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Die kein Gewissen haben, Teil 1 (FBI Special Agent)

Pete Hackett

Die kein Gewissen haben, Teil 1 (FBI Special Agent)

Ein Fall für Owen Burke





BookRix GmbH & Co. KG
80331 München

FBI Special Agent Owen Burke

Die kein Gewissen haben (Band 1)

Krimi von Pete Hackett

 

Ein CassiopeiaPress E-Book

© by Author

© der Digitalausgabe 2014 by AlfredBekker/CassiopeiaPress, Lengerich/Westfalen

www.AlfredBekker.de

www.postmaster@alfredbekker.de

 

 

 

Nachdem Ron Harris am Morgen kurz nach 8 Uhr das Büro betreten und seinem Kollegen Owen Burke einen guten Morgen gewünscht hatte, sagte er: „Hast du's auch gehört in den Nachrichten, Partner? Gestern Abend wurde in der Thompson Street ein Rechtsanwalt auf offener Straße erschossen. Sein Name ist Steven Levis, er arbeitete für die ziemlich renommierte Kanzlei Jameson Partner.“

„Ja, ich habe es gehört“, erwiderte Owen Burke und lehnte sich auf seinem Stuhl zurück. „Es gibt weder einen Hinweis auf den Mörder noch auf das Motiv für die Tat.“ Burke zuckte mit den Schultern. „Das Verbrechen fällt nicht in unsere Zuständigkeit. Es ist Sache der Mordkommission.“

In dem Moment, als Ron Harris etwas erwidern wollte, klingelte Burkes Telefon. Der Agent hob ab, meldete sich und aktivierte zugleich den Lautsprecher. Es war der Direktor des FBI, der sagte:„Guten Morgen, Special Agent. Ich erhielt soeben einen Anruf von Rascon Murphy, um genau zu sein von John Rascon. Es geht um den Mord an einem Rechtsanwalt gestern Abend. Sein Name ist Steven Levis. Er arbeitete für Jameson Partner. Rascon Murphy haben in seinem Auftrag nach einem Mädchen aus Mexiko geforscht. Die Spur führt in den Club Sixty-nine. Der Vater des Mädchens hat die Kanzlei mit den Nachforschungen beauftragt.“

„Wer ist Rascon Murphy, Sir?“, fragte Owen Burke, nachdem es bei ihm durch war. „Ron und ich sprachen im Übrigen soeben über den ermordeten Anwalt. Wieso wird das FBI mit dem Fall tangiert?“

„Rascon Murphy ist eine kleine Detektei in Chelsea. Das Mädchen, nach dem die Detektive im Auftrag des Anwalts forschten, heißt Manuela Hernandez. Ihr Vater hat die Kanzlei beauftragt, nachdem seine Tochter mit der Aussicht, in den Staaten eine gut bezahlte Stellung zu erhalten, Mexiko verlassen hat. Manuelas Spur verlor sich allerdings. Von dem Mädchen kam kein einziges Lebenszeichen. Es ist anzunehmen, dass es im Club Sixty-nine zur Prostitution gezwungen wird. Und da sich diese Manuela Hernandez illegal in den Staaten aufhält, kamen Rascon Murphy auf die Idee, das FBI einzuschalten.“

„Sie denken an einen Mädchenhändlerring, Sir?“

„Nun, es deutet viel darauf hin. Allerdings ergibt der Mord an dem Rechtsanwalt für mich keinen Sinn. Nehmen Sie und Agent Harris Verbindung mit der Mordkommission auf, Special Agent. Lieutenant Newman leitet die Ermittlungen.“

„Klar, Sir?“

„Gut. Halten Sie mich auf dem Laufenden.“

„Ja. Sobald wir mit Newman gesprochen haben, nehmen wir Verbindung mit Ihnen auf, um Ihnen zu berichten und das weitere Vorgehen abzustimmen.“

Owen Burke legte auf. „Du hast es gehört, Partner. Fangen wir bei Newman von der Mordkommission an.“

Wenig später waren die beiden Agents auf dem Weg zum Police Departement. Sie hatten das Treffen mit Lieutenant Newman vorher telefonisch abgesprochen.

Es war nervenzermürbend, sich morgens durch das Verkehrschaos New Yorks zu kämpfen.

Schließlich aber saßen die beiden Agents Lieutenant Newman in dessen Büro gegenüber. Newman schaute etwas übermüdet aus. Als er sprach, klang seine Stimme ziemlich lahm. Er sagte:„Niemand hat den Mord beobachtet, G-men. Zumindest hat sich niemand gemeldet. Wir haben die Anwohner rund um den Platz befragt, an dem der Mord geschah. Niemand hörte einen Schuss. Wahrscheinlich hat der Mörder eine Waffe mit Schalldämpfer benutzt. Der Leichnam befindet sich in der Gerichtsmedizin. Das Geschoss ist nicht wieder aus dem Kopf ausgetreten. Es wird bei den Ballistikern landen. Und dann sehen wir weiter.“

„Haben Sie auch in der Kanzlei ermittelt, in der Levis beschäftigt war?“, fragte Burke.

„Noch nicht. Gestern Abend war dort keiner mehr anzutreffen, und jetzt – entschuldigen Sie – halten Sie mich davon ab, dort meinen Job zu machen.“ Newman griente schief, irgendwie betreten.

„Das tut uns aber leid“, kam es etwas ironisch von Ron Harris.

„Sie sind so mitfühlend, G-man“, meinte der Lieutenant mit ätzendem Sarkasmus im Tonfall. „Aber Spaß beiseite. Wieso interessiert sich das FBI für den Fall? Steckt mehr dahinter als nur ein gewöhnlicher Mord?“

„Möglicherweise“, antwortete Owen Burke. Dann erzählte er Newman, was sie von ihrem Chef erfahren hatten.

Newman pfiff zwischen den Zähnen. Schließlich aber streute er seine Zweifel aus, indem der meinte: „Selbst wenn Levis in Zusammenarbeit mit der Detektei eine Spur des Girls gefunden hat, und diese Spur führt zu einem Mädchenhändlerring – der Mord an dem Anwalt ist für mich nicht ganz verständlich. Falls der Mörder in dem Club zu suchen ist – er kann doch nicht annehmen, dass er mit Levis' Tod aus dem Schneider ist.“

„Zu diesem Schluss sind wir auch gekommen“, mischte sich Ron Harris ein und beugte sich ein wenig vor. „Haben Sie etwas dagegen, Lieutenant, wenn mein Partner und ich uns an Ihrer Stelle ein wenig an Levis' Arbeitsplatz umsehen?“

„Heißt das, das FBI übernimmt den Fall?“, erkundigte sich Newman hoffnungsvoll.

„Das wissen wir noch nicht“, erklärte Owen Burke. „Wenn die Spur des Mörders allerdings zu dem Club führt und wir dort auf Prostitution mit all ihren Nebenerscheinungen stoßen, dann denke ich, dass wir die weiteren Ermittlungen führen.“

„Mit Nebenerscheinungen meinen Sie Menschenhandel, Nötigung, Drogenmissbrauch und so weiter und so weiter, nicht wahr?“, kam es von Newman.

„Richtig“, bestätigte Burke, erhob sich und reichte Newman die Hand. Der Lieutenant ergriff sie. „Wir melden uns wieder bei Ihnen“, versprach Owen Burke.

Auch Ron Harris verabschiedete sich. „Sollten Ihnen noch irgendwelche Erkenntnisse auf den Schreibtisch flattern“, meinte er, „dann lassen Sie uns daran teilhaben.“

„Es wird mir ein Vergnügen sein, Special Agent“, grinste der Lieutenant, und jeder Zug in seinem Gesicht verriet, dass er den Fall gerne an das FBI abgetreten hätte.

Die Agents saßen wieder im Dodge. Viel hatten sie nicht in Erfahrung gebracht. Sie hatten einen ermordeten Rechtsanwalt und eine vage Spur zu diesem Club Sixty-nine.

 

*

 

Die Kanzlei Jameson Partner hatte ihren Sitz in der Broome Street, Ecke Thompson Street, in der Steven Levis erschossen wurde.

Der Chef der Kanzlei empfing die Agents. Jameson war ein Mann um die fünfzig, grauhaarig, schwergewichtig und von natürlicher Autorität. Er verstrahlte Ruhe und man konnte sofort zu ihm Vertrauen gewinnen. Natürlich war er erschüttert, fassungslos und auch entsetzt angesichts des brutalen Verbrechens an seinem Mitarbeiter.

Owen Burke erklärte dem Anwalt, was das FBI bewogen hatte, sich mit der Angelegenheit zu befassen.

Jameson dachte kurz nach, nickte und sagte: „Ja, da war was mit einer Mexikanerin, die sich bei ihren Eltern seit vielen Wochen nicht mehr gemeldet hat. Was Näheres weiß ich allerdings auch nicht. Jeder von uns drei Anwälten in der Kanzlei bearbeitet seine Fälle in eigener Zuständigkeit. Man müsste sich vielleicht mal den Arbeitsplatz Stevens näher ansehen. Vielleicht findet sich ein Hinweis.“

„Eine gute Idee“, lobte Ron Harris. „Zeigen Sie uns Levis' Büro?“

Sie standen auf. Plötzlich stutzte Jameson. „Eine Frage, G-men: Steven kam immer mit einem Aktenkoffer ins Büro, denn er nahm fast jeden Tag Arbeit mit nach Hause. Hat die Mordkommission in dem Koffer keine Hinweise gefunden?“

Die Agents schauten sich an. Von einem Aktenkoffer wussten sie nichts. Burke nagte an seiner Unterlippe, dann fragte er: „Darf ich mal Ihr Telefon benutzen, Sir?“

Jameson wies einladend auf den Apparat und nickte. Owen Burke ließ mich mit Lieutenant Newman von der Mordkommission verbinden.

„Nein“, gab der Lieutenant auf Burkes Frage zu verstehen, „ein Aktenkoffer befand sich nicht bei der Leiche. Von einem Aktenkoffer war auch bei der Befragung potentieller Zeugen nicht die Rede.

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