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Die Patriotin: Western

Die Patriotin

Western von Pete Hackett

 

 

Ein CassiopeiaPress E-Book

© by Author www.Haberl-Peter.de

© der Digitalausgabe 2013 by AlfredBekker/CassiopeiaPress, Lengerich/Westfalen

www.AlfredBekker.de

 

 

Man schrieb den 3. Juli 1863. Über zwei Jahre schon tobte der Krieg zwischen Nord und Süd. Das Land drohte im Blut seiner Männer zu ertrinken. Seit zwei Tagen wurde in den Hügeln vor Gettysburg gekämpft ...

Es war früher Morgen. Zwischen den Bäumen wob das Morgengrauen. Über den östlichen Horizont kroch das erste Rot des neuen Tages. Nebelschwaden wallten. Noch schwiegen die Batterien auf beiden Seiten. Es war ruhig – es war wie die Ruhe vor dem Sturm.

Die Männer in den grauen Uniformen waren nervös. Sie lagen in ihren Deckungen, die schweißnassen Hände um die Karabiner verkrampft. Rastlosigkeit prägte die bleichen Gesichter. In den Herzen wühlte die Angst, in den Gemütern wüteten Besessenheit und selbstmörderischer Fanatismus.

Es galt an diesem Morgen, den Hügel, auf dem sich einige Kompanien der Yankees postiert hatten, zu erobern ...

Der Befehl zum Angriff kam. Das Hornsignal mutete an wie eine Botschaft des Grauens und des Schreckens, wie ein Gruß aus der Hölle.

"Auf sie, Männer! Gott sei mit euch!"

Captain Cole Starr schrie sich fast die Seele aus dem Leib. Die Klinge seines Säbels blinkte im ersten Licht des Tages. Groß, hager und narbig wie ein alter, erfahrener Wolf stand er da, breitbeinig, das wettergegerbte Gesicht den Hügel hinauf gerichtet, den Säbel über seinem Kopf schwingend.

Ein Schrei aus Hunderten von Kehlen erhob sich über die Hügel, ein Schrei, der die Luft vibrieren und den Yankeesoldaten das Blut in den Adern gefrieren ließ. Der Rebellenschrei. Er steigerte sich zu einem nervenzermürbenden Choral. Und dann stürmten die Männer in den grauen Uniformen mit geradezu selbstzerstörerischer Verbissenheit.

In den Schanzen auf dem Hügel schmetterte eine Trompete. Karabiner wurden durchgeladen. Das harte, metallische Geräusch durchlief die Reihen der Blauuniformierten. Dann schlug den Südstaatlern das wütende Abwehrfeuer der Unionisten entgegen. Es war eine Wand aus grellen Blitzen, die sich vor den Stellungen der Yankees aufstellte. Der Lärm steigerte sich zum höllischen Inferno. Pulverdampf wallte und vermischte sich mit den Morgennebeln. Männer wurden getroffen und zu Boden gerissen. Geschrei und Gewimmer mischten sich in das Peitschen der Schüsse. Leben wurde ausgelöscht. Niemand bat um Gnade, es gab kein Erbarmen. Es gab nur die Leidenschaft und die an Irrsinn grenzende Ideologie.

Die Feldhaubitzen setzten ein. Dort, wo die Granaten einschlugen, wurden Männer durch die Luft geschleudert. Büsche fingen Feuer. Splitter pfiffen durch die Luft und mähten die Angreifer nieder.

Captain Cole Starr stürmte an der Spitze seiner Männer. Es war wie ein Rausch, der ihn den Hang hinauftrieb und gegen das tödliche Feuer des Gegners anrennen ließ. Doch das Schicksal raste. Der Captain verspürte einen knallharten Schlag gegen den Leib, dann versank die Welt um ihn herum. Die nachfolgenden Männer seiner Einheit sprangen über ihn hinweg. Sein Blut versickerte im weichen Waldboden.

Sergeant Jed Bassett hatte ihn stürzen sehen.

Er warf sich bei dem Captain auf die Knie. Achtlos ließ er den Karabiner fallen. Er rüttelte den Captain. "Cole, Mann, mach die Augen auf. Cole, o verdammt! Was soll ich bloß Jane sagen?"

Der Sergeant erhob sich, hob den Besinnungslosen auf und trug ihn den Hügel hinunter. Es grenzte an ein Wunder, dass er von keiner Kugel oder von herumirrenden Granatsplittern getroffen wurde. An ihm stürmten die Männer vorbei, die sich mit Leib und Seele der Sache des Südens verschrieben hatten. Um ihn herum wurden sie von den feindlichen Kugeln geschüttelt und umgerissen.

Am Waldrand legte Jed Bassett den Captain auf den weichen Boden.

"Cole – Captain!", brach es über Jeds bebende Lippen. "Gib nicht auf, Amigo. Ich hole den Feldscher ..."

Captain Cole Starr öffnete tatsächlich die Augen. Sein Blick schien aus weiter Ferne zurückzukehren. "Jed", stöhnte er, "es – es hat mich erwischt. Heh, Jed, Freund, ich werde Texas wohl nicht wiedersehen." Seine Stimme war mehr und mehr verloschen und zuletzt nur noch ein kraftloses Geflüster. Aber er raffte noch einmal all seine Energien zusammen. "Jed, wenn du nach Texas zurückkehrst – dann kümmere dich um Jane und die Ranch."

"Das verspreche ich dir, Cole! Gütiger Gott, Cole, ich will einen Sanitäter ..."

"Lass es", keuchte Cole Starr. "Mit mir geht es dahin. Heh, Jed, hast schon einmal darüber nachgedacht, wofür wir hier sterben?"

"Für die Freiheit des Südens, Cole. Das ist doch keine Frage."

Der Atem des Schwerverletzten ging rasselnd. Blutiger Schaum bildete sich auf seinen Lippen und in seinen Mundwinkeln. "Nein", drang es aus seiner Kehle. "Wir sterben in Wirklichkeit für die Interessen der reichen und vornehmen Pflanzeraristokratie des Südens, die sich der Gesellschaftsform des Nordens nicht anpassen will. Wir – wir alle, die hier stürmen und sterben, werden schamlos ausgenutzt. Ich – habe – es – erst – nach und nach – begriffen, Jed. Jetzt ..."

Coles Lider flatterten, er bäumte sich auf, seine Augen brachen. Captain Cole Starr war tot.

Die Unionisten stürmten den Südstaatlern entgegen. Männer wurden regelrecht abgeschlachtet. Jed Bassett kniete bei dem Toten. Bilder aus der Vergangenheit liefen wie ein Film vor seinem geistigen Auge ab.

Er wusste nicht, wie lange er so gekniet hatte. Um ihn herum wurden einige Karabiner durchgeladen. Jed schaute wie ein Erwachender. Er war von Yankee-Soldaten umgeben. Langsam hob er die Hände ...

 

*

 

Der Krieg war zu Ende.

Jed Bassett ritt nach Hause nach Texas ...

Er hielt am Rand des Ranchhofes sein Pferd an. Das Tier ließ müde den Kopf hängen und prustete. Jed wischte sich mit den Handrücken Staub und Schweiß aus den Augenhöhlen. Zwischen entzündeten Lidrändern hervor sah er sich um.

Auf der Starr-Ranch war alles noch so wie vor mehr als vier Jahren, als er diesen Landstrich verließ, um General Lees Ruf zu folgen und den Eid auf die Fahne des Südens zu schwören.

In der Schmiede arbeitete ein Mann, den Jed nicht kannte. Helle Hammerschläge klirrten. Ein Gehilfe des Schmiedes betätigte den Blasebalg. In der Esse glühte die Holzkohle. Das Fauchen vermischte sich mit den Hammerschlägen.

Aus einer Scheune kam ein Ranchhelp mit einem Ballen Stroh in den Armen.

Er sah Jed, blieb stehen und starrte ihn an wie einen Geist. Auch in der Schmiede verklangen plötzlich die Geräusche.

Langsam ritt Jed weiter. Einige weitere Männer traten aus den verschiedenen Gebäuden. Sie fixierten ihn schweigend, mit einer Mischung aus Neugierde und eisiger Ablehnung.

Die Tür des Haupthauses öffnete sich und Jane kam auf den Vorbau. Sie schritt hocherhobenen Hauptes und mit ausdrucksloser Miene bis zum Geländer und legte die Hände darauf.

Sie war eine schöne, begehrenswerte Frau. Ihre Erscheinung und ihre Haltung flößten Respekt ein. Sie war Anfang 30. Lange, dunkle Haare umrahmten ihr ebenmäßiges Gesicht.

Jane Starr trug schwarzen Witwenhabit. Das Kleid betonte ihre gertenschlanke Taille. Ihr Teint mutete etwas bleich an.

Jed lächelte, als er das Pferd parierte. "Guten Tag, Jane. Ich hoffe, mein Platz auf der Starr-Ranch ist noch frei."

Sein Lächeln gerann, als Jane keine Miene verzog. Ihr schönes Gesicht war wie aus Stein gemeißelt. Ohne jede Gemütsregung musterte sie ihn.

"Jane", murmelte er, indes er die Hände auf das Sattelhorn legte und sich etwas im Sattel nach vorne beugte. "Erkennst du mich nicht? Ich bin es – Jed Bassett. Vor dem Krieg habe ich hier auf der Ranch als Vormann gearbeitet. Dein Mann und ich sind zusammen ..."

Sie unterbrach ihn hart: "Cole ist bei Gettysburg gefallen. Eine verdammte Yankeekugel hat ihn getötet. Du hast überlebt. Um zu überleben, hast du die Männer verraten, die für die Sache des Südens gekämpft haben."

Die anklagenden Worte schienen tonnenschwer zu wiegen in ihrem Mund.

Jed war wie vor den Kopf gestoßen. Er traute seinen Ohren nichts. Es klang in ihm nach, und ehe er das, was sie sagte, richtig verarbeitet hatte, fuhr sie schon fort: "Ja, du hast Texas verraten, Jed Bassett. Du hast die Sezession verraten. Schau dich an! Du trägst die blaue Uniformhose, das gelbe Halstuch, auf deinem Kopf sitzt eine Feldmütze mit dem Emblem der gekreuzten Säbel der Unions-Kavallerie. Du hast dir dein jämmerliches Leben erkauft, indem du zum Verräter wurdest."

Deutlich spürte Jed den Anprall von Feindseligkeit und Verachtung. Er glaubte sogar so etwas wie Hass in ihren dunklen Augen zu erkennen. Sein Hals war sekundenlang wie zugeschnürt.

"Ich geriet in Gefangenschaft und wurde vor die Wahl gestellt ..."

"Verräter!" Sie spuckte das Wort regelrecht hinaus. "Du bist eine Schande für Texas. Die Yanks sind blutsaugende Bastarde, die ihren Sieg auskosten. Aber du bist eine niederträchtige Ratte, Jed. Verschwinde von meinem Grund und Boden. Du hast die Sache verraten, für die mein Mann und viele tausend andere gute Männer gestorben sind. Verschwinde, Jed Bassett, und betrete nie wieder den Grund und Boden der Starr-Ranch. Wenn doch, lasse ich dich mit der Peitsche davonjagen."

Sie sprach es in unversöhnlicher Art und mit unerbittlicher Härte. Ihre linke Braue hatte sich etwas gehoben. Ihre Augen fixierten ihn mit einer Mischung aus Abscheu und Hochmut. Alles, was sie für ihn und alle anderen Männer vor dem Krieg begehrenswert gemacht hatte, schien in ihr abgestorben zu sein. Sie wirkte nur noch arrogant und kalt wie ein Eisblock.

O ja, er war in sie verliebt gewesen.

Aber dann hatte sie Cole Starr das Ja-Wort gegeben.

Er, Jed, wollte damals das Land verlassen. Aber Cole, sein Freund, redete so lange auf ihn ein, bis er blieb. Er arbeitete sogar weiterhin auf der Starr-Ranch als Vormann. Die Zeit heilte seine innerlichen Wunden. Und er kam darüber hinweg, dass Jane ihn verschmäht hatte.

Was sie sagte, traf ihn tief in den Kern. Seine Backenknochen mahlten. Zwingend starrte er sie an. In seinen Mundwinkeln zuckte es. Er wollte ihr sagen, dass Cole ihm sterbend aufgetragen hatte, sich nach dem Krieg um sie und die Ranch zu kümmern. Er hatte es Cole geschworen, ehe dieser die Augen für immer schloss.

Jetzt war er heimgekehrt, um seinen Schwur einzulösen.

Und hier begegneten ihm nur Hass, Arroganz und eisige Verachtung.

Jed spürte Enttäuschung und Verbitterung. Er nickte. "Wie du willst, Jane", stieg es heiser aus seiner Kehle. "Es ist dein Grund und Boden. Du musst mich hier nicht dulden."

Er nahm die Hände vom Sattelknauf und zog das Pferd um die linke Hand.

Die Hufe pochten dumpf, als er vom Hof ritt. Staub wirbelte.

Einer der Kerle, die herumstanden, spuckte geringschätzig aus, dann lief er quer über den Hof und griff nach dem Kopfgeschirr des Rotfuchses, den Jed ritt.

"Yeah", presste er zwischen den Zähnen hervor, "du bist eine widerliche Ratte, Jed Bassett. Man müsste dich mit einem Knüppel erschlagen."

"Hat Jane dich zum Vormann der Starr-Ranch ernannt, Buck? Wo warst du denn, während Leute wie ich oder Cole Starr gegen die Kugeln der Yanks anrannten?"

"Jemand musste ja schließlich auf der Ranch ..."

"Du hast dich feige gedrückt, Buck. Als Cole, ich und all die anderen Burschen uns meldeten, hast du dich herausgewunden wie ein Aal. So lange, bis Cole meinte, dass es besser wäre, du würdest auf der Ranch bleiben, um Jane zur Hand zu gehen. Das war schäbig, das war ..."

Buck Hogan war mit einem Schritt neben dem Pferd. Seine Hände stießen nach oben. Ehe Jed sich versah, lag er am Boden. Staub schlug unter seinem Körper auseinander. Und obwohl Jed ziemlich ausgemergelt und erschöpft war, spürte er eine dumpfe Glut aus Wut in sich aufsteigen.

Er war nicht nach Hause gekommen, um sich demütigen und beleidigen zu lassen.

Schnell erhob er sich.

Die Umstehenden kamen näher und bildeten einen Kreis.

Jed knurrte kehlig: "Ja, Buck, du hast dich feige vor der Pflicht, für Texas zu kämpfen, gedrückt. Du bist ein feiger und heimtückischer Coyote."

Die Atmosphäre auf dem Ranchhof war plötzlich angespannt und gefährlich. Die Luft schien vor Spannung zu knistern ...

 

*

 

"Diese Worte schlage ich dir in den Hals zurück, Verräter!", zischte Buck Hogan wie eine Schlange. Und dann griff er an. In seinen Augen funkelte es tückisch.

Langsam zog sich der Kreis aus Gaffern und den Männern der Starr-Ranch zusammen.

Hogan kam mit katzenhafter Behändigkeit näher. Er wirkte ausgesprochen konzentriert.

Jed Bassett warf sich ihm entgegen. Hogans Fäuste flogen auf ihn zu. Er tauchte unter ihnen hinweg, konnte aber nicht verhindern, dass Hogans Rechte schmerzhaft an seiner Schläfe entlangradierte.

Mit dem ganzen Gewicht seines Körpers prallte Jed gegen seinen Gegner und rammte ihn mit der Schulter. Hogan taumelte zurück und ruderte mit den Armen, um sein Gleichgewicht zu halten.

Jed verlor keine Zeit. Er setzte nach und ließ seine Rechte fliegen. Im letzten Moment konnte Hogan den Kopf zur Seite reißen. Jeds Haken streifte nur seine Wange.

Gierig sog Hogan Sauerstoff in seine Lungen. In seinen Augen schimmerte unversöhnlicher Hass. Mit aller Kraft stieß er sich ab. Er flog förmlich auf Jed zu, versuchte ihn mit beiden Händen zu fassen und zu umklammern. Ein Schwinger, der blitzschnell und ansatzlos aus der Hüfte kam, fing ihn ab, und einen Herzschlag lang schien er die Orientierung zu verlieren. Tapsig drehte er sich halb um seine Achse. Jed zog blitzschnell die Linke in die Höhe, um Hogan mit einem wuchtigen Haken gegen den Kinnwinkel zu fällen. Sein Gegner wich instinktiv aus. Doch da schickte Jed schon die Rechte auf die Reise und knallte sie Hogan mit Wucht gegen die Rippen.

Aus dem Mund des Getroffenen drang ein abgehackter Schrei. Sofort schlug Jed eine Doublette. Es gab dumpfe, trockene Geräusche, als er Hogan zweimal traf. Dieser verdrehte die Augen. Der verbissene, rabiate Ausdruck verschwand aus seiner Miene und machte grenzenlosem Erstaunen Platz. Seine Beine knickten ein wie morsche Stelzen. Er sank auf die Knie, sein Oberkörper neigte sich langsam nach vorn, und er konnte den Fall auf das Gesicht gerade noch im letzten Moment mit den vorgestreckten Armen abfangen. Er lag auf allen Vieren am Boden. Sein Kopf kippte nach unten und pendelte wie haltlos. Hogan atmete rasselnd. Speichel und Blut tropften von seinen Lippen.

Jed ließ die Arme sinken. Seine Knöchel schmerzten, sein Atem ging stoßweise. Er verspürte einen galligen Geschmack in der Mundhöhle.

Plötzlich waren die anderen Kerle da, die bis jetzt atemlos zugeschaut hatten. Jed war unvermittelt zwischen ihnen eingekeilt, und ehe er sich versah, packten ihn kräftige Fäuste und zerrten ihn herum.

Das gehässig verzerrte Gesicht eines der Kerle war unversehens ganz dicht vor seinem.

Links und rechts wurde Jed festgehalten. Unerbittliche Fäuste pressten ihm die Arme auf den Rücken. Er war nicht fähig, sich zu rühren. Die Verzweiflung begann in Jed hochzukriechen. Er war in diesen Sekunden der einsamste Mann auf Erden, und dieser Gedanke ließ ihn innerlich erschauern.

Die Faust des Kerls vor ihm zuckte hoch. Jed wollte instinktiv ausweichen, aber der Griff der Burschen, die ihn festhielten, lockerte sich nicht. Der unbarmherzige Schlag traf ihn. Sein Kopf ruckte in den Nacken. Der Schmerz wehte wie ein heißer Wind durch sein Bewusstsein und lähmte sein Denken.

Die Schläge kamen schnell und sicher. Bald nahm Jed die Gestalt vor sich und das kantige Gesicht nur noch wie durch Nebelschleier wahr. Er wankte zwischen den Kerlen, die ihn gepackt hielten. Die Schwäche kroch wie flüssiges Blei durch seinen geschundenen Körper.

Für einen Augenblick flackerte das Feuer des Widerstandes noch einmal in ihm auf. Er zerrte und riss und warf sich hin und her. Aber es gelang ihm nicht, sich den stahlharten Fäusten zu entwinden. Ein wuchtiger Schlag traf ihn.

Er spürte nicht mehr, wie sie ihn losließen und er schwer auf dem Boden landete, wie sie ihn an den Beinen aus dem Ranchhof schleiften und draußen in den Staub warfen. Eine gnädige Ohnmacht umfing ihn.

Jane Starr hatte ungerührt zugeschaut. Sie konnte nichts empfinden. Ihr Herz war kalt und tot. Hass vergiftete ihr Gemüt.

Einer der Weidereiter lachte ironisch, spuckte in den Sand und sagte mitleidlos: "Der hat schätzungsweise für alle Zeit genug. Wahrscheinlich schleicht er wie ein geprügelter Straßenköter aus dem Land, und wir werden nie wieder etwas von ihm hören. An solchen Prügeln zerbricht jeder Mann."

Jemand führte Jeds Pferd durch das Tor. Dann verschwand die unerbittliche Meute. Der Rotfuchs senkte den Kopf über Jed und stupste ihn mit der Nase an.

Irgendwann kam Jed zu sich. Er stemmte seinen Oberkörper hoch. Noch war er viel zu benommen, um den Schmerz zu spüren. Einige Zeit blieb er sitzen. Er musste zu sich finden, seine Gedanken sortieren und ordnen. Er tastete sich mit der Hand über das blutverschmierte Gesicht. Sein Blick schweifte durch das hohe Galgentor. Die Starr-Leute gingen wieder ihrer Arbeit nach. Jane hatte den Vorbau längst verlassen.

J

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