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Die österreichische Kampfkartoffel

Der erste Tag

1. 09: 00 Uhr

Kaiserwalzer für Marabu und Gorilla.

Als der österreichische Bundeskanzler Dr. h.c. Wolfgang Anton Frisch an diesem Morgen ins Kanzleramt chauffiert wurde, war er so gelöst und gut gelaunt, wie schon lange nicht mehr. Es hatte nichts mit den häuslichen Verhältnissen zu tun. Die waren so, wie sie nach dreißig Ehejahren eben sind. Nichts Dramatisches. Nichts Bewegendes. Nur noch gepflegte Langeweile. Was er und seine Frau Hannelore aber souverän überspielten mit komödiantisch anmutenden Manieren und betriebsamem Frohsinn. Sozusagen ein abgespecktes, spanisches Hofzeremoniell für den Hausgebrauch, das sie auch dann einhielten, wenn sie ganz unter sich waren.

Der Kanzler freute sich diebisch auf die heute bevorstehende „Große Pressekonferenz“. Er gedachte, einen grandiosen Coup zu landen. Endlich würde er es seinen zahlreichen politischen Widersachern zeigen! Jenen, die an ihm zweifelten, oder noch schlimmer, ihn rundweg ablehnten. Ihre hinterlistige Falschheit aber aus Feigheit und Opportunismus hinter einer Extraportion Freundlichkeit verbargen. Welche er zähneknirschend erwidern musste, ob es ihm gefiel, oder nicht! Doch ab sofort wäre Schluss damit. Heute würde die parlamentarische Saubande ihr gerechtes Waterloo erleben. Er hatte mehr als nur eine Trumpfkarte im Ärmel. Ehe der Vormittag vorüber wäre, könnte er sagen: Sieg auf der ganzen Linie über das Heer der kleinkarierten Bedenkenträger, Speichellecker und Philister! Vorwärts also!

Des Kanzlers mitfahrender Adlatus, der Magister Conrad Sedlacek, eine Kreuzung zwischen alterssteifem Marabu und hektischem Polit-Impresario, konnte kaum seine Überraschung verbergen, als sein sonst so vorsichtiger Chef den uniformierten Fahrer der schweren Kanzlerlimousine zu mehr Tempo anstachelte:

„Jetzt geben Sie mal gescheit Gas Kurti, sonst überholt uns am Ende noch die Wiener Müllabfuhr!“

Worauf Kurti laut „Zu Befehl“ rief, die geduckte Haltung eines Gorillas im Partisaneneinsatz annahm und den Mercedes dermaßen beschleunigte, dass der begleitende Polizeikonvoi Mühe hatte, den Anschluss nicht zu verlieren. Je mehr der Wagen nun schlingernd, rutschend und quietschend durch die enger werdenden Kurven der Innenstadt schoss, umso euphorischer wurde die Laune des Kanzlers. Er rieb sich vergnügt die Hände, kicherte dazu und begann zu guter Letzt, den Kaiserwalzer von Johann Strauß zu singen! Er hatte allerdings nicht das geringste Musikgehör. Die schauderhafte Atonalität seines Solovortrags wurde grotesk gesteigert durch ein schrilles, eunuchenhaftes Fortissimo. Allerdings, und das muss man ihm lassen, vorgetragen mit der schnaufenden Inbrunst eines Heldentenors. Das Tempo sowohl von Limousine als auch Kaiserwalzer näherte sich inzwischen einem gefährlichen „Prestissimo furioso“, so dass man nur knapp dem Frontalzusammenstoß mit einer Straßenbahn entging.

Magister Sedlacek wurde schlecht. Das bekümmerte den Kanzler überhaupt nicht. Wenn er mal in Fahrt war, egal wobei, dann war er nicht mehr zu bremsen. Ein Charakterzug, der typisch ist für Männer, die weniger als einen Meter sechzig messen. Und: Als Österreicher liebte er Musik über alles. Da er mit den Erfordernissen von Kammerton und reiner Tonart auf Kriegsfuß stand, war es ihm zuhause strikt verboten, auch nur ansatzweise musikalisch tätig zu werden. „Du bist musikalisch die schlimmste Heimsuchung seit der Erfindung der Zwölftonmusik“, kanzelte Hannelore ihn rundweg ab. Und die in Aussicht gestellten Strafen bei Zuwiderhandlung reichten aus, Wolfgangs musikali schen Darstellungstrieb in andere Bereiche zu verlegen. So sang er bei den Festspielen in Salzburg an den rabiatesten Stellen seiner Lieblingsoper „Elektra“ lautstark mit. Was ihm einerseits stets einen Fußtritt der First Lady, andererseits begeistertes Kopfnicken von Geheimrat Gustav Ballauf, dem Präsidenten des österreichischen Sportbundes eintrug. Der Geheimrat machte sich nichts aus Kultur und schon gar nichts aus Opern. Seine Teilnahme am Salzburger Opernbetrieb war aber aus protokollarischen Gründen unumgänglich. Da er irrtümlich die Gesangseinlagen des Kanzlers für musikalischen Protest hielt, gefiel ihm dessen schauerliches Geheul sehr…

Trotz aller Raserei erreichte die Kanzler-Limousine unfallfrei das Regierungsviertel. Kurti ging vom Gas und mutierte zurück vom Gorilla zur Wiener Dampfnudel. Sanft glitt der Wagen auf die Wachposten zu. Die Sicherheitsleute salutierten, der Wagenschlag wurde aufgerissen und ein „Grüß Gott, Herr Kanzler“ schmetterte durch die Luft. Heute musste sich Frisch nicht zu einem freundlichen und gut vernehmbaren Echo zwingen. Wegen seiner guten Laune entströmte ihm ein beinahe zu leutseliges „Grüß Gott, Männer!“

Als er auf den Gehsteig sprang, stand da auch schon Magister Sedlacek bereit. Dürr und kahlköpfig, dabei den Kanzler um mehr als zwei Haupteslängen überragend, machte er mehrere ungelenke und seltsame Bücklinge, die an die ersten Stummfilme erinnerten. – Ein Reporter des italienischen „Corriere de la Sera“, der boshaft geäußert hatte, dieses Zeremoniell ähnle sehr dem Dressurakt eines hochgradig neurasthenischen Marabus vom „Zirkus Sarrassani“, wurde kurzerhand ausgewiesen. Wie auch immer: Conrad Sedlacek vollführte seinen täglichen liturgischen Kotau– bei dem seine lange Nase um ein Haar den Boden berührte – mit großer Hingabe und Überzeugung. Er war der Meinung, dass dem Kanzler diese gymnastische Ehrerbietung einfach zustünde.

Ansonsten fungierte der Magister hauptsächlich als eine Art Mädchen für alles. Da er bis in den Tod verschwiegen war, sprach sich jeder bei ihm aus. So wusste er mehr als der gesamte staatliche Geheimdienst. Aber selbst die hartnäckigsten Reporter von Kronenzeitung, Linzer Tagblatt und Tiroler Volksbote bissen bei ihm auf Granit. Aus ihm war nichts herauszubekommen. Er war dem Kanzler treu ergeben, dazu prinzipienfest, streng katholisch, unbestechlich, hatte weder Affären noch Laster. Ein Don-Quichotte-Ritter ohne Fehl und Tadel.

Doch selbst ihm hatte Dr. Frisch diesmal die Neuigkeit vorenthalten. Wobei das Wort Neuigkeit eine krasse Untertreibung war. Denn was er, der Kanzler, heute den Ministern und den Medien und damit dem ganzen Land präsentieren würde, war in seinen Augen eine Sensation von historischem Ausmaß.

2. 09: 30 Uhr

Gärtnern mit Risiken und Nebenwirkungen.

Adelgunde van Ristenkamp war mit dem bisherigen Verlauf des Sommers sehr zufrieden. Warm und doch ausreichend feucht. Kaum jähe Winde, wie sie manchmal auch hier einfallen konnten. Insgesamt konnte man in diesem Jahr von einem fast mediterranen Klima sprechen. Das gefiel Adelgunde. Denn es bekam ihren Pflanzen sehr gut. Sie war eine leidenschaftliche Hobby-Botanikerin. Das Klima war ein wichtiger Grund für sie gewesen, vor einem Jahr von Hamburg in die Alpenrepublik zu ziehen. Das war so ziemlich das Südlichste, wozu Adelgunde sich durchringen konnte.

Bereits die Toskana war ihr nicht mehr ganz geheuer und grundsätzlich war ihr die italienische Mentalität irgendwie unbegreiflich, wenn nicht sogar höchst suspekt. Ein Land mit Blutrache, Mafia, Siesta und permanentem Staatsschlendrian war nichts für Adelgundes norddeutsches Pflichtbewusstsein. Italien - das mochte im Urlaub angehen. Vier Wochen lang konnte man dieses „dolce far niente“ gerade noch durchgehen lassen. Aber für immer? Unmöglich schien es ihr, sich mit dieser südlichen Besonderheit anzufreunden. Und außerdem: Blieb man dort nicht irgendwie doch immer eine Fremde? Geduldet als Konsumentin, aber ansonsten doch eher unwillkommen. Dazu kamen noch die Sprachbarrieren! Das alles wog die zweifellos vorhandenen Schönheiten Italiens nach Adelgundes Ansicht nicht auf… Dagegen konnte sie sich als Hamburgerin in Österreich mühelos verständlich machen und von einigen eher belustigenden Eigenheiten des Dialektes abgesehen, verstand sie die Leute ganz gut. Und die Lebensart hier fand sie insgesamt recht passabel. Gut – die Leute hier waren anfänglich reichlich zugeknöpft gewesen, aber Adelgunde störte das nicht. Sie wollte vor allem in Ruhe gelassen werden. Basta. Von übertrieben emotionalen Erwartungen aller Art hatte dieses Musterexemplar hanseatisch-kühler Selbständigkeit noch nie viel gehalten. Und mit dieser Einstellung war sie inzwischen 35 Jahre alt geworden. Schon ihr Äußeres war imposant: Blond, walkürenhaft hochgewachsen, von barock-bukolischer Fülle nicht nur um die Hüften, dabei musisch begabt und überaus belesen. Ihre mentale Geradlinigkeit war unwiderstehlich.

Als letzter Spross des hamburgischen Handelskontors „Ristenkamp & Jörgensen“ hatte sie nach dem Tod der Eltern das Unternehmen, dem sie nie mehr als das notwendigste Pflichtgefühl entgegenbringen konnte, verkauft und war nach Österreich gezogen. Ein passendes Haus war bald gefunden. Es lag am Ortsrand von Berghausen und verfügte auf fünf Hektar parkähnlichem Grund sogar über eine eigene Quelle. Hinter dem altmodischen Schwimmbecken, umgeben von dichtem Buschwerk, als gälte es ein unanständiges Zentrum der Freikörperkultur zu verbergen, stand Adelgundes ganzer Stolz: Ein modernes Gewächshaus, Zentrum ihrer botanischen Leidenschaft.

Tempo, das war ihre Maxime. Und von diesem Grundsatz ließ sie sich auch als Botanikerin leiten. Sie war von der Idee besessen, eine Methode zu entwickeln, mit der Pflanzen aller Art in Rekordzeit zu Bonsais schrumpften. Seit vier Wochen machte sie vielversprechende Fortschritte mit einer Tinktur, deren Zusammensetzung sie in einem flämischen Lehrbuch der Botanik aus dem 16. Jahrhundert entdeckt hatte. Diese Tinktur hatte sie mit Wirkstoffen, die sie aus der örtlichen Apotheke bezog, gemischt. Und so folgte eine Versuchsreihe der anderen. Ein Vorgang, bei dem keinerlei Langeweile aufkam…

Eben saß sie in einem Strandkorb – Reminiszenz an die Nordsee - vor dem Schwimmbecken und las ein Buch über Farne. Sie war so vertieft in die Lektüre, dass sie das piepsende Warnsignal einer Apparatur aus dem nahen Gewächshaus erst wahrnahm, als ihr Hund laut zu jaulen begann. Adelgunde sprang rasch auf und eilte ins Gewächshaus. Sie hatte den urwaldähnlichen Raum kaum betreten, als ihr eine große Stichflamme entgegenfauchte! Dazu gab es einen lauten Knall und reichlich Rauch. Die Hobbybotanikerin kam nicht mehr dazu, in Deckung zu gehen. Der Explosionsdruck warf sie einfach um. Jäh schoss die Angst in ihr hoch. Hatte jetzt ihr letztes Stündchen geschlagen? Wurde sie ein Opfer ihrer allzu verwegenen Experimente? Nachdem aber gleich wieder Stille einkehrte, rappelte sie sich auf. Mit Mühe bahnte sie sich einen Weg durch Tonscherben und herumliegende Pflanzenteile. Sie hoffte inständig, dass ihren Bonsai-Zöglingen nichts passiert war.

Was Adelgunde aber dann in der Bonsai-Ver-suchsecke erblickte, übertraf alle Erwartungen. Der gut vier Meter hohe Gummibaum, den sie vor nicht einmal zehn Minuten mit Tinktur Nummer 26 c besprüht hatte, war auf die Größe einer Primel geschrumpft! Und Versuchstinktur Nr. 26 d, die auf einem Bunsenbrenner geköchelt hatte, war soeben in einem infernalischen Feuerball zerstoben.

3. 10: 00 Uhr

Der Kaiserschmarrn-Kanzler.

Die Aufregung im österreichischen Kanzleramt erreichte inzwischen nie dagewesene Ausmaße. Der Kanzler, den Spötter nur „das Wolferl“ nannten, und sein Adlatus Conrad Sedlacek eilten von der Vorhalle, in der das Ministerkollegium stets auf den Kanzler zu warten hatte, zum großen Sitzungssaal. Sedlacek konnte sich nicht erinnern, dass der Kanzler je ein solches Tempo angeschlagen hätte. Der Optimismus und die zwingende kollektive Euphorie, die davon ausging, verhießen in der Tat etwas ganz Spektakuläres. Und diese fast körperlich spürbare Großartigkeit entfaltete eine Sogwirkung, welche die Teilnehmer an der heutigen Sondersitzung in den Bann zog, sie zu Willenlosen machte und mit sich riss. Turbulent und fast tumultartig wurde also der Sitzungssaal erreicht.

Livrierte Bediente, um nicht zu sagen Lakaien, rissen schwungvoll die großen Türen auf. Wieder dieses „Grüß Gott Herr Kanzler“, nebst alertem Kratzfuß, wozu der Kanzler huldvoll und spätpubertär lächelte. Allerdings muss hier angemerkt werden, dass der Regierungschef beim Betreten des Regierungsgebäudes grundsätzlich lächelte. Sozusagen aus Staatsraison. Sonst könnten seine Widersacher – und es waren nicht wenige – glauben, „dem Wolferl“ sei das Lachen vergangen. Und sie hätten vielleicht Oberwasser. Aber diese Freude wollte der Kanzler seinen Gegnern unter gar keinen Umständen machen. Heute jedoch war seine gute Laune nicht gespielt. Das konnten alle spüren, die sich im Großen Sitzungssaal versammelt hatten.

Als „der Marabu“ nun wie gewöhnlich die Akten ausbreiten wollte, bedeutete ihm der Kanzler mit einer Handbewegung, zu warten. Er schwang die schwere, ziselierte Glocke, die zur Ruhe mahnte. Als alle schwiegen, senkte er seine Stimme von fistelndem Tenor auf sonoren Bariton ab und sagte salbungsvoll:

„Meine verehrten Damen und Herren, liebe Kolleginnen und Kollegen - ich entbiete Ihnen heute ein besonders herzliches Grüß Gott. Und - möge Gott unser schönes Österreich beschützen.“

Alle staunten über diese Einleitung. Der Verteidigungsminister raunte dem Finanzminister zu: „Und wer schützt uns vor ihm?“ Wozu dieser hämisch grinste. Leider hatten die beiden keine Zeit, weitere Bosheiten auszutauschen, denn der Kanzler fuhr in weihevoller Tonlage fort:

„Heute ist ein großer Tag für unser Land. Sie werden sich wohl fragen, warum? Damit ich keine langen Worte machen muss – aber aufgeschoben ist nicht aufgehoben – darf ich Sie alle bitten, mir in den Maria-Theresia-Saal zu folgen.“

In den Maria-Theresia-Saal! Murmelnd, spekulierend und lärmend wie ein Altersheim beim Ausflug für noch Gehfähige nach Grinzing, bewegte sich also das gesamte österreichische Kabinett dorthin. Was hatte das zu bedeuten? Dieser Saal war reserviert für Geschehnisse von allerhöchster Tragweite.

Auf des Kanzlers Anweisungen wurde das ehrfurchtgebietende, hochaufragende und mit vergoldeten Schnitzereien verzierte Doppelportal aufgestoßen. Allen entfuhr ein erstauntes „Ah“ und „Oh“.

Im Zentrum des großen und steifen Barock-Saals war ein hochmodernes Kochstudio aufgebaut! Und mittendrin stand der korpulente Starkoch Radomir Ivanescu, der österreichweit bekannte und beliebte Mehlspeisen- und Knoblauchpapst.

Der tat gar nicht lange herum. Er band dem Kanzler eine bis zum Boden reichende, schneeweiße Schürze um. Selbstverständlich mit Doppeladler in Brusthöhe. Auch eine hochaufragende Mütze stülpte der Koch auf Dr. Frischs freudestrahlenden Kopf.

„Wie der Papst bei der Zubereitung des letzten Abend-Mahls“, lästerte der Finanzminister, bekannt für seine grandios-impertinenten Kommentare. Dem Verteidigungsminister gelang es nur unter Aufbietung aller Kraft ein wieherndes Gelächter zu unterdrücken. Aber das hätte ohnehin niemand gehört, denn Radomir – der die Szene mit dem Kanzler natürlich eingeübt hatte – sagte in diesem Moment sehr laut und sehr forsch zu Dr. Frisch:

„Na bitterschön, was kochen wir heute, Euer Gnaden?“

„Einen großen Kaiserschmarrn – Kaiserschmarrn für alle.“ Triumphierend stieß der Kanzler diesen Satz heraus.

„Ich glaube, jetzt ist er endgültig verrückt geworden“, zischte der Außenminister dem Justizstaatssekretär zu. Doch ging diese staatszersetzende Frechheit im allgemeinen Murmeln, Raunen und Palavern unter. So etwas hatte der ehrwürdige Raum noch niemals erlebt. Wieso machte der mächtigste Mann der Alpenrepublik aus dieser historischen Kultstätte eine profane Küche? Durften Geruchsschwaden von Mehlspeise in Butterschmalz zusammen mit dem ordinären Geräusch von Pfannengebrutzel durch diese sakrosankte Keimzelle habsburgischer Gralsritterschaft wabern? Für den Kultusminister, konservativer Schöngeist und bekennender Kabinetts-Homo in Personalunion, war solches Treiben entsetzlicher als der widerlichste Kulturbolschewismus. Angeekelt wedelte er sich mit einem Spitzentaschentuch Frischluft in die gerötete Schnapsnase. Dicke Schweißtropfen perlten von seiner Stirn während er leise quiekte: „Ich glaube, diese skandalöse Entweihung überlebe ich nicht.“

Ein Fernsehteam von ORF-1 nahm die ungewöhnliche Szene live auf – froh, keine der üblichen langweiligen Pressekonferenzen kommentieren zu müssen. Kaiserschmarrn im Kanzleramt – das war was für die Nation…

4. 14: 00 Uhr

BMW contra Riesenhühner.

Mit einem zufriedenen Gesichtsausdruck legte Johann Krainauer, Inhaber der „Auto-Klinik Berghausen“ irgendwo im Österreichischen, den schweren Gabelschlüssel aus der Hand. Dann nahm er einen Putzlappen und begann, langsam und akribisch Maschinenfett und anderen Schmutz von seinen Händen zu wischen. Ein ritueller Reinigungsakt, den er mit liebevoller Bedächtigkeit jedem einzelnen seiner Fingerglieder zukommen ließ. Wie jeden Tag um diese Zeit spähte er dann durch das kleine Fenster seiner Werkstatt, um das Wetter zu erkunden. Immer noch hingen graphitgraue Wolken krötenbäuchig über der Landschaft.

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