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Dr. Stefan Frank - Folge 2214

Talfahrt ins Glück

Als die hübsche Ina im Skiurlaub der Liebe begegnete

Ich hoffe ja, dass wir die drei Männer von der Talstation wieder treffen“, sagte Dora mit einem verschwörerischen Lächeln. „Ich nehme den großen Blonden mit den lachenden grünen Augen, und für dich habe ich den gut gebauten Schwarzhaarigen mit dem markanten Gesicht vorgesehen.“

„Mein Dorchen ist wie immer auf Männersuche! Es wird wirklich Zeit, dass dir mal der Richtige über den Weg läuft. Was ist denn mit Nummer drei?“, fragte Ina belustigt. „Für wen hast du den vorgesehen?“

„Nun, der sieht auch ganz gut aus. Er hat braune lockige Haare, aber darauf stehen wir ja beide nicht so, oder?“

Ina muss der Freundin recht geben, und so entscheidet sie sich für den attraktiven Mann mit dem schwarzen Haar – ein fataler Fehler, denn Torsten ist nur auf eins aus: Inas Vermögen!

„Na, kommst du auch schon? Entdeckst du gerade die Langsamkeit?“, fragte Alexandra Schubert und blickte Dr. Stefan Frank belustig an.

Sie stand am Ende der Abfahrt und hatte sich demonstrativ gelangweilt auf ihre Skistöcke gestützt. Unter der bunten Strickmütze lugten ein paar dunkle Locken vorwitzig hervor, ihre Wangen waren von der kalten Luft gerötet, und ihre Augen blitzen herausfordernd.

„Mit dir kann ich einfach nicht mithalten“, stieß Stefan Frank atemlos hervor. „Man merkt, dass du schon auf Skiern gestanden hast, bevor du richtig laufen konntest.“

Wieder etwas zu Atem gekommen, nahm er Alexandra in die Arme und küsste sie zärtlich.

„Lass uns noch einmal fahren, Stefan, ja?! Das Wetter ist so herrlich, und morgen wird die Piste bestimmt voller sein.“

„Wie könnte ich dir etwas abschlagen, mein Schatz! Also los, auf zum Lift!“

Die beiden Ärzte hatten sich ab Freitagmittag freigenommen, um ein langes Wochenende in Garmisch-Partenkirchen zu verbringen.

Sie stapften durch den Neuschnee zum Lift und bewegten sich auf die kurze Schlange von Skifahrern zu. Die Letzten in der Reihe waren zwei Frauen in modischen pinkfarbenen Skianzügen – der letzte Schrei in dieser Saison, wie Alexandra ihrem Freund erklärte.

Als die beiden Ärzte die Warteschlange erreichten, drehten sich die pinkfarbenen Frauen zu ihnen um.

„Dr. Frank?! Dr. Schubert? Sie sind auch hier?!“, fragte Ina Henning erstaunt, nachdem sie einige Male irritiert zwischen den beiden hin- und hergeschaut hatte. Ihre Augen hinter den starken Brillengläsern schienen bei jedem erneuten Hin und Her größer zu werden.

„Grüß Gott! Ja, Frau Hennig, wie Sie sehen, sind wir auch hier“, lachte Dr. Frank. „Ich kann ja meinen Patienten nicht immer nur empfehlen, Sport zu treiben, ich muss auch mal mit gutem Beispiel vorangehen!“

„Ja, natürlich! Es ist nur so eigenartig, jemanden an einem Ort zu treffen, wo man ihn nicht erwartet. Bleiben Sie auch über das Wochenende? Ach, übrigens, das ist meine Freundin Dora Taden“, stellte Ina die junge hübsche Frau an ihrer Seite vor. „Dora, das sind Dr. Schubert, meine Augenärztin, und Dr. Frank, mein Hausarzt.“

Dora zog ihre Handschuhe aus und reichte Dr. Schubert und Dr. Frank die Hand.

„Guten Tag. Ina hat schon oft von ihren beiden Lieblingsärzten gesprochen“, sagte sie mit einem verschmitzten Lächeln.

„Servus, Frau Taden. Ich hoffe, Frau Hennig hat nur Gutes über uns erzählt!“, erwiderte Alexandra freundlich.

In die Schlange kam Bewegung. Ina und Dora bestiegen schon den Lift.

„Es hätte mich auch gewundert, wenn wir nicht wieder Patienten getroffen hätten“, sagte Alexandra Schubert. „Weißt du noch beim letzten Mal?“

„Diesmal bleibt es uns hoffentlich erspart, als Ärzte gefordert zu werden. Es wäre schön, einfach mal drei Tage auszuspannen. Aber wenn tatsächlich Not am Mann ist, ist das nicht zu ändern. Wir sind ja schließlich Ärzte geworden, um Menschen zu helfen“, sagte Dr. Stefan Frank.

„Ich sehe das doch genau so, Stefan. Ich würde allerdings auch helfen, wenn Not an der Frau ist!“, neckte ihn seine Freundin.

Nun waren die beiden an der Reihe und fuhren nach oben. Der Schnee blitzte in der Sonne, und die Zugspitze wirkte zum Anfassen nah. Herrlich war es auf dem Berg!

An der Gipfelstation beschlossen die beiden Ärzte, noch einen Tee zu trinken, bevor sie sich an die letzte Abfahrt des heutigen Tages machten. Von der Veranda der kleinen Hütte an der Bergstation aus hatten sie einen wunderschönen Blick auf die glitzernden Pisten, die ins Tal führten.

Ina und Dora waren gut zu erkennen, in ihren leuchtenden Skianzügen stachen sie aus der Masse der Skifahrer hervor. Die beiden Frauen umarmten sich lachend und schienen sich prächtig zu amüsieren.

„Ich bin froh, dass Frau Hennig offensichtlich wieder Freude am Leben hat. Die ersten Monate nach dem Tod ihrer Tante hatte sie sich sehr zurückgezogen“, sagte Dr. Stefan Frank. „Sie hat viel Zeit gebraucht, um diesen Schicksalsschlag zu verwinden.“

„Ja, sie hat auch mir davon erzählt, wie sehr sie ihre geliebte Tante Käthe vermisst. Schließlich war ihre Tante ja über viele Jahre hinweg Mutter- und Vaterersatz für sie. Ich glaube übrigens, dass bei Frau Hennings Kurzsichtigkeit die Psyche eine große Rolle spielt. Nach dem Tod ihrer Tante haben sich ihre Augen dramatisch verschlechtert. Sie ist inzwischen so kurzsichtig, dass sie ohne Brille völlig hilflos ist.“

„Frau Hennig hat mir bei ihrem letzten Besuch gesagt, dass ihre Fehlsichtigkeit nun schon seit ein paar Monaten konstant ist. Sie überlegt doch sogar, sich die Augen lasern zu lassen. Hat sie mit dir nicht darüber gesprochen? Du bist doch ihre Augenärztin!“

„Doch, natürlich haben wir darüber gesprochen“, versicherte Dr. Alexandra Schubert. „Aber ihre Hornhaut ist sehr dünn, deshalb habe ich ihr von dem Eingriff abgeraten.“

„Ich finde, dass Frau Henning eine Brille ausgezeichnet steht“, meinte Stefan Frank. „Ohne würde sie nicht besser aussehen.“

„Ach, schau an, auf so etwas achtest du bei deinen Patientinnen!“, erwiderte Alexandra lachend. „Aber du hast recht: Ina ist eine hübsche junge Frau. Allerdings könnte sie ein bisschen mehr aus sich machen. Modisch ist sie nicht besonders mutig.“

„Ich weiß nicht. Ich würde niemals in so einem rosafarbenen Skianzug in der Öffentlichkeit auftauchen“, widersprach Stefan und suchte mit den Augen nach den beiden pinkfarbenen Punkten, die nun den Berg hinunterrasten. „Ich finde das sehr mutig.“

„Das ist nicht Rosa, das ist Pink! Ich würde dich so gern mal in einem pinkfarbenen Anzug sehen, mein Schatz. Das würde dir bestimmt gut stehen.“ Sie grinste ihn an. „Aber um auf unsere Patientin zurückzukommen: Ich vermute mal, dass ihre Freundin da ein wenig die Finger im Spiel hat. Hast du gesehen, wie sorgfältig Frau Taden geschminkt war? Da merkt man gleich, dass Inas Freundin viel Wert auf ihr Äußeres legt. Vielleicht zieht sie Ina ja etwas mit, damit aus dem Entchen ein Schwan wird.“

Die Sonne verschwand schon langsam hinter den Berggipfeln. Es wurde Zeit, die Abfahrt anzugehen, wenn sie noch im Hellen ihre Unterkunft erreichen wollten.

In sanften Schwüngen fuhren sie ins Tal hinunter. Diesmal bemühte sich Dr. Stefan Frank noch mehr, mit der Geschwindigkeit seiner Freundin mitzuhalten. Stolz stellte er fest, dass sich der Abstand zwischen ihm und Alexandra verringerte.

Dass Alexandra lächelnd ihre Fahrt gebremst hatte, bemerkte er nicht.

***

„Puh, jetzt bin ich aber fix und fertig!“, stöhnte Ina und ließ sich auf das Bett in dem winzigen Pensionszimmer fallen.

„Ein ganzer Tag auf der Piste, das macht echt platt“, meinte auch Dora und legte sich neben ihre Freundin.

Eine Zeit lang schwiegen beide Frauen erschöpft, und Ina lauschte auf die regelmäßigen tiefen Atemzüge ihrer Freundin.

„Jetzt bloß nicht einschlafen, Dora“, mahnte Ina und gab ihr einen sanften Stoß in die Seite. „Wir müssen noch mal los. Ich muss dringend etwas essen.“

„Ja, ich weiß“, gähnte Dora. „Ich will doch auch unbedingt noch raus. Gönn mir bitte nur zehn Minuten, ja? Du kannst ja schon unter die Dusche gehen. Wenn du fertig bist, stehe ich sofort auf.“

Ina rappelte sich hoch und verschwand im Badezimmer. Frisch geduscht, mit einem großen Handtuchturban über den nassen Haaren, betrat sie nach einer Viertelstunde wieder das gemeinsame Zimmer und musste Dora wecken, die tief eingeschlafen war.

„Aufstehen, Dorchen, deine Freundin hat Hunger! Wenn ich nicht bald was kriege, wird mir schlecht.“

„Das kann ich natürlich nicht zulassen“, sagte Dora, schwang sich aus dem Bett und ging ins Bad.

Während Dora unter der Dusche stand, föhnte sich Ina vor dem kleinen Spiegel der Frisierkommode ihre langen blonden Haare und band sie dann zu einem bequemen Pferdeschwanz.

Sie ging zum Kleiderschrank, in dem sie die neuen Sachen untergebracht hatte, die sie gestern mit Dora in Garmisch gekauft hatte. Ina hatte sich von Dora überzeugen lassen, einige – für ihre Begriffe – gewagte Kleidungsstücke zu kaufen. Jetzt war sie sich allerdings nicht mehr so sicher, ob sie diese auch tragen würde.

Sie nahm den neuen Kaschmirpullover aus dem Schrank. Er fühlte sich wunderbar an: weich und warm und doch ganz leicht. Aber dieses Türkis?! Nein, das war ihr doch zu schrill.

Ina entschied sich nach kurzem Suchen für eine beigefarbene Bluse mit Stehkragen, darüber zog sie eine hellbraune Strickweste. Jetzt noch die dunkelbraune Stoffhose und die neuen Winterstiefel, dann konnte es losgehen.

Dora kam aus dem Bad und schaute Ina mit großen Augen an.

„Wie hast du dich denn zurechtgemacht? Du gehst zum Après-Ski und nicht zu einem Bewerbungsgespräch als Buchhalterin!“

„Was gefällt dir denn nicht? Das ist doch eine schöne Bluse, oder?“

„Ach, Ina, wir haben so tolle Sachen für dich gekauft! Heute Abend trägst du den türkisen Kaschmirpulli und dazu die passende Wildlederhose. Bitte, bitte! Und wenn du es nur für mich tust! Und noch was: Lass doch dein Haar offen. Wenn ich so schöne Haare hätte, würde ich die niemals zusammenbinden“, sagte Dora wehmütig und strich sich über ihr dünnes schwarzes Haar, das sie nur kurz tragen konnte, wenn es einigermaßen aussehen sollte.

Ina brummte noch etwas von „schöner Bluse und bequemer Hose“, leistete aber keinen wirklichen Widerstand, sondern zog sich um.

„Mensch, siehst du gut aus! Die Sachen sitzen wie angegossen. Endlich sieht man mal deine Modellfigur. Schau in den Spiegel. Los! Bist du nicht auch ganz begeistert von dir?“, sagte Dora mit aufrichtiger Bewunderung.

Ina schloss den Kleiderschrank, um sich im Spiegel an der Schranktür zu betrachten.

„Ja, sieht ganz gut aus“, sagte sie bescheiden. „Aber ich fühle mich trotzdem ein bisschen verkleidet.“

„Papperlapapp! Du gehst heute so los! Und vergiss nicht, den neuen Lipgloss aufzutragen!“

Während Ina den Pferdeschwanz löste und sich noch einmal das Haar kämmte, kleidete Dora sich an.

„Du siehst auch toll aus, Dora. Als du gestern die bunte Strumpfhose und den karierten Minirock gekauft hast, hätte ich nie gedacht, dass das so klasse aussieht“, bewunderte Ina ihre modemutige Freundin.

„So, können wir jetzt endlich?“, fragte Dora, nachdem sie sich noch etwas Rouge auf die Wangen getupft hatte.

„Ja, sofort. Ich muss noch das Medaillon von Tante Käthe umlegen.“

Ina Henning war mehr oder weniger bei ihrer Tante Käthe Schmidt aufgewachsen. „Tante“ war eigentlich nicht ganz der richtige Begriff, denn Tante Käthe war die Schwester ihrer Großmutter. Inas Eltern hatten sich getrennt, als ihr Kind zwei Jahre alt gewesen war. Anschließend war Inas Vater verschwunden, und drei Jahre später erkrankte Inas Mutter an Multipler Sklerose.

Einige Zeit lebten Mutter und Tochter allein in München, aber nach einem erneuten Schub war Frau Henning nur noch eingeschränkt arbeitsfähig und hatte Schwierigkeiten, die Treppe zu ihrer Altbauwohnung im vierten Stock zu bewältigen. Die Rettung kam von der wohlhabenden Tante Käthe. Sie bot an, Mutter und Tochter bei sich in ihrer „Villa Schmidt“ in Grünwald aufzunehmen.

Das war für Ina das größte Glück in ihrem bisher nicht so glücklichen Leben. Tante Käthe liebte Ina und las ihr jeden Wunsch von den Augen ab. Auch als es Frau Henning immer schlechter ging, half Tante Käthe, wo sie nur konnte. Sie pflegte Inas Mutter und griff der Kleinfamilie finanziell unter die Arme.

Allerdings konnte sie nicht verhindern, dass in den nächsten fünf Jahren die heimtückische Krankheit immer mehr von Frau Hennings Kraft fraß. Inas Mutter starb, als ihre Tochter gerade zwölf geworden war.

Durch die Liebe und Zuwendung von Tante Käthe überstand das junge Mädchen die schwere Zeit. Deshalb war es für Ina ein besonders großer Schock gewesen, als vor einem Jahr auch ihre Tante starb – in einem biblischen Alter von zweiundneunzig Jahren.

Ina vermisste sie noch heute jeden Tag. Und auf das große Vermögen, das ihr Tante Käthe hinterlassen hatte, hätte Ina sofort verzichtet, wenn Käthe nur noch leben würde.

„Wusste ich‘s doch. Die Kette war noch im Bad“, rief Ina triumphierend und hielt ein hübsches Medaillon an einer Goldkette hoch. Seit dem Tod ihrer Tante trug sie es jeden Tag.

Ina legte sich die Kette um den Hals und öffnete die Schieße des Medaillons. Das goldene Schmuckstück war eine kostbare Handarbeit, ein altes Familienerbstück. Auf dem goldenen Deckel waren feine Linien eingraviert, und in der Mitte prunkte ein Kreis aus kleinen, in allen Farben schillernden Diamanten; in der Mitte des Kreises funkelte ein blutroter Rubin.

Im aufgeklappten Medaillon waren Fotos von Inas Mutter und Tante Käthe zu sehen – den beiden Menschen, die Ina am meisten geliebt hatte. Jedes Mal, wenn Ina die Bilder betrachtete, kamen ihr die Tränen; sie fühlte sich einsam und verlassen.

Ja, sie hatte viel Geld und würde nie finanzielle Sorgen haben, aber sie spürte am eigenen Leib, wie wahr der Spruch, den Tante Käthe so gern zitiert hatte, doch war: „Geld allein macht nicht glücklich.“

Tante Käthe und ihre Kalendersprüche, dachte Ina und lächelte traurig.

„Wie heißt die Hütte noch mal, zu der wir gehen wollten?“, fragte Ina und versuchte, die trüben Gedanken abzuschütteln.

Drehmöser 9“, antwortete Dora. „Nach den Informationen aus dem Internet DIE Location in Garmisch für Après-Ski.“

„Okay. Dann auf ins Drehmöser.“

„Ich hoffe ja, dass wir die drei Männer von der Talstation dort wieder treffen“, sagte Dora mit einem verschwörerischen Lächeln.

„Welche Männer?“

„Ina, hattest du wieder deine Brille nicht auf? Die drei, die unten in der Talstation saßen, als wir ankamen! Die Typen, die uns so freundlich gegrüßt haben.“

„Hab ich nicht gesehen.“

„Umso besser, dann darf ich mir zuerst einen aussuchen. Ich nehme den großen Blonden mit den lachenden grünen Augen. Und für dich habe ich den gut gebauten Schwarzhaarigen mit dem markanten Gesicht vorgesehen.“

„Mein Dorchen ist wie immer auf Männersuche! Es wird wirklich Zeit, dass dir mal der Richtige über den Weg läuft. Was ist denn mit Nummer drei?“, fragte Ina belustigt. „Für wen hast du den vorgesehen?“

„Nun, der sieht auch ganz gut aus. Er hat braune lockige Haare, aber darauf stehen wir ja beide nicht so, oder? Aber wenn du willst, kannst du auch den nehmen. Hauptsache, du funkst mir nicht bei dem Blonden dazwischen!“

„Ich will gar keinen“, sagte Ina, doch es klang nicht sehr überzeugend.

Wenn sie ehrlich zu sich war, musste sie sich eingestehen, dass sie sich nach einem verlässlichen Partner sehnte. Nach jemandem, der ihre Einsamkeit vertrieb und mit dem sie eine Familie gründen konnte. Aber dass sie den ausgerechnet beim Après-Ski kennenlernen würde, bezweifelte sie doch sehr.

Dora Taden hingegen war ganz offensichtlich auf der Suche nach dem richtigen Mann. Egal, wo sie war, die Männer-Such-Antennen waren immer ausgefahren. Dora wollte unbedingt eine Familie mit mindestens drei Kindern.

Seit zwei Jahren hörte sie ihre biologische Uhr immer lauter ticken. Ihr Ziel war es, mit spätestens dreißig in den Hafen der Ehe eingelaufen zu sein. Ein Jahr hatte sie noch Zeit.

Bisher war sie immer an Männer geraten, die sich zwar gern mit der hübschen, immer gut gelaunten und quirligen Dora vergnügen wollten, aber kein Interesse hatten, mit ihr in die Familienplanung einzusteigen.

Ina und Dora verließen die Pension und stiegen den Hausberg hinauf zum Drehmöser 9.

Noch waren nur wenige Tische besetzt. Dora ließ ihren Blick über die Gäste schweifen und stieß Ina an.

„Schau, da drüben an dem Tisch, unter dem Bild von der Zugspitze, da sitzen die drei von der Talstation. Wusste ich doch, dass wir sie hier treffen. Wenn das mal kein gutes Zeichen ist!“

Ina schaute möglichst unauffällig in die Richtung, die Dora ihr gewiesen hatte. Der Schwarzhaarige sah wirklich gut aus!

Der mit den braunen Locken sah plötzlich auf, und sein Blick traf den von Ina. Er lächelte sie offen und freundlich an.

Schnell drehte Ina den Kopf zur Seite und kramte in ihrer Handtasche, eine zarte Röte hatte sich auf ihre Wangen gelegt.

Dora wählte einen Tisch, der einen freien Blick auf den der drei Freunde zuließ.

„Was trinken wir?“, fragte Ina.

„Ich beginne mit einem Jagertee, das gehört einfach zum Après-Ski dazu.“

„Tee mit Rum, nein danke. Ich möchte einen Rotwein“, sagte Ina, die sich schon die Speisekarte vorgenommen hatte. Auf einmal hatte sie einen Bärenhunger.

„Ina, sieh mal, das ist doch deine Frau Doktor, die da eben reingekommen ist, oder?“

„Ja, tatsächlich. Man könnte denken, in Garmisch gäbe es nur ein Lokal. Hier treffen sich wohl alle!“

Alexandra Schubert blickte sich im

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