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Die Wanderschriftsteller

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„Auf unseren Reisen werden die Ideen für unsere Bücher erst ­richtig lebendig. Eine Vorstellung von der Geschichte haben wir zwar schon zuvor, aber die echten Inhalte entwickeln sich erst währenddessen. Es ist, als ob die Ideen dann im Wohnwagen zu uns kommen und plötzlich vor uns stehen. Wir brauchen eigentlich nur einen ganz großen Korb hinzustellen, und die Ideen kommen wie Gold­taler vom Himmel.“

 

Iny Klocke

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1. Wie alles begann

Den Beginn muss jeder bewältigen, wenn er etwas Neues starten will, sei es nun eine Reise oder ein Buch. Fangen wir also mit uns an. Wir heißen Iny Klocke und Elmar Wohlrath und sind seit vielen Jahren ein Paar – als Eheleute und als Schriftsteller. Bekannt geworden sind wir unter unserem gemeinsamen Pseudonym Iny Lorentz, und unser Erfolg begann mit einer jungen Frau namens Marie, die es als „Die Wanderhure“ auf die Bestsellerlisten, auf Fernsehbildschirme und auf Theaterbühnen geschafft hat. Ohne diesen Roman und die darauf folgenden wären wir nicht das, was wir heute sind. Doch damit haben wir bereits weit vorausgegriffen.

Iny wurde in Köln geboren und wuchs im Vorort Ostheim auf, auf der sogenannten Schäl Sick, der rechten Rheinseite. Damals grenzte der Ortsteil noch an weite Felder und Wiesen, auf denen Iny schon als Kind Hunde spazieren führte. Hunde waren ein bestimmendes Element in Inys Leben, denn ihre Familie züchtete Deutsche Boxer. Schon früh lernte sie, mit den kräftigen Tieren umzugehen und diesen zu zeigen, wer der Chef ist. Folgerichtig jobbte sie als Tierpflegerin und absolvierte eine Lehre als Arzthelferin. Später holte sie auf dem Abendgymnasium das Abitur nach, kam zur EDV und wurde Organisationsprogrammiererin in einem großen Münchner Versicherungskonzern.

Elmar stammt aus dem kleinen Ort Birkenfeld im damaligen Landkreis Hofheim in Unterfranken, wo seine Eltern einen Bauernhof gepachtet hatten. Später zog die Familie ins südliche Bayern auf einen eigenen Hof. Tiere sind also auch aus Elmars Leben nicht wegzudenken. Eine landwirtschaftliche Lehre brach er ab und ließ sich zum Mess- und Regelmechaniker umschulen, wobei er viele Jahre lang als Nebenerwerbslandwirt tätig blieb. Auch wenn zu jener Zeit nichts darauf hinwies, dass sich unsere Wege einmal kreuzen würden, verband uns schon damals die Liebe zu den Büchern – und das nicht gerade zur Begeisterung unserer Familien. So hatten wir mit ähnlichen Vorbehalten zu kämpfen, als wir tatsächlich beide mit etwa zwölf Jahren den Wunsch zum Schreiben verspürten. Erste Skizzen und Geschichten wanderten aufs Papier. Die Abenteuer unserer Fantasie schützten uns vor den Kränkungen im realen Leben, die lange nicht nachließen. So wurde Elmar, selbst als er bereits erste Erfolge aufweisen konnte, von einem Familienmitglied geraten, doch besser Regale im Supermarkt einzuräumen, als sich im Schreiben zu versuchen.

Während Iny als Jugendliche den Bücherbus der Stadt Köln plünderte, wurde Elmar von seiner Religionslehrerin mit unterschiedlichster Literatur versorgt. Das war ein Segen, denn das eigene Taschengeld reichte nur für ein Romanheft pro Woche. In jener Zeit kämpften Amerika und die Sowjetunion um die Vorherrschaft im Weltall, und wir beide gerieten unabhängig voneinander in den Bann der aufblühenden Science-Fiction-Literatur.

Elmar schloss sich einem kleinen dieser deutschlandweiten gut vernetzten SF-Clubs an und lernte früh nicht nur begeisterte Fans, sondern auch renommierte Autoren wie Walter Ernsting, einen der Gründerväter der Perry-Rhodan-Serie, und Wissenschaftler wie Professor Winfried Petri kennen.

Ehrgeizig, wie er war, nutzte Elmar die Clubmagazine, um seine Geschichten zu veröffentlichen und sich dabei ständig im Schreiben zu verbessern. Vor allem Walter Ernsting, der früh Elmars Talent als Schriftsteller erkannte, hat er wertvolle Tipps zu verdanken.

Das Schicksal wollte es, dass sich Iny, die damals noch in Köln lebte, ausgerechnet Elmars Fantasy-Club anschloss. Wir lernten einander kennen, wenn auch zunächst nur brieflich. Über anderthalb Jahre standen wir in einem immer enger werdenden Briefkontakt. Ging es anfangs um den Club, um Bücher und unsere eigenen Kurzgeschichten, so wurde unser Austausch im Lauf der Monate immer persönlicher.