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Die Tochter des Vikars

Inhalt

  1. Cover
  2. Titel
  3. Impressum
  4. Erstes Kapitel
  5. Zweites Kapitel
  6. Drittes Kapitel
  7. Viertes Kapitel
  8. Fünftes Kapitel
  9. Sechstes Kapitel
  10. Siebtes Kapitel
  11. Achtes Kapitel
  12. Neuntes Kapitel
  13. Zehntes Kapitel
  14. Elftes Kapitel
  15. Zwölftes Kapitel
  16. Dreizehntes Kapitel

Erstes Kapitel

Mein Vater hatte immer schon gesagt, dass es mit mir ein böses Ende nehmen würde, aber ich habe nie geglaubt, dass er Recht haben könnte – bis zu diesem Abend, als ich mich mit gefesselten Handgelenken in einem gusseisernen Bettgestell wiederfand. Bis dahin hatte ich geglaubt, dass ich unter meiner aufsässigen Fassade wirklich ein liebes Mädchen war, ganz egal, welche Aufgabe ich in dieser alles anderen als idealen Welt übernehmen würde. Nur ein böses Mädchen konnte ein solches Bild abgeben, die Beine derart gespreizt, dass die Schenkelmuskeln schmerzten. Ich schien mich also tatsächlich geirrt zu haben.

Aber zu diesem Zeitpunkt war dies meine geringste Sorge. Ich wimmerte, als sie die Spreizstange anhoben und in die Ketten hingen, die an der Decke befestigt waren. Jetzt konnte die ganze Welt meine Pobacken sehen. Die gierig zuschauenden Männer hatten eine ungestörte Sicht auf den eingeölten, jungfräulichen Arsch.

Der Mann, der die Hände nach meinen Brüsten ausstreckte, hatte die beste Sicht, und sein Gesichtsausdruck verriet, dass er sich darauf freute, mich quälen zu können. Sie richteten die Kameras ein, damit jeder Moment meiner Schande festgehalten werden konnte. Ja, ich befand mich in einer kläglichen Bredouille, und es half überhaupt nicht, dass ich genau wusste, wie ich in diese Situation geraten war.

All das wäre nicht geschehen, wenn Imo am Samstagmorgen, am Ende meines zweiten Uni-Jahres, nicht ein paar Aspirin hätte haben wollen. Sie strahlte ein zufriedenes Lächeln aus, das man bei Mädchen nur nach einer durchvögelten Nacht sieht. Ich dagegen konnte nur eine Hand voll Rechnungen vorweisen, die längst fällig waren, und Rückforderungen meines Studentenkredits sowie den Brief eines wütenden Bankmanagers, der meine Kreditkarte zurückhaben wollte.

»Was ist denn los?«, fragte sie, schlenderte herein und fläzte sich über mein Bett, als gehörte die Wohnung ihr.

Ich habe Imogen Hall nie verstanden, und ich glaube, ich werde sie auch nie verstehen. Sie ist eine zierliche Blondine, die eher wie eine Porzellanpuppe aussieht und nicht wie ein Mädchen aus Fleisch und Blut. Dabei ist sie alles andere als zierlich und delikat, wie ich herausfand, als sie mich anmachte, zwei Tage, bevor wir uns im ersten Jahr ein Zimmer teilten.

Damit man mich nicht falsch versteht – ich habe nichts gegen Lesben und auch nichts gegen heiße Spiele und ganz viel Spaß. Es ist nur so, dass ich auf schlichten Spielen stehe, und mit einem Kerl. Ich bin nicht prüde, und ich habe einige experimentierfreudige Jahre hinter mir, doch das bizarre Zeug ist nichts für mich.

Im Gegensatz zu Imo. Es gibt nichts, was sie nicht schon probiert hat, und ihr ist es egal, wer davon weiß.

Nun ja, was kann man auch bei einer Mutter wie ihrer erwarten, würde meine Mutter mit einem verächtlichen Schnaufen sagen.

Selbst eine Vikarsfrau vom Lande hatte von Imos Mutter gehört. Jeder, der in den 80er und 90er Jahren eine Zeitung las, konnte Liberty Hall nicht ignorieren. MÄDCHEN AUS DEM HINTERHOF VERDIENT EIN VERMÖGEN lautete eine der Schlagzeilen. Die Boulevardzeitungen trauten sich nicht, deutlicher zu werden, denn sie fürchteten Beleidigungsklagen und Schadensersatzansprüche.

Die schlichte Wahrheit war, dass Liberty Hall Ende der 70er Jahre ein Pornostar war, sehr attraktiv mit einem schönen Gesicht und einem sündhaft attraktiven Körper.

Einige Leute, die ich kannte, hielten sie für eine Kultfigur, vielleicht sogar für eine feministische Heldin, aber die Leute an der Uni quatschen alles mögliche Zeug, deshalb nahm ich diese Ansichten nicht ernst.

Sie mochten vielleicht behaupten, Liberty Hall zu bewundern, aber ich halte jede Wette, dass sie das nicht in der Gegenwart von Mummy und Daddy sagen würden; sie würden nicht einmal zugeben, Libertys Tochter Imogen zu kennen. Ganz abgesehen davon, dass Imogen keinen Wert auf die Ansichten ›solcher‹ Typen legte. Imogen schien niemanden zu brauchen, auch mich nicht, was mich nicht störte.

Nun ja, was immer Liberty Hall in ihrer Jugend getan oder nicht getan hatte, war längst Geschichte und ging mich nichts an, auch wenn ich – wie jeder andere auch – die Andeutungen und Gerüchte in den Sonntagszeitungen mit heißen Ohren gelesen hatte. Oft ging es um das Geschehen in einem Luxushotel, das ihr inzwischen gehörte und ihren Namen trug. Vielleicht war ich ein wenig zu neugierig, aber nicht, weil in diesem Landhaushotel angeblich die wildesten Phantasien der Reichen und Berühmten umgesetzt wurden.

Nein, ich will Journalistin werden, deshalb habe ich anderes zu tun, als an solchen Unsinn zu glauben. Aber Dreck bleibt hängen, und so musste sich die arme Imogen mit einem Ruf herumschlagen, bevor sie auch nur einen Fuß ins College gesetzt hatte. Die folgenden zwei Jahre tat sie alles, um ihrem Ruf gerecht zu werden. Imo kümmerte es nie, was andere über sie dachten. Sie nahm nichts ernst und glitt durchs Leben wie ein Schwan übers Wasser.

Aber sie konnte es sich auch leisten. Sie hatte eine reiche Mummy, die eine Kaution stellte, um sie aus dem Gefängnis herauszuholen, und die ihr jeden Monat einen stattlichen Scheck schickte. Ich dagegen musste für mich selbst sorgen. Ich wollte mein Studium so schnell wie möglich abschließen, damit ich Geld verdienen konnte.

»Du hast wieder den Blick der Vikarstochter drauf«, sagte Imo kichernd, und ich sah sie finster an.

Es war nicht meine Schuld, dass ich in eine Familie hineingeboren worden war, in der es sparsam zuging und in der man nach Moralvorstellungen lebte, die selbst in der rückständigen viktorianischen Zeit als überholt angesehen worden wären. Dad und ich vertrugen uns nicht gut, und das war noch beschönigt. Nach dem letzten Streit … nun, er sagte zwar nicht, dass ich seine Haustür nie wieder mit meinem Schatten verdunkeln sollte, aber das war genau das, was er meinte.

Das hieß, dass es keinen Sinn hatte, ihn um Geld zu bitten, und es hieß auch, dass ich in den Semesterferien kaum nach Hause gehen konnte – was ohnehin kein verlockender Gedanke war. Doch nun stand fest, dass ich keinen Penny besaß und auch kein Zuhause mehr hatte. Gut war anders.

»Ich hole dir die Aspirin«, war alles, was ich sagte. Aber Imo ist ein kluges Mädchen. Wir beide sind es, sonst wären wir nicht an dieser angesehenen Universität.

»Was ist denn los?«, wiederholte sie und folgte mir ins Bad. Ihre hohen Absätze klackten auf dem Linoleumboden.

Typisch Imo. Selbst um acht Uhr an einem Samstagmorgen sah sie wie aus dem Ei gepellt aus; Designerjeans, die tief auf ihren schmalen Hüften saßen, und ein weißes T-Shirt, so schlicht und elegant, dass man sofort wusste, dass es nicht aus einer Ladenkette stammte. Sie war fertig gestylt, als hätte sie was Großes, Matinee oder Gala, vor.

Ich trug schwarze Leggings, die ich auf dem Markt gekauft hatte, dazu ein Top, das ein bisschen an eine Zigeunerbluse erinnerte; ich hatte es im Ausverkauf erstanden, und frisch waren beide Sachen nicht. Es ist nicht so, dass es mir egal ist, wie ich aussehe, aber an diesem Morgen hatte ich mir die ersten Sachen gegriffen, die ich in die Finger bekam, als Imo an die Tür geklopft hatte. Jetzt wünschte ich, mich besser gekleidet zu haben, denn je länger ich sie ansah, desto verlotterter kam ich mir vor.

Meine langen dunklen Haare waren nicht gekämmt, und die einzelnen Strähnen schoben sich in alle Richtungen, und mein Gesicht war so ungeschminkt wie am Tag meiner Geburt. Also, ich habe einen guten Körper, und ich sehe auch ganz gut aus. Die meisten Männer halten mich für sexy, und daraus will ich das Beste für mich machen, denn mein Leben hat zwar arm begonnen, aber ich hatte nicht vor, dass mir dieser Zustand erhalten blieb.

Dad sagt, das wäre ein weiterer Beweis für meinen Mangel an Moral. Ich bin der Meinung, dass Moral ein Luxus ist, den ich mir im Moment noch nicht erlauben kann. Eines Tages wird mir das gelingen, wenn ich all diese Dinge habe, die andere Frauen besitzen. Bis dahin lebe ich in einer harten Welt, und ich muss sehen, wo ich bleibe.

Ich weiß, dass sich das so liest, als wäre ich ein materialistisches Luder, aber kann es Sünde sein, ein Leben führen zu wollen, in dem ein Imbiss bei Marks and Spencer nicht als besonderer Glücksfall zählt?

Ich will mir Klamotten kaufen, ohne auf den Ausverkauf warten zu müssen, und ich will den besten Champagner schlürfen, statt das Pils in der Studentenbar. Ich will irgendwo wohnen, wo es nicht so schmuddelig ist wie in diesem Wohnheim, wo die Wände so dünn sind, dass jeder weiß, was du gerade tust – und mit wem. Ich will doch nur, was Leute wie Imo als Selbstverständlichkeit ansehen. Ich hatte mir das verdient, deshalb war es mir egal, was ich tun musste, um es zu bekommen.

»Sind es wieder Geldprobleme?«, fragte Imo.

»Zeige mir einen Studenten, der nicht pleite ist.« Ich versuchte, die Situation ins Lächerliche zu ziehen, denn ihr Mitleid konnte ich gar nicht brauchen. »Mal abgesehen von dir.«

Wir wussten alle, dass Imos Scheck im Jahr sechsstellig sein musste. Sie gab nicht an damit, aber wir wussten es eben. Wie wir auch von ihrer Mum wussten.

»Glaube mir«, sagte sie, ungewöhnlich ernst, »ich verdiene jeden Penny von dem, was ich bekomme.« Sie betrachtete mich so bewundernd, wie ich sie eben angesehen hatte. Dann überraschte sie mich mit dem Satz: »Und das könntest du auch.«

»Wie meinst du das?« Beinahe wäre mir die Packung mit den Aspirin aus der Hand gefallen. Sie war nicht verlegen – sie ist nie verlegen. Alfred Hitchcock wäre von ihrer blonden Kaltblütigkeit begeistert gewesen.

»Du könntest viel Geld verdienen, wenn du wolltest.«

»Und wie?« Ich reichte ihr das Päcken mit den Aspirin und tat so, als hätte ich absolut keine Vorstellung von dem, auf was sie anspielte. Ich war mehr Tochter eines Vikars, als mir bisher bewusst geworden war, denn ich war schockiert. Aber das hinderte mich nicht daran, mich ernsthaft für Imos Vorschlag zu interessieren.

»Überlege doch mal.« Imo sprach in jenem Tonfall, den manche Leute draufhaben, wenn sie mit Kindern oder Schwachköpfen reden. »Du schläfst doch mit einigen Kerlen?«

»Nun ja, ich habe sie lange nicht mehr gezählt.« Ich war nicht die College-Matratze, aber ich wollte auch nicht jede Nacht allein schlafen oder in einem Buch lesen. Ich stehe auf dem Standpunkt, dass man lebt, weil man was erleben will.

Es war beinahe umwerfend, aber das erste Mal versuchte Imo, taktvoll zu bleiben. »Und manchmal kennst du sie nicht einmal gut«, sagte sie.

»Und manchmal bin ich so zugedröhnt, dass ich sie überhaupt nicht kenne, und manchmal …« Ich schloss rasch meinen Mund, denn mir fiel ein, wie ich meine Klausur vor Weihnachten gerettet hatte. Ich glaube nicht, dass sonst irgendjemand Bescheid wusste, und so sollte es auch bleiben.

Ich hatte es getan, weil es keinen anderen Ausweg gab, aber ich hatte jede Sekunde gehasst. Es war nicht so, dass der Lehrer besonders unsympathisch war; er sah gut aus, aber seine Vorlieben waren ziemlich abgefahren. Ich war seither damit beschäftigt, den Vorfall zu vergessen, und ich wollte nie wieder zulassen, dass mich jemand derart manipulieren konnte. Aber jetzt musste ich das Thema wechseln – schnell.

»Was schlägst du vor?«, fragte ich, bevor Imo auf den Trichter kam, dass ich etwas zu verbergen hatte. »Soll ich in den Ferien zur Hure werden? Stell dir vor, das spricht sich an der Universität herum.«

Unsere geschätzte alma mater ist die Bewahrerin der Traditionen und hat kiloweise Geschichte geschrieben. Aber es handelt sich auch um eine Meute von Heuchlern, die den Weg ins zwanzigste Jahrhundert noch nicht gefunden hat, ganz zu schweigen vom einundzwanzigsten.

Kerle, die sich durch fremde Betten wälzten, erhielten ein Augenzwinkern oder einen Schulterschlag, und wenn ein Mädchen sich durch fremde Betten wälzte, war sie eine Schlampe. Trotzdem – der Name der Universität allein würde Türen öffnen, deshalb ignorierte ich die alten Böcke. Auf diesem Gebiet hatte ich viel Erfahrung – ich habe meinen Vater mein ganzes Leben lang ignoriert.

»Ich hätte es nicht so direkt ausgedrückt«, murmelte Imo und musterte mich immer noch abschätzend, »aber wenn es eine Möglichkeit gäbe, sagen wir …« die abschätzenden Blicke wurden intensiver, und als sich ihre blauen Augen verengten, wusste ich, dass sie Zahlen addierte … »Ich kann dir keine Garantie geben, aber was sagst du zu zehntausend in den langen Semesterferien? Du tust etwas völlig Legales, wenn auch Vertrauliches.«

»He, brauchst mir den Mund nicht wässrig zu machen. Du weißt ganz genau, dass ich fast alles tun würde, wenn ich auch einige Grenzen habe.« Aber das ist ein Wort, das man in der Familie Hall nicht kennt. Aber wenn ich mich innerhalb meiner Regeln hielt, würde ich immer noch das ›liebe Mädchen‹ sein, als das ich gern gesehen wurde, auch wenn ich nach außen so tat, als wäre mir egal, was man von mir dachte.

»Ich kann dir nichts versprechen.« Imo schienen Zweifel zu kommen. »Aber ich kann mit meiner Mutter reden. Ich weiß, dass sie nach einer Auffrischung des Personals sucht.«

»Und sie würde mir zehn Mille zahlen, wenn ich bei ihr acht Wochen lang als Kellnerin arbeite? Komm schon, Imo, ich bin doch nicht blöd.« Ich war nicht sicher, ob ich es tun wollte, aber neugierig war ich schon.

»Sie würde dir zehntausend zahlen, wenn du für sie das tust, was du bisher für lau gemacht hast«, sagte Imo.

Das war der Moment, in dem ich lachend hätte abwinken sollen. Sie hatte ihr Aspirin, also würde sie den Tag überstehen. Aber ich brauchte die Kohle, und sie hatte ein gutes Argument. Mit zehntausend Pfund in der Hand konnte ich meine journalistische Karriere mit einem Knaller beginnen. Vor ein paar Monaten hatte ein bekannter Journalist von einer der Boulevardzeitungen einen Vortrag über die große Welt des Journalismus bei uns im College gehalten.

Sie kennen seine Zeitung; sie berichtet lieber über wer mit wem schläft als über die Nachrichten aus aller Welt. Er machte den Eindruck eines kleinen schmierigen Reporters, was er später bestätigte: Er lud mich zum teuren Essen ein und wollte mich über Imo löchern.

Ich hatte ihm so gut wie nichts über Imo erzählt, denn einmal verkaufe ich meine Freunde nicht, und zum anderen wusste ich so gut wie nichts über meine Freundin. Er hatte mir seine Visitenkarte dagelassen. Ich sollte ihn anrufen, falls mir doch noch etwas einfiele.

Wenn ich jetzt meine Karten richtig spielte, könnte ich einen Exklusivbericht schreiben, der mich ein paar Stufen auf der Karriereleiter nach oben brachte. Und ich würde auf Anhieb meine Schulden bezahlen können. In meinem Bericht würde ich den Namen Imo nie erwähnen, schließlich habe ich mir Grenzen gesetzt. Aber wenn ich nun eine Freundin wegen eines Artikels, den ich verfasst hatte, verlor – hart, aber unvermeidlich. Ich war ein erwachsenes Mädchen, ganz allein in der großen Welt, und Freundinnen sind ein Luxus, den sich eine wohlhabende Frau, wie ich eine werden wollte, manchmal nicht erlauben konnte.

»Was müsste ich alles tun?«, fragte ich.

Imo grinste und schluckte ein Aspirin. »Wie ich schon sagte – ich kann nichts versprechen. Zuerst müsstest du das Interesse meiner Mutter wecken.«

»Ich mache nicht auf lesbisch«, erinnerte ich sie. Sie lächelte großmütig.

»Ja, ich weiß, das sagst du immer, meistens, wenn du betrunken bist.« Ich beobachtete sie genau und fragte mich, ob ich sonst noch etwas von mir gegeben hatte, als ich betrunken war, aber sie fuhr nur fort, mein sexuelles Mantra aufzuzählen. »Du machst nicht auf lesbisch, du hältst nichts von anal, und du willst nichts mit Schmerzen und Erniedrigung zu tun haben.«

Diese Liste hatte ich aufgestellt, nachdem der Lehrer mich auf eine Weise erniedrigt hatte, die mir ein Leben lang reichen würde. Aber weil ich seine kranken Spiele mitgemacht hatte, konnte ich an der Uni bleiben. Er hatte nicht weniger zu verlieren als ich, wenn die Wahrheit herauskam, deshalb war ich ziemlich sicher, dass er den Mund halten würde. Also wusste keiner davon – und deshalb zählte es nicht. Manchmal konnte ich mir sogar einreden, dass es nie geschehen war.

»Hast du damit ein Problem?«, fragte ich.

»Überhaupt nicht, aber es ist so schade. Was für eine Verschwendung«, sagte Imo.

Ich weiß, ich hätte sie zum Teufel schicken sollen, aber ich lachte nur. So war das mit Imo. Sie mochte zwar eine schamlose Schlampe sein, aber sie war auch ein netter Mensch, und beinahe schämte ich mich dafür, was ich ihrer Mum antun wollte. Aber nur beinahe.

»Wenn du jetzt schnell eine Bewerbung schreibst, könnte ich sie ihr geben, denn wir sehen uns nachher zum Mittagessen«, fuhr sie fort. »Dann könnte sie dich am Nachmittag treffen, falls sie Interesse hat.«

»Bewerbung?« Ich weiß, ich hörte mich wie ein Papagei an, aber man steht nicht jeden Tag vor der Aufgabe, sich als Hure zu bewerben. »Was soll ich denn da schreiben?«

»Du bist doch die zukünftige Journalistin. Du musst ihr Interesse wecken. Überzeuge sie, dass du es kannst.«

»Was soll ich können?«

»Rate mal.« Mit dieser rätselhaften Antwort und ohne hilfreichen Kommentar ließ sie mich zurück. Ich hatte über einiges nachzudenken.

Gute zehn Minuten dachte ich über meine Möglichkeiten nach, dann fand ich die Visitenkarte und rief Dickie Lawrence an. Dads Gott musste diesmal auf meiner Seite gewesen sein, denn Dickie hielt sich im Büro auf, und er ging ans Telefon. Er erinnerte sich nicht an mich, aber was ich zu sagen hatte, interessierte ihn sehr.

»Liefere mir wirklich schmutzige Geschichten, dann sorge ich dafür, dass du deinen Anteil kriegst«, versprach er. Aber ich bin nicht naiv. Ich würde ihm gar nichts sagen, bevor ich nicht einen richtigen Vertrag in der Tasche hatte. Falls ich mit jemandem ins Bett ging, um eine gute Story herauszuholen, dann wollte ich anständig dafür bezahlt werden.

»Was meinen Sie mit ›schmutzigen Geschichten‹, und was springt für mich dabei heraus?«

»Was soll ich mit schmutzigen Geschichten schon meinen, Tess? Die Hälfte der Politiker und der Stars aus dem Showgeschäft lässt sich da verwöhnen. Himmel, wenn Sie sich nicht vorstellen können, welche Storys ich haben will, sind Sie nicht geeignet. Und was für Sie herausspringt, entscheidet die Qualität der Geschichten. Da Sie ganz am Anfang stehen …«

»Ich lasse mich nicht billig abspeisen«, warnte ich ihn, aber ich wusste, dass ich Recht hatte. Wenn ich diese Story wirklich mit Leben füllen konnte, würden sich die Londoner Redaktionen um sie reißen. »Ich melde mich bei Ihnen«, sagte ich, nachdem er dargelegt hatte, wie wichtig er für meine Karriere sein konnte. Ich legte den Hörer auf und schaltete den Computer ein.

Ich musste eine Bewerbung schreiben, mit der ich Liberty Hall überzeugen würde. Nun, Worte und Überzeugungen sollten ja später zu meinem Gewerbe gehören, also durfte es nicht allzu schwer für mich sein.

»Mein Name«, schrieb ich mit wachsendem Selbstbewusstsein, »ist Tess Morgan.« Eigentlich heiße ich Teresa, aber mit diesem Namen sind einige meiner schlimmsten Erinnerungen verbunden. Wenn mein Vater vorwurfsvoll meinen vollen Namen aussprach, wusste ich, dass ich wieder eine seiner kostbaren Regeln gebrochen hatte. Ich fuhr fort, dass ich zwanzig Jahre alt und die Tochter eines Vikars war. Ich versprach mir von diesem ungewöhnlichen Detail eine besondere Beachtung. Ich verschwieg nicht, dass ich mir selbst Grenzen gesetzt hatte, aber ich sagte auch, dass ich bereit war, alles mal zu probieren.

Ich wollte gerade hinzufügen, dass ich schon mal als Kellnerin gearbeitet hatte und die Hotels auflisten, aber dann wurde mir bewusst, dass dies vielleicht keine besondere Empfehlung sein musste. Es wäre sinnvoller, wenn Liberty einen Blick auf mich werfen könnte, dann konnte ich sie überzeugen, dass ich ein Gewinn für ihr Unternehmen war. Ich glaubte fest daran, denn ich war jung und sah gut aus, und weil eine große Karriere vor mir lag, suchte ich den Skandal ebenso wenig wie sie.

Dies alles waren Punkte, die für mich sprachen, denn was sie verkaufte, war Sex. Nicht der normale Blümchensex, den man überall haben konnte, sondern der harte, extreme Sex. Nicht, dass er illegal wäre, aber es war auch nichts, worüber deine Freunde und deine Familie Bescheid wissen sollten, ganz zu schweigen die große britische Öffentlichkeit.

Plötzlich wusste ich genau, was ich schreiben musste. Es war schon komisch, eines meiner dunkelsten Geheimnisse zu Papier zu bringen, aber es geilte mich auch auf. Ich habe natürlich schon Erotika gelesen, aber dies hier war anders. Realer, direkter und eben viel geiler.

»Ich kann in den Sommerferien nicht nach Hause gehen, weil ich den Namen meiner Familie im letzten Sommer mit Schande belegt habe«, schrieb ich und hackte die Buchstaben auf die Tastatur, um sie dann auf dem Monitor zu verfolgen.

»Als ich zuletzt in den Ferien zu Hause war, fiel mir gleich auf, dass Dad einen neuen Hilfsgeistlichen hatte. Er war groß, blond und schlank und hatte unschuldige blaue Augen, die ein manchmal böses Mädchen, wie ich eins bin, auf wunderbare Gedanken brachten. Es musste eine Herausforderung sein, ihm die Flötentöne beizubringen. Es fiel mir nicht schwer, ihn wissen zu lassen, dass ich interessiert an ihm war, und je häufiger er in meine Richtung schaute, wann immer er glaubte, dass es niemand bemerken würde, desto härter wurde er!

Es war ein heißer Sommer, der mir die Vorwände für leichte Kleidung bot, kurze Shorts und leichte T-Shirts. Nigel starrte immer mehr. Dad hasste meine kurzen Klamotten, aber er konnte nichts sagen, weil er sonst hätte zugeben müssen, dass ihm meine körperliche Entwicklung aufgefallen war. Ich sah, wie er innerlich litt, und das erhöhte meinen Spaß noch.

Er sieht mich immer noch als das reine, unschuldige Mädchen. Ich bin ziemlich sicher, dass er längst begriffen hatte, wie wenig diese Einschätzung der Wahrheit entsprach, doch das würde er niemals zugeben, weil er dann hätte einsehen müssen, dass seine gehütete Illusion einer glücklichen Familie eine Lüge war. Also gibt er vor, nicht zu wissen, wie ich wirklich bin, und ich gebe vor, dass ich ihn liebe, und wenn wir uns auch nicht großartig verstehen, schaffen wir es wenigstens, uns gegenseitig zu tolerieren. Jedenfalls bis zu diesem Sommer.

Nach ein paar Tagen hatte Nigel begonnen, jede meiner Bewegungen zu verfolgen, bis ich begriff, wie sich ein Stalker fühlen musste. Er selbst traute sich nicht, irgendwas zu zeigen, aber das wunderte mich nicht. Er gab sich wie ein richtiger braver Pfadfinder – das erhöhte noch die Herausforderung für mich. Als er die Brombeersträucher auf dem Gelände vor der Kirche zurückschneiden wollte, sah ich meine Gelegenheit.

»Ich helfe«, sagte ich. Dad schniefte.

»In diesen Sachen? Du wirst den Stoff zerreißen. Außerdem ist solche Arbeit nicht wirklich dein Ding, oder?«

»Klagst du nicht immer darüber, dass ich nie etwas Nützliches mache?«, fragte ich mit honigsüßer Stimme. Er knurrte laut, aber wie ich gehofft hatte, schaltete sich Nigel als guter Christ ein und kam zu meiner Rettung.

»Ich könnte ein bisschen Hilfe gut gebrauchen«, sagte er und lächelte mich an.

Ich lächelte zurück und dachte an all die wunderbaren Dinge, die ich mit ihm anstellen würde. Vieles sprach dafür, dass er noch unschuldig war. Ich wusste, dass er nicht schwul war. Zu oft hatte ich sein Gesicht gesehen, wenn er nicht wusste, dass ich ihn dabei beobachtete, wie er mich beobachtete.

Nein, ich hatte keinen Zweifel, dass er scharf auf mich war, aber er gehörte eben nicht zu den Typen, die jeden Abend eine andere Braut aufreißen. Wenn er schon mal eine Freundin gehabt hatte, dann würde es ein Mädchen sein, wie Dad sich seine Tochter vorstellte.

Ein gutes Mädchen, das jeden Sonntag den Gottesdienst besuchte und seine Unschuld für den Bräutigam aufbewahrte. Jedenfalls würde Dad sich nicht mit einer Tochter anfreunden können, deren Vorstellung einer guten Nacht darin bestand, sich komplett zuzudröhnen, weil sie sich erst dann auf eine anonyme Nummer mit irgendeinem Typen einlassen konnte.

Aber ich schätzte, dass Nigel in Wirklichkeit ein böses Mädchen wie mich bevorzugte, und ich hatte das Gefühl, dass ich das noch an diesem Nachmittag herausfinden würde.

»Also gut«, sagte ich, streckte mich und achtete darauf, dass er einen ungehinderten Blick auf meine strotzenden Brüste hatte, während ich das Starren im blaurot angelaufenen Gesicht meines Vaters ignorierte. »Ich bin bereit, wann immer du sagst, dass es losgehen kann.«

Zuerst sah Nigel so aus, als hätte er sein ganzes Leben lang keinen unkeuschen Gedanken gehabt, und ich begann zu fürchten, dass ich meine Zeit vergeudete. Ich würde mir Blasen zuziehen und von Dornen gekratzt werden. Aber dann sah ich, wie er mich betrachtete. Ich legte meine Schere hin.

»Himmel, ist mir heiß«, murmelte ich und fragte mich, wie deutlich ich werden musste, um ihn auf die richtigen Gedanken zu bringen.

»Ja, es ist ein heißer Tag«, stimmte er zu und sah mich lächelnd an.

»Du solltest dein T-Shirt ausziehen«, sagte ich und strich mit einer Hand über den Stoff. »Ich verspreche auch, dass ich nicht über dich herfalle.«

Er starrte mich an, dann schluckte er und kam etwas näher. Ich wusste, dass ich scharf auf ihn war.

»Es sei denn, du willst es«, murmelte ich und ging näher auf ihn zu. Er roch nach Schweiß, und ich nahm auch den moschusartigen Geruch wahr, den Männer ausströmen, wenn sie angetörnt sind. Aber er hatte noch ein schlechtes Gewissen. Was mich nicht störte, denn es würde mich noch mehr anmachen, wenn ich seine Skrupel bearbeiten musste.

»Du hast es noch nie gemacht, was?«, wisperte ich und war so erregt, dass meine Nippel sich wie harte Kieselsteine anfühlten, als sie sich gegen mein enges T-Shirt drückten.

»Was habe ich noch nicht gemacht?«, murmelte er, aber ich wusste, dass ihm klar war, worauf ich anspielte.

»Du hast noch kein Mädchen gevögelt.«

Einen Moment lang dachte ich, dass meine Direktheit ihn abgestoßen hatte. Dann zog er das T-Shirt über den Kopf, und ich konnte nur denken, was für eine Verschwendung es wäre, wenn er wirklich noch unbeleckt war. Er hatte einen breiten Brustkorb, und sein Waschbrettbauch wurde von zarten hellen Härchen bedeckt. Seine schlanken Oberschenkel steckten in einer alten Jeans, in der sich eine Beule abzeichnete.

»Willst du?«, fragte ich und blieb auf Distanz, um ihn durch meine Nähe nicht zu erschrecken.

»Du meinst doch nicht …?« Er sah so ungläubig drein, dass ich lächeln musste.

»Ja, doch. Hier. Es ist ein wirklich stiller Platz.«

Einen besseren Ort konnte es gar nicht geben. Der Dschungel, den wir roden sollten, bot uns einen Sichtschutz und sogar ein komfortables Bett. Die Unverfrorenheit, Dads Stellvertreter in seinem eigenen Kirchhof zu verführen, ließ mich zittern vor Lust. Über uns erhob sich der Kirchturm, und von seinem Arbeitszimmer konnte er über den weiten Rasen schauen. Ein perfekter Ort.

»Aber …« Nigel schien sein Glück nicht glauben zu können. »Bist du sicher?«

»Sehr.«

Einer musste den ersten Schritt gehen, und ich wusste, dass ich auf ihn nicht warten konnte. Ich trat auf ihn zu und strich mit meiner Hand über die Beule in der Jeans. Er keuchte, und ich dachte schon, er wäre sofort gekommen, aber da irrte ich mich. Stattdessen griff er nach mir, und ohne Geschick drückte er mir einen hungrigen Kuss auf den Mund. Seine Zunge stieß tief in meinen Rachen, und seine Hände schoben die schmalen Träger meines T-Shirts nach unten.

»Du bist wunderschön«, murmelte er und starrte auf meine Brüste wie ein dürstender Mann auf einen Humpen Wein. Nie hatte ich mich so sexy gefühlt.

Er hatte es noch nie getan, deshalb konnte ich ihm zeigen, wie ich es am liebsten hatte. Mir blieb der ganze Sommer, um ihm alles beizubringen. Dad würde verrückt werden, wenn er das herausfand, aber ich hatte nicht vor, es ihm zu sagen, und Nigel würde auch den Mund halten. Das Bewusstsein, meinen Plan quasi unter seinen Augen umzusetzen, machte alles noch viel spannender. Für mich war es die Revanche für die vielen Male, die er mich gedemütigt hatte. Wie oft war ich mir wie ein zehn Zentimeter großer Wicht vorgekommen, wenn er mich wieder einmal zusammengestaucht hatte. Und immer wieder hatte er darauf bestanden, dass aus mir nichts wird.

»Du bist auch nicht schlecht«, murmelte ich und musterte seine Muskeln aus der Nähe. Seit ich nach Hause gekommen war, hatte ich diese Muskeln bewundert. Sie waren so hart, wie sie aussahen, und als ich den Reißverschluss seiner Jeans aufzog, sprang sein Schaft heraus, als wollte er meine Erwartungen nicht enttäuschen. Er ruckte aufwärts, hart und rot und geschwollen, als fragte er danach, gedrückt und geküsst zu werden.

Er war so glitschig, dass ich wusste, ich würde meine Pläne ändern müssen, sonst würde es vorbei sein, bevor es begonnen hatte und bevor Nigel etwas gelernt hatte und vielleicht kalte Füße bekam.

Ich kniete mich vor ihn, schob seine Jeans ein Stück hinunter, damit ich ungehindert an ihn herankam. Ich zog sie ihm nicht ganz aus; für den Fall, dass sich sein Gewissen meldete und er plötzlich davonlaufen wollte, sollte er das können.

Aber es sah nicht so aus, als müsste ich solche Reaktionen befürchten. Er starrte mich wie betäubt an, doch als ich nach seinem Geschlecht griff, walkte er meine Brüste. Ich stieß einen Schrei aus, aber nicht laut genug, um ihn zu irritieren. Ich mag es gern ein bisschen rau, wenn ich in der richtigen Stimmung bin. Außerdem wusste Nigel es nicht besser.

Ich leckte ihn langsam, schmeckte seine Lust und genoss die Art, wie sein Körper bei jedem Lecken vibrierte, bis er geschüttelt wurde, als wäre er high von irgendeinem Zeug. Meine Zunge koste seine Bälle, und als er zu stöhnen begann, nahm ich sie nacheinander in den Mund. Ich wollte ihn lange und genüsslich saugen, aber sein Körper hatte andere Vorstellungen. Ich hatte nur einmal über seine Kuppe geleckt, als er plötzlich zu zucken begann, und dann schoss seine Ladung in meinen Rachen. Ich schluckte.

»Tut mir leid«, keuchte er, vermied es aber, mich anzusehen. »Du bist einfach viel zu sexy.«

»Schon gut so«, sagte ich.

Das war nicht gelogen. Ich hatte gleich gewusst, dass er kommen würde, sobald mein Mund seinen Schaft berührte. Ich wusste auch, dass er jung und fit war, und er würde in wenigen Minuten wieder einsatzbereit sein. Und bis dahin konnten wir uns die Zeit mit vielen anderen Dingen vertreiben. Ich wischte mir die Lippen sauber und legte mich zurück ins weiche Gras. Meine Schenkel fielen auseinander, und ich war gespannt, ob er jetzt die Initiative übernahm.

»Lachst du mich nicht aus?« Er war völlig verunsichert, als er sich neben mich legte. Er sah so geil aus, dass ich wusste, er würde alles tun, was ich ihm sagte.

»Warum sollte ich?« Ich küsste ihn und fühlte, wie er die Zunge rollte, als er sich selbst in meinem Mund schmeckte.

»Weil ich noch nie …«

»Du hast auf das richtige Mädchen gewartet«, neckte ich ihn. In den nächsten Minuten schon würde ich ihm zeigen, was für ein Mädchen ich war. Er gehörte bestimmt zu den Typen, die beim ›richtigen Mädchen‹ an Heirat und viele Babys dachten. Aber ich war nur an hartem Sex interessiert, viel und oft. Und in diesem Moment war ich ganz heiß darauf.

»Soll ich dir sagen, was du tun sollst?«, fragte ich leise. Er lächelte.

»Du willst den Ton angeben? Das gefällt mir bestimmt.« Seine Hand griff wieder an meine Brüste, aber diesmal war er zärtlicher.

»Ich mag es, wenn du meine Nippel küsst.«

Er beugte den blonden, kurz geschorenen Kopf über meinen Körper, und seine Zunge zeigte großen Enthusiasmus. Es war gut, aber es war nicht genug.

»Zieh mich aus«, befahl ich.

Er brauchte so lange, dass ich die Geduld verlor und ihn anschrie, er sollte endlich anfangen. Schließlich griff er an den Knopf meiner abgeschnittenen Jeans. Er öffnete den Knopf, zog den Reißverschluss hinunter und schob die enge Jeans über die Hüften. Als er meine Pussy freigelegt hatte, hörte er auf.

»Du bist nass«, flüsterte er stockend, und ich lächelte und setzte mich auf.

»Ich will dich«, sagte ich. »Willst du nicht beenden, was du begonnen hast?«

»Nein!« Ich war sicher gewesen, dass er eine Art Weichei war, aber ich hatte mich geirrt. »Du willst es!«, keuchte er und verdrehte mein Höschen, bis der schmale Zwickel nachgab und riss. »Nun, du sollst bekommen, was du haben willst!«

Er schob mich zurück auf den Boden, und ich musste meine Schätzung erneuern, wie lange er für die nächste Erektion brauchen würde.

»Nigel, bitte …« Ich ließ einen schwachen Protest hören, weil ich davon ausging, dass er ihn erwartete, aber in Wirklichkeit konnte ich kaum erwarten, dass er in meine Rolle schlüpfte und den Angreifer spielte.

Sein Gesicht verzog sich zu einer Grimasse, als er mich auf dem Boden festpinnte. Wenn er gewusst hätte, dass meine Proteste nur aufgesetzt waren, wäre sein Interesse längst nicht so begeistert gewesen.

In diesem Moment wollte er nur das Eine, und mir sollte es recht sein. Ich wollte es auch. Je schuldbewusster er sich später fühlte, desto sicherer konnte ich sein, dass er seine Missetat nicht bei meinem Vater beichten würde. Ich konnte dann das Bild des braven Mädchens aufrechterhalten, Dad würde mich in Ruhe lassen, und ich konnte wenigstens erträgliche Sommerferien genießen.

»Wenn du dich gegen mich wehrst«, knurrte Nigel, und ich begann mich zu wundern, was ich da aus dem Dunkel ans Licht geholt hatte. Nicht, dass er mich zwingen müsste, denn ich war wirklich scharf auf ihn, aber mein unschuldiger Gehilfe entwickelte sich zu einem Tiger.

»Was dann?«, neckte ich ihn herausfordernd. Er riss wieder an meinem Höschen. Ein dünnes Bändchen brach ab, und er zog die zerrissene Baumwolle zwischen meinen Beinen hin und her. Sie rieb sich auf quälende Weise an der Klitoris, was auch der Grund war, warum der Stofffetzen immer nasser wurde. Er zog ihn hervor, schaute ihn verwundert an, warf ihn dann ins hohe Gras und grinste.

»Aber du wirst dich gar nicht wehren, nicht wahr?«, fragte er. »Du willst es nicht weniger als ich.«

Ich wollte es viel mehr als er, aber dies war nicht der Augenblick für Spitzfindigkeiten. Stattdessen stieß ich noch einen Stöhnlaut aus, als er meine unteren Lippen mit seinen dicken, grasgrünen Fingern teilte.

Ich halte meinen Busch immer schön getrimmt, dann passt der Bikini besser, und außerdem bringt es Vorteile bei den verschiedenen Schlafzimmersportarten. Der Busch war jetzt schon nass, und er wurde noch nasser, als er zwei dicke Finger in mich hineinschob. Sein Mund fasste und umspannte meine Brust, und seine Zähne gruben sich in meinen Nippel. Ich grunzte vor Lust, als er zu stoßen begann.

»Du willst mich.« Seine freie Hand ersetzte seinen Mund. Er hob den Oberkörper an, um die Reaktion auf meinem Gesicht ablesen zu können. Sein Gesicht war vor Lust so dunkel geworden, dass ich ihn kaum noch wiedererkannte.

»Ich will dich«, gab ich zu und wünschte, ich würde das Risiko eingehen, ihn anzuschreien, er sollte mich fester bumsen. Meine Hüften ruckten gegen seine zustoßende Hand, aber das reichte mir nicht, und der Bastard wusste es. Er mochte zwar noch die Unschuld haben, aber offenbar hatte er einige Studien betrieben, und jetzt hatte ich das Glück, von seiner aufgestauten Lust zu profitieren.

»Berühre mich.« Ich hatte vor, kühl und gelassen zu bleiben, während ich ihn in die Geheimnisse einführte, aber ich begehrte ihn so sehr, dass meine Aufforderung sich wie eine klägliche Bitte anhörte.

»Wo?«

Ich blinzelte und fragte mich, wie jemand so wenig wissen kann, wenn er den Sexualkundeunterricht in allen Klassen über sich hat ergehen lassen. Aber es war unglaublich erotisch, wenn ich mir in Erinnerung rief, dass ich das erste Mädchen war, an dem er lernen konnte.

»Meine Klit«, sagte ich und führte seine Hand von meiner Brust hinunter zwischen die Beine. Ich teilte die Labien für ihn, aber dann hatte ich eine bessere Idee. »Küss mich«, raunte ich. »Küss mich, wie ich dich geküsst habe.«

»Ich habe die Kontrolle übernommen«, rief er mir in Erinnerung zurück, und ich stöhnte auf, als er seine Finger aus meinem Innersten zog.

»Bitte, ich werde alles tun, was du willst, wenn du mich nur ein wenig lutschst.«

»Alles?« Er hatte die Augen weit aufgerissen, und ich fragte mich, welcher Art die Träume meines angeblich unschuldigen kleinen Freundes waren. Nicht, dass ich mich von ihnen würde abschrecken lassen.

Er schob meine Jeans noch etwas weiter hinunter, und ich spreizte meine Beine so weit ich konnte, weil ich ihm helfen wollte. Trotzdem blieb kaum genug Platz, um seinen Kopf zwischen meine Beine zu stecken. Aber irgendwie schaffte er es.

Seine Zunge tauchte in meinen Busch, und ich schob meine Hand in den Mund, denn ich durfte keinen großen Lärm von mir geben. Immer wieder spazierten Gemeindemitglieder über den Kirchhof, und manch einer würde gern wissen, was wir beide denn da trieben.

Dann klemmte sich der jungfräuliche Mund um meine Klitoris und nahm sie in Verwahrung, wie er vorher meine Brust umfasst hatte. Seine Finger steckten jetzt wieder in mir drin, drei sogar. Von Zärtlichkeit hielten sie nicht viel, und ich spürte auch keine Finesse. Aber es war mir egal. Ich würde bekommen, was ich gewollt hatte – einen heißen Stich.

Ich hörte, wie er mich ausschlürfte, und ich fühlte, wie sich die Klitoris verhärtete. Mein Magen verdrehte sich zu kleinen Klumpen, aber Sekunden bevor ich gekommen wäre, setzte er sich abrupt auf und ließ mich als wimmerndes Opfer zurück, und im nächsten Moment waren die unglaublichen Gefühle schon abgeschwächt.

»Nicht so«, murmelte er und zerrte wieder an mir herum. Er wollte, dass ich mich auf den Bauch legte.

»Warte!«, rief ich. Auch wenn ich mich bisher wie eine Schlampe aufgeführt hatte, so würde ich nicht zulassen, dass er mich ohne Kondom nahm. Ich war ziemlich sicher, dass er auf Verhütung nicht vorbereitet war, aber ich war bei den Pfadfinderinnen gewesen, bis sie mich beim Rauchen erwischt und rausgeworfen hatten. Doch nun ergab sich die Konsequenz aus meinem frühen Lernen – sei nie unvorbereitet.

Ich langte in die Arschtasche meiner abgeschnittenen Jeans und zog ein Kondom heraus.

»Du hast gewusst, dass das passieren wird, nicht wahr?«, knurrte er und griff nach der Folie. Ich lächelte nur. Natürlich hatte ich gewusst, dass etwas in dieser Art laufen würde, aber brave Mädchen, an die er eher gewöhnt war, würden sich nicht so freigiebig äußern.

»Ich hatte es gehofft«, sagte ich und bemühte mich um einen scheuen Klang meiner Stimme. Ich hörte, wie er die Folie aufriss, die den Pariser bedeckte. Den Rest stellte ich mir bildlich vor – er würde sein prächtiges Glied, das ich schon im Mund gespürt hatte, mit der Latexschicht einkleiden, und eine Minute später würde es in mir sein. Ich konnte es kaum erwarten.

Er legte eine Hand unter meinen Bauch und zwang mich auf Hände und Knie. Allmählich hatte ich Angst vor der eigenen Courage. Hatte ich mich in ihm geirrt? Wollte er von hinten in mich eindringen? Wie bei einem Jungen?

Ich öffnete gerade den Mund, um ihm unmissverständlich klarzumachen, dass es nur eine Öffnung für ihn gab, aber im nächsten Moment stieß er seinen Schaft in meine Pussy. Dieses Problem war gelöst, und ich fragte mich, warum ich jemals geglaubt hatte, ich müsste ihm etwas beibringen. Er war dick, er war hart, und er stieß so gekonnt zu, als wüsste er genau, welche Stellen er rammeln sollte. Er lehnte sein Gewicht auf mich, bis meine Ellenbogen zusammenbrachen. Mein Po stieß hoch in die Luft, während er seine kräftigen Stöße dosierte. Er drückte meinen Kopf ins Gras.

Es war verdammt unbequem, aber ich wollte mich nicht beklagen. Eine seiner breiten festen Hände zog meine Pobacken auseinander, wodurch ich mir wahnsinnig schmutzig und verdorben vorkam. Mit der anderen Hand bearbeitete er meine Klitoris. Rein und raus stieß er; jeder Stoß kräftiger als der zuvor. Sein Grunzen war so laut wie mein Stöhnen.

Ich fühlte die ersten herrlichen Krämpfe in meinem Bauch, als ich eine donnernde Stimme fragen hörte: »Was geht hier genau vor, Teresa?«

Es war natürlich Dad. Wir hätten nicht so laut sein dürfen oder überhaupt etwas vorsichtiger, aber es konnte auch sein, dass er vom ersten Moment an geahnt hatte, ich könnte was Schlechtes im Schilde führen.

Egal wie, wir waren erwischt, wie man es sich schlimmer gar nicht vorstellen konnte, gerade in dem Moment, in dem der arme Nigel den Punkt ohne Wiederkehr erreicht hatte. Böser hätte es für ihn nicht kommen können – unter den anklagenden Blicken des Vikars seiner Gemeinde, nur ein paar Schritte von seiner Kirche entfernt, in der er sonntags predigte, und der Schwanz steckte in der jungen Tochter des Vikars. Der wackere Gehilfe stieß einen gewundenen Schrei aus und kam. Ich steckte meinen Kopf ins Gras, hin und her gerissen zwischen Lachen und Tränen. Ich war so nahe und doch so weit von einem Orgasmus entfernt, und eine zweite Chance würde ich mit Nigel nicht erhalten.

Wie zu erwarten war, erlebte Dad einen Tobsuchtsanfall. Natürlich hätte er mir gern die Verantwortung in die Schuhe gesteckt, aber die Szene, die sich vor ihm abspielte, zeigte klar, wer die Kontrolle hatte, also wartete er nur ab, während Nigel sich zurückzog und seine Jeans griff. Ich bückte mich nach Shorts und T-Shirt und zog mich an. Ich wusste ganz genau, dass Dad das zerrissene Höschen sehen konnte, das noch im Gras lag.

»Es ist nicht so, wie du denkst«, sagte ich, bevor Nigel den Helden spielen und behaupten konnte, er hätte mich gezwungen.

»Es ist gar nicht nötig, dass ich irgendwas denke, Teresa. Ich weiß genau, was geschehen ist und wer damit angefangen hat.« Dads Stimme war so kalt, dass ich wusste, er war ernsthaft wütend. »Auf dem Kirchhof, nur wenig oberhalb der Gräber, wo dich jeder hätte sehen können, der ein Grab besucht … Nigel, wie konnten Sie nur?«

Ich war offenbar ein hoffnungsloser Fall, was mich nicht wirklich überraschte, aber Nigel war seine große Hoffnung gewesen. Nigel schaute mich an, und ich wartete darauf, dass die Wahrheit ans Licht kam, aber er musste tatsächlich den Helden spielen.

»Ich habe die Situation ausgenutzt«, sagte er, und zu jeder anderen Zeit hätte ich schallend gelacht. »Sie saß da und wollte eine Pause machen, da habe ich …«

»Aber sie hat sich nicht wirklich zur Wehr gesetzt, was?« Dad wandte sich an mich. »Du wehrst dich nie, nicht wahr, Teresa?«

Dann kamen alle Geheimnisse heraus, von denen ich gehofft hatte, dass ich sie für mich behalten könnte. Nun, zum Glück kamen nicht alle heraus, aber es waren mehr als genug, und jede einzelne Geschichte verriet klar, dass ich als Tochter eines Vikars nicht taugte. Das war auch der Moment, in dem er mir sagte, dass ich in seinem Haus nicht mehr willkommen war.

Seiner Ansicht nach war ich eine undankbare, gefühllose Enttäuschung, die das schlimme Ende verdient hatte, das es mit ihr bald nehmen würde. Es war nichts, was ich nicht schon mal von ihm gehört hatte, deshalb brauchte ich mich nicht zurückzuhalten, und eine Entschuldigung konnte er auch nicht von mir erwarten. Ich war es satt, mein Leben nach seinen Regeln zu leben, ich war es satt, nie ein bisschen Geld in der Tasche zu haben und ihm etwas vorzulügen, wenn er fragte, was ich vom Leben erwartete. An diesem Tag verließ ich mein Zuhause, und deshalb brauche ich einen Job in diesem Sommer …«

Ich musste aufhören, denn meine Finger begannen zu schmerzen, was mich nicht überraschte, denn ich tippte fast seit einer Stunde. Zwischen den Beinen war ich so nass wie damals, als sich die beschriebene Szene abgespielt hatte, aber jetzt konnte ich mich wenigstens darum kümmern. Ich speicherte meinen Text und ging zum Bett; unterwegs blieb ich nur einen Moment stehen, um den Vibrator aus der Schublade zu holen, wo ich ihn unter Lehrbüchern versteckt hatte.

Ich zog meine Leggings aus und das Top, das ich mir rasch übergeworfen hatte, als Imo an der Tür gewesen war. Ich legte mich aufs Bett, spreizte die Beine weit und erinnerte mich an das Geschehen auf dem Kirchhof.

Kurz überlegte ich, ob ich die richtige Entscheidung getroffen hatte. Ganz egal, wie man um die Sache herumredete, wenn ich den Job annahm, war ich eine Hure. Das passte nicht einmal zu meinen Vorstellungen eines braven Mädchens, von Dads antiquierten Ideen ganz zu schweigen. Es würde ihn treffen und auch meine eigene Zukunft, wenn jemand erfuhr, womit ich in diesem Sommer mein Geld verdiente.

Dann dachte ich: Zur Hölle damit. Warum sollte ich mir nicht das nötige Kleingeld verdienen, das ich brauchte, um über die Runden zu kommen? Ich musste nur das tun, was ich ohnehin schon tat, um meinen Spaß zu haben. Dass ich nun dafür bezahlt wurde, war fast das Salz in der Suppe, und ich musste gestehen, dass auch ein Rachegedanke dabei war. Rasch stellte ich den Vibrator an.

Zuerst reichte das stete Pulsieren gegen meine Klitoris, aber bald schon brauchte ich mehr. Ich entwarf ein Bild von Nigel mit seinem verzerrten Gesicht und seiner massiven Erektion. Ich schob zwei Finger in mich hinein, dann drei, und versuchte, mich an jedes Detail auf dem Kirchhof zu erinnern.

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