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Die Richterin

Inhalt

  1. Cover
  2. Über den Autor
  3. Titel
  4. Impressum
  5. Erstes Kapitel
  6. Zweites Kapitel
  7. Drittes Kapitel
  8. Viertes Kapitel
  9. Fünftes Kapitel
  10. Sechstes Kapitel
  11. Siebtes Kapitel
  12. Achtes Kapitel
  13. Neuntes Kapitel
  14. Zehntes Kapitel
  15. Elftes Kapitel
  16. Zwölftes Kapitel
  17. Dreizehntes Kapitel
  18. Vierzehntes Kapitel
  19. Miriams Geschichte
  20. Fünfzehntes Kapitel
  21. Sechzehntes Kapitel
  22. Miriams Geschichte (Fortsetzung)
  23. Siebzehntes Kapitel
  24. Achtzehntes Kapitel
  25. Neunzehntes Kapitel
  26. Zwanzigstes Kapitel
  27. Einundzwanzigstes Kapitel
  28. Epilog

Über den Autor

Jan Verbrüggen ist im Rheinland beheimatet und arbeitet dort seit vielen Jahren als Publizist und Liedautor. Die Richterin ist sein Erstlingswerk.

Erstes Kapitel

Ich kam gerade aus der Dusche, als mein Handy klingelte. Ich fummelte das Ding aus der Tasche meiner Hose, die über dem Stuhl hing, wobei ich den ganzen Teppichboden voll tropfte.

»Ja. Hallo?«

»Herr Gomez?«

»Am Apparat.«

»Hier ist Miriam Winter. Sie kennen mich von der Gerichtsverhandlung im vergangenen Jahr. Ich war Ihre Richterin.«

Na und? Was will die blöde Kuh von dir, fragte ich mich. Ich hatte ihr immerhin eine Bewährungsstrafe von sechs Monaten zu verdanken.

»Ja, richtig. Aber was wollen Sie jetzt schon von mir? Die nächste Verhandlung findet doch erst in vierzehn Tagen statt, oder?«

»Ich weiß. Aber ich würde Sie vorher gern einmal sprechen, Herr Gomez.«

»Mich? Ich habe der Polizei doch schon alles erzählt. Was gibt’s denn da noch zu besprechen?«

Was natürlich glatt gelogen war. Von meinen kleinen Nebengeschäften mit geklauten Radios und Kameras wussten die Bullen zum Glück nicht das Geringste. Sonst wäre ich schon das letzte Mal nicht mit Bewährung davongekommen.

»Ich würde mich einfach gern mal mit Ihnen unterhalten«, sagte die Richterin am Telefon. Sie hatte eine angenehme Stimme, sie klang heiter und ein bisschen sinnlich.

»Worüber denn?«, fragte ich ungeduldig. »Irgendwas Ernstes?«

»Lassen Sie sich doch mal überraschen. Es wird jedenfalls nicht wehtun.«

»Hm, ja, also meinetwegen. Ich habe zwar nicht allzu viel Zeit im Moment, aber auf einen Cappuccino könnten wir uns trotzdem treffen.«

»Prima. Schlagen Sie was vor.«

»Kennen Sie das Café am Martinsmarkt? Okay. Passt es Ihnen morgen Nachmittag um vier?«

»Abgemacht. Wir sehen uns morgen.«

Ich stand wie ein begossener Pudel da, machte weiter den Teppich nass und fing allmählich an, mich vor Kälte zu schütteln. Nachdem ich meinen Bademantel angezogen, mir die Haare gefönt und eine Dose Bier aufgemacht hatte, ging es mir schon ganz entschieden besser.

Das Training war diesmal ganz schön hart gewesen. Ottes hatte es wieder mal übertrieben. Ich hätte ihm beinahe eine reingehauen, nachdem er uns fünfzig Mal die Böschung am Sportplatz rauf und runter gescheucht hatte. Der Kerl war einfach ein Schwachmat, da war nichts dran zu ändern. Wollte einen auf Schleifer machen, bloß weil wir letzten Sonntag gegen Viktoria eine üble Packung bekommen hatten.

Während ich mich durch die Fernsehprogramme zappte, kam mir das Telefongespräch wieder in den Kopf. Was wollte diese Richterin bloß von mir? Ich hatte nicht die geringste Ahnung. An die Lady konnte ich mich nur noch dunkel erinnern. Damals hatte ich ein solches Muffensausen, eingebuchtet zu werden, dass ich nur am Rockzipfel meines Anwalts hing und keinen anständigen Ton herausbekam.

Ich versuchte, mir vorzustellen, wie sie ausgesehen hatte. Eigentlich ganz nett, glaubte ich. Blonde Haare, hübsches Gesicht, kecke Augen, kaum geschminkt. Der Rest war sowieso unter der Robe versteckt. Ob die überhaupt was drunter hatte? Oh, Mann, Manuel. Da war er wieder, der alte Macho. Obwohl – die Vorstellung, dass eine Richterin mit dem nackten Hintern unter der Robe zu Gericht sitzt, brachte mich gleich auf andere, schönere Gedanken.

»Melanie, na, wie geht’s denn so?«

»Geht so. Nicht besonders.«

»Können wir uns heute Abend sehen?«

»Nee, kein Bock. Außerdem krieg ich meine Tage. Kopfschmerzen und so’n Scheiß.«

»Na, dann eben nicht, meine Liebe. Kannst dich ja mal melden, wenn du wieder besser drauf bist.«

»Okay. Mach’s gut.«

Irgendwie hatte ich momentan nicht den besten Lauf bei den Weibern. Mit Ines hatte ich vor vier Wochen Schluss gemacht. Ihr ewiges Rumgenörgel an meinen ›Geschäften‹ war mir auf den Sender gegangen.

»Wieso studierst du nicht was Anständiges oder suchst dir einen guten Job?« So ging das an einem Streifen. Und im Bett war das Mädel auch nicht gerade der

Volltreffer. Also hatte ich Ines in die Wüste geschickt. Das anschließende Geheul und

die endlosen, sinnlosen Telefonate hätte ich mir gern erspart.

Aber Melanie stand schon in den Startlöchern. Auf sie war ich schon eine ganze Weile scharf gewesen. Genauer gesagt, seit sie mir das erste Mal die Haare geschnitten hatte. Ihre Handwerkskünste als Friseurin waren zwar durchaus noch ausbaufähig, aber was die Optik anbelangte, gab es nichts zu meckern: lange braune Haare, Superfigur und vor allem große runde Brüste – solche, in die man gern seinen Kopf vergräbt. Ihre wechselnden Launen hatten mich allerdings schon einige Male auf die Palme gebracht.

Kurz nach Mitternacht und nach dem dritten Bier stieg ich in die Falle. Morgen früh würde ich erst einmal in aller Ruhe frühstücken und dann eine Runde ins Fitnessstudio gehen.

Zweites Kapitel

Um Viertel vor vier machte ich mich auf die Socken Richtung Innenstadt. Ausnahmsweise fand ich direkt einen Parkplatz am Martinsmarkt und stand pünktlich vor dem Café, als die Richterin um die Ecke bog.

Ich erkannte sie sofort wieder. Ohne Robe sah sie gar nicht so übel aus. Sie kam mit flotten Schritten auf mich zu und streckte freundlich die Hand aus.

»Fein, dass es mit unserer Verabredung geklappt hat. Setzen wir uns ins Café?« Sie sah mich mit einem strahlenden Lächeln an, das mich noch mehr verwirrte.

»Warum bleiben wir nicht auf der Terrasse?«, trotzte ich. »Ist doch schöner draußen.«

»Ich würde mich lieber ungestört mit Ihnen unterhalten. Wie wäre es mit dem Tisch da hinten in der Ecke?«

Ich hatte keine Lust auf längere Diskussionen und folgte ihr einfach. Wir bestellten zwei Cappuccino und saßen uns ein bisschen unsicher gegenüber.

»Sie haben sich bestimmt gefragt, warum ich Sie angerufen habe, nicht wahr?«

»Yepp. Ich telefoniere nicht oft mit Richtern, und von einer Richterin bin ich noch nie angerufen worden.«

Sie kam sofort zum Thema. »Ich würde Ihnen gern einen Deal vorschlagen.«

»Einen Deal?«, fragte ich und zog das englische Wort in die Länge. Deals mit Richtern gibt es nach Geständnissen, danach wird die Knastdauer verringert. »Was für einen Deal denn?« Mir wurde ganz schummrig im Magen. Meine Richterin hatte einen sonnigen Humor.

»Ich habe Informationen, die ausreichen würden, Sie für mindestens zwei Jahre hinter Gitter zu schicken.«

Mein Mund wurde ganz trocken. Mit dieser Eröffnung hatte ich nicht gerechnet. Wer konnte mich bloß verpfiffen haben? Andreas, dem Drecksack, war alles zuzutrauen. Ich hätte mich nicht mit ihm einlassen dürfen.

Vielleicht war es auch Benny. Schließlich hatte ich ihm Melanie ausgespannt, was nicht gerade die feine englische Art gewesen war. Um Zeit zu gewinnen, nippte ich erst einmal an meinem Cappuccino und steckte mir einen Zigarillo an.

»Also, ich weiß nicht, worauf Sie anspielen. Beim Prozess nächste Woche kriege ich einen Freispruch. Hat mein Anwalt jedenfalls gesagt. Ich bin nämlich absolut sauber, hundert Prozent.«

»Sind Sie da ganz sicher? Zugegeben, das Beweismaterial der Staatsanwaltschaft ist ziemlich dünn, aber davon rede ich gar nicht. Ich habe hier eine Liste von Gegenständen, die bei der Polizei als gestohlen gemeldet wurden. Diese Gegenstände haben Sie verkauft. An welchem Tag und an wen, ist da fein säuberlich aufgelistet.«

Die Richterin schob mir ganz lässig eine Mappe über den Tisch. Ich ärgerte mich, dass meine Hände zitterten, als ich scheinbar uninteressiert in der Liste blätterte.

Unfassbar! Da hatte jemand jedes einzelne meiner Hehler-Geschäfte pingelig genau notiert. Auf einigen Seiten gab es sogar Fotos, auf denen ich mit Kalle Kotthaus und Bernie Scheffler zu sehen war. Auf einem Bild schleppte ich gerade einen Fernseher aus der alten Werkstatt in der Schillerstraße, wo ich das Zeug gebunkert hatte.

»Reicht das?«

Die selbstsichere Richterin sah mich mit einem triumphierenden Lächeln an.

»Wo haben Sie das her?«

»Betriebsgeheimnis.«

Ich brauchte einige Sekunden, um meine Fassung zurück zu gewinnen. Wenn die Staatsanwaltschaft diese Mappe in die Hände kriegte, war ich geliefert. Die Lady hatte recht – sechs Monate Gefängnis, mindestens.

»Wie sieht der Handel aus, den Sie mir vorschlagen wollen?«

»Sehen Sie, jetzt kommen wir der Sache schon näher. Der Deal sieht so aus: Als Gegenleistung dafür, dass diese Unterlagen nicht in den Briefkasten der Staatsanwaltschaft gelangen, erwarte ich von Ihnen einige Gefälligkeiten.«

»Gefälligkeiten? Was haben Sie sich denn so vorgestellt? Auto putzen oder Rasen mähen?«

Mir drehte sich der Kopf. Die Frau wurde mir immer unheimlicher. Ich winkte der Kellnerin und bestellte mir einen doppelten Cognac.

»Ich will nicht lange um den heißen Brei herumreden«, sagte die Richterin. »Sie sind ein bemerkenswert gut aussehender junger Mann, Sie haben Manieren, soweit ich das beurteilen kann, und machen einen intelligenten Eindruck. Seit der ersten Gerichtsverhandlung damals sind Sie mir nicht mehr aus dem Kopf gegangen.«

»Ja und? Was soll ich tun?«

»Können Sie sich das nicht denken? Es ist ganz einfach – Sie sorgen dafür, dass gewisse meiner Bedürfnisse befriedigt werden, und ich lasse diese Mappe in meinem Tresor liegen, statt sie meinem Kollegen Staatsanwalt zu übergeben.«

»He, Mann, das ist ja glatte Erpressung. Wenn ich das bei der Polizei erzähle, können Sie Ihren Job als Richterin in den Wind schießen.«

»Meinen Sie wirklich, junger Freund? Versuchen Sie es mal. Wem werden die erfahrenen Polizeibeamten wohl mehr glauben, einer unbescholtenen, angesehenen Richterin oder einem vorbestraften Arbeitslosen?«

Die hatte vielleicht Nerven. Saß da und grinste mich frech an, als hätten wir uns zum Kaffeekränzchen getroffen. Mir schossen tausend Dinge durch den Kopf, während sie mit einer lässigen Handbewegung die Bedienung zu sich winkte und zwei weitere Cognac bestellte.

Ich hatte vorerst nicht die blasseste Ahnung, wie ich aus dieser Nummer heil herauskommen sollte.

»Um welche Bedürfnisse handelt es sich denn, wenn ich mal fragen darf?« Ich schaute ihr direkt in die Augen, aber sie hielt meinem Blick locker stand.

»Das kann doch nicht so schwer zu erraten sein«, sagte sie mit raunender Stimme. »Es geht um meine sexuellen Bedürfnisse. Genauer gesagt, um das hier.«

Sie drehte sich auf ihrem Stuhl mit einer eleganten Bewegung ein wenig in meine Richtung, schaute sich einen Augenblick im Lokal um und zog den kurz geschnittenen Rock ihres grauen Kostüms ein Stück nach oben. Zum Vorschein kamen ein paar kräftige, aber makellos geformte Beine in schwarzen halterlosen Strümpfen.

Ich war so perplex, dass ich kein Wort herausbrachte, sondern wie ein Blöder auf ihre Beine starrte.

»Gefällt Ihnen das?«, fragte sie gurrend. »Wollen Sie noch mehr sehen?«

Ohne meine Antwort abzuwarten, zog sie den Rock noch ein wenig höher und öffnete gleichzeitig ihre Schenkel. Ich starrte auf ihr dicht behaartes Dreieck, in dessen Mitte ein Paar rosige Schamlippen zu erkennen waren.

Ein köstliches Bild.

Ich saß wie paralysiert da, atmete schwer und gewann meine Fassung erst wieder, als sich die Kellnerin mit den beiden Cognacs unserem Tisch näherte. Die Richterin machte ohne Hast einen kleinen Schwenk nach rechts und zupfte den Rock wieder nach unten.

»Und? Was sagen Sie? Können wir ins Geschäft kommen? Oder wollen Sie lieber ins Gefängnis gehen? Im Knast sind Jungs, die so gut aussehen wie Sie, ziemlich beliebt, wenn Sie wissen, was ich meine. Ich schätze mal, Sie sollten mich als bessere Alternative ansehen.«

Ich schluckte wieder. Klar denken konnte ich nicht. »Kann ich mir das Angebot überlegen? Ich meine, bis morgen oder so? Ich würde Sie dann anrufen.«

»Nee, lassen Sie mal. Ich melde mich bei Ihnen. Ihre Nummer habe ich ja.«

Sie kippte ihren Cognac, stand auf und zog an ihrem Rock, bis er sich wieder glatt um ihre Schenkel schmiegte. Der Kellnerin drückte sie einen Zwanzig-Euro-Schein in die Hand, bevor sie mit selbstsicheren Schritten den Ausgang fand. Mir fiel ihr kräftiger Hintern auf, der sich straff unter dem Rock ihres eleganten Kostüms spannte.

Das hatte ich doch jetzt geträumt, oder? Eine Richterin, die garantiert fünfzehn Jahre älter war als ich, zeigte mir in einem öffentlichen Lokal ihre Möse und stellte mich vor die Alternative, ihr Liebhaber zu werden oder für sechs Monate in den Knast zu gehen.

Sie hatte recht. Das würde mir kein Aas glauben.

Drittes Kapitel

Ich spürte die drei Cognac, die ich im Café getrunken hatte, tief im Magen, als ich draußen ins helle Sonnenlicht trat. Es war gerade Viertel vor fünf, und eigentlich hatte ich keine weiteren Pläne für den Rest des Tages geschmiedet, weil ich zu sehr über das nachgedacht hatte, was die Richterin wohl von mir wollte. Also, darauf wäre ich nie gekommen.

Vielleicht sollte ich Melanie noch einmal anrufen. Die abartige Unterredung mit der Richterin hatte mich scharf gemacht. Ich musste andauernd an ihre Beine und das schwarz gelockte Dreieck denken. Aber auf Melanies schlechte Laune hatte ich im Augenblick nicht die geringste Lust. Also marschierte ich erst mal auf ein Bier zu Old Paddy ins Irish Pub.

Bei einem frisch gezapften Guinness ließ ich mir das unanständige Angebot noch einmal durch den Kopf gehen. Wenn eine Richterin ihre Position aufs Spiel setzt, indem sie selbst vor Nötigung nicht zurückschreckt, muss ihr Sexualleben wirklich jämmerlich sein.

Dabei hatte sie es doch gar nicht nötig. Für Ende dreißig – ich schätzte, dass sie in diesem Alter war – sah sie wirklich gut aus. Sie hatte doch ausreichend Publikumsverkehr und Kontakt mit Kollegen, um einen Lover auf Zeit oder besser noch einen Ehemann zu finden.

Ich musste wieder an die heiße Szene im Café denken, als sie den Rock hob, die strammen Beine spreizte und zeigte, dass sie das Höschen vergessen hatte. Mann, allein bei diesem Gedanken bekam ich eine mittelprächtige Erektion. Zu Hause hatte ich zwar noch ein paar einschlägige DVDs, die ich beim letzten Geschäft als Zugabe erhalten hatte, aber irgendwie hatte ich nicht die geringste Lust, selbst Hand an mich zu legen.

Ich beschloss, Anja anzurufen.

»Antiquitäten Emmerich.«

»Hi, Anja. Ich bin’s, Manuel. Wobei störe ich dich gerade?«

»Das gibt’s doch gar nicht! Ich dachte, dich hätten sie längst eingebuchtet. Das muss Ewigkeiten her sein, seit ich zuletzt von dir gehört habe. Hast du Lust, auf ein Glas Wein vorbei zu kommen? Ich bin noch im Laden.«

»Ja, warum nicht? Ich habe sowieso nichts vor heute Abend. Ich bin in zehn Minuten bei dir.«

»Super. Also bis gleich. Ich freu mich.«

Eigentlich sollte man alte Geschichten nicht wieder aufwärmen, aber bei Anja war das etwas anderes. Von ihr würde ich wohl bis an mein Lebensende nicht komplett loskommen. Ich hatte sie kennengelernt, als ich vor zwei Jahren zwei antike Stühle und ein Sideboard loswerden wollte. Die Möbel hatten mir die Wagner-Brüder untergejubelt, die einen Einbruch im Villenviertel in Mörsbach durchgezogen hatten. Und da die Jungs von Hause aus blöd waren, konnten sie mit ihrer Beute nichts anfangen – aber das merkten sie erst, als es zu spät war.

Ich war damals einfach in den erstbesten Antiquitätenladen reinmarschiert und hatte mit Anja, der Eigentümerin, verhandelt. Es dauerte keine zehn Minuten, bis sie mir auf den Kopf zusagte, dass ich ihr Hehlerware andrehen wollte. Nach zwei Flaschen Wein kam das Geschäft doch noch zustande, und ich wachte morgens in ihrem Bett auf. Seitdem waren wir Freunde, und bei Bedarf auch etwas mehr. Sie war Anfang vierzig, eher zierlich, hatte kurzes dunkles Haar, große braune Augen und ein riesiges Herz.

Ich drückte die Ladentür auf. Es bimmelte, aber von Anja war nichts zu sehen.

»Hallo! Keiner da?«

Ich sah mich ein bisschen zwischen den Antiquitäten um und hatte gerade eine kunstvolle Glasschale in der Hand, als mir jemand von hinten auf die Schulter tippte.

»Gib mir einen Kuss, Kleiner«, sagte sie, als ich mich umdrehte.

Ich erfüllte ihr diesen Wunsch nur allzu gerne.

Sie roch gut, als ich sie in die Arme nahm und meinen Mund auf ihren drückte. Ihre flinke Zunge sorgte dafür, dass ich auf der Stelle weiche Beine kriegte. Anja trug einen schwarzen, ziemlich durchsichtigen Unterrock, darüber einen dunkelgrünen Umhang und rote Sandaletten mit Riemchen und hohen Absätzen.

»Empfängst du deine Kundschaft etwa immer in einem so heißen Outfit?«, wollte ich wissen.

»Kommt darauf an, wer sich angesagt hat. Ich dachte, du freust dich«, säuselte sie mir ins Ohr. Sie ließ mich stehen, sah aber noch mal über ihre Schulter, als sie zur Ladentür ging, um abzuschließen.

Der Unterrock stand ihr ausgezeichnet. Man konnte darunter ihre kleinen festen Titten mit den unverhältnismäßig großen dunklen Brustwarzen erkennen, an denen ich für mein Leben gern lutschte.

»Du siehst phantastisch aus.«

»Danke. Lieb von dir, dass du einer alten Frau noch Komplimente machst. Willst du hier Wurzeln schlagen? Lass uns lieber nach hinten gehen.«

Ich folgte Anja in den Raum hinter dem Ausstellungslokal, wo sie ihre feinsten und teuersten Stücke feilbot. Das Zimmer dahinter hatte sie sich als eine Art Boudoir eingerichtet. Im Mittelpunkt stand ein riesiges Sofa mit einer breiten Sitzfläche und einer Unmenge von braunen, beigefarbenen und lohfarbenen Kissen. Die Vorhänge waren zwar zugezogen, doch das warme Licht des späten Sommernachmittags schien noch durch und hellte die warmen, mediterranen Farben auf, in denen das Zimmer gehalten war.

»Was trinkst du? Wein, Bier oder was?«

»Wein ist okay.«

»Wie kommt es, dass du dich plötzlich wieder an mich erinnerst?«, wollte sie von mir wissen.

»Ich hatte irgendwie Sehnsucht nach dir«, antwortete ich – zugegeben, das klang etwas lahm.

»Du meinst wohl: Er hatte Sehnsucht«, sagte sie und griff mir mit der rechten Hand in den Schritt, während sie sich genüsslich einen Schluck Rotwein genehmigte. Sie stellte ihr Glas ab, zog den grünen Umhang aus und kniete sich vor mir auf den flauschigen Teppich.

»Mach einfach die Augen zu und genieße«, riet sie mir.

»Und was ist, wenn dein Mann plötzlich auftaucht? Ich will keinen Ärger haben.«

»Keine Sorge, der ist in Brüssel auf irgendeiner Tagung. Ich habe eben noch mit ihm telefoniert.«

Sie öffnete meine Hose und befreite mein halb erigiertes Glied aus den Shorts. Ich schloss die Augen, wie sie mir geraten hatte, und spürte ihre schmalen Finger an meinem pochenden Schaft auf und ab gleiten. Sie liebkoste meine Hoden und entlockte mir dabei Seufzer großen Wohlgefallens, arbeitete sich dann langsam bis zur Eichel hinauf, die sie mit ihren langen Fingernägeln qualvoll reizte.

»Nimm ihn in den Mund, bitte!« Lange würde ich ihre Folter nicht mehr aushalten.

»Immer mit der Ruhe. Wir haben doch Zeit.«

Nach weiteren fünf Minuten, in denen sie mich mal fester, mal zärtlicher gestreichelt hatte, war ich kurz davor, ihr meinen Liebessaft über die Finger zu spritzen. Aber jedes Mal, wenn ich glaubte, es nicht mehr zurückhalten zu können, ließ Anja von mir ab.

»So, mein Kleiner, jetzt bin ich dran. Lege dich zurück gegen die Sofalehne. Ja, genau so.«

Ich hatte die Augen weiter geschlossen, aber der Geruch, der mir in die Nase stieg, sagte mir, dass sie sich direkt über meinem Kopf platziert hatte.

»Ja, komm, leck mich mit deiner heißen Zunge. Zeige mir, was du drauf hast.«

Sie griff in meine Haare und zog meinen Kopf ziemlich grob nach oben. Der Anblick, der sich mir bot, war umwerfend. Ihre glatt rasierte Pussy klaffte weit auseinander, und die zartrosafarbenen kleinen Schamlippen glänzten vor Feuchtigkeit. Ich ließ meine Zunge in ihren Honigtopf gleiten, saugte abwechselnd an Kitzler und Schamlippen und genoss den süßlich-herben Geschmack ihres Geschlechts.

Hin und wieder strich ich mit der Zungenspitze kurz über ihren Anus, was Anja jedes Mal mit lautem Stöhnen quittierte. Schließlich schob ich ihr unvermittelt einen Finger in die glitschige enge Öffnung und bearbeitete gleichzeitig die stramm aufgerichtete Klitoris mit der Zunge.

»Hör auf, hör auf, ich kann nicht mehr«, bettelte sie keuchend und machte sich von mir frei. »Ich will mit dir zusammen kommen.«

Sie kniete sich auf das Sofa, beugte sich mit dem Oberkörper über die Sofalehne und zog den Unterrock hoch, damit ich ihren hinreißend wohlgeformten Hintern bewundern konnte. In wenigen Sekunden hatte ich mich aus meinen Klamotten geschält und stand mit aufgepflanztem Bajonett hinter ihr.

Als mein Penis von hinten in Anja eindrang, stieß sie einen spitzen Schrei aus. Ich packte ihre Flanken mit beiden Händen und brachte sie mit tiefen, harten Stößen an den Rand des Orgasmus.

»Warte! Noch nicht … Das ist der Wahnsinn.« Anja drehte sich weg von mir und entzog meinem Schwert die Scheide. Mein Schwanz, der von ihren Säften glänzte, federte verdutzt auf und ab. Was würde sie sich jetzt wieder einfallen lassen.

Anja schob mich auf einen gepolsterten Stuhl, der gleich neben dem Sofa stand. »Setz dich«, wies sie mich an. »Ich werde deine Handgelenke fesseln und dir die Augen verbinden. Vertrau mir; du wirst es überleben. Du wirst es nicht bereuen.« Sie stürzte einen großen Schluck Wein hinunter.

Fünf Minuten später hatte sie mich mit zwei Seidenschals in den gewünschten Zustand gebracht, und ich saß ein bisschen nervös auf dem Stuhl und harrte der Dinge, die da kommen sollten.

Ich spürte, wie sich ihre glitschige, nasse Liebesgrotte über meinen immer noch harten Schaft schob. Sie bewegte ihren Po rhythmisch auf und ab, und ich merkte, wie sie die Scheidenmuskeln spielen ließ, mit denen sie meinen Schwanz umklammerte. Sie begann zu hecheln, als ihr Ritt immer wilder wurde, und ihr heißer Atem wehte mir ins Gesicht.

Nichts sehen zu können, schärft die übrigen Sinne, musste ich feststellen. Alles, was Anja mit mir anstellte, wirkte intensiver und lustvoller.

Ihr Stöhnen wurde lauter, und obwohl ich sie wegen der gefesselten Hände nicht anfassen konnte, spürte ich, wie ihr Körper zu zittern begann. Sie musste kurz vor ihrem Höhepunkt sein, dachte ich gerade, da stieß sie einen lauten Schrei aus, und aus dem Zittern wurde ein gewaltiges Schütteln.

Ich war auch nicht mehr weit entfernt, aber genau in dem Moment, in dem ich meinen Saft in ihre Lustgrotte abschießen wollte, stieg sie von mir ab, und mein Samen spritzte in hohem Bogen auf den Teppich.

»Nimm ihn in den Mund«, keuchte ich, aber stattdessen spürte ich ihre zierlichen Finger, die meinen Schaft melkten und Schub um Schub herauslockten, bis ich erschöpft auf dem Stuhl zusammensackte.

Ich hörte sie gurren. »Das war ganz phantastisch! Ich habe sehen können, wie das Zeug aus dir rausgesprudelt ist, und du hast nichts tun können. Ehrlich, Manuel, das war ein einmaliges Erlebnis.«

Erst jetzt löste sie den Schal, den sie vor meine Augen gebunden hatte, und kurz darauf kehrte auch das Leben in meine Handgelenke zurück. Anja grinste zufrieden, als hätte sie gerade im Lotto gewonnen.

Als wir wieder angezogen waren, küsste sie mich zärtlich auf den Mund.

»He, Mann, das war traumhaft! So gut bin ich schon lange nicht mehr gekommen.«

»Du hättest schon auf mich warten können«, maulte ich und steckte mir einen Zigarillo an. Dann fiel mir etwas ein. »Sag mal, was gefällt dir eigentlich an mir?«

»Warum willst du das wissen?«

»Einfach nur so.«

»Na ja, du bist jung, du bist nicht dumm, kannst manchmal richtig nett sein und hast einen saugeilen Arsch. Darauf stehe ich ungemein. Und das Ding zwischen deinen Beinen ist auch nicht übel. Dann muss ich dir noch gestehen, dass ich von einem Mann noch nie so zärtlich geleckt worden bin wie von dir. Das reicht wohl an Lobhudelei, sonst wirst du mir noch ganz eingebildet, mein Kleiner.«

Es war schon halb acht, als ich mich von Anja, meiner Gelegenheitsliebschaft, verabschiedete. Gut gelaunt brachte sie mich zur Tür.

»Also, Kleiner, mach’s gut und lass dich mal wieder blicken«, sagte sie, sah mich schmachtend an und hauchte mir einen Kuss auf die Wange.

»Wird gemacht, Anja. Ja, das war gut mit uns. Du hast mich heute wirklich wieder in die Spur gebracht. Ich war nämlich total neben der Kappe.«

Ich machte mich auf den Heimweg und merkte unterwegs, dass ich einen Mordshunger hatte. Der Türke an der Unterführung hatte noch auf. Mustafa hatte den Laden vor ein paar Jahren von seinem Vater übernommen, der eigentlich nur den Bedarf seiner türkischen Landsleute hatte stillen wollen, aber dann hatten immer mehr Deutsche die gute Qualität seiner Döner zu schätzen begonnen. Der alte Mehmet hatte zu seiner eigenen Überraschung eine Goldgrube entdeckt und war trotz zunehmender Konkurrenz reich geworden.

Sein Ältester übernahm das Geschäft, als Mehmet sich endlich seinen Traum erfüllen und mit seiner Frau zurück in die Türkei gehen konnte. Dort wartete ein großzügiges Landhaus an der Schwarzmeerküste auf ihn, groß genug, dass die vier Söhne mit ihren Frauen und Kindern dort Urlaub machen konnten.

Ich schlang den Döner mit Heißhunger hinunter und spülte mit einem Bier nach. Also, dachte ich, Sex mit älteren Frauen war definitiv nicht übel, zumindest nicht, wenn sie so aussahen und so erfindungsreich waren wie Anja.

Trotzdem konnte ich mich noch nicht an den Gedanken gewöhnen, mit der Richterin ins Bett zu gehen und mich von ihr als eine Art Deckhengst benutzen zu lassen. Am Ende wollte die noch ein Kind von mir. Aber wie es aussah, hatte ich wohl keine andere Wahl. Miriam Winter sah jedenfalls nicht so aus, als würde sie bluffen. Und vor dem Knast hatte ich immer schon einen echten Horror.

Viertes Kapitel

Der Tag der Verhandlung rückte immer näher. Seit unserer Verabredung im Café hatte ich nichts mehr von der Richterin gehört.

Allerdings hatte sich die intime Szene mehrfach in meinen Träumen wiederholt – mit unterschiedlichem Ausgang. Oft entwickelte sich der Fortgang, indem sie mich auf die Damentoilette des Cafés zog, um sich dort davon zu überzeugen, dass sie dem richtigen Mann ihr unmoralisches Angebot unterbreitet hatte. Aber einige Male wollte sie, dass ich mich zwischen ihre Schenkel kniete, damit sich der höschenlose Einsatz auch lohnte.

Eigentlich hätte ich schon längst wieder Kontakt mit den Jungs aufnehmen müssen, um neue Ware zu beschaffen. Aber ich hielt es für unklug, momentan weiter mit gestohlenen Sachen zu dealen. Wodurch meine finanzielle Situation langsam schwierig wurde. Doch ich musste befürchten, dass meine weiteren Aktivitäten ebenso in der Akte der Richterin landeten wie die vergangenen. Vielleicht hatte die taffe Frau Winter einen Detektiv auf mich angesetzt – zuzutrauen wäre ihr das.

Am Donnerstag, einem eher verregneten Tag Anfang August, stand ich entgegen meiner Gewohnheit schon um sieben Uhr auf, um mich zu duschen und Frühstück zu machen. Die Gerichtsverhandlung war auf elf Uhr angesetzt. Mit dem Auto brauchte ich zwar nur zwanzig Minuten bis zum Amtsgericht, aber ich hatte mich für halb elf mit meinem Anwalt verabredet, damit wir meine Aussage noch einmal genau besprechen konnten. Mir war das wichtig, denn ich konnte ja nicht wissen, ob sich die Richterin an ihr Angebot halten würde.

Ich hatte ein bisschen Fracksausen, schließlich hatte sie gesagt, dass sie sich bei mir melden würde, um meine Entscheidung zu hören. Hatte sie ihr Interesse verloren? War sie beleidigt, weil ich nicht sofort Feuer und Flamme gewesen war?

In meinem besten dunkelblauen Sakko und meiner einzigen vorzeigbaren schwarzen Stoffhose stand ich im Foyer des Gerichts und hielt nach meinem Verteidiger Ausschau, als mein Handy klingelte.

»Gomez.«

»Ich wollte Sie nur noch einmal an unsere Absprache erinnern. Es bleibt doch dabei, oder haben Sie Ihre Meinung geändert?« Miriam Winters Stimme klang schroff, aber sie verriet auch eine Spur von Nervosität.

»Habe ich eine andere Wahl?«

»Ich glaube nicht. Aber ich würde Sie gern noch einmal kurz sehen, bevor die Verhandlung losgeht. Es wäre wichtig für unsere künftige Beziehung. Gehen Sie einfach den Gang rechts hinunter bis zur vorletzten Tür. Zimmer 231. Kommen Sie einfach rein, Sie brauchen nicht anzuklopfen.«

»Ja, gut«, brummte ich und machte mich schon auf den Weg. Die Dame ging mir jetzt schon ziemlich auf den Keks mit ihrem Herumkommandieren.

Die schwere Eichentür, die zu Zimmer 231 führte, machte einen Ehrfurcht einflößenden Eindruck. Ich drückte sie auf, ging hinein und fand mich in einem geräumigen Büro mit drei hohen Fenstern wieder.

»Wunderbar, da sind Sie ja.« Die Richterin erhob sich aus ihrem Sessel hinter dem breiten Eichenschreibtisch und kam mir entgegen. Sie streckte die Hand aus, drückte meine und gab mir zwei Küsschen auf die Wange, links und rechts.

»Momentchen noch. Damit uns keiner stört. Wir haben ja noch eine halbe Stunde Zeit.« Sie schloss die Tür ab, ging an mir vorbei und zog die Vorhänge zu.

Jetzt erst wandte sie sich an mich. »Und? Aufgeregt?« Sie sah mich mit ihren blauen Augen neugierig an.

»Na ja, irgendwie schon. Ist eben eine unangenehme Sache, da auf dem Sünderbänkchen zu sitzen.«

»Das haben Sie sich ja wohl selbst eingebrockt. Bevor ich Sie aus Mangel an Beweisen freispreche, möchte ich jedoch erst einen Beweis Ihres guten Willens haben. Ich kaufe schließlich keine Katze im Sack. Jemand wie Sie wird das wissen. Kommen Sie ruhig näher.«

Ich machte zwei, drei Schritte auf sie zu und blickte ihr fest in die Augen. Sie trat noch näher und strich mir mit der rechten Hand über die Wange, dann zog sie meinen Kopf an sich heran, indem sie eine Hand in meinen Nacken legte, und küsste mich direkt auf den Mund.

Ihr Parfüm, das mir gleich in die Nase stieg, war erregend, ein schwerer orientalischer Duft. Sie schob ihre Zunge zwischen meine Lippen und saugte sich an mir fest. Ihre linke Hand wanderte zielstrebig in Richtung meiner Körpermitte.

»Fühlt sich nicht schlecht an«, murmelte sie, während sie mein schnell anschwellendes Glied durch den Stoff der Hose drückte und massierte.

Während sie weiter küsste, öffnete sie den Reißverschluss und befreite meinen schon ziemlich steif gewordenen Schwanz. Wie um ihn zu messen, fuhr sie mit der Hand vom Schaft bis zu den Hoden und wieder zurück. Ein zufriedenes Brummen ihrerseits begleitete diese Aktion.

»Setz dich hier auf die Kante des Schreibtischs«, befahl sie und öffnete gleichzeitig ihre Robe.

Zum Vorschein kam ein weißer Spitzen-BH, der ihre runden, mittelgroßen Brüste auf das Vorteilhafteste zur Geltung brachte. Ohne lange zu fackeln, machte sie auch den BH auf, der überraschenderweise vorne einen Verschluss hatte, und ließ ihre schon harten Nippel an die frische Luft. Die untere Körperhälfte steckte in einem dazu passenden Stringtanga, der den enormen Busch aus dunkelblonden krausen Haaren rund um ihre Vulva kaum bändigen konnte.

Damit hatte sie mich so scharf gemacht, dass ich ohne Widerspruch gehorchte. Ich hatte mich kaum auf der Kante des Schreibtischs niedergelassen, da ging sie vor mir in die Knie und zog meine Hose hinunter.

»Wenn das kein Prachtstück ist.«

Mit glänzenden Augen, flinken Fingern und erfahrenen Lippen machte sie sich über meinen Penis her, während ich mich mit beiden Armen auf der Schreibtischplatte abstützte und dabei gleich ein paar Akten zu Boden warf. Ihre Zungentechnik war nicht von schlechten Eltern. Jedenfalls war ich in weniger als fünf Minuten kurz davor, meinen seit fünf Tagen angestauten Samen in den Mund der eifrig bemühten Richterin zu schießen.

»Los, komm schon, gib es mir, gib mir alles«, stöhnte sie, bevor sie ihre Lippen wieder über meinen Ständer schob. Ihre Finger glitten am Schaft auf und ab, die Zunge konzentrierte sich für einen Moment um die empfindliche Eichel.

Ich schloss die Augen und überließ mich ganz meiner Lust, die mit jeder Sekunde größer wurde. Als ich spürte, dass ich kurz davor war zu kommen, legte ich beide Hände um ihren Kopf und stieß mit meiner Stange immer schneller in ihren Mund. Sie schloss ihre Lippen noch enger um meinen Kolben, nahm ihn aber, kurz bevor ich den Höhepunkt erreichte, heraus und ließ meinen Liebessaft über ihre nackten Brüste sprudeln. Nach dieser beeindruckenden Demonstration ihrer Fähigkeiten in Sachen Fellatio verlor ich für wenige Sekunden die Orientierung und sackte nach hinten auf den Schreibtisch.

Es dauerte ein paar Momente, ehe ich wieder in der Lage war, die Augen zu öffnen. Sie stand mit einem breiten Grinsen vor mir, wobei sie mich an eine Katze erinnerte, die an der Milch geschleckt hatte. Die Richterin hatte meine kleine ›Morgengabe‹ schon mit diversen Tempos und Feuchttüchern abgewischt und ihren BH sowie die Robe geschlossen. Sie neigte sich zu mir und küsste mich noch einmal zärtlich auf den Mund.

»Ich denke, einem Freispruch steht jetzt nichts mehr im Weg«, sagte sie. »Das war allererste Sahne – im wahrsten Sinne des Wortes.«

»Ich hoffe nur, ich kann mich auf Sie verlassen«, antwortete ich mit matter Stimme.

»Keine Sorge. Ich halte mein Wort. Hier, das als Pfand, damit Sie immer an unsere Abmachung erinnert werden und nicht auf dumme Gedanken kommen.«

Ehe ich mich versehen hatte, zog sie ihren Stringtanga aus und hielt ihn mir wie eine Siegestrophäe vor die Nase. Ich konnte dem Drang nicht widerstehen und roch an dem raffiniert geschnittenen Textil. Es duftete wunderbar nach Frau, nach einer erregten Frau.

»Kommen Sie, wir müssen. In zehn Minuten beginnt die Verhandlung.«

Sie zupfte ihre Robe zurecht. Als sie meinen skeptischen Blick sah, musste sie lachen.

»Nur Sie und ich wissen, dass ich unter der Robe fast nackt bin. Das wird für uns beide sicherlich ein prickelndes Gefühl sein, meinen Sie nicht auch?« Ich nickte, und sie fuhr fort: »Wenn wir uns das nächste Mal treffen, bin ich an der Reihe, mein Freund. Dann werden Sie mir Lust verschaffen. Und Sie werden sich dabei anstrengen müssen, denn ich bin auf diesem Gebiet sehr anspruchsvoll.«

Ich nickte wieder vor mich hin und ging zur Tür, schloss auf und machte mich mit reichlich zittrigen Beinen auf in Richtung Gerichtssaal. Mein Kopf war wie leergefegt. Ich würde keinen einzigen vernünftigen Satz in der Verhandlung herausbringen, fürchtete ich.

»Was ist denn mit Ihnen los? Geht es Ihnen nicht gut? Sie haben ganz rote Flecken im Gesicht«, begrüßte mich Peter Sämmler, mein Verteidiger. »Ich dachte, wir wollten uns vorher noch besprechen.«

»Tut mir leid«, sagte ich abgehackt. »Mir ist noch etwas dazwischen gekommen. Ich brauche noch ein paar Minuten, dann bin ich wieder an Deck.« Mit einem Schulterzucken statt einer Entschuldigung verdrückte ich mich in Richtung WC.

Erst auf der Klobrille kam ich langsam wieder zu mir.

»Einfach unglaublich. Unglaublich«, brabbelte ich vor mich hin. »So ein Miststück.«

Aber meine Richterin hatte mir die Bestätigung geliefert, die ich nach der Begegnung mit Anja schon wusste: Ältere Damen waren nicht zu verachten. Miriam Winter hatte offenbar Fähigkeiten, die ihr auch in einer anderen Branche Erfolg bescheren würden. Ich war jetzt sicher, dass ein paar spannende Tage vor mir lagen.

Nachdem ich mir das Gesicht mit kaltem Wasser abgespritzt hatte, trabte ich zurück zum Gerichtssaal, wo man offenbar schon auf mich wartete, denn die Türen waren bereits geschlossen. Und ich sollte der Hauptdarsteller sein.

Hoffentlich komme ich aus dieser Nummer heil wieder raus, dachte ich, als ich mich auf der Anklagebank niederließ. Dann hörte ich eine vertraute Stimme.

»Meine Damen und Herren, ich eröffne die heutige Verhandlung …«

Fünftes Kapitel

Das war knapp, verdammt knapp sogar. Ich hatte mich im Geiste schon in der Zelle sitzen sehen. Dieser Schweinehund von einem Staatsanwalt! Es hätte nicht viel gefehlt, und ich wäre ihm im Gerichtssaal an den Kragen gegangen. Kommt der doch plötzlich mit einem neuen Belastungszeugen an! Ralf Hermanns. Ausgerechnet der hatte mir noch gefehlt.

Ich hatte gleich ein unangenehmes Gefühl gehabt, mit so einem Schleimer Geschäfte zu machen. Der Roller, den ich ihm vor einem halben Jahr besorgt hatte, war absolut in Ordnung gewesen, als ich ihn übergeben hatte. Zwei Wochen später war Hermanns angekommen und hatte rumgestänkert. Das Teil wäre geklaut, und außerdem würde die Zündung nicht funktionieren. Er hatte die Karre auf dem Hof geparkt und wollte sein Geld zurück haben. Ich hatte ihn ausgelacht und gefragt, ob er noch alle Tassen im Schrank hätte. Geschäft sei schließlich Geschäft, und bei dem Vorzugspreis – ein echtes Schnäppchen – könnte er jetzt nicht ankommen und rummosern.

»Das wirst du mir noch büßen«, hatte er gebrüllt, bevor er sich wutentbrannt getrollt hatte.

»Jau, und meine Oma kommt aus Angola«, hatte ich ihm noch nachgerufen.

Und nun war sein Tag der Rache gekommen, wenn auch ohne das gewünschte Ergebnis, denn ich war freigesprochen worden – aus Mangel an Beweisen. Der Staatsanwalt verstand die Welt nicht mehr, als die Richterin das Urteil verkündete.

»Wir gehen in Berufung«, hatte er gleich angekündigt.

Was man dem Mann auch nicht verdenken konnte, denn Hermanns hatte zu Anfang im Zeugenstand ein paar ziemlich präzise Aussagen zu meinen Hehlergeschäften vom Stapel gelassen, die normalerweise ausgereicht hätten, mich festzunageln und in den Knast zu schicken.

Aber die Richterin hatte sich den Zeugen vorgeknöpft und ihn mit ihren Fragen so durcheinander gebracht, dass er keinen geraden Satz mehr herausbekam und sich sogar in Widersprüche verwickelte.

An konkreten Vorwürfen blieb übrig, dass die Kripo in meiner Wohnung ein paar Pakete mit Videokassetten gefunden hatte, die aber keinem Einbruch zuzuordnen waren. Sonst war da nichts, und Hermanns kam nicht zu seiner so sehr herbei gewünschten Revanche.

»Hören Sie, Herr Gomez. Ich habe keine Lust, in dieser Sache noch stundenlang zu verhandeln. Ich kann Ihnen nur raten, von allen kriminellen Machenschaften künftig die Finger zu lassen. Es geht nicht immer für Sie so gut aus wie heute, das kann ich Ihnen versprechen«, sagte die Richterin in ihrem Schlusswort, nachdem sie das Urteil verlesen hatte.

Ich hatte darauf verzichtet, mich noch einmal zu Wort zu melden und war mit eingekniffenem Schwanz aus dem Gerichtssaal geschlichen. Draußen klopfte mir mein Anwalt aufmunternd auf die Schulter.

»Au weia«, sagte er, »da haben Sie aber richtig Glück oder einen besonderen Schutzengel gehabt.

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