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Du pfeifst fürn Arsch

Inhalt

  1. Cover
  2. Über die Autoren
  3. Titel
  4. Impressum
  5. Top Ten der Stinkefinger
  6. Fußlümmelei! Drecksgekicke! Scheiß Fußball!
  1. Schimpfen über das Spiel an sich
  2. #rschloch!
  1. Achtung, ein Getwitter zieht auf!
  2. Scheiß-Sturm!
  1. Gnadenlose Facebook-Analyse
  2. Hirnlose Massen!
  1. Große Gedanken über große Gefühle
  2. Top Ten der Wutreden
  3. Der Fisch stinkt vom Kopf!
  1. Über schnappende Funktionäre
  • Sonderfall 1: Uli Hoeneß
  • Sonderfall 2: Reiner Calmund
  • Sonderfall 3: Rudi Assauer
  1. Deine Nutte von Schwester!
  1. Akteure im Dialog
  • Scheiß Mitspieler!
  • Scheiß Gegenspieler!
  1. Geh scheißen!
  1. Trainer vs. Spieler
  2. Pressing!
  1. Wenn die Medienmeute loslegt
  • Klobürste!
  • Chancentod!
  • Sauhaufen!
  1. Gegenpressing!
  1. Wenn die Akteure zurückkeilen
  2. Top Ten der Oberpöbler
  3. Führer, leck mich!
  1. Historische Ausraster
  2. Schnarch & Schleich!
  1. Die liebevollsten Kosenamen
  2. So gehn die Gauchos!
  1. WM 2014 im Austicker
  2. Ruhrpott-Kanaken!
  1. Derbys und ihre Nebengeräusche
  2. Hurensöhöööne!
  1. Lieder der Feindschaft
  2. Big fucking German!
  1. Völkerverbindende Gesänge
  2. Kinderchor!
  1. Das böse Liedgut der Bundesliga
  2. Herr, schmeiß Hirn herab!
  1. Wurfgeschosse, fein säuberlich dargelegt
  2. Schiri – Telefon!
  1. Immer auf die schwarze Sau
  2. Top Ten der längsten Sperren
  3. Elend für die Augen!
  1. Frauenfußball
  2. Uh! Uh! Uh!
  1. Rassismus, die Pest des Fußballs
  2. »Wir sind wieder einmarschiert!«
  1. Die Fratzen von Faschismus und Antisemitismus
  2. Ihr könnt nach Hause gehn!
  1. Schlussanpfiff

Über die Autoren

Stefan Mayr kickte einst für den FC Augsburg in der Bayernliga. Als er den Klub verließ, war der Weg des FCA Richtung Bundesliga endlich frei. Heute arbeitet er als Redakteur für die Süddeutsche Zeitung. Nebenher schreibt er Bücher, die die Welt nicht braucht. Zuletzt im Eichborn-Verlag erschienen: Dinner for One von A –Z (2013)

Andreas Lüdke ist Soziologe, Journalist und lizenzierter Jugendtrainer aus Augsburg. Die eigene Spielerkarriere verendet in den 80ern. Bis zur WM-Qualifikation 2002 folgt ein Leben ohne Fußball. Wegen der Bayer-Dichte im DFB-Kader gilt die Liebe kurz der Werkself. Mit der Ära des Bremer Blocks wechselt auch die Leiden-Schaaft an die Weser.

Stefan Mayr • Andreas Lüdke

Du pfeifst
fürn Arsch!

Fußball-Schmähungen
von Amateur bis
Zidanes Schwester

Top Ten der Stinkefinger

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Schon die antiken Römer und die alten Griechen kannten die Geste als digitus impudicus (lat. digitus: der Finger; impudens: schamlos, unverschämt). Damals stand das Symbol für ein erigiertes Glied. In Deutschland ist die Geste bis in die 1960er Jahre unbekannt. Dann taucht sie zunächst im Straßenverkehr auf, dort bekommt der Zeiger ganz im Gegensatz zum Fußballplatz sogar Punkte. Und zwar fünf bis sieben Stück.

1. Stefan Effenberg

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Der Vati aller Stinkefinger ist und bleibt: Stefan Effenberg. Als habe er es geahnt, hat Bundestrainer Berti Vogts bei der WM 1994 in den USA zwei Blanko-Rückflugtickets gebucht. In der 75. Minute des Vorrundenspiels gegen Südkorea wechselt Vogts Effenberg aus. Und die Blondine vom AC Florenz gibt sofort Handzeichen: »Trainer, Trainer, ich will das Ticket.« Ursache des Winks: Einige Fans pfeifen ihn aus. Stefan Effenberg hält nonverbal dagegen. Mittelfinger hoch. Das sorgt für eine Wortneuschöpfung: »Den Effe machen«. Man könnte auch sagen: Sich zum Effe machen. Stefan Effenberg fliegt aus der Nationalmannschaft und nach Hause.

2. Ottmar Hitzfeld

Eigentlich habe er sich selber den Stinkefinger gezeigt, beteuert Ottmar Hitzfeld nach dem WM-Qualifikationsspiel der Schweiz gegen Norwegen im Oktober 2012. Aber leider bezieht Schiedsrichter David Fernández Borbalán die Geste auf sich. Die FIFA sieht das ganz genauso: zwei Spiele Sperre und 5.800 Euro Strafe. Hitzfeld ist sogar Wiederholungstäter. Bei der WM 2010 – Schweiz gegen Chile – stellt Schiedsrichter Khalil Ibrahim Al Ghamdi den Eidgenossen Valon Behrami vom Platz. Statt zu salutieren, kratzt sich »General« Hitzfeld seeeehr auffällig an der Wange.

3. Uwe Rapolder

In der Saison 2010/2011 lässt KSC-Trainer Uwe Rapolder nicht fünfe, sondern nur einen gerade sein. Zuvor haben ihn die eigenen Fans angeblich übel beschimpft. Die Karlsruher sehen im Kellerduell gegen den FC Ingolstadt alles andere als glorreich aus. Finden die Fans und tun dies auch lautstark kund. Rapolder zeigt den Finger und erleidet umgehend einen Anfall von Amnesie: »Ich habe es nicht getan«, sagt der Trainer. »Aber wenn ich in der Emotion irgendeine Geste gemacht haben sollte, dann möchte ich mich dafür entschuldigen.« Zu spät. Nur 99 Tage im Amt, weisen ihm die Verantwortlichen die Tür – mit dem Zeigefinger.

4. Massimo Busacca

Im schweizerischen Pokalspiel 2009 des FC Baden gegen Young Boys Bern zeigt der Schiedsrichter nicht nur Gelb und Rot, sondern auch den Mittelfinger. Und zwar den Berner Fans. Die hatten Massimo Busacca beleidigt. Busacca wird für drei Spiele gesperrt. Und anschließend nicht nur Schweizer Schiedsrichter des Jahres, sondern sogar Weltschiedsrichter 2009. Danach übernimmt er bei der FIFA die Abteilung für das Schiedsrichterwesen.

5. Aristide Bancé

Bundesligasaison 2012/2013. Frankfurt empfängt Mainz. Maik Franz empfängt Aristide Bancé. Es ist Dezember und die Begegnung mehr als eisig. Franz spielt wie immer und sorgt damit dafür, dass Bancé nicht spielen kann wie immer. Mainz verliert das Spiel, Bancé die Beherrschung. Er zeigt Franz seinen Mittelfinger. Der DFB zeigt Bancé, was so etwas kosten kann: 6.000 Euro Strafe. Dabei hätte der Mann aus Burkina Faso es wissen müssen. 2008 – damals noch als Spieler von Kickers Offenbach – foult Bancé den Gladbacher Oliver Neuville. Schiedsrichter Peter Sippel fingert nach der roten Karte und Aristide Bancé gegen die Borussen-Fans. Fünf Spiele Sperre.

6. Fanblock Sturm Graz

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Ein Fall für das Guinness-Buch ist der Massen-Stinkefinger von Graz im Jahr 2010. Der Sturm-Fanblock begrüßt Rapid Wien mit tausenden schwarzen Postern, auf denen eine weiße Faust mit gerecktem Mittelfinger prangt. Hintergrund der plakativen Aktion: In der Vorsaison hatte Rapid-Trainer Peter Pacult den Grazer Anhängern »den Finger gegeben« – wie man in Österreich sagt –, und das gleich beidhändig.

7. Ulf Kirsten

An das 0:0 zwischen Duisburg und Leverkusen aus der Bundesliga-Saison 1998/99 würde sich schon am Tag danach niemand mehr erinnern. Wenn die Leverkusener nicht ein Rahmenprogramm vom Allerfeinsten abgezogen hätten. Zuerst zeigt Bayer-Stürmer Ulf Kirsten den Zebra-Fans in der Schlussphase seinen Mittelfingernagel. Nach dem Abpfiff zünden Trainer Christoph Daum und Manager Reiner Calmund ein Ausreden-Feuerwerk. »Er hat angezeigt, dass er in einer Minute ausgewechselt werden will«, sagt Daum mit gewohnt sachlichem Blick. Und Calli auf die Frage, ob der Nationalspieler vom Klub bestraft werde: »Er hat die ganze Mannschaft zu sich zur Champions-League-Party eingeladen, damit ist er genug gestraft.«

8. Thomas Helmer

Mit welcher Aktion katapultiert sich Thomas Helmer in die Fußball-Weltgeschichte? Richtig, mit dem doppelten Phantom-Stinkefinger von Barcelona. Nach dem verlorenen Champions-League-Endspiel gegen Manchester United macht Helmer in Richtung Zuschauer zunächst den Scheibenwischer, dann reckt er beide Mittelfinger in die katalanische Nacht. Alle können sich vorstellen, warum: Trainer Hitzfeld hat kurz vor Schluss nicht ihn als Kapitän für den schwächelnden Lothar Matthäus eingewechselt, sondern Thorsten Fink. Doch Helmer schwört Stein und Bein, dass er seiner Frau zeigen wollte, sie solle vom fünften in den zweiten Stock des Stadions herunterkommen. Phantomschmerz, lass nach.

9. Mark van Bommel

Für »Aggressive Leader« Mark van Bommel ist so ein Stinkefingerchen eine viel zu filigrane Geste. Er zeigt lieber die Stinkefaust. Erstmals 2007 den Fans von Real Madrid nach seinem Tor zum 2:3. Und dann 2008 dem Bundesliga-Schiedsrichter Lutz Wagner. Hinter dessen Rücken. Drei Spiele Sperre und 15.000 Euro Strafe.

10. Platzwart FC Chelsea

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Von einem etwas anderen Stinkefinger berichtet Nick Hornby in seinem Fußball-Knigge »Fever Pitch«. Dieses britische Exemplar wird nicht spontan in einer emotionalen Sekunde gereckt, sondern in einer Systematik, die Mister Hornby gar nicht amüsiert. Nach dem Auswärtsspiel beim FC Chelsea am 7. März 1987 müssen Nick und die anderen Arsenal-Fans noch eine halbe Stunde in ihrem Block stehen bleiben, bis die gegnerischen Fans abgezogen sind. Diese Zeit nützt der Chelsea-Platzwart zur Rasen- und Kontaktpflege. Der »riesenhafte junge Mann mit einem grässlichen Skinhead-Haarschnitt« fährt mit seiner Walzmaschine auf und ab. »Als er mit seiner Maschine auf uns zufuhr, zeigte er uns den Mittelfinger, ein verzücktes, irres Lächeln im Gesicht«, berichtet Hornby. »Und bei seinem Besuch auf dem Rückweg zeigte er uns erneut den Finger, und so ging es weiter – rauf, runter, den Finger. Rauf, runter, den Finger. Und wir mussten rumstehen und ihm bei seinem Tun zusehen, immer und immer wieder, im Dunkeln und in der klirrenden Kälte, während der Schnee in unserem betonierten Gehege auf uns herabfiel.« Good night England!

Andere schlimme Finger:

Früher war alles noch viel individueller. Während es heute von Mittelfingern wimmelt, mussten sich die Spieler von anno dazumal noch eigene Sachen ausdenken. Und sie waren ganz schön kreativ. In den 1960er Jahren trickst und spaziert der Niederländer Jacobus »Co« Prins auf dem Betzenberg durch die Bundesliga. Zwischendrin legt er stets ausführliche Erholungspausen ein, was das Kaiserslauterner Publikum mit Pfiffen quittiert. Daraufhin verfällt Prins doch noch in Aktionismus: Er zieht seine Hose herunter und zeigt sein nacktes Hinterteil.

Eine ähnlich anale Geste zeigt Hollands Nationalspieler Ronald Kœman nach dem 2:1-Sieg im EM-Halbfinale 1988 gegen Deutschland. Nach dem Trikottausch mit Olaf Thon nimmt er das Hemd und wischt sich damit vor Millionen Zuschauern im Hamburger Stadion durch die Poporitze. Ohne Worte.

1968 zeigt der 23-jährige Franz Beckenbauer in Hannover, was er kann. Er stellt sich vor die Tribüne und gibt das »Manneken Pis«. Er tut also so, als würde er auf die Laufbahn pinkeln. Der FC Bayern verliert 0:1, der künftige Kaiser zahlt 1.000 Mark Strafe. 1974 bei der WM sorgt Beckenbauer im hohen Norden wieder für Ärger: Der Bundeslibero machte eine wegwerfende Geste Richtung Zuschauer. Hernach muss er sich öffentlich entschuldigen.

Im Dezember 2012 singen VfB-Fans nach einem 0:1 in der Europa League gegen das Weltklasseteam Molde FK (Norwegen): »Stuttgart international kann man nur besoffen sehn.« Zur Geräuschkulisse gehört auch der eine oder andere wütende Pfiff. VfB-Spieler Martin Harnik reagiert auf die Musik mit einer eigenwilligen rhythmischen Bewegung: Er zeigt seinen Fans den Vogel. Eine Strafe gibt es dafür nicht – im Gegenteil. Stuttgarts Sportdirektor Fredi Bobic sagt: »Emotionen gehören zum Sport.« Um diese Worte im nächsten Satz sogleich in den Eimer zu treten: »Hohn und Spott sind unangebracht.«

Im türkischen Supercup-Endspiel 2014 zwischen Fenerbahce und Galatasaray brennt (wie immer bei Duellen dieser Teams) der Baum. Das Ganze weitet sich zum Flächenbrand aus, als das Match ins Elfmeterschießen geht. Zuerst meint Fener-Torwart Volkan Demirel, sich nach einem gehaltenen Schuss zu den Galatasaray-Fans umdrehen und zwischen die Beine greifen zu müssen. Als Fenerbahces Felipe Melo über das Tor schießt, rennt Demirel auf ihn zu und versucht, ihn mit einem Bocksprung über ihn hinweg zu demütigen. Handgemenge, gelbe Karten. Nach dem Spiel sagt Demirel im vereinseigenen TV-Sender: »Die Stadtverwaltung sollte die unnötigen Straßenhunde vergiften. Ansonsten entsteht ein nicht anzunehmender Zustand, und ich muss diese Sache übernehmen.« Wen er damit meint, ist klar: Melos Spitzname ist »Pitbull«.

Wie man mit einer mutigen Geste sogar als Bezirksliga-Spieler europaweit in die Schlagzeilen kommen kann, demonstriert Sezgin Özhan vom VfvB Ruhrort/Laar im Jahr 2008. Auf dem offiziellen Mannschaftsfoto lässt er seinen Dödel aus der Hose hängen, das Bild wird in der »Neue Ruhr Zeitung« veröffentlicht. Ein kleiner Spaß mit großer Wirkung. Geldstrafe und zehn Spiele Sperre. Die Staatsanwaltschaft ermittelt.

Fußlümmelei! Drecksgekicke! Scheiß Fußball!

Schimpfen über das Spiel an sich

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Anno 1898 kennen viele Deutsche das Spiel mit Ball und Fuß erst vom Hörensagen. Da liegt bereits die erste Schmähschrift auf dem Tisch. Nein, nicht über irgendeinen Klub oder eine andere Nation oder gar ein Spiel oder einen Spieler. Sondern über die Sportart an sich. »Fusslümmelei« heißt das Werk eines gewissen Karl Planck. Er ist Professor und Turnlehrer am Eberhard-Ludwigs-Gymnasium zu Stuttgart. Der Untertitel seines Traktats lautet: »Über Stauchballspiel und englische Krankheit«. Der Herr Professor bezeichnet den Fußball als »After-Sport« und argumentiert nicht gerade wissenschaftlich-sachlich. Wortreich erklärt er, wie die »hässliche Bewegung« des »Hundstritts« auf ihn wirkt: »Das Einsinken des Standbeins ins Knie, die Wölbung des Schnitzbuckels, das tierische Vorstrecken des Kinns erniedrigt den Menschen zum Affen.« Ach, hätte Herr Planck doch nur einmal einen gezirkelten Zauberfreistoß Zinedine Zidanes erleben dürfen.

Auch die »Deutsche Turnzeitung« (DTZ) will ihr deutsches Treiben gegen den Import von der Insel verteidigen und drischt nach Kräften unter die Gürtellinie der Fußballfreunde. Die DTZ schwingt sich sogleich zum Zentralorgan gegen den Verfall der Sitten auf – und vergisst dabei selbst die gute Kinderstube: Fußball sei »englisches Unkraut«, also »undeutsch«. All jene, die diese »Engländerei« betreiben, seien »gehorsame Affen des Auslands«. Sie wärmten »eine ausländische Natter an ihrem Busen«, die »ausgemerzt« gehöre. Kurzum: »Fort damit und mit der Völkerknechtschaft, damit wir nicht der allgemeinen Verachtung anheimfallen!«

Auch Schriftsteller Joachim Ringelnatz macht sich anno 1919 seinen Reim auf das neue Spiel und reiht sich – ebenso talentiert wie gnadenlos – ein in die Phalanx der Propagandisten. Er nennt sein Gedicht: »Fußball (nebst Abart und Ausartung)«. Es ist eine der witzigsten Beleidigungen in der deutschen Fußball-Geschichte.

Der Fußballwahn ist eine Krank-

heit, aber selten, Gott sei Dank!

Ich kenne wen, der litt akut

an Fußballwahn und Fußballwut.

Sowie er einen Gegenstand

in Kugelform und ähnlich fand,

so trat er zu und stieß mit Kraft

ihn in die bunte Nachbarschaft.

Ob es ein Schwalbennest, ein Tiegel,

ein Käse, Globus oder Igel,

ein Krug, ein Schmuckwerk am Altar,

ein Kegelball, ein Kissen war,

und wem der Gegenstand gehörte,

das war etwas, was ihn nicht störte.

Bald trieb er eine Schweineblase,

bald steife Hüte durch die Straße.

Dann wieder mit geübtem Schwung

stieß er den Fuß in Pferdedung.

Mit Schwamm und Seife trieb er Sport.

Die Lampenkuppel brach sofort.

Das Nachtgeschirr flog zielbewußt

der Tante Berta an die Brust.

Kein Abwehrmittel wollte nützen,

nicht Stacheldraht in Stiefelspitzen,

noch Puffer, außen angebracht.

Er siegte immer, 0 zu 8,

und übte weiter frisch, fromm, frei

mit Totenkopf und Straußenei.

Erschreckt durch seine wilden Stöße,

gab man ihm nie Kartoffelklöße.

Selbst vor dem Podex und den Brüsten

der Frau ergriff ihn ein Gelüsten,

was er jedoch als Mann von Stand

aus Höflichkeit meist überwand.

Dagegen gab ein Schwartenmagen

dem Fleischer Anlaß zum Verklagen.

Was beim Gemüsemarkt geschah,

kommt einer Schlacht bei Leipzig nah.

Da schwirrten Äpfel, Apfelsinen

durch Publikum wie wilde Bienen.

Da sah man Blutorangen, Zwetschen

an blassen Wangen sich zerquetschen.

Das Eigelb überzog die Leiber,

ein Fischkorb platzte zwischen Weiber.

Kartoffeln spritzten und Zitronen.

Man duckte sich vor den Melonen.

Dem Krautkopf folgten Kürbisschüsse.

Dann donnerten die Kokosnüsse.

Genug! Als alles dies getan,

griff unser Held zum Größenwahn.

Schon schäkernd mit der U-Boots-Mine,

besann er sich auf die Lawine.

Doch als pompöser Fußballstößer

fand er die Erde noch viel größer.

Er rang mit mancherlei Problemen.

Zunächst: Wie soll man Anlauf nehmen?

Dann schiffte er von dem Balkon

sich ein in einen Luftballon.

Und blieb von da an in der Luft,

verschollen. Hat sich selbst verpufft. –

Ich warne euch, ihr Brüder Jahns,

vor dem Gebrauch des Fußballwahns!

Anlässlich der WM 1978 macht sich der große Umberto Eco (»Der Name der Rose«) seine Gedanken über Fußball. Diese fasst er in drei Sätzen zusammen, die in jeglicher Hinsicht wuchtig sind:

»Nun muss ich jedoch betonen, dass ich keineswegs gegen die Fußball-Leidenschaft bin. Im Gegenteil, ich begrüße sie und halte sie für einen Segen.«

Klingt zugeneigt? Bitte auch Satz drei lesen:

»Jene verzückte Massen, die sich allwöchentlich brüllend im Stadion drängen, übereinander herfallen oder vom Schlag getroffen zusammenbrechen, jene wackeren Schiedsrichter, die sich für einen Sonntag Berühmtheit wüsten Beschimpfungen aussetzen, jene von weit her angereisten und zu Recht so genannten Schlachtenbummler, die blutend aus ihren Bussen quellen, verletzt von zerschlagenen Schaufensterscheiben und Schlägereien, jene grölenden Fans, die abends sieges- und biertrunken durch die Straßen karriolen, ihre Clubfahnen aus den Fenstern des überladenen Fiat 500 schwenkend, bis sie an einem Lastzug zerschellen, jene hochgezüchteten Recken, seelisch zerrüttet durch peinvolle sexuelle Abstinenzen, jene zerstörten Familien, wirtschaftlich ruiniert durch Kartenkäufe zu irrsinnig überzogenen Schwarzmarktpreisen, jene Enthusiasten, die sich mit ihren Knallfröschen blenden, sie alle erfüllen mein Herz mit Freude.«

Wer bis jetzt noch nicht kapiert hat, was uns Eco damit sagen will, rafft es spätestens nach Satz vier:

»Ich bin für die Fußball-Leidenschaft, wie ich für Autorennen bin, für Mopedrennen am Rande von Abgründen, für das fanatische Fallschirmspringen, den mystischen Alpinismus, die Überquerung der Ozeane auf Gummibooten, das russische Roulette und die Droge.«

Wow. Welch Florett-Volltreffer. Kann man den Fußball besser beleidigen, ohne ihn zu beleidigen?

Ungleich direkter geht die »Sunday Times« in den Hochzeiten des englischen Hooliganismus in den 1980er Jahren zur Sache. In einem Leitartikel beschreibt sie den Fußball so: »Ein Slum-Sport, der in Slum-Stadien gespielt und zunehmend von Slum-Bewohnern gesehen wird.«

Dirk Schümer beginnt seinen Fußball-Kultur-Führer »Gott ist rund« mit dem Satz: »Fußball ist Schwachsinn.« Was folgt, sind 24 Seiten Rundumschlag. Schümer findet das Spiel »ästhetisch unerträglich« und die Spieler geradezu hässlich. Er diagnostiziert »Watschelgang« und sieht in den Stadien nur »entweder schmächtige oder grobknochige Kerle«. Sogar Boxer und Eishockeyspieler seien schöner. Mit schuld an seinem Frust sind die Medien: Sie haben »den Terminplan des Fußballs wie einen Schmarotzerpilz über das öffentliche Leben verbreitet«. Er bezeichnet Fußball als »eine der verlogensten Erscheinungsformen des Kapitalismus«. Das Spiel »und das ganze Drumherum« erachtet er als »so unsäglich dumm und nichtig«.

Ähnlicher Meinung ist auch Schriftsteller Martin Walser: »Sinnloser als Fußball ist nur noch eins: Nachdenken über Fußball.« Auch Peter Ustinov macht die Kickerei nachdenklich: »Fußball beherrscht den Teil im Hirn des Mannes, der sich weigert, erwachsen zu werden.«

Noch ein Schrittchen weiter gehen zwei Kollegen aus dem Showbusiness. »Es gibt ein weit verbreitetes Vorurteil, dass Profifußballer nur drei graue Zellen haben, und zwei davon in der Blutbahn unterwegs sind, um die dritte zu suchen«, sagt Peter Alexander. Er muss es ja wissen, 1986 hat er mit der Nationalmannschaft die Hirni-Platte »Mexico mi amor« aufgenommen. Auch der Kabarettist Volker Pispers betätigt sich als Hirnforscher: »Der Fußballer ist der Beweis, dass man es ohne ein Gramm Hirn zu einem Ferrari bringen kann.«

Als die Kicker-Elite 1994 ihren Weltmeister in den USA ausspielt, wird so mancher US-Journalist von Gähnkrämpfen geschüttelt. Die Zeitung »The Plain Dealer« aus Cleveland schreibt: »Biathlon. Rodeln. Fußball. Eins wie das andere.«

Selbst der großartige Nick Hornby verunglimpft in seiner Fußball-Hymne »Fever Pitch« seinen Lieblingssport, als er von seinem Debüt im Arsenal-Stadion erzählt: Er bezeichnet Fußball als »Unterhaltung durch Schmerz« (»Entertainment at pain«).

#rschloch!

Achtung, ein Getwitter zieht auf!

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Januar 2011. Liverpool spielt im FA-Cup gegen Manchester United. Nach zwei umstrittenen Entscheidungen twittert Ryan Babel eine Fotomontage mit Schiedsrichter Howard Webb im Trikot von Manchester United. Dazu die Worte: »Und sie nennen ihn einen der besten Schiedsrichter? Das ist ein Witz. Kopfschütteln.« Kopfschütteln löst das auch beim Englischen Fußballverband aus. 10.000 Pfund Strafe.

Ashley Cole muss im Oktober 2012 noch viel tiefer in die Tasche greifen. Kein Wunder, wenn man den Verband gleich direkt beleidigt. 90.000 Pfund Strafe für »bunch of twats«. Das kann man vornehm britisch mit »Gruppe Deppen« übersetzen. Genauer ist aber: »Haufen Fotzen«. Auslöser ist die Affäre um Coles Teamkollegen John Terry. Der hatte mit rassistischen Beleidigungen um sich geworfen. Ashley Cole hatte als Zeuge ausgesagt. Der Fußballverband, die FA, stuft seine Aussage als »nicht glaubwürdig« ein. »Hahahahaa, well done #fa I lied did I, #BUNCHOFT***S«, hämmert er in seinen Account. Zu diesem Zeitpunkt haben darauf etwa 400.000 Follower Zugriff. 90 Minuten später ist der Tweet schon wieder gelöscht – aber auch schon 21.000 Mal geteilt. Cole entschuldigt sich zwar noch. Aber zu spät. Immerhin: Sieben Monate später wird Cole vorübergehend zum Kapitän der englischen Nationalmannschaft ernannt.

Twitter eignet sich auch hervorragend für ein gepflegtes Streitgespräch. Mann gegen Mann. Ohne störende Handschuhe. Die blanken Hände hämmern auf die Tastatur. Siehe Didi Hamann und Joey Barton im Januar 2013. Barton kritisiert die Transferpolitik von Newcastles Manager Derek Llambias. Hamann will seinem ehemaligen Boss Llambias zu Hilfe kommen und rät Barton, er solle sich aus Transferfragen raushalten. Das Ganze eskaliert. »Sniffed and gambled all your dough. What a waste. Left kids and wife, cos u pulled a young bird. Tragic. Now do one Tourette’s face!« (»Hast deine ganze Kohle durch die Nase gezogen und verspielt. Was für eine Verschwendung. Hast deine Kinder und deine Frau verlassen, um eine Jüngere an Land zu ziehen. Tragisch. Und jetzt mach’ ein Tourette-Gesicht!«) Das reicht Barton aber noch nicht, um wieder auf Normaltemperatur herunterzukühlen. »Not playing poker online and smoking biffas night before the game. I wouldnt let u manage a pet shop.« (Ich habe in der Nacht vor Spielen nicht Online-Poker gespielt und Marihuana geraucht. Ich würde dich nicht mal eine Zoohandlung managen lassen.) Da Barton zu diesem Zeitpunkt an Olympique Marseille ausgeliehen ist, fällt es Hamann leicht, zu kontern: »Das Problem ist, dass du denkst, du wärest ein internationaler Star, nur weil du in Frankreich spielst #farfromit (#weitwegdavon).« 30 Tweets lang beschimpfen die beiden einander wie die Rohrspatzen.

Drei Monate später legt Joey Barton nochmal nach. Gleicher Kanal – anderer Adressat. In der französischen Zeitung »L’Equipe« hat sich Thiago Silva von Paris St. Germain kritisch über Barton geäußert. Der Spieler aus England würde sich ärgern, dass niemand über ihn rede. Deshalb mache er sich einen Spaß daraus, große Spieler zu kritisieren, nur damit er im Mittelpunkt stehe. Als PSG und Barcelona am Abend aufeinandertreffen, fällt Joey Barton in die Falle hinein: »Thiago Silva. Dieses Weichei, das die ganze Saison verletzt ist. Ein weiterer überbewerteter Brasilianer. Sortier deine Sehnen aus FatBoy.« Während des Spiels gibt er sich für den Bruchteil einer Sekunde einsichtig: »Muss zurücknehmen, was ich über Thiago Silva gesagt habe. Heute war er saustark.« Allerdings nur, um nochmal kräftig auszuteilen: »Still looks like a overweight ladyboy though!« (Trotzdem schaut er immer noch aus wie eine übergewichtige Transe.) Am nächsten Tag legt Barton noch einen drauf: »Bist du vor der OP oder nach der OP? #transsexual #thiagosaladyboy.« Und: »Ich frage mich, in welche Richtung er geht. Ist er ein Mann, der zur Frau wird, oder eine Frau, die zum Mann wird? Ich komme nicht drauf.«

Homophobe Tweets gibt es auch unter Teamkollegen. Im Dezember 2012 bezeichnet Liverpools Suso Fernández seinen Mitspieler José Enrique als »schwul«. »This guy is gay«, zwitschert der damals 19-jährige spanische Stürmer. Und warum? José Enrique hatte sich die Zähne gebleicht. Er hatte ein Foto von sich beim Bleichen gepostet. Darauf Suso: »Was zum Teufel macht er da? Dieser Typ ist schwul. Er hat einige mentale Probleme. Er macht alles außer Fußball spielen.« Kein mentales, sondern ein finanzielles Problem wird für Suso aus der ganzen Geschichte: 10.000 Pfund Strafe.

Auch der Schweizerische Fußball-Verband hat keinen Sinn für spezielle Witze. Die Schweiz verliert bei den Olympischen Spielen 2012 1:2 gegen Südkorea. Der 23-jährige Schweizer Michel Morganella provoziert mit einer Schwalbe eine gelbe Karte für Südkorea. Ein Pfeifkonzert bei jedem seiner Ballkontakte ist die Folge. Morganella twittert daraufhin: »Ich mache alle Südkoreaner nieder. Verpisst euch alle, Bande von geistig Behinderten.« Morganella wird vom eigenen Verband suspendiert. Sein Twitter-Account wird geschlossen. Auf seiner Facebook-Seite kommt postwendend die digitale Retourkutsche: »Willkommen in der digitalen Hölle Koreas«.

Von der Hölle zur Twitter-Dreieinigkeit Bradley Orr, Paddy Kenny und Jamie Mackie. Im Jahr des Herrn 2011 treffen die Spieler des englischen Zweitligisten Queens Park Rangers auf die Blackburn Rovers und deren Spieler El Hadji Diouf. Mackie geht bei einem Zweikampf mit Blackburns Verteidiger Gaël Givet zu Boden. Diagnose: Beinbruch. Diouf steht dabei und soll ausfällig geworden sein, wie Mackie später über Twitter mitteilt: »Proper disappointed that El Hadji Diouf was in my ear while am on the deck with a broken leg saying ›fuck you and fuck your leg‹.« (Ich bin total enttäuscht, dass ich Diouf gehört habe, wie er sagt »Fick dich und fick dein Bein«, während ich da lag.) Sein Teamkollege Bradley Orr legt nach: »Never come across a more repulsive human being than E H Diouf! The things he was saying were disgusting! The lad has just broken his leg! You horrible disgusting man E H Diouf! Your time will come!« (Mir ist noch nie ein abstoßenderes menschliches Wesen untergekommen als Diouf. Die Dinge, die er gesagt hat, waren ekelhaft. Du bist ein ekelhafter Mann, Diouf! Deine Zeit wird kommen.) Und aus dem Hintergrund schießt auch noch Kenny: »So gutted for the boy Mackie, football can be horrible sometimes, and that cunt Diouf will get it one day, what goes around comes around.« (Es tut mir für Mackie so leid. Fußball kann manchmal grausam sein, und die Fotze Diouf wird es eines Tages zurückbekommen.) Die Folge: Trainer Neil Warnock verbietet der gesamten Mannschaft, sich künftig über Twitter zum Verein zu äußern.

Nicht zum Verein, sondern zu den Fans äußert sich Marvin Morgan vom englischen Viertligisten Aldershot Town. 2011 setzt es eine 1:2-Niederlage gegen Hereford. Als der 27-jährige Morgan ausgewechselt wird, buht ihn das Publikum aus. Seine Antwort im Netz: »Ich möchte mich bei den Fans bedanken, die mich ausgebuht haben. Was ist los mit euch? Ich hoffe, ihr sterbt alle.« Was stirbt, ist Morgans Karriere bei Aldershot. Morgan muss eine Geldstrafe zahlen, wird supendiert und auf die Transferliste gesetzt.

Raus aus dem Kader! Das fordert 2012 ein Twitter-Account während des Länderspiels Deutschland gegen Dänemark für Mesut Özil. Angeblich kommt die Forderung von der Piratenpartei. Unter »@PiratenOnline« erscheint folgender Tweet: »Özil ist garantiert kein Deutscher! Ein Stück Papier ändert nicht die Abstammung.« Allerdings ist der Account gar nicht von der Piratenpartei. Jemand hat einen Fake-Account eingerichtet. Julia Schramm vom Bundesvorstand der Piraten distanziert sich von den Tweets und bezeichnet sie als »rassistische Kackscheiße«. Özil erstattet Anzeige gegen unbekannt.

Ein manipulierter Account – diese Entschuldigung wählt im Oktober 2012 auch Robert Mak vom 1. FC Nürnberg. Im Spiel gegen Freiburg wird er zur Pause ausgewechselt. Mak geht erst vom Feld und dann online. »Fußball ist so eine verschissene Politik! Ich hasse es! Verdammter Trainer!« Dafür gibt es 10.000 Euro Strafe. Und Robert Mak darf 20 Tage bei den Amateuren mittrainieren und drei Spiele in der Regionalliga Bayern absolvieren.

Die Socceroos – also die Nationalelf Australiens – dürfen sogar bei der WM 2014 in Brasilien mitspielen. Nach der Qualifikation setzt es in Freundschaftsspielen gegen Frankreich und Brasilien allerdings herbe Niederlagen. Der Australische Verband reagiert und entlässt Trainer Holger Osieck. Zu Unrecht, findet der ehemalige Nationalspieler Scott Chipperfield und twittert: »Osieck hat getan, was von ihm verlangt wurde, und jetzt wird er entlassen.« Dafür gibt es von den Followern nicht nur nette Antworten: »Hey Chippers piss off from Australian football you prick.« (Hey Chippy, verpiss dich vom australischen Fußball, du Scheißkerl.) »Did i mention you have always been a shit footballer« (Habe ich schon erwähnt, dass du immer ein beschissener Fussballer warst?) und »I’m sure you are a fucken gun ya knobhead« (»Ich bin sicher, du hast eine Waffe) und »What a twat you are« (Was bist du nur für ein Arschloch). Einige Fans kommen wohl nicht damit klar, dass Chipperfield vor allem im Ausland gespielt hat. »Nah we just dont need wankers like you who did nothing for the local game to get involved in it now. Just leave us alone.« (Wir brauchen keinen Wichser, der nichts für den heimischen Fußball getan hat und sich jetzt einmischt. Hau ab.)

Wie man Twitter-Angriffe mit Humor nehmen kann, zeigen 2014 Per Mertesacker, Lukas Podolski und Mikel Arteta. In einem Video widerlegen sie mit mehr als einem Augenzwinkern ihre Internet-Kritiker. Der Vorwurf an den deutschen Innenverteidiger: »milk turns quicker than Per Mertesacker«. Ein schneller Sprint, eine kurze Drehung, Sprint zurück, und ein Schiri sieht nach, ob die Milch inzwischen schlecht geworden ist.

Podolskis Abschlussschwäche wird auf Twitter wie folgt beschrieben: »Podolski couldn’t hit a barn door.« Der Stürmer nimmt sich einige Bälle, schießt auf ein Scheunentor und … trifft. Dann Arteta. Ihm wirft ein Twitter-User vor: »My nan can take a better penalty than Arteta.« Eine ältere Dame wird ins Bild geführt und muss sich Arteta im Elferschießen natürlich geschlagen geben.

Geschlagen geben muss sich auch eine andere, jüngere Dame kurz vor der WM 2014. Samir Nasri, eigentlich französischer Nationalspieler, wird nicht in den 23er-Kader für Brasilien berufen. Das Gefühl kennt er schon von 2010. Für seine Freundin Anara Atanes ist das Gefühl wohl neu. Sie attackiert Frankreichs Nationaltrainer Didier Deschamps via Twitter: »Fuck france and fuck deschamps! What a shit manager.« Sowohl Deschamps als auch der Französische Fußballverband leiten rechtliche Schritte ein.

Scheiß-Sturm!

Gnadenlose Facebook-Analyse

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Das Runde gehört in das Eckige und ein Fußballverein ins Social Web. Die offizielle Facebook-Seite einer Mannschaft ist heute Pflicht. Doch dort droht schnell Ungemach. Kaum ist das Spiel vorbei, zieht ein Shitstorm herauf. Hier darf jeder gegen jeden und alle mitten rein. Hier ein ganz stinknormales Beispiel. Am 16. März 2013 spielt Werder Bremen gegen den Tabellenletzten SpVgg Greuther Fürth »nur« 2:2. Das macht einige Fans etwas unzufrieden:

Mega P. Dreck!!!

Michael K. Schämt euch

Norman K. Schaaf raus!!!!!

Steffen Q. steigt bloß ab ihr flaschen dann brauch ich kein sky mehr

Jonas W. SCHAAF RAUS!

Marcel L. idioten.

Fabian F. FLASCHEN!

Max S. GROTTENSCHLECHT!

Dennis A. Mielitz raus!!

Philipp W. verbuddelt euch!

DJ-B. spasten team schaaf raus du pisser

Lee N. Wenn ihr Thomas Schaaf nicht rausschmeisst tret ich den ins Koma sobald ich den Versager das nächste mal sehe

Dennis F. Schlecht, Schlechter, Werder mit Schaaf! Raus mit diesem Typen!!!

Oliver E. Schnauze voll!

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