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Die größten Ökonomen: Adam Smith

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Aus der Reihe

„Die größten Ökonomen“

herausgegeben von Prof. Dr. Harald Hagemann

imagedie-groessten-oekonomen.de

Heinz D. Kurz, Richard Sturn

Die größten Ökonomen:

Adam Smith

UVK Verlagsgesellschaft mbH · Konstanz

mit UVK/Lucius · München

Vorwort

Das Werk Adam Smiths steht für mehr als für eine Episode in der Geschichte des ökonomischen Denkens. Sein Rang unter den Ökonomen, den Sozialwissenschaftlern, den Philosophen der Moderne ist in zweifacher Hinsicht herausragend. Es gibt zum einen kein zweites Werk, das im selben Maß als Katalysator der Herausbildung der Politischen Ökonomie als Disziplin wirkte. Zum andern wurde es zu einem Leitstern der Wirtschafts- und Ordnungspolitik in kapitalistischen Marktwirtschaften. Diese nachhaltige und vielschichtig prägende Wirkung fasste Joseph Schumpeter (1954, 181) mit der Bemerkung zusammen, Smiths Wealth of Nations sei das erfolgreichste Buch in der Geschichte der Wissenschaft, mit der „möglichen Ausnahme“ von Darwins Origin of Species.

Von Smith können wir heute noch lernen. Wir können nicht nur lernen, indem wir ihn als faszinierendes historisches Phänomen analysieren: als Denker, der in Auseinandersetzung mit den Problemen, Interessen und Ideen seiner Zeit als Mann der Wissenschaft Bemerkenswertes hervorbringt, das über den Tag hinaus Bestand hat und Wirkung zeigt. Erstaunlicherweise können wir aber auch immer noch von seinen Theorien lernen – trotz der mehr als zwei Jahrhunderte Fortschritt in der Entwicklung der Ökonomik. Faszinierend ist nicht zuletzt Smiths Kultur des ökonomischen Argumentierens, die er vor dem Hintergrund eines hierfür aufgeschlossenen sozialen Milieus entwickelt: das Milieu einer an „Verbesserungen“ (improvements) interessierten Elite, welche in Clubs und Societies deren Bedingungen und Wechselfälle zu ergründen trachtet. Von Smithscher Argumentationskultur (von der wir vor allem im Abschnitt über den Wealth of Nations ausführliche Kostproben bieten) könnte die moderne Disziplin der Ökonomik insgesamt profitieren. Denn die Perfektionierung mathematischer Modelle (Smith hätte sie vermutlich befürwortet!) ersetzt nicht das ökonomische Argument.

Smith macht wie kein zweiter die Gründe deutlich, warum sie das nicht tut. Ahnt er schon, vor welcher Herausforderung das Fach der Ökonomik dereinst stehen wird, wenn es gilt, spezifische Modellierungen in die Diskurse über größere Zukunftsfragen von Wirtschaft und Gesellschaft zu integrieren – Modellierungen, die unvermeidlich immer nur Teilbereiche aus dem Gesamtkomplex sozio-ökonomischer Fragen und sozio-ökonomischer Mechanismen im Blick haben? Mit Smith wird man jedenfalls darauf insistieren, neben der technischen Perfektionierung von Modellierungen auch ihre problembezogene Angemessenheit nicht zu vergessen. Dem Zeugnis Dugald Stewarts zufolge zog er nie die Aufmerksamkeit mit „geschmacklosen Paraden seiner Gelehrsamkeit“ (tasteless parades of erudition) auf sich. Seine Gelehrsamkeit setzte er vielmehr ein, um relevante Fragen besser zu beantworten. Paraden technischer Tools ohne ernsthaften Bezug auf solche Fragen wären wohl ebensowenig sein Fall gewesen.

Smiths Programm für die Sozial- und Wirtschaftswissenschaften ist vom Vorbild Newtons inspiriert. Alles, was er über ihre praktische Anwendung zu sagen hat, widerspricht indes der Vorstellung, die Perfektionierung ökonomischer Modelle würde eine gleichsam mechanisch-ingenieurswissenschaftliche Umsetzung erlauben. Ihre Bewährung findet die science of the legislator (deren Krone die Politische Ökonomie ist) in komplexen, erfahrungsoffenen politisch-ökonomischen Prozessen. Sie als technokratische Einbahnstraße zu konzipieren, ist ein Fehler.

In einer Zeit, in der viele den Eindruck haben, dass die disziplinäre Entwicklung der Ökonomik in den letzten Jahrzehnten kaum bessere Rezepte für erfolgreiche Anti-Krisen-Politik, ja nicht einmal bessere Einsichten in die Logik von Krisen und Umbrüchen gebracht hat, ist dies ein starkes Motiv, sich mit Smith auseinanderzusetzen. Smith liefert zwar keine wohlfeilen Rezepte. Aber im Hinblick auf jene großen Fragen, die in Krisenzeiten virulent werden, wird ein zentrales Potential Smithschen Denkens deutlich: Es enthält ein architektonisches Prinzip, an dem sich die Disziplin der Ökonomik orientieren kann, um die erzielten Fortschritte auf dem Gebiet von Modelltechnik und Ökonometrie produktiv zu nutzen. Sonst läuft sie Gefahr, bei den großen Fragen in Zeiten von Krisen und Umbrüchen an den Problemen vorbei zu optimieren.

Dieses Prinzip ergibt sich aus der Dialektik von Arbeitsteilung und Integration. Smith erkennt jene zentrale Herausforderung der Moderne, gerade weil er früh vom Programm einer „Newtonschen“ Sozial- und Wirtschaftswissenschaft umgetrieben ist und früh die moderne Wissenschaft als Prozess der Spezialisierung und Arbeitsteilung erfasst. Die Vorteile all dessen werden nur dann nachhaltig zu ernten sein, wenn es funktionierende Mechanismen der Integration gibt. Dies gilt für die moderne Gesellschaft insgesamt – und es gilt auch für die Wirtschafts- und Sozialwissenschaft. Smiths Mischung von Theorie, Geschichte und Politik zeigt exemplarisch, wie eine solche Integration gelingen kann.

Wir danken Rudolf Dujmovits, Daniel Eckert, Christian Gehrke, Manfred Holler, Johanna Pfeifer, Irene Ploder, Andreas Rainer, Heinz Rieter, Timon Scheuer und Michael Schwarz für Korrekturen bzw. inhaltliche Hinweise zu Vorversionen des Manuskripts.

Graz, im November 2012

Heinz Kurz und Richard Sturn

Inhalt

Vorwort

Leben

Kindheit, Jugend, Studium

In seinem Element: Professor in Glasgow

Grand Tour (Toulouse-Genf-Paris)

Wealth of Nations

Bürden des Amtes, Bürden des Alters

Werk

Das Gesamtwerk: Hinweise zum Einstieg

Ökonomik und Gesellschaftstheorie

Nichtintendierte Konsequenzen

Essays und Lectures

Sprachtheorie und Theory of Moral Sentiments (TMS)

Prolog: Eine „philosophical history“ sprachlicher Verständigung

Moral im Zeitalter der Modernisierung

Erfolg und Bedeutung der TMS

Sympathie und Unparteiischer Beobachter

Gesamtwürdigung: Die Quadratur des Kreises

Wealth of Nations (WN)

Inhalt und Struktur des WN

Arbeitsteilung und Produktivitätswachstum

Markt, Koordination, Wert und Geld

Konkurrenz und Gravitation der Preise

Lohn, Profit und Rente

Kapitalakkumulation und struktureller Wandel

Über die unterschiedliche Entwicklung des Wohlstands in verschiedenen Nationen

Systeme der Politischen Ökonomie

Staatliche Aktivität und Wirtschaftspolitik

Wirkung

Wirtschaftspolitik

Klassische Ökonomik

Karl Marx

Marginalistische Ökonomik

Evolutorische Ökonomik

Deutschsprachige Theorie

Smith zu Eurokrise, Eurobonds und zur Reform europäischer Institutionen

Biographie

Glossarium

Wichtige Werke

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