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Drei sind keiner zu viel

Inhalt

  1. Cover
  2. Titel
  3. Impressum
  4. Erstes Kapitel
  5. Zweites Kapitel
  6. Drittes Kapitel
  7. Viertes Kapitel
  8. Fünftes Kapitel
  9. Sechstes Kapitel
  10. Siebtes Kapitel
  11. Achtes Kapitel
  12. Neuntes Kapitel
  13. Zehntes Kapitel
  14. Elftes Kapitel
  15. Zwölftes Kapitel
  16. Dreizehntes Kapitel

Erstes Kapitel

Da war ein Mann auf meinem Friedhof.

Er musste über eins achtzig groß sein, denn er befand sich auf Augenhöhe mit der Inschrift auf Lisbet Strides Grabmal, und ich muss mich immer auf die Zehenspitzen stellen, wenn ich sie lesen will. Ich stand gut zwölf Meter oberhalb von ihm, deshalb hatte ich Mühe, Einzelheiten von ihm zu erkennen; aber er war schlank und blass, und er hatte zerzauste schwarze Haare. Er war ganz in Schwarz gekleidet, bis auf die Krawattennadel, die im hellen Sonnenlicht leuchtete. Faszinierend.

Eine Weile begnügte ich mich damit, ihn zu beobachten, wobei ich die geschmeidige Art bewunderte, mit der er sich zwischen den Grabsteinen bewegte, und natürlich fragte ich mich, was er vorhatte.

Er hatte einen kleinen Schreib- oder Zeichenblock dabei, und gelegentlich notierte er sich irgendwas oder zeichnete ein bestimmtes Detail. Die grotesken schwarzen gusseisernen Gesichter auf dem Tor zur Familiengruft der Braidaults, den rostenden optischen Telegraf, den Major Inkerman Goodwell für den Fall hatte installieren lassen, dass er aufwachte, und die ineinander verschlungenen Engel, die Lisbet Stride zum Himmel hoben. Sehr faszinierend.

Ich blieb auf meinem Beobachtungsplatz, wenigstens so lange, wie er für die Zeichnung des grünen Mannes über dem Hauptportal benötigte. Er untersuchte die geriffelten Eisenplatten, die den Eingang verschlossen. Falls er jetzt hineinging, würde Lilitu ihn sich schnappen, und das wäre schade um ihn, weil er so gut aussah.

Ich musste ihn darin hindern, aber das war ein Problem. Ich trug nichts als den Lichtschutzfaktor 50. Keine Kleider, keine Schuhe, kein Make-up. Lilitu hätte ihn schon erledigt, Knochen und alles, bevor ich bereit wäre. Ich zog den Kopf ein wenig zurück und achtete darauf, dass der Fremde nur mein Gesicht und die schwarzen Haare sehen konnte.

Dann rief ich: »Das würde ich an Ihrer Stelle nicht tun.«

Er schaute hoch, war einen Moment lang verdutzt, bis er erkannte, dass da nur ein Frauenkopf aus der Reihe der Wasserspeier auf der Brüstung hervorschaute. Ich lächelte.

Er sagte: »Nein?«

»Nein.«

»Warum nicht?«

»Mein Hund wird Sie attackieren.«

»Ah. Was für einen Hund haben Sie?«

»Einen Dobermann.«

»Ah.«

Es entstand ein Schweigen, als er von den gefurchten Türplatten zurücktrat, an denen er gerüttelt hatte. Als er wieder sprach, klang seine Stimme anders, fragender.

»Ich hatte gehofft, ich könnte auch drinnen ein paar Zeichnungen anfertigen. Auf dem Lettner soll es ein paar Köpfe geben. Das ist ein hoher Holzbogen, der …«

»Ich weiß, was ein Lettner ist.«

»Nun, das ist ein Bau der viktorianischen Hochgotik, und die sieben Köpfe stellen …«

»Sie symbolisieren die sieben Todsünden. Isaac Foyle hat sie geschnitzt. Ich weiß.«

»Ach, den kennen Sie? Vielleicht haben Sie dann auch schon mal von mir gehört. Ich bin Michael Merrick. Ich zeichne für Illuminatus, für Black Dog und …«

»Gut für Sie. Bewegen Sie sich nicht. Bleiben Sie stehen, bis ich Sie reinlasse.«

Ich zog mich zurück. Diesen Typen musste ich kennen lernen, aber nicht im splitternackten Zustand. Splitternackt war besser als lässige Freizeitkleidung, deshalb würde er warten müssen. Hoffentlich wartete er auch. Ich hatte seine Arbeiten gesehen, seine wunderbaren phantastischen Zeichnungen, die dich richtig in ihren Bann zogen.

Meistens waren es dustere Bilder, manchmal verstörten sie dich, manchmal erregten sie, aber immer waren sie erstklassig. Ich hatte auch seine Geschichten gelesen. Mir gefiel, wie er einen ganz normalen Gedanken auf den Kopf stelen konnte. Leute wie er ließen sich nicht oft an und in der All-Angels-Kirche sehen. Eher schon Graffitikünstler, aber doch keine wirklich guten ›gothic‹ Zeichner.

Zwei Minuten später war ich unten in der Sakristei, meiner ›Wohnung‹, früher einmal dafür gedacht, dass die Priester und Messdiener sich dort umzogen. Jetzt war sie für mich und Lilitu genau richtig. Unsere Abmachung war einfach: Ich halte die Vandalen und Wandbeschmierer draußen, die Betrunkenen und die Junkies, die Verliebten und Perversen; also alle, die glauben, eine entweihte Kirche sei ein guter Ort, um sich da herumzutummeln. Als Gegenleistung darf ich hier wohnen, und fürs Wasser muss ich nicht bezahlen.

In zwanzig Minuten war ich angezogen; schwarze Stiefel mit hohen Absätzen, schwarze Fishnets, schwarzer Rock, schwarzer Gürtel, schwarzes Top, schwarzer Kragen, schwarze Handschuhe, sogar ein kleines schwarzes Seidenhöschen.

Ich meine, man kann ja nie wissen, und die Vorstellung, dass man einen Mann verführt, der einen dann in Omas Schlüpfer erspäht, also bitte, das geht gar nicht. Ich entschied mich gegen einen BH, weil ich entschlossen war, ihn wenigstens ein bisschen zu reizen. Mit einem Hauch von Rosenöl wollte ich ihn auf die Fährte locken.

In zwanzig Minuten hatte ich mich geschminkt, die Augen groß und dunkel, die Lider tiefgrün, die Lippen glänzend schwarz, das Gesicht blass. Als Schmuck entschied ich mich für das Silber-Set mit grünem Turmalin; das ist nicht mein Geburtsstein, aber er passt zu meinen Augen.

Was die Finger anging, hielt ich mich zurück, nur vier Ringe, dazu Ohrringe und ein Halsband, sowie Pentagramme und schwarze Sonnen. Ein Lavabell für den Bauchnabel und ein glatter Stecker für meine Zunge waren die letzten Dinge, die mich komplettierten.

Ich ging durch die Pfarrhaustür hinaus und fand Michael immer noch draußen, er stand da und zeichnete. Statt ihn anzusprechen, ließ ich mich auf das flache Dach von Eliza Dobsons Grabmal nieder, stützte mein Kinn mit einer Hand und wartete. Er musste mich gespürt haben, denn er drehte sich fast sofort zu mir um und lächelte mich an, während er mich mit den durchdringenden stahlgrauen Augen fixierte. Ich ließ ihn kommen und bewegte mich nicht, als ich ihn mir genau ansah.

Er maß tatsächlich über eins achtzig, machte einen lässigen Eindruck und sah gut aus, aber die losen Haare und die breite Krawattennadel mit einem Amethyst ließen ihn ein wenig zwielichtig wirken. Ich dachte, er wäre etwa in meinem Alter, aber die Fältchen um Augen und Mundwinkel deuteten ein paar Jahre mehr an, was seiner Selbstsicherheit, die fast schon an Arroganz grenzte, nicht schadete. Er sprach mich an, als er mich erreicht hatte.

»Hier liegen die sterblichen Überreste von Eliza Dobson, 1827 bis 1895«, las er. »Sie sehen bemerkenswert gut aus für eine Frau, die seit über einhundert Jahren tot ist.«

»Das hätte ihr nicht gefallen. Eliza Dobson, Jungfrau dieser Pfarrei und eine bekannte Philanthropin, setzte sich für die Sauberkeit und Keuschheit von Londons Ärmsten ein. Ein bisschen verrückt muss sie auch gewesen sein; man erzählt sich, dass sie Betrunkene und Straßenhuren in Ketten gelegt hat, damit sie nicht weglaufen konnten, wenn sie ihnen ins Gewissen redete, damit sie von ihren Lastern ließen.«

Er nickte nachdenklich.

»Lassen Sie mich hinein? Da könnten Sie sich zum Beispiel vorstellen.«

»Ich bin Dusk.«

Er nickte, was alles bedeuten konnte, von Zustimmung bis Skepsis. Ich wollte ihm die Illusion nicht rauben. Angela halte ich für das Weltliche in Reserve. Ich ließ mich vom Grabmal gleiten und schritt zum Haupteingang, denn ich wollte ihn nicht durch die Sakristei führen. Damit wäre es nicht mehr möglich gewesen, mein Geheimnis zu behalten.

Er folgte mir vorsichtig, was sehr vernünftig war, denn als ich über die geriffelte Eisenplatte rutschte, empfing mich Lilitus zahngefüllte Schnauze, und dann auch der Rest von ihr. Sie hatte sofort Michael im Blick, aber ich hatte schon ihr Halsband im Griff und begann sie hinter den Ohren zu kraulen.

»Michael, das ist Lilitu. Lilitu, das ist Michael, der keine Beute für dich ist.«

Michael trat einen Schritt näher.

»Sie haben Ihren Hund nach einer babylonischen Dämonin genannt?«

»Der Name passt zu ihr.«

»Eh, ja.«

Ich tauchte durch das Loch und zog Lilitu hinter mir her. Michael folgte in die kühle Düsterheit des Vorbaus und dann ins Mittelschiff der Kirche und schien mehr als hingerissen zu sein. Ich ließ ihm Zeit, alles in sich aufzunehmen, und obwohl mir das alles sehr vertraut war, starrte ich auch.

Über uns erhoben sich die gewaltigen gotischen Bögen zu den Bossen, die zu Engeln, Dämonen und grünen Männern geschnitzt waren. Die zerschmetterten Buntglasfenster produzierten ein Dutzend prächtige Farben, und durch die Löcher strömte hell das Sonnenlicht herein, das die winzigen tanzenden Staubkörner anstrahlte.

Reihen von vermodernden Bänken waren im Mittelschiff zu sehen, und die auffälligen Schachbrettfliesen waren mit Taubenkot besprenkelt. Ganz in der Nähe befand sich der Bogen, der in den Turm und in die Krypta führte, auch zu den Nebenaltären und den Grabstätten.

»Wunderbar.«

Er sprach das Wort nicht, er seufzte es. Ich fühlte gleich einen Hauch von Stolz, obwohl ich absolut nichts zu dieser Kirche beigetragen hatte. Ich registrierte nur ihren malerischen Verfall. Trotzdem gehörte sie mir, jedenfalls für den Moment, und es war unmöglich, mich nicht gut zu fühlen, wenn ein Mann, den ich schon lange wegen seiner GothicKunst bewunderte, mit Ehrfurcht den Ort betrachtete, in dem ich wohnte. Hätte er mich mit Ehrfurcht betrachtet, wäre mir das noch lieber gewesen.

Falls er von mir ebenfalls ergriffen war, zeigte er es nicht, und nachdem er sich an den Anblick gewöhnt hatte, wurde er wieder sehr kühl. Er sagte nichts, während er überall nachschaute und sich jedes Bild einprägte. Manchmal schüttelte er ungläubig den Kopf, wenn er von einem Detail besonders angetan war. Er furchte nur einmal die Stirn, und das war, als er sich das Stützgerüst im Turm ansah.

Er fragte mich, ob ich eine Taschenlampe hätte, denn er wollte sich die Krypta anschauen. Ich half ihm, so gut ich konnte, und holte zwei Altarkerzen aus der Sakristei, und als wir die Treppe hinuntergingen, fiel mir ein, was ich sagen könnte, ohne albernes Zeug von mir zu geben.

»Sie werden wahrscheinlich nicht sehr beeindruckt sein«, ließ ich ihn wissen. »Die Krypta ist in den Sechzigern renoviert worden; sie haben versucht, sie für irgendwelche Treffen zu vermieten. Jetzt sieht es da unten eher schrecklich aus.«

Er war am Fuß der Treppe stehen geblieben und sah auf die morschen Spanplatten der Verkleidung, auf die zerbrochenen Neonleuchten und die Unterdecke, die an einigen Stellen sackte und den Blick auf schwarze Löcher freigab. In der Mitte des Raums lag ein Plastikstuhl, sonst gab es hier unten nichts. Mit unseren Kerzen konnten wir nicht einmal bis zum Ende der Krypta sehen. Michael schüttelte den Kopf, aber diesmal war er nicht entzückt.

»Wie konnte jemand so etwas tun? Das ist purer Vandalismus!«

»Ja, da stimme ich zu.«

»Es gibt Leute, die kein Gefühl für Geschichte haben, und für Ästhetik erst recht nicht. Haben Sie was dagegen, wenn ich ein paar Zeichnungen anfertige? Natürlich nicht hier unten.«

»Zeichnen Sie alles, was Sie wollen.«

Wir stiegen wieder aus der Krypta hoch, und er setzte sich auf den Spendenkasten gleich neben der Tür und begann zu zeichnen. Seine Blicke huschten von seinem Zeichenblock zum Mittelschiff und wieder zurück.

Ich sah zu, wie die Zeichnung wuchs, zuerst zarte Linien, dann kräftigere, und schon bald erkannte man das Motiv. Er fing die Atmosphäre mit außergewöhnlichem Geschick ein, hob sie vielleicht noch ein bisschen stärker hervor, als sie wirklich war. Er versah die Gesichter der Engel mit einem melancholischen Ausdruck, und die Dämonen schauten noch boshafter als die Originale. Die grünen Männer umgab er mit einem unheimlichen Mystizismus.

Als er die Skizze des Kircheninneren fertig hatte, wandte er sich den Details zu, mit denen er den Rand des Zeichenblatts versah; die Gesichter der Kobolde und Engel, dann einige wilde und mythische Bestien. Ich wollte ihn nicht unerbrechen, aber schließlich sprach er selbst, während er noch zeichnete.

»Das ist perfekt für mich. Ich habe den Auftrag für eine Arbeit, die den Titel ›Der Ziegenbock von Mendes‹ haben soll. Es gibt da einen Kreis von Satanisten, der versucht, die Geister eines früheren Zirkels aus der Regency-Zeit zu rufen.«

»Hört sich cool an.«

»Ich kann dies als das Innere eines zerstörten Tempels sehen, den der frühere Zirkel für seine Treffen benutzt hat. Okay, die Zeitepoche stimmt nicht ganz, aber für mich ist der visuelle Effekt entscheidend.«

»Das kann ich verstehen. Ich bewundere Ihre Arbeit. Ich habe ein Poster von Ihnen, es zeigt eine Dämonin und einen Engel, die um eine Seele kämpfen.«

»Ah, das war Das Gleichgewicht der Kräfte. Das war vor zwei Jahren, eine meiner ersten kommerziellen Arbeiten. Ich war nie ganz glücklich mit der Ausführung.«

»Sie ist großartig! Einfach so …«

Ich brach ab. Ich hatte ›erotisch‹ sagen wollen, denn ich hatte mich oft in der Rolle der schönen Frau in dem Bild gesehen, und in meiner Phantasie konnte ich mich manchmal nicht zurückhalten. Aber zuzugeben, dass ich seine Zeichnung beim Masturbieren benutzt hatte, war schon ein bisschen heftig. Trotzdem ärgerte ich mich, als ich mich sagen hörte:

»Einfach so beziehungsreich.«

Er fuhr fort: »Danke. Es hat sich gut verkauft. Ich war damals mit der Frage nach dem Guten und dem Bösen beschäftigt und wollte versuchen darzustellen, dass es manchmal wichtig ist, auf welcher Seite man steht.«

»Ich habe Ihr Essay über die bösen Kräfte in Science Fantasy gelesen, in dem Sie zeigen, dass die Story eine Propaganda der guten Helden ist, weil sie gewonnen haben und deshalb die Geschichte erzählen können, während die Bösen eben die geschlagenen Rebellen sind. Ihr Aufsatz hat mir eine völlig neue Perspektive gezeigt.«

Er grinste geschmeichelt.

»Es war mit Ironie geschrieben, aber ja, so funktioniert es. Erst recht für Tolkien. Aber darüber habe ich jetzt genug geschrieben, ich will mich anderen Dingen zuwenden, bei denen es nicht so schwarz-weiß zugeht, vielleicht sogar mit einer irrationalen Perspektive.«

»Wie meinen Sie das?«

»Ich will weg von dem Gedanken, eine Hauptfigur aufzubauen, die den Erwartungen der Leser entspricht, denn das ist es, was die Magazine dir vorgeben. Da ich jetzt einen gewissen Namen habe, kann ich ein wenig kühner sein. Ich will die Leute zum Nachdenken bringen, sie vielleicht sogar verstören.«

»Ich glaube, das haben Sie bereits geschafft.«

»Ich versuche es. Aber noch nicht auf die Weise, die mir vorschwebt. Ich arbeite zurzeit an einer Geschichte, in der die Hauptfigur ein typischer anarchischer Öko-Krieger ist, aber am Ende der Story blickt er zurück und erzählt, wie er eine leitende Position in der Gesellschaft erhält, die er zu vernichten versuchte. Während er das dem Leser mitteilt, stürmen seine Ex-Kumpane herein – aber ich lasse das Ende offen.«

»Geil.«

»Neu ist das nicht. Haben Sie Uhrwerk Orange gelesen? Nicht den Film gesehen, sondern das Buch gelesen?«

»Klar.«

Er hob die Schultern und sah fast verlegen aus, als hätte er sich als Scharlatan entlarvt. Er konzentrierte sich wieder auf seine Arbeit. Ich fühlte mich gewärmt in seiner Nähe, was über die Tatsache einer schlichten Hingezogenheit und über die Faszination, einem Menschen zu begegnen, den ich bewunderte, weit hinausging. Einen Moment lang hatte er sich gehen lassen, und ich nahm mir vor, ihm dabei zu folgen. Ich gestattete meinen Gedanken den Ausflug zu intimeren Möglichkeiten.

Während die Zeichnung heranwuchs, widmete er sich immer mehr den Marginalien und füllte sie mit phantastischen Details. Der Mittelpunkt der Zeichnung lag am nächststehenden der großen Dachpfeiler, aber er hatte ihn nur mit blassen Strichen angedeutet, obwohl das Original mit einer Kolumne grotesker kleiner Gesichter dekoriert war, die ich für unwiderstehlich hielt. Schließlich sagte er wieder etwas.

»Dieses Motiv könnte ich sogar für den Titel benutzen. Was meinen Sie?«

»Ja, sicher … großartig.«

»Ich brauche nur noch einen Blickpunkt, vielleicht nicht einer der Hauptfiguren, sondern irgendetwas, um die Essenz der Geschichte anzureißen.«

Er sah mich mit einem entwaffnenden Lächeln an.

»Würden Sie für mich posieren? Sie sind wie geschaffen für diese Rolle.«

»Ja, klar. Wie wollen Sie mich haben?«

Ich bemühte mich, ganz cool zu bleiben, und verbarg den plötzlichen Ausbruch mädchenhaften Stolzes, nackt für ihn zu posieren, aber meine Stimme hatte ein bisschen brüchig geklungen, als ich ihm antwortete.

Er hatte mich ganz nervös gemacht, und das in wenigen Sekunden. Während er über meine Frage nachdachte, hoffte mein ungezogenes Ich, dass er mir vorschlug, am besten sollte ich nackt sein – und mein schüchternes Ich graute sich genau davor. Aber es war netter, nackt zu sein, ob nun schüchtern oder frech. Dann hörte ich wieder seine Stimme.

»Ich möchte Sie als Geist darstellen, glaube ich. Ein Geist, der über sein Schicksal brütet.«

»Brüten kann ich.«

»Fein. Lehnen Sie sich an die Säule. Mit der Wange gegen den Stein. Ja, genau so. Heben Sie den rechten Arm. Nein, mit der Handfläche gegen den Stein … ja. Legen Sie die linke Hand an die Säule, die Finger gespreizt, damit es so aussieht, als wollten Sie den Stein streicheln. Ja, perfekt. Die linke Hand etwas höher, gleich unter dem Gesicht. Jetzt näher heran, und strecken Sie sich ein wenig. Gehen Sie auf die Zehenspitzen.«

»So?«

»Ja, genau richtig, aber es würde nicht gehen, wenn Sie noch ein bisschen schlanker wären.«

Seine Schmeicheleien brachten mich noch etwas mehr aus dem Gleichgewicht, und ich war nahe dran, meine Kleider auszuziehen, wenigstens einige.

»Stören meine Kleider nicht den Fluss der Linien?«

»Kein Problem. Ich ignoriere sie einfach.«

Er begann zu zeichnen, und wenn er sich konzentrierte, verengten sich die Augen. Ich blieb reglos stehen, war scharf und wollte ihn beeindrucken, obwohl ich mich dabei wie ein dummes Mädchen fühlte. Das entspricht nicht meinem Charakter. Ich mag es, wenn ich das Sagen habe, ich will mich im Kopf des anderen festsetzen, wenn ich ihn für begehrenswert halte. Er hätte es sein müssen, der allmählich zu dampfen begann, nicht ich. Scheiß auf die Anständigkeit. Manchmal muss ein Mädchen einfach handeln.

»Ohne mein Top wäre es bestimmt besser, nicht wahr?«

Bevor er antworten konnte, hatte ich mein Top mit beiden Händen nach oben gezogen, dann über den Kopf. Jetzt trug ich oben nur noch die Halsbänder. Ich nahm meine Position wieder ein und drückte meine nackten Brüste gegen den kühlen Stein. Ich gewährte ihm nur einen kurzen Blick auf meine Nippel, hoffentlich kurz genug, dass er nicht sehen konnte, wie steil sie sich aufgerichtet hatten.

Seine Reaktion war ein kühles Nicken, aber seine Gesichtshaut war leicht rosa geworden. Wieder begann er zu zeichnen, und seine Konzentration schien intensiver zu sein als vorher, aber dann brach er plötzlich ab.

»So, ich glaube, ich kann das jetzt nicht mehr besser machen, das geschieht in meinem Studio. Ich danke Ihnen.«

»Es war mir ein Vergnügen.«

Ich wandte mich von der Säule ab, absichtlich gleichmütig über meine Teilnacktheit. Er sah mir zu, wie ich mich ihm näherte, ganz gelassen und bewundernd, ohne eine Spur von Verlegenheit, als sein Blick von meinem Gesicht hinunterwanderte. Ich trat näher an ihn heran und drückte die Seite meiner Brust gegen den Muskel seines Arms, als ich die Zeichnung betrachtete.

Da war ich, aber in ein unmöglich schlankes Wesen verwandelt, das halb mit der Säule und den Fliesen des Bodens verschmolz, nackt unter einem hauchdünnen Schleier.

Die Konturen meines Körpers, die Linien der Säule und die schwarzen und weißen Fliesen gingen ineinander über und wechselten zu Licht und Schatten. Selbst meine Haare schienen in die Umgebung zu schweben, nur mein Gesicht war deutlich gezeichnet. Der Ausdruck war schwer zu deuten, vielleicht trauernd, vielleicht zerknirscht, vielleicht trotzig.

Auf den ersten Blick schien man meine Brüste klar erkennen zu können, aber als ich genauer hinsah, konnte man die Linien unter dem Schleier nicht wirklich ausmachen, während andere Linien zwischen den Falten des Schleiers die Lippen meiner Pussy erahnen ließen.

Es war eine schöne und schmeichelnde Zeichnung, aber ich fühlte mich, als hätte er mich nackt ausgezogen, und wieder spürte ich den Drang, mich mitzuteilen. Ich trat zur Seite und fragte mich, was er wohl tun würde, wenn ich ihn einfach auf die Fliesen drückte und ihn eroberte. Meine verruchte Seite wollte genau das tun, er in mir, während ich ihn auf dem Boden ritt und mich mit seinem Körper amüsierte, Orgasmus auf Orgasmus, bis er mich anflehte, ihn auch kommen zu lassen.

Wäre ich betrunken gewesen, hätte ich es genau so gemacht, auch wenn ich den Verdacht hatte, dass er mich schon nach einer Minute oder zwei auf den Rücken gerollt hätte. Im nüchternen Zustand behielt meine schüchterne Seite die Oberhand, und ich ging von ihm weg, auf den Lettner zu.

Er kam mir nach, gefolgt von Lilitu, der hinter ihm trottete und Michaels Anwesenheit genauso gleichgültig zur Kenntnis nahm, wie Michael meine Nacktheit. Der Lettner, jener Halbkranz um den oberen Teil des Kruzifix, war selbst für den Standard der viktorianischen Schwärmerei für die Hochgotik nichts weniger als extravagant.

Am meisten beeindruckten die sieben Gesichter. Isaac Foyle, so erzählte man sich, hat jeden Tag vor der Arbeit eine Tasse mit Laudanum getrunken, und das glaubte ich gerne. Das Kreuz selbst wirkte ungewöhnlich makaber im Detail; es stützte acht Bögen, die doppelt so groß waren wie ich, und nur die mittleren beiden trafen sich.

Jeder Bogen war phantastisch geschnitzt; die Pfeiler wurden von sechs schlanken Karyatiden gehalten, die Heilige darstellen sollten, aber eher wie Dämoninnen aussahen. Ihre Haare hoben sich in asymmetrischen Locken, aus denen sechs Gesichter schauten. Das siebte Gesicht, das die Todsünde des Zorns verbildlichte, blinzelte durch hohe Flammen direkt unterhalb des Kreuzes; die Hölle unten, der Himmel oben.

Ich bewunderte die Schnitzereien, während Michael zu zeichnen begann, und ich war sofort beeindruckt, weil ich sah, dass er verstand, was in Foyles Kopf vorgegangen sein musste. Sein Zorn projizierte Wut, Hass, Furcht und Schmerz; mit Sicherheit genug, um jeden Sünder zu erschrecken.

Aber mit den anderen Todsünden ging er nachsichtiger um, jedenfalls glaubte ich das zu erkennen. Stolz und Habsucht flankierten den Zorn – ein langes, hochmütiges Gesicht, die große Hakennase überheblich in die Luft gereckt, aufgeblasen, aber auch komisch. Das andere Gesicht glänzte vor Habgier; sonst schien es eher normal zu sein, was nicht verwundert, wenn man bedenkt, dass Foyle seinen eigenen Vater karikiert hatte.

Die Faulheit wurde durch ein schläfriges Gesicht mit hängenden Lidern dargestellt; es war das am wenigsten menschliche Antlitz. Ein Auge war ein wenig geöffnet, als ob der Schlaf nur vorgetäuscht wäre.

Dem Neid sprühten Boshaftigkeit und Sehnen aus dem Gesicht; er wurde mit einer Halskette aus goldenen Münzen dargestellt, und die Haut zeigte den beginnenden Verfall an. Die Gefräßigkeit war doppelt so groß wie die anderen Figuren; ein großes Mondgesicht mit aufgeblähten Backen und Schweinsaugen, und das Essen lief ihm über die Unterlippe.

Die Lust war die feinste Arbeit; ein wunderbares weibliches Gesicht, der Mund leicht geöffnet, sodass man kleine, spitze Zähne sehen konnte, und unter den üppigen Locken lugten zwei Hörner hervor. Ich habe immer sie sein wollen, wenigstens beneidete ich sie um ihre Furcht erregende sexuelle Aggression. Manchmal stellte ich mir vor, dass Foyle und sein Umfeld diese Frau am meisten gefürchtet hatten.

Michael hatte die Gesichter nie gesehen und war fasziniert. Er zeichnete den gesamten Rundbogen und dann jedes Gesicht im Detail. Ich sah ihm verzückt zu, aber bald musste ich schlucken, weil er seinen Gleichmut über meinen halb nackten Zustand beibehielt. Aber mich jetzt anzuziehen, hätte den spannenden Moment gebrochen, deshalb blieb ich so, wie ich war, als wäre das auch nicht so wichtig.

Erst als er das letzte Blatt seines Zeichenblocks mit einer Skizze beendet hatte, hob er den Kopf und schaute mich an. Mein Blick fiel auf seine Armbanduhr. Zehn vor vier, das war viel später, als ich gedacht hatte. Um vier Uhr musste ich dringend im Gemeindehaus sein. Er lächelte, streckte einen Arm aus und strich mit einem Finger die Kurve meiner Brust hoch, bis zum Nippel. Ich fühlte, wie ich tief errötete, und mein Mund klappte weit auf, während beide Nippel hart wurden.

Sein Lächeln wurde noch ein wenig breiter, arrogant und selbstsicher strichen die Finger jetzt über beide Brüste und über beide Nippel. Ich stand still da und ließ mich anfassen, obwohl ich ihn am liebsten auf den Boden geworfen, seinen Penis herausgeholt und ihn mir einverleibt hätte. Ich hätte ihn geritten und ihn dazu gebracht, mich anzubetteln, ihm Erleichterung zu verschaffen. Ich wollte ihn bestrafen, weil er mich so lässig und betont cool behandelt hatte. Aber das alles tat ich nicht; ich nahm nur behutsam seine Hand von meinen Brüsten.

»Es tut mir leid, aber ich muss gehen. Ich bin schon spät dran, und es ist wichtig, dass ich mich nicht noch mehr verspäte.«

Das hörte sich bemitleidenswert an; die Reaktion einer verängstigten, verunsicherten Jungfrau. Aber meine Entschuldigung war ernst gemeint, denn ich wollte unbedingt Sex mit ihm. Meine Proteste interessierten ihn scheinbar nicht, und seine Stimme klang so wunderbar sanft, als er mich in die Arme nahm. Seine Finger spielten in meinem Nacken, während die andere Hand die Kurven meines Pos kennen lernte. Ich löste mich von ihm, verlegen und verärgert über mich selbst, während ich mich zu erklären versuchte.

»Es tut mir leid, Michael, aber jetzt geht es nicht. Leider … aber ich möchte es gern nachholen. Jetzt muss ich dringend weg.«

»Jetzt? Wirklich?«

In seiner Stimme schwang ein Anflug von Verärgerung mit; mehr als ein Anflug war es nicht, aber ich hörte es heraus. Ich hob die Schultern und gab ihm einen Kuss, dann lief ich zur Tür der Sakristei und hoffte inständig, dass er mir nicht folgte. Wenn er mir folgte, hätte ich nachgegeben und hätte ihn dort an Ort und Stelle genommen.

Aber er steckte einfach eine Visitenkarte hinter das geschnitzte Ohr des heiligen Petrus. Ich hörte Michaels Stimme, als ich gerade die Tür schloss.

»Ruf mich an, wenn du willst.«

Ich fluchte vor mich hin, als ich mir ein frisches Top überzog und meine Stiefel durch Rollerblades ersetzte; ich war wütend, verbittert und verärgert über mich. Auf eine solche Stimmung hätte ich gern verzichten können.

Wir hatten ein neues Parlamentsmitglied, Stephen Byrne, irgend so ein Juniorverwaltungsmensch, der entschlossen war, etwas ›für die Gemeinde zu tun‹, wie er es ausdrückte. Da er ein Politiker war, deshalb also ein seelenloser, übereifriger Mensch, gab er sich nicht damit zufrieden, die All-Angels-Kirche ihrem eleganten Verfall zu überlassen. Stattdessen legte er einen Plan vor, Geld für den Erhalt oder die Umwandlung in ein Gemeindezentrum lockerzumachen, zum Beispiel von der Lotterie. Dann könnten die Leute dort Bingo spielen oder auf einer Großleinwand wichtige Fußballspiele sehen. Unmöglich, dieser Plan.

Leider sah es so aus, als könnte sein Vorhaben in die Tat umgesetzt werden. Er war genau der Mensch, der so etwas zustande brachte, aufdringlich eben, ölig, kriecherisch und selbstgerecht.

Ich hatte ihn bisher noch nicht kennen gelernt, aber ich hatte genug über ihn gelesen und seine törichte Physiognomie gesehen, die mich in den Lokalzeitungen anstarrte. Er war ein Klon, zweifellos in einer Fabrik irgendwo in den Midlands fabriziert, gut aussehend, aber kalt wie ein Fisch: graue Haare, graue Anzüge, graue Gedanken.

Was ich tun konnte, wusste ich nicht, denn ich war sicher, dass ich eine einsame Stimme gegen den geschulten Schleimertypen war. Selbst die lokalen Anarcho-Anhänger würden mich nicht unterstützen, denn ich hatte vielen von ihnen gedroht, Lilitu von der Leine zu lassen.

Meine einzige Hoffnung bestand darin, dass es Einwände gegen die Entweihung des Kircheninneren geben würde, denn schließlich war das Gebäude vom Denkmalschutz gelistet. Aber die Stadt würde sich fest auf seine Seite stellen.

Ja, es sah hoffnungslos aus, und ich überlegte sogar, einen Umweg zum Markt einzulegen, vielleicht konnte ich ein paar faule Tomaten stibitzen. Aber damit hätte ich meiner Sache auch nicht gedient.

Mein Plan war gewesen, mich ein paar Stunden lang aufs Dach zu legen, bis ich die Ruhe selbst war, mich dann vernünftig anzuziehen, oder besser: so anzuziehen, wie er es von einer vernünftigen jungen Frau erwartete. Im Gemeindehaus hätte ich dann meine beste studentische Intellektuellenmiene aufgesetzt und eine klare, gut durchdachte Rede für den Erhalt des Lettners, der Kirchenbänke, der Paneele hinter dem Altar und der feinen Details der gotischen Schnitzarbeiten aus der viktorianischen Zeit gehalten.

Ich hatte es Michael Merrick und meiner eigenen kapriziösen Natur zu verdanken, dass ich nun umschalten musste. Als verrücktes goth Girl auf Rollerblades würde ich mein Ding vortragen, wenn mir auch klar war, dass sich ein fader Politiker davon kaum beeindrucken ließ.

Das Gemeindehaus war so langweilig, wie All Angels grandios war; ein Betonklotz an einer Stelle, an der eine Reihe von Bomben drei Häuser vernichtet hatte. Es war fad und einfallslos wie Stephen Byrnes Ideen, ein Tempel der anspruchslosen Gleichförmigkeit.

Das Haus lag nur zwei Straßen entfernt, aber trotz meiner Rollerblades schaffte ich es, mich zu verspäten. Ich drückte die schweren Doppeltüren auf, den Kopf voller Entschlossenheit, und dann sah ich, dass es drinnen so gut wie leer war.

Nun, nicht ganz leer, aber es war ein großer Saal, und das Dutzend Leute wirkte ziemlich verloren zwischen den Reihen der knallroten Plastikstühle. Die meisten waren nichtssagende Anzugsmänner, Ratsmitglieder oder so was. Eine Dreiergruppe stand ganz weit hinten am Ende des Saals. Einer von ihnen, vielleicht der Hausmeister, trug einen Blaumann mit einem großen Schlüsselbund in der Hand. Die zweite Person war eine junge Frau, die ein bisschen beleidigt aussah. Die dritte Person war Stephen Byrne.

Ich war entweder sehr spät dran oder sehr früh; vielleicht hatte ich mir die falsche Uhrzeit gemerkt, oder vielleicht ging Michael Merricks Uhr falsch, oder vielleicht war das Treffen verlegt worden. Egal. Ich würde sagen, was ich zu sagen hatte, selbst wenn schon eine Entscheidung gefällt worden war.

Ich ignorierte den Hausmeister und die Frau, die eine Sekretärin sein mochte, und ging gleich auf Stephen Byrne los. Er musterte mich mit einem aufgesetzten Lächeln, genau in dem Augenblick, in dem eine Schiene meiner Rollerblades auf dem polierten Fußboden ins Rutschen geriet und ich zu einem Wirbel aus Armen und Beinen und Haaren wurde. Ich griff wie verrückt in die Luft, um Halt zu finden, dann stürzte ich und fiel auf meinen Hintern, direkt vor ihm, Beine gespreizt, Rock oben, mein schwarzes Seidenhöschen für alle sichtbar.

Mein Gesicht brannte, als er mir auf die Beine half, aber ich ließ es zu, kam mir wie eine komplette Idiotin vor und bemitleidete mich selbst. Ich sah ihm an, dass er sich das Lachen verbiss, als er sich wieder aufrichtete, und es war unmöglich, sein Lächeln nicht zu erwidern. Dann wurde er wieder ernst, und ich auch. Als er zu reden begann, war es genau in dem neutralen, kontrollierten Ton, den ich von ihm erwartet hatte.

»Haben Sie sich verletzt?«

»Nein danke.«

Ich versuchte, kalt und formell zu klingen, aber es kam irgendwie jämmerlich heraus. Das war kein guter Start, und er wurde noch schlimmer wegen des Effekts der kurzen Berührung seines überraschend harten Muskels unter der Anzughose. Das war gar nicht gut für meine schon überangestrengten Nerven. Ich musste mich zusammenreißen und mich erinnern, dass er nichts anderes war als ein Anzugträger – mit allem, was dazugehörte.

Mir wurde bewusst, dass man mir ansah, wie ich auf den Rollerblades von der Kirche zum Gemeindehaus gerast war. Höchstens eine Minute hatte ich gebraucht, und das würde man meiner Augenschminke ansehen. Aber ich wollte mich trotzdem zu Wort melden.

»Habe ich das Treffen wegen der All-Angels-Kirche in der Coburg Road verpasst, oder ist es verlegt worden?«

»Nein, wir sind mittendrin.«

»Ach?«

»Ja, die wichtigsten Leute sind da, aber ich gebe zu, dass ich mehr Interesse erwartet hatte.«

Ich auch. Ich sah mich im fast leeren Saal um.

Byrne fragte mich: »Sie wissen, wer ich bin?«

»Ja. Stephen Byrne, Member of Parliament. Ich wollte mit Ihnen über das Projekt All Angels sprechen.«

»Sehr gern. Darf ich Sie um Ihren Namen bitten?«

»Angela McKie.«

»Nun, Angela, wie Sie zweifellos wissen, bin ich ein starker Befürworter für die Umgestaltung in den lokalen Gemeinden, wobei ich besonders die Bedürftigen im Auge habe. Was die All-Angels-Kirche betrifft, so haben wir die Absicht, sie zu einer wichtigen multikulturellen Einrichtung umzufunktionieren. Als junge Frau, die in diesem Stadtteil lebt, bin ich sicher, dass wir Ihnen aus der Seele sprechen und …«

»Nein.«

»Wie bitte?«

»Sie sprechen mir nicht aus der Seele. Was Sie planen, ist Unsinn, und Sie wissen das auch. Was Sie wollen, sind Stimmen, und um sie zu bekommen, sind Sie bereit, das einmalige Innere der Kirche zu opfern. Dabei steht die Inneneinrichtung unter Denkmalschutz. Und Sie wollen den ungeheuren Wert des Inneren ersetzen durch … so was.«

Ich machte eine ausholende Handbewegung, die den ganzen viereckigen, langweiligen Saal umfasste. Glatte Oberflächen, überall rechte Winkel, endlose Reihen von Plastikstühlen und grelles Neonlicht. Meine Absicht, ganz unemotional zu bleiben, hatte sich in zwei Sekunden in Luft aufgelöst.

Einen Moment lang wirkte er echt überrascht, dann fuhr er in unverändertem Tonfall fort.

»Ich verstehe. Als eine junge Person hatte ich auf Ihre Unterstützung in dieser Sache gehofft, aber ich kann natürlich verstehen, dass es ernstzunehmende Bedenken aus der Perspektive der Architektur und des Denkmalschutzes gibt. Diese Dinge sollten wir in einer Gruppe diskutieren.«

Er brach ab. Ich hatte mich vorgebeugt, um meinen Knöchel zu massieren, der nach meinem Sturz zu schmerzen begann, und ich brauchte ein paar Momente, bis ich begriff, dass ich eine schlechte Wahl getroffen hatte, als ich in meiner Eile das oberste Top vom Stapel frisch gewaschener Sachen genommen hatte. Er konnte mir bis auf den Bauchnabel gucken. Ich richtete mich rasch wieder auf, errötete und kam mir noch idiotischer vor als vorhin. Er war auch ein bisschen pink im Gesicht geworden, aber dann riss er sich wieder zusammen.

»Lassen Sie mich Ihnen zu einem Stuhl helfen.«

Ich ließ zu, dass er meinen Arm nahm und mich zu einem Stuhl in der ersten Reihe führte, direkt vor der Bühne. Die tüchtig aussehende Sekretärin hatte ihr Gespräch mit dem Hausmeister beendet und legte ein paar beschriebene Seiten auf ein Stehpult, was die anderen Leute veranlasste, sich in Zweier- oder Dreiergruppen in die ersten paar Reihen zu setzen. Stephen Byrne trat ans Pult, sprach ein paar salbungsvolle Worte und begann dann mit seiner Rede.

Es war eine Rede für den Arsch, voller Phrasen wie ›Maximalisierung der öffentlichen Ressourcen‹, ›ganzheitliche Fortschritte in den Stadtrandgebieten‹ und ›null Toleranz für Altlasten auf Industriebrachen‹. Eine Weile ließen sie ihn reden; entweder waren sie seiner Meinung, oder sie verstanden kein Wort von dem, was er sagte, aber schließlich gelang es einem Mann in einem ochsenblutfarbenen Anzug und einer lila Krawatte, einen Einwand vorzubringen.

»Halten Sie die Lokalität für angemessen im Hinblick auf die örtliche Verkehrsplanung und die ganze Infrastruktur, besonders auch, was den Busverkehr angeht?«

Sie sprachen dieselbe Sprache. Stephen Byrne dachte einen Moment nach, nahm Blickkontakt mit der tüchtig aussehenden Frau auf und antwortete dann.

»Die Absicht besteht, alle Überlegungen zu den Verbesserungen auf alle Sektoren der Allgemeinheit einzubeziehen, wobei wir uns natürlich an das Gutachten halten wollen, das die Prioritäten aufstellt. Aber da es sich bei diesem Gebiet um eine dicht bewohnte Gegend handelt, sind wir verpflichtet, Dinge zu optimieren …«

Ich hatte genug. Ich unterbrach ihn und versuchte, so viel Autorität auszustrahlen, wie ich aufbringen konnte, nachdem ich ihm schon mein Höschen gezeigt hatte.

»Nein, Sie sind nicht verpflichtet, irgendwas zu optimieren oder Prioritäten festzulegen. In zehn Jahren wird das keinen Unterschied mehr machen, und in hundert Jahren erst recht nicht. Wir werden dann alle tot sein, aber All Angels wird noch an ihrem Platz stehen. Verdammt, können Sie sie nicht einfach stehenlassen?«

Er setzte seine Rede fort, sabberte dummes Zeug, noch unsinniger als zuvor. Ich hatte Mühe zu begreifen, was er meinte, aber bevor ich darauf eine Antwort erhalten konnte, meldete sich jemand mit einem Diskussionsbeitrag und schweifte vom Thema ab. Noch zweimal versuchte ich, meine Einwände deutlich vorzubringen, und zweimal redete er um den heißen Brei herum und wich der Kernfrage aus.

Als ich einen dritten Anlauf nahm, brüllte mich jemand nieder, und seine Frage wurde dann auch beantwortet. Es war klar, wie sie mich sahen, ein ungezogenes Kind, den Kopf voller Ideale, keine Ahnung vom wahren Leben, von ihrem Leben.

Da gab ich auf, aber ich war entschlossen, nach der Versammlung mit Stephen Byrne unter vier Augen zu sprechen. Dann hätte ich vielleicht eine Gelegenheit, meinen Standpunkt vorzubringen, auch wenn feststand, dass es mir und meiner Sache nicht helfen würde.

Noch eine halbe Stunde lang leierten sie weiter, und keiner der anderen Besucher hinterfragte den Plan nach seinem praktischen Wert. Als es vorbei war, versuchte die Sekretärin, Stephen Byrne vom Mikrophon zu holen, aber ich hatte mich schon ans Pult gedrängt, und er konnte mich nicht ignorieren.

Er bedachte mich mit einem erzwungenen Lächeln, und die Sekretärin wollte gerade irgendeine Entschuldigung vorbringen, aber sie wurde daran gehindert, weil der Hausmeister ihr auf die Schulter tippte. Sie drehte sich zu ihm um, und ich hatte meinen Augenblick mit Mr. Byrne.

»Hören Sie! Begreifen Sie denn nicht, dass das, was Sie tun, einfach unsinnig ist? Sie können Ihr Gemeindehaus überall einrichten, aber All Angels ist einzigartig. Foyles Lettner ist mehr wert als tausend gesichtslose Gemeindehäuser, und die Schnitzereien der Bänke …«

»Trotzdem müssen wir diese Dinge im Hinblick auf die Bedürfnisse einer modernen Bevölkerung betrachten, vor allem mit Rücksicht auf die Minderheiten und auf die Behinderten. Wie ich schon vorher sagte, erlaubt uns das All-Angels-Projekt, verschiedenen Kreisen den Zugang zu den Künsten zu ermöglichen.«

»Aber ich bitte Sie! Wollen Sie mir jetzt ein Schuldgefühl einreden? Wenn Sie den Zugang zu den Künsten ermöglichen wollen, bauen Sie neu, dann können Sie in Ihrem Gemeindehaus unterbringen, was immer Sie wollen.«

»Leider gibt es die Zuschüsse für ungenutzte oder brachliegende Grundstücke nicht für Neubauten. Der ministerielle Erlass sagt …«

»Dann wollen Sie also der All-Angels-Kirche das Herz herausreißen, nur weil irgendeine Gesetzesinitiative einer Regierung, die morgen vielleicht schon nicht mehr da ist, sich solche Einschränkungen einfallen lässt? He, warten Sie mal, wenn Sie schon dabei sind, die Kirche auszuschlachten, wollen Sie dann auch den Fußboden aufreißen?«

»Nun ja, das wird wohl so sein, aber ich kann mir nicht denken, dass der Fußboden irgendeine besondere Bedeutung hat.«

»Er hat keine Bedeutung? Begreifen Sie denn nicht, dass Sie damit eine Schändung begehen? Der erste Priester von All Angels, Father James O’Donnell, er hat sein Herz irgendwo unter diesem Boden begraben lassen.«

»Eh, wie seltsam.«

»Ja, seltsam, einmalig sogar. Wie so vieles in dieser Kirche. Und Sie wollen sie in einen seelenlosen Kasten verwandeln. Gibt es nichts, was ich sagen kann, damit Sie wenigstens einmal den gesunden Menschenverstand sprechen lassen?«

Er hatte schon mit der Erwiderung angesetzt, ein weiterer Anlauf zu noch mehr blödem Geschwafel, aber dann hielt er inne. Einen kurzen Moment lang huschte sein Blick über meine Oberweite, dann noch etwas tiefer, ehe er mir wieder ins Gesicht sah. Als er jetzt sprach, hatte sich der Ton verändert; er klang viel menschlicher.

»Nun, ich sehe, dass Sie sich in dieser Angelegenheit stark ins Zeug legen, Angela.«

»Ja, tue ich.«

»Nun, unter diesen Umständen bin ich gern bereit, mit Ihnen in die Einzelheiten zu steigen. Vielleicht können Sie ja dabei Punkte für Ihr Anliegen sammeln. Wer weiß, vielleicht können Sie mich ja überzeugen. Kann ich Sie zum Essen einladen?«

Er baggerte mich an, und ich brauchte eine Weile, bis ich diese Unverschämtheit überhaupt begriff. Es war ungeheuerlich, aber ich musste diese Einladung annehmen. Ich hätte wetten wollen, dass er es darauf anlegte, in mein Höschen zu kommen, aber dies ist schließlich ein Spiel für zwei.

»Ja, sehr gern. Danke.«

Ich bedachte ihn mit einem scheuen Blick und war sicher, dass sich in seinem Kopf ein Bild von mir aufbaute – verletzlich, naiv und mehr als ein bisschen unbedarft. Genau dieses Bild sollte er von mir haben, jedenfalls jetzt noch. Später würde er noch ein bisschen mehr über mich erfahren.

Ich griff mit einem dankbaren Lächeln nach der Karte, die er mir hinhielt, dann half er mir vom Stuhl hoch.

»Schreiben Sie Ihre Telefonnummer auf die Rückseite.«

»Ich habe kein Telefon. Ich rufe Sie an.«

Statt auf die naheliegende Frage zu warten, warum ich der einzige Mensch im bekannten Universum bin, oder wenigstens East Londons, der kein Handy bei sich hat, rollte ich mich davon und vollführte noch einmal eine volle Drehung, bevor ich die Tür erreichte. Die Bewegung war schnell genug, sodass sich der Rock hob und ihm einen sehr kurzen Blick auf die Strumpfränder und das fast durchsichtige Höschen gewährte. Er starrte wie gebannt hin; ich winkte ihm lässig zu und verschwand.

Er dachte, er hätte mich in der Tasche, aber ich war es, die ihn in der Tasche hatte. Das heißt, falls ich ihn haben wollte. Mir stand es frei, das zu entscheiden. Es war unmöglich, das Lächeln aus dem Gesicht zu wischen, als ich zurück zu All Angels bretterte und über die Möglichkeiten nachdachte, die sich in den letzten zwei Stunden ergeben hatten.

Es war ein ereignisreicher Nachmittag gewesen. Zwei Männern hatte ich meine Brüste gezeigt, dem einen mit Absicht, dem anderen nicht. Beide Männer sahen gut aus, auch wenn der eine ein Anzug war, und beide wollten mich wieder sehen.

Ich konnte mich nach Lust und Laune entscheiden. Vielleicht entschied ich mich für einen, vielleicht auch für beide. Oder ich hatte keinen Bock, weder auf den einen noch auf den anderen. Bei Stephen war ich mir nicht sicher; mir gefiel das Spiel, das aber auch gefährlich werden konnte. Er war gerade mal so alt, dass er mein Dad hätte sein können.

Es war zweifellos Michel, den ich haben wollte, wenn auch nur, um seine lässige Kühle aufzureißen. Ich wollte, dass er mich anflehte, ihm Erleichterung zu verschaffen. Wenn er jetzt noch in All Angels wäre, würde ich genau das tun, denn ich war in der Stimmung dafür.

Er war natürlich nicht mehr da, nur Lilitu döste im Schatten der Platanen, was mich noch entschlossener machte. Okay, ich war einfach abgehauen, aber ich fand es ungeheuerlich, dass Michael nicht hatte warten können. Meine vage Hoffnung, er könnte sich irgendwo zwischen den Grabmalen herumtreiben, getrieben von Lust, war zwar ein hübscher Traum, doch das konnte nicht sein, das hätte Lilitu gewusst. Es war trotzdem eine schöne Vorstellung, und sie blieb in meinem Kopf, während ich hineinging, um meine Rollerblades abzulegen.

Ich hätte zu ihm gehen können, ganz cool und beherrscht, wie er in der Kirche gewesen war. Er hätte seine Geduld verloren, stellte ich mir vor, und nun suchte er nach einer Fortsetzung dessen, was ich in der Kirche begonnen hatte. Er stand hinter der Kirche zwischen den Eiben und Platanen, und sein Penis lag fett und hart in seiner Hand.

Nein, ich hätte ihn nicht angesprochen, aber ich hätte ihm ganz aus der Nähe zugeschaut, stumm wie das Blumengewinde, das er in mir gesehen hatte, als ich für ihn posierte. Er würde Schmerzen leiden vor frustrierter Lust, die Augen geschlossen, während er mich in seine Gedanken zurückrief, nackt natürlich.

Ich wäre dann zu ihm gegangen, hätte ihn in die Hand genommen und Michael hinunter auf die feuchte Erde gedrückt, meine Gedanken schwer beladen mit den Seelen um mich herum, aber dann bestieg ich ihn und ließ ihn gefühlvoll in mich hineingleiten.

Wenn ich nicht aufpasste, würde ich es sein, die Schmerzen vor frustrierter Lust erlitt. Aber als ich mir eine Tasse süßen Kaffees und ein Toastbrot zubereitete – die erste Mahlzeit nach dem Frühstück –, hatte sich ein trockenes Lächeln auf meinem Gesicht ausgebreitet.

Ganz offensichtlich hatte ich Michael trotz all seiner Lässigkeit angemacht, und Stephen auch. Die beiden würden an mich denken, da war ich mir sicher; sie stellten sich bestimmt vor, wie unsere ersten Begegnungen auch hätten verlaufen können – und was noch geschehen würde.

Stephens Phantasien würden sicherlich im Normalbereich liegen; schlichter Sex, er oben, vielleicht stand er auch ein bisschen auf sanfte Fesselspiele, aber ausgefallener würden seine Vorstellungen nicht sein.

Michael war da von einem ganz anderen Kaliber; er würde die verschiedenen Grautöne mögen. Vielleicht schwebte ihm vor, mich in Ketten zu legen, oder er ließ sich das eine oder andere Ritual einfallen, es mochte sein, dass er ein bisschen Vampirismus versuchen wollte, inspiriert durch den Kopf mit den langen Eckzähnen auf dem Lettner.

Der Gedanke, mich Michael als die Wollust anzubieten, wie Isaac Foyle sie dargestellt hatte, haute mich fast um. Foyle würde entsetzt sein, aber ich würde mich später mit ihm versöhnen. Für den Augenblick wollte ich meinen Kopf mit Gedanken an einen lebendigen, heißblütigen Mann füllen, und wenn ich kam, würde er sich in meiner Phantasie eingebrannt haben.

Als mein Kaffeebecher leer war, wusste ich, dass ich es tun musste. Niemand würde mich dabei erwischen, dafür sorgte schon Lilitu, die Wache hielt. Ich hob meinen Rock an und ließ mich auf den Boden nieder; ich kniete, die Beine gespreizt, und stellte mir vor, ich läge auf Michael. Es war so echt, dass ich glaubte, ihn zu spüren.

Ich zog mein Top über den Kopf und setzte meine Brüste der Luft aus. Die Halsbänder fühlten sich plötzlich kühl auf meiner Haut an, und die Nippel waren hart und empfindlich, als meine Finger sie fanden.

Ich schloss die Augen und begann zu masturbieren. Ich streichelte mich und ließ meine Gedanken wandern. Wir waren dem Sex so nahe gekommen, Michael und ich, und es wäre beinahe natürlich gewesen, es genau hier auf dem Boden zu treiben, umgeben von den Geistern der Toten, während wir uns im Leben vereinten.

Oder wir hätten es auf der Grabstätte eines viktorianischen Würdenträgers treiben können, der seine letzte Wohnung hier in der Kirche gefunden hatte. Wir hätten ihn ganz schön gereizt, und der Zorn der Toten, ihre Lust und ihr Neid, hätten bei uns die Ekstase ausgelöst. Ich war sicher, dass Michael das auch so sah. Er hatte mich als Erscheinung gezeichnet, erdentrückt, vom Tod ins Leben zurückgekehrt; er musste das verstehen.

Ich musste so rüberkommen, wie er mich gesehen hatte, das war wirklich angesagt, und ich begann mich zu sehen, wie ich auch hätte sein können. Ich zog mein Gesicht der Lust zurück und begrüßte seine Angst mit einem flüchtigen Kuss. Ich wurde fester, lebte von seiner Energie, und meine scharfen kleinen Zähne ritzten seine Haut.

Er würde verloren sein, hilflos in meinen Armen. Wir sanken zu Boden, sein Körper unter meinem. Ich zog seine Kraft aus ihm heraus, dann wollte ich auch noch seinen Samen haben. Ich befreite seinen Penis und nahm ihn in meinem Körper auf.

Ich zog mein Höschen mit einer Hand zur Seite, und mit den Fingern der anderen Hand drang ich in mich ein und stellte mir vor, die Finger wären sein Schwanz. Sie drangen in meinen Mund ein, stießen vor und zurück und kehrten dann zwischen die Schenkel zurück. Die Phantasie brannte jetzt in meinem Kopf.

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