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Die Umarmung der Liebenden

1. KAPITEL

Einen so wunderschönen Ring hatte sie noch nie gesehen. Das schwere Altgold glänzte warm im Licht. Aber noch viel mehr beeindruckten Diandra die in den Ring eingelassenen Edelsteine.

Diandras Heimatland Verdonia war für seine Amethyste in den außergewöhnlichsten Farben bekannt, besonders für den rosafarbenen „Celestian Blush“, benannt nach einem der drei Herzogtümer von Verdonia. Zwei vollkommene „Celestian Blushes“ rahmten einen geschliffenen rosafarbenen Diamant ein. Und erstaunlicherweise passte der Ring genau auf ihren linken Ringfinger, so als wäre er für sie gemacht.

Nur mühsam konnte sie den Blick von dem Schmuckstück lösen, um dann ihren Cousin Prinz Merrick Montgomery zu fragen: „Ich … ich verstehe das nicht. Wo kommt er her?“

„Mein Vater wollte, dass ich ihn dir gebe. Ich nehme an, er hat ihn aufbewahrt, bis du nach Verdonia zurückkehrst.“ Er hob ihre Hand und besah sich den Ring im Licht. „Er ist wunderschön.“

„Aber warum sollte König Stefan …“

„Er hat mir weder gesagt, wo der Ring herkommt, noch warum ich ihn dir geben soll.“ Merrick runzelte die Stirn. „Er fühlt sich nicht gut. Sonst würde ich ihn für dich fragen.“

„Nein, nein. Stör ihn lieber nicht.“

„Er hat mir lediglich mitgeteilt, dass er den Ring schon lange für dich verwahrt und dass ich dir sagen soll …“

„Dass du mir was sagen sollst?“

Merrick lächelte verschmitzt. „Dass dieser Ring seiner Trägerin den Mann ihres Herzens bringt.“

Wieder betrachtete sie das Schmuckstück. Die Edelsteine fingen das Licht ein und reflektierten es in allen Farben des Regenbogens, ganz so, als wollte diese Pracht Merricks Aussage bestätigen. „Meinst du …“, begann sie und konnte vor Aufregung kaum weitersprechen, „… dieser Ring könnte meiner Mutter gehört haben?“

Sein Blick wurde sanft. „Schon möglich.“

„Oh, Merrick. Es wäre so schön, etwas von meiner Mutter zu haben, etwas, das mich mit ihr verbindet.“ Tränen der Hoffnung traten ihr in die Augen.

Falls es so war, kam es genau zur richtigen Zeit. Vielleicht führte der Ring sie auf eine wichtige Spur. Diandra brauchte Beweise, um gegen das Enthüllungsbuch vorzugehen, das ihre frühere Hauslehrerin Henny gerade schrieb. „Logisch wäre es doch, dass König Stefan den Ring so lange verwahrt, bis die Zeit gekommen ist, ihn mir zu geben. Schließlich war mein Vater sein jüngerer Bruder. Das würde man doch für seinen Bruder tun, oder?“

„Sicher … Welche Geschichte wohl hinter dem Schmuckstück steckt? Es scheint schon sehr alt zu sein.“

„Ich möchte unbedingt etwas über seine Geschichte in Erfahrung bringen. Vielleicht könnte König Stefan …“ Sie hielt inne. „Könntest du ihn, wenn er sich besser fühlt, fragen, was er über den Ring weiß?“

„Ich habe ihn bereits gefragt … aber ohne Ergebnis. Tut mir leid, Diandra. Du musst die Antworten wohl selber finden.“

Sie war enttäuscht. Eine Frage hatte sie ihrer Mutter immer stellen wollen. „Irgendwie muss man doch etwas herausfinden können. Es muss doch jemanden geben, der diesen Ring kennt.“ Sie ergriff Merricks Arm. „Du bist der Chef des königlichen Sicherheitsdienstes. Bestimmt kennst du jemanden, der Recherchearbeiten durchführen kann. Sogar in dem Museum, in dem ich gearbeitet habe, hatten wir solche Leute.“

Als er zögerte, hakte sie nach. „Du weißt jemanden, das sehe ich dir an. Wer ist es?“

„Jemand, mit dem du garantiert nichts zu tun haben willst.“

Sie brauchte nur eins und eins zusammenzuzählen. „Du meinst doch nicht etwa …“ Mühsam verbarg sie ihre Bestürzung. „Jonas Tolken?“

„Er ist der Beste, den wir haben. Ein solcher Auftrag wäre für ihn ein Kinderspiel - bei seinen Verbindungen.“

Sie sah zu Boden und schüttelte den Kopf. „Nein, das geht nicht. Ich … ich will ihn nicht wiedersehen.“

„Irgendwann musst du es.“

Nicht jetzt, dachte sie. Noch hatte sie nicht genug Mut, ihm gegenüberzutreten - nach jener letzten unheilvollen Nacht. „Jonas arbeitet für dich, oder?“

„Nein. Er ist der Kommandant von Prinz Bernards königlicher Wache. Den königlichen Sicherheitsdienst hat er verlassen. Kurz nachdem du … gegangen bist.“

Diandra gefiel es nicht, dass Merrick so nachsichtig mit ihr war. „Du kannst es ruhig aussprechen. Ich bin nicht gegangen, sondern fortgelaufen.“ Die bittere Ironie, dass sie sich nun mit dem Mann treffen musste, den sie abgewiesen hatte, schmerzte.

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