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Dr. Stefan Frank - Folge 2281

Inhalt

  1. Cover
  2. Impressum
  3. Der Frühling kommt bestimmt!
  4. Vorschau

Der Frühling kommt bestimmt!

Eine schöne Floristin träumt von der Sonne – und von der Liebe

„Mensch Annett … Jost ist ein Schuft! Er ist keine einzige Träne wert“, muntert Silke Wegener ihre Freundin Annett Berkau auf. Die junge Floristin ist am Boden zerstört – ihr Freund, mit dem sie an eine glückliche Zukunft geglaubt hat, hat eine andere!

Aber die praktische Silke hat für Ablenkung gesorgt. Eine Reise an den Gardasee wird Annetts dunkle Gedanken sicher schnell vertreiben, schließlich ist hinter den Alpen schon Frühling.

Auch Dr. Stefan Frank hat sich für einen Kurzurlaub in Italien mit seiner geliebten Alexandra entschieden. Das milde Klima soll ihren quälenden Husten vertreiben. Aber ist es wirklich nur der hartnäckige Infekt, der sie so sehr bedrückt und unglücklich wirken lässt?

Und so birgt die Reise nicht nur für Annett einige Überraschungen, sondern auch für Dr. Frank – und nicht wenige davon haben mit der Liebe zu tun, die manchmal seltsame Wege geht …

„Das ist keine gute Idee.“ Skeptisch musterte Annett Berkau den schmalen Durchschlupf. Sie hatte sich auf den Ausflug in die Berge gefreut. Endlich ein freier Tag mit ihrem Schatz! Jetzt beschlichen sie jedoch Zweifel, ob es klug gewesen war, sich darauf einzulassen.

Jost hatte sie eingeladen, mit seinem besten Freund und ihm ein Bergwerk zu besichtigen. Zu dritt waren sie in ein Dorf am Alpenrand gefahren und von dort aus zweieinhalb Stunden bergauf gelaufen. Durch den Schneematsch waren ihre Stiefel und Hosenbeine durchgeweicht. Längst hatte Annett kein Gefühl mehr in ihren Zehen. Sie fror erbärmlich!

Vor ihnen ragte der schroffe Gipfel des Grillenbergs auf. Auf den Hängen häufte sich der Schnee. Grau und schwer war er inzwischen. Die Temperatur pendelte tagsüber um den Gefrierpunkt, deshalb taute es überall. Die drei Ausflügler standen bis zu den Waden im Matsch.

Das Schmuddelwetter hielt sich hartnäckig. Der Winter wollte noch nicht gehen und der Frühling noch nicht kommen. Auch hier am Alpenrand war die Luft feucht und neblig.

Annett betrachtete zweifelnd die niedrige Öffnung, die ihre beiden Begleiter unter dem Schnee freigeschaufelt hatten.

„Ohne mein Zeichen hätte ich diese Stelle nicht wiedergefunden“, schnaufte Hannes Niemeyer und deutete auf den gut sichtbaren roten Kreis, der mit Farbe auf die Felswand gesprüht worden war. Unmittelbar darunter lag die Öffnung, die, nach seiner Aussage, in ein längst vergessenes Bergwerk führte.

Jost und Hannes holten ihre Helme aus den Rucksäcken und setzten sie auf. Dann nahmen sie jeder eine Taschenlampe zur Hand und knipsten sie prüfend an. Annett tat es ihnen gleich, aber sie hatte ein flaues Gefühl dabei. Kam es ihr nur so vor, oder wurde der Durchlass von Minute zu Minute enger?

Unwillkürlich tastete sie nach dem Notfallset in der Tasche ihrer Wetterjacke. Sie hatte immer Traubenzucker und Insulin bei sich, falls ihr Zucker unterwegs entgleiste. Die Ausrüstung gehörte wie selbstverständlich zu ihr. Annett hatte seit ihrer Geburt Diabetes und musste sich mehrmals täglich Insulin spritzen. Sie schaltete probehalber ihre Lampe an und nickte.

Ja, alles funktionierte. Aber sollte sie wirklich dort hineinkriechen? Sie musterte das kniehohe Loch schaudernd.

„Was ist los, Schatzerl?“ Jost zog fragend eine Augenbraue hoch, während er seinen Rucksack wieder aufbuckelte. „Du hast doch nicht etwa Angst?“

„Als du von einem alten Bergwerk gesprochen hast, dachte ich, du meinst einen ausgebauten Stollen. Mit elektrischen Lampen an den Wänden, einem richtigen Eingang und vielleicht einer Imbissbude. Nicht nur ein Loch im Boden.“

„Ausgebaute Bergwerke sind langweilig. Wo bleibt denn der Reiz, wenn man sich etwas anschaut, was schon Hunderte Menschen erkundet haben? Wir sind Befahrer. Wir suchen Bergwerke aus früheren Jahrhunderten, die längst vergessen wurden. Wir erkunden sie und stoßen dabei auf so manche Schätze: auf alte Werkzeuge, Geleucht oder Überreste.“

„Überreste? Was denn für Überreste?“

„Knochen zum Beispiel.“ Jost zuckte die Achseln. „Von Tieren, die sich in den Stollen verirrt und nicht wieder rausgefunden haben.“

Annett schüttelte den Kopf.

„Habt ihr nicht auch das Gefühl, dass wir nicht hier eindringen sollten?“

„Im Gegenteil“, sprang Hannes ihrem Freund bei. „Ich kann es kaum erwarten, loszulegen. Wochenlang habe ich nach dem Eingang gesucht. Also hört auf zu debattieren, und kommt endlich!“

„Ist es überhaupt legal, hier einzudringen?“

Dunkles Gelächter antwortete Annett.

„Jetzt komm“, ermunterte Jost sie. „Es wird dir gefallen, wenn du erst mal drin bist. Vertrau mir. Oder willst du hier draußen warten?“

Das wäre ihr tatsächlich lieber gewesen, aber sie wollte vor ihrem Freund nicht wie ein Hasenfuß dastehen. Außerdem: Was war schon dabei? Die beiden Männer machten das schon seit Jahren, und nie war ihnen etwas passiert. Also los! Sie würde die nächste Stunde einfach hinter sich bringen. Wie einen Besuch beim Zahnarzt. Oder bei ihrem Steuerberater.

„Licht an und rein in den Schacht.“ Jost gab ihr einen Klaps auf den Po. „Ich gehe zuerst. Du folgst mir. Hannes bildet das Schlusslicht.“

Annett versuchte krampfhaft, nicht an die Tonnen und Abertonnen von Gestein zu denken, unter denen sie in wenigen Minuten durchkriechen würde. Konnte ein so alter Stollen überhaupt halten? Worauf hatte sie sich da nur eingelassen?

Sie ließ sich auf alle viere nieder und kroch ihrem Freund hinterher, der auf dem Bauch in den Stollen robbte. Der Boden war feucht und matschig. Ihre Hände waren im Nu eiskalt, trotz der Lederhandschuhe, die sie anhatte. Von ihnen konnte sie sich nach diesem Abenteuer vermutlich ebenso verabschieden wie von ihren Jeans, die nicht für eine Rutschpartie über nasses Gestein gemacht waren.

Annett tauchte ins Dunkle ein. Auf dem Bauch robbte sie die schiefe Ebene hinunter, die in den Berg hineinführte und kaum breiter als sie selbst war. Kurz blieb sie mit dem Rucksack irgendwo hängen. Ihr Herzschlag beschleunigte sich. Sekundenlang hatte sie das Gefühl, von den Felswänden erdrückt zu werden. Vor ihr knirschten Steine. Jost kroch längst weiter.

Atmen, ermahnte sie sich selbst. Alles wird gut. Ich muss nur atmen. Was Jost schafft, schaffe ich auch.

Sie tastete nach dem Rucksack und löste den rechten Gurt von dem Felsvorsprung. Nun konnte es weitergehen. Die Luft roch muffig und abgestanden. Der Lichtkegel ihrer Taschenlampe huschte über feuchtes Gestein, Spinnweben und dunkle Flecken auf den Felsen, die sie lieber nicht näher erkunden wollte.

„Herrschaftszeiten!“, schimpfte Jost vor ihr.

Unwillkürlich hob sie den Kopf und stieß sich prompt an den Felsen. Ein Glück, dass sie den Helm aufhatte!

„Was ist los?“

„Meine Lampe hat einen Wackelkontakt. Sie geht ständig aus. Zum Glück habe ich eine Ersatzlampe im Rucksack.“

Annett kroch weiter und atmete auf, als der Stollen nach wenigen Metern breiter und höher wurde. Sie stand auf und atmete erst einmal tief durch, ehe sie ihre Lampe kreisen ließ.

Kurz zuckte sie zusammen, als etwas im Lichtkegel aufleuchtete. Was war denn das? Moos? Leuchtmoos? Unglaublich. So etwas hatte sie wirklich nicht erwartet.

Die Wände des Stollens waren schief behauen. Der Gang war vermutlich vor Hunderten von Jahren von Bergarbeitern in den Berg getrieben worden. Hier und da lagen alte Lampen auf dem Boden. Metall blinkte. Waren das alte Werkzeuge?

„Volltreffer!“ Inzwischen hatte sich Hannes zu ihnen gesellt und schaute sich um. Ein Grinsen breitete sich auf seinem Gesicht aus. „Ich hab euch doch gesagt, dass hier seit Ewigkeiten keiner mehr drin war.“

Jost schlug ihm auf die Schulter.

„Gut gemacht.“

Wenn man die beiden Männer so zusammen sah, hätte man sie für Brüder halten können. Beide waren groß und kräftig und hatten das gewisse Glitzern in den Augen, das jedem Forscher zu eigen ist. Sie studierten Betriebswirtschaftslehre. Annett hatte sich gegen ein Studium entschieden und einen kleinen Blumenladen am Rand von München aufgemacht.

Vor zwei Jahren hatte sie etwas Geld von ihrem Großvater geerbt und entschieden, sich selbstständig zu machen. Sie stattete häufig Hochzeiten und andere Familienfeste aus und hatte viel zu tun, aber das hatte auch seine Schattenseiten. Sie war oft von früh bis spät auf den Beinen. Freie Tage wie dieser waren kostbar – und leider allzu selten.

„Ist das etwa …“ Jost bückte sich und hob einen meißelartigen Gegenstand auf. Das Werkzeug hatte ein Loch, in das vermutlich ein Stiel gehörte. „Ein Bergeisen! Das Ding muss ein paar Hundert Jahre alt sein.“

Seine Stimme hallte von den Felswänden wider. Plötzlich rieselten Staub und kleine Steine von der Decke.

Unwillkürlich zog Annett den Kopf ein. „Wir hätten jemandem sagen sollen, wo wir hingehen.“

„Lieber nicht. Es ist besser, wenn niemand weiß, was wir hier treiben.“

„Und wenn etwas passiert?“

„Was soll denn passieren?“ Ihr Freund stieß hörbar den Atem aus. „Jetzt mach dir nicht ins Hemd. Es ist doch alles gut. Wir haben es geschafft. Wir sind hier.“

Annett schwieg und versuchte, nicht daran zu denken, dass sie vermutlich zig Meter unter der Erde waren und dass ihr Helm an den Schläfen drückte wie ein Eisenring, weil er ihr zu klein war. Er gehörte Hannes’ Schwester, die ihren Bruder oft begleitete, an diesem Tag aber wegen einer Grippe ausfiel.

Die Glückliche, schoss es Annett durch den Kopf. Ich würde lieber mit Husten und Fieber im Bett liegen, als hier in der Kälte durch die Dunkelheit zu tappen.

Wasser tropfte von der Decke und in ihren Kragen. Hastig zog sie den Reißverschluss ihres Anoraks höher. Dann stapfte sie weiter.

Sie kamen an Abzweigungen vorbei, die Jost mit Kreide markierte, damit sie den Rückweg wiederfanden. Wie still es hier unten war! Man konnte die Atemzüge der beiden Männer hören. Das Knirschen ihrer Schritte. Und das Tropfen von Wasser. Das war es aber auch schon.

Hier unten verlor man rasch jedes Zeitgefühl. Waren sie wenige Minuten oder schon eine Viertelstunde hier?

Jost hob seine Lampe und drang tiefer in den Stollen vor. Annett drückte den Rücken durch und folgte ihm – in Gedanken schon bei dem langen und heißen Wannenbad, das sie sich an diesem Abend genehmigen würde. Am liebsten zusammen mit Jost, wenn er mitkam.

Bei dieser Vorstellung vergaß sie, auf ihre Umgebung zu achten, und rutschte prompt auf dem nassen Felsen aus. Hastig streckte sie den Arm aus, um sich an der Wand abzustützen und das Gleichgewicht nicht zu verlieren. Dabei huschte etwas Kleines, Pelziges über ihre Hand.

„Iiiiieeeh“, quietschte sie.

„Was ist denn nun schon wieder?“

„Nur eine Maus“, begütigte Hannes, der hinter ihr lief.

„Die tut dir nichts.“ Jost hörte sich genervt an. „Also spiel hier nicht verrückt. Du gefährdest uns noch alle.“

Annett schluckte eine Bemerkung hinunter. Die Felswände ringsherum schienen wieder enger zu werden.

„Wie weit reicht der Stollen noch?“

„Keine Ahnung. Ein paar Hundert Meter vielleicht, wenn wir Glück haben.“

„Glück?“

„Natürlich. Das hier ist spannend. Warum stellst du dich so an? Ehrlich mal. Du tust gerade so, als würdest du verschleppt. Dabei wolltest du mitkommen. Hast du das schon vergessen?“

Annett schwieg. Es stimmte, sie hatte dem Ausflug zugestimmt, weil sie gehofft hatte, endlich wieder etwas Zeit mit Jost verbringen zu können.

In den vergangenen Wochen hatten sie einander kaum gesehen. Sie hatte viel gearbeitet, und er war mit dem Lernen für seine Prüfungen eingespannt gewesen. Der freie Tag war wie ein Geschenk des Himmels gewesen, aber er lief nicht so, wie sie ihn sich erträumt hatte.

Zwischen Jost und ihr war es nicht mehr so wie früher. Als sie sich kennengelernt hatten, waren sie unzertrennlich gewesen und hatte viel Zeit miteinander verbracht. Sie hatten nächtelang geredet, sich geliebt und ihre Zukunft geplant. Doch das war schon lange her.

Wann war die Vertrautheit zwischen ihnen eigentlich dem schlechten Gewissen gewichen, zu wenig für ihre Beziehung zu tun?

Mit einem Mal schien sich eine Zentnerlast auf ihre Brust zu legen.

„Ich möchte raus“, sagte sie. „Können wir umkehren?“

„Jetzt schon?“ Jost schüttelte energisch den Kopf. „Ich bin doch nicht über zwei Stunden bergauf gewandert, um gleich wieder abzubrechen.“

„Bitte, Jost …“ Unbehaglich sah sie sich um. Ihr Herz raste. Sie wollte unbedingt ins Tageslicht. So schnell wie möglich.

„Nicht zu fassen, wie du dich aufführst“, brummte Jost.

„Lass gut sein“, begütigte sein Freund. „Bald habt ihr ja eine kleine Pause voneinander. Ist vielleicht gar kein Fehler.“

„Eine Pause?“ Annett schaute verwirrt zwischen den beiden Männern hin und her. „Was soll das bedeuten?“

Hannes runzelte die Stirn.

„Hast du es ihr etwa noch nicht gesagt, Jost?“

„Nicht so richtig“, murmelte Jost und wirkte mit einem Mal schuldbewusst.

„Was hast du mir noch nicht gesagt?“

„Wir … nun …“ Jost nahm seinen Helm ab und fuhr sich durch die blonden Haare, ehe er ihn wieder aufsetzte. „Wir wollen zum Skifahren nach Tirol. Hannes, seine Schwester, ich und ein paar andere Leute. Wir haben eine Hütte gemietet.“

„Ich kann leider nicht Ski fahren …“

„Das macht nichts. Es ist besser, wenn du nicht mitkommst. Du würdest uns nur aufhalten.“

„Aber ich könnte es lernen.“

„Nee, lass mal. Wir haben wirklich keine Lust, nur am Anfängerhügel abzuhängen. Wir wollen es krachen lassen. Außerdem hast du ohnehin keine Ferien. Du musst arbeiten.“

Annett schwieg bestürzt. Mit einem Mal schien sich eine Kluft zwischen Jost und ihr aufzutun.

„Nun schau nicht so traurig“, brummelte er versöhnlich. „Ich bringe dir etwas Schönes mit. Das verspreche ich dir.“

Als wäre sie ein Kind, dass er mit einem Überraschungsei trösten konnte.

„Warum hast du mich nicht gefragt, ob ich mitkommen möchte?“

„Weil du Nein gesagt hättest. Der Urlaub war ein spontaner Entschluss. Und du bist so flexibel wie ein Stahlträger.“

„Das stimmt nicht.“

„Ach nein? Und was war an meinem Geburtstag? Ich wollte dich übers Wochenende nach Rom einladen, aber du hast abgelehnt. Und das neue Auto, das ich dir besorgt habe? Du hättest nur zugreifen müssen, aber du wolltest nicht.“

„Das war etwas anderes. Ich hatte nicht so viel Geld.“

„Wie auch immer. Jedenfalls werde ich mir von dir kein schlechtes Gewissen einreden lassen, nur weil ich etwas mit meinen Freunden unternehmen will.“

Stumm schaute sie zu ihm auf. Es stimmte. Es waren seine Freunde. Nicht ihre. Ihre Freunde hatte er vergrault. Er hatte ihnen das Gefühl gegeben, nicht mithalten zu können, weil sie nicht so wie er aus einem reichen Elternhaus kamen. Alle waren fort, bis auf ihre beste Freundin.

„Wir sind keine siamesischen Zwillinge, Annett. Wir können auch mal etwas getrennt voneinander unternehmen, oder nicht?“

„Natürlich“, erwiderte sie leise. „Ich kann auch alleine umkehren. Mach’s gut, Jost.“ Mit diesen Worten drehte sie sich um und taumelte zum Ausgang zurück. Tränen ließen ihre Sicht verschwimmen. Sie stolperte und stützte sich an einer Felswand ab, aber das Gestein war so spitz, dass sie sich die Haut aufriss. Sie blieb nicht stehen, sondern eilte weiter.

Jost sollte die Tränen nicht sehen, die ihr nun unaufhörlich über die Wangen strömten.

***

Ein Blick aus dem Fenster ließ Dr. Stefan Frank schaudern. Was für ein Schmuddelwetter! Der März zeigte sich in diesem Jahr eher wie ein kühler November: Es regnete und schneite durcheinander. Der Winter hielt sich so hartnäckig, als stünde die nächste Eiszeit vor der Tür.

In seiner Praxis ging es zu wie in einem Bienenstock. Das feucht-kalte Wetter war das ideale Klima für die Verbreitung von Bakterien. Mehr als doppelt so viele Patienten wie sonst saßen im Wartezimmer – oder standen, weil die Stühle nicht ausreichten.

Schwester Martha brachte ihm mehrmals am Tag ein Glas frisch gepressten Orangensaft ins Sprechzimmer. Als „Vitaminbombe“, wie sie es nannte. Sie fügte dem Saft immer eine Zitrone hinzu und lachte nur, wenn er beim Trinken das Gesicht verzog.

„Det muss so. Det is jesund“, betonte sie in ihrem Berliner Dialekt, der auch nach vielen Jahren in der Bayernmetropole noch durchklang.

Stefan Frank leerte sein Glas, ehe er seine nächste Patientin aufrief. Es war Annett Berkau. Die junge Floristin war auffallend blass. Nur ihre Augen waren gerötet, als hätte sie geweint. Ihre blonden Haare waren im Nacken zu einem Knoten verschlungen. Eine Strähne war ihr in die Stirn gerutscht und fiel wie ein Schatten auf ihr Gesicht. Sie kam seit vielen Jahren in seine Praxis.

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