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Die geheime Welt der Ehe

Es ist bei einem Buch über Beziehungen zwischen zwei Ehepartnern, die männlich, weiblich oder divers sein können, nicht einfach, die Grätsche zwischen korrektem Gendern und guter Verständlichkeit hinzubekommen. In diesem Sinne bitte ich um Nachsicht, dass der Verständlichkeit mitunter der Vorzug gegeben wurde. Wenn vom Partner oder anderen die Rede ist, wurde daher teilweise aufs Gendern verzichtet.

Sämtliche handelnde Personen und Namen sind frei erfunden. Ähnlichkeiten mit echten Personen sind zufällig.

Mit freundlicher Unterstützung von

Alexander Bayer, VisionStudios, Balgach/Schweiz Johannes Bayer/Balgach/Schweiz Eileen Planmauer und Marc Bayer, Lustenau/Österreich

Inhalt

ZWISCHEN LIEBE, TÜLL UND KALTEN FÜßEN

1. TEIL

SIE, IHR/E PARTNER/IN UND DAS WESEN
IHRER EHE

DAS MAß ALLER DINGE DES EHEGLÜCKS

Merksätze für Notfälle und Eilige:

PARTNERWAHL

Der perfekte Partner

Merksätze für Notfälle und Eilige:

Nur Selbsttreue bringt Vertrauen

Merksätze für Notfälle und Eilige:

Die geheime Partnerwahl durch Mutter Natur

Gefahren der Antibabypille: Wer trickst hier wen aus? .

Schicksalsfügungen

Merksätze für Notfälle und Eilige:

WESHALB MENSCHEN HEIRATEN

Die Ehe im Wandel der Zeit

Patriarchat

Neue Gesetzeslage

Ehe und Kinder I

Bildung

Männer in geordneten Bahnen

Frauen und ihr Märchen ohne Ende

Merksätze für Notfälle und Eilige:

Sex

Männer

Frauen

Merksätze für Notfälle und Eilige:

DIE ARCHITEKTUR DER EHE

Vom Formlosen zur Form

Der Bauplan der Ehe

Merksätze für Notfälle und Eilige:

Die Außenfassade der Ehe

Merksätze für Notfälle und Eilige:

Die Innenräume der Ehe

Merksätze für Notfälle und Eilige:

Verändert die Heirat Ihre Beziehung?

Ehefrauen sind in der Ehe unglücklicher als Ehemänner .

Merksätze für Notfälle und Eilige:

Die zwei Bausteine Ihrer persönlichen Ehewelt

Merksätze für Notfälle und Eilige:

Die unbekannte Ehewelt des/r Partner/in

Merksätze für Notfälle und Eilige:

Ehe und Kinder II

Merksätze für Notfälle und Eilige:

DIE GEHEIMEN MECHANISMEN DER EHE

Jede Ehe umfasst vier Beziehungen

Merksätze für Notfälle und Eilige:

Sie können nur Ihr eigenes Verhalten bestimmen!

Wo sind die Pantoffelhelden?

Merksätze für Notfälle und Eilige:

VOM PAAR ZUM EHEPAAR

Die konkrete Veränderung der Frau zur Ehefrau

Freiwilliger Verzicht auf Lebensqualität und Freiheit

Die konkrete Veränderung vom Mann zum Ehemann

Merksätze für Notfälle und Eilige:

Ehe und Kinder III

Ehe ohne Kinder

Merksätze für Notfälle und Eilige:

Die konkrete gemeinsame Veränderung: Der dicke Fallstrick der Selbstverständlichkeiten

Merksätze für Notfälle und Eilige:

Die Formel der Eheprobleme

Enttäuscht durch Ent-Täuschung

Die Angst vor der Ehrlichkeit

Merksätze für Notfälle und Eilige:

Dritte Einflüsterer als Brandbeschleuniger

Wenn Dritte ihre Außenansicht in Ihr Eheinneres tragen.

Außenstehende und die bejubelte Liebes-Selbstverletzung

Außenstehende und häusliche Gewalt

Merksätze für Notfälle und Eilige:

2. TEIL

DIE VERBORGENEN
KONFLIKTMECHANISMEN IM
SPEZIELLEN

DIE STATIONEN DES SCHEITERNS

Die Honigfalle

Das geheime Eintrittsportal

Der Honig: Der Leitsatz aller Liebenden

Die Falle

Merksätze für Notfälle und Eilige:

Der Mechanismus der Abwärtsspirale

Die sieben Stufen in die Ehekrise

1. Stufe Aufopferung und Selbstverleugnung: der Auslöser jeder Ehekrise

Beispiele aus der Praxis

2. Stufe Überforderung und wachsende Unzufriedenheit

3. Stufe Die Aufforderung an den Partner, sich ebenfalls anzustrengen und Opfer zu bringen

4. Stufe Die Verweigerung

5. Stufe Die Ehe kippt

6. Stufe Intensivierte Beziehungsarbeit und Zusammenbruch der Kommunikation

7. Stufe Entfremdung und Einsamkeit

Brandbeschleuniger Beziehungsarbeit

Erste Hilfe für Männer: Ein Blick in die weibliche Welt des Selbstwerts

EHEHÖLLE GEWALT

Die beiden unterschiedlichen Formen der Gewalt

Gewalt gegen sich selbst

Merksätze für Notfälle und Eilige:

Häusliche Gewalt

Merksätze für Notfälle und Eilige:

Der Kitt der Gewaltehen

Merksätze für Notfälle und Eilige:

UMDENKEN – DER WEG INS EHEGLÜCK

Der Umbau des Fallstricks zum Fangnetz

Merksätze für Notfälle und Eilige:

Die Beseitigung der Honigfalle: Der Leitsatz der Liebenden reloaded

Merksätze für Notfälle und Eilige:

DIE WUNDERBARE WELT DES OFFENEN KONFLIKTS

Merksätze für Notfälle und Eilige:

Kritikfähigkeit leicht gemacht

DIE EHELICHE KOMMUNIKATION

Merksätze für Notfälle und Eilige:

Sprechen Sie Ehelisch?

Natürlich sprechen Sie Ehelisch!

Merksätze für Notfälle und Eilige:

Beispiele aus dem Ehelisch-Translate

Wunschkonzert im Eheinneren

Merksätze für Notfälle und Eilige:

Außenstehende sprechen nicht Ihr Ehelisch

Merksätze für Notfälle und Eilige:

DER DREH DER AUFWÄRTSSPIRALE

Das Spiel des Eheversprechens schafft leicht Ordnung

Merksätze für Notfälle und Eilige:

Der Ausgleich macht glücklich

Das Punktesystem des Ausgleichs – speziell für Männer: kostengünstig und effektiv!

Die ausgeglichenen Kräfteverhältnisse in der Ehe

Merksätze für Notfälle und Eilige:

Die Königsdisziplin: Die Win-win-Entscheidung im scheinbar unauflösbaren Konflikt

Wer von Ihnen trägt schwerer an den Konsequenzen der

Entscheidung?

Respektierung der Persönlichkeitsgrenzen

Merksätze für Notfälle und Eilige:

LITERATURHINWEISE

ZWISCHEN LIEBE, TÜLL UND KALTEN FÜßEN

Am Tag Ihrer Hochzeit, wenn Sie frühmorgens an- und aufgeregt aufstehen, in heißer Erwartung des schönsten Tages Ihres Lebens, freuen Sie sich auf Ihre glückliche, bessere Zukunft voller Magie zusammen mit Ihrem Partner / Ihrer Partnerin an Ihrer Seite. Dazu sagen Sie Ja! Aus vollem Herzen. Natürlich wissen Sie, dass auf Ihrem gemeinsamen Lebensweg nicht immer eitel Sonnenschein herrschen wird, dennoch vertrauen Sie beide darauf, dass Sie eine feste Basis unter den Füßen haben und auch in schlechten Tagen zueinanderhalten, dass Ihre große Liebe alle Hürden überwinden wird.

Den beängstigenden Gedanken, dass fast die Hälfte aller Ehen vor dem Scheidungsrichter enden, schieben Sie beiseite. Dass das eines Tages auch Ihnen passieren könnte, ist schlicht unvorstellbar. – Aber für alle Scheidungspaare war das am Tag der Hochzeit wohl genauso undenkbar gewesen wie für mich jetzt … Und genau diese Bedenken, die in flüchtigen Momenten als ungebetener Gast immer wieder in Ihren Kopf eindringen, bevor sie von Liebe und Hoffnung verscheucht werden, verunsichern Sie. Dieser Gedanke und der Umstand, dass Sie mit dem Jawort die Tür in die Ehe aufstoßen und unbekanntes Gelände betreten, lassen Ihre immer wieder aufkeimenden Ängste angesichts düsterer Statistiken mehr als berechtigt erscheinen. Da kann man schon mal kalte Füße bekommen.

Die drängendste Frage, die Sie nun umtreibt, ist: Was machen glückliche Ehepaare anders als die anderen? Denn zur Gruppe der Glücklichen möchten Sie auch gehören. – Genau mit dieser Frage werden wir uns eingehend beschäftigen.

Jedes Eheleben ist bunt und individuell und einzigartig wie die beiden Partner, die sich in ihrer Ehe miteinander verbinden. Es gibt Millionen von Ehen, deshalb ist es auch unmöglich, die 1.000.000.000 + 1 Zutaten für das ganz persönliche Eheglück jedes einzelnen Lesers im Alltag aufzuzählen. Jeder von uns ist unverwechselbar und durchlebt in jeder Lebensphase eine persönliche, individuelle Reifung und verändert sich. Sie und Ihr Ehepartner sind unterschiedliche Persönlichkeiten, Ihre gemeinsame Dynamik ist einzigartig, genauso wie jeder von Ihnen beiden es für sich ist. Denken Sie nur an das ganz unterschiedliche Bedürfnis nach Nähe und Freiheit jedes Ehepartners im Wechselspiel, je nach Situation und Persönlichkeit. Die einen lieben es, alles entweder gemeinsam zu machen oder gar nicht, andere brauchen eine gehörige Portion Privatsphäre und Zeit für ihre eigenen Hobbys und Interessen. Einige wollen in besonderen Stresssituationen Ruhe und Distanz, andere bedürfen gerade dann einer liebevollen Schulter und zärtlicher Umarmungen. Wie soll man das für jeden Ehepartner final definieren? Checklisten und allgemeingültige Verhaltenstipps werden Ihnen kaum gerecht werden und damit nicht helfen können.

Die einzig mögliche Herangehensweise kann daher nur die sein, Ihnen aufzuzeigen, was sich durch die Heirat unbemerkt in Ihrer Welt verändert. Nur so werden Sie verstehen, wo unmittelbar nach Unterzeichnung der Heiratsurkunde plötzlich die Stolpersteine und Fallen herkommen und wo genau sie zu finden sind. Fallen, getarnt als Honigtöpfe die, wenn Sie hineintappen, einen verborgenen, aber stets gleichen (!) Mechanismus auslösen, der Sie ungeachtet Ihrer gegenseitigen Liebe unerbittlich in die Ehekrise führen wird – hin zum einzigen Scheidungsgrund.

Sie haben richtig gelesen: Es gibt tatsächlich nur einen einzigen Scheidungsgrund – und den werden Sie kennenlernen. In Zukunft werden Sie sich nicht mehr von den verschiedenen Masken, die er trägt, täuschen lassen.

Wohl noch verblüffter dürften Sie sein zu hören, dass ausgerechnet der berühmte Leitsatz der Liebe Liebe ist nicht das, was man erwartet zu bekommen, sondern das, was man bereit ist zu geben (Katherine Hepburn), das große Einfallstor in schwere Ehekrisen ist.

Natürlich werden Sie auch nach der Lektüre dieses Buchs immer wieder in Konfliktsituationen mit Ihrem/r Partner/in geraten und immer wieder Streitigkeiten miteinander austragen. Ihre neu gewonnene Sichtweise auf Ihre Ehe, sich selbst und Ihre/n Partner/in wird es Ihnen aber ermöglichen, den einzigen Scheidungsgrund bewusst zu umgehen und die Talfahrt in den Abgrund Ihrer Ehe zu stoppen. Zudem funktioniert die Spirale der Ehe, wie jede andere Spirale auch, nicht nur ins Negative, sondern auch ins Positive. Es kommt nur darauf an, welchen Drall Sie ihr geben. Sie werden erkennen, dass eheliche Konflikte nicht ehegefährdend sind, sondern in Wirklichkeit Ihre Chancen, den Horizont Ihrer Ehewelt zu vergrößern und Ihre gegenseitige Liebe zu steigern und zu festigen. Aber das Gegenteil passiert, wenn Sie das Rezept des Liebesleitsatzes in verstaubt-traditioneller Weise befolgen. Das Ganze liegt in Wahrheit nämlich etwas anders. Nicht schlechter. Nur anders. Diese etwas andere Sichtweise werden Sie aus diesem Buch gewinnen. Sie werden sich am Ende die Augen reiben und fragen, wie Sie jemals anders denken konnten.

Natürlich gab vor dem Schreiben dieses Buches jeder in meiner Umgebung zu bedenken, dass Verlobte, Flitterwöchner und jung Verheiratete nichts von ehelichen Schwierigkeiten, nichts vom Scheidungsgrund lesen möchten. Sie träumen lieber auf romantischen Wiesen, Sandbänken und in Schlafzimmern von ihrer gemeinsamen Zukunft voller Liebe und Magie. – Ja, ich weiß.

Doch ich vertraue auf Ihre Neugier und auf Ihren Mut. Ihre Neugier, einen Blick hinter die Fassade der Ehe werfen zu wollen. Und auf Ihren Mut, Ihre träumerischen Vorstellungen über die Ehe möglichst frühzeitig einem Faktencheck zu unterziehen.

Im Grunde genommen stehen Sie bei Ihrer Hochzeit am selben Punkt wie eine Zweierseilschaft, die sich zur schwierigen Hochgebirgstour aufmacht. Auf eine solche Bergtour bereiten Sie sich ja nicht nur mit der entsprechenden Ausrüstung (Kleider, Schuhe, Proviant, Seile und Zelte etc.) vor, sondern Sie schauen sich, neben der Wetterkarte, auch auf einer Geländekarte die Gefahrenzonen an, damit Sie diese möglichst umgehen können. Falls das nicht möglich sein sollte, wissen Sie von vornherein, dass Sie dort bei der Querung besonders vorsichtig sein müssen, um einen Absturz zu vermeiden.

Dasselbe gilt für die Ehe: Damit Ihre Ehe glücklich verlaufen wird, sollten Sie Beschaffenheit und Lage der Gefahrenquellen kennen, damit Sie nach Möglichkeit nicht hineintappen. Sind Sie aber bereits hineingetappt, ist es sicher von Vorteil zu wissen, wo Sie sich genau befinden, wie Sie sich aus Ihrer misslichen Situation befreien und wieder sicheren Boden unter Ihre Füße bekommen.

Wenn Sie bereit sind, in die Welt der Ehe einzutauchen, kann ich Ihnen eines versprechen: Sie werden die Ehe plötzlich ohne die rosarote Zuckerguss-Pappe sehen können. Und das freigelegte Eheleben ist, wie Sie für sich feststellen werden, viel freier, farbiger, spannender und positiver, als Sie bisher glaubten. Schluss mit Häftlingskostüm und kalten Füßen am Polterabend!

Sie werden wissen, was die glücklichen Ehepaare anders machen als die unglücklichen. Es wird dann an Ihnen liegen, den Mut aufzubringen, die vermeintliche Sicherheitsleine der althergebrachten Klischees loszulassen und – vielleicht sogar gegen Widerstände von außen – Ihr eigenes Ehe-Abenteuer zu erleben.

Nur eines werden Sie dem Buch nicht entnehmen können, nämlich was Sie konkret Gutes für sich und Ihre/n Partner/in tun können. Diese Auswahl ist von Ihrem ganz persönlichen Gusto abhängig und Sie brauchen dazu auch keinen Rat, weder von mir noch von anderen, außer von Ihrem/r Ehepartner/in. Es ist wie bei den tollen Ferien: Die einen lieben das Campen, die anderen Luxusresorts. Hier herrscht Ihr Wunschkonzert.

Sie können sich nicht einigen? Erfahren Sie nachfolgend unter anderem, wie eheliche Konflikte zur Win-win-Situation der Liebe gemacht werden können.

1. TEIL:

SIE, IHR/E PARTNER/IN UND DAS WESEN IHRER EHE

DAS MAß ALLER DINGE DES EHEGLÜCKS

Was machen glückliche Ehepaare anders als die anderen? Ganz einfach: Sie halten sich erfolgreich vom Scheidungsgrund fern.

Wie gesagt: Es gibt nur einen einzigen Scheidungsgrund, der allerdings immer verschiedene Masken trägt und deshalb nicht leicht zu erkennen ist. Aber sobald Sie diesen einzigen Scheidungsgrund kennen, wissen Sie auch, wovon Sie sich fernhalten müssen. Schließlich erleben wir die ganze Welt in Gegensätzen: Ohne Nacht keinen Tag, ohne Licht keine Dunkelheit, ohne Nass kein Trocken, um nur einige der Abermillionen Beispiele zu nennen. Wollen Sie also trocken bleiben, sollten Sie sich vom Wasser fernhalten. Mit dem Eheglück und der Scheidung ist das nicht anders.

Also, lüften wir das Geheimnis und dringen zum Offensichtlichen vor: Alle gescheiterten Ehen sind vom Richter geschieden worden, weil einer oder beide Ehepartner in der ehelichen Gemeinschaft die eigene Lebensqualität dauerhaft und ohne Hoffnung auf Besserung als so tief abgesunken erlebt haben, dass er/sie oder beide zur Überzeugung gelangt ist/sind, alleine besser leben zu können. Um sich von diesen Fesseln der Ehe zu befreien, um wieder aufblühen zu können, ersuchte mindestens ein Ehegatte das Gericht um Scheidung der Ehe. – Das ist auch schon alles. Wenig spektakulär.

Das heißt natürlich im Umkehrschluss, dass die Ehe glücklich verläuft, wenn jeder Partner, im Vergleich zum Singleleben, seine ganz persönliche Lebensqualität in der Ehe höher einstuft, mindestens jedoch als gleich hoch.

Die Ehe bietet für die Steigerung der Lebensqualität grundsätzlich von Haus aus die besten Voraussetzungen. In der ehelichen Gemeinschaft teilen die beiden Gatten die Arbeit untereinander auf, sodass jeder entlastet wird. Zudem leben die meisten Ehepaare in einem gemeinsamen Haushalt, sodass Kosten gespart werden können. Alleinerziehende müssen regelmäßig mehr arbeiten, um finanziell über die Runden zu kommen, und es ist Fakt, dass Alleinerziehende einem deutlich größeren Armutsrisiko ausgesetzt sind als Verheiratete.

Die Ehe bietet also ganz klar sowohl finanziell und auch arbeitstechnisch eine erste, gute Starthilfe für jedes junge Ehepaar. Allerdings scheinen diese Aspekte der höheren Lebensqualität nicht von ausschlaggebender Bedeutung zu sein, denn die scheidungswilligen Paare nehmen den Wegfall dieser ehelichen Vorzüge in Kauf, um sich von den Fesseln der Ehe zu befreien.

Tatsächlich beschlägt die von den Scheidungswilligen angestrebte bessere Lebensqualität als Single vielmehr die Wiedererlangung ihrer persönlichen Freiheit und Entscheidungsbefugnis, die Chance auf die Rückgewinnung von persönlicher Wertschätzung und Zustimmung, und die bessere und breitere Abdeckung ihrer persönlichen Bedürfnisse.

Einfach! – Könnte man meinen. Dem ist allerdings nicht so, die hohe Scheidungsrate beweist das eindrücklich. Wir alle wissen, dass der Teufel stets im Detail steckt. Und diese teuflischen Details knöpfen wir uns in diesem Buch vor.

Ich bitte Sie, diese ganz einfache Binsenweisheit im Hinterkopf zu behalten, die das Maß aller Dinge Ihres Eheglücks ist: Solange Sie sich in ihrer Ehe wohlfühlen, wohler als wenn Sie Single wären, werden Sie nicht an Scheidung denken.

Wir werden deshalb nachfolgend in allen nachfolgend zu entdeckenden Aspekten der Ehe immer wieder darauf zu sprechen kommen.

Merksätze für Notfälle und Eilige:

1. Jede Absenkung von Lebensqualität im Ehealltag ist grundsätzlich ein direkter Angriff auf Ihre Ehe.

2. Die Ehe mit ihrer arbeitsteiligen Organisation der beiden Partner bietet eine sehr gute Steilvorlage für die Steigerung der Lebensqualität

PARTNERWAHL

Der perfekte Partner

Als Erstes mag Sie erstaunen, dass die übliche Frage, ob Sie Ihren richtigen Partner gefunden haben und heiraten, die falsche Frage ist. Die Antwort ist (sofern Sie keine Zwangsheirat eingehen müssen/mussten, wovon wir in diesem Buch ausgehen) in jedem Fall: Ja, das haben Sie!

Es wird Sie überraschen, besonders wenn Sie jahrelang sorgfältig nach dem für Sie richtigen Partner gesucht haben sollten, dass jeder der richtige Partner ist, wenn er/sie an Ihnen dasselbe Eheinteresse hat wie Sie an ihr oder ihm. Der richtige Partner muss zwingend den mit Ihnen übereinstimmenden, ernsthaften Willen haben, die Ehe mit Ihnen einzugehen und diese aufrechtzuerhalten. – Nichts weiter.

Die Erklärung dafür ist ebenso einfach wie einleuchtend: Niemand ist wirklich perfekt, weder Sie noch Ihr Partner. Natürlich ist Ihr Objekt der Ehebegierde toll, liebenswürdig und heiß, aber selbst in Ihren liebevoll-begehrlichen Heiratsaugen weist er/sie in verschiedener Hinsicht doch immer ein gewisses Verbesserungspotenzial auf. – Dort, in diesen Punkten, gibt es Luft nach oben. Die von Ihnen gesehene Luftsäule, und auch die in Ihren Augen verbesserungswürdigen Eigenschaften Ihres Partners sind, je nach Situation, Lebenserfahrung und Entwicklung, sehr variabel. Eine maximal zulässige Höhe der Luftsäule gibt es genauso wenig wie die Maximalanzahl von Charakter- und Verhaltensdefiziten. Sie werden sich im Verlauf Ihrer Ehe situationsbedingt immer wieder über Ihren Partner ärgern und, je nach Ihrem Temperament, immer wieder Aggressionen gegen ihn/sie verspüren, Ihre Wunden und Verletzungen lecken müssen. Gefühle wie Wut, Trauer und auch Unglücklichsein gehören einfach genauso zum Leben wie die der echten Zuneigung und Liebe, der unbändigen Freude und überschäumenden Begeisterung, darum schaden die negativen Gefühle Ihrem Eheglück nicht zwangsläufig. Natürlich spürt jeder Ehegatte immer wieder in entsprechenden Situationen die Höhe der Luftsäule der Unzulänglichkeiten des/der Partners/in und hadert damit, womöglich doch die/den Falsche/n geheiratet zu haben. Das ist der dominante Gedanke während Ehekrisen. Die Wahrscheinlichkeit ist hoch, dass Sie – oder Ihr/e Partner/in – sich gerade in solchen ehelichen Krisensituationen zu anderen Menschen hingezogen fühlen werden. Im direkten Vergleich gibt es bekanntlich immer jemanden, der noch reicher, schöner, witziger, schlanker, sportlicher, fröhlicher, jünger, spritziger etc. ist als der eigene Partner – und man selbst. Keine Sorge: Das ist ganz normal! Entspannen Sie sich. Das für sich genommen ist keinesfalls ehegefährdend (wir werden darauf später noch zu sprechen kommen). Solange Sie beide Ihre Ehe aufrechterhalten wollen, haben Sie den richtigen Partner an Ihrer Seite. Eheglück bedeutet nämlich nicht ständige Abwesenheit von negativen Gefühlen gegenüber sich selbst und/oder dem Partner bei gleichzeitig immerwährender Harmonie. Nein, weit gefehlt!

Auch an den Willen zum Eingehen und/oder Aufrechterhalten der Ehe werden, außer Ernsthaftigkeit und Gegenseitigkeit, keine besonderen Anforderungen gestellt. Die Gründe, die zur Bildung des Ehewillens beigetragen haben, sind unerheblich.

Warum das so ist? Weil die Ehe nur aufrechterhalten werden kann, wenn Sie sich immer wieder für die Ehe entscheiden. Nach langen Ehejahren können Ihre Gründe zur Aufrechterhaltung der Ehe ganz andere sein als die Gründe, die Sie zur Heirat bewegt hatten, und alle sind gültig. Deshalb spielen die Beweggründe für die Eheschließung letztlich keine Rolle. Ob es sich um eine Liebesheirat oder eine Zweckehe handelt, geschlossen aus wirtschaftlichen oder anderen Überlegungen heraus, ist vollkommen bedeutungslos. Letztendlich zählt nur der bestehende, ernsthafte, gegenseitige Ehewille der beiden Beteiligten. Ist der gegeben, haben Sie für sich für Ihr Eheglück den richtigen Partner an Ihrer Seite.

Ihre Ehe wird glücklich verlaufen, wenn Sie der Meinung sind, mit Ihrem/r Partner/in besser, glücklicher zu fahren als alleine beziehungsweise mit jemand anderem – der ja unweigerlich in Ihren Augen wiederum seine persönlichen Unzulänglichkeiten und Defizite aufweisen wird.

Völlig unromantisch und rein wirtschaftlich ausgedrückt heißt das: Sie sind im Eheglück angelangt, wenn Ihre ganz persönliche Glücks-Kosten-Nutzen-Analyse des ehelichen Zusammenlebens mit Ihrem Ehepartner mindestens ausgewogen ist, am besten im Plus liegt. Und das ist definitiv keine Hexerei. Auch wenn Ihnen der Weg dorthin jetzt noch unbekannt und vielleicht sogar magisch erscheinen mag.

Von zentraler Wichtigkeit ist also nicht die Frage, ob Ihr Partner der/die Richtige für Sie ist, sondern vielmehr Ihre schonungslos ehrliche Antwort auf die Frage, ob Sie selbst der/die Richtige für Ihr Herzblatt sind.

Nein, das ist nicht dasselbe, denn Ihren Partner beurteilen Sie quasi von außen. Nichts garantiert Ihnen, dass Sie bei ihm/ihr immer hinter die Fassade sehen können. Sie mögen zwar glauben, ihn oder sie in- und auswendig zu kennen, aber wirklich wissen tun Sie das nicht.

Wie viel besser kennen Sie sich selbst! Ihre eigene Persönlichkeit kennen Sie am besten. Sie haben schon immer viel tiefere Einsichten in Ihre eigene wahre Persönlichkeit gehabt als alle anderen, schließlich leben Sie mit sich selbst ja schon Ihr ganzes Leben lang im engsten Kontakt zusammen. Sie kennen fast alle Ihrer eigenen Geheimnisse, aber auch nur fast. Ab und an überraschen Sie doch noch selbst. In manchen Momenten rufen wohl auch Sie aus: »Na so was! So kenne ich mich ja gar nicht!« Aus diesem Grunde können auch nur Sie ganz persönlich die Frage ehrlich beantworten, ob Sie der/die richtige Partner/in für Ihr Herzblatt sind.

Weil Sie ganz sicher den perfekten Partner an Ihrer Seite haben, was eine Trennung immer so unglaublich schwierig macht, wenden wir uns der Frage zu, welche Attribute Sie selbst zum/zur richtigen Partner/in für Ihr Herzblatt machen.

In diesem Zusammenhang ist vorab wichtig zu wissen, dass Sie, wenn Sie sich in eine/n Partner/in verlieben und diese/n kennenlernen, in dessen/deren Revier eintreten. Sie lernen nach und nach seine/ihre Werte, Denkstruktur, Lebensweise, Interessen, Vorlieben und Abneigungen sowie seine/ihre Familie und Freunde kennen. Seinem/ihrem Habitat hat sich Ihr Herzblatt angepasst. Dort bewegt er/sie sich sicher, elegant und selbstverständlich, weiß was zu tun ist, lässt Unpassendes sein und drückt sich wunderbar aus. Er/sie wird von seiner Umgebung geliebt, bewundert, respektiert und ist begehrt.

Auch Sie haben eine wundervolle Persönlichkeit und Sie sind ganz sicher der/die Richtige, wenn sich Ihr/e Partner/in davon begeistern und mitreißen lässt, was in Ihnen Wohlbefinden durch seine/ihre Wertschätzung auslöst. Sie fühlen sich rundum wohl und geborgen – und sind der/die Richtige, wenn Sie in Gegenwart Ihres Partners Sie selbst sein können, ohne dass Sie von ihm/ihr dauernd das Gefühl des Ungenügens vermittelt bekommen. Sie sind zweifelsfrei der richtige Partner für Ihr Herzblatt, wenn Sie ihm/ihr unbekümmert alle Facetten Ihrer Persönlichkeit sowie alle verrückten Gedanken und Träume zeigen können und er/sie trotzdem – oder vielleicht gerade deswegen – bei Ihnen bleibt und mit Ihnen den Rest des Lebens verbringen möchte. Wenn Sie sich und Ihr Inneres nicht verbiegen, verstecken und verleugnen müssen, Sie sich treu bleiben können und sich überwiegend wohlfühlen, wenn Sie mit Ihrem Partner zusammen sind. Wenn Sie nicht fürchten müssen, dass er/sie Ihre Liebesbeziehung aufkündigen und die Hochzeit absagen würde, sollte er/sie Sie besser kennen, nämlich so, wie Sie wirklich sind. So muss es sein. Denn nur dann haben Sie eine gute Lebensqualität zusammen mit Ihrem/r Partner/in.

Im Umkehrschluss sind Sie dann nicht der/die richtige Partner/in, wenn Sie von Ihrem Herzblatt weitgehend nicht akzeptiert werden, wie Sie sind. Wenn Sie das Gefühl haben, Ihre Persönlichkeit oder Aspekte davon, und/oder Ihre Bedürfnisse vor Ihrem/Ihrer Liebsten verbergen und verleugnen zu müssen, damit Sie sich nicht für sich selbst schämen müssen, damit Sie die Beziehung am Leben halten können, dann sind Sie nicht der/die Richtige für den Herzensmenschen an Ihrer Seite. Sobald Sie fürchten müssen – oder sogar konkret wissen –, dass er/sie die Beziehung beenden würde, wenn er/sie wüsste, welche Anteile und Facetten Ihre Persönlichkeit wirklich hat, welche Bedürfnisse in Ihnen in Wahrheit schlummern, dann sind Sie sie schlicht der/die Falsche.

Dabei ist an Ihnen überhaupt rein gar nichts falsch. Nicht das Geringste ist falsch an Ihnen. Nur können im Habitat Ihres/Ihrer Partners/in Ihre Stärken nicht zur Geltung kommen, weil nicht diese, sondern andere, die Sie vielleicht nicht haben, gefragt sind. Das gibt es. Leider.

Stellen Sie sich nur mal einen Pinguin vor der, ausgebüxt aus dem Zoo, sich plötzlich in der heißen, staubtrockenen australischen Steppe wiederfindet. Genau weil er ein perfekter, wundervoller Pinguin ist, mit dem nichts falsch ist, wird er in dieser Umgebung unweigerlich in Probleme geraten. Trifft er auf ein Känguru, das ihn beschützt und ihm die nahe gelegenen Wasserlöcher zeigt, ist natürlich der perfekte Partner des Pinguins in dieser Umgebung rasch gefunden. Aber wir sind uns sicher einig, dass die Lebensqualität des Pinguins in der Wüste Australiens, an der Seite seines Känguru-Freundes, nicht gut sein kann, weil er den sich dort stellenden Anforderungen als der perfekte Pinguin, der er nun einmal ist, beim besten Willen nicht gerecht werden kann. Der Pinguin wird in die vollständige Abhängigkeit des perfekt an dessen Lebensraum angepassten Kängurus geraten, das die vorhandenen Stärken des Pinguins nicht einmal ansatzweise erahnen kann wie sein Fliegen unter der Oberfläche des kalten Meerwassers und seine akrobatischen Landungen auf Felsen. Dasselbe gilt für das Känguru, das sich, so perfekt es auch für die Umgebung Australiens auch sein mag, in der kargen Eis- und Meerlandschaft der Antarktis niemals wohlfühlen wird. Weder dem Känguru noch dem Pinguin wird es jemals möglich sein, im Habitat des jeweils anderen die eigenen Grundbedürfnisse zu decken, geschweige denn sich wirklich daheim zu fühlen und aufblühen zu können. Zudem wird es zu sehr vielen Missverständnissen zwischen Känguru und Pinguin kommen, weil ihre Welten dem jeweils anderen über jede Vorstellungskraft hinaus fremd sind.

Wenn Sie mit Ihrem/Ihrer Partner zusammenbleiben wollen, weil Sie glauben, Defizite zu haben, und die Ehe als Chance ansehen, sich dauerhaft ändern und dem Lebensstil, den Werten und dem Charakter Ihres/r Liebsten anpassen zu können, ist das kein guter Plan. Die Ehe ist kein Umerziehungslager – für keinen der beiden Partner – und Sie können Ihre Persönlichkeit nicht einfach so ablegen wie ein altes Hemd. Sie sind und werden immer Sie selbst bleiben, genauso wie ein schöner Pinguin immer ein schöner Pinguin sein wird und eben kein Känguru.

Und das ist auch gut so. Jeder Mensch verfügt über Aspekte und Facetten der individuellen Persönlichkeit, über die er sich identifiziert. Dieser Kerngehalt der eigenen Persönlichkeit ist unantastbar. Werden Sie, nur um mit Ihrem Herzblatt zusammenbleiben zu können, darauf verwiesen, Ihr Innerstes auf Dauer verleugnen und unterdrücken zu müssen, zerstören Sie gleichzeitig Ihr Verständnis und Ihren Zugang zu sich selbst. Sie werden sich über die Zeit nicht mehr im Spiegel erkennen können, den Kontakt zu Ihrem Inneren verlieren und sich in einer einzigen, großen Lüge – und Leere – wiederfinden. Mit hoher Sicherheit wird Ihnen früher oder später alles um die Ohren fliegen und Sie werden sich fragen, wie Sie dahingekommen sind.

Welche Aspekte zu Ihrem persönlichen Kerngehalt gehören, bemerken Sie sofort: Wenn Sie sich unwohl fühlen, ein schlechtes Bauchgefühl entwickeln, vielleicht ohne selbst zu wissen warum, könnte im Zusammensein mit Ihrem/Ihrer Partnerin dieser Kern im Innersten Ihrer Persönlichkeit unangenehm berührt worden sein. Falls Sie beispielsweise schwul, lesbisch oder bisexuell sein sollten und eine rein heterosexuelle Ehe mit Ihrer großen Liebe eingehen möchten, ist es wichtig, den/die Partner/in vorher über Ihre sexuelle Orientierung zu informieren, um zu erkunden, ob er/sie bereit ist, mit Ihnen eine offene Ehe zu führen.

Sollte das nicht möglich sein, sind Sie selbst nicht der/die richtige Partner/in für die Eingehung der Ehe mit Ihrem Herzblatt. Das ist immer dann der (traurige) Fall, wenn sich wichtige und grundlegende Persönlichkeitsaspekte der beiden Partner unvereinbar gegenüberstehen. Die sexuelle Orientierung, wie sie oben beschrieben worden ist, ist selbstverständlich nur ein Beispiel von vielen. Jede Facette der Persönlichkeit, über die sich ein Mensch identifiziert und die ihn ausmacht, ist grundsätzlich nicht verhandelbar. Niemand kann wichtige und grundlegende Facetten der eigenen Persönlichkeit, zu der unter anderem auch die sexuelle Orientierung gehört, dauerhaft unterdrücken. Das mag eine gewisse Zeit lang gut gehen, aber wenn Sie Ihre wahre Persönlichkeit bis zur Selbstaufgabe dauerhaft verleugnen müssen, wird Ihre Lebensqualität irgendwann ins Bodenlose abfallen. Weil Sie alleine – ohne Ihren Ehepartner – Ihre wahre Persönlichkeit wieder werden ausleben können, werden Sie mit Beendigung der Ehe Ihre Lebensqualität steigern, weshalb Sie selbst eines Tages genau aus diesem Grund die Scheidung wünschen werden. Alternativ, oder in Kombination dazu, wird eines Tages alles ans Licht kommen und auch Ihr Partner wird – vor allem wegen Ihrer fehlenden Ehrlichkeit sehr verletzt und betroffen, – die Ehe mit einem Riesenknall beenden wollen.

Sollten Sie ein Suchtproblem haben, dann kann nicht die Ehe, sondern nur eine spezialisierte Suchteinrichtung Sie retten, Sie heilen. Ihr Partner wird Sie dabei sicher gerne liebevoll unterstützen und begleiten, das aber auch offensichtlich unabhängig davon, ob Sie miteinander verheiratet sind oder nicht. Sie müssen Ihre Lebensweise in Zusammenarbeit mit Suchtfachstellen selbst ändern. Diese Entschlussfassung und diese Arbeit wird Ihnen niemand abnehmen können. Alle Hoffnungen und Erwartungen, dass die Ehe das für Sie erledigen könnte, werden zwangsläufig enttäuscht werden.

Dasselbe gilt auch gleichermaßen, wenn Sie an sich selbst keine besonders schwierigen Facetten und Lebensweisen ausmachen können, dafür aber an Ihrem Partner. Auch in diesem Fall werden Sie sich ernsthaft fragen müssen, ob Sie der/die Richtige sind, weil ja Ihnen die Art, die Lebensweise des anderen nicht passt. Stellen Sie Charakterzüge oder Lebensarten an Ihrem Partner fest, die für Sie so schwierig sind, dass Sie glauben, auf Dauer mit solchen Auswüchsen nicht leben zu können, wird Ihr Alltag dadurch nachhaltig versaut werden. Sie werden, im Wissen um Ihre geradezu allergische Reaktion, auf das Sie Abstoßende geradezu warten und, wenn Ihr/e Partner/in es entgegen Ihren Wünschen wieder macht, sich darüber ärgern, was Ihre Lebensqualität absenken und deshalb der Scheidung näherbringen wird.

Wie sollen Sie ein Verhalten Ihres Partners jahrelang ertragen können, wenn er/sie etwas auslebt, das Sie insgeheim oder erklärtermaßen unglaublich nervend, mühsam oder sogar ekelhaft und abstoßend finden?

Eines muss Ihnen bewusst sein: Sie allein fühlen sich in diesen Momenten unglücklich, möglicherweise verletzt und einsam, während jemand anders dieselben Charakterzüge und Verhaltensweisen Ihres Partners sicher ganz toll, spannend, interessant und inspirierend findet. Seien Sie versichert: Ihr Partner findet seine Lebensart, die Sie so sehr stört, genau so richtig und gut, anderenfalls würde er sich ja nicht so verhalten (von Suchtproblemen mal abgesehen).

Werden wir konkret: Nehmen wir an, Sie stellen eines schönen Tages fest, dass Ihr Partner sich als waschechter Casanova sieht, als Magic Macho Man geboren, um möglichst viele Damen zu beglücken. Was, wenn er der festen Ansicht ist, dass Monogamie für bombastische Männer wie ihn nicht im Sinne der Natur sei, sondern dass seine unvergleichlichen Gene möglichst breit in die Welt gestreut werden müssten? Oder wenn Ihre Verlobte sich als sexsüchtig entpuppt, mit Gelüsten nach wechselnden Männern? – Und das alles ausgelebt wird? Genau! Dann sind Sie wie füreinander geschaffen, die perfekten Partner für die Führung einer offenen Ehe. Sie beide messen sexuellen Aktivitäten mit anderen Partnern gleichermaßen keine große Bedeutung zu, sondern sehen es als Bereicherung an, durchaus auch zum Vorteil Ihrer Ehe.

Wenn Sie allerdings das monogame, geschlossene Ehemodell leben möchten, und Sex für Sie intimer Ausdruck von tiefer und purer Liebe ist, die exklusiv dem Partner zusteht, sind Sie in einer Ehe mit einem/r Fremdgänger/in offensichtlich nicht gut aufgehoben. Sie werden in dieser Ehe vorhersehbar leiden, sich verletzt und erniedrigt fühlen, wann immer er/sie nach fremdem Parfüm duftet. Nur Sie, der/die monogame Partner/in wird leiden. Ihr Unglück ist Ihr persönliches Unglück sein, nicht das Ihres Partners. Dessen Lebens- und Handlungsweise passt für Ihr Herzblatt – so ist er/sie. Andernfalls würde er/sie anders handeln. Das von Ihnen empfundene eigene Unglück, die dauerhafte Absenkung Ihrer persönlichen Lebensqualität in der Ehe durch dieses Leid, ohne Hoffnung auf Besserung, ist die matchentscheidende Ehegefährdung.

Fühlen Sie sich also in der Gesellschaft Ihres/r Partners/in überwiegend unwohl, verunsichert, dumm und glauben, den hohen Ansprüchen nicht genügen zu können, müssen sich verbiegen und verleugnen, damit er/sie bei Ihnen bleibt, sind Sie, weil Sie keine gute Lebensqualität in dieser Paarbeziehung haben, für Ihr Herzblatt nicht der/die Richtige.

Es ist natürlich schwer, den perfekten Partner zu verlassen. Aber, alles im Leben kommt mit einem Preisschildchen. Ihr Preisschild in dieser Konstellation ist vorhersehbar großes Leid durch Ihr – eigentlich unnötiges – Verkümmern. Im wahrsten Sinne des Wortes Ihr Ver-Kümmern. Wollen Sie das wirklich?

Vielleicht hegen Sie ja insgeheim die Hoffnung, Ihren Partner in der Ehe zähmen oder gar heilen zu können. Dann wären wir beim bereits erwähnten Umerziehungslager angelangt, also bei der Ummodelung Ihres erwachsenen Herzblattes. Das ist aber weder Inhalt noch Zweck der Ehe. Sie sind auch nicht der/die Erziehungsberechtigte Ihres/r Partners/in.

Sie können auch niemanden gesundlieben. Wenn Ihr Partner Suchtprobleme hat oder eine – in Ihren Augen – schwierige psychische Verfassung aufweist, dann können Sie ihn mit Ihrer Liebe natürlich im Heilungsprozess unterstützen, aber keinesfalls die fachkundige Hilfe von Ärzten und Therapeuten ersetzen. Und schon gar nicht ihren/seinen Willen ändern, wie sie/er sein Leben führen möchte.

Sie können für Ihren Partner selbstverständlich auch keinen Entschluss fassen, aufrechterhalten oder aufgeben, denn wenn er/sie wie in obigem Beispiel Sex mit jemand anderem hat, hätten Sie sich, sofern Sie eine monogame Ehe führen möchten, ganz sicher dagegen entschieden. Jede Änderung in der Lebensweise Ihres Partners kann deshalb immer nur von diesem selbst ausgehen. Weder Ihre Liebe noch Ihr Wille werden jemals dazu führen, dass er/sie sich in seiner Persönlichkeit oder seinem Verhalten ändern wird, sondern können nur – allerhöchstens – Anstoß sein, dass er/sie seine Lebensweise hinterfragt.

Abschließend sei zu diesem Thema die eine – zugegebenermaßen ketzerische – Frage erlaubt: Weshalb sollte sich Ihr/e Partner/in, seine/ihre Lebensweise und seine/ihre Persönlichkeit ändern, um Ihnen zu gefallen? Weshalb soll er/sie sich ändern – nicht aber Sie? Ihr/e Partner/in hat ja keine Probleme mit seinem/ihrem Lebensstil … Weshalb sollten in unserem Beispiel also nicht Sie lernen, in einer offenen Ehe zu leben? Natürlich, weil Sie es nicht können und nicht wollen und auch nicht müssen und auch nicht sollen. Sie sind Sie – in Ihrer wundervollen Pracht. Und Ihr Partner ist Ihr Partner – in ihrer/seiner wundervollen Pracht.

Aus all diesen Gründen brauchen Sie auch nicht zu erschrecken, bloß weil Sie beide, durchaus auch in wesentlichen Punkten, unterschiedliche Lebensweisen haben oder bevorzugen. Das wird unausweichlich immer wieder der Fall sein. Zudem verändern sich mit der persönlichen Reifung im Leben auch die persönlichen Ansichten darüber, was wichtig ist und was nicht. Sobald Sie beispielsweise Eltern werden, verschieben sich die bisherigen Prioritäten des Lebens grundlegend. Das heißt, Lebensweisen, Ansichten, Meinungen, Vorlieben, Stärken und Schwächen sind nicht statisch. Sie können diese am Tag Ihrer Hochzeit, wie immer an jedem Tag, als Momentaufnahme genießen, aber im Wissen, dass sich alles schleichend oder auch plötzlich (denken wir nur zum Beispiel an einen Unfall) verändern kann und wird. Wenn Sie diese lebendige Veränderung und Reifung aufhalten wollen, werden Sie einen harten Prüfstein haben: Das Leben selbst.

Leben ist Veränderung, weil es immer im Fluss ist und voranschreitet. Also brauchen Sie es nicht einmal zu versuchen, die Reifung aufzuhalten – Sie würden nicht nur kläglich scheitern, sondern sich auch des größten Abenteuers berauben.

Diese Veränderung der beiden Ehepartner ist jedoch nicht beängstigend, sondern birgt neue Chancen. Sicher ist, dass Sie die Lebensweise Ihres/r Partners/in immer besser kennen- und vielleicht auch lieben lernen, was Sie zusammenschweißt. Selbst wenn Sie heute nicht perfekt zueinanderpassen, kann die gemeinsame Schnittmenge größer werden – was Sie einander näherbringen wird. Aber auch wenn das nicht der Fall sein sollte, ist Ihre Ehe deswegen noch lange nicht von vornherein zum Scheitern verurteilt. – Bei Weitem nicht!

Ihr Partner hat, wie wir alle, Eigenschaften, die Sie inniglich lieben. Ihr/e Partner/in berührt Sie in Ihrem Innersten – im Guten wie im Schlechten. Wie in jeder Beziehung wechseln sich auch in der Ehe die guten und die schlechten Tage ab. Wie glücklich oder unglücklich Sie im Zusammenspiel mit Ihrem Partner tatsächlich sind, wissen nur Sie selbst. Ihr/e Partner/in mag einen Kompass dafür haben, Sie aber haben einen Fiebermesser.

Letztendlich werden Sie mit den Resultaten Ihrer ganz persönlichen Messkurve – völlig unromantisch – eine Kosten-Nutzen-Rechnung machen. Überwiegen die Glücksmomente zu zweit, werden Sie nicht an Scheidung denken. Anders sieht es aus, wenn Sie vor lauter Kummer verkümmern. Wie diese unausweichliche Kosten-Nutzen-Rechnung jedes Partners funktioniert, wie sie interpretiert und verbessert werden kann, werden wir später noch genau besprechen.

Zeigen Sie sich einfach so, wie Sie sind. Wichtig ist, dass Sie sich in der Gegenwart Ihres Partners treu bleiben, sich also so benehmen und bewegen, wie Sie es Ihnen beliebt, ohne sich zu verstellen, ohne Ihre wahre Persönlichkeit zu unterdrücken, und informieren Sie Ihr Herzblatt ehrlich über Ihre Befindlichkeiten und Bedürfnisse. Wenn Sie bei und mit ihm/ihr Sie selbst sein können, so wie Sie wirklich sind, und vom Partner auch in schrägen Momenten akzeptiert werden, sich angenommen, verstanden, geborgen und wohl fühlen, egal was Sie sagen oder tun, passt Ihnen Ihr Leben in der Gemeinschaft mit Ihrem/r Liebsten. Klar, nicht immer nonstop, aber so über das Ganze gesehen, sind Sie zufrieden. Was wollen Sie mehr, als die fürsorgliche Zustimmung Ihres Liebsten? Deshalb denken Sie nicht an Trennung. Weshalb auch? Sie sind ja nicht verrückt!

Das ist alles. Mehr ist nicht nötig.

Das ist schon verdammt nah an der Perfektion. – Eigentlich ist genau das die Perfektion.

Merksätze für Notfälle und Eilige:

1. Sie haben den perfekten, einzigartigen Partner/in an Ihrer Seite! Gratulation!

2. Es stellt sich stets nur die Frage, ob Sie der/die Richtige für Ihr Herzblatt sind.
Sie sind zweifelsfrei der/die Richtige, wenn Sie sich in Ihrem Innersten mit der Persönlichkeit Ihres/r Partner/in und seiner Lebensweise wirklich wohl und angenommen fühlen.

3. Was Ihnen guttut beziehungsweise vielleicht fehlt, wissen nur Sie. Ihr/e Partner/in nicht.

Nur Selbsttreue bringt Vertrauen

Sich dem/der Partner/in so zu zeigen, wie man wirklich ist, wird immer schwieriger, da die öffentliche Zurschaustellung des perfekten Ichs inmitten eines perfekten Lebens scheinbare Notwendigkeit geworden ist. Eine normale Person, mit normaler Figur und durchschnittlichem Gesicht in einem wenig glamourösen Umfeld, scheint nicht mehr in Mode zu sein. Das ist sehr schade, denn jeder von uns ist wunderbar einzigartig und diese Individualität ist doch sehr viel spannender als die gleichgeschaltete Perfektion im Internet.

Wenngleich es schwierig scheint, weil vermeintlich langweilig, ehrlich mit sich und anderen umzugehen, ist genau diese offene Selbsttreue, die Demontage der Fassade, in jeder engen zwischenmenschlichen Beziehung ein wesentlicher Grundpfeiler – wenn nicht der Grundpfeiler für die Vertrauensbildung schlechthin.

Sie fragen sich jetzt sicher, warum ausgerechnet diese vollkommen egoistische Selbsttreue – die ja gerüchteweise ehefeindlich sein soll – die Grundlage für das in den Partner gesetzte Vertrauen ist? Ich verstehe Ihr Erstaunen. In der Ehe soll ja, um das gemeinsame Glück zu finden, das Wir und Uns, aber keinesfalls das Ich im Vordergrund stehen. Müsste nicht das Gemeinsame gesucht und quasi trainiert werden, damit die Ehe lang und glücklich wird?

Nein. Selbsttreue zu leben heisst auch, dass Sie Ihrem Partner nicht nur Ihre Schokoladenseiten zeigen, sondern auch Facetten Ihrer Persönlichkeit, die Ihnen vielleicht nicht so vorzeigbar scheinen. Aber wer weiß, vielleicht liebt er/sie die ja ganz besonders an Ihnen? Möglicherweise schließt Ihr Partner sich aber auch Ihrer Auffassung an und findet diese Aspekte an Ihnen – und womöglich auch noch andere – ebenfalls schwierig. Möglich, dass Sie Ihre/n Partner/in damit so nerven, dass er/sie ab und an sogar die Fassung verliert und sich wütend irgendwohin absetzen muss, um sich beruhigen zu können.

Und jetzt? Was hat das mit Ihrem Vertrauen in den Partner zu tun? – Sehr viel! Eigentlich alles.

Er/Sie ist ja noch immer an Ihrer Seite und Sie beide heiraten! Er/sie bleibt bei Ihnen, trotz des Blicks hinter Ihre aufgezogene Glitzerfassade. Nur durch Ihre gelebte Selbsttreue kennt Ihr Partner auch Ihre schwierigen Seiten, Ihre Schwächen und Unzulänglichkeiten, will aber trotzdem bei und mit Ihnen bleiben – und zwar für immer. Nur Ihre Ehrlichkeit mit sich selbst und Ihrem Partner schafft diese Basis. Es ist Ihr Vertrauen in Ihren Partner – Ihr Gefühl, das Sie bilden. Weil Ihr/e Partner/in bei Ihnen bleibt, zuverlässig und stabil, obwohl er/sie Ihre Kanten und Unzulänglichkeit kennt.

Wie wollen Sie jemals Vertrauen zu Ihrem Partner finden können, wenn Sie sich, so wie Sie sind, verleugnen und verstecken müssen, im festen Glauben, vom Partner verlassen zu werden, sobald Sie ihm/ihr Ihre wahre Persönlichkeit offenbaren? Wie sollen Sie jemals auf Ihren Partner bauen können, ihm/ihr vertrauen, dass er/sie Sie an erste Stelle setzt und bei Ihnen bleiben möchte, wenn Sie glauben, dass er/sie weg ist, sobald Sie sich outen?

Sie sehen also: Nur Ihre Selbstreue, wozu auch das echte Zurschaustellen Ihrer ganz individuellen Persönlichkeit mit allem Drum und Dran, allen Ecken und Kanten, allen Träumen, Wünschen, Abneigungen, Stärken und Schwächen gehört, wird es Ihnen ermöglichen, festes Vertrauen in Ihren Partner fassen zu können. Die Voraussetzung ist, dass Sie bereit sind, ihm/ihr die echte Chance zu geben, Sie kennen- und lieben zu lernen, und zwar nicht so, wie Sie gerne wären, sondern wie Sie tatsächlich sind.

Doch es gibt noch einen weiteren Aspekt, weshalb in der Ehe die offene Selbsttreue so wichtig ist: Die Ehe ist ja auf Dauer ausgelegt und durch das Leben werden Sie eine persönliche Reifung erfahren. Nach 20 Jahren sind Sie nicht mehr dieselbe Person. Sie werden Ihre Fähigkeiten vertieft und vielleicht sogar auf andere Gebiete erweitert haben, andere Träume, Ansichten und Meinungen wie zuvor haben. Natürlich wird Ihr/e Partner/in nur mit Ihrer Offenheit und Selbsttreue an Ihrer persönlichen Reifung teilhaben können. Durch fehlende Offenheit zur Lebensweise, die Ihnen wirklich wichtig ist, verweigern Sie Ihre/m Partner/in, mit Ihnen Schritt halten zu können, was die hohe Gefahr birgt, dass er/sie von Ihnen abgehängt wird. In der Ehe heißt das nichts anderes, als dass Sie eines Tages alleine dastehen. Und das ist ja genau das, was Sie verhindern wollen. Sie allein haben es in der Hand, Ihre Vertrauensbasis zu Ihrer/m Partner/in zu schaffen und sie/ihn auf Ihrer Reise durch Ihr Leben mitzunehmen.

Ja, natürlich besteht bei all dem das Risiko, dass Sie feststellen, dass die Sache nicht klappt. Sie von Ihre/r Partner/in enttäuscht werden. Aber, das heißt auch nichts anderes, als dass Sie sich selbst getäuscht haben. Sie stellen fest, dass Ihr/e Partner/in entweder nicht mit Ihrer Lebensweise zurechtkommt oder Sie nicht mit ihrer/seiner. Dass einer von Ihnen abrauscht, weil sich einer von Ihnen oder gleich beide besser fühlen, wenn er/sie alleine ist. – Dann sind wir wieder an dem Punkt angelangt, dass Sie eben nicht der/die Richtige für diesen Menschen sind. Dass Ihr Objekt der Begierde mit Ihnen nicht umgehen kann, Sie nicht glücklich machen, Sie nicht so annehmen kann, wie Sie nun einmal sind. Diese Enttäuschung, also im Wortsinne Ent-Täuschung, das Zerschellen Ihrer Wunschvorstellungen und Träume, ist natürlich immer schmerzhaft, keine Frage. Aber dennoch ist mit Ihnen nach wie vor alles in bester Ordnung! In diesen Situationen werden Sie sich sofort etwas besser fühlen, wenn Sie sich noch einmal an unseren wunderschönen Pinguin und das tolle Känguru erinnern, die sich zwar gegenseitig wirklich, wirklich mögen, aber sich im Habitat des jeweils anderen einfach nicht wohlfühlen, weil Sie dort für sich selbst keine genügend hohe Lebensqualität finden können – beim besten Willen und bei aller Liebe nicht.

Dieses Jammertal, durch das wir alle immer wieder gehen müssen, schafft natürlich auch immer wieder Platz, der nötig ist, damit jemand Neues auftauchen und bei Ihnen die Chance haben kann, sich von Ihnen begeistern zu lassen. Genau das ist Ihnen ja passiert – schließlich heirateten Sie oder haben es gerade vor! Das heißt, Sie zwei beide haben sich und gegenseitiges Vertrauen gefunden.

Dieses Vertrauen, das Sie am Tag Ihrer Heirat ineinander haben oder hatten, muss natürlich auch während der Ehe, also über viele Jahre hinweg, aufrechterhalten bleiben. Sobald Sie nämlich den Verdacht hegen, dass Ihr/e Partner/in etwas anderes macht als das, was Sie sehen können, wenn Sie also glauben, dass der Schein trügt, werden Sie Ihr Vertrauen in ihn/sie verlieren. Stellt sich dann auch noch heraus, dass Ihr Verdacht berechtigt gewesen ist und Ihr/e Partner/in wirklich hinter Ihrem Rücken etwas anderes getan hat, als er/sie Ihnen gegenüber gezeigt und geäußert hatte, ist der Vertrauensbruch in Ihnen da. Sie werden sich vom Partner betrogen, belogen und verraten fühlen. Wiederum: Es sind Ihre Gefühle, die betroffen sind.

Der einzige Grund dafür war: Ihr/e Partner/in gaukelte Ihnen etwas vor. Ihr/e Partner/in hatte einen Schein aufgebaut und sein/ihr wahres Gesicht – die Selbsttreue – vor Ihnen versteckt und damit Ihr Vertrauen in ihn/sie zerstört.

Sie sehen also: Nur die ehrliche und offene Selbsttreue schafft Vertrauen.

Allerdings sind die beiden Ehepartner individuelle Persönlichkeiten, sodass zwei unterschiedliche Charaktere vorhanden sind, die getreulich ausgelebt werden sollten. Diese beiden Selbsttreuen können – müssen (!) – natürlich auch in wesentlichen Zügen zueinander im Konflikt stehen.

Es sind denn auch ausnahmslos diese Konfliktsituationen, die Probleme machen und, vor allem, wenn Vertrauensfragen tangiert werden, schwere Ehekrisen heraufbeschwören. In den Situationen, in denen Sie sich einig sind und deckungsgleiche Werte leben, werden Sie nie Probleme haben. Die Frage ist also, wie Sie Konfliktfälle konstruktiv meistern können, und das werden wir später noch ganz genau untersuchen.

Merksätze für Notfälle und Eilige:

1. Können Sie Sie selbst sein und Ihr/e Partner/in blickt dabei – zumindest meistens (sicher nicht immer) – verzückt auf Sie? Perfekt! Dann sind Sie der/die Richtige für Ihre/n Partner/in, weil er/sie Ihre persönliche Wohlfühloase ist.

2. Sie wissen, dass er/sie Sie nicht wegen Ihren Eigenschaften und Lebensweisen verlassen wird, die Sie selbst als schwierig und unzulänglich taxieren. Ihr Schatz ist und bleibt stabil und zuverlässig an Ihrer Seite – trotz allem. Sie wissen konkret, dass er/sie Ihre Art, Ihren Charakter und Ihre Persönlichkeit liebt. Auch wenn Sie (wie der Rest der Welt) vielleicht manchmal schwierig sind.

3. Deshalb entsteht in Ihnen Ihr Vertrauen zu Ihrem Herzblatt.

Die geheime Partnerwahl durch Mutter Natur

Die Frau ist die einzige Beute, die ihrem Jäger auflauert.

(Unbekannt)

Mein ehemaliger Arbeitgeber, ein sehr begnadeter, erfahrener Anwalt, hatte mir gegenüber behauptet: Frauen heiraten und Männer werden geheiratet, was ich stets mit einem Lachen quittierte. Erst jetzt, nach jahrzehntelanger Berufserfahrung und untermauert durch Studienresultate, die die Zusammensetzung und Wirkung von Düften betreffen, weiß ich, wie recht er hatte.

Sie werden sich jetzt vielleicht fragen, was denn Düfte mit unserem Thema zu tun haben? Sehr viel.

Uns allen ist schon längst bekannt, dass vor allem die Blut- und Genauffrischung mittels Durchmischung verschiedener Familien deutlich gesündere und robustere Kinder hervorbringt, als es Nachkommen zwischen engen Blutsverwandten sind. Für den gesunden Erhalt der Gattung Mensch ist es deshalb nötig, dass Kinder immer möglichst unterschiedliche Gene ihrer Elternteile in sich vereinigen. Körperliche Beziehungen mit Geschwistern oder Elternteilen sind nicht erwünscht, nach den meisten Rechtsordnungen sogar strafbar. Aber was schützt uns davor, uns in das Verbotene zu verlieben, also Inzest zu betreiben? Genügen die gesetzlichen Verbote des Inzests und sture Gesetzestreue aller oder sollten doch besser Gentests vor der Heirat durchgeführt werden oder, noch besser, vor dem sich Verlieben? Quasi als Eintrittsticket für Datingplattformen, wo dann das Verbotene gar nicht erst angezeigt wird? In den allermeisten Fällen kennen wir unsere Eltern und Geschwister ja, da braucht es keine Gentests. Also doch nur Gesetze und stures Gehorchen?

Nein, üblicherweise können Sie Ihre Bedenken, allen Datenschutz und Ihre Geldbörse (für den Gentest) getrost wegstecken und in dem von Ihnen ausgewählten Partner Ihren natürlichen Idealpartner erkennen, denn: Mutter Natur hat vorgesorgt.

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Viel Spaß!



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