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Die Unsichtbaren – Das Geheimnis von Misty Bay

Über den Autor

Giovanni Del Ponte, geb. 1965 in Turin, ist comic- und filmbegeistert und arbeitete lange Zeit vor allem als Regisseur von Independent-Filmen, später auch fantastischen. Er hat Literatur studiert. »Die Unsichtbaren« ist sein erstes Buchprojekt. Der 3. Band der Serie wurde 2005 mit dem Preis »Giovanni Arpino« ausgezeichnet.

Giovanni Del Ponte

DIE
UNSICHTBAREN

Das Geheimnis von Misty Bay

Aus dem Italienischen von
Ingrid Ickler

BASTEI ENTERTAINMENT

Personen

Douglas, 12 Jahre:

Ein etwas übergewichtiger, schwerfälliger und nicht gerade mutiger Junge, der aber ein Herz aus Gold hat. Er hat einen ausgeprägten Sinn für Humor und liebt bissige Kommentare. In seiner Freizeit liest er am liebsten Comics. Seine Mutter ist gestorben, als er noch ganz klein war, deshalb lebt er bei seinem Vater, der berufsbedingt oft umziehen muss. Dadurch fällt es Douglas schwer, Freunde zu finden.

Douglas ist eine Pforte. Ohne es zu wollen, kann er Schneisen durch Zeit und Raum, ja sogar zwischen Leben und Tod schlagen.

Crystal, 12 Jahre:

Sie ist die Anführerin der Bande und für ihr Alter schon sehr erwachsen. Crystal ist ungestüm, lebhaft und burschikos, sie stürzt sich, ohne nachzudenken, in jedes Abenteuer. Da sie beide Eltern verloren hat, wächst sie bei ihrer Großmutter auf, die früher ein Mitglied der alten Unsichtbaren war. Sie hat Crystal beigebracht, ihre besondere Gabe zu nutzen, die Telepathie: Das Mädchen kann die Gefühle und Gedanken seiner Umwelt »lesen«.

Peter, 12 Jahre:

Er hat keine außergewöhnlichen Fähigkeiten, trägt eine Brille und ist ziemlich schüchtern, aber sehr intelligent – besonders, wenn es darum geht, Rätsel zu lösen. Seine Eltern sind streng und zwingen ihn, für sein Alter unpassende Kleidung zu tragen, was ihn, zusammen mit seiner gewählten Sprache, in Misty Bay zum Außenseiter macht. Er liebt Tiere, vor allem Katzen, aber seine Eltern wollen keine Tiere im Haus.

Kendred Halloway, oder auch Onkel Ken:

Er war Mitglied der alten Unsichtbaren, genau wie Crystals Großmutter. Er ist ein Menschenfreund und ein großer Träumer. Kendred hat die Bibliothek von Misty Bay gegründet, die er auch leitet. Seine Frau heißt Hettie.

Tante Hettie:

Onkel Kens Frau, rundlich und lebensfroh, wirkt auf den ersten Blick viel naiver, als sie eigentlich ist. Sie ist eine hervorragende Köchin.

Robert Kershaw, auch der »Spürhund« genannt:

Ein undurchsichtiger und zu allem entschlossener Journalist, der nach Misty Bay kommt, um einer rätselhaften Kinderbande auf die Spur zu kommen, die sich die »Unsichtbaren« nennt und seit etwa zehn Jahren überall in den USA auftaucht, um Kindern in Not zu helfen und dann wieder spurlos zu verschwinden.

Damon Knight:

Anführer der alten Unsichtbaren, der einen Großteil seines Lebens in Südafrika verbracht hat, wo er ein Vermögen gemacht hat.

Angus Scrimm:

Zur Zeit der alten Unsichtbaren war er Bürgermeister von Misty Bay. Tatsächlich war er ein Zauberer, der Kinder entführt hat, um sie in einem Blutritus zu opfern, der ihn zum Mächtigsten aller Zauberer machen sollte. Jetzt deutet alles darauf hin, dass er zurückgekehrt ist …

Die alten Unsichtbaren

Damon

Devlin

Greta

Ken (in der Gegenwart Douglas’ Onkel)

Mark

Susan (in der Gegenwart Crystals Großmutter)

Prolog

Der Raum lag im Dämmerlicht. Die Luft war feucht und roch nach Moder.

Der Alte stellte das Schachbrett auf den mit einer dicken Staubschicht bedeckten Tisch. Es war kein richtiges Schachbrett, sondern der alte Deckel einer Kiste. Der Mann hatte mit einem scharfen Gegenstand gekreuzte Linien eingeritzt und jedes zweite Feld mit einem Stück Kohle geschwärzt.

Er legte kleine Kieselsteine auf die Felder, die vor seinen Augen die Gestalt von Schachfiguren annahmen. Die Figuren waren vollzählig, und man hätte zu spielen beginnen können. Er seufzte tief. So lange hatte er gewartet, und endlich war es so weit.

Der Alte genoss den Moment, der ihn vom ersten Zug trennte. Noch einmal ließ er seinen Blick durch den engen, düsteren Raum schweifen, der von Menschenhand in den Fels geschlagen worden war. Dann streckte er die Hand aus und griff nach einer Figur. Und machte den ersten Zug.

1
 
Die Unsichtbaren

Angus Scrimms alte Villa erhob sich majestätisch über dem Felssporn. Die sternenklare Nacht war lau. Alles schien ruhig und friedlich.

Doch der Schein trog. In diesem Haus wurden in einem unterirdischen Verlies drei Kinder gefangen gehalten, auf die ein schreckliches Schicksal wartete. Schrecklicher, als sie es sich in ihren schlimmsten Albträumen hätten ausmalen können. Anfangs hatten sie noch versucht zu fliehen und laut um Hilfe gerufen. Doch niemand hatte sie gehört. Niemand konnte ihnen helfen. Kein Erwachsener jedenfalls.

»Unsichtbare, seid ihr dabei?«, flüsterte Damon, der dreizehnjährige Anführer der Bande der Unsichtbaren, der sich hinter einem Busch auf der Rückseite des Hauses versteckt hatte.

Er schien ganz allein zu sein, weit und breit war keine Menschenseele zu sehen, und doch erhielt er Antworten. Aus dem angrenzenden Gestrüpp drangen gedämpfte Laute.

»Greta ist dabei!«

»Mark ist dabei!«

»Ken ist dabei!«

»Devlin ist dabei!«

»Susan ist dabei!«

»Gut«, sagte Damon. »Die Lage ist folgendermaßen: Wir sind die einzige Hoffnung für diese Kinder. Scrimm ist ein gefährlicher Gegner, aber wenn wir überfallartig angreifen, wird es ihm wohl kaum gelingen, uns aufzuhalten, zumindest nicht alle. Wenn sich einer schnappen lässt, dann ist das sein Problem, klar? Der erste, der durchkommt, befreit die Kinder, flieht mit ihnen aufs Polizeirevier und erzählt alles. Auf mein Kommando: eins … zwei …«

Damon hielt plötzlich inne, er zögerte noch. Diese Aufgabe war anders als sonst, diesmal schwebten sie wirklich in Gefahr. Wer sich schnappen ließ, den erwartete ein noch schlimmeres Schicksal als die Kinder im Verlies, und die Verantwortung dafür läge allein bei ihm. Trotzdem gab es jetzt kein Zurück mehr. Scrimm war kein Dummkopf, er hatte bestimmt längst gemerkt, dass sie da waren. In Nullkommanichts würde er herausfinden, wer sie waren und wo sie wohnten, und dann würde er sie holen, einen nach dem anderen … Nein, es gab kein Zurück mehr.

»Drei!«, flüsterte er schließlich.

Er konnte nicht ahnen, dass dieses eine Wort ihr Leben verändern sollte.

Ohne zu zögern, sprangen Greta, Mark, Ken, Devlin und Susan auf und schwärmten aus, jeder suchte einen eigenen Weg, um in Scrimms Villa einzudringen. Sie wussten genau, dass einige von ihnen es nicht schaffen würden, aber sie waren zu allem bereit. Das Schicksal der drei Kinder lag in ihren Händen.

Greta war als Erste am Haus. Sie strich sich eine schwarze Haarsträhne aus der Stirn und lugte durch ein Fenster hinein. Niemand war zu sehen.

Du bist dir deiner Sache sehr sicher, oder, Scrimm? Von dieser Nacht an wird sich das ändern, dachte das Mädchen und kletterte durch das angelehnte Fenster ins Haus.

Mark schlich sich zum Hintereingang. Der Baseballschläger, den er umklammert hielt, beruhigte ihn ein bisschen. Er drehte den Türknauf … und die Tür sprang auf!

Zu einfach, dachte er. Entweder ist Scrimm ein Vollidiot, oder er erwartet uns bereits.

Als er das finstere Haus betrat, kam ihm ein weiterer Gedanke. Was wäre, wenn Scrimm überhaupt keine Angst vor Eindringlingen hatte? Die wenigen, die es bisher versucht hatten, waren jämmerlich gescheitert; von einigen hieß es, sie hätten den Verstand verloren, nachdem sie bei ihm eingebrochen waren! Damon befürchtete sogar, dass Scrimm die Polizei kontrollierte.

Aber mit einer Bande von Kindern hatte er bestimmt nicht gerechnet …

Ken hatte schon von Weitem das längliche, ebenerdige Kellerfenster ausgemacht, durch das sich die unterirdischen Räume lüften ließen. In einem von ihnen müssten die Kinder eigentlich sein. Das Fenster war verschlossen. Er nahm einen Stein und wickelte ihn in seinen Anorak, um das Geräusch zu dämpfen. Plötzlich bewegte sich etwas hinter ihm … Damon, es war nur Damon. Offensichtlich hatte er die gleiche Idee gehabt, umso besser. Ein kaum hörbares Splittern, und sie waren drin.

Devlin wusste nicht recht, was er tun sollte. Er hatte beobachtet, dass die anderen ganz leicht ins Haus gekommen waren. Vielleicht zu leicht? Seltsam. Konnte das eine Falle sein? Obwohl aus dem Inneren kein Geräusch nach außen drang, war es gut möglich, dass seine Freunde gefasst worden waren und dieses Schicksal auch ihm drohte. Vielleicht wäre es am besten, noch ein paar Minuten zu warten, die anderen suchen zu lassen und ihnen zu Hilfe zu eilen, falls sie Unterstützung brauchen sollten. Ja, besser noch warten. Ein guter Plan. Hier draußen war er in Sicherheit.

Susan hatte bemerkt, dass Devlin zurückgeblieben war. Einen Augenblick hatte sie überlegt zu fragen, was mit ihm los war, aber dann entschied sie sich anders. Wenn er sich draußen sicherer fühlte, sollte er besser dort bleiben, sonst würde er sie nur in Schwierigkeiten bringen. Sie wählte einen anderen Weg als Greta und ging zu einem offen stehenden Fenster an der Seitenfront des Hauses. Warum nur hatte Scrimm Fenster und Türen offen gelassen? Kein gutes Zeichen … Was, wenn die Kinder längst tot waren? Nein, daran durfte sie jetzt nicht denken. Sie musste versuchen, sich zu konzentrieren. Und ihre zitternden Beine überzeugen, endlich Ruhe zu geben!

Greta tastete sich langsam im Dunkeln vorwärts, das bleiche Mondlicht erhellte das Zimmer nur spärlich. Ganz kurz flammte Wut in ihr auf. Warum hatte Damon befohlen, nicht einmal ein Feuerzeug mitzunehmen? Doch dann hörte sie ein Knarren aus dem Flur und begriff, dass er recht gehabt hatte: Im Schutz der Dunkelheit war sie sicher, nichts verriet ihre Anwesenheit. Wenn sie jetzt stocksteif stehen bliebe …

»Oho, was haben wir denn da?«

War das Scrimms Stimme? Sie wusste es nicht. Auf alle Fälle klang die Stimme höhnisch und boshaft. Ihr Herz schlug zum Zerspringen, während die Schritte im Flur immer näher kamen. Sie wollte zum Fenster zurück, aber es ging nicht, die Entfernung war zu groß. Außerdem hätte sie an der Tür zum Flur vorbeigemusst, und das traute sie sich nicht. Sie traute sich nicht!

»Komm schon, mein Täubchen, komm zu Onkel Angus. Ich werde dir nichts tun …«

Verzweifelt sah sie sich um. Ob sie um Hilfe rufen sollte? Aber dann würde sie auch ihre Freunde in Gefahr bringen. Ihre Hand glitt zu dem Klappmesser, das Damon ihr gegeben hatte, ihr eines und Susan eines. »Die beiden Messer bekommen die Mädchen, dann fühlen sie sich sicherer«, hatte er gesagt.

Plötzlich erkannte sie am anderen Ende des Zimmers eine zweite Tür. Sie nahm allen Mut zusammen und ging darauf zu.

Mark tastete sich gerade durch einen Raum, wahrscheinlich das Esszimmer, als er einen Schatten bemerkte, der hinter den großen Tisch schlüpfte.

»Hey, Freunde«, flüsterte er und umklammerte mit schweißnassen Händen den Baseballschläger noch fester, »seid ihr das?«

Keine Antwort, nur ein Röcheln war zu hören.

Von der Stelle, wo er den Schatten gesehen hatte, war jetzt ein Knurren zu hören, das Knurren eines wilden Tieres.

»Ohgottohgottohgott …«, murmelte Mark. Auf einmal erschien ihm der Baseballschläger gar nicht mehr so beruhigend. Er stürzte auf die Tür zu, durch die er hereingekommen war. Ein Flur, ein weiteres Zimmer, wieder ein Flur. Das Kratzen der Krallen auf dem Holzfußboden verriet, dass ihm das Tier dicht auf den Fersen war.

Keine Angst, du hast es schon fast geschafft, machte er sich Mut. Hinter der Ecke biegst du ab, dann rennst du im Zickzack davon und hängst die Bestie ab.

Das Tier hatte ihn fast erreicht. Es riss einen Stuhl um, dann prallte es gegen den Türpfosten: Es musste riesig sein.

Nein! Hier gab es gar keinen Ausgang! Er musste den falschen Flur genommen haben. Mark rannte weiter und begann zu weinen. Dicht hinter sich hörte er das Zuschnappen von Ober- und Unterkiefer, an seinem Hals konnte er bereits den heißen Atem der Bestie spüren.

Damon vergaß alle Vorsicht und fragte laut: »Hast du das gehört?«

»Was meinst du?«, gab Ken unwirsch zurück. Sie waren in einem geheimnisvollen Zimmer gelandet, offenbar die Bibliothek, und er wollte nicht gestört werden, seine ganze Aufmerksamkeit galt den Büchern.

»Ich weiß auch nicht, es klingt, als würde jemand wegrennen.«

»Sieh mal«, flüsterte Ken aufgeregt, seine Finger glitten über die Buchrücken. »Die müssen jahrhundertealt sein. Hör dir mal die Titel an: ›Magischer Vollmond‹, ›Der Hexenhammer‹, ›Riten des Exorzismus‹ …«

Damon sah sich um. In den Regalen standen dicht aneinandergereiht Tausende staubbedeckte Bücher. »›Die Welt der Untoten‹, ›De Mas …‹ oder ›De Mast …‹«, versuchte er zu entziffern.

»›De Masticatione Mortuorum‹, das ist Latein. Die Bücher hier müssen ein Vermögen wert sein, wo hat er die nur alle her?«

»Die Frage ist wohl eher, was macht er damit?«

Ein Schrei durchschnitt die Luft.

»Das hast du aber gehört, oder?«, stammelte Damon und griff nach Kens Ärmel.

»Das war Marks Stimme. Er ist in Gefahr.«

»Los, wir müssen ihm helfen.«

»Nein, deine Befehle waren klar und deutlich. Wir müssen als Erstes nach den Kindern suchen!« Ken schämte sich, dass er Mark einfach im Stich lassen wollte, aber das war womöglich die einzige Chance, die Gefangenen zu retten.

»Zum Teufel mit den Befehlen!«, fluchte Damon, schubste Ken zur Seite und rannte in Richtung Treppe. »Ich kann ihn doch nicht einfach seinem Schicksal überlassen!«

Ken sah ihm nach. Er fluchte und wollte seinem Freund gerade folgen, als etwas seine Aufmerksamkeit fesselte. Auf einem Lesepult lag ein aufgeschlagenes Buch … Es sah genauso aus wie die anderen, übte aber eine fast hypnotische Anziehung auf ihn aus. Er klappte das Buch zu und las den Titel: Malartium.

Ein grellroter Blitz. Ein Schlag traf Susan mitten ins Gesicht und warf sie gegen eine Wand. Wieder ein Blitz, wieder ein Schlag und noch einer. In ihrem Mund breitete sich der Geschmack nach Blut aus. Dort, wo der Blitz sie getroffen hatte, fingen ihre Kleider Feuer. Verzweifelt versuchte sie, die Flammen zu ersticken, in ihrer Panik verletzte sie sich mit dem Messer. Wütend warf sie es weg und schlug weiter wild um sich, dann griff sie nach einem Stuhlkissen, um die Flammen zu ersticken.

Um sie herum drehten sich Funken sprühende Feuerwirbel wie teuflische Meteoritensplitter. In wilder Panik stürzte sie davon, wobei sie sich immer tiefer in dem Labyrinth aus Zimmern und Fluren verirrte. Aber die Flammen jagten ihr hinterher.

»Aaah!«

Eine Flammenzunge traf sie am Rücken. Die Haare! Ihre Haare hatten Feuer gefangen!

Devlin hörte die Schreie, die aus dem finsteren Haus nach draußen drangen. Jetzt hätte er eingreifen müssen, aber seine Angst war zu groß.

Ein Blitz zuckte über den Nachthimmel, Devlin schreckte zusammen. Wie konnte das sein? Eben noch war es sternenklar gewesen, und urplötzlich brach ein Gewittersturm los?

»Du brauchst dich nicht zu schämen, mein Junge.«

Devlin wandte sich um und sah ihn. Es war Scrimm. So nah, dass an Flucht nicht zu denken war.

»Es ist keine Schande, einem Kampf auszuweichen, der von vornherein verloren ist.«

Der dunkel gekleidete Mann lächelte hinterhältig und kauerte sich neben ihn. Die herabfallenden Regentropfen schimmerten bläulich auf seinen tiefschwarzen Haaren und seinem Spitzbart. Seine Haut hatte die Farbe von Elfenbein, und in seinen Augen loderte das Feuer der Hölle. Die Hand, die sich auf Devlins Hüfte legte, war eiskalt. Eine lähmende Kälte, die dem Jungen durch alle Poren bis ins Herz drang.

»… Außerdem gibt es in diesem Haus niemanden, der deine Freunde bedroht. Sie kämpfen gegen sich selbst.«

Was meinte Scrimm damit? Und warum lachte er? Devlin konnte sich das alles nicht erklären.

»Sieh genau hin, Devlin«, befahl der Mann. Seine Hände packten den Jungen am Kopf und zwangen ihn, ihm in die flammenden Augen zu sehen.

Und Devlin begriff.

Er erkannte Greta und spürte ihre panische Angst vor Scrimm. Er sah, wie sie wild um sich schlug, erst mit den Fäusten, dann mit dem Messer.

Sie verletzte Mark, der glaubte, auf der Flucht vor einem wilden Tier zu sein. Er weinte, schrie und wehrte sich mit aller Kraft, aber der Baseballschläger war wirkungslos.

Susan spürte die Flammen auf ihrem Körper, ruderte wild mit den Armen und trat wie eine Furie um sich.

Dabei traf sie Damon, der glaubte, von einer riesigen Spinne angegriffen zu werden, die ihn mit ihren klebrigen Fäden einzuspinnen versuchte.

»Begreifst du, was da vorgeht, Devlin?«, knurrte Scrimm, ohne den Kopf des Jungen loszulassen. »Verstehst du jetzt, warum ihr gegen mich keine Chance habt?«

»G… gg…« Devlins Lippen versuchten ein Wort zu formen.

»Was? Was willst du mir sagen, du erbärmlicher Wicht?«

»Genug!!!«

Wie aus weiter Ferne schallte Scrimms Stimme zu ihm, wie ein Donnerhall im tobenden Gewittersturm. »Zauberei ist kein Spiel für Kinder, mein Junge!«

»Genug!!!«

Dann verlor Devlin das Bewusstsein.

Eine Serie greller Blitze tauchte Angus Scrimms Haus in taghelles Licht. Greta, Mark, Damon und Susan kehrten urplötzlich wieder in die Realität zurück, ineinander verkeilt, mit blauen Flecken und blutenden Wunden übersät. Mit großer Mühe quälten sie sich hoch, einer half dem anderen. Niemand kam, niemand forderte sie auf, das Haus zu verlassen. Nichts deutete darauf hin, dass überhaupt jemand da gewesen war. Aber das war genau das, was Angus Scrimm ihnen deutlich machen wollte, denn genau das waren sie für ihn: nichts und niemand. Er ließ sie gehen, weil sie keine ernsthaften Gegner für ihn waren. Und sie verließen das Haus, gingen hinaus in den Regen. Dabei sahen sie sich nicht an, keiner sprach ein Wort. Und niemand, nicht einmal Angus Scrimm, bemerkte, dass einer von ihnen fehlte: Ken, Nummer sechs der Unsichtbaren.

»Entschuldige, äh, Entschuldigung …«

Douglas MacLeod fuhr herum und nahm die Kopfhörer aus seinen Ohren. »Ja?«

Die Stewardess schien leicht verunsichert: »Hier, dein Orangensaft. Tut mir leid, hast du geschlafen?«

»Nein, nein, ich habe den Film geguckt. Danke.«

Douglas nahm einen tiefen Schluck, dann stellte er das Glas auf dem kleinen Klapptisch vor seinem Fenstersitz ab. Er war erst zwölf, aber es war beileibe nicht das erste Mal, dass er allein mit dem Flugzeug unterwegs war. Seine Eltern waren Unternehmensberater für die Umstrukturierung und Neuausrichtung von Supermarktketten und ständig unterwegs. Seit Douglas denken konnte, war er gependelt zwischen New York, Boston, Memphis, Los Angeles … Und dann war seine Mutter ganz plötzlich gestorben, und sein Vater hatte sich noch mehr in die Arbeit vergraben. Seit dieser Zeit verbrachte Douglas seine Ferien in Freizeitcamps oder im Haus seiner Großeltern. Dieses Mal war die Wahl aber auf Onkel Kendred gefallen, den älteren Bruder seiner Mutter, der in einem hübschen kleinen Küstenstädtchen lebte. Hatte jedenfalls sein Vater gesagt, aber der übertrieb manchmal ein bisschen.

Er schüttelte die letzten Crackerkrümel von seinem karierten Hemd. Er konnte einfach nicht anders: Wenn er sich einen Film ansah oder ein Buch las, musste er immer irgendetwas knabbern. Deshalb hatte er nicht gerade das Idealgewicht für einen Jungen seines Alters.

Leider musste man auch sagen, dass er nicht gerade viel für seine Fitness tat. Er las lieber ein spannendes Buch oder einen Superhelden-Comic, statt mit seinen Freunden Fußball zu spielen. Hin und wieder fuhr er Skateboard, allerdings selten unfallfrei, meist schrammte er sich die Knie auf. Er fuhr sich über die immer noch schmerzende Stelle: Im Knie-Aufschrammen war er wirklich gut!

Er steckte sich die Kopfhörer wieder ins Ohr und richtete seinen Blick auf den Bildschirm, der über den mittleren Sitzreihen hing. Möglicherweise hatte er etwas verpasst … Wer weiß, wie es bei den Unsichtbaren weiter gelaufen war.

Doch irgendetwas stimmte nicht, das sah er sofort. Nach der Simpsons-Folge war gerade noch dieser Krimi über die Kinderbande gelaufen. Und jetzt … Er bemerkte, dass die Stewardess noch in der Nähe war und gab ihr ein Zeichen.

»Entschuldigung …«

»Ja bitte?«

»Es ist nicht so wichtig, aber … Was ist denn mit dem Film von eben?«

»Welcher Film?«

»Der mit der Kinderbande, den Unsichtbaren … Der mit …«

Die Frau blickte kurz auf den Bildschirm. »Aber da lief doch gar kein Film.«

»Aber sicher, dieser Krimi, in dem …«

»Verstehe«, sagte die Stewardess lächelnd, »vielleicht warst du eingeschlafen und hast geträumt, meinst du nicht?«

Douglas verstummte. Er war sicher, dass er diesen Film gesehen hatte … Und doch war die Erklärung der Stewardess die einzig logische. Wenn sie nur die Simpsons gezeigt hatten … Er musste tatsächlich geträumt haben. Oder es war eine dieser Erinnerungslücken, die ganz plötzlich alles vernebelten. In solchen Momenten vergaß er alles, was um ihn herum passierte. Manchmal machte ihm das richtig Angst, aber er hatte sich noch nicht getraut, irgendjemandem davon zu erzählen. Durch die ständige Umzieherei hatte er ohnehin nie genug Zeit, Freunde zu finden, mit denen er über so persönliche Dinge sprechen konnte.

Die Stewardess lächelte verständnisvoll: »Oh, mach dir keine Sorgen. Das ist keine Seltenheit. Stell dir vor, letzte Woche ist auf dem Flug nach Kanada ein Passagier eingeschlafen, der uns nach dem Aufwachen gefragt hat, wie lange es noch dauert, bis wir in Rom landen. Wir mussten sogar den Kapitän rufen! Erst danach beruhigte sich der Mann und erinnerte sich wieder, dass er wirklich nach Kanada und nicht nach Rom wollte …«

Douglas lächelte zurück, und die Stewardess verabschiedete sich und wandte sich einem anderen Fluggast zu, der nach ihr gerufen hatte.

Na ja, noch zwanzig Minuten bis zur Landung, da könnte man ja noch ein Schläfchen machen. Er legte den Kopfhörer auf den Klapptisch und machte es sich bequem. Das Letzte, was er dachte, bevor er einschlummerte, war: Die Unsichtbaren? Irgendwie cool. Schade, der Film war wirklich spannend.

2
 
Der Spürhund

Robert Kershaw stieß einen zufriedenen Seufzer aus, der in der Stille seines Zimmers widerhallte. Das Hotel hatte nicht einmal einen Stern, er stieg immer in Häusern ohne großen Komfort ab, aber das machte ihm nichts aus. Er war eben ein »Spürhund«, ihn interessierte nur das, wonach er gerade suchte. Und er suchte nach etwas ganz Bestimmtem, schon seit Jahren, und er würde nicht damit aufhören, bis er es gefunden hatte.

Er kramte voller Ungeduld eine Schere aus dem Etui und begann den Artikel aus der Lokalzeitung auszuschneiden. Er würde ihn in das vor ihm auf dem Tisch liegende dicke Heft kleben, das bereits zur Hälfte mit ähnlichen Zeitungsausschnitten gefüllt war.

KIND RETTET SICH AUF WUNDERSAME WEISE AUS DEN FLAMMEN!

Nach Polizeiangaben hatte der Junge erzählt, er sei von mehreren Kindern gerettet worden, die seltsamerweise keine Angst vor dem Feuer zu haben schienen.

ENTFÜHRTE SCHULKINDER BEFREIT!

Bei der Befragung nach den näheren Umständen wollten einige Kinder nicht sprechen, andere erzählten, sie seien von einer Gruppe Gleichaltriger befreit worden, die sich die »Unsichtbaren« nannten und die wie aus dem Nichts aufgetaucht und ebenso plötzlich wieder verschwunden waren.

IM SCHNEESTURM VERMISSTES KIND NACH HAUSE ZURÜCKGEKEHRT – JUGENDLICHER RETTER SPURLOS VERSCHWUNDEN: WAR ER NUR EIN PHANTOM?

Es gab Dutzende solcher Kurznachrichten, aber der Artikel, den er gerade ausschnitt, würde unter der Rubrik BESONDERS WICHTIG ablegt werden, denn er enthielt zwei konkrete Informationen: einen Namen und einen Ort. Der Artikel begann wie folgt:

RANDY AUS DEM KOMA ERWACHT!

Nach einem schweren Verkehrsunfall, in den das Auto seiner Eltern verwickelt gewesen war, hatte Randy mehrere Tage bewusstlos in der Klinik gelegen. Gestern Abend öffnete er unverhofft die Augen. Seinen überglücklichen Eltern erzählte der Junge, er habe geträumt, dass ein Mädchen ihn ins Leben zurückgeführt hätte. Nach seinen Worten trug das Mädchen den Namen Greta und kam aus Misty Bay, einem kleinen Ort auf der Halbinsel Monterey in Kalifornien. Wie lässt sich ein solches Phänomen erklären? Die Mediziner äußerten verschiedene Hypothesen …

Der Artikel ging noch weiter, aber Robert Kershaw hörte auf zu lesen. Spekulationen und vage Vermutungen interessierten ihn nicht. Wichtig waren nur die Fakten, die beiden neuen Puzzleteile, die ihn der Lösung des Falles einen Schritt näher bringen würden: ein Name, Greta, und ein Ort, Misty Bay in Kalifornien.

Er betrachtete die Landkarte der Vereinigten Staaten, die er vor sich ausgebreitet hatte. Rote Kreise kennzeichneten die Plätze, an denen sich die in den Zeitungen beschriebenen Phänomene zugetragen hatten, daneben waren die relevanten Daten vermerkt. Die Vorfälle, die einen Zeitraum von zehn Jahren umfassten, waren keinem bestimmen Muster gefolgt, sondern eher zufällig aufgetreten, die Orte waren über das ganze Land verteilt. Doch in letzter Zeit konzentrierten sich die Geschehnisse auf Kalifornien und kamen einem bestimmten Ort immer näher.

Misty Bay.

Sie kehrten nach Hause zurück.

3
 
Willkommen in Misty Bay

Douglas MacLeod landete am frühen Nachmittag. Die Bushaltestelle am Flughafen war genau dort, wo sein Vater sie ihm beschrieben hatte. Er hatte Glück und erwischte einen Bus, der ihn in weniger als einer Stunde an sein Ziel bringen würde.

Misty Bay. Was ihn dort wohl erwartete?

Wie alle, die sich Misty Bay über die in die Felsen geschlagene Serpentinenstraße näherten, war er überrascht, als der kleine, in einer weit geschwungenen Bucht gelegene Ort ganz plötzlich vor ihm auftauchte. Die Fahrt war eine Quälerei gewesen. Die Straße war so steil und so schmal, dass Douglas ständig befürchtete, der Bus würde in der nächsten Kurve in die Tiefe stürzen.

Er klappte sein X-Men-Buch zu, verstaute es im Rucksack und klopfte sich wie üblich die Krümel vom Pullover.

Während der Bus die ersten Häuser auf den Hügeln passierte, dachte Douglas an seinen Onkel, der ihn wahrscheinlich an der Haltestelle erwartete. Er hieß Kendred, aber er bestand darauf, Ken genannt zu werden, weil er meinte, sein vollständiger Name sei so langweilig, dass man gähnen müsse, wenn man ihn komplett aussprechen würde. Douglas hatte seinen Onkel immer nur dann gesehen, wenn dieser zu Besuch gekommen war. Und das war selten genug. Ken war ein ganzes Stück älter als seine Schwester, Douglas’ Mutter, sodass sich die Wege der Geschwister durch Studium und Beruf schon früh getrennt hatten.

Nach dem Tod seiner Schwester hatten seine Besuche schließlich ganz aufgehört. Nur zu Weihnachten rief er immer an. Trotzdem war sein Onkel sofort damit einverstanden gewesen, dass Douglas die Sommerferien bei ihm verbringen würde. Und deshalb saß er jetzt im Bus, der durch die Straßen von Misty Bay rollte und sich langsam der Endstation am Meer näherte.

Eine Kurve und dann noch eine, jetzt sah man schon die Uferpromenade und dann … Ja, es gab keinen Zweifel, das musste die Bushaltestelle sein.

Als Douglas ausstieg, wurde er fast umgerannt von all den Eltern, Verwandten und Freunden, die gekommen waren, um die Ankömmlinge abzuholen. Aber von seinem Onkel keine Spur. Zwischen Bergen von Koffern und Taschen, die sich auf dem Bürgersteig häuften, erkannte er seine prall gefüllte Reisetasche und bahnte sich einen Weg durch die Menge, um sie zu holen. Ohne etwas bemerkt zu haben, hielt er plötzlich einen schwarzen Zettel in der Hand, auf dem in goldenen Buchstaben zu lesen war:

WOLLEN SIE ALLES ÜBER IHRE ZUKUNFT WISSEN?
WOLLEN SIE DAS POTENZIAL AUSNUTZEN, DAS IN IHNEN SCHLUMMERT? WENN JA, MELDEN SIE SICH BEI GRETA ROWLANDS, HELLSEHERIN, EXPERTIN FÜR HOROSKOPE UND HANDLESEN. TELEFON …

»Douglas? Hallo, Douglas, entschuldige die Verspätung!«

Der Junge hob den Blick und sah seinen Onkel auf sich zukommen. Er erkannte ihn sofort, auch wenn er nicht seine üblichen Sportklamotten trug, sondern einen eleganten dunkelgrauen Anzug nebst Krawatte.

Seine Haare waren lediglich eine Spur weißer als bei ihrer letzten Begegnung, und Douglas überfiel der Gedanke, wie ähnlich sein Onkel doch Meister Geppetto aus dem Disneyfilm Pinocchio geworden war. Er war sehr schlank und ein paar Jahre älter als sein Vater, er musste um die siebzig sein. Auf seinem Gesicht lag ein trauriger Ausdruck, der sich jedoch verflüchtigte, als er auf Douglas zuging.

Lächelnd steckte der Junge den schwarzen Zettel in die Tasche und griff nach seiner Reisetasche.

»Douglas, wie geht es dir, mein Junge?«

»Sehr gut, Onkel Kendr… Ken. Wie geht es Tante Hettie?«

»Sie hat an allem etwas auszusetzen, wie immer. Nichts Neues unter der Sonne, wie man so schön sagt. Und die Schule? Dein Vater meinte, du würdest dich ganz wacker schlagen.«

»Ja, es läuft ganz gut, danke.«

Genau wie Douglas befürchtet hatte, kam die Unterhaltung rasch ins Stocken. Sie kannten sich einfach zu wenig. Nach einer Weile sagte er: »Du trägst einen Anzug, Onkel Ken? Etwa wegen mir?«

Sein Onkel wurde ernst. Hatte er etwas Falsches gesagt? Kendred schien seine Unsicherheit zu bemerken und setzte wieder ein Lächeln auf. Dann erklärte er, dass er gerade von einer Beerdigung kam, vor ein paar Tagen war Susan Cooper gestorben, eine alte Freundin aus Kindertagen.

»Wart ihr es denn immer noch?«, fragte Douglas. »Freunde, meine ich.«

»Na ja, eigentlich haben wir uns seit Jahren nicht mehr gesehen. Das mag dir vielleicht seltsam vorkommen, in einer so kleinen Stadt wie dieser … Aber weißt du, als Kind beurteilt man die Menschen gefühlsmäßig, nach Sympathie, Zuneigung und Vertrauen. Und dann wird man erwachsen und stellt fest, dass die Kriterien für Freundschaft andere werden …«

Douglas kam es vor, als würde sein Onkel zu sich selbst sprechen. Plötzlich verstummte er. Hatte er den tieferen Sinn seiner Worte erst erfasst, als er sie ausgesprochen hatte, und musste jetzt darüber nachdenken?

Douglas dagegen wusste nicht so recht, ob er alles verstanden hatte, aber es tat ihm leid, seinen Onkel so niedergeschlagen zu sehen. Er versuchte ihn abzulenken.

»Fahren wir jetzt nach Hause?«

Vielleicht war das genau der Anstoß, den Ken gebraucht hatte, denn sein Gesicht leuchtete plötzlich auf, als wäre er von sich selbst überrascht: »Noch nicht, Douglas. Ich will dir erst etwas zeigen.«

Er startete sein Auto und quälte sich die steilen Serpentinen hoch, die der Bus zuvor heruntergefahren war, doch schon bald bogen sie in eine Nebenstraße ab, die durch einen Tunnel führte.

Eine ganze Weile lang folgten sie der zerklüfteten Küstenlinie, wobei das Sträßchen immer leicht bergan führte. Douglas fragte sich allmählich, wann sie wohl ihr Ziel erreicht haben würden.

Schließlich waren sie oben, überquerten ein kahles Hochplateau und blieben schließlich kurz vor dem Klippenrand hoch über dem Meer stehen. Ken schaltete den Motor aus und sah seinen Neffen verschwörerisch an. Ohne ein Wort der Erklärung setzte er sich bequem auf seinem Sitz zurecht, nahm die Brille ab und begann sie zu putzen.

Douglas wollte etwas sagen, aber sein Onkel lächelte und legte den Zeigefinger auf die Lippen.

»Geduld, nur Geduld, mein Junge.« Dann überlegte er kurz, öffnete die Tür und fügte hinzu: »Komm, wir steigen aus, dann können wir besser sehen.«

Douglas wusste nicht, wie ihm geschah, aber er folgte seinem Onkel an den Rand der Klippen. Besser gesagt, er blieb kurz vorher stehen, denn sonst wäre ihm schwindlig geworden. Er hatte Höhenangst, bereits ein kurzer Blick hinunter genügte, um SEHR vorsichtig zu sein.

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