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Dr. Stefan Frank - Folge 2288

Inhalt

  1. Cover
  2. Impressum
  3. Wag den Sprung ins Glück!
  4. Vorschau

Wag den Sprung ins Glück!

Dr. Frank und der Mann, der seinem Herzen nicht folgen wollte

Viktor Gerdes, der Leiter der Verwaltung an der Waldner-Klinik, weiß noch nicht, was er von seiner neuen Kollegin Natalie Ernst halten soll. Natalie ist Feelgood-Managerin – für seinen Geschmack ein vollkommen überflüssiger Beruf, vor allem an der Waldner-Klinik. Wofür braucht man hier eine Mitarbeiterin, die sich ausschließlich um das Wohlbefinden ihrer Kollegen sorgt? Viktor ist ein Zahlenmensch, er hält von solchem Schnickschnack, wie er es nennt, rein gar nichts … bis er Natalie zum ersten Mal gegenübersteht. Ihre Anwesenheit bringt eine Saite in ihm zum Klingen, die er lange verdrängt hat. Wenn sie hereinkommt, geht für ihn die Sonne auf, auf einmal scheint ihm seine Karriere nicht mehr alles im Leben zu sein. Natürlich weiß er, dass eine solche Frau überhaupt nicht zu ihm passt. Nein, er darf sein Herz nicht an sie verlieren – zumal er gar nicht weiß, wie lange er noch zu leben hat …

„Du hast mir nicht die Wahrheit gesagt, Stefan.“ Dr. Alexandra Schubert blickte von der obersten Tribünenstufe hinunter zur Regattastrecke, auf der Ruderer und Kanuten ihre Bahnen zogen. „Dieser Blick ist nicht schön, sondern fantastisch!“

Dr. Stefan Frank lächelte. „Da bin ich aber erleichtert.“

Die brünette Augenärztin drehte den Kopf und hob eine Hand an die Stirn, weil die Frühlingssonne sie blendete.

„Wieso?“ Fragend sah sie ihren Lebensgefährten an.

„Na, ich hatte nicht den Eindruck, große Begeisterung auszulösen, als ich diesen Ausflug gestern vorgeschlagen habe.“

„Konntest du mir das etwa ansehen?“

Stefan Frank zuckte mit den Schultern. „Ich kenne dich halt schon ein bisschen länger, Alexa.“

„Zugegeben, ich war nicht gerade Feuer und Flamme. Eine Regattastrecke, selbst wenn 1972 hier olympische Wettbewerbe stattgefunden haben … Das klang nicht gerade spannend.“

„Warum hast du mir das nicht gesagt?“

„Weil du offensichtlich Feuer und Flamme warst und man bekanntlich Interesse an den Marotten seines Partners zeigen soll.“ Alexandra versuchte, ernst dreinzuschauen. Es gelang ihr nicht.

„Ich fasse das mal als Kompliment auf.“ Stefan legte ihr einen Arm um die Schultern. „Dir liegt also so viel an unserer Beziehung, dass du Kompromisse schließt?“

„Natürlich! Sag bloß, das wusstest du noch nicht?“

„Doch, aber ab und zu lasse ich es mir gern bestätigen.“

Alexandra küsste Stefan Frank auf die Wange. „Außerdem bin ich mit Empfehlungen von dir bisher immer gut gefahren. Also dachte ich mir, es muss etwas dran sein.“

„Du kennst mich halt auch schon ein bisschen länger.“

„Genau. Wie gut, dass mich der Zufall ausgerechnet nach Grünwald verschlagen hat.“

„Das war kein Zufall, sondern Schicksal“, widersprach Dr. Frank.

Seine Freundin schwieg. Er wusste, woran sie jetzt dachte: an ihre ältere Schwester Karen, der sie sehr nahegestanden hatte und die an Krebs gestorben war. Nach Karens Tod hatte Alexandra nichts mehr in Hamburg gehalten. Das Angebot einer Grünwalder Augenärztin, als Praxispartnerin einzusteigen, war genau zum richtigen Zeitpunkt gekommen.

„Ich konnte lange nicht glauben, dass ich noch einmal so glücklich sein würde“, sagte Alexandra leise. „Jetzt stehe ich hier oben, genieße den Sonnenschein und das Zusammensein mit dir …“ Sie blickte nach unten, zu den Spaziergängern und Inline-Skatern auf dem Asphaltweg neben dem rechteckigen Regattatrog. „Ich wünschte, Karen hätte dich kennengelernt.“

„Mir geht es genauso. Sie muss ein außergewöhnlicher Mensch gewesen sein.“

„Das war sie.“ Alexandra atmete tief durch. „Und jetzt höre ich auf, mir das Unmögliche zu wünschen. Karen würde lachen, wenn sie mich hier sehen könnte. Sie hat immer im Jetzt gelebt und wollte, dass ich es auch tue. Also, Stefan, wie lang ist diese Regattastrecke?“

„2230 Meter.“

„Und wie breit?“

„140 Meter.“

Alexandra öffnete den Mund, doch Stefan kam ihr zuvor: „Und rund dreieinhalb Meter tief.“

„Das wollte ich tatsächlich gerade fragen. Du bist aber gut informiert“, staunte die Augenärztin.

Er schmunzelte. „Ich habe mich schlaugelesen, bevor wir hergefahren sind.“

„Du bleibst wohl ungern eine Antwort schuldig, Stefan?“

„Stimmt. Außerdem wollte ich dich beeindrucken. Ich weiß ja, dass du dich für solche Details interessierst. Schließlich hast du vorhin selbst gesagt, dass man Interesse an den Marotten seines Partners zeigen soll. Das gilt auch für Partnerinnen, glaube ich.“

„Wir lesen offenbar dieselben Zeitschriften.“ Alexandra knuffte ihn lachend mit dem Ellenbogen. „Komm, wir steigen runter und gehen am Wasser entlang. Falls es dir dann noch gelingt, einen Tee für mich aufzutreiben, ist dir meine Stimme bei der Wahl zum Mann des Jahres sicher.“

„Getränke sind kein Problem.“ Er nahm seine Lebensgefährtin bei der Hand und führte sie die Treppe hinunter. „Da hinten steht ein Kiosk. Ob der allerdings auch Tee anbietet, weiß ich nicht. Übrigens wurden vor ein paar Jahren dreitausend Edelkrebse aus dem Eibsee hierher umgesiedelt.“

„In diesen Regattatrog?“

Dr. Frank nickte. „Die Krebse brauchen ganz sauberes Wasser, um zu überleben. Hier haben sie es.“

„Umgesiedelte Edelkrebse – was es alles gibt. Wenn meine Nichte mich das nächste Mal besucht, muss ich unbedingt mit ihr herfahren und mit dem Wissen glänzen, das ich dir verdanke.“

„Tu das. Wenn es warm ist, könnt ihr sogar schwimmen.“

„Hier?“, fragte Alexandra verblüfft, nahm die letzte Stufe und ging Richtung Wasserrand. „Ist diese Anlage denn nicht nur für Ruderer und Kanuten?“

Stefan folgte ihr. „Nein, schwimmen darf man auch, allerdings nur in dem Bereich vor der Tribüne.“

„Paula wird begeistert sein. Du weißt ja, was für eine Wasserratte sie ist. Ich hoffe nur, diese Edelkrebse sind mikroskopisch klein und keine riesigen …“

Erschrocken brach Alexandra ab, weil dicht neben ihr jemand „Achtung!“ schrie. Sie spürte Stefan Franks Hände im Rücken. Er schob sie zur Seite und ließ sie dann jäh los. Als sie sich umdrehte, lag er auf dem Boden.

„Es tut mir so leid!“, beteuerte eine junge Frau auf Inline-Skates und kniete sich neben den Arzt. Unter ihrem Helm lugten ein paar lange braune Haarsträhnen hervor. „Sind Sie verletzt?“

Dr. Frank lauschte in sich hinein. Sein linker Arm schmerzte. Vorsichtig hob er ihn an und stellte fest, dass er ihn ohne Einschränkung bewegen konnte.

Dann tastete er das Schlüsselbein, die Schulter und den Oberarmknochen ab. Kein Druckschmerz, keine Unebenheiten.

„Nein“, antwortete er schließlich.

„Wirklich nicht? Vielleicht sollte ich doch besser einen Arzt rufen.“

„Nicht nötig, ich bin Arzt“, erwiderte Stefan Frank und rappelte sich hoch.

Besorgt legte Alexandra ihm eine Hand auf den Unterarm.

„Ist wirklich alles in Ordnung?“, vergewisserte sie sich.

„Ja, keine Sorge.“

Die Skaterin richtete sich auf. „Entschuldigen Sie bitte vielmals. Mir ist ein Hund direkt in die Bahn gerannt.“

Mit ausgestrecktem Arm zeigte sie auf einen schwarzen Mischling, der fünfzig Meter entfernt lief.

„Der da. Und sein Herrchen oder Frauchen fragt nicht mal, ob wir Hilfe brauchen! Jedenfalls wollte ich dem Hund ausweichen und bin gegen Sie geprallt. Es tut mir schrecklich leid. Sind Sie auch ganz sicher, dass Ihnen nichts fehlt?“

Stefan Frank nickte.

„Ein Glück.“ Die junge Frau zog den rechten Handschoner aus und streckte dem Arzt die Hand hin. „Mein Name ist Natalie Ernst. Und ich – tja, ich kann Sie nur herzlich um Entschuldigung bitten. So was ist mir noch nie passiert.“

„Mir auch nicht“, meinte Stefan Frank trocken, schüttelte ihr die Hand und stellte Alexandra Schubert vor. „Jetzt haben Sie aber genug Asche auf Ihr Haupt gestreut, Frau Ernst. Es ist ja kein Schaden entstanden.“

„Sie müssen mir erlauben, Sie auf den Schreck hin zu einem Stück Kuchen einzuladen.“

„Danke, das ist wirklich nicht nötig“, meinte Dr. Frank.

„Doch.“ Natalie nickte eifrig. „Bitte. Sie beide haben so nett reagiert, da möchte ich mich unbedingt revanchieren.“

„Sie wollen doch bestimmt weiterskaten“, sagte Alexandra. „Lassen Sie sich von uns nicht aufhalten.“

Ebenso eifrig, wie Natalie eben genickt hatte, schüttelte sie jetzt den Kopf.

„Wenn Sie in Eile sind, möchte ich Sie natürlich nicht drängen. Aber sollten Sie ein bisschen Zeit haben, würden Sie mir einen großen Gefallen tun“, gestand sie. „Ich habe nämlich ein neues Rezept ausprobiert und brauche jemanden, der mir ehrlich sagt, wie der Kuchen schmeckt.“

Alexandra musterte Natalies Rucksack. „Sie skaten mit einem Kuchen im Gepäck?“

„Ja. Ich nehme ohnehin immer einen Rucksack mit, um meine Schuhe zu verstauen. Also kann ich den Platz genauso gut nutzen. Eine Thermoskanne Tee habe ich auch dabei. Darjeeling. Mögen Sie den?“

„Oh.“ Die Augenärztin sah ihren Lebensgefährten an. „Meine Lieblingssorte. Eigentlich wollten wir doch ohnehin zum Kiosk, Stefan.“

„So einen guten Darjeeling wie meinen kriegen Sie da nicht“, versicherte Natalie. „Ich bin auch eine ganz passable Bäckerin. Bitte, machen Sie mir die Freude und leisten Sie mir Gesellschaft.“

Dr. Frank konnte in Alexas Augen lesen, dass sie gern zusagen wollte. Die junge Skaterin war aber auch wirklich überzeugend.

„Also gut“, antwortete er. „In dem Fall spielen wir gern Versuchskaninchen für Ihren Kuchen.“

„Wunderbar! Am besten setzen wir uns da vorn auf die Tribüne.“

Wenig später standen zwei dampfende Tassen auf der Stufe.

„Ich habe leider nur eine zusätzliche Tasse dabei“, sagte Natalie bedauernd.

„Stefan und ich trinken aus einer Tasse“, versicherte Alexandra. „Ich staune, dass Sie überhaupt eine zusätzliche Tasse mitgenommen haben. Wenn Sie skaten, wollen Sie doch bestimmt nicht mehr Gepäck als nötig tragen.“

„Ach, das habe ich mir angewöhnt, weil ich manchmal mit Leuten ins Gespräch komme und wir uns spontan auf einen Tee zusammenhocken. Allerdings fahre ich vorher nicht immer jemanden über den Haufen.“

Sie öffnete den Deckel einer Kunststoffdose. Zum Vorschein kam ein kleiner rechteckiger Kuchen mit den Worten Happy Birthday in bunter Zuckerschrift.

„Wir möchten aber keinem Geburtstagskind den Kuchen wegessen“, meinte Dr. Frank. „Oder haben Sie heute etwa selbst Geburtstag, Frau Ernst?“

„Nein, und Sie essen auch niemandem etwas weg. Das hier ist ein Testballon, ein neues Rezept für den Kuchen, den ich allen Kolleginnen und Kollegen zum Geburtstag backe. Die Zuckerschrift ist eine neue Sorte, darum habe ich gleich mit ihr experimentiert.“

Alexandra zog die Augenbrauen hoch. „Wie viele Kolleginnen und Kollegen haben Sie denn?“

„16.“ Natalie zückte ein Messer und schnitt den Kuchen in Stücke.

„Und Sie backen für alle?“, vergewisserte sich Dr. Frank.

„Ja“, antwortete die junge Skaterin, als wäre es das Normalste der Welt, und reichte ihm ein Kuchenstück auf einer kleinen Serviette.

„Donnerwetter.“ Alexandra nahm das nächste Kuchenstück in Empfang. „Das nenne ich Einsatz. Sind Sie vielleicht die Chefin?“

Natalie lachte herzlich. „Nein, als Chefin wäre ich eine hoffnungslose Fehlbesetzung. Ich arbeite in einer Firma, die Computerprogramme entwickelt. Alles dreht sich um Zahlen und komplizierte Technik. Davon verstehe ich rein gar nichts.“

Dr. Frank kostete den Kuchen.

„Also, vom Backen verstehen Sie auf jeden Fall eine Menge“, lobte er. „Ausgezeichnet, Frau Ernst.“

„Freut mich. Danke.“

„Wirklich lecker“, stimmte Alexandra zu. „Aber Sie müssen sich noch in einem anderen Bereich auskennen, sonst würden Sie nicht in einer Computerfirma arbeiten. Und für siebzehn Leute lohnt sich keine eigene Kantine, also sind Sie vermutlich auch keine Köchin.“

„Stimmt.“ Natalie nippte an ihrem Tee. „Ich bin Feelgood-Managerin.“

„Von dem Beruf habe ich noch nie gehört.“ Stefan Frank blickte seine Lebensgefährtin fragend an. „Du?“

Sie schüttelte den Kopf.

„Da befinden Sie sich in guter Gesellschaft.“ Natalie zog zwei Visitenkarten aus ihrem Rucksack und reichte sie den Ärzten. „Den meisten Leuten sagt der Name nichts. Das Berufsbild ist auch recht neu, und es gibt keine spezielle Ausbildung. Nächstes Jahr um diese Zeit ist das anders, darauf verwette ich mein letztes Hemd. Wir werden nämlich immer wichtiger.“

„Feelgood-Manager – heißt das, Sie sorgen dafür, dass sich die Mitarbeiter wohlfühlen?“, fragte Dr. Frank.

„Ja. Wenigstens versuche ich es.“

„Und wie machen Sie das?“

Natalie putzte sich mit der Serviette einen Kuchenkrümel aus dem Mundwinkel.

„Ich kümmere mich um ein gutes Arbeitsklima“, erklärte sie dann mit einem Lächeln. „Auch durch Geburtstagskuchen. Manchmal trommle ich ein paar Kollegen zusammen, und wir singen dem Geburtstagskind ein Ständchen am Schreibtisch. Neuen Mitarbeitern helfe ich bei der Wohnungssuche und beim Eingewöhnen.“

„Dann sind Sie ein Mitglied der Personalabteilung?“

„Genau. Ich nutze die Talente Einzelner für unsere Gemeinschaft. Zwei Programmierer, die leidenschaftlich gern tanzen, habe ich überredet, uns Tango beizubringen. Eine Buchhalterin kocht himmlisch. Jetzt treffen wir uns reihum, brutzeln etwas und essen gemeinsam. Dazu gibt es ein Glas Wein, wir quatschen, und es kommt manches zur Sprache, was man im Büro vielleicht lieber nicht sagen würde.“

„Haben Ihre Kollegen denn Lust, auch noch die Abende mit den Leuten zu verbringen, die sie tagsüber im Büro sehen?“, wollte Dr. Frank wissen.

„Nicht alle, und es ist ja auch nicht verpflichtend. Wer mag, kommt dazu, und wer den Feierabend anders verbringen will, kommt halt nicht. Ich mache Angebote, die man nutzen kann, wenn man über die Arbeit hinaus etwas im Kollegenkreis machen möchte. Das schweißt zusammen. Wir lachen viel, und die Stimmung ist einfach gut. Da geht man ganz anders miteinander um, wenn es beruflich mal hakt.“

„Ja, ich kann mir vorstellen, dass man sich nicht so leicht von Problemen aus der Ruhe bringen lässt, wenn die Arbeitsatmosphäre stimmt“, sagte Alexandra.

„Genau. Oft hängt es an Kleinigkeiten, ob man sich im Unternehmen wohlfühlt. An einer guten Kaffeemaschine zum Beispiel oder einer schönen Auswahl Teesorten. Darauf legen immer mehr Menschen wert. Gerade gut qualifizierte Leute, um die sich die Firmen reißen, suchen oft mehr als einen spannenden Job und gutes Geld. Sie wollen Spaß haben. Das Gefühl, dass man sie wertschätzt.“

„Also, mit Ihrem Kuchen vermitteln Sie das Gefühl auf jeden Fall“, stellte Dr. Frank fest.

Natalie strahlte. „Danke, gut zu wissen. Dann geht der Prototyp gleich heute Abend in Serie, und morgen früh darf sich unser Cheftechniker darüber freuen.“

***

„Herr Küppers hat eben angerufen“, informierte Schwester Martha ihren Chef am folgenden Tag nach der Sprechstunde. „Seine Frau hat die Knöchel-OP in der Waldner-Klinik gut überstanden und kann ab sofort Besuch empfangen.“

Dr. Frank hängte seinen weißen Arztkittel in den Schrank. „Danke, Schwester Martha.“

„Jede Wette, det sollte ein Wink mit dem Zaunpfahl sein, Chef. Ick wollte Herrn Küppers schon von seinem hohen Ross holen, da ist mir eingefallen, dass Sie montags oft Herrn Dr. Waldner zum Tennisspielen abholen. Vielleicht haben Sie vorher ja zwei Minuten, um bei Frau Küppers vorbeizugucken, damit ihr Mann ruhig schlafen kann.“

„Das mache ich gern. Freut mich, dass die OP gut verlaufen ist. Der Bruch war ja recht kompliziert.“

„Was aber immer noch kein Grund ist, Sie als Hausarzt zu einem Krankenbesuch zu nötigen“, sagte die Arzthelferin streng. „Überhaupt sind die Leute viel zu schnell dabei, ihre Mitmenschen zu verplanen. Neulich beim Metzger hab ick aufgeschnappt, det Viktor Gerdes jetzt jeden zweiten Samstag den Rasen seiner Eltern mäht.“

„Mit deren Einverständnis?“, fragte Dr. Frank erstaunt. Jeder in Grünwald wusste, wie gern das Ehepaar Gerdes im Garten arbeitete.

„Jawoll. Sie haben wohl endlich eingesehen, dass sie nicht mehr alles schaffen. Aber warum spannen sie ihren Sohn ein? Der ackert doch schon mehr als genug in der Waldner-Klinik und hat ein Recht auf Freizeit, sollte man meinen.“

Schwester Martha seufzte.

„Na, vielleicht spaziert ja seine Traumfrau vorbei, wenn er den Rasen mäht. Ick würd’s ihm gönnen. Netter Bursche, wenn auch ein bisschen zugeknöpft.“

Stefan Frank half seiner Mitarbeiterin in die Jacke und begleitete sie zur Tür des Doktorhauses. „Ich dachte, er ist in festen Händen?“

„Schon seit Monaten nicht mehr. Diese Lange, Dünne mit dem verkniffenen Zug um den Mund ist längst bei ihm ausgezogen. Kein Verlust, wenn Sie mich fragen. Also, juten Abend und bis morgen, Chef.“

Dr.&

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