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Die Yacht

Inhalt

  1. Cover
  2. Titel
  3. Impressum
  4. Erstes Kapitel
  5. Zweites Kapitel
  6. Drittes Kapitel
  7. Viertes Kapitel
  8. Fünftes Kapitel
  9. Sechstes Kapitel
  10. Siebtes Kapitel
  11. Achtes Kapitel
  12. Neuntes Kapitel
  13. Zehntes Kapitel
  14. Elftes Kapitel
  15. Zwölftes Kapitel
  16. Dreizehntes Kapitel
  17. Vierzehntes Kapitel
  18. Fünfzehntes Kapitel
  19. Sechzehntes Kapitel
  20. Siebzehntes Kapitel
  21. Achtzehntes Kapitel
  22. Neunzehntes Kapitel

Erstes Kapitel

»Und jetzt ab ins Bett«, sagte er, seine Lippen warm an ihrem Ohr.

Sie antwortete nicht – nicht mit Worten. Sie murmelte nur etwas vor sich hin, als seine Finger in den burgundroten Samt ihres kurzen Kleids griffen, dicht über ihrem festen Po. Heute Abend hatte sie kein Höschen an, denn sie hoffte, dass der schwache Duft ihrer nackten Scham seine Fantasie beflügeln würde. Aber zu ihrer Frustration schien er das gar nicht zu bemerken.

Sie rieb ihren Körper gegen seinen, aber er blieb entschlossen, fast so, als hätte sie von ihm nichts zu erwarten.

Sie schluckte ihre Enttäuschung hinunter. Sie würde noch zulegen und ihr brennendes Fleisch härter gegen seinen Körper reiben müssen; sie konnte ihn mit ihrer Körpersprache bombardieren. Erst dann würde er reagieren und sie nehmen. Aber immer auf seine Weise, nie auf ihre.

Ihr Körper glühte, und vertraute Sensationen lösten Tumulte in ihr aus. Mächtige Triebe drohten sie zu überwältigen, aber noch konnte sie sie kontrollieren – was er auch von ihr erwartete. Es war schade, denn obwohl sie Julian seit sechs Monaten kannte, hatte er ihr wahres Potenzial noch nicht abrufen können.

»Danke für den Abend«, sagte sie zu ihm. Sie lächelte mit Wärme und Sehnsucht und dämpfte seine Reaktion mit ihren Lippen. Sie nahm sich vor, dass sie ihn nicht mehr sehen wollte, aber das hatte sie sich schon seit einiger Zeit vorgenommen. Sie brauchte schon den richtigen Moment, um ihn aus ihrem Leben zu verbannen. Da es nichts Erotischeres in ihrem Leben gab, war er zur Gewohnheit geworden.

Sie musste für viele Dinge dankbar sein. Für die Wohnung, die sie mit ihm teilte – wenn er denn mal zu Hause war. Sie war eine große Verbesserung im Gegensatz zu dem einen möblierten Zimmer, denn etwas anderes konnte sie sich nicht erlauben, als sie zuerst nach London gekommen war. Sie musste an die Bequemlichkeit denken, wenn sie über ihn nachdachte, obwohl materielle Dinge ihr nicht viel bedeuteten.

Sie verdrängte ihre Zweifel wie auch schon zuvor, schob ihre Schuhe zur Seite, stellte sich auf die Zehenspitzen und küsste ihn. Sie labte sich am Moment der Nähe und der sich langsam anhebenden Leidenschaft. Seine Lippen schmeckten nach Wein und Essen. Sein Schaft lag noch schlaff zwischen ihnen, aber sie würde ihn noch etwas mehr bearbeiten, wenn er ihr die Zeit ließ. Doch die Zeit ihrer Beziehung rann langsam davon, was sie für verdammt schade hielt.

»Ich habe dir doch gesagt, dass sie gutes Essen servieren. Aber der Wein war vielleicht ein bisschen warm«, sagte er zwischen den Küssen. Ein Hauch seines teuren Rasierwassers und der Duft seiner Männlichkeit attackierten ihre Nasenflügel. In diesem Moment glaubte sie, ihn ganz verschlingen zu können.

Wie fad, dachte sie, wie trivial, in diesem Moment vom Essen zu sprechen. Aber sie sagte nichts. Essen und trinken standen nicht auf ihrem Programm – sie wollte seinen Körper.

»Das passt zu dir, dass dir das auffällt.« Ihre Stimme hörte sich an wie sämiger Brandy. Sie knabberte an seinem fleischigen Ohrläppchen und fuhr dann mit der Zunge über die Konturen des Ohrs, und als wollte sie ihm andeuten, wie sie penetriert werden wollte, stieß sie mit der Zungenspitze ins Ohr. Zuerst stöhnte er, dann redete er.

»Hast du das denn nicht bemerkt?«

»Natürlich nicht.« Mit einem Seufzer fügte sie hinzu: »Ich war viel zu sehr damit beschäftigt, dich zu bemerken, dich anzusehen.« Ihre sanften Worte und die halb geschlossenen Augen überzeugten ihn. Sie fragte sich, ob sie sich selbst überzeugen wollte, aber diesen Gedanken verdrängte sie. Sie würde warten. Aber wozu eigentlich?

Dem warmen Streicheln seiner Hände über ihren Po und dem plötzlichen Anschwellen der Beule nach zu urteilen, hatten ihre Komplimente gefruchtet. Innerlich gratulierte sie sich.

Der Penis wurde härter und begann sich aus seinem Haarnest zu erheben. Mit ihren langen Fingern brachte sie ihn noch mehr auf Touren. Ja, sie wollte ihn mit jedem kleinen Trick, der ihr einfiel, zu neuer Größe heranbilden, das wäre herrlich für sie und für ihn zu akzeptieren.

Von seinen Schultern ließ sie die Hände über seinen Brustkorb streicheln. Selbst durch sein Hemd konnte sie die festen Konturen seiner Muskulatur spüren. Sie rutschte tiefer mit den Händen und spürte, wie sich sein Bauch unter ihren Berührungen zusammenzog. Lässig, aber durchaus zweckorientiert griff sie weiter nach unten, bis die Hände auf der harten Beule ruhten, die gegen seinen Reißverschluss pochte.

Sie schluckte tiefe Stöhnlaute der Ekstase und schloss die Augen. Die dunklen Wimpern streichelten ihre Wange. Bald würde sie ihn besitzen. Bald – vielleicht schon zu bald – würde sie ihn in sich spüren.

Lippen, Zähne, dann wieder Lippen berührten sich in rascher Folge, sein Atem, ihr Atem, dazwischen das hastige Schnappen nach Luft. Ihre Küsse strahlten Hitze aus, ihre Umarmungen auch, und dann erst ihre Körper!

Dann zog er sich zurück, wie er das schon viele Male getan hatte. Toni wollte schreien. Stattdessen lächelte sie süß. Der Zucker ihres Lächelns versteckte die Frustration. Instinktiv wusste sie, was kam, und sie stellte sich wieder die Frage, die sie sich schon so oft gestellt hatte.

Wie konnte jemand, der so gut aussah wie er, so kontrolliert sein, ein Sklave seiner Routine. Sie ahnte schon, was er sagen würde, noch bevor sein Mund sich öffnete.

»Gemütlichkeit, mein Liebling Antonia. Lass es uns gemütlich machen.«

Ihre Blicke trafen sich, und sie nickte zustimmend, obwohl das Funkeln in ihren Augen ihre Begierde verriet. Egal. Sie konnte es nicht ändern. Musste es wieder das Bett sein? Warum nicht das Sofa oder der Teppich, vielleicht sogar der Küchentisch. Sie würde für ihn die Beine auch am Herd breit machen, oder zur Abwechslung auch mal an der Spüle.

Aber Julian war in allen Dingen korrekt. Und er bestand darauf, sie Antonia zu nennen, obwohl sonst niemand sie so nannte, nicht einmal ihre Mutter, und sie hatte den Namen ausgesucht.

Sie beherrschte sich und ließ ihren Seufzer nicht hören, denn sie wollte Julian nicht verärgern. Ganz selten hatte er sich vom vorgegebenen Muster entfernt – dieselbe Position, dasselbe verdammte Bett. Wenn es denn mal geschah, dass der Akt anders ausgeführt wurde, dann immer auf ihren Vorschlag hin, und auch dann nur knurrend. Wann hatte das mit ihm angefangen? Aber sie kannte die Antwort – er war immer so gewesen. Sie war nur geblendet von seinem guten Aussehen gewesen, von seiner männlichen Schönheit.

Sie hatte ihn auf einer Party in einem luxuriösen Apartment in Kensington oder Knightsbridge kennengelernt; die Gäste waren offenbar wegen ihres fantastischen Aussehens und ihrer ausstrahlenden Sexualität ausgewählt worden. Schöne Körper hatten sich mit schönen Kleidern gepaart.

Sie erinnerte sich, damals ein grünes Seidenkleid getragen zu haben, und das war alles, was sie anhatte, abgesehen von den Schuhen. Das Kleid hatte sie nicht nur bedeckt, es hatte ihren Körper auch gestreichelt. Ihre Haut war damals gebräunter gewesen als jetzt, und ihre Haare waren wie von der Sonne geküsstes Quecksilber bis zur Taille gefallen. Grün stand ihr gut; es passte zu ihrer Augenfarbe und auch zu den Haaren.

Im Zimmer war es warm gewesen, und jemand hatte die Doppeltüren zum breiten Balkon geöffnet. Draußen hatte sie ihn ganz allein vorgefunden. Er hatte sich die Lichter der Stadt angesehen; das war ihm lieber als die zuckenden Blitze auf der Party. Irgendwas hatte sie zu ihm hingezogen, seine Einsamkeit vielleicht. Außerdem sah er wahnsinnig gut aus.

Er war ganz Mann, tierisch begehrenswert. Er hatte dunkle Haare, aber an den Schläfen hatten sich die ersten grauen Strähnen gezeigt. Sein Gesicht schien etwas zerfurcht zu sein. Samten seine Augen. Sein Kinn war mit einem tiefen Grübchen gespalten – wie ein reifer Pfirsich.

Wenn sie nicht seine Haut berührt und festgestellt hätte, dass sie warm und lebendig war, hätte man meinen können, dass sein fester Nacken und der harte Körper aus Marmor geschnitzt wären. Nicht weißer Marmor – kalt, unnachgiebig, immer ein bisschen an das Britische Museum erinnernd –, sondern golden und wogend mit leichten Beigetönen, in der Art, in der die Fußböden in einer florentinischen Villa verlegt sind.

Aus den Lenden der wunderbaren Körperstruktur erhob sich sein Schaft, stark, stolz und verlangend, als hätte er ein Recht darauf. Und sie gab nach. Von Anfang an hatte sie sich ihm hingegeben.

Das Seidenkleid fiel von ihr und bildete einen weichen Hügel zu ihren Füßen. Die cremefarbene Wäsche (ohne das Höschen), die durchsichtigen Strümpfe und der mit Rüschchen besetzte Strapsgürtel folgten, bevor sie zwischen die kühlen Laken des Betts glitt.

Nur das dünne Laken bedeckte ihre Nacktheit, aber die Umrisse ihrer Kurven waren deutlich zu sehen, während sie ihm zuschaute. Ihre Beine rieben aneinander, als wollte sie die warme Feuchte bewahren, die sich in ihr gebildet hatte. Ihr Lächeln war wie eingefroren und sollte die Frustration verdecken und die Worte der Ungeduld schlucken, die wie ein Kloß in ihrer Kehle klebten.

Während er jedes einzelne Kleidungsstück vorsichtig auszog und auf einen Hänger drapierte, wobei er einen Knopf seines Jacketts schloss und mit der flachen Hand mögliche Flusen wegwischte, bevor er den Hänger an seinen Platz im Kleiderschrank einhakte.

Sie hielt ihre Verärgerung zurück. Als sie sich kennengelernt hatten, war seine anspruchsvolle Ordnungsliebe eher ein Quell heimlicher Belustigung für sie gewesen. Jetzt wurde sie von seiner peniblen Art nur noch irritiert. Begann sie sich bei ihm zu langweilen? Hatte ihre Beziehung das Verfallsdatum überschritten? Noch nicht ganz, sagte sie sich, jedenfalls noch nicht heute Abend.

Ihren Blick fixierte sie auf das Büschel seiner pechschwarzen Schamhaare, aus dem seine Erektion wie der Stab eines Tambourmajors zuckte.

Sie lächelte hinter der vorgehaltenen Hand. Er stand vor dem Spiegel und betrachtete sich von der Seite. Das Ritual lief wie am Schnürchen ab. Wollte er sich selbst überzeugen, oder wollte er sie beeindrucken? Das hatte sie nie herausgefunden.

Er zog die Arme an und hob die Fäuste über den Kopf. Eine klassische Pose. Er ließ seine Bizeps spielen. Er konnte ihr nichts vormachen. Mit halb gesenkten Lidern sah sie, dass sein Blick auf den pulsierenden Penis gerichtet war. Julian war stolz auf seinen Körper. Manchmal hatte sie das Gefühl, dass er seinen eigenen Körper mehr liebte als ihren. Man lag richtig, wenn man vermutete, dass er lieber mit sich selbst Liebe machen würde als mit ihr.

Sie warf den Kopf zurück, als wollte sie ihre kritischen Gedanken abschütteln, aber ganz gelang ihr das nicht. Sie waren noch da und stapelten sich im Hinterkopf, wo sie sich neu formierten. Bald würden sie sich durchsetzen. Ihre Geduld wurde auch diesmal auf eine harte Probe gestellt.

»Kommst du ins Bett, Darling?«, murmelte sie mit lockender Stimme. »Ich bin nass und bereit für dich. Ich will dich in mir fühlen.«

Am liebsten hätte sie hinzugefügt: Du brauchst dich nicht länger zu bewundern, warum zeigst du mir nicht, wie du mit dem Ding umgehst?

Aber Humor dieser Art war bei Julian nicht gefragt. Die Wirkung war, dass er abschlaffte, und dieses Ende eines schönen Abends wollte sie nicht riskieren. Wie seine Kleider waren sein persönliches Erscheinungsbild und seine Hygiene eine exakte Wissenschaft für sich, und er sorgte dafür, dass er den eigenen Vorgaben in der einmal festgelegten richtigen Reihenfolge treu blieb.

»Ich bin gleich fertig, Darling«, antwortete er und strich mit der rechten Hand über seinen Schaft mit den purpurnen Adern, und der reagierte mit einem kleinen Spritzer salzigen Safts, der aus der pochenden Eichel sprühte.

Endlich zog er das Betttuch zurück und legte sich neben sie.

Trotz der vertrauten Routine begann sie sich zu bewegen, als die Wärme seines Körpers ihrer eigenen begegnete. Sie konnte nicht anders, als darauf zu reagieren. Seine Haut fühlte sich heiß an im Vergleich zu den kühlen Betttüchern aus Baumwolle. Sie spürte die aufkommende Erregung.

Sie murmelte vor Lust, als seine Hände über ihre Brüste strichen. Seine Finger neckten ihre Nippel, sie zogen sie lang, während seine Lippen an ihren Ohren knabberten, über ihren Hals strichen und über die Kehle. Ihr Bauch wurde hart, als sie das heftige Pochen seines Penis spürte, heiß und ein bisschen klebrig von den ersten Säften.

Sie hob ein Bein, dann glitt eine Hand von seinen Rippen über den Bauch. Ihre Finger legten sich um die samtene Zartheit seiner pulsierenden Erektion. Er hielt hörbar die Luft an, als sie das tat, und sie stöhnte auf und stieß ihm ihr Becken entgegen. Es gab so viel, was sie damit anstellen könnte, wenn er sie nur ließe. Aber das tat er nicht.

Mit Julian gab es nur Berühren, kein Schmecken. Er billigte keinen oralen Sex. Sie hatte es einmal versucht, hatte den Mund über ihn gestülpt und ihn so festgehalten, dass er sich nicht dagegen wehren konnte. Danach war er wütend geworden und gegangen, ohne ein Wort zu sagen. Er hatte sie weder zum Abschied geküsst und auch nicht hinterlassen, wann er zurückkäme. Wenn es das war, was er wollte, dann würde es auch nur das sein, was er bekam.

»Darling«, murmelte er an ihrem Ohr. Ein voraussehbares Signal. Wie immer. Sie seufzte und zog eine Grimasse. Ein Lächeln war es nicht. Er ignorierte das.

Sie versuchte, sich nicht missbraucht zu fühlen, als sie sich wie eine dressierte Hündin auf den Rücken legte. Sie zog ihre feuchten Lippen zurück und führte ihn hinein.

Trotz ihrer Gefühle der Frustration musste sie ein lautes, entzücktes Quietschen ausstoßen, als ihre inneren Muskeln den eisenharten Eindringling umspannten. Ihre Hüften begannen sich rhythmisch zu bewegen, sie wurden langsamer, wenn sein Tempo nachließ, und sie ruckten schneller, wenn er schneller wurde.

Sie schloss die Augen und konzentrierte sich auf ihre Bewegungen, hob sich an, um ihm im richtigen Moment zu begegnen, in dem Moment, als sein Hüftknochen gegen ihre schmerzende Klitoris stieß, wodurch ihre Entschlossenheit gestärkt wurde, ihren Orgasmus zu erlangen und nicht unbefriedigt zurückzubleiben.

Im ausgestoßenen Atem ließ sie ihn ihre finale Erleichterung wissen. Ihre Fingernägel gruben sich nur wenig in seine Schultern.

»Bitte, Toni …«

»Tut mir leid, Darling.«

Sie war hinter Atem, aber durch seinen Hinweis auf die scharfen Nägel schien ihre Ekstase fast abgewürgt zu sein. Sie zog die Finger zurück. Julian mochte keinen Makel auf seiner Haut. Julian achtete auf solche Dinge.

Er erhob sich von ihr. Auch so ein Signal. Sie knirschte mit den Zähnen, drehte sich auf die Seite und ging auf die Knie. Sie strich mit den Händen über ihren Bauch und zwischen den Beinen, dann führte sie ihn wieder ein.

Er stieß hart zu, und seine Hoden klatschten gegen ihre inneren Schenkel. Ihre Brüste schwangen vor und zurück wie halb volle Bohnensäcke, als er noch härter in sie hineinstieß. Seine Nägel gruben sich in ihre runden Pobacken, und seine Daumen rieben die Kerbe hinauf und herunter.

Sie schob die Finger ihrer Hände ineinander, denn sie wusste, dass er das Tempo noch einmal erhöhen würde. Im Spiegel an der Wand neben dem Bett sah sie, welches Bild sie abgaben. Sie lag auf allen vieren, er fuhr ein und aus, grabschte hart in ihr Fleisch, den Kopf zurückgeworfen, den Mund weit aufgerissen, und brüllte bei den letzten Stößen wie ein Mann, der Schmerzen leidet.

Nacheinander gingen sie ins Bad. Sie wuschen sich beide, bevor sie sich wieder ins Bett legten.

Eigentlich unnötig, dachte sie, denn sie liebte die glitschige Wärme und den Geruch von Sex, der an ihr haftete. Aber Julian sah das nicht wie sie; er war nicht nur gründlich, er war peinlich penibel.

Er legte einen Arm um sie, und sie kuschelte sich zum Schlafen an ihn. Sie sollte dankbar sein, sagte sie sich. Sie hatte einen guten Job, eine schöne Wohnung und einen netten Kerl, der auch noch die Hälfte ihrer Miete zahlte. Was konnte sie sonst noch erwarten?

Sie verdrängte die Frage, presste ihre Pobacken gegen das weiche Nest aus Haaren, aber sie konnte nicht einschlafen. Sie hatte eine Frage und wollte eine Antwort hören. »Wann sehe ich dich wieder?«

Er zögerte, als müsste er sein mentales Tagebuch erst abfragen.

»Am siebzehnten, glaube ich.«

Zweieinhalb Wochen, dachte sie, und plötzlich fühlte sie eine große Leere. Zweieinhalb Wochen des Wartens. Wie ein Vogel, der in einem gut gepolsterten Käfig sitzt.

»Sie halten dich auf Trab«, murmelte sie und biss sich auf die Lippe, um nicht zu schreien, denn genau danach war ihr jetzt.

»Ja, das kannst du ruhig laut sagen. Ich habe kaum Zeit für mich. Außer, wenn ich bei dir bin, Darling.«

Er küsste ihre Schulter, und sie stöhnte lustvoll. Mit diesem einen Akt hatte er ihre Ängste und Zweifel ausgeräumt. Ja, sie hatte eine Menge, wofür sie dankbar sein musste. Sie hatte seine Zuneigung, auch wenn ihr Sexleben zu selten vorkam. Sie sollte zufrieden sein mit ihrem Sex und ihrem Leben, aber wenn sie ehrlich zu sich war, spürte sie den Mangel. Irgendwo da draußen konnte sie auf höhere Plateaus geführt werden, aber sie kannte dieses Irgendwo nicht.

Am Morgen war er weg. Sie war den ganzen Tag auf der Arbeit. Ein ganzer Tag, und dann konnte sie sich auf einen einsamen Abend freuen. Danach würden weitere folgen. Zweieinhalb Wochen lang. Ihr Leben glitt an ihr vorbei.

Auf Treue hatte Julian nicht bestanden, also hatte sie sich ab und zu die Gelegenheit gegönnt, zu verführen oder verführt zu werden. Es hatte viele Liebhaber gegeben, aber trotzdem fehlte immer etwas. Ich suche das Abenteuer, sagte sie sich eines Abends, nachdem der junge schwarze Mann, den sie verführt hatte, gegangen war. Abenteuer – daran fehlte es ihr. Doch Abenteuer würden warten müssen. Sie war noch mit Julian zusammen, und die alten Gewohnheiten waren schwer zu brechen.

Die Arbeit war noch langweiliger als ihr Privatleben. Sie war sogar viel langweiliger.

»Was hast du denn heute Abend vor?«, fragte Audrey, leitende Angestellte in der Rechtsabteilung.

»Schmale Küche, Singlehaushalt. Julian wird erst in zwei Wochen zurück sein.« Sie dachte an den Sechzehn-Zentimeter-Dildo, den sie in einem Sexshop in der Stadt gekauft hatte, aber sie sagte Audrey nicht, dass er für die Unterhaltung des Abends sorgen würde.

»Du musst dir einen anderen Kerl suchen.«

»Leichter gesagt, als getan«, gab Toni mit einem Seufzer zurück.

Und da stand sie nun, sie starrte auf die kalte rotweiße Packung und von dort auf die offene Klappe der Mikrowelle. War sie dumm, oder war sie dumm? Sie war dumm, dumm und sexhungrig.

Dann klingelte es.

Die Frau, die vor der Tür stand, war eine Fremde. Sie hielt die Hände fest zusammen und hatte einen anklagenden Blick in den Augen.

»Ja?«

Die Frau blinzelte nervös.

»Ich suche eine Miss Yardley.«

Instinktiv wusste Toni, dass etwas passiert war. Wer war diese Frau mit dunklen Haaren, das an den Schläfen grau zu werden begann?

Befangen hob Toni eine Hand und strich damit über die eigenen Haare, die rot waren und bis zur Taille reichten.

»Kann ich Ihnen helfen?«, fragte sie. Offenbar suchte die Frau jemanden und hatte bei ihr geklingelt, um die richtige Adresse zu erfahren. Aber das konnte nicht mehr zutreffen, denn die Frau hatte ihren Nachnamen genannt.

Etwas im Ausdruck der Frau ließ einen Knoten in Tonis Bauch wachsen. Vielleicht lag das am anklagenden Blick der braunen Augen oder auch daran, dass sie nervös am Verschluss der Handtasche fingerte.

»Ich bin hier, um Ihnen zu sagen, Sie sollen die Hände von meinem Ehemann lassen.«

»Was?«

»Sie haben sich meinen Mann geangelt«, fuhr die Frau fort. »Ich bin hier, um Sie zu warnen.« Ihre Stimme klang fest, wenn auch monoton. Es hörte sich so an, als hätte sie die Sätze auswendig gelernt oder als hätte sie gleich lautende Warnungen schon anderen Frauen gegenüber geäußert.

Toni lachte nervös. »Das muss ein Missverständnis sein.«

»Julian«, sagte die Frau. »Julian Bartholomew. Ich habe Beweise dafür.«

Mit zitternden Fingern öffnete sie den Bügel der Handtasche. Toni starrte die Frau offenen Mundes an, als sie etwas herauszog, das wie eine Hotelrechnung und die Kopie der Kreditkartenabrechnung aussah. Sie wedelte die Papiere vor Tonis Gesicht.

Sie erkannte den Namen des Hotels und erinnerte sich an den Anlass. Es war ein besonderes Geburtstagsgeschenk für sie, erinnerte sie sich. Eine Nacht in einem Luxushotel. Mehr Zeit hatte er nicht für sie, hatte er gesagt; er war mit seiner Arbeit verheiratet. Nicht mit einer Frau – das hatte sie wenigstens geglaubt.

Zögernd griff sie nach den beiden Papieren. »Das hat er mir nie gesagt.« Ihre Stimme brach ab, als sie die bekannten Details las. Sie spürte, wie ihre Beine zu zittern begannen.

Die Frau seufzte. »Das sagt er nie.«

»Hören Sie«, sagte Toni, und ihre Stimme wurde brüchig von den Emotionen, »vielleicht wollen Sie hereinkommen und darüber reden.«

Sie trat von der Tür zurück. Ihre Beine fühlten sich wie Pudding an. Die Frau schüttelte den Kopf. »Nein. Ich muss zu meinen Kindern zurück. Sie wissen ja, wie das ist. Jugendklub, Sport und solche Dinge.«

Toni wusste nicht, wie das war. Sie hatte keine Erfahrung damit. Sie kannte nur Julians Körper. Die Frau, die sich unangemeldet bei ihr vorstellte, gab ihr das Gefühl, als stünde sie unter einer Dusche und hätte aus Versehen den Hahn für das kalte Wasser aufgedreht. Sie atmete tief ein.

»Haben Sie ihm gesagt, dass Sie Bescheid wissen?«

»Noch nicht. Er wird nächste Woche von der Plattform zurück sein, aber wie ich seine Routine kenne, wird er zuerst zu Ihnen kommen. Vielleicht können Sie es ihm sagen.«

»Plattform?«, fragte Toni und hob die Augenbrauen. Ihr Leben und ihr Mann brachen weg, und sie sagte sich immer wieder, sie hätte es wissen müssen.

»Ölplattform«, erklärte die Frau. »Da arbeitet er.« Sie hielt inne, und eine Sanftheit trat in ihre Augen. »Ach, Sie Arme, das hat er Ihnen auch nicht gesagt, was?« Sie schüttelte den Kopf.

Toni fühlte sich kalt wie Eis. Sie kam sich wie eine Närrin vor. Diese Frau mit den dunklen, angegrauten Haaren hatte Mitleid mit ihr!

»Also gut, ich werde es Ihnen sagen«, fuhr die Frau fort. »Er ist ein Inspektionsmanager und überprüft die verschiedenen Plattformen in der Nordsee. Er wird gut bezahlt, deshalb kann er sich Sie ja auch erlauben. Aber ich nehme Ihnen das nicht übel. Sie sind nicht die Erste, und Sie werden auch nicht die Letzte sein. Mein Mann hat die Schwäche, dass er Frauen braucht, die ihn bewundern. Ich bin es gewohnt, hinter ihm herzustapfen und seinen Freundinnen die wahre Situation zu schildern. Es ist fast sogar Routine geworden. Welchen Beruf hat er Ihnen gegenüber denn angegeben?«

Toni schluckte ein paarmal. Sie war verlegen, aber sie konnte nicht lügen. »Flugzeugpilot.«

»Das hilft ihm natürlich.« Die Frau seufzte wieder und schüttelte auch wieder den Kopf. »Ich kann es Ihnen nicht verübeln, meine Liebe. Sie konnten es nicht wissen. Er ist nicht wirklich ein großer Fang – weder im Bett noch sonst. Das wird Ihnen ja auch aufgefallen sein. Ich hätte ihn schon längst verlassen, aber wegen der Kinder …«

Als die Frau gegangen war, dachte Toni über das nach, was sie von der Frau erfahren hatte. »Schwein! Schwein! Schwein!«, schrie sie, dann schloss sie die Augen und zählte bis zehn. Aber bis zwanzig wäre besser gewesen.

Sie hatte einen Vorwand gebraucht, um diese Beziehung zu beenden, aber was sie an diesem Abend gehört hatte, wäre ihr nie in den Sinn gekommen. Es war ein Schock, und sie würde lange daran zu knabbern haben, ihn zu überwinden.

Sie brauchte jemanden, der sie tröstete, aber es gab keinen. Sie war allein. Trotzdem, vielleicht brauchte sie ein bisschen Entspannung, um ihr über das Entsetzen hinwegzuhelfen.

Sie zog ihre Kleider aus, legte sich nackt aufs Bett, und während sie die Hände über ihren Körper wandern ließ, stellte sie sich vor, sie würde ihn mit einem jungen Liebhaber betrügen. Das war es, was sie wollte – untreu sein, sie selbst sein und Sex in allen Schattierungen genießen, ohne den Ärger in einer ohnehin bröckelnden Beziehung aushalten zu müssen. Gut, dass sie der jetzigen entfloh.

Ihre eigenen Manipulationen taten ihr besser als seine. Sie rieb die Hände über ihre Nippel, zog sie in die Länge und quetschte sie zwischen Daumen und Zeigefinger. Sie fühlte die samtene Weichheit und die Seide ihrer Haut.

Sie stöhnte, verloren in der eigenen Lust, wie sie es schon an vielen einsamen Abenden getan hatte. Ihre Beine glitten auseinander, als sie mit einer Hand über den Bauch streichelte, und sie gestattete den Fingern, die feuchte Passage zu teilen, durch die goldenen Härchen hindurch und zwischen ihre Schamlippen. Ihre Finger wanderten weiter, und ihre Klitoris floh aus ihrem Versteck, sie erhob sich, um den Fingern zu begegnen.

Mit den Fingerspitzen neckte sie die prächtige Knospe, die zu einer herrlichen Blume barst. Sie stöhnte wieder, und die Hüften bewegten sich träge, während die Beine sich über ihre eigene Hand legten. Ihre Finger tauchten in die Lache mit den heißen Säften, die aus ihrem Körper rannen.

Während ihr Verlangen stieg, griff sie nach dem sechzehn Zentimeter langen Vibrator und schaltete ihn ein.

Ihre Zunge leckte über die Spitze, als wäre sie aus echtem, warmem Fleisch und Blut geschaffen und nicht aus hartem Latex. Sie umspielte die Spitze und ließ ihre Zunge in die winzige Öffnung eindringen, aus der später ein salziger Nektar sprühen würde, als wäre er das Original. Aber dies war Gummi; er war groß und hart, aber echt war er nicht.

Mit den Händen ließ sie den Vibrator wandern. Die Spitze küsste ihre Brüste, kreiste um die Nippel herum und glitt dann tiefer, zum Bauch und von dort zum Nabel.

Sie strich mit ihm über den warmen Schlitz, verharrte bei der Klitoris und fuhr dann weiter zur schmerzenden Vagina.

Langsam drückte sie ihn hinein und labte sich an jedem Zentimeter, den er im feuchten Kanal zurücklegte. Die Vibrationen schickten zitternde Zuckungen der Lust durch ihren Körper.

Mit der freien Hand zwickte sie die Nippel, mit der anderen schob sie den gefühlten Penis tief hinein, damit sich die Sensationen verbreiten konnten. Ihr Körper schüttelte sich in Ekstase.

Sie ließ ihn seine Arbeit tun. Die Außenwände wirbelten in sanften Wellen gegen ihre Knospe der Leidenschaft und hinunter in den empfindsamen Damm.

Beide Hände kosten und massierten die Brüste. Ihre Nippel standen stolz aufrecht; sie lechzten nach den Berührungen eines Mannes, doch sie musste mit ihren eigenen vorliebnehmen. Aber es war gut. Sie stöhnte lauter, als ihre Lust anschwoll. Julian war aus ihren Gedanken verschwunden. Dies war ihr Liebhaber, ihr ganz persönlicher Liebhaber, der sich um sie bemühte, wenn sonst niemand da war.

Ihr Körper bewegte sich jetzt schneller, auf dem Weg zum Orgasmus. Ihr Rücken krümmte sich, und die Hüften bäumten sich auf, als wäre es ein Mann, den sie genoss, und nicht nur ein Spielzeug.

Es dauerte keine Minute mehr, da schrie sie ihren Orgasmus heraus. Die wogenden Wellen der Vibrationen schüttelten ihren Körper durch, und ihre Hüften ruckten im Takt des Vibrators, der so tief in ihr steckte.

Für den Moment war sie gesättigt, aber morgen, schwor sie sich, würde sie das Ding wegwerfen. Von dann an wollte sie nur das Original haben, denn sie hatte das Recht, Sex zu genießen. Sie hatte den Fuß von der Bremse genommen und wollte ihre Vollgasabenteuer erleben.

Am nächsten Morgen machte sie Müll aus seinen Anzügen. Eine gezackte Schneiderschere hinterließ ihre beste Wirkung an seinen Seidenhemden, deren lange Ärmel zu kurzen wurden. Seine Schuhe erwiesen sich als größere Herausforderung, aber auch mit ihnen wurde sie fertig. Vorsichtig und fast liebevoll klebte sie sie Sohle an Sohle mit einem Sekundenkleber zusammen. Krönender Abschluss bildete eine Regenbogenforelle, die sie gestern gekauft hatte und heute in das Fach seiner Unterwäsche legte – zusammen mit dem Inhalt von drei Dosen gebackenen Bohnen in Tomatensauce.

Laut seiner Frau würde er zuerst zu seiner Geliebten gehen. Sie ging von Zimmer zu Zimmer und betrachtete ihr Tagwerk; das Loch im Fernsehgerät, das er vergangenes Jahr gekauft hatte, die zerschmetterten Kristallgläser, deren Scherben sie in die dicken Teppiche getrampelt hatte, der Schaumstoff, der aus den geschlitzten Stühlen quoll, und dann die lebensgroße Zeichnung auf dem Schlafzimmerspiegel – der inkonsequente Umriss eines Mannes mit einem noch inkonsequenteren Anhängsel.

Sie nahm ihren Koffer, warf den Schlüssel auf den Tisch – die Wohnung war auf seinen Namen gemietet – und schloss die Tür hinter sich.

Von der Bushaltestelle führte sie zwei Telefongespräche. Das erste verband sie mit Dodmans, Dearing und Pratt, der Anwaltskanzlei, und dort sagte sie, wohin sie sich ihren Job stecken könnten.

Sie kaufte sich ein Jachtmagazin und eine Tasse Kaffee, dann setzte sie sich in einen roten Plastiksessel des Cafés.

Sie schlug in der Zeitschrift die Kleinanzeigen auf und fand die Überschrift BESATZUNG GESUCHT – KEINE ERFAHRUNG ERFORDERLICH.

Ihr Herz hüpfte in ihrer Brust. Das war genau das, was sie suchte. Sie verfügte über Erfahrung, allerdings war sie seit drei Jahren nicht mehr auf einem Segelboot gewesen. Segeln und eine Seebrise, dachte sie, würden vielleicht die Scham und die Wut hinwegfegen, die sie zu verschlingen drohten.

Einen Moment lang war sie abgelenkt, als ein kleiner Junge einen knallroten Rennwagen im Vorbeigehen über ihren Tisch spurten ließ. Der Junge schaute sie mit seinen großen blauen Augen an.

Sie klemmte sich die Zeitschrift unter den Arm, hob ihren Koffer auf und schleppte ihn in die erstbeste Telefonzelle.

Die Stimme am anderen Ende der Leitung klang höflich und präzise, wenn auch ein wenig distanziert. Er wollte ihren Namen wissen, ihr Alter und welche Erfahrungen sie hatte. Sie sagte ihm alles, was er wissen wollte.

Er legte eine Pause ein, und sie glaubte schon, dass die Leitung zusammengeklappt war. »Antonia«, sagte er, »was für ein Zufall.«

Er fragte sie nach seinem Aussehen.

»Ich bin groß, fast ein Meter siebzig. Man sagt, dass ich gut aussehe. Ich habe rote Haare und grüne Augen.« Sie zwang sich, zuversichtlich zu klingen. Ihre Beschreibung war echt. Männer hatten ihr oft genug gesagt, dass sie gut aussah, und einige Frauen auch. Also musste es wahr sein.

»Rote Haare und grüne Augen. Warten Sie.« Seine Stimme hörte sich plötzlich anders an, dann nahm sie andere Stimmen gedämpft wahr. Offenbar redete er mit jemandem. Als er sich wieder meldete, klang seine Stimme dunkelbraun und wärmer. Er schien mehr Interesse zu haben.

»Das freut mich zu hören«, sagte er. »Tragen Sie Ihre Haare offen?«

»Sehr offen«, antwortete sie und fragte sich, was ihr Aussehen mit dem Segeln einer Jacht zu tun hatte.

»Das ist gut«, sagte die Stimme, »sehr gut.« Er hörte sich so an, als wäre er dabei, sie sich bildlich vorzustellen. »Das klingt so, als wären Sie genau das, was wir suchen. Ihr Aussehen und Ihr Name sind zusätzliche Pluspunkte. Sagen Sie mir noch«, fügte er nach einem nervösen Räuspern hinzu, »was Sie suchen. Was erwarten Sie von so einem Job?«

Toni zögerte. Ja, was war es, wonach sie suchte? »Abenteuer. Ich suche hemmungslose Abenteuer«, rief sie mit einer Begeisterung, die sie selbst überraschte.

»Haben Sie Erfahrungen?«

»Ja.«

»Bleiben Sie einen Moment am Apparat, ja?«

Sie versuchte herauszufinden, was am Ende der Leitung genuschelt wurde. Aber sie konnte nichts verstehen.

»Haben Sie Geld bei sich? Ein Scheckbuch oder eine Kreditkarte?«, fragte die Stimme dann.

»Ja.«

»Gut. Madame Salvatore gewährt Ihnen ein Interview. Wenn Sie einen Flug nach Rom buchen, wird einer unserer Kuriere Sie dort abholen. Bringen Sie die Quittung für den Flug mit, damit wir Ihnen den Betrag erstatten können. Sollten Sie für die Position, die wir besetzen wollen, nicht in Frage kommen, werden wir Ihnen den Rückflug bezahlen.«

»Rom?«, flüsterte sie. Stirnrunzelnd blickte sie noch einmal auf die Anzeige, die sie eingekreist hatte.

»Ja«, antwortete die Stimme. »Rom. Einer unserer Kuriere wird Sie dort erwarten. Dann werden Sie in den Privatjet von Madame Salvatore steigen und auf unsere Insel gebracht. Dort ankert auch unsere Jacht. Sollten Sie akzeptiert werden, wird sie Ihr Arbeitsplatz sein, solange Sie bei Madame Salvatore angestellt sind. Haben Sie alles verstanden?«

»Ja«, flüsterte sie. »Rom. Wann soll ich denn fliegen?«

»Jetzt. Sie hören sich so an, als entsprächen Sie genau den Vorstellungen von Madame Salvatore. Sie braucht Sie so schnell wie möglich.«

Etwas an der Art, wie er das sagte, ließ sie zögern, bevor sie antwortete. Aus dem ›wir‹ war eine ›Sie‹ geworden, und ihre Leistungen sollten wohl eher persönlich sein. Waren ihre Fähigkeiten als Seglerin überhaupt nicht gefragt? Trotzdem hatte sich Toni rasch entschieden.

»Fein, ich fliege nach Rom. Woran werde ich den Kurier erkennen?«

»Sagen Sie mir Ihren Namen.«

»Antonia Yardley.«

»Buchen Sie jetzt gleich den Flug, dann rufen Sie mich zurück und nennen mir die Flugnummer und die Ankunftszeit.«

»Ja, kein Problem.« Sie konnte ihr Glück nicht fassen.

Er gab ihr seine Telefonnummer durch, und sie kritzelte sie auf die Titelseite der Zeitschrift, die sie noch in der Hand hielt. »Ich warte jetzt auf Ihren Rückruf, Miss Yardley. Noch einen schönen Tag wünsche ich.«

»Auch Ihnen einen schönen Tag«, sagte Toni und legte auf. Sie ging das Gespräch noch einmal durch und klopfte mit der flachen Hand gegen die Stirn. Er musste sie für verrückt gehalten haben, und sie kam sich auch verrückt vor. Sie hatte nie die Absicht gehabt, das Land zu verlassen. Sie hatte ein paar schöne freie Tage an der englischen Südküste verbringen wollen, entweder dort oder in der Bretagne. Und jetzt würde es wohl das Mittelmeer sein. Aber wieso hatte sie sich so täuschen lassen?

Sie schlug wieder die Seite mit den Kleinanzeigen auf, fand das Inserat und die eingekreiste Telefonnummer. Dann drückte sie eine Hand vor den Mund. Sie hatte das richtige Inserat angekreuzt, aber die falsche Telefonnummer eingekreist.

BESETZUNG GESUCHT, stand da, aber dann ging es weiter: ERFAHRENE MANNSCHAFT FÜR PRIVATYACHT GESUCHT. WIR GEBEN PRIVATPARTYS. EIGNER IST PERSÖNLICH AN BORD. BEWERBER MÜSSEN ROTHAARIG MIT GRÜNEN AUGEN SEIN.

Die Finger vor ihrem Mund lösten sich, und ihr Herzschlag setzte für einen Moment aus. Mittelmeer. Sonne, Meer und alles, was dazugehört. Ohne es zu wollen, hatte sie wohl die richtige Wahl getroffen. Nach außen lächelte sie, aber innerlich dankte sie dem kleinen Jungen, der sie mit seinem roten Flitzer für einen Moment abgelenkt hatte, deshalb hatte sie die falsche Telefonnummer eingekreist.

Nun, sie wollte Abenteuer erleben, und Abenteuer würde sie wohl auch erleben.

Wer war der Mann?, fragte sie sich. Dieser Privatmann mit seiner Privatjacht, von dem in der Anzeige die Rede war? Und wer war Madame Salvatore, von der ihr Telefongesprächspartner gesprochen hatte?

Es hatte keinen Sinn, Fragen zu stellen, die sie nicht beantworten konnte. Sie hatte sich entschieden. Sie wollte nach Rom fliegen.

Sie musste noch den Flug buchen.

Es dauerte nicht lange, bis sie den Charterflug nach Rom in der Tasche hatte. Zwei Stunden vor dem Abflug rief sie den Mann an, mit dem sie vorher gesprochen hatte. Sie nannte ihm Flugnummer und Ankunftszeit.

Teufel, was hatte sie schon zu verlieren?

Zweites Kapitel

»Hast du gestern Abend wieder von ihr geträumt?«

Philippe Salvatore öffnete die Augen und traf den Blick der blondhaarigen Andrea. Sie kniete zwischen seinen nackten Schenkeln. Ihre eingeölten Schultern glänzten im Sonnenlicht und rieben sich an seinen Oberschenkeln. Wenn er nach unten schaute, konnte er den nackten, gebräunten Po sehen, der ebenso glänzte wie ihre Schultern.

Sie hielt ihren Blick auf ihn gerichtet, während sie auf seine Antwort wartete. Ihre Zunge leckte köstlich seinen weichen Hodensack. Daraufhin begann sein Penis zu zucken und klopfte leicht gegen ihre Stirn.

»Ich habe letzte Nacht gut geschlafen«, sagte er schließlich.

Ja, er hatte gut geschlafen, aber er hatte auch geträumt. Aus irgendeinem Grund wollte er ihr das nicht sagen. Es war sein Traum, sein stetes Entzücken.

Bevor er die Augen schloss, wandte er den Kopf und schaute durch eine Lücke in den schwankenden Palmen und den hellen purpurfarbenen Bougainvillaea, die die breite Sonnenterrasse umgaben. Er nahm sie kaum wahr. Durch die zusammengezogenen Augen und die dunklen Wimpern starrte er auf eine andere Lücke, durch die er einen Teilausschnitt des Meeres sehen konnte, dessen Blau sich zu einem Jadegrün verändert hatte.

Als er die Augen schloss, waren es ihre Augen, die er sah – das Mädchen in seinen Träumen hatte Augen wie die Farben der See und Haare so rot wie die untergehende Sonne.

Es waren eher seine Fantasien als Andreas Fertigkeiten zwischen seinen Schenkeln, die seinen Körper mit einer köstlichen Erregung prickeln ließen. Eine Erregung beinahe nicht von dieser Welt.

In seinem Traum taten sie alles; er für sie und sie für ihn.

Sie war groß, geschmeidig und lieblich. Welche Hemmungen auch immer sie früher mal gehabt haben mochte, hatte sie verloren wie ein lästiges Gepäckstück.

Aber zu seinem Traum gehörte auch ein Albtraum. Gestern Abend erst hatte er in den Tiefen seines Bewusstseins einen geheimen Schrank geöffnet, und darin befand sie sich jetzt, denn er hatte sie dort zurückgelassen. Statt Anzüge und Jacketts, die an der Metallschiene hingen, war nur sie da. Sie lag auf dem Schrankboden, Arme und Beine nach oben gestreckt. Ketten fesselten ihre Hand- und Fußgelenke. Ihr schlanker Körper lag flach, ihre Glieder wurden zur Metallschiene über ihrem Kopf gereckt.

Zitternd beugte er sich zu ihr. Sie konnte ihn nicht sehen, dafür sorgte ihre Kapuze. Sie bestand aus Leder und hatte nur eine Öffnung für ihre Nase. Jeweils ein Metallniet hielt die Augenschlitze geschlossen, und dann hatte die Kapuze noch einen Reißverschluss für den Mund.

Er sah sie zittern vom Luftzug, der durch die offene Tür drang. Obwohl sie ihn weder sehen noch hören konnte, wusste sie, dass er da war.

Er wollte sie befreien und denjenigen töten, der ihr das angetan hatte.

Er versuchte ihr das zu sagen, aber sie schien nicht interessiert zu sein. Das konnte er nicht begreifen. Er musste sie berühren, musste sich verständlich machen.

Sie zitterte wieder, als seine Hände sich um ihre Brüste legten. Unter den Handflächen spürte er, wie die Haut warm wurde und die Nippel sich erregten.

»Ich wollte nicht, dass dir dies zugefügt wird«, sagte er ihr. »Das geht auf Conways Kappe, nicht auf meine. Ich hätte das niemals gewollt.«

Aber sie antwortete nicht. Träge bewegte sich ihr Körper wie eine Welle.

Dann realisierte er plötzlich, dass sie genoss, was mit ihr geschah, und das störte ihn. Conway war dafür verantwortlich, und wie er selbst konnte auch Conway nicht widerstehen.

In seinem Traum ließ er eine Hand auf einer Brust liegen, während er mit der anderen Hand über ihren Bauch strich und durch das goldene Nest ihrer Härchen zwischen ihren Schenkeln fuhr. Sein Finger tauchte tiefer hinab, und er fühlte die zunehmende Feuchtigkeit und das Gewebe, das sich um die Mitte ihrer Leidenschaft wie Blütenblätter rankte. Sein Finger wanderte tiefer, bis er das verborgene Portal gefunden hatte, feucht und warm und auf ihn wartend.

Er stieß den Finger in die schwüle Öffnung hinein und labte sich an seiner Macht und an dem Entzücken, dass er sie genießen konnte – und dass sie es auch genoss.

Jetzt geriet sein Eifer außer Kontrolle. Fleisch schmiegte sich um sein Fleisch, die warmen Lippen saugten, und ihre Zunge verlangte, dass er seine Essenz überlaufen ließ. Sie setzte seine Sinne in Flammen. Er spürte, wie sein Samen hochstieg wie heiße Lava.

Aber wie konnte sie das tun?, fragte er sich. Der Reißverschluss über ihrem Mund war fest verschlossen. Wie also hätte sie ihn derart saugen können?

Das Aufwachen besiegte seinen Traum. Er durchlebte ihn nur noch einmal, und wenn er einen Traum wiederholte, konnte er seinen Ablauf bestimmen und Fantasien mit der Wahrheit vermengen.

In seinem Traum schaute er in ihr Gesicht. Die Maske war nicht mehr da. Ihre roten Haare lagen wie ein strahlender Heiligenschein um ihren Kopf, und ihre Augen waren so tief wie das Meer. Ihr Mund, warm und breit und sinnlich, hatte seinen pochenden Schaft fest umschlossen.

Ekstatische Schreie durchstießen die Stille, als er sich in den willigen Mund Andreas ergoss, die immer noch zwischen seinen Schenkeln kniete.

Andrea hatte goldene Haare, keine roten, rief er sich in Erinnerung. Und ihre Augen waren blau und nicht grün. Erst als er sich damit abgefunden hatte, öffnete er die Augen.

»Dank dir, meine Liebe. Säubere mich jetzt.«

Er sagte ihr nicht, dass er einen Essenstermin hatte, zu dem er erfrischt und pünktlich sein wollte. Sie brauchte das nicht zu wissen. Ihre Aufgabe war zu gehorchen.

»Aber was ist mit mir?«, fragte sie mit fast kindlichem Trotz. »Was ist mit meiner Befriedigung?«

Sie stand jetzt aufrecht zwischen seinen Beinen, nackt und schön gleichmäßig gebräunt. Die blonden Haare, die ihren Kopf schmückten und wie ein Pfeil zwischen die Schenkel zeigten, waren fast weiß. Sie hatte die Hände um ihre Brüste gelegt, während die Daumen leicht über die Nippel glitten. Dann strich sie mit einer Hand über den Bauch und zwischen die geöffneten Beine.

Philippe seufzte. Er hatte nicht die Absicht, ihr irgendeinen Gefallen zu erweisen. Obwohl er gerade erst seinen Höhepunkt erlebt hatte, hingen die Gedanken seinem Traum nach.

»Unterhalte mich«, befahl er. »Zeige mir, wie du es dir selbst besorgst.« Er legte sich auf die blaugoldenen Kissen des Liegestuhls. »Stell dich dahin.« Er zeigte auf das Kopfteil der Liege.

Lächelnd und wie immer bereit, ihm zu Willen zu sein, befolgte Andrea seine Anweisungen. Sie stieß das Becken vor, sodass ihr Schamhügel gerade mal eine Handbreit von Philippes Gesicht entfernt war.

Er stützte den Kopf mit einer Hand und schaute zu, wie Andrea die Fingerspitzen über den herausgestreckten Hügel und um die pulsierende Klitoris tanzen ließ. Mit der anderen Hand umfasste sie eine schöne runde Brust. Lächelnd manipulierte sie den Nippel zwischen Finger und Daumen.

Zwischen den kurz geschorenen Schamhaaren konnte Philippe die rot lackierten Fingernägel sehen, die langsam in die Spalte eintauchten. Pink und glänzend ließ sich die Klitoris zwischen den Labien sehen.

Philippe genoss die private Schau, völlig hemmungslos ausgeführt, nur für ihn gedacht. Während sie die Hüften schwenkte und von den eigenen Behandlungen zu stöhnen begann, konzentrierte er seine Blicke auf die seidig glänzenden Schenkel und den Spalt dazwischen. Auf der bronzenen Haut waren die roten Fingernägel der einzige Farbpunkt, abgesehen von der pinkfarbenen Öffnung.

Ihre Finger verschwanden. Nur der Daumennagel blieb in Philippes Blickfeld.

Ihr Stöhnen wurde lauter, als die eigenen Finger in die Vagina eindrangen. Das Schwenken ihrer Hüften verstärkte sich, während der Daumen im gleichen Tempo über die geschwollene Klitoris strich.

Er schaute nicht auf die Hand, die ihre Brust umschmeichelte. Stattdessen war er fasziniert von den Rucken, die ihren Körper in Schwingungen versetzten. Ihre Bewegungen verdoppelten sich und wurden von lang gezogenen Stöhnlauten begleitet, dann kamen Lust und Vorstellung zum unvermeidbaren Ende.

»Hat dir das gefallen?«, fragte sie ihn, bückte sich und küsste ihn auf die Stirn, auf Nase und Mund. Ihre Haare fielen wie ein dichter Vorhang über beide Gesichter. Ihre Brüste pendelten einladend vor seinem Mund, aber sie blieben ungeküsst und unberührt, und Andrea sah enttäuscht aus.

»Es war eine löbliche Darbietung, meine Liebe. Aber jetzt willst du mich säubern, bitte.«

Scheinbar dankbar für das Lob, lächelte sie. Auf hochhackigen Sandalen aus Kork und Wildleder in der Farbe gestoßener Erdbeeren ging sie hinüber zu einem Halbkreis aus blauen Delfter Fliesen. Man konnte glauben, dass dort ein Brunnen stand, aber in Wirklichkeit war es ein nützlicher Wasseranschluss unter freiem Himmel.

Die ganze Anlage war wie ein Brunnen aufgebaut. Glänzende grüne Blätter hingen an den Ästen, die sich zum Halbkreis bogen, und in der Mitte standen zwei Delfine aus Bronze beinahe auf den Köpfen.

Andrea ging nicht in die Hocke, sondern bückte sich tief hinunter, damit Philippe die blonden Härchen zwischen ihren Schenkeln sehen konnte. Sie drückte auf einer der Delfine, und ein Schwall Wasser füllte die blaue Porzellanschüssel, die sie darunterhielt. Die Schüssel strahlte in einem sehr dunklen Blau, und die Zitrone, die durchs Wasser flutete, war sehr gelb.

Wie zuvor schon kniete sie sich erneut zwischen seine geöffneten Schenkel. Sie stellte die Schüssel vor sich auf den Boden, dann bückte sie sich, diesmal noch tiefer, und saugte den Mund voll Wasser. In den Händen hielt sie ein Badetuch.

Sie richtete sich auf und stülpte den Mund über seinen Penis. Ein wenig Wasser tröpfelte in seine Schamhaare und über die Hoden. Sie trocknete ihn ab, dann wiederholte sie die Prozedur noch zweimal. Erst als der ganze Bereich nass genug war, wusch sie ihn mit der Seife.

Sie arbeitete mit träger Präzision, schäumte das jetzt erschlaffte Glied ein, rieb den herb-süßlichen Duft des Schaums in seine Schamhaare, über den runzligen Hodensack und in die Falten seiner Lenden.

Mit großer Konzentration ging sie vor. Ihr Atem kam schneller, während sie hoffte, dass er wenigstens einmal seine frühere Härte wiedergewann, dann konnte er sie in jeder nur erdenklichen Position vornehmen, wenn sie nur sein Organ wieder in ihrem Körper spüren könnte, egal, in welcher Öffnung, solange es nicht wieder ihr Mund war.

Dieses Mal hielt er die Augen offen. Er schaute ihr zu, vielleicht mit einem Anflug von Ungeduld. Er wollte, dass sie mit der Waschung endlich fertig wurde, damit er gehen konnte. Sein Terminplan hatte natürlich nichts mit ihr zu tun, aber er wusste, dass es sie verlangte, mehr Raum in seinem Leben einzunehmen, vielleicht sogar in seinen Träumen.

Sie wiederholte den Vorgang, den Mund voll Wasser zu saugen, aber diesmal benutzte sie das Wasser, um den Schaum wegzuwaschen. Mit dem Badetuch komplettierte sie den Auftrag. Liebevoll und mit unheiliger Verehrung tupfte sie das ruhende Glied ab, den schweren Beutel darunter und die dunklen kurzen Haare, die seine Männlichkeit wie ein dichter Wald umgaben.

Schließlich war ihre Arbeit beendet. Philippe erhob sich aus seiner legeren Position, in der er seit dem Frühstück gelegen hatte. Sie nahm die Gelegenheit wahr, ihre Neugier zu stillen.

»Du hast meine Frage noch nicht beantwortet, Philippe«, sagte sie so süß sie konnte.

Er streckte die Arme über den Kopf und schaute Andrea von der Seite an. Die Haare unter seinen Armen waren so dunkel wie die auf seinem Kopf. Gespannte Muskeln bebten unter der gebräunten Haut, als er sich streckte. Er hatte kein überflüssiges Fett. Und auch keine Zeit für überflüssige Fragen.

»Wegen meines Traums?«

»Ja. Du träumst immer den gleichen Traum, hast du mir mal gesagt.«

»Warum fragst du mich überhaupt, wenn du die Antwort schon kennst?«

»Ich wollte es nur wissen. Ich wollte dir helfen, sie zu vergessen. Das kann ich. Du weißt, dass ich es kann.« Sie warf sich vor seine Füße, drückte die Hände auf seine Schenkel und küsste zart die rote Eichel.

Philippe blickte auf sie hinab. Andrea weigerte sich, die Verachtung in seinen Augen zu sehen, und sie weigerte sich auch zu glauben, dass ein Mann wie er sich von einem Traum tyrannisieren ließ.

Sein Gesicht entspannte sich, aber freundlicher wurde es nicht. »Sie muss aus meinen Gedanken geprügelt werden, aus meiner Seele.« Er zog an ihren Haaren und lächelte. Seine Finger griffen fester zu.

»Willst du mir helfen, sie aus meinen Gedanken zu prügeln, Andrea?«

»Ja«, flüsterte sie. Sie schaute bewundernd zu ihm auf, obwohl sein Griff in ihre Haare Tränen in ihre Augen brachte. »Ja, das will ich, das will ich!«

Philippe lächelte boshaft und schaute hinaus aufs Meer, bevor er den Blick auf den weißen Stein der Brüstung richtete. »Beuge dich über die Mauer – genau an dieser Stelle«, sagte er und zeigte auf eine Lücke im Laubwerk, die den Blick auf die blauen und grünen Wellen der See freigab.

Sie wollte sich aufrichten, aber seine Hand hielt sie fest. »Ich will nicht, dass du hingehst. Ich will, dass du kriechst.«

Sie zögerte nur kurz. Andrea würde alles für diesen Mann tun, auch wenn sie nur die zweite Geige neben einer Frau aus seinem Traum spielen konnte. Diese Frau war real, auch wenn sie nicht real war. Es hatte sie schon in der Vergangenheit gegeben und jetzt auch in der Gegenwart.

Sie gehorchte. Ihre Brüste schwangen leicht, als sie auf allen vieren über die warmen Fliesen der Terrasse kroch. Als sie die Brüstung erreichte, erhob sie sich und beugte sich über das raue Mauerwerk. Ihr Po war hoch erhoben, der Torso hing tief. Der weiche Bauch wurde gegen den scheuernden, warmen weißen Stein gedrückt. Ihre Brüste hingen auf der anderen Seite nach unten, und ihre Hände hielten sich darunter an schroffen Steinen fest.

»Öffne deine Beine etwas weiter.«

Sie befolgte seine Anweisung. Die Sonne brannte auf ihren Po. Auch ihr Gesicht war warm, aber die Haare schützten es wie eine Gardine.

Philippes Stirn legte sich in Falten, als er den runden, von der Sonne gebräunten Po sah, der sich so schön in die Luft reckte – nur zu seiner Lust. In der Vergangenheit, die noch gar nicht so lange zurücklag, hätte er die Begierde gespürt, diese birnenförmigen Rundungen zu teilen und seinen Schaft in ihre engste Öffnung zu stecken. Zuerst hätte er ihn in ihrer Pussy getränkt. Aber danach war ihm nicht zumute, und nicht nur wegen des Orgasmus, der noch nicht lange vorbei war. Potenz war nicht das Problem. Was er fühlte, war Verdruss. Und aus diesem Verdruss war das Verlangen erwachsen, zu erniedrigen. Und dafür war Andrea ein williges Opfer.

»Halt deine Backen auseinander. Ich will die kleine Öffnung sehen.«

Sie musste mit dem Bauch über der Brüstung balancieren, denn nun konnte sie sich nicht mehr mit den Händen festhalten. Andrea griff hinter sich und befolgte seine Anweisung. Ihre langen roten Nägel schabten über ihre Haut, als sie die Backen auseinanderzog. Die runzlige Öffnung ihres Anus war deutlich zu sehen, braun und pink.

Ihre Bauchmuskeln spannten sich, ihre Pobacken auch. Würde er sie da nehmen wollen? Schon der Gedanke ließ sie vor freudiger Erwartung zittern, auch wenn sie ein bisschen Angst davor hatte. Trotzdem, sie sehnte sich danach, dass er sie auf diese Weise nahm. Alles, nur nicht mehr mit dem Mund.

Sie hörte, wie neben ihr ein Zweig abgebrochen wurde.

Philippe stand hinter ihr und entlaubte den gertenähnlichen Zweig, er ließ nur am oberen Ende drei oder vier Blätter übrig. Er besah sich die Gerte zufrieden und befühlte die lederartige Weichheit der Blätter. Dann wandte er sich an Andrea.

»Noch ein bisschen weiter.«

Andrea zog die Pobacken so weit auseinander, wie sie konnte.

»Das ist besser.« Philippe strich mit den Blättern in die Kerbe und löste einen Kitzel bei ihr aus. Instinktiv zogen sich die Backen zusammen. »Halte sie auseinander«, forderte er und strich mit der Gerte nacheinander über die Backen.

Sie biss sich auf die Lippen, denn die Hitze in ihrer Pussy war jetzt so intensiv wie die Hitze ihres Gesichts. Aber sie gehorchte; sie war für alles bereit, was er ihr zugedacht hatte.

Sie hörte das Schwirren der biegsamen Gerte, bevor sie auf ihrem Fleisch landete. Als er sie traf, schrie sie auf. Er hatte auf ihre kleine Öffnung gezielt und auch getroffen. Das Brennen hielt einige Sekunden an. Sie spürte, wie ihre Säfte aus der Vagina rannen; kleine silbrige Perlen, die sich in ihren blonden Härchen verfingen.

Er bedachte sie noch mit drei weiteren Schlägen, bis sie halb schluchzte, halb stöhnte vor Ekstase. Ihre verengten Augen blickten hinaus auf die grüne Weite des Meeres. Sie nahm die Hände von ihrem Po und hielt sich wieder an den schroffen Steinen der Brüstung fest, denn sie hatte Angst, dass sie kopfüber fallen würde.

»Was für eine heiße, enge Kerbe«, sagte Philippe und strich mit den Händen über den Po, als wollte er das Resultat seiner Behandlung ertasten. »Und nun«, fügte er hinzu, »werde ich dich noch ein bisschen heißer machen. Dein Hintern wird so rot sein, dass er einem Sonnenuntergang gleichkommt, jener wunderbare Augenblick, wenn die Sonne blutrot im Meer versinkt.«

Andrea stützte sich ab. Der erste Schlag traf beide Backen. Die Gerte war lang genug dafür. Ihr Po brannte zuerst, dann ging das Brennen in ein Prickeln über – der Schmerz war zuerst da, dann folgte die Lust.

Als die Intensität und die Hitze auf ihrem Po zunahmen, veränderte Andrea ihre Position; ihr Po bewegte sich unter den herabregnenden Hieben. Auf diese Weise verteilten sich die Schläge auch auf die Stellen, die bisher noch nicht das Brennen und Prickeln gespürt hatten, und die Stellen, die bisher die meisten Hiebe hatten einstecken müssen, wurden geschont.

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