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Die mythischen Quellen

Dieses Buch widme ich meiner Frau, die mich ermutigt und unterstützt hat. Ohne sie hätte ich niemals diese Geschichte bis zu Ende schreiben können. Danke Dir dafür.

Und ich widme es meinen Kindern, für die ich diese Geschichte geschrieben habe und die für mich final lektoriert und das Buch freigegeben haben.

»Golsan daghinn, liebe Leserin oder lieber Leser. Begleite mich nun durch ein Abenteuer, bei dem wir Guten, gegen das Böse bestehen müssen, zusammen mit meinem kleinen Helden. Jaja.

Mein kleiner Freund musste dabei erleben, dass man seine Träume niemals aufgeben darf und an sich selbst glauben muß. Denn letzen Endes geht es im Leben genau darum.

Dies ist zwar keiner meiner Prophezeiungen, dennoch möchte ich Dir diese Weisheit mit dieser Geschichte mitgeben, die Oliver dankenswerter Weise für uns aufgeschrieben hat. Und nun viel Spaß beim Lesen. Dein Kobbochur.«

Kapitel 1

Es war einmal vor langer Zeit, so beginnen für gewöhnlich Märchen. Doch Finn ist keine Figur aus einem Märchen. Er ist ein gewöhnlicher Junge, so wie vielleicht ein Freund von Dir oder Du selbst. Und doch erzählt sich diese Geschichte fast wie ein Märchen. Es ist schwierig zu sagen, wann alles wirklich begann. So richtig verändern soll sich Finns Leben aber heute, an einem Tag, der für ihn schon nicht normal begonnen hatte, aber dazu später mehr.

Märchenhafte Geschichten über Ritter und Elben kennt der neun-, fast zehnjährige Finn aus Büchern. Oder von dem Mittelaltermarkt auf der Burg Stettenfels. Dort hat er als Hobbyfotograf schon eindrucksvolle Fotos geschossen – von einem Leben der Menschen, wie es früher wohl gewesen sein mag. Doch nun? Direkt vor ihm kniet ein Beweis für etwas, das er im Geschichtsunterricht über die Zeit des Mittelalters seiner Heimatstadt so nicht gelernt hat, eine Armeslänge unter der Wasseroberfläche! Eine menschengroße Steinfigur befindet sich dort, offensichtlich uralt! Als wenn sie auf etwas warten würde, kniet sie auf einer hohen Säule. Diese ist sehr schön verziert und kleine Stufen führen von dieser Säule hinab in die Tiefe. Soweit, dass man das Ende nicht erahnen kann. Um die Figur herum scheint früher ein gewaltiger, luftiger und sehr fein gearbeiteter Tempel gestanden zu haben. Das kann man aus den Überresten der Grundmauern schließen. So kann Finn nur erahnen, wie gewaltig das ganze gewesen sein mag, als es hier noch im Trockenen gestanden haben mag. Doch die Steinfigur ist nicht menschlich. Sie sieht eher aus wie ein Fabelwesen aus einem Ritterfilm, in dem Elben und Zwerge auftauchen. Bleibt also die Frage, was das für ein Ort ist? Ist es eine geheime, mythische Quelle? Und wenn ja, wer hatte sich hier aufgehalten? Finn kann es sich beim besten Willen nicht vorstellen – aber er ahnt etwas. Doch halt, wie kommt Finn darauf, dass es sich hier um eine „mythische“ Quelle handeln soll? Das hat etwas mit einem Zusammentreffen gestern zu tun. Was ist also gestern passiert?

Er war von Frau Ranucksdother abgefangen worden. Sie ist erst wenige Tage an seiner Schule und als Krankeitsvertretung hält sie Deutsch und Englisch bei ihm.

»Finn, mein Junge. Ich habe hier einen Bericht. Den soll ich dir von Herrn Kobbochur geben«, hatte sie zu ihm gesagt.

»Kobbochur?«, Finn war irritiert gewesen. Er hatte den Namen noch nie gehört. »Wer soll das sein?«

»Darf ich dir nicht sagen. Das ist ein Geheimnis. Wir haben ihn Gestern unten am See getroffen. Dort hält er sich wohl gelegentlich auf.«

»Am See?«, Finn hatte verwundert seine Lehrerin angesehen. »Es gibt in Burgheim doch gar keinen See!«

»Ach Junge. Das ist alles so geheim, weißt du? Ich habe dir, glaube ich, schon zuviel verraten. Nimm jetzt die Nachricht und verschwinde in deinen Unterricht. Herr Judowski wartet nicht gern. Auf, auf!«, unsicher berührte sie ihn kurz an der Schulter und wandte sich dann ab. Finn hatte sie noch fragen wollen, wer dieser Herr Kobbochur sein solle. Doch sie war im Lehrerzimmer verschwunden ohne sich noch einmal umzudrehen. Finn hatte neugierig auf den Zettel in seiner Hand hinabgesehen. Es war ein Ausschnitt aus einem Artikel:

»… 870 nach Christi entdeckte der Wikinger Gardar Svavarsson Island. Nach einer mündlichen Überlieferung streifte er dabei südlich von Island eine Steilküste, die er Irland zuordnete. Nicht wissend, dass es eine weitere Insel, größer als Island, war, die er dort sah; mitten im Nordatlantik. Erst 300 Jahre später, in der Zeit als Heinrich II. sich König von England nannte, entdeckte der englische Ritter Craig Goshem die Insel und nannte sie Westend-England. Aufzeichnungen aus dieser Zeit gibt es keine. Nur vage, mündliche Überlieferungen. So gibt diese Insel Wissenschaftlern bis heute ein großes Rätsel auf und sie bleibt bis heute ein Mysterium. Denn sie soll am 13. Januar 1362 Opfer einer gewaltigen Erdverschiebung geworden sein. Sie verschwand spurlos auf dem Grund des Meeresbodens. Einher ging diese gewaltige Naturkatastrophe mit dem Jahrhundertsturm »Grote Mandrenke«, der sich seinen Weg weiter suchte bis an die deutsche Küste, wo er die große Handelsstadt Runghold am 16. Januar komplett verschlang. Bis heute ist nicht geklärt, ob es diese Insel tatsächlich gab. Oder ob die Geschichten des dort lebenden Volkes, die sich selbst die Elben nannten und das Ritter Craig Goshem versuchte zu unterjochen, doch nur Erfindungen von diesem selbsternannten Fürsten waren. Bleiben all diese Geschichten nur eine Lüge der englischen Monarchie? Oder gibt es Menschen mit Genen der Elben auf Island? Denn dorthin hätten sich die Elben retten können, als Westend-England im Meer verschwand Im Folgenden werde ich…«

Der Text endete hier. Er schien eigentlich noch weiter zu gehen. Doch Frau Ranucksdother hatte ihm kein weiteres Blatt gegeben.

Herr Judowsky hatte sich erinnert, dass es einen kleinen See auf einem Privatgrundstück geben solle. Irgendwo im Burgheimer Wald.

So hatte sich Finn also Heute schon ganz früh morgens noch vor der Schule sich auf den Weg gemacht, diesen See zu suchen. Eigentlich hätte der kleine Finn, der viel zu klein aussieht für sein Alter, irgendjemanden auffallen müssen. Viele halten ihn erst für sieben oder acht Jahre alt. Das behauptet zumindest seine Stiefmutter. Doch so früh am Morgen hatte die kleine Stadt Burgheim noch tief geschlafen. Ungesehen hatte der kleine, fast zehnjährige Finn den Wald erreicht und tatsächlich bald schon das Grundstück gefunden, auf dem er den geheimen See vermutet hatte.

Schnell hatte er die Kamera eingeschaltet, um ein Beweisfoto zu schießen. Wer weiß, wofür er dies noch würde brauchen können. Seine Kamera ist ihm heilig und er nimmt sie überall hin mit. Sie hat er von einem ansässigen Fotografen vor einiger Zeit geschenkt bekommen. Seine Eltern schenken ihm nie etwas. Im Gegenteil. Seit drei Wochen muss er in der gleichen Jeans herumlaufen, da seine Stiefmutter für ihn kaum Geld ausgibt. Der graue Kapuzenpulli, den er trägt, ist vom Secondhand-Markt. Seine Stiefmutter ist weder arm noch asozial. Sie will für Finn nur einfach kein Geld ausgeben. Wahrscheinlich weil sie ihn hasst. So nimmt es Finn zumindest an. Und sein Vater ist Vertreter für Zahnfüllungen. Ihn sieht er nur selten. Doch warum schenkt ein Fotograf Finn eine Kamera? Der Junge hat in seinen jungen Jahren bereits ein außergewöhnliches Talent für Fotografie entwickelt, das dem Fotografen aufgefallen war. Und er wollte gern den kleinen Jungen fördern. Für Finn ist die Fotografie jedoch weit mehr, als nur Bilder zu schießen. Für ihn heißt fotografieren: mit seiner Kamera schöne Erinnerungen zu speichern und zu archivieren! Deshalb will er auch Fotograf werden.

Das verrostete Tor, das er in diesem Eichenwald gefunden hatte, führte in ein Grundstück, das eingezäunt war von einem sehr alten, hohen Stacheldrahtzaun und es war verwunschen zugewachsen von unzähligen kleinen Tannenbäumen. Schon durch den Zaun hatte Finn dies bereits erkennen können. Das private Waldstück hatte auf ihn gewirkt, als ob es seit Jahrzehnten von keinem Menschen mehr betreten worden war.

Man erzählte sich, dass der Besitzer, ein uralter Mann, im Koma lag, weshalb die Erben noch nicht an das Grundstück herankamen. Und schon zuvor soll er seinen Söhnen verboten haben, irgendetwas an diesem Grundstück zu verändern. Doch dies waren alles nur Gerüchte. Wirklich wissen tat es keiner, was mit diesem Stückchen Wald geschah und geschehen wird. Das hatte Herr Judowski Finn erzählen können.

Gute hundert Meter von dem Waldweg entfernt hatte er schließlich ein rostiges Loch im Zaun gefunden. Nach einigen Metern hatte er einem vergessenen Parkplatz gefunden, auf dem noch immer ein alter Mercedes-Benz gestanden hatte, der hier schon vor unendlich langer Zeit abgestellt worden sein musste. Aus dem leicht offen stehenden Kofferraum hatte es alt und modrig gestunken, doch Finn hatte nur ein Wagenheber, Werkzeug, Werkzeugkisten und ein paar weitere Decken darin gefunden. Schließlich war er einem Weg gefolgt gefolgt, der bis an die Rückseite eines riesigen, verrammelten Holzhauses geführt hatten. Hinter dem Holzhaus hatte sich der gewaltige Waldsee ausgebreitet. Wenn es wieder warm werden wird, nächstes Jahr, würde Finn mit einer Badehose zurückkommen. Ganz sicher. Einziges Problem: er muss zuvor schwimmen lernen und seine panische Angst vor Wasser ablegen. Eine bewältigbare Aufgabe für ein Jahr – irgendwie.

So kommt es, dass er jetzt am Ende des Stegs kniet und in das Wasser starrt. Es ist so tief, dass er hier nicht stehen kann. Das Wasser ist von einer brillanten Klarheit, weshalb man jede Einzelheit am Grund des Sees erkennen kann. Zumindest dort, wo genug Licht den Boden erhellt. Es gibt einiges zu entdecken: schwarze Baumstämme, die wie versteinert am Grund liegen. Karpfen, die immer wieder an die Wasseroberfläche kommen. Und natürlich die schon erwähnte Elbengestalt unter Wasser. Als die Wolken etwas mehr von der Sonne freigeben und ein breiter Lichtstrahl den Teil des Sees direkt vor Finn erhellt, werden ungeahnte Details dieser Figur erst erkennbar. Finn kann kaum glauben, was er hier entdeckt hat. Vor ihm kniet, auf einer Felssäule, eine ältere Frau. Sie blickt ihn an – genau in die Augen! Den Kopf nach hinten geneigt, die Hände hoch nach oben gestreckt. Gerade so, als ob sie nach ihm greifen möchte. Doch sie befindet sich so weit unterhalb der Wasseroberfläche, dass ihre Fingerspitzen mindestens einen halben Meter unter dem Wasserspiegel bleiben. Der Körper dieser Figur ist von einem nur angedeuteten Seidenumhang umhüllt und zusätzlich von einer dünnen Algenschicht bedeckt. Doch diese ist so dünn, dass man den grauen Stein darunter erkennen kann. Finn schluckt schwer. Wer oder was ist sie? Ihm fallen die fremden Gesichtszüge auf. Und je länger er dorthin starrt, desto sicherer ist er: diese Frau hat leicht spitze Ohren und Augenbrauen, die spitz zur Nase hin zu laufen. Genau so wie Elben aus den nordischen Sagen beschrieben werden. In fremden Runen ist etwas vor ihr auf den Boden geschrieben. Zeichen, die direkt aus einem Fantasyfilm stammen könnten, fein und vielsagend, rund und vollkommen. Um den Hals trägt die Frau ein Amulett, ebenfalls aus Stein gefertigt. Und… das Licht lässt nach, die Sonne verschwindet wieder hinter den Wolken. Die Figur wird wieder eins mit dem felsigen Untergrund.

Wenn man jedoch weiß, wo man hinsehen muss, kann man sie erahnen. Was hat er hier nur entdeckt? Was ist das für ein geheimnisvoller Ort? Geht seine Phantasie mit ihm durch? Das zumindest werfen ihm seine Eltern immer vor: Träume nicht den ganzen Tag! Du musst mit beiden Beinen auf der Erde stehen! So sagen sie es immer.

Plötzlich hört Finn ein Glucksen hinter sich – was ist das? Eine Quelle? Und war da nicht noch zusätzlich ein anderes Geräusch?

Kapitel 2

Doch diese Geschichte beginnt auch noch an einem anderen Ort, zu einer anderen Zeit. Es ist die Zeit, in der Barbarossa gerade dabei ist, sein Reich zu vergrößern; gleichzeitig regiert König Heinrich der II. als erster König in England und vertreibt einige der mächtigsten Ritter von der Insel. Einer unter ihnen ist der im Süden lebende Lord Craig Goshem. Machthungrig und politisch sehr aktiv wehrt er sich anfangs gegen seinen König. Nachdem er jedoch versucht hatte, seinen König mit etwas Gift aus dem Weg zu schaffen, muss er Hals über Kopf fliehen. Auf seiner Flucht nach Frankreich strandet Craig Goshem zusammen mit seinem Gefolge auf einer unbekannten Insel. Er betritt als erster Lord dieses Land, ernennt sich selbst zum Herrscher dieses kleinen Reiches und tauft diese große Insel ›New-England‹. Und von nun an will er dieses ganze Land besitzen.

Goshem weiß jedoch nicht, dass New-England eine mythische Insel ist und bereits einen Namen trägt: Erdan. Mythisch ist sie, da keiner zuvor die Insel gesehen hatte, keiner darf von ihr wissen, das Volk, das hier lebt, will unentdeckt bleiben. Denn es ist ein magisches Volk mit besonderen Fähigkeiten. Es wohnt hier seit Anbeginn der Zeit auf dieser gewaltigen Insel, die etwas größer ist als Island, südwestlich vor Irland liegt und das wahre Zuhause der Elben ist.

Diese Insel wird umringt von einer Bergkette, wie sie höher und fürchterlicher nicht sein kann. Kein Elb hat sich jemals über sie hinweg getraut. Im Zentrum der Insel liegt das riesige und saftige Tiefland. Dort, wo seit unvorstellbar langer Zeit das Volk der Elben sich entwickelt. Lediglich der Süden gibt den Zugang zum Meer frei. Begrenzt wird das Tiefland im Westen von dem Fluss Hojee und im Osten von dem Fluss Araan. Und genau zwischen den beiden Flussmündungen ins Meer liegt die Stadt des Meeres. Eine Elbenstadt wie sie schöner und blühender nicht sein kann. Einige Kilometer vor der Stadt, mitten im Meer, versteckt sich eine kleine, vorgelagerte Insel. Sie ist ständig umringt von undurchdringlichem Nebel. Es ist die heilige Insel der Elben, Au’va genannt. Kein normaler Elb darf sie betreten, ausschließlich Druiden oder Priesterinnen ist es erlaubt, aber auch Kindern, die dort die mythische Kunst der Elbendruiden oder der heiligen Priesterinnen erlernen sollen. Nur wenige Heranwachsende bringen die Fähigkeit mit, in den auserwählten Kreis der Schüler aufgenommen zu werden.

Lengja ist eine von ihnen. Ein rothaariges Mädchen, das mit ihren 14 Jahren bereits sehr hoch gewachsen ist. Sie besitzt die typischen Elben-Merkmale: die spitzen Ohren, zur Nase hin spitz zulaufenden Augenbraue und ein makelloses Gesicht. Die Elben sind das schönste Volk auf Erden, so steht es in den germanischen Sagen geschrieben, und dem kann man ohne Übertreibung zustimmen. Als Priesterschülerin trägt sie stets ein beigefarbenes, wallendes Gewand, das vergleichbar ist mit einer Mönchskutte. Jedoch lässt sich Lengja nicht vergleichen mit anderen Schülerinnen. Sie hat einen starken Willen, was sich auch an ihrem knallbunten, engen T-Shirt und einem ebenso vielfarbigen Stirnband zeigt, das sie gut sichtbar unter dem Gewand trägt. Ihr vollständiger Name lautet Lengja – Tochter von Vila Tochter von Tur. Sie ist die Tochter der Herrin-des-Wassers, denn ihre Mutter Vila ist niemand anderes als das geistige Oberhaupt der Elben und somit die wichtigste Person auf Erdan.

Lengja ist heute sehr aufgeregt. Ihre Mutter kommt zu Besuch. Und das passiert äußerst selten. Seit ihrer Geburt lebt Lengja auf Au’va und soll in die Fußstapfen ihrer Mutter treten. Hohe Erwartungen muss sie erfüllen, weshalb sie nicht unbedingt mit jedem gut befreundet ist. Gerade unter den anderen Schülerinnen gibt es vereinzelt Missmut und Neid ihr gegenüber, doch bis jetzt stört sie das kaum. Sie will es durch Fleiß und Gerechtigkeit ausgleichen. Ihre Mutter sieht sie nur zu Feierlichkeiten oder wenn es ungewöhnliche Nachrichten gibt, denn zu wichtig ist diese Frau und zu gefragt im ganzen Land. Lengja muss ihre Mutter mit dem gesamten Volk der Elben teilen, das macht sie einerseits unheimlich stolz, andererseits vermisst sie ihre Mutter trotzdem sehr.

Gerade ist sie dabei, ein Gästezimmer für ihre Mutter herzurichten, als eine zweite Priesterschülerin ihres Alters den Raum betritt. Lengja kennt das Mädchen kaum. Sie ist neu hier angekommen, doch sie ist hier auf Au‘Va bekannt seit der ersten Sekunde. Grund dafür sind ihre weißen Augen. Sie wirken als wenn das Mädchen blind wäre, denn ihre Augenfarbe ist fast weiß mit einem Hauch grün.

»Lengja. Du musst mir helfen. Du kennst dich im Kräutergarten besser aus als ich. Ich muss einen Wahrsagepunsch kochen. Ich hatte ein Gespräch, eine eigenartige Auseinandersetzung. Ich glaube er ist ein böser Druide und er bedroht die gesamten Elben! Er gab sich als mein Lehrmeister aus. Ich muss herausfinden, ob das wahr ist!«, das Mädchen klingt extrem verzweifelt.

»Aber das ist verboten! Und es ist kein Punsch, sondern ein Sud! So heißt das! Und wem willst Du diesen Sud geben, so dass er die Wahrheit spricht?«, antwortet Lengja Stirnrunzelnd.

»Lengja. Bitte. Du musst mir helfen.«

»Kannst Du noch warten, bis ich mit dem Herrichten des Zimmers fertig bin?«, fragt Lengja abwinkend.

»Nein! ich muss wissen, ob die Elben einer riesigen Gefahr gegenüber stehen!«, antwortet das Mädchen verschwörerisch.

»Das ist doch Quatsch!«, Lengja ist entsetzt über diese Behauptung.

»Ich weiß es nicht! Aber ich muss es rausfinden!«, antwortet ihr das Mädchen geheimnisvoll.

»Nein. Tut mir leid. Ich muss erst das Zimmer für meine Mutter herrichten und dann ein Feuer im Gemeinschaftsraum anfachen, es wird Heute ein Schneesturm geben sagen die alten Priesterinnen.«, Lengja schüttelt den Kopf.

»Lengja. Ich…«

»Ich kann dir jetzt nicht helfen«, unterbricht Lengja das Mädchen etwas barscher als sie es eigentlich wollte. Das Mädchen sieht sie kurz traurig an und wendet sie sich ab. Lengja schüttelt den Kopf. Der Wahrsagesud, oder Punsch, wie ihn diese Schülerin genannt hatte, gilt als dunkle Magie! Diesen zu kochen oder gar zu trinken ist verboten. Und der Kräutergarten ist ebenso absolut tabu! Diesen Regeln traut sich Lengja nicht zu widersetzen, vor allem jetzt nicht, wo doch ihre Mutter zu Besuch kommt.

Eine Stunde später ist Vila immer noch nicht angereist. Sie sollte eigentlich schon vor einer Weile auf Au’va eintreffen. Lengja schürt mit einer älteren Frau das Feuer in der Versammlungshütte, so dass es schön warm wird und sie geschützt sind vor dem herannahenden Schneesturm, als eine zweite Priesterin völlig aufgelöst hereinstürmt.

»Das Mädchen ist verschwunden. Das Mädchen, das dich vorhin noch aufgesucht hat, Lengja. Sie sagte, sie will in den Kräutergarten. Doch sie ist nicht zurückgekehrt!«

»Das ist doch Wahnsinn. Sie wollte den Wahrsagesud kochen. Wahrscheinlich hat sie sich vergiftet, als sie Kräuter probiert hat und liegt bewußtlos im Kräutergarten!«, platzt es aus Lengja heraus.

»Der Schneesturm, bei allen Geistern! Die weiße Schneewand ist schon vom Dorf aus zu sehen! Sie wird in wenigen Momenten über das Dorf hereinbrechen! Wenn die Priesterschülerin noch da draussen ist, kann sie erfrieren.«, ruft die Frau entsetzt, die mit Lengja das Feuer geschürt hat. Den drei Anwesenden ist klar, dass sie nachsehen müssen, nicht das der Priesterinnenschülerin tatsächlich etwas passiert ist. Die Priesterin, die mit Lengja Feuer geschürt hat, holt ein paar Decken und warme Umhänge, während Lengja sich ein langes Seil um den Bauch wickelt. Wer weiß schon, wozu man so etwas würde brauchen können.

Sie laufen los – vor dem Schneesturm und dem Nebel her. Nur wenige Flocken erreichen sie bis jetzt, doch stetig werden es mehr. Nach einigen Metern erreichen sie den Kräutergarten, aber das Mädchen ist fort. Sie rufen sie, bekommen aber keine Antwort. Lengja sucht hastig den Boden nach Spuren ab. Endlich! Sie findet frische Fußabdrücke.

»Sie muss zu den Klippen gelaufen sein! Schnell!«, ruft sie den beiden anderen Frauen zu.

Das Schneetreiben wird immer dichter, bald sieht man keine 50 Schritte mehr.

»Da vorne! Das muss sie sein. Ich sehe einen Schatten!« Lengja zeigt auf eine wankende Gestalt und rennt rufend los. Der Schneesturm ist nun so dicht, dass man kaum mehr etwas erkennen kann. Nicht einmal einen Horizont. Nur noch den Schatten der Person vor ihnen. Der Erdboden ist eins mit dem Himmel. Die drei rennen durch ein diffuses Weiß, das aus Flocken und Nebel besteht.

»Bei allen Geistern! Wo ist sie auf einmal hin?«, ruft einer der Frauen entsetzt. »Sie ist wie vom Erdboden verschluckt!«

»Sie muss die Klippen hinabgefallen sein!«, ruft Lengja besorgt. Rings um die ganze Insel befinden sich hohe Klippen, die steil ins Meer stürzen. Deshalb kann man die Insel so gut wie nicht betreten – außer über einen geheimen Tunnel, der unter dem Meer hindurch führt; oder aber über eine Treppe, die die Priesterinnen angelegt haben.

Ganz vorsichtig tasten sich die Frauen weiter bis zum Rand der Klippen und blicken über die Kante.

»Das Mädchen ist auf einen kleinen Vorsprung gefallen. Sie hatte Glück!«, stöhnt Lengja besorgt. Das Mädchen rührt sich nicht. Sie liegt mit dem Bauch auf dem harten Boden, das Gesicht von den Frauen abgewendet, bedeckt von Schnee. Hastig wickelt sich Lengja das Seil von ihrem Bauch ab und gibt ein Ende den beiden Frauen.

»Ich geh da runter! Ihr müsst sie hochziehen! Und danach mich!«, sagt sie aufgeregt. Das andere Ende wirft sie zu dem Mädchen hinunter, während die beiden Frauen oben einen festen Stand suchen. Dann springt sie. Der Absatz liegt nicht besonders tief, jedoch steht Lengja um fast vier Kopfeslängen unterhalb der Klippenkante. Lengja beugt sich zu dem Mädchen. Sie lebt, hat aber die Augen komisch verdreht und ihr Atem geht viel zu schnell. Sie muss auf jeden Fall rasch nach oben zu den beiden Frauen, die mit Lengja gekommen sind. Doch in diesem Moment bricht ein Teil des Absatzes, auf dem sich die beiden Mädchen befinden, ab und rauscht in die Tiefe.

»Bei allen Geistern! Der Absatz gibt nach!«, hört Lengja eine der Frauen entgeistert schreien. Lengja bindet das Seil rasch um die Brust des Mädchens, so dass sich die Schlaufe unter den Achseln verhakt.

»Zieht sie hoch! Schnell!«, ruft sie. Die Erde erzittert – ein letztes Mal. Der Boden unter Lengjas Füßen gibt nach. Hastig wirft sie sich an die Wand und versucht an Wurzeln und Steinen Halt zu finden. Der Untergrund unter ihren Füßen verschwindet im Nebel. Jetzt ist dort nur noch weiße Unendlichkeit.

»Lengja! Schnell! Das Seil!«, hört sie jemanden rufen. Dann baumelt vor ihr der dünne Hanfstrick. Mühevoll klettert sie so die wenigen Meter zur rettenden Oberfläche der Klippe empor. Mühsam und erschöpft erreicht sie den Rand der Klippe. Erst jetzt merkt sie, wie kalt es geworden ist. Eine der Frauen beugt sich über sie.

»Mir geht es gut. Wir müssen schnell zurück, bevor wir erfrieren!«, haucht Lengja. Die andere Priesterin hat sich inzwischen um das Mädchen gekümmert.

»Es hat sich tatsächlich im Kräutergarten vergiftet. Sie muss von dem verbotenen Silber-Kraut probiert haben. Es hat bei Überdosierung eine geistesberaubende Wirkung. Das Mädchen wird dafür bestimmt bestraft werden und vielleicht wird sie nie Priesterin werden können. Aber das muss der Rat der Ältesten beschließen«, grummelt sie. Die Schneewehen werden immer dichter. Lengja richtet sich wieder auf und bindet das Seil um ihren Bauch. Nichts ist mehr von ihren Spuren zu sehen, der Schnee hat alles verschluckt.

»Lass uns das Mädchen in die Decke hüllen, dann können wir sie tragen«, schlägt sie vor.

Gesagt, getan. Der Heimweg ist anstrengender, als die Frauen gedacht hatten. Es zehrt, dass sie nicht sehen können, wie weit sie noch zurück müssen. Aber schließlich erreichen sie den Weg, der in das Dorf führt. Er ist hier durch mannshohe Holzpfähle gekennzeichnet, so dass man auch im Winter den Weg von den Klippen in das Dorf findet. Erschöpft sinken sie zu Boden. Sie sind unfähig, das in die Decke gehüllte Mädchen auch nur noch einen Schritt weiter zu tragen. Die Hände schmerzen vor Kälte.

»Ich gehe alleine weiter. Ihr wartet hier auf Hilfe. Ich beeile mich«, Lengja steht schwerfällig auf und schüttelt ihre Füße aus, sie sind leicht taub. Völlig erschöpft erreicht sie schließlich eine Glocke in ihrem Dorf, die in einem Holzturm hängt. Es ist die einzige Alarmglocke. Seit sie hier wohnt, wurde sie noch nie geläutet. Lengja klingelt wie wild, sackt dann aber zu Boden und bleibt liegen. Sie ist am Ende. Nichts geht mehr.

Das Dorf findet sie halb bewusstlos im Schnee liegen. Ihr ist so unendlich kalt.

»Rettet die Priesterinnen. Rettet das Mädchen! Sie warten auf dem Weg zu den Klippen.«, stottert Lengja leise. Sofort macht sich ein riesiger Tross Elben auf den Weg, die drei Frauen zu retten.

Die zitternde Lengja wird von einer Priesterin in die Versammlungshütte getragen, wo sie ihre nassen Kleider zum Trocknen aufhängt und Lengja vor dem Feuer, in warme Decken gehüllt, zum Aufwärmen gebettet wird.

Ein Tee spendet ihr innere Wärme. Sie starrt in die lebendigen Flammen, während sie langsam wieder zu sich findet.

Am nächsten Tag ist Lengja vollkommen erholt.

Das Mädchen, das sie gerettet hatte, war noch am Morgen von der Insel abgereist. Sie hatte ihr Verhalten verteidigt und die Priesterinnen gewarnt:

»Es steht großes Unheil bevor. Das ganze Volk der Elben ist in Gefahr«, hatte sie gesagt. Doch die Priesterinnen wollten ihr nicht glauben. Erst als Vila etwas später die Insel erreicht, erfahren sie von den eigenartigen Dingen, die tatsächlich auf Erdan vorgehen. Doch da war das seltsame Mädchen schon längst verschwunden.

Lengja hingegen soll noch an diesem Tag zur Jungpriesterin ernannt werden: Prestir’ath heithra vatn – die Bewahrern des Wassers, so lautet ihr neuer Titel. Somit ist sie keine Schülerinn mehr. Sie ist nun eine echte Priesterin. Das beschließt der Ältestenrat, der im Moment tagt und an dem Lengja nun teilnehmen darf. Fünf ältere Frauen sitzen im Kreis auf kleinen Strohsäcken. Der kreisrunde Raum ist taghell. Viele Fackeln und Fenster machen den kleinen Raum gemütlich, so empfindet es Lengja. Die Wand besteht aus geflochtenen Zweigen. Viele Bilder aus Holzschnitzereien verzieren sie. Sie zeigen Portraits von wichtigen Elben. Lengja bemerkt das Portrait von Kobbochur. Lange starrt sie es an.

Unter den Frauen sitzt auch Vila – die Herrin-des-Wassers, geistiges Oberhaupt der Elben, sie schweigt, obwohl es viel zu erzählen gibt. Davon, was auf Erdan vor sich geht. Und nichts davon ist beruhigend. Doch sie wartet auf einen Gast, einen ganz besonderen Mann. Er gehört zu den weisesten und mächtigsten Druiden auf Erdan. Er ist einer der letzten Zweiten. So werden die Druiden genannt, deren Vorfahren nachweislich die allerersten Druiden waren und die sich nie mit normalen Elben vermischt hatten.

»Es gab eine Zeit in Erdan, bei der die Geister des Lebens, wie wir Elben sie nennen, Auserwählte aus unserem Volk zu Druiden machten. Seitdem besitzen diese Druiden unvorstellbares Wissen über die Kräfte der Natur. Doch auch körperlich unterscheiden sie sich von einem normalen Elben. So werden Druiden um einiges älter als es unser normales Elbenvolk je werden könnte«, erzählt die Priesterin neben Lengja ihr flüsternd. »Diese Geister des Lebens gibt es heute noch. Sie leben in den Nebeln um unsere Insel Au’va, musst du wissen. Doch nur wenige Priesterinnen oder Druiden können sich heute noch mit ihnen unterhalten.«

»Aber was macht diesen Druiden denn nun so besonders?«, fragt Lengja neugierig, während die anderen Anwesenden ungeduldig warten.

»Keiner von uns hat ihn bis jetzt je gesehen. Er lebte einst auf Au’va. So wie du. Doch das ist lange her. Danach ist er stets auf Erdan umhergereist. Er ist der gelehrteste Elb, den wir kennen. Er hat ein unvorstellbares Wissen. Er soll sogar Gedanken lesen können! Nichts soll ihm verborgen bleiben können.«

Es klopft an der Tür.

»Äh. Bin ich hier jetzt richtig? Ich suche die Ältesten von Au’va. Und das ist die dritte Tür, an der ich klopfe! Bei allen heiligen Geistern, die ich kenne!«, hören sie eine kauzige Stimme. Und ein kleiner Mann mit einem großen, grauen Filzhut und einer grauen Robe betritt den Raum. Er wirkt alt aber sehr flink in seinen Bewegungen und in seinem Geist. Sein faltiges Gesicht wird hinter einem grauen Bart versteckt, den er kunstvoll an seinen Backen zusammengedreht hat. Und seine braunen Augen scheinen immerzu zu lächeln. Lengja lacht kurz auf. Dieser kleine Mann wendet sich ihr interessiert zu.

»Was erheitert dich so, Prestir’ath heithra vatn Lengja?«, fragt der Druide neugierig. Lengja stockt kurz, da sie auf einmal im Mittelpunkt der Aufmerksamkeit steht. Und sie spürt die Unsicherheit des gesamten Ältestenrates um sich. Doch sie bleibt selbstbewusst:

»Ja wusstest du denn nicht, wo du hin musst? Und an welcher Tür du klopfen musst? Du sollst doch alles wissen, sagt man.«

Der Druide lacht kurz auf.

»Natürlich wusste ich wo ich hin muss. Das sollte nur ein Scherz sein. Mir war auch klar, dass nur eine diesen Scherz verstehen wird. Nämlich du, meine liebe Lengja, Tochter von Vila Tochter von Tur.« Er grinst fröhlich. Dann verneigt er sich kurz, ohne seinen großen, kunstvoll geschnitzten Wanderstab loszulassen, den er immer noch in der Hand hält.

»Wenn ich mich vorstellen darf. Mein Name ist Kobbochur, Sohn von Galandral Sohn von Fuchun.« Er setzt sich neben Vila auf eine Decke und wartet.

Mit großen Augen schaut Lengja diesen besonderen Mann an. Doch als sie sich verstohlen umsieht, bemerkt sie, dass sie nicht die Einzige ist, die Kobbochur anstarrt, als sei er ein Geist.

Nun ist Vila an der Reihe und erzählt von Lord Craig Goshem.

»Seit einigen Wintern haust dieser Mensch schon an der Mündung des Flusses Araan hoch oben im Südosten. Wir haben ihn lange nicht entdeckt. So wie er auch uns lange in Frieden gelassen hat. Seit diesem Sommer liegt die Sache etwas anders. Die Ritter der Menschen haben das kleine Dorf Ro’La erspäht. Und seitdem ist dieser Ritter der Menschen unterwegs und versucht, die Elben gefangen zu nehmen, wo er nur kann. Die Stadt des großen Gesichts wird von ihm bedroht. Sie konnten sich bis jetzt wehren. Doch seine Macht wächst und wächst. Viele Elbendörfer sind schon leer. Keiner weiß, wo diese mächtigen Ritter auf einmal herkommen. «

Den Elben in der Versammlungshalle bleibt der Atem stehen. Doch Kobbochur ergänzt diese Mitteilung nachdenklich.

»Das ist nicht ganz korrekt, liebe Vila. Ich weiß, dass sie von einer Insel weiter östlich gekommen sind. Sie nennt sich England. Es sind Menschen die von König Heinrich II., König von England, vertrieben worden sind. Ihnen schließen sich nun Abtrünnige auch vom Festland an. Doch dieses Wissen nützt uns nichts. Wir haben nur gelernt, dass diese Menschen nichts Gutes in sich tragen und nicht umsonst vertrieben worden sind.« Er hält kurz inne. Dann fährt er fort: »Es gibt jedoch noch eine weitaus schlimmere Macht, die uns bedroht!«

Alle Anwesenden schweigen entsetzt. Auch Vila ist nervös.

»Es gibt einen Druiden, der sich gegen die Elben verschworen hat. Er ist ein Zweiter, so wie ich. Und er ist mächtig. Sein Name ist Bahaal!

Und er hat sich mit Lord Craig Goshem verbündet. «

Vila wird nachdenklich und spricht leise:

»Ich habe von einem Druiden gehört, der in der Gestalt einer elbengroßen Kröte oder aber mit einem Katzenkopf auftauchen soll. Er hat ganze Dörfer mit einem Faustschlag in Brand gesetzt und kann Berge einstürzten lassen. So sagt man.«

Kobbochur nickt:

»Genau den meine ich. Sein Ziel ist es, alle Druiden auf Erdan gefangen zu nehmen. Und nebenbei auch alle Priesterinnen und Elben.«

»Aber warum?«, fragt Lengja verwirrt.

»Tja, Lengja Prestir’ath heithra vatn. Es gibt nicht auf alle logischen Fragen auch logische Antworten. Dieser Druide hat sich anstecken lassen von einer Krankheit, die sich Macht nennt. Er will Macht haben über das Volk, das auf Erdan lebt. Und da sich die Elben nicht unterdrücken lassen, will er sie zwingen.«

»Aber das ist ja verrückt!«, stöhnt Lengja entsetzt.

»Äh. Ja. Verrückt ist es. Und gefährlich. Deshalb müssen wir nun reagieren. Wir haben schon lange genug tatenlos zugesehen.« Kobbochur runzelt die Stirn.

»Und wie?«, fragt Lengja aufgebracht.

»Zum einen müssen wir diesen Bahaal stoppen. Doch da sich nicht so viele Druiden gegen ihn stellen können, also eigentlich nur einer, nämlich ich, werde ich das übernehmen. Die Herrin-des-Wassers, deine Mutter, wird sich zu Lord Craig Goshem aufmachen, um ihn mit Worten aufzuhalten. Das ist das einzige, wovon ich glaube, dass es Wirkung haben kann. Wir haben keine Armee, die wir seinen Kämpfern entgegenstellen können. Sie sind bewaffnet mit Speeren, Rüstungen und so Kram.«

Lengja hört aufmerksam zu. Kobbochur wendet sich ihr schließlich mit zusammengekniffenen Augen zu:

»Und deine Aufgabe, liebe Lengja Prestir’ath heithra vatn, ist eine ganz besondere! Du musst es schaffen, eine Nachricht zu verfassen und an deinen Cousin weiterzugeben.« Kobbochur setzt sich gerade hin und sieht sie streng an. Sie nickt:

»Nichts leichter als das. Ich reite zu ihm. Wo wohnt er? Und was soll ich ihm sagen?«

»Das ist der schwierige Teil der Aufgabe.« Kobbochur stockt kurz. Dann redet er flüsternd weiter: »Er wohnt als Geist hinter den heiligen Quellen. Du musst einen Weg finden, mit ihm Kontakt aufzunehmen. Er ist ein Wanderer-der-Welten. Und nur er kann uns retten.«

Ein Raunen durchdringt den Raum. Die anwesenden Priesterinnen scheinen höchst erstaunt zu sein über Lengjas Aufgabe. Sie kennen die alten Lieder über die Geister hinter den Quellen. Doch das sind alles nur Lieder. Lengja runzelt die Stirn.

»Moment! Ich habe die Lieder über die heiligen Quellen gehört. Doch wie soll ich eine Nachricht verschicken – an einen Geist?«

»Die heiligen Quellen sind ein faszinierendes Mysterium, liebe Lengja. Oh ja. Es sind Tore. Tore in die Welt der Geister hinter den heiligen Quellen. Es gibt Druiden, die können durch sie hindurch schwimmen. Sie werden Wanderer-der-Welten genannt. Ich bin einer von ihnen und ich kenne die Geister dahinter. Und sie sind nicht ganz so, wie sie in den Liedern besungen werden. Sie sind weder klein, noch haben sie Flügel, noch können sie leuchten oder ziehen beim Fliegen eine goldene Staubwolke hinter sich her. Auch können sie nicht zaubern.« Wieder hält er kurz inne. Dann spricht er vorsichtig weiter: »Du musst eine Nachricht an Finn schicken. Dass ist dein Cousin in dieser anderen Welt.«

»Was? Ich habe einen Cousin, der ein Geist hinter den heiligen Quellen ist?« Lengja sieht erschrocken zu Vila. Sowohl Vila als auch Kobbochur nicken gleichzeitig. Doch sie schweigen. Sie wollen wohl nichts weiter erklären oder sie können nicht viel mehr dazu sagen. Vielleicht wissen sie ja selbst nicht, wie der Cousin von Lengja zu einem Geist wurde. Und was sind das überhaupt für Geister? Und wie soll man eine Nachricht an Geister übermitteln? In Lengja rasen die Fragen immer weiter durcheinander.

»Und wie soll ich das machen? Eine Nachricht schicken?«, fragt sie aufgeregt.

»Nun ja. Du bist ja jetzt Prestir’ath heithra vatn, oder? Das musst du schon selbst herausbekommen. Denn ich habe darauf keine Antwort.

Ich bin zwar klug. Aber nicht allwissend. Jaja. Hier auf Au’va soll es eine Quelle geben. Doch es gibt Lieder in denen noch weitere Orte mit heiligen Quellen benannt werden.«

»Gut. Aber wer oder was ist nun mein Cousin?«

»Hm. Ich habe ihn selbst nie getroffen. Ich habe mich nur mit Ranucksdother getroffen, eine Elbe, die in dieser Geisterwelt lebt. Ich habe sie gebeten, ihm eine Nachricht zu überlassen, so dass er auf deine Post wartet. Dieser Geist muss uns helfen, gegen Lord Craig Goshem vorzugehen. Und er wird den Elben neuen Mut geben, weiter für ihre Freiheit zu kämpfen. Oh ja! Dein Cousin muss ein Krieger sein. Groß! Groß und stark! Nicht mehr und nicht weniger erwarte ich von diesem Krieger! Er muss aus der Geisterwelt sein, damit die Sage in Erfüllung geht, die nun im Umlauf auf Erdan ist und den Elben neuen Mut gibt. Mut zu leben! Die Sage über den wahren Wanderer-der-Welten. Oh ja. Ein starker Wanderer-der-Welten. Doch er wird sich Gefahren aussetzen müssen. Ganz gewiss wird seine Aufgabe keine leichte sein! Und er wird sich beeilen müssen. Die Quellen dulden keinen langen Aufenthalt. Alle Wanderer-der-Welten müssen nach kurzer Zeit wieder in ihre eigene Welt zurück. Das zumindest erzählen die alten Lieder, die von so manchem Druiden berichten, der nicht mehr zurückgekommen ist.«

Lengja schluckt.

»Bist du bereit für diese Aufgabe?«, fragt Kobbochur sie schmunzelnd. Denn er weiß, dass sie diese Aufgabe nicht ablehnen wird. Gar nicht ablehnen kann, da sie zu neugierig auf ihren Cousin ist.

»Na– natürlich!«, stottert sie. In diesem Augenblick stürmt ein junges Mädchen in den Versammlungsraum.

»Zwei große Schiffe legen an unserer Insel an. Große Schiffe mit hässlichen Menschen in komischen Gewändern«, ruft sie. Kobbochur sieht sie mit ausdruckslosen Augen an. So als wenn er gewusst hätte, dass dieser Augenblick bevor steht.

»Das sind die Ritter von Lord Goshem persönlich. Wir müssen Au’va nun verlassen. Wir werden diese heilige Stätte zurückerobern. Jedoch erst, wenn die Zeit dafür reif ist. Heute ist sie es nicht. Au’va wird wieder den Elben gehören. Benutzt den geheimen Tunnel, der in die Stadt des Meeres führt. Doch bleibt nicht dort. Die Ritter von Goshem werden als nächstes die Stadt einnehmen und wir werden nichts dagegen tun können. Lengja! Du kennst deine Aufgabe. Finde einen Weg, den wahren Wanderer-der-Welten zu uns zu bringen.«

»Aber… kann ich nicht noch mehr von dir lernen?«

»Folge mir in das Dorf Ro’La. Dort wird es in der Nähe auch eine Quelle geben. Das ist ein Zwei-Tagesritt von hier. Deine Mutter Vila wird uns begleiten. Von dort ist es nur noch ein Eichhörnchensprung in die Ritterburg dieses Goshem.«

»Gandramthour annar Kobbochur sonur éth Galandral sonur éth Fuchun. Wieviel Zeit haben wir noch?«, spricht ihn eine Priesterin in der Sprache der Elben mit vollem Titel unsicher an. Sie hat Angst. Viel Angst.

»Keine! Flieht!«, kommt knapp die Antwort. Daraufhin steht Kobbochur auf und verlässt wortlos den Raum. Er scheint es auf einmal sehr eilig zu haben.

Zwei Tage später erreichen Lengja, Kobbochur und Vila eine Grotte nahe dem Elbendorf Ro’La. Sie befindet sich etwas oberhalb eines Sees, mitten in einem Waldstück. Die drei stehen auf einer natürlichen Terrasse am Rand dieser domartigen Grotte und Kobbochur zeigt nach rechts in die Landschaft. Lengjas Blick folgt seinem Fingerzeig.

»Sieh nur. Das sind die Ausläufer des östlichen Gebirges. Ein kleiner Pfad führt durch sie hindurch bis in das Tiefland, in dem Ro’La liegt.« Kobbochur zeigt nun in die entgegengesetzte Richtung. »Und dieser flache Gebirgsfluss fließt durch ein Tal direkt bis in die Stadt New-London. Dort wo Goshem sein Lager errichtet hat.«

Die Quelle selbst befindet sich direkt hinter ihnen in einer Art halbkugelförmigen Grotte mitten in dem Granitberg, etwa 5 Meter oberhalb des Sees. Die drei wenden sich dem Quelltopf zu und gehen die wenigen Schritte in die Grotte hinein.

»Warum schimmert der Quelltopf denn türkisblau? Und warum ist das Wasser milchig weiß getrübt?«, fragt Lengja ihre Mutter überrascht.

»Die Trübung stammt von den Mineralien. Sieh mal die weißen Kristalle, die sich an dem Beckenrand abgesetzt haben.« Vila formt ihre Hand zu einer Schale und lässt Wasser durch ihre Finger in den Quelltopf hinab rieseln.

»Das Wasser hier leuchtet so schön, weil kleine Algen es zum Strahlen bringen. Fühl mal. Das Wasser ist herrlich warm.« Vila führt Lengjas Hand in das Wasser.

»Sind alle heiligen Quellen so?«, fragt Lengja wie verzaubert.

»Nein. Aber viele Quellen auf Erdan sind warm. Und mineralhaltig. Deshalb die weißen Ränder. Aber es gibt auch kalte, heilige Quellen«, antwortet sie. Lengja zeigt auf einen kleinen Bach, der aus dem Quelltopf durch die Grotte fließt. Er füllt ein weiteres Becken, das auf dem natürlichen Balkon am Grottenausgang liegt. Von dort aus fällt das Wasser schließlich in einem wunderschönen Wasserfall 5 Meter in die Tiefe.

»Das ist sehr beeindruckend hier«, schwärmt sie. Dann sieht sie zu dem kleinen Druiden neben sich. Auch Vila fällt auf, dass Kobbuchur etwas zu suchen scheint.

»Kobbi. Was machst du da?«, fragt Vila.

Kobbochur hört auf, in seinem Umhang zu stöbern und sieht Vila streng an.

»Vila. Du weißt. Du sollst mich nicht so nennen. Mein Name ist Kobbochur!«

»Kobbi!« Lengja lacht. »Das klingt ja süß!«, platzt es aus ihr heraus. Kobbochur sieht sie düster an.

»Kobbochur! Mein Name ist Kobbochur. Ich bin weder süß noch niedlich. Zum Kuckuck!«, sagt Kobbochur verärgert.

»Tschuldige!«, antwortet Lengja kleinlaut.

»Aber lieber Kobbi. Sei nicht albern.« Vila tätschelt die Schulter des Druiden.

»Hm!«, brummt Kobbochur missmutig. Dann hat er endlich einen Gegenstand gefunden, den er offensichtlich in seinem Umhang gesucht hat.

»Aber um deine Frage zu beantworten, liebe Vila. Das ist ein Schronqu. Ein heiliger Taler. Ich habe selbst die Lieder gesungen, in denen die Rede davon ist, wie man böse Geister einsperrt! Ich will versuchen Bahaal in diesen Schronqu einzusperren und so zu besiegen. Anderenfalls hilft mit der Schronqu mich, im Falle einer Niederlage, woanders hin zu transportieren, so ähnlich wie fliegen, nur ohne Flügel und viel schneller. So besingen es die alten Lieder. Den Schronqu werde ich hier verstecken!«

»Wie soll das gehen?«, fragt Vila entsetzt.

»Das weiß ich nicht.«

Vila stockt kurz:

»Kobbi. Glaube mir. Wir werden diese Art Magie nicht brauchen. «

Doch Kobbochur bleibt nachdenklich:

»Hm. Es schadet nie, einen Plan B zu haben.«

Lengja unterbricht sie erschrocken:

»Seht mal. Was ist das? In dem Wasser da?«

»Das ist ein Karpfen. Die leben eigentlich nicht hier. Aber sie gelangen durch die Quellen aus der Geisterwelt in die unsere.«

Mit diesen Worten legt Kobbochur den Schronqu direkt an das Ufer der Quelle, so dass der Taler leicht von dem milchigen Wasser umspült wird.

»Es wird Zeit. Vila – ich wünsche dir viel Erfolg. Lengja – eine heilige Quelle haben wir jetzt. Einen Weg zu finden, um mit deinem Cousin in Verbindung zu treten, ist nun allein deine Aufgabe. Und bei allen Geistern die ich kenne und das sind wahrhaftig viele: Du wirst es schaffen. Jawohl.« Kobbochur zuckt mit den Schultern und verschwindet aus der Grotte. Verwirrt sieht ihm Lengja nach.

Ein Tag ist nun vergangen und Lengja ist der Lösung ihres Problems noch keinen Schritt weitergekommen. Ihre Mutter Vila hat sie nicht mehr fragen können. Sie hat sich aufgemacht in die Stadt New-London. Dort wo sich dieser Lord Goshem aufhalten soll. Mit etwas Glück wird sie sie heute Abend wiedersehen. Seit Stunden sucht Lengja nun Kobbochur. Er muss ihr eine Antwort geben. Er muss doch wissen, wie es geht, sich mit ihrem Cousin zu verständigen.

Nicht weit von New-London findet Lengja Kobbochur endlich auf einem Plateau, das direkt an den Klippen liegt. Von hier oben kann man auf New-London hinabschauen. Die schnell gewachsene Stadt liegt mitten an einem breiten Fjord, der durch einen sehr engen Zugang mit dem Meer verbunden ist. Ringsum ist der Fjord ausschließlich mit steilen Klippen gesäumt, außer eben der einen Stelle, an der Goshem seine Festung bauen ließ. Hier fließt der Fluss der heiligen Quelle ins Meer und hat die Flussaue erschaffen. Der Standort ist ideal für New-London: saftige Wiesen, Platz für einen Hafen, und auf einer kleinen vorgelagerten Insel befindet sich die Burg von Lord Goshem.

Der kleine Druide steht am Rand der Klippen und sieht hinab auf die wuselige Stadt.

»Kobb…«, beginnt Lengja zu rufen.

In einer fließenden Bewegung dreht sich der kleine Druide um und sieht Lengja mit zusammengekniffen Augen an.

»Flieh, du Närrin!«, hört sie in Gedanken Kobbochurs Stimme. Es ist wohl wahr. Er kann in Gedanken sprechen. Und dann passiert etwas Unvorstellbares. Neben Kobbochur gibt es einen lauten Knall und wie bei einem Aufprall eines riesigen Felsbrockens erbebt der Erdboden und eine Staubwolke hüllt den kleinen Zauberer kurz ein. Im Zentrum der Wolke erscheint eine riesige Gestalt. Ein Mensch mit einem Krötenkopf! Bahaal! Blitzschnell dreht sich Kobbochur zu der Gestalt um und zeigt mit seinem Druidenstock auf ihn.

»Bahaal!«

»So ist es!« Bahaals Stimme donnert. Doch Kobbochur hat lediglich Spott für seinen Gegner übrig:

»Was für ein übertrieben lächerlicher Auftritt. Du bist und bleibst ein Aufschneider!« Er lacht kurz. Doch Bahaal ignoriert diese Bemerkung und erwidert mit brummender Stimme: »Hier stehen sie nun. Die letzten Zweiten. Und bald wird es nur noch einen Zweiten Druiden geben. Und das wirst nicht Du sein, Kobbi!«

»Bahaal!«, ruft Kobbochur wütend aber beherrscht. »Niemand nennt mich ungestraft Kobbi. Mein Name ist Kobbochur! Gandramthour annar Kobbochur sonur éth Galandral sonur éth Fuchun! Um genau zu sein.«

»Mag sein, aber…«

»Wieso eigentlich hast Du die Seiten gewechselt und Dich mit den Menschen verbündet, Du Dödel?«, unterbricht ihn Kobbochur auffordernd.

»Nenn mich nicht Dödel!«, fährt ihn Bahaal an.

»Warum nicht? Jeder weiß doch: Wer sich mit den Menschen verbündet, wird von ihnen ausgenutzt und hintergangen. Die Elben sind Ehrlich und Weise. Du hast dich den falschen angeschlossen. Also kann ich dich auch Dödel nennen!«, antwortet Kobbochur respektlos.

»Kobbochur. Du irrst! Die Zeit der Elben ist vorbei! Und Du weißt es. Ist es nicht so, dass Du sie schon aufgegeben hast? Wieso könntest Du es sonst zulassen, dass Goshem die heilige Insel Au’va eingenommen hat?«

»Lieber Bahaal. Ich habe sie nicht aufgegeben. Ich habe sie nur Goshem geliehen. Ich werde sie zurückfordern. Aber erst, wenn ich dabei kein Leben der Elben mehr aufs Spiel setzen muss. Weißt Du, im Gegensatz zu einem Dödel wie Dir, verehre ich das Leben und schätze es. Und ich will es erhalten. Dödel wie Du es einer bist, wissen ja selbst nicht, was es heißt zu leben!«

»Kobbochur! Du hochnäsiger…«

In diesem Augenblick will Bahaal mit einem starken Stockhieb seines Druidenstabes auf Kobbochur einschlagen. Doch mühelos pariert dieser den Hieb.

»Hey. Das ist rohe Gewalt. Wollen wir das nicht wie echte Druiden regeln?«

»Nein!«, schreit Bahaal außer sich. Und haut wie wild auf den kleinen Druiden ein. Doch Kobbochur weicht gekonnt jedem einzelnen der Schläge aus. Nicht einer dieser Hiebe kann ihm gefährlich werden. So messen sich die beiden Druiden eine kurze Weile. Lengja hat sich hinter einem Felsen versteckt. Jetzt bemerkt Lengja plötzlich eine Gestalt die im Gras lieg und ebenfalls heimlich die Druiden beobachtet. Es ist ein etwa sechzehnjähriger Junge. Ein Mensch. Er ist in Begleitung eines alten Ritters, den Lengja dann hinter einem weiteren Felsblock erblickt. Vorsichtig schleicht sich Lengja näher an die beiden Ritter heran, auch sie bleibt, wie der Junge, im hohen Gras verborgen und sie achtet darauf keine Aufmerksamkeit zu erregen.

»Herr! Wir sollten von hier verschwinden«, warnt der Alte. Doch der Junge schüttelt den Kopf.

»Nein! Ich muss wissen, wie der Kampf ausgeht. Das da ist Bahaal. Mein Vater erwartet große Hilfe von ihm. Ohne Bahaal können wir wahrscheinlich nicht so schnell etwas gegen die Elben erreichen.« Lengja will aufspringen und den Jungen erwürgen. Denn das ist der Sohn dieses bösen Fürsten. Doch es wäre falsch, jetzt etwas gegen den Jungen zu unternehmen. Sie wartet und beobachtet die Menschen. Doch auf einmal hört sie Kobbochur laut aufschreien.

»Du Schuft. Das war geschummelt!« Auch wenn mir Kobbochur hier wiedersprechen würde, denn in seinen Augen gibt es Zauberei nur in Märchen, so kann ich das, was jetzt passiert, eher mit Zauberei beschreiben, als mit Druidenkräften. Denn es gibt ein kleines Feuerwerk aus bunten Lichtpunkten, dort wo Kobbochur steht.

Es dampft und Kobbochur verschwindet. Blitzschnell dreht sich Lengja um und glaubt zu sehen, wie Kobbochur über die Klippen in die Tiefe fällt. Undeutlich sind noch einige Wörter von Kobbochur zu hören, die wie ein Zauberspruch klingen.

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