Logo weiterlesen.de
Die helle Nacht

Hertha Koenig

Die helle Nacht

Frauenportraits

Aus dem Nachlass herausgegeben
von Günther Butkus

Mit einem Nachwort
von Stefanie Viereck

PENDRAGON

Inhalt:

Die Sonnenseite

Die Tänzerin

Die helle Nacht

Fräulein Evelines Hochzeitsreise

Stickerei aus dem Rokoko

Die Tote

Nachwort

Die Sonnenseite

Unausgeschlafen, mit der Anstrengung jähen Entschlusses, war das junge Ehepaar sonntags vor Morgengrauen aufgestanden.

Er murmelte kräftige Verwünschungen vor sich hin, fand sich aber, seiner Art und Natur nach, schnell einig mit dem Tagesplan und ging ans Fenster, um das Wetter zu befragen. Sie dagegen musste sich zu jeder Bewegung und Hantierung einzeln aufraffen, um nicht immer wieder mit einem peinlichen Nachgeben in den Schlaf zurückzugleiten.

„Der Himmel ist grau“, sagte er, „Schade! Wenn wir nicht erwartet würden …“

Sie hatte sich inzwischen durch das kalte Waschwasser überzeugen lassen, dass alles gut sei; auch dieses allzufrühe Aufstehen. Immer war sie schnell zu solcher Überzeugung bereit; nachdem sie einmal die Entscheidung für ihr Leben getroffen hatte, als sie vor einem halben Jahr Hans-Christophs Frau geworden war. Nicht aus dem Eigensinn einer großen Leidenschaft heraus; so etwas lag weit zurück, wie ein abenteuerlicher Traum. Damals hatte das Schicksal die Erfüllung vereitelt. Aber ihre eigene Natur war an diesem Schicksal beteiligt, weil sie im Grunde doch das Ruhige, Zuverlässige wollte. Und das war Hans-Christoph. Darum dachte sie im Einzelnen nicht darüber nach, ob etwas anders sein könnte.

Sie waren beide in großen Verhältnissen aufgewachsen. So hatte sie sich eine Ehe immer vorgestellt, mit viel Raum. Wie zu Haus eine große Flucht zwischen Vaters Arbeitszimmer und Mutters Wohnstube. Aber die Zeitläufe hatten vieles geändert und maßen jedem nur das Notwendige zu. Sie mussten froh sein, dass sie in der Stadt eine freundliche Dreizimmerwohnung gefunden hatten.

In der ersten Zeit schien das Dichtumschlossene ihrem Glück einen besonderen Reiz zu verleihen. Wie ja Kinder am liebsten mit der ganz kleinen Puppenstube spielen; weil unendlich große Erlebnisse darin Platz haben.

Besonders bei Hans-Christoph hatte dieser Zauber vorgehalten. Er war von besonderer Geschicklichkeit und hatte eine Vorliebe für praktische Hantierungen, die ihn in einer großen, weitläufigen Umgebung leicht etwas lächerlich gemacht, oder ihm Entsagung seiner Liebhaberei auferlegt hätte. In dieser kleinen Dreizimmerwohnung haftete ihr nichts Befremdliches an. Es gab so manchen Schaden auszubessern, an Holz zu schnitzen, Eisen zu feilen. Und er tat es mit Eifer und Genauigkeit. Sein Beruf war nicht der frei gewählte; aber seine Anstellung bei einem großen kaufmännischen Unternehmen gab ihm Gelegenheit, auf eine gesicherte, sogar recht aussichtsreiche Zukunft hinzuarbeiten.

Er hatte inzwischen seinen Anzug beendet und widmete sich dem Reisegepäck; löste Riemen, um sie sorgfältiger zu schnüren, holte Vergessenes herbei. Lena liebte solche Hantierung weniger. Sie war ebenfalls fertig und überlegte, was an dem Mundvorrat noch fehlte. Aber da hörte sie Hans-Christoph schon in der Küche einen Schrank öffnen.

Nicht, dass es sie störte oder befremdete, wenn er in ihren Bereich hinübergriff. Nur – sie hatte sich das früher anders gedacht.

Das Ziel dieses Ausflugs war der Besuch bei einem Onkel von Hans-Christoph, der in jeder Beziehung sehr abseits lebte – in einem kleinen Schloss auf der Anhöhe eines Flusstales. Sie mussten einige Stunden mit der Bahn fahren.

Lena saß mit geschlossenen Augen und ruhte. Es war seit der Hochzeitsreise zum ersten Mal, dass sie fuhren. Sie dachte an frühere Reisen. Es lag kaum ein Jahr dazwischen. Wie sonderbar anders war es gewesen! Immer mit einem fernen, unausdenklichen Ziel, wohin es auch sein mochte. Und niemals müde. Und immer ganz nah an den Bäumen und Wiesen, an denen man – wenn auch noch so schnell – vorüberfuhr.

„Schade, dass es regnet“, sagte Hans-Christoph. Und Lena meinte, dass der Besuch bei dem alten Onkel Ferdinand eben sein müsse.

Ja, früher war überall viel Raum gewesen. Im elterlichen Haus, im Garten, in den Tagen, in den Nächten. Wer weiß, wie lange sie oft auf dem Rasen gelegen hatte und den großen, weißgeballten Wolken zugeschaut; wie sie sich geheimnisvoll ineinander schoben, dicht, verdunkelt, und allmählich sich lösend, um sich mutig in das starke Blau hineinzuwagen. Eine Feier für das ganz Ferne, Geheimnisvolle. Verlorene Zeit, hätte es so mancher benannt. Auch Hans-Christoph. Denn es kam dadurch kein neues Wissen; weil das nun einmal selbst nicht zu einem kommt; und es stand auch keine neue Erkenntnis am Himmel geschrieben. Nur, dass die Seele sich geweitet hatte durch ein Atemholen in der unendlichen Luft.

Es konnte auch in ihrer Jungmädchenstube sein. Ein langes Schauen in den Dämmer hinein mit weitgeöffneten Augen. Oder nachts, wenn der Vollmond langsam über die Kissen schlich und einen anrührte, dass man aufstehen musste und seinen Anblick mit hereinholen in den kaum unterbrochenen Schlummer. Oder dem frühen Morgenhimmel konnte man nicht widerstehen; wenn sich die graue, verschwiegene Ferne langsam zeilenweise mitteilte.

Jetzt gab es solche Feierstunden kaum mehr. Man hatte keine Zeit. Oder man war müde. Die kurzen Augenblicke, die es dennoch gab, waren um ihrer Seltenheit willen umso kostbarer; meistens in dem niederen Stuhl in ihrer kleinen Wohnstube, wenn sie einmal ein Buch zur Hand nahm; wenn sie es plötzlich fortlegen musste und den Kopf in beide Hände stützen, weil der Weg frei wurde zum ganz Fernen, Geheimnisvollen, vorbei an den Gegenständen, weit, weit fort. Dann war es ganz einerlei, ob sie auf einem Leuchtturm in der Nordsee stand, oder in Fiesole unter einer Mauer voll Rosen und Glyzinien, oder ob sie hier in dem kleinen niederen Stuhl ihrer Wohnstube saß.

Diese seltenen Minuten kamen nur, wenn sie allein war. Wenn Hans-Christoph hereintrat, stand sie auf. Sie hatte dann einen merkwürdig fremden, versunkenen Blick, der sich nicht einfangen ließ. Er sah sie erstaunt an und nahm sie entzückt in den Arm. Das war auch schön. Aber – es war ganz anders.

Sie mochten etwa zwei Stunden gefahren sein. Der Regen hatte aufgehört; doch das Wetter kam über seine graue Unschlüssigkeit nicht hinaus. Die hellen Ahornblätter hingen fahl und freudlos an ihren Zweigen.

Hans-Christoph bemühte sich vergebens, die Reize der Gegend zu schildern. Kaum, dass ein Hügel seinen sanften Schwung anhob, verlor er sich schon wieder im Nebel. „Aber er fällt“, sagte er befriedigt und widmete seine Aufmerksamkeit dem Frühstück, das er so emsig und wohlbedacht eingepackt hatte und es nun mit dem gleichen Eifer in all seinen Einzelheiten ausbreitete und verzehrte.

Lena sah ihm zu. Nicht ohne Bewunderung für seine Geschicklichkeit dem Augenblick gegenüber. Er war nie müde, nie enttäuscht; denn er richtete seine Wünsche immer nur auf das Mögliche.

Sie waren an ihrer Station angekommen und stiegen aus. Vor dem Bahnhof wartete der Wagen.

„Könnte man ihn nicht öffnen?“, fragte Lena. Aber nein. Es war ein festgeschlossenes Coupé. Denn solch unverheirateter Onkel ist von ängstlicher Fürsorge, wenn es sich um eine Dame handelt.

Wagen, Pferde und Kutscher, alles von der gediegenen Eleganz versunkener Zeiten. Die Füchse waren sich des guten Eindrucks bewusst, den sie hervorriefen, und wieherten selbstherrlich auf. Der Kutscher verzog keine Miene. Welch ein Kutscher! Er wusste, dass mit dem glattrasierten Gesicht und dem schmal zugekniffenen Mund nicht alles getan war; es musste der Augenniederschlag dazu kommen, von ganz oben herab, um den Eindruck unerbitterlichster Verschlossenheit hervorzurufen. Auf diesen Eindruck kommt es an, mag er stimmen, oder nicht. Selbst seine Ohren waren nicht willkürlich; bei anderen stehen sie mehr oder weniger ab, ohne dass die innere Bedeutung des Besitzers darunter leidet. Diese Ohren waren eng anliegend, wie die Revers eines gutgearbeiteten Überrockes. Der Wagen war mit hellem sandfarbenem Tuch ausgeschlagen und lief auf Gummirädern.

Hans-Christoph und Lena entging nichts. Ihnen war, als seien sie nach einer langen unbequemen Reise in unzivilisierten Gegenden wieder nach Haus gekommen und verstünden jetzt erst zu genießen, was ihnen früher selbstverständlich gewesen war. Sie fühlten sich beneidenswert – diese erste stille Strecke auf Gummirädern – wenn auch der Wagen geschlossen blieb. Lena dachte: Nur jetzt kein gesprochenes Wort! Diese kleine Angst war die einzige Beeinträchtigung. Denn Hans-Christoph stellte gern fest; vor allem, was ihn befriedigte.

So kam das Gespräch allmählich auf den Onkel Ferdinand. Lena wusste so gut wie nichts von ihm, er war für sie ein Onkel wie andere, den man einmal besuchen musste. Erst durch Wagen, Anspann und Kutscher war das Interesse geweckt worden. Sie hatte sich einen alten Herrn vorgestellt mit etwas altjüngferlichen Schrullen. Das schien gar nicht zu stimmen. Er sei keineswegs alt. Nur ein eingefleischter Junggeselle. Früher in seiner Offizierszeit sollten allerlei Herzensangelegenheiten gespielt haben. Dadurch sei er um das eine wirkliche Erlebnis gekommen, meinte Hans-Christoph. Er habe einen sehr strengen Vater gehabt, der ihn noch als erwachsenen Menschen bevormundete; das habe einen erbitterten Widerstand in ihm erzeugt. So hätte wohl auch der Vater später mit seiner schnarrenden Stimme des öfteren gesagt: „Es wird Zeit, mein Junge, du musst heiraten.“ Das genügte, um Onkel Ferdinand in die Abwehr zu versetzen. Später soll sein Spruch gewesen sein: „Unmöglich! Frauen reden zu viel; immer sind sie unpünktlich; und immer haben sie Wünsche.“

Nun saß er seit etlichen Jahren auf seinem Schloss über dem Flusstal, kümmerte sich um das bisschen Landwirtschaft, und er sammelte Steine; deshalb machte er bis vor kurzem jedes Jahr eine große Reise.

„Dort liegt das Schloss“, sagte Hans-Christoph und wies zur Anhöhe hinüber. Ein breiter, behaglicher Turm trat selbstsicher aus den Bäumen hervor; als sei ihm das Beschützen eine angenehme Gewohnheit. Die Pferde freuten sich auf den Stall und bewältigten mit Leichtigkeit die Steigung.

Onkel Ferdinand kam an den Wagen, die Gäste zu empfangen. Gutgeformte Hände halfen Lena beim Aussteigen. Seine Bewegungen waren ohne Hast; geschmeidig und zuvorkommend. Dieser Onkel Ferdinand hatte den Gesichtsausdruck und die Sprache eines Weltmannes. Er war gar nicht anders zu denken als in einem Kreis, der von ihm belebt wurde. Was hatte er mit diesem einsamen Gemäuer zu tun?

Er führte seine Gäste in ihr Zimmer und erwartete sie nach einer Weile zum Mittagessen.

„Warum hast du mir nie von ihm erzählt?“, fragte Lena vorwurfsvoll. Aber Hans-Chistoph wusste nicht, was es da zu erzählen gäbe.

Sie zogen sich um und gingen hinunter. Das weiße Treppengeländer war von beglückendem Rokoko.

Es wurde zu Tisch gebeten. Der Diener trug die Suppe auf. War das nicht das nämliche Gesicht …? Onkel Ferdinand beantwortete die Frage, ohne dass sie ausgesprochen wurde. „Jawohl, den habt ihr bereits gesehen – Klaus – Diener und Kutscher in einer Person. Früher waren die Funktionen geteilt. Mein guter alter Diener ist im Krieg geblieben; da wurde zuerst eine Art Übergang geschaffen, der schließlich zur Gewohnheit wurde. Er macht seine Sache gut. Klatscht zwar wie eine Kammerkatze, aber das ist auch sein einziger Fehler. Übrigens, mit dem Stall hat er nicht viel zu tun. Pferdeputzen und dergleichen besorgt der Stallknecht. Er fährt und hat die Aufsicht. Sonst könnte diese Kombination leicht etwas Fatales haben.“ Klaus machte selbst dem Gespräch ein Ende, indem er eintrat, glatt und leise, wie auf Gummirädern, um den Gang der Mahlzeit weiterzulenken.

Nach Tisch musste Lena ruhen. Die Herren gingen in die Bibliothek, der man es von Weitem anmerkte, dass hier nur die besten Zigarren geraucht wurden.

Onkel Ferdinand klopfte seinem Neffen auf die Schulter. „Mensch, sag mal, du hast aber ein Glück gehabt! Sie ist ja ganz e… e…“, er wollte sagen, „exquisit“, denn das war sein höchster Ausdruck; aber er fand in diesem Falle „charmant“ noch passender. „Absolut charmant! Ich gratuliere dir!“

Hans-Christoph war es gar nicht recht gewesen, dass Lena bei Tisch sehr still, beinahe stur geradeaus blickte mit dunkel erstaunten Augen. Er liebte es, wenn sie heiter war. Umso angenehmer ging ihm des Onkels Glückwunsch ein.

Bis zum nächsten Nachmittag hatte das Wetter sich aufgeklärt. Es wurde ein Rundgang gemacht durch die Gartenanlagen, die sehr bald in einen gepflegten Wald übergingen. Man merkte, dass dem Auge des Herrn nichts entging. Ebenso in den Stallungen. Onkel Ferdinand hielt auf genaue Zeiteinteilung. Jeden Morgen um sieben Uhr pflegte er für zwei Stunden fortzureiten. Mit einem bloßen Spazierritt war es nicht getan. In einer Waldnische hatte er eine kleine Naturmanege geschaffen; da stellte er sich selbst und seinem Pferd die schwierigsten Aufgaben. Danach kam er befriedigt nach Haus. Nach dem Frühstück kümmerte er sich um die Wirtschaft. Es wäre vielleicht in dem Maße nicht nötig gewesen; aber Onkel Ferdinand verlangte etwas von sich, gerade, wenn es ihn eine gewisse Überwindung kostete. „Sonst vertrottelt man“, pflegte er zu sagen. Der Nachmittag blieb für seine Liebhabereien. Er arbeitete große Reisen aus, nach der Karte und nach Büchern, Forschungsreisen zur Suche nach irgendeinem Stein. Er las Familiengeschichte oder, wenn sie beendet war, gelegentlich auch einen historischen Roman und schlug nach, was er nicht gegenwärtig hatte. Und alles tat er mit Gründlichkeit und Strenge gegen sich selbst.

Aber der Nachmittag war lang. Zum Glück kam gegen fünf Uhr die Post und verpflichtete zu einer Gegenäußerung. Und wenn nicht, so machte sie wenigstens ihren Schnitt in den Nachmittag und brachte Zeitungen, die gründlich gelesen wiederum eine Strecke Zeit erforderten. Im Übrigen waren die Zigarren gut, ob sie nun in der Bibliothek geraucht wurden oder im Herrenzimmer.

Wenn man Onkel Ferdinand fragte, ob es nicht sehr eintönig sei in dieser Weltabgeschiedenheit, pflegte er etwa zu sagen: „Es kommt doch lediglich darauf an, dass man es versteht, das Leben mit Anstand abzuwickeln; ob das etwas mehr oder weniger eintönig ist, das spielt doch keine Rolle.“ Er sagte das ohne Bitterkeit, mit Stolz, das zu beherrschen, was er sich einmal vorgenommen hatte. Aber zu Hans-Christoph und Lena sagte er es nicht. Für so junge Leute war das nichts. Mögen sie ihre Illusionen pflegen!

Onkel Ferdinand, wie jeder Junggeselle, war der Meinung, dass eine Dame fortwährender Unterhaltung bedarf. Sonst langweilt sie sich. Diese gewisse Unruhe war ihm bei Ausgang jedes Gespräches anzumerken, und schon sprang er auf, um einen Stoß Photographien herbeizuschleppen und sie mit unermüdlichen Erklärungen und Anknüpfungen zu zeigen.

Nach dem Abendessen folgte die Besichtigung seiner Steinsammlung. Eine flache Schublade nach der anderen zog er heraus. Da lagen diese merkwürdigen Kostbarkeiten in ihren kleinen Kästen, schief und formlos, wie sie vom Urgestein abgebröckelt waren, mit ihrem Aufblitzen geheimnisvoller Farben und Lichter. Und die ruhige Gemessenheit dessen, der sie zeigte, verwandelte sich in einen liebevollen, fast zärtlichen Eifer, während er Stück um Stück in die Hand nahm, um es von allen Seiten zu betrachten.

Hans-Christoph vertiefte sich in die versteinerten Tier- und Pflanzenformen. Lena, durch den langen Tag ermüdet, konnte dem Einzelnen nicht mehr recht folgen. Ihr war, als befände sie sich in einer wunderbaren Höhle, inmitten unbekannter Erscheinungen; aber sie musste vor allem auf den Zauberer achten, in dessen Händen diese Brocken zu leben begannen.

Als die letzte Lade in den großen Schrank zurückglitt, war alles versunken. Da erschien wieder das Arbeitszimmer dieses Onkels Ferdinand mit den Bewegungen eines vollkommenen Weltmannes, der seinen Tag streng einteilte, – weil man sonst leicht vertrottelt.

Der Diener Klaus musste noch eine Flasche Wein bringen. Es wurde spät, bis man sich aus den Sesseln erhob und auseinanderging.

Lena stand noch in der tiefen, kühlen Mauernische und sah hinaus über das Flusstal, wo es sich fern in die Ebene öffnete. Linien und Farben reichten nur, so weit wie das Licht von innen seinen Schein warf. Nebel stiegen vom Fluss auf. Dahinter lag das Verborgene.

Und hier in diesem Gemäuer? Ein Mensch ohne Schicksal, ging es ihr durch die Gedanken. Sind wir denn dazu auf der Welt, um einen Tag wie den anderen mit mühsamer Pflicht auszufüllen? Ohne Freude, ohne Ausblick?

Onkel Ferdinand hätte ruhig seinen Satz vor den beiden aussprechen können. Lena hatte ihn doch gehört; wenn er auch mit noch so gehobener Stimme von seinem Tagesablauf sprach. Sie fröstelte. Langsam und schwer kamen einzelne Tränen unter ihren Wimpern hervor, die sie schnell abwischte. Denn Hans-Christoph war sehr befriedigt von diesem Tag und ließ ihn noch mal in seinen Einzelheiten vorüberziehen.

Am nächsten Morgen schien die Sonne. Sie zeigte das Schloss und sein ganzes Dasein in einem anderen Licht. Lena setzte sich auf die Steinstufen, die in den Hof hinabführten und ließ sich durchwärmen. Der schöne, schlanke Schäferhund, Onkel Ferdinands Begleiter, legte sich neben sie. Goldlack duftete warm von der Mauer herüber. Sie schloss die Augen und ließ jeden Gedanken versinken. In solcher Minute nimmt man plötzlich ein Stück alter Mauer in Besitz; und es gehört einem fürs Leben. Wenn man sich auch weitab in fremden Straßen zurechtfinden muss.

Aus den Fenstern über ihr drang Küchenlärm. Dort lagen die Wirtschaftsgebäude. Überall hatte Onkel Ferdinand sie herumgeführt; nur noch nicht auf den Turm. Er war gerade gegangen, den Schlüssel zu holen.

Und sie stiegen hinauf in seinem dunklen Innern. Oben öffnete sich eine ganz andere Ferne, als man gestern Abend hinter den Flussnebeln vermutete. Heiter spielte das Licht mit den Wellen.

Onkel Ferdinand freute sich an ihrer Überraschung. Er nahm ihnen das Versprechen ab, in einigen Wochen wiederzukommen, wenn die Ebenen im Schnee der Apfelblüte prangen, wenn die Rosen den alten Turm heraufblühen würden. Sie sagten es ihm gern zu.

Nach dem Mittagessen mussten sie sich verabschieden. In einem leichten, offenen Wagen fuhren sie davon.

Man hatte sich auf einen langweiligen Besuch gefasst gemacht, dachte Lena. Und nun war es so angenehm gewesen, dem Onkel zu gefallen, ohne dass ihr Mann sich ärgerte.

„Ein schöner Besitz“, sagte Hans-Christoph tief aufatmend.

„Ja. Aber weißt Du, was ich an Onkel Ferdinands Stelle täte? Ich würde die Wohnräume nach dem Hof hinaus verlegen.“

Hans-Christoph war ganz empört über „solch eine Idee“ und nannte sie eine Barbarei. Vorn heraus die prächtige Architektur, der imposante Blick …

„Ja“, sagte Lena, „aber keine Sonne. Ich würde doch hinüberziehen. Ich habe die Wirtschaftsräume daraufhin angesehen, – durch eine kleine bauliche Änderung wäre es leicht zu machen.“

Hans-Christoph geriet außer sich bei dieser näheren Erörterung und fing an, recht laut zu reden. Nach einer kleinen Pause meinte er unvermittelt: „Was würdest du dazu sagen, wenn demnächst einmal wir über das Schloss zu bestimmen hätten?“

„Welch ein Unsinn“, sagte Lena.

„Nein – nein – Spaß beiseite – die Sache liegt nämlich so: Onkel Ferdinand erzählte mir, sein Bruder sei unheilbar erkrankt, also bin ich der einzige Erbe.“

Lena war erschrocken über seine bestimmte, nüchterne Art und äußerte sich unwillig. Er nahm daraufhin seinen Eifer etwas zurück und versicherte, dass er Onkel Ferdinand von Herzen ein langes Leben wünsche – „aber – das sage ich dir von vorne herein: Der Umbau wird nicht gemacht – unter keinen Umständen.“

„Gut“, ging Lena scherzend darauf ein, „aber ich ziehe nicht in diese sonnenlosen Räume – für mein Leben nicht.“

Sie stritten noch eine Weile. Wenn Hans-Christoph widersprach, wurde jedesmal seine Stimme laut.

Der Wagen aber lief auf Gummirädern.

Onkel Ferdinand hatte ihnen nachgesehen und stand noch am Fenster seines Arbeitszimmers. „Gott, haben die’s gut“, seufzte er vor sich hin, als sie seinem Blick entschwanden. Leer lag das Tal vor ihm, unheimlich leer die Stube, in deren Sofaecke übriggebliebene Rauchgebilde ihren schemenhaften Tanz vollführten.

Er machte eine wegscheuchende Bewegung. Dann ging er wieder ans Fenster und sah hinaus. Warum eigentlich? Warum …

„Sie ist exquisit.“ Jetzt konnte er es ruhig sagen. Stimmte ja gar nicht, was er früher über die Frauen dachte – sie reden ja gar nicht so viel.

Er besann sich auf einen Satz von ihr. Keiner fiel ihm ein. Er besann sich auf die Züge ihres Gesichtes und konnte sie nicht zusammenbringen. Aber, wie es war, wenn sie zur Tür hereinkam, wie sie drüben im Sofa saß und einem den Kopf zuwandte, wenn man zu ihr sprach, – das wusste er alles genau. Wenn sie nur da war. Das gab ein unbeschreibliches Wohlgefühl …

„Alter Narr“, brummte er sich an.

Er nahm seinen Hut und ging durch die Wirtschaft; obgleich es Nachmittag war. Heute Vormittag hatten sie zusammen auf dem Turm gestanden. Wenn die Rosen blühen, oder vielleicht schon die Apfelbäume, kommen sie wieder. Einerlei. Wenn sie nur kommen …

Später, als der Kutscher längst wieder in den Hof zurückgefahren war, brachte er, in einen Diener verwandelt, die Post. Er hatte einiges zu berichten wegen Besorgungen, die er unterwegs gemacht hatte. Und dann – es war seine Gewohnheit, auf irgendeine geschickte Art sein Urteil über die Gäste abzugeben, meistens knapp und treffend. Sein Herr tat, als hörte er es nicht. Aber verbieten konnte er es nicht. Das Klatschen war ja sein einziger Fehler.

Als er seine Besorgungen erläutert hatte, sah er wie von ungefähr zum Fenster hinüber mit gewichtig prüfendem Blick. „Ist ja wahr, Sonne kommt da keine herein.“ – „Wieso?“, fragte sein Herr. – „Ich meine nur. Die jungen Herrschaften sagten … Na – Gott schenke dem gnädigen Herrn ein langes Leben! Hinterher ist es aus mit dem Frieden. Sie will hinüberziehen und umbauen, er wird wütend und duldet es nicht. Gott bewahre mich und uns alle!“

Dem Herrn fuhr dabei ein Gedanke durch den Kopf. Darum versäumte er das schnelle Abwehren. Klaus war in Fluss und berichtete, was er gehört hatte. Es war so ziemlich alles.

Der Herr hatte sich inzwischen mit seiner Post befasst und tat, als ginge ihn das nichts an. Klaus konnte gehen. Und er tat es mit einem Gefühl seltener Befriedigung. Denn ihm wurde wieder klar, dass er durch seine Doppelstellung alles erreicht, was er sich vom Leben erträumt hatte. Er hielt nach wie vor auf seine Pferde – selbstverständlich. Aber wie hatte er früher den Diener gehasst, weil der noch über ganz andere Möglichkeiten verfügte als ein Kutscher!

Spielt sich nicht jetzt das Leben seines Herrn unter seinen Augen ab? Wenn auch der Herr die Briefe nimmt und noch so beschäftigt tut, – muss er nicht dennoch hören, was er sagt? Und wahrlich, man kann viel sagen. Wenn man nur zwischendurch streckenlang ein undurchdringlich verschlossenes Gesicht zu machen versteht.

Onkel Ferdinand legte den aufgeschnittenen Brief beiseite.

Was? Hans-Christoph …? Der verfluchte Bengel!

Sein Gesicht schwankte zwischen Ärger und Lustigkeit. Schließlich lachte er laut vor sich hin. Aber nur lustig war es nicht.

Ein merkwürdig beengtes Gefühl kam über ihn; ein bisschen ähnlich wie früher, wenn sein Vater ihm Vorschriften machte, die er fehl am Platz fand.

Er schickte seinem Neffen noch mehrere kräftige Ausdrücke nach, um ihm seine Autorität zu beweisen. Aber beengt fühlte er sich dennoch. Hatte er sich Vorschriften machen zu lassen? Von diesem Neffen? „Darüber werde wohl ich zu bestimmen haben“, sagte er sich großartig.

War da etwa jemand, der auf seinen Tod wartete?

Er steigerte sich in eine Art Wut hinein. Dann musste er plötzlich wieder lachen. Und Lena? Sie will umbauen! Hahahahaha!

Dann stellte er sich vor, wie sie zur Tür hereinkam, wie sie dort im Sessel saß und ihm den Kopf zuwandte. Und seine Gedanken gingen dort weiter, wo sie vorhin am Fenster unterbrochen wurden. Warum nur war er nie solch einer Frau begegnet?

Er dachte an einige, mit denen er auf dem Schiff einst geflirtet hatte. Ein paar hübsche Erscheinungen kamen ihm vor Augen – und auch solche, die er näher kannte. Aber das war etwas ganz anderes gewesen. O, gar nicht zu verachten! Er kniff die Lider zusammen und dachte zurück. Keine von ihnen hatte je sein Urteil über die Frauen geändert. Jetzt aber stimmte es nicht mehr. Wenn es diese Lena gab, musste es auch andere geben …

Er sah sich unwillkürlich um und stellte sich vor, wenn dort drüben so jemand säße – man brauchte nur schnell einmal hinüberzuschauen …

Dabei äußerte er wieder seine Unzufriedenheit über sich durch eine rasche, energische Kopfbewegung und las seine Post weiter.

Aber – wenn dieser Hans-Christoph sich einbildet … Er hatte das Bedürfnis, ihn seine höchst eigene Bestimmungsfreiheit fühlen zu lassen. O ja – es gab eine Möglichkeit! Wenn man hinginge und suchte, bis man eine Frau gefunden hätte – wie Lena – wenn man es sich ernstlich vornähme! Der Wille vermag alles.

Oder? Wie – zu alt? O verflucht! Himmel, warum war man nicht eher auf den Gedanken gekommen! Aber schließlich: So alt ist man ja doch noch nicht. Sie müsste eben auch etwas älter sein – etwas älter als Lena? Etwas.

Aber wie das finden? Der Statistik nach gibt es so und so viel Frauen mehr auf der Welt als Männer. Aber das macht die Sache nicht leichter.

Zweifel und Schwierigkeiten türmten sich auf. Wer weiß, wie entmutigend sie geworden wären, wenn es nicht nebenbei gegolten hätte, Hans-Christophs Pläne zu durchqueren. Und, – wenn nicht Lena immer wieder seine Gedanken angerührt hätte.

Mochte Onkel Ferdinand auch den Eindruck eines vollkommenen Weltmannes erwecken; seinem eigenen Leben gegenüber war er unbeholfen.

Da stand er nun, überrumpelt, während er tat, als hörte er nicht hin, überrumpelt von Klaus, dem Kutscher, von Hans-Christoph, Lena, von sich selbst. Darum schüttelte er auch immer wieder den Kopf und brummte: „Alter Esel!“. Aber die Pläne und Zukunftsmusiken ließen ihm deshalb keine Ruhe. Dazu kam eine merkwürdige Hast und Ungeduld, wie bei all denen, die ihr Schicksal, während sie ihm bisher freien Lauf gelassen, plötzlich selbst in die Hand nehmen, wie ein Pferd an kurzem Zügel. Er zählte sich alle Vorzüge auf, die „sie“ haben musste. Es waren ihrer ziemlich viele. Zum Schluss sagte er mit einem bescheidenen Seufzer: „Du lieber Gott, was will man denn, als nur das Eine … Nun ja, nur – so angenehm wie Lena.“

Es war für Onkel Ferdinand keine Kleinigkeit, an die Ausführung seiner Pläne heranzugehen; und es war ihm dabei nicht ganz gemütlich. Von jeher bedeutete ihm jedes Auf-Besuch-Sein eine große Überwindung. Länger als zwei Tage hatte er es nie ausgehalten.

Der Alltag war ihm heilig. Ohne eine mehr oder weniger nützliche Betätigung war ihm nicht wohl. Außerdem empfand er das Hineinbezogenwerden in eine fremde Häuslichkeit als Beeinträchtigung seiner Freiheit. Was nützt das Bequeme, wenn einem gerade das Unbequeme lieber wäre? Man muss, wie bei der Nahrung, selbst wissen, was einem zuträglich ist.

Und Onkel Ferdinand, dieser Einspänner, richtete sein Leben jetzt auf Besuche ein.

Er wurde überall mit großer Freude empfangen, wie der verlorene Sohn. Jedes Haus hielt sich für das allein begünstigte und zog seine Schlüsse. Die Herren hörten begierig sein Urteil in Fragen der allgemeinen Weltlage. Die Frauen wunderten sich über den Hagestolz, der so geduldig und teilnehmend bei ihnen verweilte, ihre Handarbeiten zwischen die zwei Finger nahm, die am Halten der Zigarre nicht beteiligt waren. Sie redeten lebhaft, mit hohen, spitzen Stimmen auf ihn ein.

Wenn er dann auf dem Heimweg wieder allein hinter Klaus, dem Kutscher saß, hatte er noch den Klang dieser Stimmen im Ohr. Und er schüttelte unwillkürlich den Kopf. Wenn sich aber daheim die Haustür hinter ihm geschlossen hatte und er seine Zimmer betrat, beschlich ihn Kleinmut, der mit der Stellung zu Schicksal und Willen zusammenhängt: Schicksal, wie weit reichst du? Wie weit reiche ich?

So deutlich gab er sich derlei Gedanken nicht hin. Vielmehr sah er vorwurfsvoll seine Stube an, weil sie ihn kühl und unwohnlich empfing, und er ging mit Anstrengung zu seinem Tagewerk über.

Das Heimkommen wurde jedesmal schwieriger, so dass er sich mühsamer zwingen musste, seine Zeiteinteilung innezuhalten. Einmal nahm er den schmalen Kopf seines Hundes zwischen beide Hände und sagte: „Was wissen wir beide, du und ich?“ Der Hund heulte befremdet auf. Onkel Ferdinand lachte bitter.

Die Apfelbäume waren längst abgeblüht; in vielfältigem Grün wogte die Ebene. Am Turm brachen vereinzelte Rosen das schweigsame Grau.

Onkel Ferdinand mahnte Hans-Christoph und Lena an den versprochenen Besuch; um in seinem Innern etwas zum Abschluss zu bringen. Man muss das Unerreichbare mit vollem Blick ansehen können, dann sich abwenden, zu dem hin, was einem gehört. „Alter Phantast“ war die kränkendste Bezeichnung, die er in letzter Zeit für sich erfunden hatte.

Hans-Christoph und Lena kamen. Es war noch schöner als das erste Mal. Vertrauter, selbstverständlicher. Hans-Christoph stand so fest in seinem Beruf, seinem selbstgeschaffenen Dasein, dass die Erbschaftsgedanken wohl nicht so schlimm waren. Einmal, als sie am Fenster standen und über die Ebene hinsahen, konnte Onkel Ferdinand es nicht lassen: „Jawohl“, sagte er, „sehr schön; aber eigentlich müsste man die Wohnräume auf die andere Seite verlegen – hier bekommt man ja keine Sonne. Nun, diese Veränderung sollen meine Nachfolger vornehmen.“

Und er weidete sich an dem kleinen Erschrecken, das über beide Gesichter glitt und widersprach Hans-Christoph zu Lenas Gunsten.

Als sie fort waren und Onkel Ferdinand wieder allein an seinem Fenster stand, meinte er mit veränderten, nahezu väterlichen Gefühlen, dass es schön wäre, sich Lena einmal hier zu denken; wenn man selbst auch nicht mehr da wäre …

Der Sommer ging dahin. Der Herbst ließ seine dunklen Kupfertöne aufflammen. Bis plötzlich der Vorhang fiel. Schwerfällige Nebel rührten sich kaum von der Stelle. Der Schauplatz war leer. Nichts als das kahle Dasein blieb übrig.

Und es kam die Zeit nach der Tag- und Nacht-Gleiche, die einem allen Mut nimmt, wenn man in sich selbst keine Kraft zum Licht mehr spürt.

Jemand, der allein ist, namentlich, wenn er einen Sommer und eine Hoffnung hinter sich ließ, der weiß um die heimliche Macht der Jahreszeiten. Doch während die anderen in der Stadt noch dem Winter dienen, geht über diese Einsamen an ihrem Fenster schon ein verschwiegenes Leuchten. Eine zarttönige Färbung am Januarhimmel lässt sie beglückt aufschauen. Das Licht kommt von ferne und ist stärker als alle Mutlosigkeit.

Onkel Ferdinands Gesicht hatte sich in letzter Zeit verändert. Es war noch ruhiger geworden. Und wenn er zu seinem Hund redete, hatte seine Stimme einen anderen Klang – ein Gemisch von Spott und Wehmut. Der Hund schien es nicht zu beachten. Wenn aber Frauen solch eine Stimme vernehmen, horchen sie auf; als käme sie dorther, wohin ihre Gedanken gehen, wenn ihnen der Weg frei ist zum ganz Fernen, Geheimnisvollen.

Bald blühten im Schlosshof die ersten Veilchen. Im Stall ertönten kleine, unbeholfene Lämmerstimmen. Auf den Feldern reckte sich die standhafte Saat.

Onkel Ferdinand dachte oft an Lena. Sie sollte bald Mutter werden. Und dann, – wie lange würde es dauern, bis eine hohe, herrische Knabenstimme diese Mauern hier entlang hallte? Dass gar ein Jüngling, zart und biegsam, aber mit festem Blick dort in die Ebene hinunterritt? Dann würde er nicht mehr da sein.

Arbeitete er nicht schon jeden Tag auf diese ferne Zeit hin? Wer so arbeitet, den Blick von sich selbst abgewandt, den hat das Leben in sein großes Kreisen hereingenommen. Wenn auch sein Name verloren geht. Wenn er auch einsam sterben muss …

Um die Osterzeit wurde Onkel Ferdinand zu einem Familientag erwartet, der auf dem Gut eines Vetters stattfand.

Während er das Jahr zuvor nach den verschiedensten Möglichkeiten ausgeschaut hatte, unter Menschen zu kommen, so kostete es ihn jetzt Überwindung, sein erfülltes Alltagsleben zu unterbrechen. Es kam ihm gar nicht mehr in den Sinn, einer Frau begegnen zu wollen wie Lena. Er hatte eingesehen, ...

Wollen Sie wissen, wie es weiter geht?

Hier können Sie "Die helle Nacht" sofort kaufen und weiterlesen:

Amazon

Apple iBookstore

ebook.de

Thalia

Weltbild

Viel Spaß!



Kaufen






Teilen