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Die Strandräuber

Über die Autorin

Etel Brüning, geb. 1947 in Berlin, arbeitete lange Zeit als Sport- und Englischlehrerin an einem Gymnasium, bevor sie sich schließlich ganz dem Schreiben von Kinderbüchern widmete. Die Autorin arbeitet ehrenamtlich für UNICEF. Sie lebt in Norddeutschland, wo auch ihr Roman »Die Strandräuber« spielt.

ETEL BRÜNING

Die
Strandräuber

Ein Ferienabenteuer auf Sylt

BASTEI ENTERTAINMENT

Langsam kommt Leben ins Sonnenland

Regen – Wolken – Wind

Sommerferien im Sonnenland auf Sylt! Wie schräg war das denn bitte bei diesem Scheißwetter? Klara Christiansen drückte sich die Nase an der Fensterscheibe platt. Kein Sommer in Sicht. Dafür Sturm und kübelweise Regen. Und das Sonnenland, diese schicke Siedlung von strohgedeckten Häusern, sah trostlos aus. Kaum eine Menschenseele war da.

Vor allem fehlten Klara ihre Freunde, die jedes Jahr mit ihren Eltern nach Sylt kamen. Einzig Leo und Lotte brachten etwas Stimmung in die Bude. Die veranstalteten nämlich gerade mal eine Runde Blödsinn zu Klaras Füßen.

»Na prima«, sagte Klara, »echt prima! Regenferien mit Hundebabys. Das wird bestimmt der Renner.«

Und diese Ferien sollten in der Tat ein Renner werden!

Aber dazu später. Denn erst mal musste Klara eine Dose Erziehung über die Hunde schütten. Sie versuchte, Leo von der Teppichkante loszueisen und Lotte zu überreden, nicht weiter die Tapete von der Wand zu zupfen.

»Aus! Schluss!«, befahl sie. Aber Leo und Lotte hatten ihre Ohren auf Durchzug gestellt. Die Hunde waren einfach nicht ausgelastet. Bei diesem Wetter konnten sie eben draußen nicht genug toben. Und alles, was ihnen in den Sinn kam, war handfester Blödsinn.

Vor fast genau einem Monat hatte bei Christiansens in Hamburg die Oma vor der Tür gestanden. Völlig überraschend, ohne Voranmeldung. In einer Hand hielt sie die Griffe einer rechteckigen Einkaufstasche. Aus der Tasche kamen seltsame Geräusche.

Oma strahlte ihr liebstes Lächeln und erklärte, dass Klara doch ein Einzelkind sei und somit einen Spielgefährten brauche. Dabei hatte sie Dackel Leo aus der Tasche gehievt. Die Tasche machte aber weiter merkwürdige Geräusche.

»Ach ja«, hatte die Oma gesagt, »und Lotte hab ich praktisch dazu gekriegt.«

»Wie? Zwei?« Klaras Mutter guckte ihre Schwiegermutter an, als sei die nicht ganz bei Trost, als Dackel Lotte auf den Fußboden gesetzt wurde.

»Ja, bei zweien hat mir der Züchter einen super Schnäppchen-Preis gemacht«, hatte Oma erklärt. Und damit waren Leo und Lotte bei Christiansens eingezogen.

Klaras Papa sah das Ganze sehr locker. Schließlich hatte ja seine Mutter die Tiere angeschleppt. Am Anfang nannte er die beiden ›unsere Schnäppchen-Dackel‹. Aber in der Zwischenzeit hatten die so viel angeknabbert, zerbissen, verwüstet, dass das Wort ›Schnäppchen‹ nie wieder erwähnt wurde.

»Lotte, komm mal her. Du frisst dich ja noch durch die Wand.« Mit diesen Worten hob Klara Lotte auf ihren Schoß, was die ungefähr genauso spannend fand, wie Klara den Regen.

»Bald kommen meine Freunde«, erzählte Klara dem Hund. Aber Lotte wollte keine Geschichten hören, sondern schnappte mit einem gezielten Biss nach Klaras Kettenanhänger. »Na schön, dann hörst du nichts von den anderen. Die würden bestimmt mit euch spielen und …«

Ach, was sollte es! Das war echt vergebliche Liebesmüh. Keines der Hundebabys wollte auch nur eine Silbe von irgendwelchen Freunden hören.

Zu diesen Freunden, den Menschenfreunden, gehörten Georg-Christian, genannt der Professor, Johannes, nur als Chaoten-John bekannt, und Willi. Alle drei kamen aus Berlin. Und in diesem Jahr schienen alle drei mit ihren Eltern erst Tage nach Christiansens einzutreffen. Ach ja, und dann gehörte seit dem letzten Jahr noch Luise zur Ferienclique.

Aber ohne Freunde war Klara in den letzten Tagen nichts anderes übrig geblieben, als mit den Hunden und ihrer Mutter bei Sturm und Regen durch die Dünen, am Strand oder am Watt entlangzuwetzen. Die Hunde schüttelten sich und jaulten, Klara maulte und ihre Mutter sagte: »Richtiges Syltwetter! Ich liebe die Insel und ich liebe sie bei diesem Wetter!«

Bekloppt, dachte Klara. Erstens fuhr man an die See, weil man Sonne, Strand und Meer wollte. Zweitens sah ihre Mutter zu Hause in Hamburg jeden Tag aus, als sei sie gerade aus einer Modezeitschrift gehüpft. Und hier rannte sie mit Vorliebe wie ein nasser Sack rum.

Das sagte Klara ihr auch eines Tages: »Mami, ich versteh nicht, dass du den blöden Regen so toll findest. Du siehst nach jedem Spaziergang wie eine Vogelscheuche aus.«

Frau Christiansen hatte nur den Kopf geschüttelt und gesagt: »Musst du auch nicht verstehen. Es ist eben das Klima, die Luft und alles.«

Na schön, dachte Klara. Und insgeheim hoffte sie, dass sie im Alter mal nicht so schrullig werden würde. Alte Frauen so um die 40 gaben ihren Töchtern manchmal Rätsel auf.

Aber über die Schrullen ihrer ziemlich alten Mutter wollte Klara sich in diesen Ferien wirklich keinen Kopf machen. Es gab andere Dinge, die wichtiger waren, wie zum Beispiel ihr 10. Geburtstag. Der fiel in diesem Jahr mitten in die Urlaubszeit. Und weil Klaras Papa ein richtig toller Papa war, wenn er mal Zeit hatte, hatte er beschlossen: »Klara, dein 10. Geburtstag muss ganz bombastisch gefeiert werden. Schließlich nullst du zum ersten Mal.« Herr Christiansen war ein Profi im Organisieren und Feiern von Festen. Und wenn es dann noch für seine Klara war!

»Kinder«, hatte er eines Morgens beim Frühstück verkündet und seine Frau und Klara damit gemeint, »mir ist da eine super Idee für Klaras Geburtstag gekommen.« Sprach es, schloss die Lippen und hüllte sich von Sekunde an standhaft in Schweigen.

»Na prima«, hatte seine Frau gesagt, »und wie können wir dir helfen?«

»Macht euch keinen Kopf«, war die einzige Anweisung, die aus ihm rauszukitzeln war. Und nach einer langen Pause: »Ladet Kinder ein, backt einen Kuchen und überlegt euch ein paar Spiele. Der Rest ist meine Sache.« Und schwupps war er hinter seiner Zeitung verschwunden.

»Leo, Lotte, in vier Tagen steigt meine erste große Party. Und kein Schwein außer Papi hat eine Idee, was da abgeht«, sagte Klara und guckte ihren Hundebabys in die Augen. Aber Leo hörte nicht wirklich hin. Er knabberte gerade eine Zeitschrift an. Und Lotte saß auf einem kleinen Läufer und pieselte glücklich vor sich hin.

»Lottchen, ich kann ja nicht mal mit dir meckern«, sagte Klara. »Bei dem Wetter jagt man eben keinen Hund vor die Tür.«

In diesem Moment kam Klaras Mutter ins Zimmer: »Klara, die Hunde müssen Gassi gehen!«

»Aber Mami … «, Klara schossen auf der Stelle tausend Gründe durch den Kopf, um nicht raus zu müssen.

»Aber gar nichts«, sagte ihre Mutter. »Regen und Wind sind gesund für die Haut. Also komm!« Und so marschierten Mutter, Tochter und zwei Dackelbabys durchs Sonnenland. Alle sahen ziemlich schnell wie begossene Pudel aus.

Willi trudelt ins Sonnenland

Am nächsten Tag hörte der Regen endlich auf. Immer noch hingen große, dunkle Wolken am Himmel. Nur hin und wieder quälten sich vereinzelte Sonnenstrahlen durch die graue Decke.

»Leo, Lotte, wir gehen raus!«, rief Klara und wollte sich gerade die Leinen der beiden schnappen, da hörte sie draußen ein mordsmäßiges Reifenquietschen. Sie lief zum Fenster.

Im feuerroten, bis an die Oberkante bepackten Mercedes rauschte Familie Mazunke um die Ecke. Herr Mazunke hielt sich für einen gnadenlos forschen Fahrer. Er stieg in die Eisen, das Auto ging in die Knie. Die Fahrertür wurde aufgerissen und Herr Mazunke zwängte sich ächzend hinterm Steuer vor. Sein Kopf war genauso rot wie sein Auto.

Er warf einen Blick zum Himmel und posaunte: »Scheißwetter!«

Frau Mazunke versuchte ihren Mann zu beruhigen: »Aber Karl-Otto, es können dich ja alle Leute hören.« Dabei schaute sie in die Runde und zog den Kopf ein. Gott sei Dank war niemand zu sehen. Ihr Einwurf kitzelte aus ihrem offensichtlich genervten Karl-Otto nur ein »Das ist mir doch sch…egal!« heraus.

Endlich kam Stimmung ins Sonnenland. Klara stand am Fenster und beobachtete alles genauestens. Das war im Moment mit Sicherheit fesselnder als ein Spaziergang mit Leo und Lotte.

Aber, wo war Willi? Willi, die 11-jährige Brut der Mazunkes, hatte eine mindestens genauso große Klappe wie sein Vater. Und normalerweise hörte man ihn.

Mit einem Mal sah Klara zwei Kinderfäuste, die gegen die hintere Scheibe trommelten. Herr Mazunke riss die Wagentür auf. Heraus stieg nicht, sondern trudelte Willi. Er musste die Fahrt von Berlin nach Sylt eingekeilt zwischen Grillgeräten, Eimern, Schaufeln, Spaten und Fresspaketen durchlitten haben.

Mit Willi schepperte ein Karton mit Würstchen, Senftuben und Ketchup-Tüten auf die Straße. »Autsch!«, brüllte Willi, dann lag er mit Ketchup, Würsten und Senf neben dem Auto. Sein rundes, sommersprossiges Gesicht war von Ketchup-Spuren gezeichnet und von seinen Händen tropfte zähflüssiger Senf.

Klara lachte schadenfroh. Das war ein Auftritt – typisch Mazunkes! Und das war mit Sicherheit noch nicht das Ende.

Ohne auf die Uhr sehen zu müssen, wusste Klara, dass es ungefähr ein Uhr war. Mazunkes kamen nämlich jedes Jahr gegen ein Uhr an. Das hatte seinen Grund, denn Herr Mazunke lebte treu nach dem Motto ›Morgenstund hat Gold im Mund‹. Deshalb weckte er, das muss man sich mal reinziehen, am ersten Ferientag seine Familie auf die Minute genau morgens um vier Uhr. Spätestens um halb sechs brach man auf. Willi sagte immer: »Det kann sich keena vorstellen, um halb sechs hatten wa mindestens schon dreimal Stress.«

Dann fuhr die Familie über Hamburg nach Niebüll, erreichte den Autozug um zwölf Uhr, war zwanzig Minuten vor eins in Westerland und düste meist pünktlich um eins im Sonnenland an.

Vieles im Leben von Familie Mazunke drehte sich um Pünktlichkeit und Essen. Das hing wohl mit ihrem Geschäft zusammen. Herr und Frau Mazunke hatten nämlich in Berlin eine Schlachterei. »Natürlich in den Teil, der vor der Wende Westberlin war. Det läuft besser. Die Leute jeht det finanziär janz anders.« Herr Mazunke wusste, wovon er sprach, und Willi nickte bei solchen Weisheiten.

Frau Christiansen mochte solche Sprüche nicht. Wenn sie so etwas hörte, verdrehte sie die Augen und fragte irgendwann: »Klara, was findest du nur an diesem Willi? Er ist ein lautes, altkluges Kind. Und seine Eltern – na, ich weiß ja nicht.«

Klara fand dann ihre Mutter schon etwas überheblich und hielt den Mund. Aber, ehrlich gesagt, hatte sie den Willi, als er das erste Mal im Sonnenland auftauchte, auch nicht so richtig riechen können. Entweder pöbelte er oder er prahlte, dass sich die Balken bogen: »Also, unser Haus is so groß wie een janzes Schloss.« Oder: »Bei uns koofen die wichtigsten Leute von janz Berlin.«

Aber irgendwann hatte Klara kapiert, dass Willi das gar nicht blöd meinte. Er war eben einfach nur anders. Auf jeden Fall entpuppte er sich als total witzig, tierisch hilfsbereit und herzensgut, eben einfach Willi aus Berlin.

In der Zwischenzeit hatten Herr und Frau Mazunke angefangen, den Inhalt ihres Wagens auf die Straße zu laden. Berge von Krempel standen nach kürzester Zeit herum. Vermutlich war Mazunkes Haus in Berlin nun komplett leergeräumt, dachte Klara. Das Ganze sah mehr nach einer Sperrmüllaktion als nach einer Urlaubsreise aus.

Willi hielt sich bei der Entladeaktion zurück. Er pickte nur hier und da in seinen Habseligkeiten rum und baute schließlich eine lange Reihe von Dingen auf, an denen sein Herz zu hängen schien.

Da standen seine Rollerskates neben Angeln, Schwimmflossen, Fußballschuhen. Dann kam eine Batterie von Bällen jeglicher Art und zum Schluss der Karton mit seinen zwei Schildkröten. Die Skates standen unmittelbar am Heck des Autos. Herr Mazunke, der bis über die Ohren mit Zeug beladen war, konnte die tückischen Dinger nicht einmal ansatzweise erahnen. Es kam, wie es kommen musste. Herr Mazunke latschte prompt mit einem Riesenschritt darauf. Sie setzten sich umgehend in Bewegung und hebelten ihn aus. Für einen Moment sah es aus, als könnte Herr Mazunke schweben. Diese Fähigkeit war ihm selbstredend nicht gegeben. Klara hörte einen dumpfen Aufprall und die Erdanziehungskraft hatte gesiegt. Herr Mazunke lag platt auf dem Bauch.

Klara lachte. Das war eine echte Mazunke-Show. Willi dagegen war in dem Moment nicht nach Lachen zu Mute. Er schlich um die nächste Hecke und krabbelte durch eine lichte Stelle in Christiansens Garten.

Einige Sekunden herrschte unheimliche Stille. Dann hatte Herr Mazunke sich wieder gefangen: »Hilde! Hilde! Nun hilf mir doch! Du siehst doch, dass da etwas gebrochen sein muss.«

Hilde, womit natürlich Frau Mazunke gemeint war, flatterte wie ein aufgescheuchtes Huhn ums Auto herum und zog und zottelte an allen Ecken und Enden an ihrem Karl-Otto. Den konnte sie aber keinen Millimeter bewegen, geschweige denn wieder auf die Füße bringen.

»Du bist genauso dämlich wie der Bengel«, stellte das Unfallopfer trocken fest und wälzte sich aus der Bauchlage auf seinen Hintern. Er zog mit schmerzverzerrtem Gesicht ein Hosenbein hoch.

Das rechte Knie war schon sichtbar angeschwollen. Frau Mazunke, die den Überblick verloren hatte, drehte noch einige kopflose Runden und machte sich an der mitgebrachten Kühltasche zu schaffen.

»Was zum Teufel suchst du jetzt in der Tasche? Ich habe keinen Hunger!«

»Nein, nein. Ich suche ein Messer. Das kühlt.«

Jetzt platzte Karl-Otto der Kragen. Er brüllte, schnaufte und fuchtelte aufgeregt mit seinen kurzen, kräftigen Armen in der Luft herum.

Wie sollte bitte die schmale Klinge eines Messers sein riesiges Knie, das ohne Schwellung schon den Umfang eines Luftballons hatte, kühlen?

Klara schüttelte an ihrem Fensterplatz den Kopf. Dann sollten die mal ungestört weiterstreiten. Sie wollte direkt zu Willi. Sie ließ Leo und Lotte im Haus und lief in den Garten.

Da kauerte Willi gut versteckt und ziemlich zerkratzt in der Rosenhecke. Er hielt beschwörend den rechten Zeigefinger vor den Mund: »Pst, sei leise. Mein Vater tobt vor Wut.«

»Du kriegst doch sowieso einen mega Anpfiff«, griente Klara Willi an. »Und überhaupt, was schleppt ihr hier für Plunder an? Ist ja ein halber Umzug.« Die letzten Worte hatte Klara förmlich hinausgeschrien.

»Dumme Pute«, flüsterte Willi, der nun ernsthaft Schiss kriegte, dass Klaras Zickerei und Gebrülle ihn bei seinem Vater verraten könnten.

»Wie bitte?«, fragte Klara wieder viel zu laut. Sie fand sich witzig. Und außerdem würde Willis Vater seinen Sohn sowieso irgendwann finden. Der konnte ja nicht die ganzen Ferien in der Hecke verbringen. Willi biss die Lippen aufeinander und rollte mit den Augen, als könnte er Klara beschwören.

Die setzte aber noch einen drauf: »Sag mal, Willi, hier riecht es wie im Imbiss. Bist du das? Riechst du so widerlich?«

Jetzt hatte Willi die Nase gestrichen voll. Er hatte schon immer gewusst, dass Mädchen gemeine Ziegen sein konnten, aber Klara schien alle übertreffen zu wollen. Sein rechter Arm schnellte hervor und er kniff Klara mit Daumen und Zeigefinger in den Oberarm.

Die fing sofort an zu brüllen: »Hör auf, hör auf! Fass mich nicht an, du Stinktier!«

Da wollte Willi sich lieber verkrümeln. Aber dazu kam er nicht. Er spürte die klosettdeckelgroße Hand seines Vaters auf der Schulter. Während die ihn rückwärts aus der Hecke zog, kriegte er ganz nebenbei das ›Wort zum Sonntag‹. Und das konnte er sich hinter den Spiegel stecken. Wenn das so weiterging, konnten diese Ferien ja heiter werden!

Klara ging zurück ins Haus. Für sie war das Unterhaltung pur gewesen und sie fand es schade, dass das Schauspiel schon vorbei war.

Als sie kurze Zeit später mit den Hunden die Straße entlangging, sah sie einen keuchenden Willi, der ständig mit Taschen, Tüten und Rucksäcken beladen wurde. Herr Mazunke scheuchte seinen Sohn. »Det haste nun davon, dass dein Vater nich loofen kann«, sagte er. Willi fand nicht mal Zeit, einen bösen Blick zu Klara zu schicken. Und die Hunde nahm er überhaupt nicht wahr.

Professor Georg-Christian

Mazunkes waren da. Also waren endlich große Ferien in Berlin. Daher, kombinierte Klara messerscharf, würden auch Lindemanns und Arnheims noch am gleichen Tag kommen. Alle drei Familien verließen Berlin immer fluchtartig am ersten Ferientag.

»Kommt«, sagte Klara zu den Hunden, »wir gucken mal, ob noch ein Berliner Auto kommt.« Sie hoffte insgeheim auf den Professor. Der war das echte Kontrastprogramm zu Willi.

Georg-Christian Arnheim, genannt der Professor, war anders als die meisten anderen Kinder. Er war lang aufgeschossen, spargeldürr, hatte ständig zu kurze Hosenbeine und hantierte ununterbrochen an seiner Nickelbrille herum.

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