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Die Schwarzen Perlen - Folge 18

Briefe eines Unbekannten

Von O. S. Winterfield

Stella ist am Boden zerstört. Da hat sie Lady Olivia endlich gefunden, doch die Freude über das Wiedersehen währte nur kurz. Warum nur ist ihre Mutter vor ihr geflohen? Was hat man Olivia in all den Jahren der Gefangenschaft angetan, dass sie so menschenscheu geworden ist? Stella ahnt, dass die Frau, die sich stets mit einem blutroten Schleier verhüllt, ein düsteres Geheimnis umgibt.

Doch das ist nicht das einzige Rätsel, das Stella lösen muss. Sie muss auch herausfinden, wer ihr ständig mysteriöse Briefe auf schwarzem Papier schickt …

Stella Douglas saß auf der Treppe vor dem Tor zum Palazzo Saretto. Sie sah auf den Canal Grande hinunter und beobachtete die Gondeln.

Das tat sie seit Tagen, sobald sie unbemerkt aus dem Palazzo herauskam. Bisher hatte sie den alten Gondoliere Alessandro, auf den sie so sehnsüchtig wartete, noch nicht entdecken können.

Doch heute hatte Stella mehr Glück. Schon von Weitem erkannte sie Alessandro. Der große grauhaarige Mann stand wie eine Statue in seiner Gondel.

Es war heute ein besonders heißer Tag, und Alessandro hatte sein Hemd weit geöffnet. Als er näher kam, erkannte Stella auf seiner Brust die Silberkette mit der schwarzen Perle ihrer Mutter.

Die junge Frau stand auf. Sie blickte zum Nebentrakt des Palazzos zurück. Zu jenen beiden Fenstern und zu der Balkontür, hinter der die Frau in der roten Robe leben musste. Ihre Mutter! Es konnte nicht anders sein. Der Conte Valentino musste sie von der Insel zurückgeholt haben, auf die Alessandro sie gebracht hatte.

Stella ging jetzt die Stufen bis zum Anlegesteg hinunter. Sie bedeutete dem Gondoliere, anzulegen.

Alessandro tat es nur zögernd. Immer wieder sah er besorgt zum Palazzo hinauf. Als sich Stella zu ihm beugte, fragte er: »Ist das nicht zu riskant, Signorina?«

»Ich muss mit Ihnen sprechen, Alessandro.« Stellas Gesicht glühte vor Erregung. Sie setzte sich in die Gondel. »Ich habe der Frau in der roten Robe gegenübergestanden – meiner Mutter, Alessandro!« Als sie das ungläubige Gesicht des Gondoliere sah, sprach sie gleich weiter. »Ja, es stimmt. Der Conte hatte vergessen, die Verbindungstür zum Nebentrakt abzuschließen. Ich bin die Treppe hinaufgegangen. Noch ehe ich das Zimmer fand, das ich suchte, wurde eine Tür geöffnet.« Stella griff nach der Hand des Gondoliere. »Dann stand sie vor mir, Alessandro.«

»Und? Was war dann?« Der Gondoliere legte die Hand auf die schwarze Perle an der Silberkette.

Stella sah ihn entmutigt an. »Sie ist vor mir geflohen. Ja, Alessandro, meine Mutter ist vor mir geflohen. Sie hat sich in ihrem Zimmer eingeschlossen. Sosehr ich sie auch angefleht habe, mich einzulassen, meine Mutter hat nicht geöffnet. Dann kam Raffael, und ich musste mich verstecken. Er muss ahnen, dass ich mich als Miss Smith im Palazzo eingeschlichen habe, in Wirklichkeit aber Lady Olivias Tochter bin.«

Alessandro hatte sich jetzt neben Stella gesetzt. Andere Gondeln zogen an ihnen vorbei, die Lieder der Gondolieri vermischten sich mit den Stimmen der Touristen. Es ging laut zu, aber Stella und Alessandro fühlten sich wie auf einer Insel, abgeschlossen von den anderen.

»Was wollen Sie jetzt tun, Signorina?«, fragte Alessandro besorgt. »Es kann für Sie gefährlich werden, wenn Sie noch länger im Palazzo bleiben.«

Stella sah ihn entrüstet an. »Jetzt soll ich den Palazzo verlassen, gerade jetzt, Alessandro? Nein, niemals! Ich muss irgendwie in den Nebentrakt gelangen. Vielleicht war meine Mutter nur so erschrocken, dass sie mich stehen ließ. Woher soll sie mich kennen? Ich war zwei Jahre alt, als sie mich verlassen musste.«

»Ja, es mag sein, dass die Principessa Sie nicht erkannt hat.« Auch heute sprach Alessandro nicht von Lady Olivia. Er hatte sie immer nur Principessa genannt, wenn sie mit ihm gefahren war. »Kann ich Ihnen helfen, Signorina?«

Stella schüttelte den Kopf. »Nein, Alessandro. Sie sollten nur wissen, dass ich einen großen Schritt weitergekommen bin. Sie waren es ja, der mich auf die Frau in der roten Robe aufmerksam gemacht hat. Ich bleibe im Palazzo. Und ich bin sicher, dass mich der Conte nach Ablauf meiner Probezeit fest als Erzieherin der Kinder einstellen wird. Celia und Pietro hängen sehr an mir. Und Valentino …« Stella wurde verlegen. »Er liebt mich. Nicht so, wie Sie jetzt denken, Alessandro. Er sieht meine Mutter in mir, so wie sie damals war.«

Der Gondoliere erschrak. »Aber ist das nicht gefährlich für Sie, Signorina?«

»Vor Valentino fürchte ich mich nicht, aber vor Raffael. Er will mich aus dem Palazzo vertreiben, vielleicht trachtet er mir sogar nach dem Leben.« Stella stand auf. Als die Gondel schwankte, hielt sie sich an Alessandro fest. »Ich muss wieder in den Palazzo zurück, man darf mich nicht vermissen.«

Alessandro schlug ein Kreuz. »Die Madonna beschütze Sie, Signorina.«

Stella sprang auf den Anlegesteg und ging die Treppe hinauf. Vom Podest vor dem großen kunstvoll geschmiedeten Tor winkte sie dem Gondoliere noch einmal zu.

Als sie über den kurzen Weg zum Portal des Palazzos ging, kamen ihr Celia und Pietro, die Pflegekinder des Conte, entgegengelaufen.

Die kleine schwarzhaarige Celia sah Stella vorwurfsvoll an. »Wir haben dich schon überall gesucht, Miss Stella. Warum gehst du allein zum Canal Grande? Wolltest du mit der Gondel fahren?«

Stella legte die Arme um die Schultern der Kinder. »Aber doch nicht ohne euch.«

»Und nicht ohne Onkel Valentino«, sagte Pietro. »Er hat uns versprochen, dass er bald eine lange Gondelfahrt mit uns macht. Bis hinaus in die Lagune und zu seiner Glashütte.«

***

Immer noch kam Valentino Tag für Tag zum Mittagessen in den Palazzo zurück. Man sah ihm an, wie dankbar er dafür war, hier nicht mehr mit Raffael allein zu sein. Das übermütige Plappern der Kinder lockte oft ein Lächeln bei ihm hervor, er beteiligte sich an der Unterhaltung und ließ jetzt deutlicher erkennen, wie glücklich er über die Liebe seiner Pflegekinder war.

Die kleine Celia verstand es besonders gut, ihm zu schmeicheln. Sooft es ging, schmiegte sie sich an ihn und drückte ihn.

Stella senkte dann meistens den Blick. Sie konnte nicht begreifen, dass dieser Mann so liebevoll für die beiden Waisenkinder sorgte und zur gleichen Zeit die Frau in der roten Robe als seine Gefangene festhielt.

Celia war heute besonders gesprächig. Auf dem Weg in das Speisezimmer ergriff sie die Hand des Conte. »Übermorgen habe ich Geburtstag, Onkel Valentino. Fährst du dann mit uns in die Lagune hinaus?«

Valentino blieb stehen. »Ja, Celia.« Er sah zu Stella zurück. »Wir sollten eine schöne Geburtstagsfeier vorbereiten, Miss Stella. Wollen Sie das tun?«

Stellas dunkle Augen leuchteten. »Ja, sehr gern, Conte.« Sie strich Celia liebevoll über das Haar. »Wenn ein Mädchen vier Jahre alt wird, muss man das doch feiern.«

Celia lachte stolz und sah Pietro triumphierend an. »Jetzt kannst du nicht mehr damit prahlen, dass du allein vier Jahre alt bist.«

»Ich werde aber bald fünf. Du kannst mich nie einholen, Celia.«

Das kleine Mädchen sah fragend von Stella zu Valentino. »Ist das wahr, kann ich Pietro nie einholen? Das ist aber dumm. Und ich habe mich so gefreut, dass ich jetzt genauso alt bin wie er.«

Im Speisezimmer hatte Celia ihren Kummer schon wieder vergessen. Ehe sie sich setzte, ging sie zu Valentino und drückte sich an ihn. Ihre großen schwarzen Augen sahen ihn treuherzig an.

»Onkel Valentino, weißt du schon, was du mir zum Geburtstag schenkst?«

Valentino sah etwas hilflos zu Stella hinüber.

Celia war klug genug, um diesen Blick zu verstehen. »Du weißt es also noch nicht.« Diese Feststellung klang aber keineswegs traurig. »Dann kann ich mir noch etwas wünschen?«

Valentino atmete auf. »Ja, Celia. Sag mir, was du gern haben möchtest.«

»Etwas ganz Schönes, Onkel Valentino«, meinte Celia noch etwas zögernd. Doch dann platzte sie heraus: »Dass Pietro und ich Papa zu dir sagen dürfen.«

»Möchtet ihr das gerne tun?« Valentino hob das kleine Mädchen auf seinen Schoß und drückte es an sich.

»Ja, so gerne, Onkel Valentino.« Celias Hände streichelten über sein Gesicht. Dann sah sie auffordernd zu Pietro. »Sag es doch auch, dass wir das möchten, Pietro.«

Der Junge stand neben Stella. Er nickte nur. Seine Augen strahlten.

Celia blies die Luft aus den Wangen. »Ich muss immer alles sagen.« Sie sah Valentino in die Augen. »Wenn Pietro und ich Papa zu dir sagen dürfen, sind wir doch wie richtige Geschwister. Und das möchten wir sein. Pietro und ich wollen nie mehr von dir fortgehen. Und … und … wir haben dich auch sehr lieb. Ach was, Onkel Valentino, warum sollen wir erst bis zu meinem Geburtstag warten?« Celias rundes Gesicht glühte vor Eifer. Sie warf die Arme um Valentinos Hals. »Du bist doch jetzt schon unser Papa. Unser lieber, guter Papa.« Sie drückte ihren Mund ganz fest auf Valentinos Wange. »Bist du das, Papa?«

»Ja.« Selbst aus diesem kurzen Wort war Valentinos Erschütterung zu hören.

Stella standen die Tränen in den Augen. Sie neigte sich über ihren Teller, damit es niemand sehen konnte.

Raffael brachte die Suppe und unterbrach dadurch Celias liebevolle Beteuerungen.

Das Mädchen rutschte von Valentinos Beinen und wollte zu seinem Stuhl gehen. Plötzlich blieb es vor Raffael stehen.

»Onkel Valentino ist jetzt unser Papa.« Aus Celias Stimme klang Stolz. Als Raffael nichts sagte, meinte sie, sich ihm noch verständlicher machen zu müssen. »Pietro und ich sagen nur noch Papa, und du darfst auch nicht mehr von Onkel Valentino sprechen, Raffael.« Jetzt lief sie zu Stella und umarmte sie. »Und du gehörst auch zu unserer Familie, Miss Stella.«

Raffael setzte das Tablett so hart auf den Tisch, dass alle erschraken. »Es wäre gut, wenn Sie die Suppe sofort essen würden, sonst wird sie kalt«, sagte er mit frostiger Stimme und verließ gleich wieder das Speisezimmer.

»Raffael mag nicht, dass wir alle eine Familie sind«, sagte Pietro.

Niemand antwortete ihm. Stella war zumute, als müsse sie jeden Augenblick in Tränen ausbrechen. Sie sollte zur Familie des Mannes gehören, der ihre Mutter seit vielen Jahren gefangen hielt?

Als Stella von ihrem Teller aufblickte, sah sie in Valentinos forschende Augen. Jetzt lehnte er sich zurück. Sein eben noch lächelndes Gesicht verdüsterte sich. Hatte er ihre Gedanken erraten?

Raffael servierte nun ein Risotto. Er hatte die Portionen bereits auf die Teller verteilt.

Verwundert blickte ihn Valentino an. »Was sind denn das für neue Sitten, Raffael?«

Der Diener antwortete in seiner mürrischen Art: »Ich habe die Teller in der Küche vorgewärmt. Sie klagen doch oft darüber, dass die Gerichte hier so schnell kalt werden, Conte.«

Celia stocherte schon in ihrem Risotto herum. »Ich habe die wenigsten Fleischstückchen«, behauptete sie enttäuscht, auch wenn das nicht stimmte

Valentino schwieg. Er wusste, weshalb Celia oft Angst hatte, weniger als die anderen zu bekommen. Sie war, genauso wie Pietro, im Waisenhaus aufgewachsen. Dort hatte sie gelernt, um jedes Häppchen zu kämpfen.

Auch Stella erkannte den Grund für Celias Angst. Sie spießte aus ihrem Risotto mehrere Fleischstückchen auf die Gabel und legte sie auf Celias Teller.

»Ich mache mir ohnehin nicht viel aus Fleisch, Celia«, sagte sie liebevoll.

Das Mädchen strahlte. »Danke, Miss Stella.« Und nun aß es mit gutem Appetit.

Stella indessen meinte, das Risotto müsse ihr im Hals stecken bleiben. Sie wurde von bangen Vorahnungen gequält, die sie sich nicht erklären konnte.

Als alle ihre Teller geleert hatten, stand Valentino auf. Er machte ein geheimnisvolles Gesicht. »Und jetzt habe ich noch eine Überraschung für euch.« Schnell verließ er das Speisezimmer.

Celia sah Pietro erwartungsvoll an. »Glaubst du, dass Papa Eis mitgebracht hat?«

Valentino kam zurück. Zu Celias und Pietros Freude brachte er wirklich Eis.

Doch schon nach wenigen Minuten legte Celia den Löffel aus der Hand und schob den Teller mit dem Eis von sich weg.

»Nanu?«, fragte Valentino enttäuscht. »Du verzichtest auf dein Eis?«

Celia presste die Hände auf den Magen. »Mir ist so schlecht. Ich habe Bauchweh.« Ihr sonst so frisches Gesicht war blass geworden.

Stella stand auf. Doch sie musste sich auf die Stuhllehne stützen, weil sich alles vor ihr zu drehen begann.

Valentino sah von Celia zu Stella, dann sprang er auf. Er konnte gerade noch Celia auffangen, bevor sie vom Stuhl gefallen wäre.

Stella hielt sich noch immer an der Stuhllehne fest.

Pietro begann, laut zu weinen. »Was ist mit Celia?«, fragte er.

Valentino gab dem Jungen keine Antwort, er sah sich ratlos um. Das Mädchen auf seinen Armen wand sich in Krämpfen, aber auch Stella hätte seine Hilfe gebraucht. Jetzt lief er mit Celia aus dem Speisezimmer.

In der Halle rief er nach Raffael. »Wir brauchen sofort einen Arzt!«

Der Alte ließ sich Zeit. Er suchte lange im Telefonbuch, ehe er eine Nummer wählte.

Valentino hatte die kleine Celia auf ihr Bett gelegt, jetzt lief er in das Speisezimmer zurück. Dort lag Stella auf dem Boden.

Pietro hockte neben ihr, weinte und sagte immerzu: »Es wird gleich wieder gut sein, Miss Stella, es wird gleich wieder vorbei sein.«

Valentino hob Stella auf die Arme. Er sah, dass sie genauso litt wie die kleine Celia. Er brachte auch Stella in ihr Zimmer. Pietro war ihm gefolgt und zu Celia ins Zimmer gelaufen. Er setzte sich auf das Bett des Mädchens und redete ihm gut zu. Aber die Kleine schien ihn nicht mehr zu hören. Ihr Gesicht wurde immer blasser. Ihre Lippen waren blau verfärbt.

»Celia! Schau mich doch an, Celia.« Die Jungenhände tapsten ungeschickt über Celias Gesicht. »Was hast du denn, Celia? Tut es sehr weh? Miss Stella ist auch so krank.« Jetzt lief er ins Nebenzimmer.

Stella lag auf ihrem Bett. Ihr Blick war starr zur Decke gerichtet.

»Miss Stella«, flüsterte der Junge entsetzt.

Stella drehte den Kopf zur Seite. »Schnell, Pietro, ruf einen Arzt für Celia«, bat sie mit kaum zu verstehender Stimme.

»Onkel Valentino ist ja noch einmal zum Telefon gegangen, Miss Stella.« Unschlüssig sah der Junge auf die Tür zu Celias Zimmer.

Stella schob ihn von sich weg. »Geh zu Celia, sie braucht dich dringender als ich.«

»Ich habe Angst, so große Angst, Miss Stella«, klagte der Junge, aber dann ging er wieder zu Celia.

Valentino kam zurück. Er beugte sich über Stella. »Der Arzt muss in wenigen Minuten hier sein.«

»Gehen Sie zu Celia, Conte.« Stella schloss die Augen. »Gift! Das war Gift«, sagte sie leise.

Valentino zuckte zusammen, obwohl er längst denselben Verdacht hegte.

Der Arzt kam erst eine Viertelstunde später. Raffael begleitete ihn. Mit undurchdringlichem Gesicht.

»Wir brauchen dich nicht, Raffael«, sagte der Conte und wies auf die Tür.

Der Arzt untersuchte die kleine Celia. Er gab ihr zwei Injektionen, dann zuckte er mit den Schultern. »Es tut mir leid, Conte …«

In diesem Moment tauchte Stella auf. Sie hielt sich am Türrahmen fest. Valentino sprang zu ihr und legte die Arme fest um sie.

»Celia«, flüsterte Stella, »muss sie sterben?« Sie tat einen Schritt auf das Kinderbett zu. Ihre Knie gaben nach.

Valentino nahm Stella auf die Arme und trug sie auf ihr Bett zurück.

Der Arzt folgte ihnen. Er gab auch Stella eine Spritze, dann sagte er: »Ich muss ihr den Magen auspumpen. Bei ihr kann das noch helfen.«

Wie aus weiter Ferne hatte Stella diese Worte gehört. Sie bäumte sich auf. »Und bei Celia?«, schrie sie.

Der Arzt sah Valentino an. »Es wird gleich vorbei sein. Gehen Sie zu ihr und dem Jungen.«

Valentino folgte dem Befehl des Arztes. Pietro hatte sich über Celia geworfen und rief dauernd ihren Namen.

Valentino zog den Kleinen hoch und drückte ihn an sich. »Wir können Celia nicht mehr helfen, Pietro«, sagte er mit erstickter Stimme.

Das kleine Mädchen war ganz ruhig geworden. Man sah nicht einmal mehr, ob es noch atmete, es hatte die Augen geschlossen.

Valentino griff nach Celias Hand. Er versuchte, ihren Puls zu fühlen, doch er konnte ihn nicht mehr spüren.

Valentino ließ die Schultern hängen. Er hatte den kleinen Jungen neben sich vergessen.

»Du bist jetzt schon unser Vater. Unser lieber, guter Vater.«

Valentino sah sich im Zimmer um, als höre er noch einmal Celias Stimme.

Aber die kleine Celia schwieg.

***

Stella schwebte tagelang zwischen Leben und Tod. In dieser Zeit war Celia beerdigt worden.

Zum ersten Mal seit vielen Jahren wurde wieder Personal im Palazzo eingestellt.

Raffael hatte seinen Platz in der Küche an eine Köchin abtreten müssen. Sie hieß Augusta und beteuerte jeden Tag von Neuem, dass bei ihr kein vergiftetes Fleisch auf den Tisch kommen werde.

Zu Stellas Pflege hatte Valentino eine Krankenschwester kommen lassen. Er hatte es nicht zugelassen, dass Stella in eine Klinik gebracht wurde.

Inzwischen hatte die Kriminalpolizei festgestellt, dass die Fleischstücke im Risotto mit Arsen vergiftet worden waren. Aber nur die auf Stellas Teller. Weder Valentino noch Pietro hatten nach dem Essen Beschwerden gehabt.

Celia war ihr Verlangen nach mehr Fleisch zum Verhängnis geworden. Stella hatte ihr von ihrem Teller etwas abgegeben. Und der Körper des Kindes war mit dem Gift nicht fertiggeworden.

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