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Die Schwarzen Perlen - Folge 08

Ein Abschied für immer

von O. S. Winterfield

Als Stella Jim Hallifax kennenlernte, fand sie die nächste schwarze Perle ihrer Mutter Olivia, und sie erfuhr, dass Lady Olivias letzte Spur nach Deutschland führte.

Bevor die junge Frau jedoch nach Deutschland aufbricht, kehrt sie nach Ferrymoore Castle zurück, um ihren treuen Butler über die neuesten Erkenntnisse zu informieren und sich von den Strapazen zu erholen, die sie auf ihrer Reise durch den Orient durchgestanden hat.

Doch ausgerechnet in ihrer Heimat warten noch größere Schrecken auf Stella. Sie ahnt nicht, dass schon ein Sarg für sie bereitsteht …

Der kleine weißhaarige Butler Jock stand mitten in der Halle von Ferrymoore Castle. Er sah sich verwundert um. Hatte es eben wirklich am Portal geläutet? Er schüttelte den Kopf und ging mit schnellen kurzen Schritten auf die schwere Eichentür zu.

Noch ehe er sie öffnen konnte, läutete es wieder. Nun gab es wirklich keinen Zweifel mehr, irgendjemand begehrte Einlass. Vielleicht der junge Frederic McCall? Er war der Einzige, der sich ab und zu nach Ferrymoore Castle wagte.

Jock öffnete die Tür, und die Überraschung war groß.

»Miss Stella?« Der Butler schluckte vor Erregung und strich sich über die Augen. »Ich kann es nicht glauben!«

Die junge Frau mit dem rotblonden Haar fiel ihm um den Hals. Sie lachte und weinte zur gleichen Zeit. »Ich bin es aber, Jock. Ich bin wieder zu Hause, auf Ferrymoore Castle, bei Ihnen, guter alter Jock. Ach, was habe ich für Ängste ausgestanden, dass ich Sie nicht mehr antreffen könnte. Je näher ich dem Schloss kam, desto größer wurden diese Ängste.«

Über Jocks Gesicht liefen zwei Tränen. Er wischte sie verlegen mit dem Ärmel seiner Livree ab. »Ich musste doch auf Ihre Rückkehr warten, Miss Stella.« Er schob sie ein Stückchen von sich weg und sah sie prüfend an. »Sie sehen müde aus, Miss Stella«, sagte er besorgt. »Sehr müde.«

»Ich bin auch müde, Jock.« Stella ging ein paar Schritte durch die Halle, dann blieb sie stehen und sah den Butler mit ängstlichen Augen an. »Werde ich mich hier erholen können, Jock? Werde ich diesmal hier Ruhe finden?«

»Lady Laura ist im Nebentrakt des Schlosses eingezogen. Aber sie kommt sehr selten in das Hauptgebäude. Sie hält sich an die Bestimmungen im Testament ihres Vaters.« Jocks Stimme war anzuhören, dass er sich um einen gleichgültigen Tonfall bemühte. Jetzt zog er Stella mit sich. »Gehen Sie in den kleinen Salon, Miss Stella. Ich sage Martha Bescheid, dass sie Ihnen ein Bad vorbereiten soll. Danach werden Sie essen wollen.«

Stella schien ihm gar nicht zugehört zu haben. »Jock, spielt sie noch immer die Frau in Schwarz?«, fragte sie mit einem Gesicht, von dem plötzlich alle Wiedersehensfreude verschwunden war.

Jock unterdrückte einen Seufzer. »Selten sieht man Lady Laura anders. Sie scheint sich in dem langen schwarzen Kleid und mit dem schwarzen Schleier wohlzufühlen.« Der Butler hob die Schultern. »Wieso wollen Sie sich darüber wundern, Miss Stella? Es gibt eben Menschen, denen es lieber ist, ihr Gesicht zu verhüllen. Aber Sie sollten jetzt nicht schon wieder ängstliche Gedanken haben. Sie sind in Ihrer Heimat.«

»Ja, in meiner Heimat, aus der ich fliehen musste, Jock. Fast alle haben sich damals von Lady Laura aufwiegeln lassen. Nur Sie, Mary McCall und Frederic haben mir beigestanden.«

»Und die beiden haben sich auch mit mir um Sie gesorgt, Miss Stella. Wir haben eine schwere Zeit hinter uns. Sie haben uns zu lange ohne Nachricht gelassen.«

Nun hatte es Jock doch geschafft, dass Stella in den kleinen Salon getreten war. Er schob ihr einen Sessel zurecht.

Stella ließ sich hineinfallen. »Ich konnte keine Nachricht geben, Jock. Später werde ich Ihnen erzählen, was ich alles auf der Suche nach meiner Mutter erlebt habe. Ich komme aus Saudi-Arabien, aus einer ganz anderen Welt.« Sie strich sich eine Haarsträhne aus der Stirn. Dann lehnte sie sich zurück und schloss die Augen. »Es kommt mir so vor, als sei ich viele Jahre von Ferrymoore Castle fort gewesen. Und oft war es so, als könnte ich nie mehr zurückkehren.« Jetzt öffnete sie die großen dunklen Augen wieder. Mit erregter Stimme sagte sie: »Jock, ich habe fünf schwarze Perlen aus der Kette meiner Mutter gefunden. Die Letzte bei Jim Hallifax, einem irischen Ingenieur. Er hat mir dazu verholfen, dass ich nach Schottland fliegen konnte.«

Plötzlich sprang Stella auf. »Jock, ich glaube daran, dass meine Mutter noch lebt. Ich werde sie finden. Wie durch ein Wunder konnte ich ihrer Spur folgen. Jetzt führt diese nach Deutschland. Aber ich musste zuerst nach Hause kommen. Ich war schon zu lange fort. Doch ich werde nach Deutschland reisen, sobald ich mich etwas erholt habe, und ich weiß, ich werde wieder eine schwarze Perle finden.«

Weder Stella noch Jock hatten bemerkt, dass die Tür des kleinen Salons leise geöffnet worden war. Eine kleine gebeugte Greisin war eingetreten. Listige Augen sahen durch die Gläser einer Nickelbrille auf Stella und Jock.

Und jetzt kicherte die alte Frau. Es war ein böses, irres Kichern.

Stella schrak zusammen, und Jock sah unwillig zur Tür.

»Sie ist wieder da. Auf einmal ist sie wieder da, unsere Miss Stella. Es steht geschrieben …« Die Alte hob beschwörend die Hände.

»Fange nicht schon wieder damit an, Martha!« Jocks Stimme klang zornig.

Beschwichtigend legte Stella die Hand auf seinen Arm, dann ging sie auf die Alte zu. »Ja, ich bin wieder auf Ferrymoore Castle, Martha. Kannst du dich gar nicht darüber freuen?«

»Freuen?« Martha rückte ihre Nickelbrille zurecht. »Der Fluch hat dich durch die Welt getrieben, der Fluch hat dich wieder nach Hause getrieben.« Wieder kicherte sie. »Du kennst ihn jetzt. Und er wird dich auch hier verfolgen.«

Jock trat zu Martha und schüttelte sie an den Schultern. »Diesen Fluch gibt es nicht. Warum machst du Miss Stella Angst? Schau zu, dass sie baden und danach essen kann.«

»Ja, ja, ich mache schon alles.« Martha legte die Hand auf die Türklinke. Ihre Stimme war jetzt kaum noch zu verstehen. »Lady Olivia liegt nicht in der Grabkammer … Eben habt ihr ja von ihr geredet … Es gibt den Fluch … Sir Henry hat ihn schon zu spüren bekommen … Sie haben ihn tot aus dem Moor gebracht … nein, nein, er hat sich nicht selbst erschossen.«

Jock schob Martha hinaus und schloss die Tür hinter ihr. »Sie wissen es ja, Miss Stella, Martha dürfen Sie nicht ernst nehmen. Sie wird immer sonderbarer. Es ist das Alter.«

»Und alles, was sie auf Ferrymoore Castle hat erleben müssen, Jock.« Stella sah den Butler bedeutungsvoll an. »Aber sprechen wir nicht davon. Ich möchte jetzt erst einmal in mein Turmzimmer gehen. Darauf habe ich mich schon die ganze Zeit gefreut.«

Jock sah Stella mit vergrämtem Gesicht nach. Warum konnte sie nicht unbesorgt nach Hause kommen? Sie war die junge Herrin von Ferrymoore Castle. Die rechtmäßige Herrin, auch wenn ihr Vater die merkwürdige Verfügung getroffen hatte, dass sie ihr Erbe mit Lady Laura Haggart – der Frau in Schwarz – teilen musste.

***

Als es dunkel wurde, verließ Stella Douglas Ferrymoore Castle. Sie wollte zu dem kleinen Haus an den Klippen, zu Mary McCall und deren Sohn Frederic.

Der kalte Wind des schottischen Hochlandes blies Stella ins Gesicht, ihre Wangen brannten vor Kälte, aber auch vor Erregung. Je näher sie ihrem Ziel kam, desto stärker klopfte ihr Herz. Wie oft hatte sie sich das Wiedersehen mit dem jungen Fischer Frederic vorgestellt! Er war der erste Mann gewesen, der sie geküsst hatte.

Stella blieb stehen und warf den Kopf in den Nacken. Sie wehrte sich gegen die Erinnerungen, die in ihr aufstiegen. Sie war nicht mehr das unerfahrene Mädchen. Sie war in der Welt draußen allein gewesen, nur die Liebe hatte ihr die Kraft gegeben, ihr Schicksal zu ertragen. Eines Tages würde sie Frederic alles erzählen, und er musste sie verstehen.

Stella wurde wieder leichter ums Herz. Sie begann zu laufen. Als sie knapp vor dem kleinen Haus an den Klippen stand, sah sie zum Wasser. Dort lagen die Boote. Und eines kam gerade vom Meer zurück. In dem dämmernden Licht des Abends war der junge Mann noch zu erkennen, der das Boot mit kräftigen Ruderschlägen dem Ufer zutrieb.

»Frederic!«, schrie Stella und rannte auf das Ufer zu.

Der junge Mann ließ die Ruder sinken. Er sprang auf, als das Boot auf den Sand fuhr, und mit einem Satz war er draußen, viel zu früh, um schon trockenen Boden zu erreichen. Er watete durch das Wasser und lief Stella entgegen.

Schwer atmend erreichten sie einander, ihre Augen strahlten. Stella warf sich an Frederics Brust, und er drückte sie an sich, als wolle er sie nie wieder loslassen.

Auf der Schwelle des kleinen Hauses stand jetzt eine Frau. Sie hatte Stella am Fenster vorbeilaufen sehen und gemeint, sie dürfe ihren Augen nicht trauen. Jetzt sah sie, dass sie sich nicht geirrt hatte – Stella Douglas war wieder da. Frederic hielt sie im Arm.

Bestürzt sah sie zu dem Paar. Die beiden jungen Menschen hatten einander also noch nicht vergessen.

Doch Mary McCall musste ihre sorgenvollen Gedanken gleich aufgeben. Frederic und Stella kamen auf das Haus zugelaufen. Sie hielten sich an den Händen, und Frederic rief: »Mutter, Stella ist wieder da!«

»Ja, das sehe ich.« Mary McCall streckte die Arme aus und zog die junge Frau an sich. Lange hielt sie sie fest, bis sie sagte: »Komm ins Haus, es ist viel zu kalt hier draußen.«

Als Stella auf der Eckbank in der gemütlichen Wohnstube saß, meinte sie, zu träumen. Wie oft hatte sie sich hierher zurückgesehnt, mehr als in das große, düstere Schloss. Bei den McCalls war alles hell und freundlich. Stella nahm bewusst alles wahr: die holzgetäfelten Wände, das blitzende Kupfergeschirr und den offenen Kamin, in dem Frederic jetzt das Feuer schürte. Er tat es sehr umständlich, als wolle er Zeit gewinnen.

Stella lächelte. »Das Feuer brennt doch bereits, Frederic. Komm, setz dich zu mir. Ich weiß, deine Mutter setzt jetzt schon Teewasser auf.«

Frederic erhob sich. Er war dreiundzwanzig Jahre alt, groß und schlank, und hatte dichtes rotblondes Haar und tiefblaue Augen. Zögernd und etwas verlegen kam er auf Stella zu. Sie wusste, was ihn jetzt bewegte. Damals vor ihrer Flucht, hatte er sie nur scheu geküsst, heute war er so stürmisch gewesen, als sei er vor Sehnsucht nach ihr vergangen.

Stella streckte die Hand aus. »Komm, Frederic. Ich freue mich so, wieder bei dir zu sein. Du bist mein allerbester Freund. Es wird lange dauern, bis ich dir alles erzählt haben werde, was mir passiert ist. Jetzt möchte ich mich erst einmal darüber freuen können, wieder hier zu sein.«

Mary McCall brachte den Tee und setzte sich zu den jungen Leuten. Sie begleitete die beiden auch, als Stella nach Ferrymoore Castle zurückgehen musste.

Der alte Jock wartete noch auf Stella. Als er hörte, dass Mary McCall bis zum Schloss mitgekommen war, dachte er: Es wird wohl gut sein, wenn Mary die Augen offen hält.

***

Drei Tage war Stella schon auf Ferrymoore Castle, als sie zum ersten Mal die Grabkammer besuchte. Sie tat es mit sehr bangem Herzen.

Inzwischen hatte man an der Mauer auch eine Marmorplatte mit dem Namen ihres Vaters angebracht – neben der Marmorplatte mit dem Namen ihrer Mutter.

Stella schüttelte fassungslos den Kopf. »Olivia Douglas!«, stieß sie hervor.

Man hatte also die Grabkammer wieder zugemauert und die Marmorplatte mit dem Namen ihrer Mutter erneut befestigt, obwohl der Sarg hinter der Mauer leer war.

Alle sollten glauben, dass ihre Mutter hier begraben war. So wie ihr Vater das gewünscht hatte. Würde man auch von ihr verlangen, dass sie das wieder glaubte?

Stellas Gestalt straffte sich, und in ihren Augen stand Trotz. Nein, sie würde sich nicht mehr wie ein Kind behandeln lassen. Sie hatte den leeren Sarg gesehen, und sie war den Spuren ihrer Mutter gefolgt. Eines Tages würde sie ihre Mutter finden und mit ihr nach Ferrymoore Castle zurückkommen. Dann würde dieser Spuk ein Ende haben.

Stella wandte sich ab und ging langsam hinüber in die Grabkapelle. Erstaunt sah sie, dass die Tür ins Freie offen stand. Sie erinnerte sich genau, dass sie sie geschlossen hatte.

Von der untergehenden Sonne fiel ein rötlicher Schein in die Grabkapelle. Plötzlich tauchte in diesem Licht ein Schatten auf.

Stella unterdrückte einen Aufschrei, ihr Fuß stockte, und sie blieb im Mittelgang stehen.

In der Türöffnung stand eine große Frau in einem langen schwarzen Kleid und einem schwarzen Schleier, der das Gesicht verdeckte.

Die Frau in Schwarz!, dachte Stella entsetzt, obwohl sie wusste, wer sich hinter diesem Schleier verbarg.

Jetzt breitete die Frau die Arme aus und legte die Hände an den Türrahmen. Gegen das rötliche Licht der untergehenden Sonne hoben sich ihre Konturen scharf ab.

So regungslos, wie die Frau in Schwarz auf ihrem Platz blieb, stand Stella mitten in der dunklen Grabkapelle. Ihr erster Gedanke war Flucht.

Aber wohin? Es gab nur diesen einen Ausgang.

Gewaltsam versuchte sich Stella zu beruhigen. War sie nicht eben in der Grabkammer noch zuversichtlich gewesen? Hatte sie ihren Widersachern nicht den Kampf ansagen wollen?

Die Frau in Schwarz war ihr ärgster Feind. Ihr musste sie zuerst zeigen, dass sie sich nicht mehr fürchten wollte.

Stella ging zögernd auf den Ausgang zu. Plötzlich warf sie den Kopf in den Nacken, ihre Schritte wurden schneller. Jetzt hatte sie die Türöffnung erreicht.

»Bitte, geben Sie mir den Weg frei!«, verlangte sie.

Die Frau in Schwarz stand wie eine Statue vor ihr. Ihre Hände stemmten sich noch immer gegen den Türrahmen. »An mir führt für dich kein Weg vorbei, Stella Douglas.«

Stella erschrak vor dieser harten Stimme. Ihr Mut sank schon wieder zusammen. Trotzdem antwortete sie sehr bestimmt: »Ich bin die Herrin von Ferrymoore Castle, ich kann hier tun und lassen, was ich will. Auch Sie können sich mir nicht in den Weg stellen, Lady Laura.«

»An mir führt für dich kein Weg vorbei, Stella Douglas«, wiederholte die Frau in Schwarz. »Was hast du schon wieder in der Grabkammer zu suchen?«

»Darf ich nicht an das Grab meines Vaters gehen?« Stellas Stimme zitterte etwas.

»Und an das deiner Mutter? Das wolltest du doch sicher auch sagen.«

»Nein, das wollte ich nicht sagen, Lady Laura. Meine Mutter ist hier nicht begraben.«

Hinter dem schwarzen Schleier erklang ein höhnisches Lachen. »Willst du deinen Vater der Lüge und des Betrugs beschuldigen? Wagst du das?«

»Ja, das wage ich.« Stellas Stimme gewann an Festigkeit. »Niemand kann mich heute mehr dazu zwingen, jenen Respekt vor meinem Vater zu haben, der von mir als Kind verlangt wurde. Mein Vater hat furchtbare Schuld auf sich geladen. Und Sie wissen das, Lady Laura. Sie wären nicht meine Miterbin geworden, wenn Sie das nicht wüssten. Ich glaube nicht, dass mein Vater Sie geliebt hat, wie Sie behaupten.«

Stella wich einen Schritt zurück, als habe sie Angst vor ihrem eigenen Mut. Trotzdem sprach sie weiter. »Nein, ich bin kein unwissendes, naives Kind mehr. Mein Vater kann dieses merkwürdige Testament nur unter Ihrem Druck aufgesetzt haben.« Stella wurde immer erregter. »Haben Sie meinen Vater vielleicht erpresst? Mit dem Wissen, dass meine Mutter noch lebt, während er sie als tot ausgegeben hat? Ja, so muss es gewesen sein. Haben Sie vielleicht auch dafür gesorgt, dass mein Vater draußen im Moor starb? Ein Jagdunfall! Nein, so etwas hätte meinem Vater nicht passieren können. Er wusste mit dem Gewehr umzugehen wie kaum ein anderer.«

Jetzt kam Leben in die eben noch bewegungslose Gestalt der Frau in Schwarz. Mit einem Ruck riss sie den Schleier von ihrem Gesicht.

Grünliche, hasserfüllte Augen sahen Stella an. Das Gesicht von Lady Laura war vor Wut verzerrt.

Mit einem Sprung war sie bei Stella. Sie streckte die Arme aus, die Finger krallten sich in Stellas Schultern und schüttelten sie mit wilder Gewalt. »Woher nimmst du den Mut, mich so anzugreifen?« Keuchender Atem streifte die junge Frau. »Diese Stunde wirst du bereuen. Ich habe dir gesagt, an mir führt für dich kein Weg vorbei.«

Stella schlug verzweifelt um sich. Jetzt hatte sie Angst, und diese Angst gab ihr die Kraft, sich aus dem Griff der wütenden Frau zu befreien.

Mit einem Satz war Stella an ihr vorbei und rannte ins Freie. Sie hatte jetzt nur ein Ziel – ihr Turmzimmer. Dort erst würde sie sich geborgen fühlen. Bis jetzt hatte sich Lady Laura nicht in den Haupttrakt von Ferrymoore Castle gewagt.

***

Nach diesem Zusammenstoß vertraute sich Stella weder Jock noch Frederic an. Sie wusste, beide würden sie vor Lady Laura warnen und ihr vielleicht raten, Ferrymoore Castle wieder zu verlassen. Das aber wollte sie nicht.

Noch nicht. Wenige Tage später dachte Stella schon anders. Sie kam nicht mehr zur Ruhe. Selbst in ihrem Turmzimmer nicht. Oft wachte sie nachts von seltsamen Geräuschen auf, saß dann schweißgebadet in ihrem Bett und lauschte auf den Flur hinaus. Sie meinte jedes Mal, schleichende Schritte ...

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