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Dorian Hunter - Folge 016

Inhalt

  1. Cover
  2. Impressum
  3. DER MOLOCH
  4. Kapitel 1
  5. Kapitel 2
  6. Kapitel 3
  7. Kapitel 4
  8. Kapitel 5
  9. mystery-press
  10. Vorschau

Auf Schloss Lethian an der österreichisch-slowenischen Grenze gerät der Reporter Dorian Hunter in ein Abenteuer, das seinen Verstand übersteigt. Die acht Männer, die seine Frau Lilian und ihn begleiten, sind seine Brüder – gezeugt in einer einzigen Nacht, als die Gräfin von Lethian, selbst eine Hexe, sich mit dem Teufel Asmodi vereinigte! Dorians Brüder nehmen die Offenbarung euphorisch auf. Nur Dorian will sein Schicksal nicht akzeptieren. Er tötet seine Mutter und eröffnet die Jagd auf seine Brüder. Danach steckt er das Schloss in Brand und flieht mit seiner Frau. Aber Lilian hat bei der Begegnung mit den Dämonen den Verstand verloren. Übergangsweise bringt Dorian sie in einer Wiener Privatklinik unter, die auf die Behandlung psychischer Störungen spezialisiert ist – und begegnet kurz darauf der jungen Hexe Coco Zamis, die von ihrer Familie den Auftrag erhalten hat, Dorian zu töten. Doch Coco verliebt sich in den Dämonenkiller und wechselt die Seiten, wodurch sie nicht nur ihre magischen Fähigkeiten verliert, sondern darüber hinaus aus der Schwarzen Familie ausgestoßen wird.

Coco wie auch Dorian sind nun gleichzeitig Jäger und Gejagte, denn Dorian hat sich geschworen, seine Brüder, die das Feuer auf Schloss Lethian offenbar allesamt überlebt haben, zur Strecke zu bringen. In London tötet er Roberto Copello, nachdem dieser den Secret-Service-Agenten Donald Chapman auf Puppengröße geschrumpft hat. Mit Hilfe des Secret Service gründet Dorian die »Inquisitionsabteilung«, der nicht nur er selbst, sondern auch Coco und der Puppenmann Chapman fortan angehören. Ein weiteres »inoffizielles« Mitglied ist der geheimnisvolle Hermaphrodit Phillip, dessen Adoptiveltern von Dämonen getötet wurden. Zum Hauptquartier der Inquisitionsabteilung wird die Jugendstilvilla in der Baring Road, in der Phillip aufgewachsen ist, doch gleichzeitig stöbert Dorian Hunter weiter in der Bibliothek seines alten Reihenhauses in der Abraham Road nach Hinweisen auf dämonische Umtriebe – und stößt auf das Tagebuch des Barons Nicolas de Conde, der auf dem Eulenberg nahe Nancy im Jahr 1484 seine Seele dem Teufel verkaufte. De Conde bereute, wurde zum Hexenjäger und Mitautor des »Hexenhammers« und starb als angeblicher Ketzer. Der Fluch erfüllte sich. Seither wird de Condes Seele nach jedem Tod in einem neuen Körper wiedergeboren – und tatsächlich gelingt es ihm als Dorian Hunter, Asmodi zu vernichten!

Aber das Oberhaupt, das Hunter alias de Conde damals das ewige Leben versprochen hatte, war in der Gegenwart nur noch ein armseliges, schwaches Geschöpf. Sein Nachfolger auf dem Thron der Schwarzen Familie – und damit Dorians Vater – ist Asmodi II., der einst seiner Geliebten Valiora ein Pfand schenkte. Wer dieses Pfand besitzt, besitzt Macht über Asmodi! Angeblich befindet es sich auf Haiti – doch auf der Reise dorthin wartet der Moloch …

DER MOLOCH

von Ernst Vlcek

Der Fürst der Finsternis ließ die beiden Todeskandidaten vorführen und stellte sie vor die Wahl: »Wollt ihr gegen Haie kämpfen, oder zieht ihr die Alternative vor?«

Die beiden braungebrannten Burschen, die bis auf eine Badehose nackt waren, wechselten einen unsicheren Blick, dann sagte der größere von ihnen: »Wir haben uns für die Alternative entschlossen, Signor Chalkiris.«

Asmodi verzog seinen fleischigen Mund zu einem spöttischen Lächeln. »Es ist immer das Gleiche. Alle ziehen die unbekannte Gefahr den Haien vor. Dabei sind die Haie viel harmloser. Aber ihr habt eure Wahl getroffen. Ihr kennt die Spielregeln?«

Die beiden Sizilianer nickten. Der kleinere von ihnen befeuchtete sich die Lippen und deutete auf das fünfzig Meter lange Becken mit Meerwasser. »Wir sollen versuchen, die Länge des Bassins zu durchschwimmen. Gelingt es uns, dann sind wir frei und bekommen jeder noch zusätzlich fünfhunderttausend Lire.«

1. Kapitel

»So ist es«, bestätigte Anatoll Chalkiris. Er wandte sich von den beiden jungen Männern ab und dem kleinen, etwas rundlich wirkenden Mann im Hintergrund zu. »Kommen Sie, Olivaro! Wir wollen uns das Schauspiel aus einer anderen Perspektive ansehen.« Mit gesenkter Stimme fügte er hinzu: »Die Fütterung wird für Sie ein unvergessliches Erlebnis sein.«

Olivaro folgte dem Oberhaupt der Schwarzen Familie über eine Treppe in einen unterirdisch gelegenen Raum. Es war eine große, langgestreckte Halle – fünfzig Meter lang und zwanzig breit –, in der moderne geschmackvolle Couchtische und breite, daunengefüllte Lederfauteuils, in denen man fast versank, standen. Der Boden bestand aus spiegelglatt geschliffenem Marmor, die eine Wand auf ihrer ganzen Länge von fünfzig Metern aus dickem Panzerglas. Dahinter war eine exotisch anmutende Unterwasserlandschaft zu sehen, wie man sie im Mittelmeer nur noch selten antraf. Davor nahmen die beiden Dämonen schweigend Platz.

Olivaro suchte in dem riesigen Aquarium vergeblich nach Fischen.

»Jetzt!«, sagte Asmodi.

Als hätten die beiden Schwimmer sein Startzeichen gehört, sprangen sie ins Wasser. Für einige Sekunden tauchten sie unter Wasser. Ihre Gesichter waren der Glaswand zugewandt. Ihre Augen waren groß und starr; Angst war darin zu lesen. Asmodi weidete sich an dem Anblick. Unwillkürlich ergriff er Olivaros Hand und drückte sie. Olivaro behagte diese Vertraulichkeit nicht besonders, das war ihm anzumerken, aber er wagte es nicht, Asmodi die Hand zu entziehen.

»Passen Sie jetzt gut auf!«, sagte der Fürst mit vor Erregung leicht zitternder Stimme.

Olivaro starrte durch das Glas, konnte aber noch nichts Außergewöhnliches entdecken. Die beiden jungen Männer hatten bereits zwanzig Meter zurückgelegt. Sie waren ausgezeichnete Schwimmer.

Plötzlich kam in den Boden der Unterwasserlandschaft Bewegung. Olivaro hielt unwillkürlich den Atem an, als sich zwischen den Wasserpflanzen ein unförmiges Gebilde erhob. Es musste ein Lebewesen sein, denn es bewegte sich eindeutig aus eigener Kraft, andererseits wiederum besaß es überhaupt keine bestimmte Form. Es hätte ein Riesenkrake sein können oder eine Qualle von bisher nie gesehener Größe, aber Olivaro wusste, dass es etwas anderes sein musste, etwas ganz und gar Fremdartiges; eine Spezialität Asmodis.

Das Ding schwebte langsam zur Wasseroberfläche empor, auf die beiden Schwimmer zu, die nur noch fünfzehn Meter vom anderen Ufer entfernt waren. Der eine von ihnen tauchte während des Schwimmens mit dem Kopf kurz unter, und sein Gesicht verzerrte sich zu einer Maske des Entsetzens, als er das riesige Ding sah, das rasend schnell auf sie zuschoss. Asmodi drückte Olivaros Hand fester; sie war schweißnass. Aus seinem halb geöffneten Mund kam ein obszönes Keuchen.

Jetzt hatte das Ding die beiden Schwimmer erreicht. Es dehnte sich in die Breite. Die flossenartigen Auswüchse legten sich blitzartig um die beiden Opfer und umschlossen sie. Eine Weile ragten noch die wild um sich schlagenden Arme aus einer Öffnung; kurz erschien auch der Kopf des einen Burschen. Er wollte nach Luft schnappen, doch da legte sich die quallige Körpermasse über sein Gesicht. Das Ding hatte seine beiden Opfer nun völlig eingeschlossen, tauchte mit ihnen in die Tiefe und verbarg sich hinter den Wasserpflanzen. Olivaro musste lange warten, bis sich wieder etwas ereignete. Es waren gut zehn Minuten vergangen, als sich eine Öffnung in dem unheimlichen Lebewesen auftat, und aus dieser nach und nach die Gebeine der beiden Männer ausgestoßen wurden. Jetzt verstand Olivaro, was Asmodi mit »Fütterung« gemeint hatte.

Asmodi seufzte genüsslich. Sein schweißbedecktes Gesicht wirkte nun entspannt und zeigte einen fast seligen Ausdruck. »Der Moloch ist unersättlich«, sagte er bewundernd. »Er verdaut die Nahrung schneller, als ich sie herbeischaffen kann. Wie hat es Ihnen gefallen, Olivaro?«

»Ich bin beeindruckt. Bisher wusste ich noch gar nichts von der Existenz dieses Monstrums, und ich frage mich, warum Sie mich Zeuge seiner Fütterung werden ließen.«

»Sie haben recht, Olivaro, das hat einen bestimmten Grund.« Asmodis Tonfall wurde von einem Augenblick zum anderen wütend. Sein Chalkiris-Gesicht zerfloss für die Länge eines Atemzuges zu einer Teufelsfratze. Hasserfüllt stieß er hervor: »Ich wollte Ihnen nur zeigen, welches Schicksal Dorian Hunter erwartet. Sie sollen wissen, dass er kürzlich auf dieser Insel auftauchte und mir ein wichtiges Geschäft kurz vor dem Abschluss sabotierte. Meine Verhandlungspartner haben es mit der Angst zu tun bekommen und Hals über Kopf die Insel verlassen. Es kann Monate dauern, bis der Schaden wiedergutgemacht ist.«

»Was sind schon Monate für den Fürsten der Finsternis?«

»Um den Zeitverlust geht es mir gar nicht. Aber Hunter hat mich vor der Schwarzen Familie bloßgestellt, mich auf meiner eigenen Insel geschlagen. Nun ist das Maß voll! Darüber hinaus hat er auch noch Valiora entführt.«

»An dem Mädchen scheint Ihnen viel zu liegen«, meinte Olivaro wie beiläufig.

»Sie ist mein Leben! Ich gebe zu, dass sie mich früher sehr gereizt hat, aber das ist schon längst vorbei. Jetzt muss ich befürchten, dass sie meine Existenz gefährdet. Deshalb muss ich sie zurückholen. Und dabei will ich gleichzeitig den Dämonenkiller töten. Er hat mir nun genug Ärger bereitet.«

»Ich verstehe. Sie haben sich sicherlich auch schon überlegt, wie Sie vorgehen werden. Es genügt Ihnen wohl nicht, Hunter einfach zu töten.«

»Nein, natürlich nicht«, sagte Asmodi mit satanischem Grinsen. »Da er unsterblich ist, wäre das ein schwacher Trost. Nein, ich will Hunter ein für alle Mal auslöschen. Und dabei bediene ich mich des Molochs. Es soll eine besonders raffinierte Art der Fütterung dieses unersättlichen Ungeheuers werden.«

Olivaro blickte wieder in das gigantische Aquarium. Von dem Monstrum war nichts mehr zu sehen; es hatte sich in sein Versteck zurückgezogen.

»Sind Sie über Hunters nächste Schritte informiert?«, fragte Olivaro.

Asmodi schüttelte den Kopf. »Ich habe mich noch nicht darum gekümmert, weil ich anderes zu tun hatte. Aber jetzt kann ich mich voll und ganz meinen Racheplänen widmen, und wir werden in einer gemeinsamen Séance das Versäumte nachholen. Versuchen wir einmal zu sehen, was Hunter in nächster Zukunft unternehmen wird.«

Asmodis Augen waren halb geschlossen, und seine schweißnasse Hand tastete sich wieder zu der Olivaros und umschloss sie fest.

»Ich weiß, dass Dorian Hunter nach seiner Flucht von den Mafiosi aufgefischt wurde. Aber er kann ihnen nicht trauen.« Das Chalkiris-Gesicht drohte bei diesen Worten ständig zu zerfließen, weshalb es so aussah, als würde darin permanent irgendwelche Muskeln zucken. »Was also wird Hunter als Nächstes tun?«

»Ich sehe eine Jacht«, sagte Olivaro mit ausdrucksloser Stimme; sein Gesicht war jetzt auch entspannt. »Die Jacht kreuzt in der Ägäis. Jeff Parker, einer seiner Freunde, ist an Bord. Parker besitzt auch ein Flugzeug, das auf dem Flughafen von Izmir steht. Dieses Flugzeug hat sich Hunter schon einmal geborgt. Wenn er erfährt, dass Parker so nahe ist, wird er sich mit ihm in Verbindung setzen.«

»Kein Zweifel, dass Hunter Parkers Aufenthaltsort herausfindet«, meinte Asmodi. »Von seinen anderen Verbündeten kann er keine Hilfe erwarten. Die sind in London – im Augenblick also unerreichbar für ihn. Ich sehe ganz deutlich, was geschehen wird. Hunter setzt sich von Bord des Mafia-Schiffes mit Parkers Jacht in Verbindung. Die beiden werden einen Treffpunkt vereinbaren, an dem Hunter auf Parkers Jacht umsteigt. Ja, so wird es sein. Und ich werde dem nichts in den Weg legen. Sollen sie nur gemeinsam mit Parkers Jacht in See stechen – mit Izmir als Ziel. Hunter will an das Flugzeug heran, um damit nach Haiti zu fliegen.«

»Haiti?« In Olivaros Stimme schwang leichtes Erstaunen mit. »Warum Haiti?«

»Weil Valiora dort geboren ist«, antwortete Asmodi, und dabei drohte ihn der Hass erneut zu übermannen; er beruhigte sich aber wieder. »Haiti ist Hunters Endziel, aber er wird es nie erreichen, denn noch auf der Fahrt nach Izmir wird ihn sein Schicksal ereilen. Zuerst soll er die Unsterblichkeit verlieren, dann sein Leben. Noch bevor Hunter mit Jeff Parker Verbindung aufnimmt, werde ich mich um diesen kümmern und ihn in meine Pläne mit einbeziehen. Wenn Hunter dann eintrifft, wird alles für seine Opferung bereit sein. Der Moloch wird alle Probleme lösen.«

Asmodi öffnete die Augen. Auch Olivaro erwachte aus der Trance.

»Wollen Sie mich nicht in Ihre Pläne einweihen, Asmodi?«

Der Fürst der Finsternis kicherte hämisch. »Lassen Sie sich überraschen, Olivaro. Aber etwas will ich Ihnen doch noch verraten. Der Moloch besitzt neben einer Reihe verblüffender Fähigkeiten auch eine gehörige Portion Intelligenz. Ich werde Ihnen noch eine Kostprobe seines Könnens geben.«

Er hatte nun wieder das Aussehen des Milliardärs Anatoll Chalkiris angenommen. Über die Sprechanlage, die in dem Tisch eingebaut war, gab er den Befehl, einen Hai ins Aquarium zu lassen. »Achten Sie in den folgenden Minuten vor allem auf den Köderfisch.«

Olivaro wollte schon fragen, welchen Köderfisch Asmodi denn meinte, da sah er ihn zwischen den Wasserpflanzen auftauchen. Er war einen Meter lang und eine Herausforderung für jeden Hai.

In diesem Augenblick kam auch schon der Raubfisch durch eine Schleuse im Hintergrund ins Aquarium geschossen. Zuerst kreuzte der Hai einige Male durch das Becken, dann hatte er den Köderfisch ausgemacht, der scheinbar völlig reglos dahintrieb.

Der Hai zögerte nicht lange, sondern stürzte sich wie vom Katapult geschnellt auf die Beute. Sein riesiges Maul stand offen und zeigte Reihen messerscharfer Zähne. Mit diesen schnappte er nach dem Köderfisch, so dass dieser fast gänzlich in seinem Maul verschwand.

Bis dahin war alles ganz normal abgelaufen. Doch plötzlich passierte etwas Seltsames. Eine unheimliche Verwandlung ging mit dem Köderfisch vor. Er zerrann förmlich, und der Teil, der sich im Rachen des Hais befunden hatte, quoll als formlose Masse durch die Kiemen heraus und breitete sich über den Körper des Hais aus. Sekunden später war der Hai in einer zuckenden gallertartigen Masse verschwunden.

»Wenn ich die Geschehnisse richtig deute, dann kann der Moloch seine Gestalt verändern und jedes beliebige Aussehen annehmen«, sagte Olivaro beeindruckt.

»Sehr richtig«, sagte Asmodi. »Und das ist die stärkste Waffe dieses Ungeheuers. Ich hoffe nur, dass der Moloch seine Fressgier im Zaum hält und sich wenigstens Hunter bis zum Schluss aufhebt. Irgendwie ist der Dämonenkiller doch etwas Besonderes, finden Sie nicht auch?«

Olivaro nickte nur. Er beobachtete, wie sich in der pulsierenden, formlosen Körpermasse des Molochs eine Öffnung auftat und das Skelett des Haifisches ausgestoßen wurde.

Was für ein Ungeheuer!, dachte er fasziniert. Gegen diesen Moloch hatte Dorian Hunter keine Chance. Der Dämonenkiller tat Olivaro leid, aber er konnte ihn nicht einmal warnen, weil Asmodis Verdacht dann sofort auf ihn gefallen wäre.

»Dorian!« Das braungebrannte Jungengesicht Jeff Parkers strahlte vor Freude. Er ließ die drei Bikini-Mädchen stehen, mit denen er sich auf der Plicht der 30-Meter-Jacht geaalt hatte, und kam mit langen Sätzen über den Bootssteg zum Kai gelaufen. Dort fiel er Dorian Hunter regelrecht in die Arme, ohne seine vier Begleiter eines Blickes zu würdigen.

»Alter Junge, wie lange haben wir uns schon nicht gesehen!«, rief er und drückte Dorians Hand immer wieder so fest, als wollte er sie zerquetschen. »Es muss ja schon fast ein Jahr her sein, seit wir uns in Hollywood getroffen haben.«

»Länger als ein Jahr«, sagte Dorian und erwiderte Parkers Händedruck herzlich; sein Lächeln dagegen wirkte etwas gezwungen.

»Freust du dich denn nicht?«, fragte Parker. Dorians Reserviertheit irritierte ihn.

Er trug eine leicht ausgebeulte Leinenhose, Ledersandalen, durch deren Riemen die nackten Zehen hervorsahen, und ein baumwollenes T-Shirt, das von der Sonne gebleicht war. Man sah ihm nicht an, dass er auf die Vierzig zuging, und seine sportliche, zerknautschte Kleidung ließ auch nicht vermuten, dass er mehrfacher Millionär war.

»Doch, ich freue mich, Jeff«, versicherte Dorian ernst. »Ich bin nur etwas müde. Darf ich dir meine Begleiterin vorstellen? Jeff, das ist Valiora. Vali – mein Freund Jeff Parker.«

»Dorian hat schon viel von Ihnen geschwärmt, Mr. Parker«, sagte Valiora in ihrem etwas zu harten Akzent, der aber nicht ohne Reiz war. Ihre Bemerkung dagegen klang wie eine hohle Floskel.

»Für Sie bin ich Jeff«, sagte Parker und schüttelte ihre Hand, während er sie nicht ohne Wohlgefallen betrachtete. »Wenn Sie nichts dagegen haben, werde ich Sie auch Vali nennen. Auf meiner Jacht geht es nicht besonders formell zu, und Sie werden doch für einige Tage mein Gast sein, Vali?«

Er ließ seine Blicke ungeniert über ihre Figur gleiten. Sie war nicht hübscher als die anderen Frauen, die er an Bord hatte, aber doch unterschied sie sich wohltuend von den mehr oder weniger nichtssagenden Gespielinnen.

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