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Du hast mir gefehlt zum Glück

1. KAPITEL

Kein Mann sollte zur Teilnahme an einer Babyparty gezwungen werden.

Tate Sumner befühlte das Puzzleteil in seiner Tasche. Er sollte sich unter die Gäste mischen, bis er unter ihnen die Frau mit dem passenden Puzzlestück fand, um dann gemeinsam mit ihr in einer Körperskulptur diese Verbindung nachzustellen. Das sah seiner Schwester Sandy ähnlich. Sie war eine richtiggehende Kupplerin, und die Party kam ihr wie gerufen. Dabei war es doch im Grunde eine reine Frauenangelegenheit, die werdende Mutter kurz vor der Geburt mit Geschenken für das Baby zu überhäufen. Wirklich witzig! Mit seinen 34 Jahren fühlte er sich manchmal noch zu jung für die Verantwortung, die eine Ehe mit sich brachte, aber doch schon zu alt, um weiterhin nur belanglose Affären zu haben.

Bislang hatte er sich lustlos und ohne Erfolg unter den Anwesenden umgetan. Obwohl er zugeben musste, dass ein paar ganz amüsante Balgereien stattgefunden hatten, als die Gäste, die meisten von ihnen Mittzwanziger und Single, sich am „Puzzlespiel“ versuchten. Zweifellos trug auch der in Strömen fließende Alkohol zu einer lockeren Atmosphäre bei.

Ihm gab das alles nichts mehr. Seine wilde Zeit hatte ein jähes Ende gefunden, als letztes Jahr bei einem Einsatz ein Gebäude über ihm eingestürzt und er im Krankenhaus gelandet war. Dadurch war ihm klar geworden, wie kurz das Leben doch sein konnte. Unauffällig blickte er auf seine Uhr und dann zur Tür. Nichts gegen Tia, Leah oder wie sie alle hießen, aber er zog es doch vor, das Baseballspiel der Atlanta Braves zu sehen.

Es klingelte. Schwerfällig erhob sich seine Schwester und watschelte so schnell zur Tür, wie es ihr hochschwangerer Bauch zuließ. Kreischend stürzte sie sich auf das arme Opfer. Bei seinem Glück war die neue Besucherin sein Gegenstück, und gleich würde er sich mit ihr lächerlich verrenken müssen, um die Verbindung auf den Puzzleteilen nachzustellen. Nicht gerade die beste Aussicht.

Als Tate den neuen Gast erblickte, fiel ihm beinahe das Glas Bowle aus der Hand. Faith King. Er hatte sie nicht mehr zu Gesicht bekommen, seit seine jüngste Schwester Sandy vor zwei Jahren Faiths Bruder David geheiratet hatte. Das glatte rotblond schimmernde Haar umrahmte Faiths Gesicht und endete sanft geschwungen knapp unterhalb der Kinnpartie.

Verlangen regte sich in ihm. Damals hatten sie eine heiße Liebesnacht miteinander verbracht, deshalb verstand er die Eiseskälte nicht, mit der Faith ihn bei der Hochzeit und dem anschließenden Empfang bedachte. Zwar hatte er eine gewisse Peinlichkeit am Morgen danach erwartet. Aber er war nicht darauf gefasst gewesen, dass Faith ihn mied, als ob er an einer ansteckenden Krankheit litt.

In seinem verletzten Stolz hatte er dann zu viel Champagner getrunken, mit jeder Frau auf dem Hochzeitsempfang getanzt und anschließend einen ziemlich lausigen Trinkspruch losgelassen. Ja, er hatte richtig Eindruck gemacht. Allerdings keinen guten.

„Tut mir leid, dass ich zu spät bin.“ Faith zerrte ihren Koffer über die Türschwelle. „Mein Flug hatte wegen dem Sturm Verspätung, und ich bin gleich mit dem Taxi hierhergekommen, ohne ins Hotel zu fahren.“

Der Klang ihrer atemlosen Stimme zog Tate erneut in ihren Bann und erinnerte ihn an die zärtlichen Balgereien zwischen seinen Laken. Sie hatten das Sofa, sein Bett und sogar die Küchentheke eingeweiht. Seit Jahren hatte er das sorglose Junggesellenleben herbeigesehnt, das ihm verwehrt blieb, weil er seine jüngeren Schwestern mit aufziehen musste. Aber in den Tagen vor Sandys Hochzeit weckte Faith in ihm den Wunsch nach mehr als einem heißen Wochenende. Sie hatte ihn in Versuchung geführt, seinen Schwur zu vergessen: Sobald seine letzte Schwester aus dem Haus war, wollte er seine Freiheit genießen und endlich nur noch für sich selbst verantwortlich sein.

„Du hast Männer zu deiner Babyparty eingeladen?“

Tate sah, wie sie skeptisch die Anwesenden betrachtete und ihn zwischen den Blondinen entdeckte. Sein Herz pochte wild, als Faith ihn vom Scheitel bis zur Sohle musterte.

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