Logo weiterlesen.de
Die Schwarzen Perlen - Folge 10

Der Mann mit der Maske

von O. S. Winterfield

Seufzend lässt sich Stella Douglas in den Sessel des düsteren Pensionszimmers fallen. Mit der Hilfe ihrer Freundin Nina ist sie aus dem Bordell entkommen, in dem Madame Yvonne sie festgehalten hat. Doch der Preis für ihre Flucht war hoch: Nina musste sterben. Ihr Tagebuch ist alles, was sie zurückgelassen hat.

Mit zitternden Fingern zieht Stella es aus der Reisetasche. Als sie die schockierenden Zeilen liest, ist sie fest entschlossen, Ninas letzten Wunsch zu erfüllen. Doch der unheimliche Mann mit der Maske will genau dies verhindern …

Als Stella das Tagebuch aufschlug, fiel ihr Blick auf die erste Seite, die mit Ninas gut lesbarer Schrift bedeckt war.

7. Mai

Heute bin ich einundzwanzig Jahre alt geworden. Vielleicht klappen andere Mädchen in diesem Alter ihr Tagebuch für alle Zeiten zu, ich beginne erst damit, eines zu schreiben.

Was hätte ich in den vergangenen Jahren festhalten sollen? Jeden Tag dasselbe? Dass ich die schönste Kindheit und Jugend hatte, die sich ein Mädchen nur wünschen kann?

Ich bin in der Freiheit unseres Guts Stolpshof aufgewachsen, unter dem Schutz meiner geliebten Eltern. Oft nannten mich die Leute in der Umgebung die kleine, wilde Baronesse. Vielleicht, weil mir kein Baum zu hoch war, und weil ich immer Streiche im Sinn hatte.

Ich bin die einzige Tochter des Barons von Kolberg. Zwar haben meine Eltern mich das nie fühlen lassen, aber sicher hätten sie, besonders Vater, ganz gern einen Sohn als Erben für unseren Besitz gehabt. Deshalb bemühte ich mich, ihnen ein wenig einen Jungen zu ersetzen.

Aber je älter ich wurde, desto mehr überwogen meine Mädchenträume. So sehr ich Stolpshof liebe und so gerne ich immer hier leben würde, wichtiger ist mir eine Liebesheirat.

Dafür wäre ich auch mit einem bescheidenen Leben zufrieden. Mein Ehrgeiz ist es nicht, in einem Herrenhaus zu wohnen. Ich könnte auch in einem kleinen Heim glücklich sein. Und wenn ich Peter Quest heirate, werde ich wohl auch nicht auf Stolpshof bleiben können. Meine Eltern lehnen ihn als Schwiegersohn ab. Zum ersten Mal verstehe ich sie nicht – und sie mich nicht.

Wie konnte das nur so kommen? Sie haben mir doch immer gesagt, dass ich aus Liebe heiraten dürfe. Und Peter liebe ich. Stört es meine Eltern auf einmal, dass Peter nur Bankangestellter ist? Wenn sie ihm ein wenig entgegenkämen, würde er sich doch auf ihre Wünsche einstellen. Peter beharrt ja nicht darauf, in seinem Beruf zu bleiben, er würde sich auch von Vater für die Arbeit auf dem Gut anlernen lassen. Und Vater hätte mit seinen fünfundfünfzig Jahren dazu doch noch lange genug Zeit. Aber er lehnt es ab, mit mir überhaupt über Peter zu sprechen.

Das ist der Grund, warum ich damit beginne, ein Tagebuch zu schreiben. Es ist mir dabei zumute, als könnte ich meine Sorgen loswerden. Mit Peter kann ich nicht immerzu darüber reden. Er wird dann unleidlich. Er ist zu stolz, um immer wieder zu hören, dass er in der Familie von Kolberg nicht willkommen ist.

Ich verstehe Peter. Er ist zweiunddreißig Jahre alt. Da will ein Mann nicht mehr wie ein Nichts behandelt werden. Und sicher denkt Peter oft daran, dass es viele Mädchen gibt, die ihn zum Mann möchten. Auch solche, deren Eltern ebenfalls nicht arm sind. Ich werde schon eifersüchtig, wenn ich nur daran denke. Peter fällt überall auf. Wohin wir auch kommen, sehen ihm die Mädchen nach.

Er ist groß und stattlich, hat blondes, volles Haar und strahlend blaue Augen. Ich reiche ihm kaum über die Schultern. Aber ich glaube, wir passen gut zueinander. Ich habe graue Augen und dunkelbraunes Haar. Peter gefällt es, wenn ich mir das Haar nicht hochstecke, sondern es über die Schultern fallen lasse.

Peter ist sehr verliebt in mich. Ich kann mir nicht vorstellen, dass er jemals zu einer anderen Frau so zärtlich war.

Diesen Gedanken werde ich jetzt mit in den Schlaf nehmen, damit ich von Peter träume. Ich durfte ihn heute zu meiner Geburtstagsfeier nicht einladen, aber er hat mir einen herrlichen Strauß roter Rosen geschickt. Sie stehen vor mir auf dem Tisch. Es sind die einzigen Blumen, die ich mit in mein Zimmer genommen habe.

Mutter hat das gemerkt und mich forschend angesehen. Ich glaube sogar, dass sie dabei einen sehr bangen Eindruck machte. So, als sei sie in großer Sorge um mich. Warum nur? Sie muss doch am besten merken, wie glücklich ich bin.

11. Mai

Es ist gleich Mitternacht. Seit zwei Stunden sitze ich in meinem Zimmer. Seit dieser Zeit liegt das Tagebuch aufgeschlagen vor mir. Aber jedes Mal, wenn ich nach dem Füller griff, legte ich ihn gleich wieder weg. Ich wusste nicht, wie ich mit dem beginnen sollte, was ich heute erlebt habe.

Es gab eine furchtbare Auseinandersetzung mit meinen Eltern. Vater hat mir verboten, Peter zu heiraten. Noch nie habe ich meinen Vater so aufgebracht gesehen, noch nie hat er in solch bösem Ton mit mir gesprochen.

Und meine Mutter stand mir nicht einmal bei, sondern ist mehrere Male in Tränen ausgebrochen. Das regte Vater noch mehr auf.

Aber ich habe um mein Glück, um meine Liebe zu Peter gekämpft. Wenn er mich hätte sehen können, wäre er sicher sehr stolz auf mich gewesen.

Und ich werde weiterkämpfen. Jeden Tag, jede Stunde. Wenn meine Eltern so hart bleiben, verlasse ich Stolpshof. Sie rechnen damit, dass ich das nicht schaffe, weil sie meine Liebe zu unserem Gut kennen. Ich würde ja auch schweren Herzens gehen, alles hier erinnert mich doch an meine Kindheit, an die Harmonie, in der wir lebten. Aber ich lasse mich nicht erpressen. Morgen werde ich Peter in Bremen anrufen und ihm sagen, was heute hier passiert ist. Er muss doch wissen, was ich für ihn auf mich nehmen will.

12. Mai

Ich habe Peter in der Privatbank Asmussen angerufen. Es wäre besser gewesen, ich hätte ihn in Bremen besucht. In drei Stunden wäre ich ja mit meinem Wagen bei ihm. Aber Mutter war heute bettlägerig, ich konnte sie nicht allein lassen. Sie hat nicht mehr von dem gestrigen Auftritt gesprochen, aber ich sah den Vorwurf in ihren Augen.

Vater kam in ihr Zimmer. Er sah sehr bedrückt aus. Sicher tut es ihm auch schon leid, dass er so barsch zu mir gewesen ist. Er legte den Arm um meine Schultern und sagte: »Na, meine Deern, bist du endlich vernünftig geworden? Hast du die Sache überschlafen?«

Wenn mein Vater »Meine Deern« sagt, dann ist er immer besonders liebevoll zu mir. So sollte es wohl auch heute sein. Aber konnte Vater erwarten, dass ich meine Überzeugung von einem Tag zum anderen geändert habe?

Er machte ein sehr enttäuschtes Gesicht, als ich sagte: »Ich hatte nichts zu überschlafen, Vater. Ich liebe Peter, und das solltest du endlich akzeptieren.«

Vaters Gesicht lief rot an, wie immer, wenn er in Zorn gerät. Sicher hat er nur aus Rücksicht auf Mutter geschwiegen.

Peter scheint gar nicht zu begreifen, wie sehr ich hier gegen meine Eltern kämpfen muss. Er hat sich alles angehört, aber kaum etwas dazu gesagt. Sicher konnte er nicht frei sprechen. Es ist zu dumm, dass ich ihn nur in der Bank anrufen kann. Aber eines hat er dann doch gesagt, nämlich dass meine Eltern mich nicht völlig enterben könnten, wenn ich Stolpshof verlasse.

Dabei geht es mir doch gar nicht ums Geld. Auch wenn ich nichts bekomme, werde ich mich nicht umstimmen lassen. Aber ich werde nie begreifen, warum ich mit meinen Eltern plötzlich in Feindschaft leben soll. Ich bin ihre einzige Tochter. Für mich haben sie so viel in das Gut investiert. Auch dann, wenn es Vater manchmal schwerfiel.

In den vergangenen Jahren hatten wir eine Pechsträhne. Kaum hatten wir neue Äcker dazugekauft, mussten wir die Kühe wegen der Maul- und Klauenseuche schlachten lassen. Dann kam das schreckliche Unwetter, das die gesamte Ernte vernichtet hat. Und schließlich brannten noch zwei der großen Scheunen ab.

Das alles hat Vater verkraftet. Er sagte immer, er müsse durchhalten, damit er mir Stolpshof eines Tages modern und schuldenfrei übergeben könne. Was will er jetzt mit dem Gut tun, wenn er mich aus dem Haus treibt?

17. Mai

Nun habe ich die Antwort auf meine Frage bekommen, warum meine Eltern sich gegen die Verbindung mit Peter stellen. Ich wage kaum niederzuschreiben, worum sie mich heute gebeten haben.

Ich soll den Reeder Norbert Jansen heiraten.

Norbert Jansen ist fünfundvierzig Jahre alt. Er war mir bisher nicht unsympathisch, wenn er uns besuchen kam. Aber nicht ein einziges Mal habe ich erwogen, seine Frau zu werden. Solch einen verrückten Gedanken hätte ich nie gehabt. Ich weiß, dass sich die Frauen um ihn reißen. Viele hoffen, dass sie den Junggesellen betören könnten. Warum nimmt er keine von diesen Frauen? Warum will er gerade mich haben?

Er will mich kaufen. Und diese Demütigung wollen mir meine Eltern nicht ersparen. Wie schlecht muss es um das Gut stehen, dass mein Vater zu solch einem Handel die Hand reicht? Er, der stolze Baron von Kolberg.

Und Mutter? Sie hat mich angefleht, Norbert Jansen zu heiraten. In den schönsten Farben hat sie mir das Leben an der Seite des reichen Reeders ausgemalt. Und natürlich konnte sie es nicht lassen, Vergleiche anzustellen. Es ist ja so einfach, mir vorzuhalten, wie bescheiden ich mit Peter leben müsste. Ein kleiner Bankangestellter und ein reicher Reeder lassen sich eben nicht miteinander vergleichen.

Ich finde es gemein von Norbert Jansen, dass er meinem Vater nur unter die Arme greifen will, wenn ich Ja sage. Ich bin doch keine Ware, die man verschachern kann.

Es hört sich natürlich sehr verlockend an, dass Norbert Jansen das Gut sanieren und das Herrenhaus gründlich renovieren lassen würde, damit er und ich auch darin wohnen können. Der Herr Reeder würde nur zu seinen Geschäften nach Bremen fahren, die übrige Zeit möchte er auf Stolpshof verbringen. Und seine junge Frau bräuchte dadurch ihre Eltern nicht zu verlassen.

Diese Aussicht muss ja meinen Eltern gefallen. Vor allem aber wäre Vater seine drückenden Verpflichtungen los. Jetzt erst hat er mir gestanden, wie schlecht es um Stolpshof bestellt ist. Oder übertreibt er, um zum Ziel zu kommen? So muss es sein. Meine Eltern wissen, in welche Konflikte sie mich stürzen, wenn sie an meine Liebe zu ihnen appellieren. Nie hätte ich gedacht, dass sie mich mit solchen Mitteln in die Knie zwingen würden.

Aber das wird ihnen nicht gelingen. So wie ich ihnen heute ganz entschieden gesagt habe, dass ich nicht mehr von Peter lasse, werde ich es immer tun. Ich liebe Peter, und er liebt mich.

20. Mai

Peter und ich haben beschlossen, zu heiraten. Ich halte es in Stolpshof nicht mehr aus und kann die vorwurfsvollen Gesichter meiner Eltern nicht mehr sehen. Noch einmal habe ich versucht, sie davon zu überzeugen, dass ich nur mit Peter glücklich werden kann.

Merkwürdig, Vater und auch Mutter sahen aus, als würden sie mir das glauben. Aber dann sprachen sie doch wieder nur davon, dass sie ohne die Hilfe Norbert Jansens Stolpshof nicht halten könnten. Und gerade das kann ich nicht glauben. Warum sollte auf einmal die Katastrophe über Stolpshof hereinbrechen? Solange ich denken kann, war ich die beneidete Tochter wohlhabender Eltern.

Aber nun werde ich als armes Mädchen zu Peter kommen. Er sagt, das stört ihn nicht. Er lehnt es sogar ab, dass ich mir eine Arbeit suche. Er ist schon auf Wohnungssuche. Er sagt, er habe in letzter Zeit bei kleinen Spekulationen eine glückliche Hand gehabt und wir würden uns nicht gar zu sehr einschränken müssen. Aber das würde mir auch nichts ausmachen. Wenn ich nur aus der Bedrängnis hier heraus bin.

2. Juni

Jetzt habe ich es hinter mir. Ich bin in Bremen in einer sehr hübschen Zweizimmerwohnung. Peter hat sogar schon Möbel gekauft. Wir richten uns mit Begeisterung ein. In vierzehn Tagen werden wir in aller Stille heiraten.

Der Abschied von Stolpshof war furchtbar. Nie werde ich vergessen, dass ich bei allem, was ich tat, immer dachte: zum letzten Mal.

Von meinen Eltern habe ich mich nicht verabschiedet. Das habe ich nicht geschafft. Ich habe ihnen nur einen Brief hinterlassen.

Wenn es ihnen leidtäte, dass ich gegangen bin, hätten sie sich bis heute schon gemeldet. Ich habe ihnen meine neue Adresse zurückgelassen. Aber niemand ist gekommen.

An meinem Hochzeitstag werde ich sehr traurig sein, aber auch sehr stolz. Traurig, dass ich diesen Tag ohne meine Eltern erleben muss, aber ich bin stolz, weil ich für meine Liebe ein Opfer gebracht habe.

Wie Mutter wohl jetzt zumute ist?

So oft haben wir miteinander von meinem Hochzeitstag geträumt. Und Mutter sagte immer, Vater werde der stolzeste Brautvater sein, den es je gegeben habe.

Nun ist alles anders gekommen. Warum sind Eltern bloß so uneinsichtig?

10. Juni

Heute war meine Mutter hier. Seit zwei Stunden warte ich auf Peters Heimkehr. Er hatte mir versprochen, heute rechtzeitig nach Hause zu kommen. In den letzten Tagen ist es immer spät geworden. Peter muss in der Bank oft Überstunden machen. Ich weiß, das tut er nur, damit wir uns hier so schön einrichten können. Trotzdem wäre es mir lieber, Peter käme früher nach Hause. Ich habe so viel Langeweile und zähle die Stunden, bis er wieder bei mir ist.

Und heute bin ich besonders ungeduldig. Ich ertrage die Erinnerung an Mutters Besuch nicht. Jetzt muss ich wenigstens darüber schreiben.

Ich bin meiner Mutter um den Hals gefallen, ich habe sie gedrückt und geküsst. Und ich habe gelacht und geweint zur gleichen Zeit. Ich glaubte, Mutter sei gekommen, um mir zu sagen, dass wir uns wieder vertragen wollen. Ich war felsenfest davon überzeugt, dass ich nun auf Stolpshof heiraten würde.

Aber deshalb war meine Mutter nicht gekommen. Sie wollte mich nach Hause holen, doch ich sollte allein kommen. Meine Eltern verlangten dasselbe von mir wie immer – ich soll von Peter lassen. Jetzt, da unser Aufgebot schon bestellt ist, wagt man, mir diesen Vorschlag noch einmal zu machen.

Nein, Mutter hat das nicht von mir verlangt, sie hat mich darum gebeten. Immer wieder, bis sie vor mir auf den Knien lag.

Ich glaube, ich kann das gar nicht niederschreiben. Es war furchtbar. Ich kam mir so grausam und undankbar vor. Ich habe mit meiner Mutter geweint.

Sie sagt, das Gut komme unter den Hammer, wenn sich nicht ein Geldgeber finde. Und der Reeder Norbert Jansen sei noch immer bereit, mich zu heiraten und sein Geld in Stolpshof zu stecken.

Begreifen meine Eltern nicht, wie unwürdig eine solche Ehe für mich wäre? Ja, wie unwürdig es auch für sie ist, ein solches Angebot anzunehmen? Aber sie denken nur an ihren Namen, sie wollen Stolpshof nicht verlieren. Mutter sagt, Vater und sie würden es nicht überleben, das Gut verlassen zu müssen.

Was sollte ich tun? Peter nun verlassen, obwohl wir uns lieben? Hätte ich für meine Eltern ein solches Opfer bringen müssen? Ich liebe auch sie. Ich werde sie immer lieben. Ich möchte ihnen helfen, aber nicht um diesen Preis.

Ich habe meine Mutter ohne Hoffnung gehen lassen müssen. Wird mich das Schicksal dafür bestrafen, dass ich eine undankbare Tochter bin?

18. Juni

Seit gestern bin ich Peters Frau. Aus der Baronesse von Kolberg wurde eine schlichte Nina Quest. Aber ich bin glücklich darüber, Peters Namen zu tragen.

Von Stolpshof sind keine Glückwünsche gekommen. Bis zum letzten Augenblick vor unserer Trauung habe ich gehofft, meine Eltern würden mich noch überraschen.

Nun sind Peter und ich ganz auf uns allein gestellt. Peter hat seit Jahren keine Eltern mehr – und ich seit einigen Wochen.

Es gibt keinen erdrückenderen Schatten auf einer jungen Ehe, als zu wissen, dass die Eltern noch leben und man sie doch verloren hat.

Ich muss das meinem Tagebuch anvertrauen, mit Peter kann ich nicht darüber sprechen. Er versteht nicht, dass ich so viel an meine Eltern denke. Aber ich habe zu viel Zeit dazu. In Stolpshof war ich den ganzen Tag beschäftigt, hier habe ich nur die kleine Wohnung in Ordnung zu bringen. Peter kommt nicht einmal zu Mittag nach Hause. Der Tag wird mir sehr lang. Aber die glücklichen Abende sind ein Ausgleich für das lange Warten.

12. Juli

Das Schlimmste ist geschehen, was mir das Schicksal aufbürden konnte. Ich habe das Leben meines Vaters auf dem Gewissen!

Gestern hat er sich in Stolpshof erschossen.

Weil er keinen Ausweg mehr sah, weil das Gut unter den Hammer kommt, weil er und Mutter Stolpshof hätten verlassen müssen.

Meine Mutter hat vor mir auf den Knien gelegen und mich gebeten, ein Opfer zu bringen, damit das alles nicht passiert. Habe ich nicht begriffen, dass ich das Leben meiner Eltern in der Hand hatte? Habe ich das nicht begreifen wollen? Weil ich nur an Peter und mich gedacht habe?

Ich bin doch in Stolpshof aufgewachsen, ich habe meine Eltern geliebt, und ich wäre ihnen Dank schuldig gewesen.

Wollen Sie wissen, wie es weiter geht?

Hier können Sie "Die Schwarzen Perlen - Folge 10" sofort kaufen und weiterlesen:

Amazon

Apple iBookstore

ebook.de

Thalia

Weltbild

Viel Spaß!



Kaufen






Teilen