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Die Rache der Verlierer

Über die Autorin

H.N. Kowitt hat bereits mehr als vierzig Jugendbücher verfasst, darunter WILLKOMMEN IM CLUB … DER VERLIERER. Sie lebt in New York, wo sie ihren Hobbys nachgeht, unter anderem Radfahren, Flohmärkte und Gärtnern auf ihrer Feuertreppe. Online ist sie unter www.kowittbooks.com zu finden.

BASTEI ENTERTAINMENT

Für den einen und einzigen
David Manis

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Besonderer Dank gilt Ellen Miles

ICH AUF EINEN BLICK:

Name: Danny Shine (reimt sich auf whine – englisch für flennen)

Alter: 12

Schule: Gerald Ford Middle School

Mag: M&M-Pfannkuchen, Asia O’Neill

Mag nicht: Turnunterricht, Chili-Gemüsekuchen

Leidenschaft: Comics

Heimliche Furcht: Beim Volleyball als Letzter gewählt zu werden

Peinlichster Augenblick: Auf der Mädchentoilette erwischt zu werden

Lieblingskompliment: »Ich find’s super, wie du Kotze zeichnest.«

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* KAPITEL EINS *

Ty Randall muss sterben.

Das schwor ich mir, als ich in der Cafeteria saß und mitansehen musste, wie er den Tisch, die Schule und das einzige Mädchen, das ich je gemocht habe, für sich einnahm. Nach einer qualvollen Stunde konnte ich es nicht länger ertragen.

Dabei hatte die Mittagspause so gut für mich angefangen. Wirklich gut. Ich war gerade mit den Zeichnungen für meinen neuen Comic fertig geworden und konnte es nicht erwarten, ihn Emma, Morgan, Sophie und Kendra zu zeigen. Während ich mich nach Jasper umsah, tastete ich meinen Rucksack ab, um sicherzugehen, dass der Comic noch da war.

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Zeichnen ist mein Leben, so einfach lässt sich das sagen. Es gibt nichts Schöneres, als die Gestankswellen von einem miefigen Käsesocken richtig hinzukriegen und zu hören, wie das Mädchen, das im Algebra-Kurs neben mir sitzt, sagt: »Wow – hast du das aus einem Buch abgezeichnet oder so?«

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»He, Danny!«, rief mein bester Freund Jasper quer durch die Cafeteria. Seit wir auf die Gerald Ford Middle School gekommen sind, haben wir so gut wie jeden Tag zusammen Mittag gegessen. Mir gefällt, dass er sein eigenes Ding durchzieht, und wenn es noch so schlecht ankommt – sei es nun eine Spielzeug-Band, Schachboxen oder das Sammeln von merkwürdigen Tieren.

JASPER AUF EINEN BLICK:

Persönlichkeit: Cleverer Freak

Ziel: Einen Verkaufsautomaten in seinen Spind zu stopfen

Trägt: Zwei verschiedenfarbige Schuhe

Isst: Schwedischen Fisch (weil da Riboflavin drin ist)

Verhältnis zwischen Action-Figuren und Freunden: 8 : 1

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Heute war der fünfte Tag, an dem er uns einen Platz an einem halbwegs normalen Tisch frei gehalten hatte – eine Stufe über unserem üblichen Platz bei den Technikfreaks. An diesem Tisch saßen Mädchen, die zu keiner offizielle Clique gehörten. Es waren keine von denen, die auf der Toilette brenzlige Listen anpinnen. Eher solche, die man gern als Labor-Partner hat.

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Sophie De Mano

Bekannt als: Sympathische Kaugummikauerin

Mag: Verrückte Mittwoche

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Emma Priestly

Bekannt als: Bücherwurm, mehr oder weniger lustig

Letztes Buch: Neue Hundegeschichten

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Morgan Chatterjee

Bekannt als: Durchgeknallte Stickerbuchkleberin

Oder auch: Picasso mit Einhornstickern

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Kendra Maxtone-Cousins

Bekannt als: Niedliche Superschülerin

Bildschirmschoner: Die Welt der Insekten

Ich wartete darauf, dass jemand Jasper und mich daran hindern würde, uns dazuzusetzen. In der Hackordnung der Schule befinden wir uns fast ganz unten. Wir sind zwar nicht gerade Ausgestoßene, aber es schickt uns auch keiner eine SMS, um uns zur nächsten Party einzuladen.

FÜNF SMS, DIE ICH NOCH NIE BEKOMMEN HABE:

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Die Mädchen am Tisch schienen uns zu tolerieren, auch wenn sie nicht gerade mit uns sprachen. In dem Moment, in dem wir unsere Tabletts abstellten, wurde ich jedes Mal nervös. Würden wir wieder damit durchkommen? Als ich mich dem Tisch näherte, blickte Emma von ihrem Buch auf. Sie rückte zur Seite, um mir Platz zu machen, und mir fiel ein Stein vom Herzen. Wir waren an Bord.

»Petrokis und ich haben übrigens über die beste Superkraft gesprochen …«

So was hält Jasper für ein gutes Gesprächsthema. Er begreift einfach nicht, dass man anders reden muss, wenn Mädchen dabei sind. Sie wollen nichts über den neuesten Science-Fiction-Film wissen. »Er meinte Gehirnkontrolle.« Jasper biss in sein Sandwich. »Aber ich habe gesagt …«