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Die Tage des Zweifels

Über den Autor

Andrea Camilleri, »der Superstar der italienischen Krimiszene«; (BRIGITTE), hat mit seinen Werken Millionen Menschen zu begeisterten Sizilienfans gemacht. Ob er seine Leser mit den unkonventionellen Ermittlungen seines unwiderstehlichen Helden Salvo Montalbano in den Bann zieht, ihnen mit kulinarischen Köstlichkeiten den Mund wässrig macht oder ihnen unvergessliche Einblicke in die mediterrane Seele gewährt: Dem verführerischen Charme der Welt Camilleris vermag sich niemand zu entziehen.

Andrea Camilleri

Die Tage des Zweifels

Commissario Montalbano träumt
von der Liebe

Roman

Aus dem Italienischen
von Rita Seuß und Walter Kögler

BASTEI ENTERTAINMENT

Eins

Selten hatte er eine so schlimme Nacht erlebt. Doch kaum war er wieder eingeschlafen, ließ ihn ein fürchterlicher Donnerschlag hochschrecken, als hätte man fünf Zentimeter neben seinem Ohr eine Kanone abgefeuert. Fluchend setzte er sich im Bett auf. An Schlaf war nicht mehr zu denken, es hatte keinen Sinn, noch länger liegen zu bleiben.

Er stand auf, trat ans Fenster und sah hinaus. Draußen tobte ein ordentliches Gewitter: Gleißende Blitze zuckten über den pechschwarzen Himmel, die Wellen bäumten sich vier Meter hoch auf und schleuderten ihre weiße Gischt ans Ufer. Die Brandung hatte den ganzen Strand verschlungen, das Wasser kam bis unter die Veranda heran. Er schaute auf die Uhr: Es war erst sechs.

In der Küche stellte er die Espressokanne auf die Herdplatte, setzte sich und wartete, bis der Kaffee fertig war. Allmählich fiel ihm wieder ein, was er geträumt hatte. Eine elende Plage, die ihn nun schon seit ein paar Jahren quälte! Warum erinnerte er sich bloß an jeden Quatsch, den er geträumt hatte? Soweit er wusste, schleppten keineswegs alle nach dem Aufwachen ihre Träume mit sich herum. Sie schlugen die Augen auf, und alles, was ihnen im Schlaf widerfahren war, Angenehmes wie Unangenehmes, war weg. Bei ihm nicht. Und das Schlimmste dabei: Es waren problematische Träume. Sie warfen eine Menge Fragen auf, die er meistens nicht beantworten konnte. Und das nervte ihn.

Am Abend hatte er sich gut gelaunt zu Bett gelegt. Seit einer Woche gab es im Kommissariat keine besonderen Vorkommnisse, und das wollte er nutzen, um Livia mit einem Besuch in Boccadasse zu überraschen. Er löschte das Licht, kuschelte sich in seine Schlafposition und schlief fast augenblicklich ein. Und sofort begann er zu träumen.

Er betrat das Kommissariat und sagte: »Catarè, ich werde nach Boccadasse fahren.« Und Catarella antwortete: »Sag mir quando, sag mir wann. Sag mir quando quando quando.«

Fazio mischte sich ein. »Dottore, mit Verlaub, aber Sie können nicht nach Boccadasse fahren.«

»Wieso denn nicht?«

Fazio schien zu zögern.

»Wissen Sie’s nicht mehr, Dottore?«

»Was denn?«

»Dass Sie gestern früh genau um sieben Uhr fünfzehn gestorben sind?«

Er zog einen Zettel aus der Jackentasche.

»Sie sind Salvo Montalbano, Sohn von …«

»Lass diesen Personalienkram! Bin ich wirklich gestorben?! Wie das denn?«

»Sie hatten einen Schlaganfall.«

»Wo?«

»Hier im Kommissariat.«

»Und wann?«

»Dieweil Sie telefonisch am Telefon mit dem Signori e Questori telefoniert haben«, klärte Catarella ihn auf.

Dann hatte dieses Riesenrindvieh Bonetti-Alderighi ihn also derart in Rage gebracht, dass …

»Wenn Sie es sich anschauen wollen …«, sagte Fazio. »Sie sind in Ihrem Büro aufgebahrt.«

Zwischen den Bergen von Unterlagen auf seinem Schreibtisch hatte man Platz geschaffen und den offenen Sarg daraufgestellt. Er betrachtete sich. Er sah zwar nicht wie ein Toter aus, aber es bestand kein Zweifel, dass die Leiche im Sarg er selbst war.

»Habt ihr Livia verständigt?«

»Ja«, sagte Mimì Augello und trat auf ihn zu.

Er umarmte ihn fest und sagte mit tränenerstickter Stimme:

»Mein aufrichtiges Beileid.«

Ein Chor von Stimmen wiederholte:

»Aufrichtiges Beileid.«

Der Chor bestand aus Bonetti-Alderighi, dessen Kabinettschef Dottor Lattes, Jacomuzzi, Schuldirektor Burgio und zwei Sargträgern.

»Danke«, sagte er.

Da kam Dottor Pasquano herein.

»Woran bin ich denn gestorben?«, fragte ihn Montalbano.

Pasquano brauste sofort auf.

»Müssen Sie mir sogar noch als Toter auf den Senkel gehen? Warten Sie gefälligst das Ergebnis der Obduktion ab!«

»Können Sie mir denn noch gar nichts verraten?«

»So wie’s aussieht, war es ein Schlaganfall mit Todesfolge, aber es gibt da ein paar Einzelheiten, die mich nicht überzeu…«

»O nein!«, mischte sich der Polizeipräsident ein. »Dottor Montalbano kann nicht in seinem eigenen Todesfall ermitteln!«

»Warum denn nicht?«

»Das wäre nicht korrekt. Er ist persönlich zu sehr in die Sache involviert. Außerdem ist das im Reglement nicht vorgesehen. Tut mir leid. Der neue Leiter der Kripo wird die Ermittlungen führen!«

Da fiel Montalbano etwas ein, und er zog Mimì beiseite.

»Wann kommt Livia?«

Mimì machte ein betretenes Gesicht.

»Sie hat gesagt, dass sie …«

»Was?«

Mimì starrte auf seine Schuhspitzen.

»Sie hat gesagt, sie weiß es nicht.«

»Was weiß sie nicht?«

»Ob sie es schafft, zur Beerdigung zu kommen.«

Wutentbrannt lief Montalbano hinaus in den Hof, wo ein Haufen Kränze abgelegt waren und der Leichenwagen schon bereitstand, und zog sein Handy heraus.

»Pronto, Livia? Salvo hier.«

»Ciao, wie geht’s? Ach, entschuldige, ich wollte dich nicht …«

»Was soll das heißen, du weißt nicht, ob du es schaffst …«

»Salvo, hör zu. Wärst du noch am Leben, würde ich alles tun, um weiter mit dir zusammen zu sein. Ich würde dich vielleicht sogar heiraten. Na ja – in meinem Alter und nachdem ich ein Leben lang auf dich gewartet habe, was wäre mir sonst auch übrig geblieben? Aber jetzt, wo sich mir plötzlich diese einmalige Chance bietet, verstehst du doch sicher …«

Er schaltete das Handy aus und ging wieder hinein. Man hatte den Sarg geschlossen, der Trauerzug formierte sich bereits.

»Kommen Sie auch?«, fragte Bonetti-Alderighi.

»Ja, doch«, gab er zurück.

Kaum waren sie auf dem Hof angelangt, stolperte einer der Träger, und der Sarg krachte mit einem solchen Getöse auf den Boden, dass Montalbano aufwachte.

Es war ihm dann nicht gelungen, wieder einzuschlafen, zu viele Fragen zermarterten sein Hirn. Besonders eine ließ ihm keine Ruhe: Was hatte Livia bloß damit gemeint, als sie sagte, sie dürfe sich diese Chance nicht entgehen lassen? Das bedeutete doch wohl, dass sein Tod für sie eine Befreiung darstellte. Die nächste Frage ergab sich von selbst: Wie viel Wahrheit steckt in einem Traum? Im vorliegenden Fall war schon ein winziges Körnchen zu viel.

Denn um ehrlich zu sein: Livia musste von ihm nicht nur die Nase voll haben, sondern auch die Schnauze und den Kanal. Aber warum regte sich sein schlechtes Gewissen einzig und allein im Traum und brachte ihn damit um den Schlaf? Wenn er es genau bedachte, war der Umstand, dass Livia seiner Beerdigung fernbleiben wollte, keine Lappalie, sondern eine Hundsgemeinheit, egal, welche Gründe sie dafür haben mochte.

Als er vor die Tür trat, um ins Kommissariat zu fahren, sah er, dass die Ausläufer der Brandung bis auf einen halben Meter an das Haus heranrollten, so weit wie noch nie. Der Strand war verschwunden, da war nichts als Wasser.

Erst nach einer guten Viertelstunde und hundert deftigen Flüchen entschloss sich der Motor, seine Schuldigkeit zu tun, was Montalbanos Nerven, die wegen des Mistwetters ohnehin schon angegriffen waren, weiter strapazierte.    

Nach nicht einmal fünfzig Metern musste er anhalten: ein Stau, so weit das Auge reichte – oder vielmehr, so weit man durch die Windschutzscheibe erkennen konnte, denn die Scheibenwischer konnten gar nicht so schnell arbeiten, wie der Regen herunterprasselte.

Während in Richtung Vigàta alles stand, war in der Gegenrichtung nicht mal ein Moped unterwegs.

Nach zehn Minuten beschloss er, auszuscheren und umzukehren, bis zur Abzweigung nach Montereale zu fahren und einen Weg einzuschlagen, der zwar länger war, ihn aber auf jeden Fall ans Ziel bringen würde.

Aber er steckte fest, die Schnauze seines Wagens klebte an der Stoßstange des Wagens vor ihm, und das Fahrzeug hinter ihm war genauso dicht aufgefahren.

Es half nichts, er musste ausharren. Er war eingeklemmt wie eine Ölsardine in der Büchse. Aber am meisten ärgerte ihn, dass er keinen Schimmer hatte, was da eigentlich los war.

Nach weiteren zwanzig Minuten verlor er endgültig die Geduld. Er riss die Tür auf und stieg aus. Im Nu war er nass bis auf die Unterhose. Er lief bis ganz nach vorn, und jetzt sah er, was geschehen war: Das Meer hatte die Straße weggespült. Komplett. Die beiden Fahrbahnen existierten nicht mehr, an ihrer Stelle klaffte ein riesiges Loch, in dem gelbbraunes Wasser aufschäumte. Das vorderste Auto stand mit der Schnauze am Rand des Kraters. Noch dreißig Zentimeter, und es wäre hineingestürzt. Doch der Commissario erkannte sofort, dass diese Gefahr keineswegs gebannt war, denn die Straße bröckelte, wenn auch extrem langsam, immer weiter ab. Über kurz oder lang würde der Abgrund das Auto verschlingen. Im strömenden Regen konnte er nicht erkennen, wer darin saß.

Er ging näher heran und klopfte ans Fenster. Nach einer Weile wurde die Scheibe einen Spalt heruntergekurbelt. Es war eine junge Frau Anfang dreißig. Sie trug eine Brille mit Gläsern so dick wie Flaschenböden, und der Schreck stand ihr ins Gesicht geschrieben.

Sie war allein im Wagen.

»Sie müssen aussteigen.«

»Warum?«

»Schauen Sie doch, wenn nicht bald Hilfe kommt, wird Ihr Auto in dieses Loch rutschen.«

Sie verzog das Gesicht wie ein Kind, das im nächsten Moment losheult.

»Wo soll ich denn hin?«

»Nehmen Sie das Nötigste mit und kommen Sie in meinen Wagen.«

Sie sah ihn an, ohne eine Antwort zu geben. Montalbano begriff, dass sie ihm, einem Fremden, misstraute.

»Ich bin Polizeikommissar.«

Vielleicht war es die Art, wie er das sagte, jedenfalls schien sie nun überzeugt. Sie griff nach ihrer Reisetasche und stieg aus.

Nebeneinanderher liefen sie zu seinem Wagen, und Montalbano öffnete ihr die Tür.

Sie waren beide so pitschnass, dass das Wasser aus ihren Jeans und seiner Hose spritzte, als sie sich hinsetzten.

»Ich heiße Montalbano.«

Das Mädchen beugte sich zu ihm hinüber, um ihn näher in Augenschein zu nehmen.

»Ach ja. Jetzt erkenne ich Sie. Ich habe Sie im Fernsehen gesehen.«

Sie fing an zu niesen und konnte gar nicht mehr aufhören. Als ihr Niesanfall endlich vorbei war, standen ihr Tränen in den Augen. Sie nahm die Brille ab, wischte sie trocken und setzte sie wieder auf.

»Ich heiße Vanna. Vanna Digiulio.«

»Sie werden einen ordentlichen Schnupfen kriegen.«

»Tja.«

»Wollen Sie vielleicht mit zu mir nach Hause kommen? Ich habe ein paar Sachen von meiner Freundin im Schrank. Sie könnten was davon anziehen, bis Ihre Sachen trocken sind.«

»Ich weiß nicht, ob sich das schickt«, entgegnete sie zögernd.

»Ob sich was schickt?«

»Dass ich mit zu Ihnen nach Hause komme.«

Was dachte die nur von ihm? Dass er über sie herfallen würde, sobald sie im Haus waren? Sah er so aus? Und im Übrigen: Hatte sie sich eigentlich schon mal im Spiegel betrachtet?

»Hören Sie, wenn Sie mir nicht …«

»Wie kommen wir denn zu Ihnen nach Hause?«

»Zu Fuß. Ist nur fünfzig Meter von hier. Bis uns hier jemand rausholt, wird es Stunden dauern.«

Montalbano zog sich trockene Sachen an, und während er die Espressokanne auf den Herd stellte, ging Vanna unter die Dusche, zog ein Kleid von Livia an, das ihr etwas zu groß war, und kam in die Küche. Dabei stieß sie erst gegen den Türrahmen und dann gegen einen Stuhl. Dass man ihr bei diesem Durchblick den Führerschein gegeben hatte! Sie machte wirklich nicht viel her. In den Jeans war es nicht zu erkennen, aber jetzt, in Livias Kleid, fiel Montalbano auf, was für krumme und muskulöse Beine sie hatte. Eher Männer- als Frauenbeine. Sie hatte fast keinen Busen, ein Gesicht wie eine Spitzmaus, und ihren Bewegungen fehlte jede Anmut.

»Wo haben Sie Ihre Sachen hingetan?«

»Im Bad steht ein Heizlüfter. Ich hab ihn angeschaltet und Jeans, Bluse und Jacke zum Trocknen aufgehängt.«

Er bot ihr einen Stuhl an und stellte ihr einen Caffè Latte hin, dazu ein paar von den Keksen, die Adelina beharrlich kaufte, obwohl er sie nie anrührte.

»Entschuldigen Sie mich kurz«, sagte er, nachdem er seine erste Tasse Espresso getrunken hatte.

Er stand auf und ging hinaus, um im Kommissariat anzurufen.

»Ah Dottori Dottori! Ah Dottori!«

»Was ist los, Catarè?«

»Es ist die reinste Sündflut hier!«

»Was ist denn passiert?«

»Der Wind hat die Ziegelei vom Dach abgedeckt, weswegen das Wasser aus allen Fugen überall herunterrinnt!«

»Gibt’s irgendwelche Schäden?«

»Ja, o ja. Beispielsweise alle schriftlichen Schreibpapiere auf Ihrem Schreibtisch, diejenigen, welche Sie noch abzeichnen müssen, die sind so dermaßen durchgeweicht, dass sie eine einzige Pampe sind.«

Montalbano hüpfte das Herz vor Freude in der Brust. Endlich hatte er einmal Gelegenheit, der Bürokratie ein Schnippchen zu schlagen!

»Hör zu, Catarè, ich bin noch zu Hause. Die Straße ist weggebrochen.«

»Dann sind Sie also ein Schwerverhinderter.«

»Es sei denn, Gallo schafft es irgendwie, mich abzuholen …«

»Warten Sie, den geb ich Ihnen sofort, der steht mir hier neben mir zur Seite.«

»Ja, Dottore?«

»Hör mal, Gallo, ich war auf dem Weg ins Kommissariat, aber nach fünfzig Metern stand ich im Stau. Die Flut hat die Straße unterspült. Mein Auto steckt dort fest, es geht weder vor noch zurück. Ich bin jetzt wieder zu Hause und komme nicht weg. Wenn du es irgendwie schaffst …«

Gallo ließ ihn gar nicht erst ausreden.

»Allerspätestens in einer halben Stunde bin ich bei Ihnen.«

Montalbano kehrte in die Küche zurück, setzte sich wieder und steckte sich eine Zigarette an.

»Rauchen Sie?«

»Ja, aber meine Zigaretten sind nass geworden.«

»Dann nehmen Sie eine von meinen.«

Er gab ihr Feuer.

»Ist mir richtig unangenehm, Ihnen solche Umstände zu machen.«

»Ach was! In einer halben Stunde kommt mich jemand abholen. Wollten Sie nicht auch nach Vigàta?«

»Ja, ich sollte um zehn am Hafen sein, wegen meiner Tante. Dafür bin ich extra aus Palermo gekommen. Aber bei dem Wetter glaub ich nicht … Ich denke, sie wird frühestens am Nachmittag anlegen.«

»Um zehn Uhr morgens legt aber weder ein Postboot noch eine Fähre an.«

»Ich weiß, aber meine Tante kommt mit ihrem eigenen Boot.«

Das Wort »Boot« störte ihn. Wenn heutzutage jemand sagt: »Komm, ich zeig dir mein Boot«, dann stehst du plötzlich vor einer vierzig Meter langen Yacht.

»Mit einem Ruderboot?«, fragte er mit Unschuldsmiene.

Sie merkte nicht, dass er sie auf den Arm nahm.

»Es ist ein Boot mit einem Kapitän und vier Mann Besatzung. Sie ist ständig unterwegs damit. Allein. Ich hab sie schon seit Jahren nicht mehr gesehen.«

»Wo fährt sie denn hin?«

»Nirgendwohin.«

»Ich versteh nicht.«

»Meine Tante ist einfach gern auf See. Sie kann es sich leisten, weil sie steinreich ist. Onkel Arturo hat ihr ein großes Vermögen hinterlassen und dazu einen tunesischen Diener, Zizì.«

»Und mit dieser Erbschaft hat Ihre Tante sich das Boot gekauft.«

»Das Boot hatte Onkel Arturo schon, er war auch die ganze Zeit auf See. Er hat nicht gearbeitet, hatte aber jede Menge Kohle. Keiner wusste, wie er zu dem ganzen Geld kam. Angeblich war er der Geschäftspartner eines Bankiers, eines gewissen Ricca.«

»Und Sie, was machen Sie, wenn ich fragen darf?«

»Ich?«

Sie zögerte einen Moment, als müsse sie zwischen zahllosen Beschäftigungen wählen.

»Ich studiere.«

In der folgenden halben Stunde erfuhr Montalbano, dass sie in Palermo lebte und Vollwaise war, Architektur studierte, keinen Freund hatte und sich, da sie nun wirklich keine Schönheit war, auch keine großen Hoffnungen machte, je einen Partner zu finden. Er erfuhr, dass sie gern las und Musik hörte, kein Parfüm benutzte, zusammen mit ihrem Kater Eleuterio in einer Eigentumswohnung lebte und lieber ins Kino ging, als zu Hause vor der Glotze zu sitzen. Doch plötzlich unterbrach sie sich, schaute den Commissario an und sagte:

»Danke.«

»Wofür?«

»Dass Sie mir zugehört haben. Wissen Sie, es passiert nicht oft, dass mir ein Mann so lange zuhört.«

In Montalbano regte sich fast ein wenig Mitleid mit ihr.

Da kam auch schon Gallo an.

»Die Straße ist immer noch gesperrt, aber Feuerwehr und Verkehrspolizei sind eingetroffen. Trotzdem wird es noch Stunden dauern.«

Vanna stand auf.

»Ich zieh mich schnell um.«

Der Regen war noch stärker geworden. Gallo fuhr Richtung Montereale, bog an der Kreuzung nach Montelusa ab, und eine gute halbe Stunde später waren sie in Vigàta.

»Wir bringen die Signorina noch zur Hafenmeisterei.«

Als Gallo anhielt, sagte Montalbano zu Vanna:

»Fragen Sie mal, ob die irgendwas wissen. Wir warten auf Sie.«

Zehn Minuten später kam Vanna zurück.

»Meine Tante hat durchgegeben, dass sie langsam vorankommen, aber keine Hilfe brauchen. Gegen vier Uhr Nachmittag werden sie einlaufen.«

»Und was wollen Sie so lange machen?«

»Was soll ich schon machen? Ich warte.«

»Und wo?«

»Ach, keine Ahnung, ich kenne mich hier nicht aus. Ich setze mich in ein Café.«

»Warum kommen Sie nicht mit ins Kommissariat? Dort haben Sie es bestimmt gemütlicher als in einem Café.«

Im Kommissariat gab es ein kleines Wartezimmer. Montalbano führte sie hinein und brachte ihr das Buch, das er sich tags zuvor gekauft hatte, einen Roman mit dem Titel Die Einsamkeit der Primzahlen.

»Super! Das Buch wollte ich mir auch kaufen. Ich habe gehört, es soll sehr gut sein.«

»Wenn Sie etwas brauchen, wenden Sie sich an Catarella, den Telefonisten.«

»Danke. Sie sind wirklich sehr …«

»Wie heißt das Boot Ihrer Tante?«

»So wie ich. Vanna.«

Bevor er ging, musterte er sie. Sie war nach wie vor nass wie ein Pudel, ihre Sachen waren immer noch nicht ganz trocken und völlig zerknittert, ihr schwarzer Haarknoten hatte sich gelöst, und einzelne Strähnen fielen ihr ins Gesicht. Wie sie so dasaß, fühlte sich Montalbano an gewisse Flüchtlinge erinnert, die auf ihrem Stuhl sitzen, als wollten sie jeden Moment wieder aufspringen oder als wären sie fest entschlossen, ihn nicht wieder herzugeben.

Er ging zu Catarella.

»Ruf in der Hafenmeisterei an. Sobald sich die Vanna wieder meldet, sollen sie mir Bescheid geben.«

Catarella sah ihn entgeistert an.

»Was hast du?«

»Wie kann sich denn eine Wanne bei der Hafenmeisterei melden?«

Montalbano verdrehte die Augen zur Decke.

»Schon gut, ich mach es selber.«

Zwei

Montalbanos Büro war nicht mehr zu gebrauchen, von der Decke tropfte es wie aus Gießkannen. Doch da Mimì Augello am Vormittag nicht im Kommissariat war, konnte Montalbano in sein Zimmer ausweichen.

Als er gegen ein Uhr vom Schreibtisch aufstand – es war Zeit zum Mittagessen –, klingelte das Telefon.

»Dottori, die Capitaneria vom Hafen unten ist am Apparat. Aber es ist so, dass da kein Kapitän spricht, sondern ein Leutnant mit dem Namen … Himmel, Herrgott, Sakrament! Jetzt hab ich’s vergessen!«

»Catarè, nicht jeder, der in der Capitaneria arbeitet, muss ein Kapitän sein.«

»Ach nein? Und warum heißt die Hafenmeisterei dann Capitaneria?«

»Das erklär ich dir später. Stell den Anruf durch.«

»Buongiorno, Commissario. Ich bin Leutnant Garrufo.«

»Buongiorno. Was kann ich für Sie tun?«

»Wir haben soeben eine Nachricht von der Vanna erhalten. Die Yacht befindet sich praktisch direkt vor der Hafeneinfahrt. Aber sie schätzen, dass sie bei dem Wetter erst gegen siebzehn Uhr anlegen können. Sie müssen zunächst wieder abdrehen und einen anderen Kurs einschlagen, um …«

»Danke.«

»Und noch etwas haben sie durchgegeben.«

»Ja?«

»Die Funkverbindung war extrem schlecht und es war nicht genau zu verstehen, aber offenbar haben sie einen Toten an Bord.«

»Ein Crewmitglied?«

»Nein, nein. Sie hatten ihn gerade erst geborgen, als sie anriefen. Er lag in einem Schlauchboot, das wie durch ein Wunder nicht gesunken ist.«

»Bestimmt ein Schiffbrüchiger.«

»Soweit wir es verstanden haben, eher nicht … Aber wir warten wohl besser, bis sie angelegt haben, meinen Sie nicht auch?«

Aber gewiss doch.

Höchstwahrscheinlich – und dafür legte er seine Hand ins Feuer – handelte es sich allerdings um einen jener armen Schlucker, die nach wochenlangem Ringen mit dem Tod verhungern und verdursten, in der vergeblichen Hoffnung, die Rauchwolke eines Schiffs oder die Silhouette eines Fischkutters am Horizont zu entdecken.

Er durfte gar nicht darüber nachdenken, denn die Fischer erzählten grausige Geschichten. In den Netzen, die sie aus dem Wasser zogen, hingen oft Leichen oder Leichenteile, die sie wieder ins Meer warfen: die Überreste Hunderter und Aberhunderter Männer, Frauen und Kinder. Sie waren voll Zuversicht aufgebrochen, nach einer langen und lebensgefährlichen Reise durch Wüsten und andere trostlose Gegenden endlich ein Land zu erreichen, in dem sie sich ihr Brot verdienen konnten.

Dafür hatten sie alles verkauft. Sie hatten Hab und Gut, Leib und Leben geopfert, um die Schlepper bezahlen zu können. Doch die Menschenhändler zögerten nicht, ihre Opfer sterben zu lassen und über Bord zu werfen, sobald die Situation brenzlig wurde.

Und diejenigen, die das alles überstanden und endlich wieder festen Boden unter den Füßen hatten – was für ein Empfang wurde ihnen in unserem Land bereitet!

Sie kamen in sogenannte Aufnahmezentren, die aber oft nichts anderes waren als Konzentrationslager.

Aber einigen unserer ehrenwerten Abgeordneten genügte das immer noch nicht. Sie wollten den Tod dieser Menschen und forderten die Küstenwache auf, die Boote zu beschießen, weil die Flüchtlinge samt und sonders Kriminelle seien, arbeitsscheue Elemente, die ansteckende Krankheiten einschleppten.

Genauso muss es unseren Landsleuten ergangen sein, die nach Amerika ausgewandert sind.

Aber daran will sich heute keiner mehr erinnern.

Wenn Montalbano so darüber nachdachte, hätten der heilige Josef und die Jungfrau Maria heute, unter dem Bossi-Fini-Gesetz und ähnlichem Schwachsinn zur Beschränkung der Einwanderung, wohl niemals den Stall mit der Krippe erreicht.

Er ging zu der jungen Frau, um ihr Bescheid zu sagen.

»Die Hafenmeisterei hat gerade angerufen. Die Yacht wird gegen siebzehn Uhr einlaufen.«

»Da kann man nichts machen. Darf ich noch solange hierbleiben?«

Sie unterstrich die Frage mit einer hoffnungsvollen Geste, als wollte sie um ein Almosen bitten. Man kann doch einen nassen Pudel nicht aus seinem Unterschlupf vertreiben. »Selbstverständlich können Sie bleiben.«

Ihr dankbares Lächeln ging ihm so zu Herzen, dass er ihr, ohne nachzudenken, anbot:

»Wollen Sie mit mir zu Mittag essen?«

Vanna war sofort einverstanden. Gallo fuhr sie zum Restaurant, denn es regnete immer noch, wenn auch nicht mehr ganz so stark.

Ihr beim Essen zuzuschauen war eine wahre Freude. Sie schien regelrecht ausgehungert, als hätte sie seit Tagen nichts gegessen. Der Commissario verschwieg ihr die Leiche, die die Vanna an Bord genommen hatte. Er wollte ihr nicht den Appetit verderben, denn sie aß die knusprig gebratenen Meerbarben mit sichtlichem Genuss.

Als sie aus der Trattoria ins Freie traten, hatte der Regen aufgehört. Ein kurzer Blick zum Himmel, und der Commissario wusste, dass es nicht wieder anfangen würde. Es klarte langsam auf. Er brauchte also Gallo nicht zu bemühen, sie konnten zu Fuß gehen, auch wenn vor lauter Schlamm und Pfützen vom Asphalt kaum noch etwas zu sehen war.

Gallo erwartete sie schon im Kommissariat.

»Man hat eine Behelfsbrücke gebaut. Wir müssen sofort los und die Autos abholen.«

Das Manöver dauerte eine Stunde, doch dann konnten Vanna und Montalbano jeweils im eigenen Wagen nach Vigàta zurückfahren.

»Ah Dottori! Die von der Capitaneria haben grade wieder angerufen und gesagt, dass die Wanne jetzt dann gleich sofort einläuft!«

Montalbano warf einen Blick auf die Uhr, es war halb fünf.

»Sie wissen, wie Sie zum Hafen kommen?«

»Ja, kein Problem. Aber ich möchte mich herzlich bei Ihnen bedanken, Commissario. Sie waren wirklich sehr freundlich zu mir.«

Sie zog den Roman aus ihrer Tasche.

»Haben Sie ihn zu Ende gelesen?«

»Es fehlen mir noch zehn Seiten.«

»Behalten Sie ihn.«

»Danke.«

Sie streckte dem Commissario ihre Hand entgegen, die er ergriff, und sah ihn einen Moment an. Dann fiel sie ihm um den Hals und drückte ihm einen Kuss auf die Wange.

Draußen hatte der Regen aufgehört, im Büro nicht. Es tropfte immer noch von der Decke, das ganze Dach kam ihm vor wie ein undichter Wassertank. Montalbano verzog sich wieder in Augellos Büro.

Nach einer Weile klopfte es. Es war Fazio.

»Morgen früh kommen die Handwerker und reparieren das Dach. Und dann rücken auch die Putzfrauen an. Ich hab mir die Schriftstücke angeschaut, die auf Ihrem Schreibtisch lagen. Die kann man nur noch wegschmeißen.«

»Dann schmeiß sie weg.«

»Schon, Dottore, aber was dann?«

»Wie, was dann?«

»Das meiste sind Schreiben, die beantwortet werden müssen. Aber jetzt wissen wir nicht mal mehr, worum es dabei ging.«

»Und was hast du damit zu schaffen?«

»Ich? Gar nichts. Aber was erzählen Sie dem Polizeipräsidenten, wenn er wissen will, warum Sie die Vorgänge unerledigt lassen?«

Auch wieder wahr.

»Gibt es denn überhaupt noch Vorgänge, die nicht gelitten haben?«

»Ja, doch.«

»Wie viele?«

»So um die dreißig.«

»Dann schnapp sie dir, halt sie unter den Hahn und lass zwei Stunden lang Wasser drüberlaufen.«

»Aber Dottore, dann gehen sie doch kaputt.«

»Das ist ja der Sinn der Übung. Wenn sie durchgeweicht sind, legst du sie zu den anderen, die schon hinüber sind. Aber nicht wegschmeißen, wir brauchen sie als Beleg für den erlittenen Schaden. Diese einmalige Gelegenheit dürfen wir uns nicht entgehen lassen.«

»Aber …«

»Warte, ich bin noch nicht fertig. Dann nimmst du einen Stuhl, steigst drauf und kippst zwanzig Eimer Wasser über den Archivschrank. Aber ohne ihn aufzumachen.«

»Damit es so aussieht, als sei das Wasser von der Decke gekommen?«

»Genau.«

»Aber der Archivschrank ist aus Metall, Dottore. Der ist wasserdicht.«

Montalbano machte einen enttäuschten Eindruck.

»Na gut, dann lassen wir das mit dem Archiv.«

Fazio sah ihn stirnrunzelnd an.

»Aber wozu das Ganze?«

»Sieh mal, bis die rausgekriegt haben, welche Vorgänge verschüttgegangen sind, und alles rekonstruiert haben, vergeht mindestens ein Monat. Ist das nicht ein Glücksfall? Ein ganzer Monat, ohne Papiere unterschreiben zu müssen, die genauso alt wie nutzlos sind!«

»Wenn Sie es sagen …«, erwiderte Fazio und verschwand.

»Catarè, verbinde mich mit Dottor Lattes.«

Er würde ihm erklären, dass sie im Kommissariat inzwischen nur noch mit dem Boot vorankamen und dass sämtliche Schriftstücke unleserlich geworden waren. Er würde die Saat des Zweifels säen, ob ein solcher Regen nicht der Vorbote einer Sintflut sei. Wäre doch möglich, dass eine frömmlerische Beamtenseele wie Lattes vor Schreck der Schlag traf.

»Ich bitte vielmals um Entschuldigung, Dottori, aber ich habe da jemand am Telefon, der hat sich als Tenor Caruso vorgestellt. Ist der denn nicht längst tot?«

»Natürlich, der lebt schon lange nicht mehr.«

»Heilige Maria, eine Stimme aus dem Jenseits. Da wird mir gleich ganz angst und bang.«

»Beruhige dich, Catarè. Das ist kein Tenor Caruso, es ist ein Tenente Garrufo, ein Leutnant unten von der Hafenmeisterei.«

»Da fällt mir aber ein Stein vom Herzen!«

»Stell ihn durch.«

»Commissario Montalbano? Garrufo am Apparat.«

»Was gibt’s, Leutnant?«

»Wir haben ein Problem. Den Toten.«

Der Tod ist manchmal eine Erlösung, heißt es. Aber das gilt selbstverständlich nur für den Toten. Für die Hinterbliebenen, die sich weiter durchs Leben schlagen müssen, ist der Tod nicht selten eine ungeheure Belastung.

»Was genau meinen Sie damit?«

»Dottor Raccuglia ist da, und er lässt fragen, ob Sie nicht auf einen Sprung rüberkommen könnten.«

Raccuglia war der Hafenarzt, ein seriöser und von allen geschätzter Mann. Auch der Commissario konnte ihn gut leiden. Und deshalb musste er auf einen Sprung rüberkommen, wie der Leutnant sich ausgedrückt hatte.

»Gut, ich komme.«

Kein Wölkchen stand am Himmel, nur die glitzernden Wasserpfützen auf der Straße ließen noch erahnen, was sich nur Stunden zuvor abgespielt hatte. Die Sonne würde bald untergehen, aber es war wieder heiß geworden. Wie auf einer tropischen Insel, dachte der Commissario. Mal Regen und dann wieder Sonnenschein, in ständigem Wechsel, an ein und demselben Tag. Nur dass dort die Menschen essen und trinken, worauf sie Lust haben, und sorglos in den Tag hineinleben – so wird es zumindest in den amerikanischen Spielfilmen dargestellt –, während wir hier essen, was uns der Arzt erlaubt, trinken, was unsere Leber verträgt, und uns unablässig über irgendetwas ärgern. Ein himmelweiter Unterschied.

Das sogenannte Boot war eine ziemlich große, elegante Yacht. Sie lag am Hauptkai vor Anker und fuhr – sieh mal einer an – unter panamaischer Flagge. Am Fuß der Schiffstreppe erwarteten ihn ein Marineleutnant, Tenente Garrufo, wie sich herausstellte, und Dottor Raccuglia.

Ein Stück entfernt bewachte ein Matrose von der Hafenmeisterei ein Schlauchboot, das man an den Kai gezogen hatte.

An Bord der Yacht war niemand zu sehen. Die Schiffseignerin und die Crew mussten unter Deck sein.

»Was gibt’s, Dottore?«

»Ich musste Sie herbemühen, bevor die von der Gerichtsmedizin kommen und die Leiche zur Obduktion nach Montelusa schaffen. Ich möchte, dass Sie einen Blick auf sie werfen.«

»Und warum?«

»Weil sie Spuren …«

»Ich habe mich vielleicht nicht richtig ausgedrückt, Dottore. Warum glauben Sie, dass die Sache in meine Zuständigkeit fällt? Wurde die Leiche denn nicht in Gewässern …«

Leutnant Garrufo unterbrach ihn.

»Das Schlauchboot mit der Leiche wurde direkt an der Hafeneinfahrt entdeckt, nicht in extraterritorialen Gewässern.«

»Ah!«, machte Montalbano.

Sein Versuch, den Fall auf andere abzuwälzen, war also gescheitert. Trotzdem wollte er versuchen, ob es ihm nicht doch noch gelang, den bitteren Kelch an sich vorüberziehen zu lassen. Zum Teufel mit diesen Floskeln!

»Könnte es nicht sein, dass das Schlauchboot von der witterungsbedingt starken Strömung getragen wurde und …«

Über diesen letzten kläglichen Abwehrversuch konnte Leutnant Garrufo nur schmunzeln.

»Commissario, es ist keine angenehme Geschichte, da kann ich Sie sehr gut verstehen. Aber es steht außer Zweifel, dass das Schlauchboot aus dem Hafenbecken gekommen ist, und zwar gerade wegen der Strömungsverhältnisse, verstehen Sie?«

Er hatte dieses »wegen« extra betont. Montalbano musste sich geschlagen geben.

»Nun gut. Und wo ist die Leiche?«

»Folgen Sie mir«, sagte der Leutnant. »Ich bringe Sie hin.«

An Deck war keine Menschenseele. Sie stiegen in den Salon hinunter. Man hatte ein Wachstuch auf den Tisch gebreitet und den Toten daraufgelegt.

Montalbano hatte ihn sich ganz anders vorgestellt. Vor ihm lag ein gut gebauter, etwa vierzigjähriger Mann, der vollständig nackt war. Sein Körper wies, zumindest auf der Vorderseite, weder Verletzungen noch Narben auf, das Gesicht jedoch war bis zur Unkenntlichkeit entstellt: eine form- und gestaltlose ...

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