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Drachenfeuer - Liebe ist universell

Celia Williams

Drachenfeuer - Liebe ist universell

Gay Romance / Fantasy


Ein dickes Dankeschön an meine Freundinnen Jessica und Iris, die mit viel Mühe und großem Arbeitseinsatz hier meine Rechtschreibung und Zeichensetzung auf die Reihe bekommen haben. Dafür und für die große Unterstützung, die ihr mir zu Teil hast werden lasst, möchte ich mich ganz herzlich bedanken. Mir bedeutet es sehr viel, dass ich euch bedenkenlos mein geistiges Hab und Gut anvertrauen kann und ihr es behandelst, als wäre es etwas Wertvolles und Kostbares. Danke. Ein ganz besonderes Dankeschön geht an dieser Stelle an meine Familie, die mich immer tatkräftig unterstützt, motiviert und mir oft den Rücken freihält. Als letztes und vielleicht am Wichtigsten: Danke an euch Leser! Ohne euch wäre das hier sinnlos. Ich hoffe, ihr habt an meinen Drachen ebensolche Freude wie ich. Eure Celia


BookRix GmbH & Co. KG
80331 München

Wichtige Hinweise

Sämtliche Personen dieser Geschichte sind frei erfunden und Ähnlichkeiten daher nur zufällig.

 

E-­Books sind nicht übertragbar und dürfen auch nicht kopiert oder weiterverkauft werden.

 

Dieses Buch enthält homoerotische Handlungen und ist für Leser unter 18 Jahren und für homophobe Menschen nicht geeignet. Im wahren Leben gilt ein verantwortungsbewusster Umgang miteinander und Safer‐Sex!

 

Weitere Bände der Drachengefährtenreihe:

Band 2: Drachenglut - Liebe bedeutet Freiheit

Band 3: Drachenhitze - Liebe überwindet alles

Band 4: Drachensiegel - Liebe findet ihren Weg

Band 5: Drachenmagie - Von Liebe erweckt

Band 6: Drachengefährten

Band 7: Drachensohn - Liebe braucht ihre Zeit

Band 8: Drachenzauber - Die Liebe des Magiers

Band 9: Drachenseele - Die Liebe des Bewahrers (in Arbeit)

Bonusbände (kostenfrei bei BookRix lesen): "Drachenreise" und "Perlen für den Drachen"

Begegnungen

Taliqu Killian Assanii stand mit nacktem Oberkörper im Rundhof der Drachenfeste. Der König der Drachen beugte sich mit leicht gespreizten Beinen über den riesigen Ambos und bearbeitete mit gleichmäßigen Hammerschlägen seine Streitaxt. Bei den letzten Waffenübungen war er an der Waffe eines anderen Drachen hängen geblieben und hatte eine Scharte in seine Drachenaxt geschlagen. Diese musste ausgemerzt werden und daher trennte er das Axtblatt vom Stiel, schickte Hitze in das spröde Metall und bearbeitete die Schneide mit unermüdlichen Hammerschlägen. Der Mann hatte einen schlanken, aber starken Körper, ganz auf Ausdauer ausgelegt. Seine Haut wies eine leichte Bräune auf und die schlanken flachen Muskelpartien zeigten sich bei jeder Bewegung unter der gemusterten Haut. Je älter ein Drache wurde und je mehr Erfahrungen er sammelte, desto mehr Glyphen bildeten sich auf seiner Haut. Jedes Muster auf der Haut stand für ein Ereignis im bisherigen Leben und daher vermehrten sie sich, je älter ein Feuerspucker wurde. Auf dem Drachenkörper fehlten diese Hautzeichnungen, dieser verfügte stattdessen über wehrhafte, metallharte Schuppen, die den ganzen Körper überzogen und schützten. Nur die Grundtönung blieb erhalten, hatte ein Drache blondes Haar, schimmerten seine Schuppen meistens in Sand-, Beige- oder Goldtönen. Doch die menschliche Gestalt eines Feuerspuckers entsprach eher einem farbigen Bilderbuch. Über Kills unteren Rücken zogen sich goldfarbene Feuerzungen. Auf den Rippen unter seinem rechten Arm zeigten sich Bilder und Symbole, für jedes Erlebnis eines. Über seiner linken Brust bis hin zum Schlüsselbein wanden sich ebenfalls verschiedene Glyphen in den Farben schwarz, gold, in all seinen Varianten, und blau. Seine Beine blieben durch die robuste schwarze Lederhose bedeckt und kaum einer wusste, ob der König auch dort Hautmuster aufwies, da er über die Fähigkeit verfügte, innerhalb eines Wimpernschlages die Gestalt zu wandeln. Das rabenschwarze Haar, das in der Sonne leicht bläulich schimmerte, wehte um den starken, sehnigen Hals und einige Strähnen blieben ab und zu an seiner schweißnassen Haut kleben. Sein kantiges Kinn rundete seine ebenmäßigen Züge ab und verlieh ihm einen energischen Zug. Breite Wangenknochen und eine hohe elegante Stirn dominierten das Gesicht. Der König hatte eine lange, schmale Nase, die er oft kräuselte, wenn er komplizierten Tätigkeiten nachging, wie jetzt zum Beispiel. Bei jedem Hammerschlag murmelte er Zauberformeln, um das Metall seiner Waffe zu glätten und zu verstärken. Jede Beschwörung musste in der exakt richtigen Reihenfolge und auch in der genauen Betonung vorgetragen werden, wenn nicht entstand zwar eine gute Kampfaxt, aber keine herausragende.

Ein großer, schwergewichtiger Mann von fast zwei Metern Größe überquerte den Rundhof. Seine schweren Stiefelschritte hallten auf dem mit großen, schwarzen Basaltplatten ausgelegten Platz, während er sich zügig seinem König näherte.

„Kill, die Abgesandten kommen gleich“, rief der Freund des Drachenmonarchen. Die extrem tiefe und volltönende Stimme des Näherkommenden klang laut über die Freifläche, man konnte regelrecht heraushören, dass er über viel Macht und Einfluss verfügte und diese auch einzusetzen wusste, ohne laut zu werden oder gar herumzuschreien. Sein Blick hing auf seinem arbeitenden König. Noch zwei Beschwörungen, dann würde er antworten, daher übte er sich in Geduld. Manche Dinge mussten beendet werden, durften einfach nicht unterbrochen werden.

Wenige Augenblicke später beendete der Schmiedende diesen Arbeitsschritt und blickte zu seinem Kommandeur hinauf. Rotaran überragte ihn um fast einen halben Fuß und brachte auch mindestens hundert Pfund mehr auf die Waage. Trotzdem gewann der König jeden Zweikampf. Aus diesem Grund war er auch König und kein anderer, keine geerbte Würde, nein, eine verdiente. Nur starke Feuerspucker errangen die Königwürde, doch nur ein kluger Drache konnte sich anschließen auch als Regent halten. Freunde und Verbündete waren ein absolutes Muss und hier stand sein engster und loyalster Freund und sein größter Verbündeter.

„Sie wollen ein Bündnis“, merkte der Kommandeur an und sein Blick wurde fragend.

„Was sie wollen und was sie bekommen ist nicht immer dasselbe“, antwortete der Schlankere. Doch sein Blick erhielt einen nachdenklichen Charakter. Leicht neigte er den Kopf von links nach rechts, wobei sein löwenmähnenartiges Haar im Wind leicht wehte. „Was denkst du, ist ein Bündnis zu diesem Zeitpunkt sinnvoll?“

Rotaran brummte kehlig und antwortete mit Bedacht: „Die Menschen kennen wir, sie sind berechenbar, besonders unter diesem König. Ihre Herrschaft ist stabil, keine Kriege untereinander und sie halten auch mit uns Frieden. Sie verlangen nichts und mischen sich nicht ein. Doch von den Magiern wissen wir nichts, außer dass sie die Menschen in ihrer eigenen Heimat unterjochen und deren Land besetzten wollen. Und da wir dieses Land gleichberechtigt teilen ist es fraglich, ob wir sie ignorieren können, sollten die Menschen den Krieg verlieren.“

Kill nickte. Rotaran hatte ausgiebig darüber nachgedacht und kam zum selben Schluss wie er selbst auch. Ein Bündnis wäre sinnvoll, aber war es überhaupt möglich? „Wir werden sehen müssen, ob ein Bündnis machbar ist. Wen schicken sie?“

„Einar Keawar, den Kommandeur der nördlichen Truppen.“ Rotarans Worte waren neutral vorgebracht, aber Einar zählte auch unter den Drachen zu den bekannten und einschätzbaren Größen in den Menschenreichen. Der erstgeborene Sohn des Menschenkönigs Uralen befehligte das stehende Heer des Nordens seit nunmehr fünfzehn Jahren und dies äußerst erfolgreich. Der einundreißigjährige Krieger verzeichnete eine ganze Reihe von phänomenalen und herausragenden Siegen. Die Nordmänner stellten das stehende Heer, die Männer des Südens trainierten im Winter an den Waffen und versorgten das Land über Sommer mit Lebensmitteln. Nur in Kriegszeiten hoben die Südländer Truppen als Verstärkung für die Nordmänner aus. Diese Arbeitsteilung funktionierte nicht nur, nein, sie befriedigte perfekt die Bedürfnisse der ganzen Bevölkerung. Es gab keinerlei Unstimmigkeiten unter den Kommandeuren, dem Sohn und dem Schwiegersohn des Königs. Beide galten als fähige Männer und bewältigten ihre Aufgaben stets erfolgreich. Seit deren Einsetzung in ihre Ämter durch den König verringerte sich die Rivalität unter den Nord- und Südmännern drastisch und die Zusammenarbeit verstärkte sich enorm. Diese Erfolge entsprachen der aktuellen Lage in den Menschengebieten, und gefährdeten nicht die Magier die Reiche vom Osten her, wäre ihre Welt perfekt. Doch die Bedrohung bestand.

Auch Killian wusste um die Verdienste des Gesandten und dachte einen Moment nach. Er wollte einen Bund, denn nichts verabscheute ein Drache mehr als Veränderung. Nun, die fliegenden Echsen konnte man nicht als unflexibel bezeichnen, sie verfügten durchaus über die Fähigkeit sich anzupassen, doch aufgrund ihrer hohen Lebenserwartung taten sie es nicht gerne. Killian war über hundertfünfzig Jahre alt und sein Freund Rotaran noch zwanzig Jahre älter. Sie gehörten nicht zu den Alten, denn diese erreichten oft ein Alter von tausend oder mehr Jahren. Jedem Drachen war bewusst, dass das Leben aus Veränderungen bestand und doch wollten sie gerne die im Moment bestehenden Verhältnisse erhalten. Keiner wusste, wie ein Zusammenleben mit den Magiern aussehen könnte und ehrlich gestanden wollten sie es auch nicht herausfinden. Nickend blickte er wieder zu seinem Truppenführer auf. „Ich werde mitgehen und sehen wie es läuft.“ Die wohlklingende Stimme des Königs klang entschieden und beeindruckte ebenso, wie seine Gestalt. Man hörte dem astreinen Tenor an, dass er extrem gut singen konnte. Wenn er es tat, dann weinten die Anwesenden vor Rührung und Ehrfurcht, doch er tat es eher selten.

Rotarans Antwort bestand aus einem Stirnrunzeln und sein Blick ging fragend über das Gesicht seines Monarchen. Doch die einzige Erwiderung die er erhielt, war ein Schulterzucken, während er sich wieder auf sein Werkstück konzentrierte und die Hammerschläge erneut aufnahm. Ergeben marschierte Rotaran zurück zum Thronsaal, einer riesigen kavernenartigen Höhle im Felsmassiv, und widmete sich seinen wartenden Landkarten und Übungsplänen für das nächste Waffentraining.

Eingetroffen

Seufzend zügelte Einar sein Schlachtross vor der Festungsmauer aus schwarzen, gerade behauenen Basaltsteinen. Dieses Bollwerk war einzigartig, so hoch wie die Burg seines Vaters und extrem breit, musste es auch sein, denn es gab keinen Wehrgang. Die Drachen patroulierten direkt auf der Mauer und das in Drachengestalt. Über dem großen geschlossenen Holztor mit extrem klobigen Metallbeschlägen lag ein grauer Drache und sah auf sie herab. Er hatte eine monströse Größe und die drei Männer, die Einar begleiteten, wurden zusehends nervös, dabei konnten sie von dem Wesen nur den Kopf, Hals und Teile seiner Brust sehen. Seine Vorderklauen wölbten sich wie überdimensionale Krummdolche über die Mauerkante. Auch die Pferde tänzelten ängstlich. Der Feuerspucker wölbte den Hals stärker, fasste die vier Menschen direkt ins Auge und musterte sie eingehend. Das tiefe Einatmen konnten sie hören, ebenso registrierten sie das kurze Luftanhalten und das feste Ausstoßen des Atems. Nickend drehte sich der Drachenkopf kurz weg und ein lauter Pfiff ertönte. Drachen konnten pfeifen? Man lernte nie aus. Das schwere Tor schwang langsam auf. Es glitt behäbig nach außen. Ein großer, braun-grüner Drache kam in Sicht. Starke Vorderbeine drückten die Flügel des Tores langsam auf und vergrößerten die Öffnung zusehends. Die Besucher schwangen sich nun von ihren Pferden und banden diese an einen in der Mauer eingelassenen Metallring. Als die Öffnung das Eintreten ermöglichte, drehte sich der Drache seitlich und gewährte der Delegation das Durchqueren, indem er einladend die Klaue hob und in den Tunnel hinein wies. Ohne Zögern trat Einar durch das Wehrtor und ging mit schnellen gleichmäßigen Schritten den Gang entlang. Die Passage wirkte wie ein Tunnel, war es aber nicht, die Optik entstand durch die extreme Mauerbreite. Der zwanzig Meter lange, gewölbte Gang, den mindestens drei Kämpfer in Drachengestalt, oder ein halbes Bataillon menschlicher Soldaten mit Streitrössern und in voller Bewaffnung gleichzeitig passieren konnten, endete auf einem runden Platz. Noch einmal wälzte Einar seine geplanten Worte. Oft hatte er mit seinem Vater, dem Menschenkönig, zu tun und auch der Umgang mit Diplomaten aus Anderreichen war ihm geläufig. Doch mit den Drachen hatte niemand mehr seit der Zeit seines Großvaters verhandelt und diese konnte man damals nicht als Erfolg bezeichnen. Daran trugen aber eindeutig nicht die Drachen die Schuld. Einars Großvater war ein diktatorischer Bastard gewesen und kein guter König. Warum hatte er herkommen müssen? Diese Frage beschäftigte Einar immer wieder. Jutrier, sein Schwager, war der geborene Diplomat und doch hatte der König darauf bestanden, dass er ging. Von Krieger zu Krieger, hatte er gemeint. Einar seufzte nochmal leise.

Dies entging seinem Stellvertreter nicht. „Muss ich mir Sorgen machen?“, erkundigte sich dieser dann auch leise.

Als einzige Antwort erhielt er ein leichtes Kopfschütteln, während die Delegation aus dem Dunkel des Ganges heraus auf den Rundhof trat. Die Blicke der Männer glitten gewohnheitsgemäß über die Freifläche und sie erfassten sofort die Lage. Vor ihnen lag ein runder, ebenmäßiger Platz, ausgelegt mit Basaltplatten, wahrscheinlich spiegelglatt, wenn es regnete. Der riesige, aber wenig frequentierte Hof entsprach den Bewohnern, die selbst riesige Dimensionen aufwiesen. Nun, selbst kleine, zierliche Drachen hatten das fünffache Gewicht eines ausgewachsenen Schlachtrosses. Die gegenüberliegende, große Tür stand leicht offen und auf der rechten Seite des Hofes arbeite ein Mann an einem Amboss. Niemand empfing sie, obwohl sie angekündigt und pünktlich eingetroffen waren, doch Einar gehörte nicht zu den Menschen, die zögerten. Sofort lenkte er seine Schritte hinüber zu dem Schmied. Sein Blick glitt prüfend über den arbeitenden Mann, halbnackt, schlank, aber trotzdem gut proportioniert, sicherlich ein guter Kämpfer, auch in Menschengestalt. Seine mit verschnörkelten Bildern überzogene Haut schien eine Geschichte zu erzählen. Einar beobachtete die Hammerschläge und staunte über dessen Arbeitsweise. In einer menschlichen Schmiede heizte man mit einem Blasebalg ein Feuer an, doch hier erzeugte der Drache die Hitze selbst. Seine linke Hand umschloss das zu bearbeitende Metall und brachte es zum Glühen, mit der rechten schwang er den großen, schweren Hammer. Leise erklangen die Beschwörungen, die der Handwerker leise vor sich hin murmelte, und Einar hatte das Gefühl, diese nicht unterbrechen zu dürfen. Sein Instinkt sagte ihm, dass er besser noch etwas wartete, auch wenn er dies hasste. Nervös traten seine Männer hin und her, ganz im Gegensatz zu ihrem Kommandanten. Einar stand vollkommen unbeweglich, wechselte nicht einmal das Gewicht von einem Bein auf das andere. Nach nur wenigen Schlägen schien der Dunkelhaarige fertig zu sein, denn er hob die Metallklinge mit einer schweren Zange an und versenkte sie in einer großen, mit einer dunkelroten Flüssigkeit gefüllten Wanne. Es zischte und brodelte, während das Metall sehr schnell erkaltete. Der aufsteigende Dampf kräuselte sich um den schweißnassen Körper des Schmiedes und bildete Kringel und Schnörkel in der Luft. Der Drache hob seinen Blick, folgte den Verwehungen und sagte leise zu wer weiß wem: „Sehr schön. Die Beschwörung war erfolgreich. Diese Klinge wird nie mehr beschädigt werden.“

Einars Haut überzog sich blitzschnell mit einer Gänsehaut. Die Stimme drang in ihn ein und brachte sein ganzes Wesen zum Klingen. Nur seine Disziplin als Soldat verhinderte ein Aufstöhnen. Hitze rann durch seinen ganzen Körper, sein Blut rauschte durch seine Adern und sein Herz schlug mit doppelter Geschwindigkeit innen gegen die Rippen. Der Drache drehte sich zu ihm um und musterte ihn.

Killians Augen glitten über den Menschen, genauso groß wie Rotaran, doch noch muskulöser, erkannte er. Ein breites Kreuz, lange, extrem muskulöse Arme, die Brust massig und mit Muskelbergen bepackt und ein ansehnliches Sixpack vervollkommneten diesen Kriegerkörper. Entsprechend der Art der Nordlandtruppen trug er lange, feste Stoffhosen, Stiefel aus stabilem Leder und über seine Brust spannten sich breite Lederriemen, die das große Breitschwert auf seinem Rücken in Position hielten. Am Gürtel trug er einen langen Kampfdolch und seine Unterarme wurden von Lederstulpen mit Kreuzschnürung verhüllt. Der Hals des Mannes war trotz des ausgeprägten Stiernackens lang und sehnig, sein Gesicht markant und interessant. Attraktiv? Nun, nicht im herkömmlichen Sinn, eher als männlich zu bezeichnen. Seine Augen hatten eine azurblaue Färbung und blickten tief in die schwarzen Augen des Drachenkönigs. Ein leichtes Lächeln legte sich auf Kills volle Lippen. Dieser Mensch gefiel ihm.

Einar trat noch etwas näher, blickte in die Wanne und runzelte leicht die Stirn. Ein leichtes Räuspern läutete die Frage ein: „Wieso erfolgreich? Was ist das für eine Flüssigkeit?“

Der Körper des Drachen wurde wie von unsichtbarer Hand gepackt. Die Tonlage sendete Stöße durch seinen Leib. Seine Brustwarzen zogen sich zusammen, stellten sich auf und auch sein Glied wurde in der Hose steif. Fuck. Seine Pupillen weiteten sich kurz und zogen sich dann blitzschnell zusammen, als er sein Gegenüber fixierte. Tief einatmend trat er einen kleinen Schritt auf den Kommandanten der Menschen zu und atmete sachte dessen Duft ein. Zimt, Sandelholz und ein wenig Moschus. Killians Seele begann zu schwingen und sein inneres Wesen wälzte sich in dem Duft. Einmal tief durchatmend antwortet er dem Menschen: „Die Rauchverwirbelungen sind wie Glyphen, sie erzählen mir, ob die Beschwörung funktioniert hat oder nicht. Sie hat. Und die Flüssigkeit ist Drachenblut. Meines, um genau zu sein.“ Die Tenorstimme klang leicht kratzig und stich über die Nerven des Menschen wie Fingernägel über Schiefer. Wieder bildete sich eine Gänsehaut auf dem Körper des großen Mannes und Kill betrachtete sich die Haut genauer. Sein Blick erfasste jeden Zentimeter freiliegenden Fleisches und er freute sich schon auf den Tag, an dem er diese mit den Händen erkunden durfte. Drachengefährte, schrie sein Innerstes und lächelnd schüttelte er den Kopf. Drachen waren asexuelle Wesen. Doch wenn Drachen Geschlechtsverkehr hatten, dann ausschließlich mit Menschen, mit männlichen oder mit weiblichen, das war egal, doch nur, wenn dieser Mensch der Gefährte oder die Gefährtin dieses Drachens war. Und dieser hier, schien der seine zu sein.

„Deines? Das sind mehrere Liter!“ Die Stimme des Kriegers klang leicht erschrocken, während er auf den kleineren herab sah. Doch dieser lachte nur.

„Ein Drache in Drachengestalt hat viele Liter Blut. Diese geringe Menge fällt da nicht ins Gewicht. Es ist meine Waffe und da sie an mich gebunden sein soll, muss es auch mein Blut sein.“ Die Erklärung erfolgte zügig und scheinbar ohne Bedenken. Ein Vertrauensvorschuss sozusagen, abzuwarten, ob er gerechtfertigt sein würde. Kill drehte den Kopf leicht und rief mit lauter Stimme über den Hof: „Rotaran!“

Kurz darauf betrat der Gerufene den Hof und überquerte diesen zügig. Sein Blick musterte die angekommenen Menschen und auch die entstandene Interaktion. Killian und der Menschenkommandeur standen recht dicht beieinander. Ihre Körper waren sich zugeneigt, wahrscheinlich unabsichtlich, aber trotz allem für ihn gut erkennbar. Die drei Begleiter standen einige Schritte dahinter und beäugten das scheinbar auffällige Verhalten ihres Kommandeurs neugierig. Sie wirkten nicht alarmiert oder gar negativ, nur fragend. Rotaran atmete tief ein, filterte die Duftstoffe der Luft und musste ein nach Luft schnappen zwanghaft unterdrücken. Hier lag purer Sex in der Luft. Sein Schritt war einen kleinen Moment zögernd, doch dann kam er zügig heran. Sein König hatte seinen Gefährten gefunden. Einen Königsohn, einen guten Kämpfer, was konnte man mehr wollen. Die Allianz war so gut wie geschmiedet, doch der Blick seines Königs blieb bedächtig. Rotaran analysierte die Lage und interpretierte sie. Er kannte seinen Herrscher, dieser würde seinen Gefährten sicher nicht mit den gegebenen Tatsachen überfahren wollen. Nein, dies war nicht Killians Art. Und die Worte seines Freundes bestätigten dies: „Rotaran, die Gesandtschaft ist hier.“

Kurz wechselten die beiden Drachen stumm ihre Gedanken aus, dann wand sich Killian seiner Arbeit zu und tat so, als ginge ihn das Geschehen auf dem Hof gar nichts mehr an. Rotaran folgte dieser stummen Aufforderung und übernahm das Gespräch mit den Menschen: „Willkommen im Reich der Drachen. Ich bin der Kommandeur des Drachenheeres.“

Einar trat vor und stellte sich und seine Begleiter dem Drachen vor. Er musste sich extrem konzentrieren, um seine Aufmerksamkeit auf dem Drachenkrieger zu halten und nicht wieder zu dem Schmied zu blicken. Was war nur mit ihm los? Noch nie hatte er so auf jemanden reagiert, schon gar nicht auf einen Mann. Kopfschüttelnd folgte er dem gleichgroßen Mann hinein in die Drachenfeste. Dieser wies ihnen Plätze an einer langen groben Holztafel zu und eine junge schlanke Frau brachte Becher und einen Krug mit Wein. Während sie diese füllte, begann Rotaran die Gespräche. Einar reagierte einen Augenblick irritiert, denn er hatte damit gerechnet, mit dem König selbst zu sprechen. Nun, dessen Stellvertreter konnte man adäquaten Ersatz ansehen und er konnte vorab einen Eindruck gewinnen, bevor er dem Herrscher vorgestellt wurde. Doch dazu sollte es scheinbar gar nicht kommen. Der Drachenkrieger erläuterte, wie ein Bündnis mit den Feuerspuckern aussehen würde, was erwartet wurde und was sie als Gegenleistung erhielten. Die Bedingungen waren annehmbar, das Erreichte fast schon zu gut, um wahr zu sein und Einar fragte sich, wo wohl der Haken sein würde. Und dann kam er auch schon.

„Unser Drachengesandter wird euch begleiten.“ Rotarans Stimme war fest und bestimmt.

Ein Kindermädchen! Dieser Gedanke schoss Einar durch den Kopf und seine Armmuskulatur spannte sich ruckartig an. Er musste all seinen Willen aufbringen, um nicht die Fäuste zu ballen. Seinen drei Begleitern fehlte diese Beherrschung. Ein tiefes Einatmen, ein Knurren und ein Keuchen waren zu hören und lösten bei Rotaran ein fettes Grinsen aus. Er lachte sogar laut auf und erklärte: „Das letzte Zusammentreffen von Drachen und Menschen ist legendär, und zwar legendär schlecht. Dies ist kein mangelndes Vertrauen, nur Vorsicht. Wärt ihr in unserem Falle nicht ebenfalls vorsichtig?“

Einar atmete tief durch. Sein Großvater, der Bastard, trug die Schuld. Mit leicht verzogenen Lippen nickte er ergeben. Ein Aufpasser war wohl ein geringes Übel, wenn man bedachte, dass 100 Drachen an ihrer Seite kämpfen würden, wenn sie in den Krieg gegen die Magier ziehen würden und leider auch mussten.

Rotaran hob das Kinn und rief laut: „Kill!“

Kurz darauf trat der Schmied in die Halle, kam in gleichmäßigem Schritt herüber zur Tafel und sein Blick traf den des Drachenkommandeurs fragend.

„Es muss jemand die Menschen begleiten. Beurteilen, ob ein Bündnis erfolgversprechend ist.“ Rotarans Worte waren eine Erklärung und eigentlich eine unnötige. Beide Drachen wussten, dass der Drachenkönig bereits beschlossen hatte, die Delegation zu begleiten. nachdem er seinen Gefährten gefunden hatte, wollte er diesen nicht gleich verlassen, zumal er es auch nicht konnte. Diese Ansprache galt den Menschen.

Killian nickte kurz und wand sich an seinen Gefährten: „Wann werden wir abreisen?“

Einar atmete tief durch. Nachdem er sich innerlich beruhigt hatte antwortete er: „In einer halben Stunde, wenn dir die Zeit reicht, deine Sachen zu packen und dich zu verabschieden.“ Gleichzeitig dachte er: Warum er, warum er, warum er…?

Killian lachte, schüttelte leicht das Haupt und antwortete: „Ich bin Killian und Drachen reisen mit extrem leichtem Gepäck. Ich werde fertig sein.“ Mit diesen Worten drehte er sich um und blickte nochmals zu Rotaran: „Noch etwas, Rotaran?“

Dieser schüttelte den Kopf und antwortete: „Sollte etwas sein, melde ich mich bei dir. Eine gute Reise, Killian.“ Ein leichtes Lächeln legte sich auf die herben Züge des Drachenkommandeurs. Nickend wand sich Kill ab, marschierte quer durch die Halle und verschwand ins Freie.

Unter Menschen

„Killian kann jederzeit mit uns Verbindung aufnehmen. Er ist ein starker Telepath. Wenn alles geklärt ist, kehre ich jetzt wieder zu meinen Aufgaben zurück“, fragend blickte Rotaran den Menschen an. Dieser schaute zurück und zog die Augenbrauen bis fast zum Haaransatz. „Werde ich den Drachenkönig nicht kennenlernen?“

Rotaran lachte leise und antwortete: „Du wirst ihn noch kennen lernen, wenn das Bündnis formell besiegelt wird.“

Nun, Einars Vater vertraute auch auf dessen Meinung, warum sollte der Drachenkönig nicht auch auf die Meinung seines Kommandeurs vertrauen. Schulterzuckend akzeptierte er diese Tatsache, obwohl eine leichte Enttäuschung blieb. Niemand in der Menschenwelt kannte den Herrscher der Feuerspucker, sie wussten nur, dass er für einen Drachen noch nicht sonderlich alt war und den Namen Taliqu Assanii trug. Seufzend begab er sich zu seinen Männern auf den Rundhof und wartete auf den Drachengesandten. Sie wechselten einige Worte, als eine junge Frau zu ihnen herüber kam. Sie reichte den Reisenden jeweils ein Bündel und verneigte sich knapp. Einars Stellvertreter blickte kurz hinein und nickte gefällig. Es handelte sich um Reiseproviant, etwas eingeschränkt, aber dennoch gut. Frisches Brot und Käse, leider war kein Trockenfleisch dabei. Aber wer wird sich schon über ein Geschenk beschweren. Ungeduldig traten die Männer von einem Fuß auf den anderen, während sie warteten. Auf einmal hörten sie ein Rauschen und ihre Blicke schossen nach oben. Ein Schatten schoss auf sie zu. Ein schwarzer, schuppiger Körper, lange silberne Krallen und große, ausgebreitete Flügel kamen schnell auf sie zu. Direkt über ihnen vollführte er einen einzigen Flügelschlag, ein heftiger Stoß Zugluft erfasste sie und der geschmeidige Drachenkörper landete, gerademal im Abstand von einer Armlänge, vor den Männern. Der schwarze Drache senkte das Haupt, blickte dem Menschenkommandanten direkt in die Augen und sprach ihn an: „Bereit zur Abreise.&

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