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Dr. Stefan Frank - Folge 2221

Inhalt

  1. Cover
  2. Impressum
  3. Wo bist du nur, mein Sohn?
  4. Vorschau

Wo bist du nur, mein Sohn?

Dr. Frank und eine verzweifelte Mutter auf der Suche nach ihrem Kind

Seit Christian sie verlassen hat, ist das Leben nicht einfach für die hübsche Buchhalterin Susanna. Ohne Christians Gehalt konnte sie die Raten für ihr Haus nicht mehr zahlen und musste deshalb wieder bei ihren Eltern einziehen. Auch mit ihren Sorgen um den gemeinsamen Sohn steht Susanna alleine da. Weil Anton viel zu früh zur Welt kam, ist er oft krank, vor allem mit der Lunge hat er häufig Probleme.

Als Christian eines Tages völlig unvermittelt wieder vor der Tür steht, traut Susanna ihren Augen kaum. Er will sie und Anton wirklich zurück? Aber warum denn auf einmal? Da stimmt doch etwas nicht! Zögerlich beschließt sie, Christian eine zweite Chance zu geben. Doch sie hätte auf ihr Gefühl hören sollen, denn bald schon ist Christian wieder verschwunden – und mit ihm Anton. Aber was das Schlimmste ist: Christian hat die Medikamente ihres Sohnes nicht mitgenommen! Und ohne seine Medizin droht Anton zu ersticken …

„Servus Frau Bayer, nehmen Sie bitte noch einen Augenblick Platz, Dr. Frank ist gleich frei“, sagte die Sprechstundenhilfe Martha Giesecke und blickte dann amüsiert auf Susanna Bayers Sohn, den achtjährigen Anton, der seine bunte Wollmütze abgenommen hatte und sein blondes Haar, das er wild hochgegelt hatte, mit den Fingern in Form brachte.

„Hallo junger Mann“, begrüßte sie ihn fröhlich. „Du hast aber eine tolle Frisur heute.“

„Sie sehen aber auch ganz toll aus, Schwester Martha“, gab der Kleine charmant zurück, strahlte die Sprechstundenhilfe aus klaren blauen Augen an und schielte dann auf das große Glas mit Bonbons.

„Mensch, Frau Bayer, auf den müssen Sie aber aufpassen. Wenn der größer ist, liegen ihm die Mädels bestimmt reihenweise zu Füßen – bei dem Charme!“

Martha grinste, strich ihren Kittel glatt und fuhr mit den Fingern durch ihr graues Haar; dann hielt sie Anton das Bonbonglas hin.

Über Susannas sehr hübsches, aber auch ernstes Gesicht huschte ein stolzes Lächeln. Anton war wirklich ausgesprochen höflich. Das Kind hatte gute Manieren, wie ihre Mutter immer sagte. Anton hatte schnell gelernt, dass er mit Witz und Freundlichkeit punkten konnte.

Mutter und Sohn setzten sich ins Wartezimmer. Anton packte die Süßigkeit aus und fingerte dann ein dickes Buch aus seinem Rucksack. Da das Lesezeichen herausgefallen war, blätterte er hindurch und suchte die Stelle, an der er weiterlesen musste.

Interessiert beobachtete ihn eine Patientin, die neben ihm saß.

„Sie lesen schon Harry Potter vor? Ich dachte immer, das wäre etwas für ältere Kinder“, sagte sie zu Susanna. „Der Kleine geht doch bestimmt noch nicht einmal zur Schule?“ ergänzte sie fragend.

„Erstens lese ich selbst, und zweitens gehe ich schon in die dritte Klasse“, antwortete Anton etwas eingeschnappt.

„Oh, Entschuldigung“, sagte die Dame und widmete sich wieder ihrer Zeitschrift.

Susanna blickte liebevoll auf ihren Sohn, der sich nun in sein Buch vertieft hatte. Anton, der als Frühchen zur Welt gekommen war, war sehr klein für sein Alter und wurde immer für viel jünger gehalten. In der letzten Zeit hatte Susanna das Gefühl, dass Anton darunter zu leiden begann. Auf dem letzten Klassenfoto war Anton der kleinste von allen Mitschülern, und oft fragte er seine Mutter, wann er denn endlich wachsen würde.

Wenn die Größe nur das einzige Problem wäre, dachte Susanna betrübt. Viel mehr Gedanken machte sie sich wegen der Atemprobleme ihres Kindes, auch eine Folge der zu frühen Geburt.

„Junger Mann, du bist an der Reihe. Und deine Mutter nehmen wir auch mit, oder?“, fragte Martha Giesecke augenzwinkernd, als sie die beiden ins Sprechzimmer holte.

„Guten Tag, Frau Bayer, guten Tag, Anton. Wie geht es dir?“, fragte Dr. Stefan Frank und deutete auf zwei Stühle, die vor seinem Schreibtisch standen.

„Mir geht es gut, Herr Dr. Frank. Wie geht es Ihnen?“, fragte Anton.

Der Arzt musste lachen; es gab nur wenige Patienten, die sich für sein Befinden interessierten.

„Danke, mir geht es sehr gut. Aber was dich betrifft, hast du wohl ein bisschen geflunkert, oder? Deine Mutter hat mir erzählt, dass du schlecht Luft bekommst und immer japsen musst, wenn du dich etwas anstrengst?“

„Ach, so schlimm ist das nicht. Meine Mama macht sich immer so große Sorgen. Ich muss bestimmt nicht wieder ins Krankenhaus“, sagte Anton mit ängstlicher Stimme.

„Ich werde dich jetzt erst einmal untersuchen, dann wissen wir mehr. Setz dich bitte auf die Liege, und zieh deinen Pullover und dein T-Shirt aus.“

Anton tat, wie ihm geheißen, machte seinen Oberkörper frei und blickte erwartungsvoll auf Dr. Frank, der sein Stethoskop hervorgeholt hatte.

Susanna schaute auf den mageren Körper ihres Sohnes; jede Rippe zeichnete sich gut sichtbar unter der blassen Haut ab.

„Anton isst so schlecht, Herr Dr. Frank“, sagte sie, so als müsse sie eine Erklärung dafür abgeben, dass ihr Kind so dünn war.

„Das ist bei Frühchen nichts Ungewöhnliches“, beruhigte sie der Arzt. „Die meisten sind schlechte Esser. Anton ist zwar sehr dünn, aber er ist ja auch ein ganz zarter Junge. Für seine Größe ist das Gewicht in Ordnung.“

Susanna nickte, aber so richtig beruhigt war sie nicht.

Dr. Stefan Frank horchte Anton ab, ließ ihn tief ein- und ausatmen, den Atem anhalten und dann husten.

„Also Anton, du weißt ja, dass du ganz empfindliche Lungen hast, das habe ich dir schon erklärt. Erinnerst du dich?“

„Natürlich. Das liegt daran, dass ich so früh auf die Welt gekommen bin und meine Lungen noch nicht ganz fertig waren, noch nicht ganz ausgereift …“, setzte Anton stolz nach, weil ihm das richtige Wort eingefallen war.

„Genau“, sagte Dr. Frank. „Das bedeutet, dass bei dir eine kleine Erkältung schon zu Problemen mit der Lunge führen kann. Sie rasselt. Willst du mal hören?“

Dr. Frank reichte Anton den Ohrbügel und legte ihm den Kopf des Stethoskops auf die Brust.

„Jetzt hol mal tief Luft, halte sie kurz an, und atme dann ganz langsam wieder aus.“

Anton atmete konzentriert.

„Sie haben recht. Es rasselt“, stellte Anton fest.

„Da bin ich aber froh, dass du meine Diagnose bestätigst“, scherzte Dr. Frank. „Es ist aber kein schlimmes Rasseln. Ich schreibe dir ein Medikament auf, und du inhalierst mehrmals am Tag. In ein paar Tagen sollte es besser sein. Du kannst dich wieder anziehen.“

Erleichtert atmete Susanna aus. Zum Glück nicht schon wieder eine Lungenentzündung!

„Ich würde gern noch kurz mit Ihnen sprechen“, sagte Susanna und blickte vielsagend auf Anton.

Dr. Frank verstand, dass die junge Mutter mit ihm allein reden wollte.

„Anton, kannst du bitte schon mal zu Schwester Martha gehen? Sie muss dich noch wiegen und messen“, sagte er, öffnete Anton die Tür und gab seiner Sprechstundenhilfe die entsprechenden Anweisungen.

„Was haben Sie auf dem Herzen, Frau Bayer?“, erkundigte er sich, als Anton den Raum verlassen hatte.

Susanna strich sich eine Strähne ihres langen blonden Haars aus der Stirn und hob den Blick. Sie hatte genauso strahlend blaue Augen wie ihr Sohn.

„Ich mache mir langsam Sorgen, weil Anton immer noch so klein ist. Er wächst kaum und ist der Kleinste in seiner Klasse.“

„Wird er denn deswegen gehänselt? Hat er Freunde?“

„Mit seinen Klassenkameraden kommt er gut aus, und er ist auch anerkannt, sagt seine Lehrerin. Aber außerhalb der Schule macht er kaum etwas mit seinen Mitschülern. Anton ist so viel allein! Er hat auch ganz andere Interessen als die anderen Kinder. Anton liest ein Buch nach dem anderen, übt freiwillig jeden Tag Klavier und hasst Fußball und all die Sportarten, bei denen körperliche Kraft eine Rolle spielt. Ich habe Angst, dass er sich isoliert. Es ist alles noch viel schlimmer geworden, seit Christian, sein Vater, weg ist.“

„Ich verstehe Ihre Sorge. Anton hat in seinem jungen Leben schon einiges durchgemacht. Aber er hat sich doch sehr gut entwickelt. Nach meinen Unterlagen wächst er zwar langsam, aber stetig. Außerdem ist er ein sehr kluger, aufgeweckter und witziger Junge – nur eben ein bisschen anders als seine Altersgenossen. Mein Eindruck ist, dass er im Kopf schon viel erwachsener ist als andere Kinder in seinem Alter. In den nächsten Jahren wird sich da bestimmt noch vieles ändern. Solange Sie nicht den Eindruck haben, dass Anton leidet, sehe ich keinen Handlungsbedarf“, versuchte Dr. Frank, Susanna zu beruhigen.

„Wahrscheinlich bin ich zu besorgt. Aber das ist doch ganz normal, wenn man ein Kind hat, das nach der Geburt fast gestorben wäre, dann ewig im Krankenhaus gelegen hat und so oft krank ist, oder? Meine Mutter sagt auch immer, ich soll gelassener werden, Anton würde seinen Weg schon gehen.“

„Ich schätze Ihre Mutter sehr, wie Sie wissen. Sie ist eine kluge und besonnene Frau. Sie können ruhig auf sie hören“, sagte Dr. Frank, der Antons Großmutter seit Jahren kannte.

„Ich wäre schon etwas beruhigter, wenn ich wüsste, ob Anton, wenn er ausgewachsen ist, eine normale Größe haben wird. In der letzten Zeit spricht er ständig davon, dass er gerne wachsen würde. Sie haben doch mal von einer Röntgenuntersuchung der Hand gesprochen …“

„Ja, man kann durch die Auswertung des Röntgenbildes der Hand die zu erwartende Größe eines Heranwachsenden bestimmen. Wir können das gerne veranlassen, wenn Sie es möchten. Bei Kindern wie Anton, die zwar wenig, aber immerhin stetig wachsen, wird in der Regel aber nichts unternommen, um das Wachstum anzuregen. Wenn überhaupt, setzt man später mit einer Hormontherapie ein.“

„Um Himmels willen, ich will Anton doch nicht mit Hormonen vollpumpen! Ich möchte es nur gerne wissen.“

„Dann machen Sie am besten einen Termin in der Waldner-Klink“, schlug Dr. Frank vor. „Dr. Waldner hat im letzten Jahr die Klinik um eine Kinderorthopädie erweitert, dort arbeiten ganz hervorragende Diagnostiker.“

***

„Habe ich dir schon gesagt, dass mein Bruder bald zurückkommt?“, fragte Susanna ihre Arbeitskollegin und Freundin Resi Stein.

Damit Susanna nicht sah, wie sehr sie die Nachricht schockierte, senkte Resi den Kopf und stocherte in ihrem Essen herum. Sie brauchte einen Augenblick, ehe sie antworten konnte.

„Nein, das wusste ich nicht“, brachte sie leise hervor, ohne ihre Freundin anzusehen.

Susanna hätte sich auf die Zunge beißen können. Vor lauter Freude über die Rückkehr ihres Bruders, der ein Jahr in den Vereinigten Staaten gearbeitet hatte, hatte sie ganz vergessen, dass jede Erwähnung ihres Bruders bei Resi Salz in alte Wunden streute.

„Entschuldigung, Resi“, sagte Susanna mitfühlend. „Tut es immer noch weh? Ich dachte, du wärst über Benjamin hinweg.“

Resi schüttelte sich kurz und blickte auf. Ihr Mund lächelte, aber an den Augen konnte Susanna erkennen, dass es ein aufgesetztes Lächeln war.

„Es ist besser, wenn ich weiß, dass Benjamin wieder da ist. So bin ich vorgewarnt, wenn ich ihm begegne.“

„Ich will mich ja nicht einmischen, aber ich würde es gut finden, wenn ihr euch aussprecht“, meinte Susanna ernst. „Benjamin wird erst einmal auch bei meinen Eltern wohnen, bis er etwas Eigenes findet. Willst du mich und Anton dann nicht mehr besuchen, weil du Angst hast, Benjamin zu treffen?“

„Im Prinzip hast du recht, aber ich weiß nicht, ob ich das kann. Kommt er allein zurück, oder bringt er seine amerikanische Poolschönheit mit?“, fragte Resi mit einem Kloß im Hals.

„Er kommt alleine. Es war bisher auch nicht die Rede davon, dass Mary-Ann nachkommt.“

„Sind sie nicht mehr zusammen?“, fragte Resi bemüht beiläufig.

„Das weiß ich nicht. Benjamin trägt sein Herz ja nicht gerade auf der Zunge, das weißt du doch am besten.“

„Es war der größte Fehler meines Lebens, mich von Benjamin zu trennen, als er nach Amerika gegangen ist“, seufzte Resi.

„Das mag ja sein, aber du hast dich von ihm getrennt! Du kannst doch Benjamin jetzt nicht ein Leben lang böse sein, weil er sich eine neue Freundin gesucht hat.“

„Böse trifft es nicht. Ich bin nicht böse auf ihn, ich bin nur einfach traurig, weil ich zu spät gemerkt habe, was Benjamin mir bedeutet.“

„Mensch, Resi, das Ganze ist jetzt über ein Jahr her. Vielleicht bildest du dir einfach nur ein, dass er der Mann deines Lebens ist. Es gibt so viele andere tolle Männer. Du bist hübsch, jung, witzig … du könntest doch sofort einen neuen Freund haben.“

„Du musst gerade reden!“, antwortete Resi leicht verärgert. „Deinem Christian trauerst du doch schon fast zwei Jahre nach. Jeden anderen, der sich für dich interessiert hat, hast du ohne näheres Hinsehen abserviert. Ich glaube, du bist in der Frage nicht die Richtige, mir Ratschläge zu geben.“

„Ich war immerhin sieben Jahre mit Christian zusammen, nicht nur ein paar Monate. Außerdem habe ich Anton. Da kann ich doch nicht ständig mit neuen Männern ankommen!“, verteidigte sich Susanna.

Die beiden sahen sich streitlustig in die Augen, keine sagte etwas.

Resi war die Erste, die es nicht mehr aushielt. Sie musste lächeln und legte über den Tisch der Kantine hinweg eine Hand auf Susannas Unterarm.

„Wir sind ganz schön bescheuert, dass wir uns über unsere Verflossenen streiten, oder?“, fragte sie, schon wieder beinah gut gelaunt.

Susanna ergriff Resis Hand und drückte sie.

„Stimmt! Wir sind halt beide treue Seelen. Eigentlich eine gute Eigenschaft, nur wenn der Partner nicht mitspielt …“

„Mein Essen ist kalt geworden, außerdem habe ich keinen Appetit mehr.“ Resi schob das Tablett mit dem fast unberührten Essen über den Tisch. „Was ist mit dir? Soll ich uns noch einen Kaffee holen?“

„Ja, gerne. Wie immer mit viel Milch und ohne Zucker.“

„Meine liebe Freundin, wir kennen und jetzt seit zehn Jahren, und du denkst wirklich, ich weiß immer noch nicht, wie du deinen Kaffee trinkst?“, tadelte Resi lächelnd.

Während ihre Freundin die Getränke holte, sah sich Susanna in der inzwischen recht leer gewordenen Betriebskantine um. In der hinteren Ecke hatte man schon angefangen, für das Betriebsfest am nächsten Freitag zu schmücken.

Susanna seufzte leise. Eigentlich hatte sie keine Lust auf die Feier mit den Kollegen. Aber ihr Chef sah es gern, wenn alle Mitarbeiter der Abteilung erschienen, also hatte sie zugesagt.

Am großen Nebentisch hatten sich zwei Männer angeregt unterhalten; einer der beiden stand nun auf und ging. Susanna kannte die beiden nicht. Das war allerdings in einem Verlag mit fast dreihundert Angestellten auch kein Wunder. Wahrscheinlich kannte sie aber die Namen der Männer, denn als Buchhalterin war sie unter anderem für Löhne und Gehälter zuständig.

Manchmal machte sie sich den Spaß und ordnete den unbekannten Kollegen, die in der Kantine in ihrer Nähe saßen, einen Namen zu. Natürlich konnte sie nie überprüfen, ob sie einen Treffer gelandet hatte.

Susanna musste kichern, als sie an ihr albernes Spiel dachte.

In dem Augenblick bemerkte sie, dass der Mann vom Nebentisch sie freundlich anlächelte. Seine dunklen Augen blitzten und strahlten mit seinen weißen Zähnen um die Wette. Aufmunternd hob der Fremde seine Kaffeetasse, um Susanna über den Tisch hinweg zuzuprosten.

Susanna war so verdutzt, dass sie mit ihrem Wasserglas die Geste erwiderte, ohne groß darüber nachzudenken.

Der Mann stand auf, und für einen Moment dachte Susanna, er würde an ihren Tisch kommen. Aber als er Resi mit den Kaffeetassen kommen sah, nickte er ihr bloß kurz zu und lenkte seine Schritte dann in Richtung Ausgang.

„Na, sieh mal an“, kommentierte Resi. „Kaum hat man dich mal für drei Minuten allein gelassen, verdrehst du schon dem neuen Kollegen den Kopf.“

„Ach, was du immer denkst!“ Susanna winkte ab, doch dann siegte ihre Neugier. „Du kennst den? Wer ist das?“

„Also doch! Du bist interessiert. Schau, schau. Der gut aussehende junge Mann heißt Julian Grünthal, ist Grafiker und arbeitet seit vorgestern in meiner Abteilung. Er ist Single, kommt aus einem kleinen Dorf in der Nähe von Kreuth und kennt noch niemanden in München. Sein bester Freund heißt Gunnar, wohnt in Garmisch und ist bei der Bergwacht. Julian spielt Klavier und ist Hobbyastronom. Nett ist er außerdem, eher einer von der ruhigen Sorte.“

„Privatdetektivin Resi Holmes hat wieder zugeschlagen! Wie hast du denn das alles in zwei Tagen herausbekommen?“, wunderte sich Susanna.

„Ich habe eben Interesse an meinen Mitmenschen – und einen Mund, um Fragen zu stellen“, antwortete Resi mit Unschuldsmiene.

***

„Dreckwetter“, schimpfte Christian Berger, als er durch den Schneematsch stiefelte.

Noch etwas verkatert schloss er die Tür zu seiner Bar Sexy-Hexy auf, die in einer kleinen Nebenstraße der Hamburger Reeperbahn lag. Das schummerige Licht erhellte den Raum nur wenig, abgestandene, kalte Kneipenluft empfing ihn.

In einer Stunde würde er öffnen.

Christian drehte die Heizung auf, ging in einen kleinen Hinterraum und suchte nach Putzeimer, Schrubber und Reinigungsmitteln.

„So weit ist es schon gekommen, dass der Chef selbst putzen muss“, grummelte er schlecht gelaunt. Eine Putzfrau konnte er schon seit Wochen nicht mehr bezahlen. Die Bar lief zwar recht gut, aber Christian hatte sich mit seinen Krediten übernommen.

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