbefristeten Arbeitsvertrag und werden von ihr entgeltlich an Unternehmen mit Personalbedarf »ausgeliehen«.

Als Zeitarbeitnehmer/-in in Deutschland haben Sie nach Arbeitnehmerüberlassungsgesetz Kündigungsschutz, Anspruch auf Urlaub und Lohnfortzahlung im Krankheitsfall und auf Einhaltung der Arbeitsschutzbestimmungen. Österreichs Zeitarbeitskräfte, deren Beschäftigung das Arbeitskräfteüberlassungsgesetz regelt, sind Stammmitarbeitern der Unternehmen gleichgestellt. Auch in der Schweiz ist die Zahl der »Temporärarbeiter« stark gewachsen; seit 2012 regelt der Gesamtarbeitsvertrag Personalverleih ihre Rechte und Pflichten.

Zunehmende Flexibilisierung des Arbeitsmarkts und der Trend zu Projektarbeit sorgen dafür, dass Hochschulabsolventen und Hochschulabsolventinnen (v. a. der Wirtschafts- und Ingenieurwissenschaften) für Zeitarbeitsfirmen immer attraktiver werden. Rund 30 Prozent aller Zeitarbeitnehmer/-innen werden in unbefristete Anstellungsverhältnisse übernommen. Falls es mit dem Berufseinstieg im Traumjob also erst einmal nicht klappt, kann Zeitarbeit eine echte Alternative zum Praktikum oder zur Arbeitslosigkeit sein – oft sogar ein Karrieresprungbrett. Hier können Sie bereits Geld verdienen, Berufserfahrung sammeln, sich ausprobieren und durch gute Leistung den Sprung in eine Festanstellung schaffen. Also lehnen Sie Zeitarbeit nicht von vornherein ab, nur weil sie hierzulande einen schlechten Ruf hat.

Aber klären Sie für sich, wie lange Sie Zeitarbeitnehmer/-in sein wollen, und achten Sie darauf, nicht ausschließlich anspruchslose Aushilfsarbeiten zu übernehmen oder alle drei, vier Wochen an eine andere Firma ausgeliehen zu werden. So abwechslungsreich oder komfortabel das zunächst scheinen mag, dadurch verbauen Sie sich Chancen. Und prüfen Sie genau, bei welchem Zeitarbeitsunternehmen Sie unterschreiben. Leider gibt es schwarze Schafe, die versuchen, mit Hochschulabsolventen und Hochschulabsolventinnen nur Profit zu machen.

Nutzen Sie die folgenden Kriterien, um zu prüfen, ob Ihre Zeitarbeitsfirma seriös ist:

 Liegt eine gültige Lizenz der Bundesagentur für Arbeit vor?

 Ist das Unternehmen Mitglied des Bundesverbands Zeitarbeit (BZA) oder des Interessenverbands deutscher Zeitarbeitsunternehmen (iGZ)?

 Werden im Arbeitsvertrag alle wichtigen Vertragsinhalte festgelegt (Tätigkeit, Bezahlung, Überstundenvergütung, Fahrtkosten, Spesen, Gleitzeitkonto, Urlaub)?

 Entspricht Ihre Eingruppierung in die Entgeltgruppe Ihrer tatsächlichen Tätigkeit? Wird das Gehalt bei Krankheit und vorübergehender Nichtbeschäftigung weiter gezahlt?

 Werden Schutzausrüstung, Arbeitskleidung und Werkzeug kostenlos zur Verfügung gestellt?

 Werden Sie per Sicherheitsunterweisung umfassend über Gesundheits- und Unfallgefahren am Arbeitsplatz unterrichtet?

 Macht das Unternehmen insgesamt einen seriösen Eindruck: seine Mitarbeiter, deren Auftreten, seine Angebote und Unterlagen, sein Büro?

Besser beschäftigt sein

Zwar liegt die Arbeitslosenquote von Akademikern seit je unter fünf Prozent, und selbst Absolventen von Orchideenfächern wie Ethnologie, Paläontologie, Archäologie oder Afrikanistik werden auf dem Arbeitsmarkt fündig, aber es kann mehrere Monate und bei manchen sogar länger als ein Jahr dauern. Um die mehr oder weniger lange Phase zwischen Abschluss und Berufseinstieg sinnvoll zu nutzen, gibt es viele Optionen. Doch was heißt »sinnvoll« überhaupt? Was für den einen sinnvoll ist, muss es für den anderen noch lange nicht sein. Außerdem ist nicht für alle alles möglich. Was möglich ist, darüber entscheiden oft genug harte Fakten – vor allem die persönlichen Finanzen.

Die wirtschaftliche Ausgangslage von Hochschulabsolventen variiert. Während die einen schnell Geld verdienen müssen, um Studienkredite zurückzuzahlen und/oder eine Familie zu ernähren, können andere dank eigener Rücklagen oder elterlichen Vermögens erst einmal an eine Auszeit denken.

Wer sich bereits längere Zeit in der Bewerbungsphase befindet und befürchten muss, dass es bis zum Berufseinstieg noch dauern wird, sollte aktiv werden – nicht nur, um die Lücke im Lebenslauf zu vermeiden.

Wie Sie die Zeit zwischen Studium und Beruf sinnvoll nutzen können:

 Mit einem mehr oder weniger fachbezogenen Nebenjob: Damit können Sie etwas Geld verdienen, praktische Erfahrungen sammeln und Kontakte knüpfen. Suchen Sie, z. B. unter www.nebenjob.de, am besten eine Tätigkeit, die etwas mit Ihrem Berufswunsch zu tun hat.

 Mit einem Ehrenamt: Wer nicht darauf angewiesen ist, Geld zu verdienen, kann sich auch sozial engagieren. Es gibt zahlreiche Initiativen, die Sie z. B. unter www.freiwilligenarbeit.de finden. Mit einem Ehrenamt können Sie die von Arbeitgebern geforderten Soft Skills wie Teamfähigkeit, Sozialkompetenz oder Gewissenhaftigkeit sowohl in Ihren Bewerbungsunterlagen als auch im Vorstellungsgespräch überzeugend belegen.

 Mit Sprach- und/oder EDV-Kursen: Polieren Sie Ihr Qualifikationsprofil auf, und absolvieren Sie Sprachkurse und/oder EDV-Kurse. Damit werden Sie für einen potenziellen Arbeitgeber interessanter. Außerdem lernen Sie Gleichgesinnte kennen für ein Netzwerk gegenseitiger Unterstützung.

Denken Sie trotz zeitlichen und finanziellen Drucks auch daran, dass die Phase zwischen Studium und Beruf für die meisten die letzte Phase vor einer langen Berufszeit ist. Wenn Sie einmal angefangen haben zu arbeiten, sind Urlaubstage eher rar. Vielleicht bietet sich ja doch noch eine Auslandsreise an? Mit einem Work-and-Travel-Programm können Sie das Reisen mit dem Geldverdienen verbinden.

Den nächsten Schritt tun

Sobald Sie alle organisatorischen Belange Ihres neuen, poststudentischen Lebens geregelt und eine konkrete Vorstellung von Ihrem Berufseinstieg entwickelt haben, sollten Sie Ihre Möglichkeiten in einem nächsten Schritt eingrenzen. Erstellen Sie Ihre persönliche Favoritenliste, in die Sie diejenigen Stellen aufnehmen, die wirklich in Frage kommen, und ordnen Sie diese nach Ihren Interessen. Prüfen Sie dafür:

 Welche Entwicklungsmöglichkeiten gibt es für mich auf der ausgeschriebenen Stelle?

 Kann die Stelle ein Sprungbrett für meine Karriere sein?

 Wie abwechslungsreich und interessant ist das Aufgabenfeld der Stelle?

 Ermöglicht die Stelle Auslandsaufenthalte?

 Wie kann ich mit der Stelle meine Work-Life-Balance gestalten?

Und dann geht es los mit der Stellensuche!

Interview

? Mit welchen Anliegen kommen die Studierenden zu Ihnen?

In Köln sind die Career Services nach Fakultäten aufgeteilt. So können wir eine fachspezifische und individuelle Beratung anbieten. Zu uns kommen oft Studierende, die wollen, dass jemand über ihre Bewerbungsunterlagen guckt. Andere sind unsicher, wie sie eine Lücke im Lebenslauf verpacken können. Viele möchten eine Hilfestellung bei der Planung ihrer nächsten Schritte. In der sogenannten Laufbahnberatung schauen wir uns gemeinsam an, wie sie vorgehen können.

? Wie frühzeitig sollte man zu Ihnen kommen?

»Career« steht bei uns für Laufbahn und berufliche Orientierung. Insofern sind wir froh, wenn schon Erstsemester unsere Veranstaltungen besuchen. Da kann man sich orientieren, informieren und Bewerbungssituationen in Seminaren einüben. Auch mit den klassischen Themen wie Bewerbungsmappe oder Vorstellungsgespräch sollte man sich schon vor dem Abschluss beschäftigen.

? Was ist wichtig beim Vorstellungsgespräch?

Ich rate immer zu Authentizität. Es geht ja nicht darum, einem Arbeitgeber etwas vorzumachen. Man sollte seine Vita schlüssig präsentieren, auch mit eventuellen Brüchen, gut vorbereitet sein, das Unternehmen kennen, auch selbst Fragen stellen. Ich finde es wichtig, so ein Gespräch nicht nur als unangenehme Bewerbungssituation zu sehen, sondern als Chance, das Unternehmen kennenzulernen.

? Sie arbeiten mit Arbeitgebern zusammen – welche Erwartungen haben diese?

Viele Unternehmensvertreter sind Alumni unserer Fakultät und schätzen die fachliche Ausbildung, das analytische und problemorientierte Denken. Hilfreich ist sicher auch Praxiserfahrung Während des Studiums durch Praktika, Projekte oder Nebentätigkeiten. Mal ist dem Unternehmen Internationalität besonders Wichtig, mal das Engagement. Generell sollte man zeigen, dass man über den Tellerrand blickt.

? Wie erleben Sie selbst die Studierenden?

Es sind junge Leute mit viel Energie, Ideen und Engagement. Viele sind aber auch unsicher und haben Angst vor der nächsten Entscheidung. Sie denken, die Entscheidung für den Berufseinstieg sei final. Da versuchen wir, zu mehr Selbstvertrauen zu verhelfen und zu sagen: »Geh jetzt diesen Schritt und den nächsten dann, Wenn er notwendig ist.«

? Wozu raten Sie, wenn aus dem Traumjob nichts wird?

Die Frage ist ja, Was ist an dem Traumjob der Traum? Ist es genau dieser eine Job oder das Unternehmen oder die Aufgabe? Da kann man neue Möglichkeiten entdecken: Man möchte zum Beispiel gern international arbeiten und merkt, das muss nicht unbedingt im Ausland sein. Wenn man einen Aspekt ein bisschen abändert, hat man vielleicht ganz viele neue Traumjobs.

Julia Monzel leitet den Career Service der Wirtschaft?- und Sozialwissenschaftlichen Fakultät an der Universität zu Köln.

Die Stellensuche

Wo findet man die passenden Stellenanzeigen? Online-Jobbörsen, Stellenportale, Karrieredienste, soziale Netzwerke, Printmedien oder Jobmessen – was sind die ergiebigsten Recherchequellen? Und was, wenn es keine passenden Anzeigen gibt? Wie Sie bei Ihrer Stellensuche am besten vorgehen und auf welche Angebote sich eine Bewerbung lohnt, das lesen Sie auf den folgenden Seiten.

Wer auf Stellensuche ist, hat es nicht immer leicht. Denn es ist gar nicht so einfach, geeignete Angebote zu finden. Oft scheitert die Suche auch daran, dass die Bewerber und Bewerberinnen noch nicht genau wissen, was sie eigentlich können und wollen.

DIE VORBEREITUNG: FÄHIGKEITEN UND ZIELE IDENTIFIZIEREN

Um sich in der Flut der Stellenausschreibungen und potenziellen Arbeitgeber zurechtzufinden, müssen Sie sich erst über ihre Fähigkeiten und Ziele im Klaren werden. Es bringt nichts, Bewerbungen an alle möglichen Firmen zu verschicken. Um eine passende Stelle zu finden, klären Sie am besten für sich selbst,

 was Sie können und welche Erfahrungen Sie mitbringen,

 welche vorrangigen Interessen Sie haben,

 auf welche Karriereziele Sie hinarbeiten.

»Harte« Qualifikationen …

Überlegen Sie genau: Welche »harten« Qualifikationen haben Sie zu bieten? Welche Erfahrungen bringen Sie mit? Welcher Teil Ihres Studiums hat Ihnen besonders großen Spaß gemacht? Welche Kenntnisse haben Sie sich in Jobs vor und während des Studiums angeeignet? In welche besonderen Bereiche haben Sie durch Ihr Elternhaus tiefere Einblicke? Welche Qualifikationen sind darüber hinaus entwicklungsfähig?

Beispiel Karim Saurer hat Produktdesign studiert. Sein Studium hat er sich unter anderem dadurch finanziert, dass er die Studenten der Abschlussklassen bei ihrer Prüfungspräsentation unterstützte. Dabei kam es oft auf den richtigen Rahmen an: die passende Stärke, das geeignete Material, das richtige Glas. Später wandten sich auch etablierte Künstler an ihn. Schließlich fand Karim Saurer dank seiner umfassenden Erfahrung eine Anstellung bei einem großen Museumsverbund, wo er heute eine Werkstatt mit mehreren Mitarbeitern leitet, die für die Objektpräsentation zuständig ist.

… und »weiche« Fähigkeiten

Durchleuchten Sie Ihre Hobbys und Vorlieben einmal ganz genau: Welchen Neigungen gehen Sie nach und was offenbaren diese über Ihre Qualifikationen? Einige Beispiele:

HOBBYS ALS HINWEIS AUF QUALIFIKATIONEN

Hobby, Freizeitbeschäftigung

Hinweis auf …

Sammeln

Gründlichkeit, Genauigkeit

Gemeinschaftssportart (z. B. Fußball)

Teamfähigkeit, Kampfgeist

Einzelsportart (z. B. Marathonlauf)

Disziplin, Kampfgeist

Leitung einer Jugendgruppe, Trainieren einer Nachwuchsmannschaft

Führungsqualitäten

soziales Engagement

soziale Fähigkeiten, Teamfähigkeit

Mode

Stilsicherheit

Musikinstrument

Selbstdisziplin, Durchhaltevermögen

Chor, Orchester

Teamfähigkeit, Umgang mit Menschen

Nicht nur aufs eigene Urteil verlassen, auch andere fragen

Machen Sie sich jedoch nicht ausschließlich darüber Gedanken, welche Ihrer Fähigkeiten unmittelbar beruflich verwertbar sind. Denken Sie an alles, was Sie können. Gerade Hochschulabsolventen und -absolventinnen, die ja noch wenig Berufserfahrung haben, sind sich ihrer Stärken oft nicht ...

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