Logo weiterlesen.de
Djuki i Norge I

Image

„Es gibt Dinge im Leben,
die man nicht sieht und an die man nicht glaubt.
Plötzlich sind sie da und verändern das ganze Leben“.

Die Reisevorbereitungen

Die Reise zum Hardangerfjord

Das weiße Boot

Angeltour mit Hund

Der große Sturm

Jorge, der Elch

Die Bergwanderung

Der Retter in der Not

Auf dem Campingplatz

Edegard fra Albdalen

Der Weg nach Midgardsdalen

Der Endre Plass

Midgardsdalen

Aufregung in Midgardsdalen

Trolle in Midgard

Das Geheimnis der Trolle

Der Abschied

Die Suche nach den Vermissten

Legende

Die Reisevorbereitungen

Rudi, weißt du, was heute für ein Tag ist?“, fragte Ilse.

„Na, heute Morgen hatte ich den Müll an die Straße gestellt, also muss heute Donnerstag sein“, antwortete er und konzentrierte sich weiter auf den spannenden Artikel in der Zeitung.

„Oh Mann, Ruuudolf!“, schimpfte sie los.

„Heute in 14 Tagen fahren wir endlich wieder nach Norwegen!“

„Ach so, das meinst du“, sagte er grinsend.

Rudolf wusste nur zu gut, dass bald wieder die schönste Zeit des Jahres anfing. Sommerurlaub in Norwegen, am Hardangerfjord. Drei Wochen mal wieder leben und entspannen wie die Norweger es tun.

Ilse und Rudolf fahren seit 15 Jahren nach Norwegen. Da Ilse norwegische Vorfahren hat, fiel es ihr leicht, Rudolf bei dem ersten gemeinsamen Urlaub von dem wunderschönen Urlaubsland zu überzeugen. Bevor die Kinder geboren waren, hatten die beiden etliche Rundtouren mit ihrem alten Bus gemacht, wo sie von Campingplatz zu Campingplatz gefahren waren.

Vom Süd- bis zum Nordkap haben sie alle Sehenswürdigkeiten abgeklappert und unzählige Dörfer, kleine und große Städte kennen gelernt. Die Natur in Norwegen war und ist unbeschreiblich und so vielseitig.

Jede Region hat ihren ganz eigenen Charme und landschaftlichen Charakter mit sehr vielen Gegensätzen.

Kurz gesagt: In diesem Land ist für jeden etwas dabei!

Seitdem die Kinder geboren waren, fuhren sie ausschließlich zum Hardangerfjord. Zu Helge und Rassmus, die einen Campingplatz betrieben. Er war nicht groß, aber dort konnten sie recht günstig eine Ferienhütte für die Familie mieten. Außerdem hatten Helge und Rassmus nichts gegen Hunde.

Die Kinder und Djuki, die sich gerade in der Küche etwas zu essen machen wollten, unterbrachen ihre Tätigkeit und gingen jetzt neugierig zu ihren Eltern.

Tim fragte:

„14 Tage? Papa, hast du denn auch schon die Fähre gebucht und bei Rassmus und Helge Bescheid gesagt?“

Ole fügte hinzu:

„Und was ist mit Djuki? Kann er auch auf der Fähre neben uns sitzen?“

Rudolf unterbrach die fragenden Kinder, indem er seine Hände halb flehend, halb abwehrend hob und sagte:

„Halt! Halt! Ganz ruhig, es ist alles geregelt!

Helge und Rassmus wissen Bescheid und sie können es kaum abwarten uns wiederzusehen.

Und nein, der Hund wird während der zweieinhalbstündigen Fahrt mit der Fähre im Auto bleiben.“

„Aber im Auto- Deck ist es doch dunkel“, bemerkte Tim etwas traurig.

„Ach was“, sagte Ilse.

„Das ist kein Problem für Djuki. Er ist doch schon groß. Und wenn es dunkel da unten ist, dann kann er ein kleines Nickerchen machen.“

Dabei streichelte sie ihren Liebling, der mit kurzem, aber lautem Bellen seiner Familie zeigte, dass er, ohne es genau zu wissen, mit der beschriebenen Lösung nicht einverstanden war.

Er sagte zu sich:

„Oh, Mann. Rudolf entscheidet immer solche Sachen, ohne mich vorher zu fragen. Er weiß doch ganz genau, dass ich im Dunkeln immer ein kleines bisschen Angst habe.“

Ole kniete sich vor dem Hund nieder und sagte zu ihm:

„Glaub mir! Die Fahrt geht schneller vorbei als du denken kannst. Und wenn wir erst mal in Norwegen sind, dann bist du im schönsten Land auf der ganzen Welt.“

„Ich dachte, Deutschland ist das schönste Land“, sagte Djuki ganz nörgelig zu sich.

Aber Djuki war noch nie im Ausland gewesen und konnte sich daher auch kein richtiges Urteil über andere Länder bilden. Seinem Bruder - Dave - erging es da anders.

Kurz nachdem Djuki zu seiner Familie gezogen war, wurde Dave von einer Familie gekauft, die ihn als allererstes mit in die Schweiz nahmen. Von dort hatten sie gemeinsam Urlaub in den USA gemacht, um dann schließlich für immer in dem fernen Albanien zu leben.

Djuki hatte seinen Bruder nur noch einmal auf einem Foto gesehen, das die albanische Familie den Pommers zugeschickt hatte. Als er das Foto sah, dachte er für einen kurzen Moment, dass er sich im Spiegel ansah. So ähnlich sahen sich die beiden Brüder.

Aber nun könnte Djuki seinem Bruder sagen, falls er ihn jemals wiedersehen würde, dass er auch eine Urlaubsreise in ein anderes Land antrat.

Ole, der immer noch vor ihm kniete, sagte zu ihm:

„Djuki, wir fahren in das Land der Trolle und Elche. Und mal sehen, vielleicht sehen wir dann auch mal einen Elch oder sogar einen Troll.“

„Wovon träumst du eigentlich nachts?“, fragte Tim seinen Bruder spöttisch.

„Wir haben bislang noch nie einen Elch gesehen. Und Trolle, die gibt es doch gar nicht. Das sind doch nur Märchen!“

„Hallo, hallo“, sagte Ilse beschwichtigend. „Streitet euch nicht!

Geschichten über Trolle gibt es. Ob sie wahr oder falsch sind, hängt davon ab, ob man daran glaubt oder nicht. Ganz viele Menschen in Norwegen glauben an die Waldgeister, Trolle und natürlich auch an die nordischen Götter, wie zum Beispiel Thor oder Odin.

Aber das ist jetzt nicht ganz so wichtig. Wir haben noch 14 Tage bis zur Abfahrt. Die Zeit ist kurz und wir haben noch viel zu tun. Also fangen wir am besten heute schon an!“

Tja, so war Ilse. Sie sprach zunächst nur über das Wichtigste, nämlich die Reisevorbereitungen. Wenn dann noch Zeit übrig war, dann konnte sie sich Gedanken über Trolle machen.

Die Tage vergingen wie im Flug. Unter der Leitung von Ilse wurden alle notwendigen und nicht notwendigen Anziehsachen an einer zentralen Stelle der Wohnung zusammengetragen und eingepackt. Genauso verhielt es sich auch mit den Lebensmitteln. Da Essen und Trinken in Norwegen etwas teuer waren, hatten Ilse und Rudolf immer Lebensmittel und Getränke mitgenommen.

Hierfür hatte Ilse eine Einkaufsliste auf einen riesigen Zettel geschrieben, der von ihr sehr gewissenhaft abgearbeitet wurde. Und wie immer, wenn sie alles zusammen hatte, war sie der Meinung, dass sie vielleicht doch noch etwas vergessen hatte.

Rudolf hielt sich meistens bis einen Tag vor der Abreise aus den Reisevorbereitungen seiner Frau heraus. Es würde nur in Streit ausarten, wenn er ihr da hineinreden würde.

Dafür musste Rudolf mit vielen Schweißperlen auf der Stirn und wütenden Flüchen über das viele Gepäck den Wagen beladen. Unterstützt von seinen Kindern versuchte Rudolf, jede noch so kleine freie Stelle im Auto zu nutzen, um alle von seiner Frau bereitgestellten Utensilien zu verstauen.

Djuki hatte Ilse und Rudolf während der Urlaubsvorbereitung beobachtet. Er konnte nicht erkennen, was anstrengender war: alles zusammen suchen oder alles ins Auto zu bekommen.

Die Reise zum Hardangerfjord

In der daraufffolgenden Nacht war es dann soweit, die lange Reise stand bevor. Rudolf, die Kinder und Djuki standen auf, zogen sich schnell an und gingen zum Auto. Sie stiegen ein und warteten auf Ilse.

Nach einer gefühlten Ewigkeit stieg auch sie endlich völlig erschöpft und atemlos ins Auto ein. Vorher war sie noch durch das komplette Haus gerannt, hatte in jedem Zimmer nachgeschaut, ob nichts vergessen wurde und hatte das Haus hinter sich abgeschlossen.

Die Reise begann immer mit der gleichen Zeremonie, indem Rudolf seine Passagiere mit den Worten begrüßte:

„Guten Morgen, liebe Gäste,

mein Name ist Rudolf Pommer.

Ich bin Ihr heutiger Fahrzeugführer.

Meine bezaubernde Assistentin und ich begrüßen Sie recht herzlich an Bord unseres Autos auf dem Weg nach Norwegen.

In diesem Jahr begrüßen wir auch unseren neuen Gast, Djuki, der heute mit uns zum ersten Mal in den Urlaub fährt.

Die Reisezeit bis zur Fähre in Dänemark wird etwa sechs lange Stunden betragen.

Wettervorhersage und Stauprognose sagen nur Angenehmes voraus, sodass wir keine Regenschauer oder Staus zu erwarten haben.

Bei Sorgen und Nöten werden Sie sich bitte vertrauensvoll an meine reizende Assistentin.

Schnallen Sie sich jetzt bitte an!

Wir werden in wenigen Minuten starten.“

Meistens erntete Rudolf nach dieser Ansprache nur einen genervten Blick von seiner `netten Assistentin´ mit den Worten:

„Nun fahr endlich los!“

In den ersten Stunden der Fahrt schlief Ilse, um sich ein wenig von den Anstrengungen der letzten Tage zu erholen. Meistens schlief sie auch tief und fest, wenn sie nicht durch Zwischenrufe aus dem Schlaf gerissen wurde.

In der Regel passierte dies zum ersten Mal kurz vor dem Hamburger Elbtunnel. Er war der erste Tunnel von vielen, die befahren wurden. Seit einigen Jahren hatte die Familie sich angewöhnt, sämtliche Tunnel zu zählen, durch die sie fuhren.

Eine Kurzmitteilung von Tim oder Ole -Achtung Tunnel- oder -Strich- reichten aus, damit Ilse einen Strich auf einem freien Platz der Norwegenkarte machte.

Am Ende des Urlaubes wurden die Tunnel dann gezählt. Meistens waren es 60 bis 80 Tunnel.

Nach sechs Stunden erreichte die Familie die Fähre in Hirtshals. Rudolf kämpfte mit der Müdigkeit, denn die Autofahrt durch Dänemark zog sich hin wie ein zäher Kaugummi. Die einzige Abwechslung in diesem Jahr bestand darin, dass alle zwei Stunden eine kurze Pinkelpause für Djuki gemacht wurde.

Da die Pommers wie alle anderen noch nicht auf die Fähre fahren konnten sondern in der langen Autoschlange warten mussten, liefen die Kinder mit dem Hund zum Strand. Im seichten Wasser spritzten sie sich gegenseitig nass.

Djuki hatte einen riesigen Durst und wollte am liebsten das ganze Wasser der Nordsee trinken. Als er aber den ersten Schluck getrunken hatte, spuckte und würgte er das Salzwasser wieder heraus.

„Salzwasser! Ungenießbar für Hunde!“, sagte er schweratmend zu sich.

Die Kinder lachten ihn zunächst aus. Kurz darauf bekamen sie Angst, weil Djuki sich vom Würgen nicht wieder beruhigte. Tim schnappte den Hund und rannte mit ihm zu seinen Eltern zurück, die das Ganze aus der Ferne beobachteten.

Kopfschüttelnd und mit den Kindern schimpfend, bekam Djuki dann von ihnen richtiges Trinkwasser in seinem Reisenapf vorgesetzt.

Kurz bevor die Familie mit dem Auto auf die Fähre fuhr, zog von Westen her eine Regenfront auf. Rudolf bemerkte:

„Das wird eine stürmische Überfahrt. Hoffentlich müssen sich nicht zu viele Menschen an Bord übergeben.“

„Stimmt, das riecht dann immer so streng, dass ich mich fast selber übergeben muss“, fügte Ole hinzu.

Dann fuhren sie auf die Fähre. Es war eng und kurvig, aber die norwegischen Fährarbeiter hatten alles im Griff und dirigierten jeden Autofahrer in aller Ruhe an die richtige Stelle.

Als die Pommers auf dem Parkdeck ihren Wagen abgestellt hatten, stieg die gesamte Familie bis auf Djuki aus. Er musste im Auto bleiben. Die Familie verabschiedete sich kurz von ihm, schloss die Türen und er war allein.

Wollen Sie wissen, wie es weiter geht?

Hier können Sie "Djuki i Norge I" sofort kaufen und weiterlesen:

Amazon

Apple iBookstore

ebook.de

Thalia

Weltbild

Viel Spaß!



Kaufen






Teilen