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Die Mitfahrgelegenheit nach Afrika

Gabriela Atawuia

Die Mitfahrgelegenheit
nach Afrika

Einblicke in eine Mitfahrgelegenheit nach Afrika
über Frankreich, Spanien, Marokko,
Westsahara, Mauretanien, Mali, Burkina-Faso nach
Togo - Lomé.

Vorwort

Auf unserer Mitfahrgelegenheit durch die Länder in Westafrika, sahen wir viele Menschen in großer Armut. Das Entsetzen einiger afrikanischer Frauen war riesengroß, als sie sahen, dass wir nicht aufgegessene Lebensmittel einfach entsorgen und wegwerfen wollten. Diese Situation brachte uns zum Nachdenken, wie verschwenderisch wir doch mit Lebensmitteln umgingen. Die Entscheidung, die vielen Erlebnisse aufzuschreiben und alle wunderbaren, schönen und auch nachdenklichen Begebenheiten in einem Buch zu veröffentlichen, fiel mir leicht. Damit stand auch der Entschluss fest, den gesamten Erlös aus diesem Buch einem Ausbildungsprojekt für Kinder und Jugendliche in Togo, in Westafrika, zur Verfügung zu stellen, um ihnen eine Ausbildung zu ermöglichen. Wir alle wissen, Bildung ist ein wichtiges Gut für uns Menschen.

Danke an alle die Menschen, die dieses Projekt ermöglichen.

Die Mitfahrgelegenheit durch Afrika
bis nach Lomé
ohne zu wissen was kommt und was geht

Mit einer Anzeige in einer Tageszeitung: Wer sucht eine Mitfahrgelegenheit nach Westafrika? Damit begann das Abenteuer. Ein Mann, der auf diese Weise schon viele Jahre Busse nach Lomé, in Westafrika, transportierte und dort verkaufte, schaltete diese Anzeige. Er ließ einfach Leute, die nach Afrika reisen wollten, für ein kleines Entgelt mitfahren. So hielt er seine Kosten in Grenzen und Mitfahrer gab es immer, die sich auf diese Art zu reisen einließen. Ein Bus aus den Siebzigerjahren wurde umgebaut, und so viel Platz und Stauraum für das Gepäck und die Lebensmittel geschaffen. Diese Reise sollte sechs bis acht Wochen dauern. Für diesen Zeitraum benötigte man einiges an Lebensmitteln und Gepäck. Die hinteren Sitzbänke wurden heraus montiert und dafür die Regale eingebaut. So konnten alle Dinge, welche die Gruppe für so lange Zeit der Mitfahrgelegenheit nach Afrika brauchte, im Bus verstaut werden. Das waren, neben einigen persönlichen Dingen, ein Tapeziertisch, ein alter Kocher, ein paar Töpfe, Pfannen, Bestecke, Schüsseln und Tassen. Eine Gasflasche, um den alten Kocher in Betrieb zu nehmen war an Bord. Einfache, aber haltbare, Lebensmittel waren auch dabei. Die Zelte, das Gepäck und was wir persönlich für uns acht Mitfahrer während dieser achtwöchigen Reise brauchten, verstauten wir ebenfalls in die Regale im hinteren Teil des Busses. Zusätzlich wurde er für die Fahrt durch die Wüste gerüstet. Auf dem Dach des Busses erhielten sechs rote Wasserkanister ihren Platz und die Sandraster, für die Wüstenfahrten, montierte man an die Außenseiten des Busses. Das waren wichtige Gegenstände auf dieser Reise. Nicht überall bekam man sauberes Trinkwasser oder überhaupt Wasser. Wir erahnten, was für eine abenteuerliche Reise uns bevorstand. Unsere Erwartung war hoch die Länder und die Menschen, auf dem afrikanischen Kontinent in unmittelbarer Nähe, kennenzulernen.

 

Unsere Mitfahrgelegenheit sollte ja einige Wochen dauern. Damit war genug Zeit, Einblicke in die Sitten und Gebräuche bei den Menschen in den afrikanischen Ländern, zu bekommen. Wir freuten uns auf die Begegnungen. Unsere abenteuerliche Reise begann im Januar und es war bitterkalt in Deutschland. Wir hatten so an die -7°C. Das war nicht gerade angenehm in einem Bus bei dieser Temperatur, ohne funktionierende Heizung, zu sitzen. Die warme Winterkleidung anzuhaben und anzubehalten war erst einmal absolut notwendig. Zusätzlich war im Boden des Busses ein Loch. Das war zwar notdürftig mit alten Lappen gestopft, doch die Kälte kam und blieb. Es war ein Bus mit einigen Macken. Allerdings war der für eine Fahrt in das warme Afrika und für Wüstenfahrten hergerichtet worden. Deshalb war eine Heizung, für die wenigen kalten Tage in Europa und in die Zukunft hinein, nicht notwendig. Das war zumindest die Mitteilung des Fahrers unserer Mitfahrgelegenheit. Wir kamen einige Tage nicht aus unseren warmen Sachen heraus. Die warme Jacke, eine dicke Hose, die Mütze, die Handschuhe, den Schal und die warmen Winterschuhe, waren unsere Begleiter am Tag und in der Nacht, auch während der Fahrt im Bus. Zunächst fuhren wir in Deutschland nach Süden, um alle Mitfahrerinnen und Mitfahrer an ihren Wohnorten abzuholen. Es waren Mitstreiter jeden Alters und alle mit einer Sehnsucht nach Afrika im Herzen. Wir wurden überall herzlich aufgenommen und willkommen geheißen.

Um eine Weiterfahrt bis zum nächsten Standort ausgeruht anzutreten, beschlossen wir bei einigen Familien der Mitfahrer zu übernachten. Die Luftmatratzen wurden aufgeblasen und wir konnten schon einmal üben, wie das Schlafen darauf ist. Am nächsten Morgen gab es ein ordentliches Frühstück für alle. Nachdem wir uns von den Familien verabschiedet hatten, fuhren wir weiter. Das war schon eine Umstellung für jeden von uns, aber es machte auch gespannt auf mehr.

Am dritten Tag der Reise, in den Abendstunden, waren alle Mitfahrer/innen an Bord. Wir fuhren in der Nacht weiter nach Frankreich, um bis Lyon voranzukommen. Das Tempolimit des Busses durfte die 80 km/h nicht überschreiten. In diesem Tempo oder noch weniger, kam der Bus nur langsam voran, denn die Straßen waren zum Teil vereist und ziemlich glatt. Auf einem Rastplatz, kurz vor Lyon, wollten wir übernachten.

Das Motto der Reise war - am Abend die Zelte zum Schlafen aufzubauen und am Morgen die Zelte wieder abzubauen und einzupacken -. In den nächsten Wochen wurden die kleinen Zelte unser Schlaflager, egal ob es schneite, ob es regnete, wo wir rasteten und welche Temperatur wir hatten.

In Lyon waren so um die +1° C. Es war zu kalt und für manche von uns nicht möglich, das erste Mal in einem Zelt zu schlafen. Kurzerhand wurde der Schlafplatz auf zwei Sitze, in den Bus verlagert. Das funktionierte auch nicht wirklich gut, allerdings schien das ein wenig erträglicher zu sein, als bei dieser Kälte draußen zu schlafen.

Bei diesen Temperaturen ein Zelt aufzubauen war sowieso nicht einfach. Die Hände waren, ohne Handschuhe, steif vor Kälte und in dem dicken Paket Kleidung, das man anhaben musste, um die Fahrt im Bus überhaupt auszuhalten, waren selbst die einfachen Bewegungen schwer durchzuführen. Am nächsten Tag brachen wir schon am frühen Morgen auf. So war die Zeit viel zu kurz, den gepflegten Rastplatz vor Lyon näher anzuschauen. Es gab eine überdachte Waschgelegenheit, um sich frisch zu machen. Das Wasser war eiskalt und eine gute Gelegenheit, trotz Müdigkeit wegen dem schlechten Schlaflager, wirklich wach zu werden. Genau das kommt mehr und mehr auf uns zu. Entweder kaltes Wasser, zum Teil auf den Rastplätzen oder rationiertes kaltes Wasser aus den Wassertanks, die auf dem Dach des Busses deponiert waren. Das war schon einmal die Einstimmung auf so manche Entbehrung im Alltag und sicher auch ein wenig abenteuerlich für uns. Zumindest war ein Mann an Bord, der es sich zur Aufgabe machte, jeden Morgen Kaffee und Tee zu kochen und auch am Abend eine kleine warme Mahlzeit zuzubereiten. Dazu war der Tapeziertisch bestimmt. Der wurde jeden Tag aufgebaut, um auf dem alles für die Mahlzeiten zuzubereiten. Gekocht wurde auf dem alten Kocher, der seine Dienste immer noch tat. Der Koch bereitete die Mahlzeiten zu und wir aßen immer da, wo wir gerade rasteten, ohne vorher zu wissen wo das war. Alles nach dem Motto sehr minimalistisch und ohne Anspruch auf Komfort. Die nächste Station, kurz vor Spanien, war ein Rastplatz in der Region Okzitanien. Céret ist eine Kleinstadt im Süden von Frankreich, mit ca. Siebentausend Einwohnern. Sie ist gelegen am Rande der letzten, hügeligen Ausläufer des Pic du Canigou im Département Pyrénées-Orientales. Wir bedauerten sehr, dass wir keine Gelegenheit hatten, die kleinen Städte und Dörfer, auf der Route durch Frankreich, näher anzuschauen. Dafür war leider nicht genug Zeit. Das Zeitlimit von sechs bis acht Wochen, durch Afrika einzuhalten, war begrenzt. In Europa waren die Straßen gut und man kam ohne große Probleme vorwärts. Das sollte auf dem afrikanischen Kontinent nicht mehr der Fall sein. So schlugen wir auf einem Rastplatz vor der Stadt, wieder die Zelte auf. Es regnete und die Zelte waren nicht nur außen nass, das Wasser tropfte auch von den Zeltinnenwänden. Wegen dem Regen und der Kälte, war es kaum möglich das Zelt vernünftig aufzubauen. An Schlaf war unter solchen Umständen nicht wirklich zu denken. Ein Mitfahrer, der eine solche Reise schon öfter unternahm, machte Mut und er versprach, es wird besser. Es wird jeden Tag wärmer, wir fahren schließlich nach Afrika der Sonne entgegen. Am nächsten Morgen brachen wir schon sehr früh auf. Geschlafen hatte ohnehin keiner von uns. Einen Augenblick nur konnten wir auch hier den schönen Rastplatz, kurz vor den Pyrenäen, bestaunen. Die Berge waren nicht weit entfernt und wir sahen weiße Bergspitzen. Der Schnee war weit bis in das Tal zu sehen. Das sah aus wie Puderzucker auf Zipfelmützen. Es gab ein kleines Frühstück, vor allem die heißen Getränke waren sehr wohltuend. In der Nacht war es nicht möglich überhaupt ein wenig warm zu werden und zu schlafen. Das empfanden wir als Stress. Nach dem Frühstück brachen wir auf, nach Spanien zu fahren. Trotz allem nahmen wir uns für die täglichen Dinge soviel Zeit wie wir benötigten. Nichts trieb uns wirklich an. Am späten Nachmittag wollten wir die nächste Rast einlegen und auf der spanischen Seite in der Nähe von Torredembarra unser Nachtlager aufschlagen. Es waren noch dreißig Kilometer bis zum Mittelmeer. Das hieß der Sonne schon ein Stück näher zu sein. Die Zelte sollten an einem Feldweg, in einer Plantage unweit der Straße, aufgebaut werden. Unser Bus wollte rückwärts eine kleine Böschung hinab fahren, doch der Weg war zu schmal. Der Bus kam ins Rutschen und stand so gefährlich schräg, dass er zu kippen drohte. Aus eigener Kraft kam er nicht wieder auf die Straße. Es musste Hilfe her. In dem Moment fuhr ein Jeep vorbei. Zwei Spanier hielten und boten ihre Hilfe an. Ihr Jeep zog den Bus aus der Schräge nach oben. Alle waren froh, nicht zu lange auf Hilfe warten zu müssen, denn der Abend kam und die Dunkelheit war nicht mehr fern. So fuhren wir weiter, um uns einen anderen Rastplatz zu suchen. Dieser ergab sich schon nach kurzer Zeit. Wir beschlossen in einer anderen Einfahrt zu einer Plantage das Lager aufzuschlagen.

Der Bus hielt und alles wurde zum Abend vorbereitet. Wir bauten die Zelte und den Tapeziertisch auf, holten die Lebensmittel für eine Mahlzeit aus dem Bus und stellten den Kocher dazu. Damit waren wir bereit, ein einfaches aber warmes Abendessen zuzubereiten. Nudeln war das Gericht der Mitfahrgelegenheit nach Afrika, in allen Varianten, mit allen möglichen Soßen. Das störte niemanden von uns. Nudeln waren haltbar und das bei jeder Temperatur. Wir waren auf spartanische Mahlzeiten eingestellt. Und bei großem Hunger schmierte man sich ein Brot dazu. Verschiedene Brotsorten und Butter waren wirklich reichlich an Bord. Nach dem Essen sammelten wir Holz. Wir wollten das erste Mal ein Lagerfeuer, in der ersten trockenen Nacht anzünden, um uns aufzuwärmen. Das war sehr angenehm, der extremen Kälte und Nässe etwas entgegensetzen zu können. Denn es war immer noch sehr kalt am Abend und in die Nacht, im Zelt , war kaum auszuhalten. Diese Region in Spanien, unweit des Mittelmeeres, war eine große Steinlandschaft mit vielen unterschiedlichen Steinen. Große und kleine dienten als Grundstücksgrenzen, Andere lagen einfach als riesige Steinhaufen in der Landschaft umher. Das war typisch für diese Gegend. Mit dem ersten Lagerfeuer bewunderten wir am roten Abendhimmel auch den ersten wunderschönen Sonnenuntergang. Das große Feuer wärmte bei den Temperaturen und war sehr wohltuend. Auch wenn es im Gegensatz zu den vorherigen Abenden + 6° C waren, tat die Wärme, die das Feuers ausstrahlte, gut. Das Schlafen im Zelt war auch bei solchen, doch recht niedrigen Temperaturen, nicht unbedingt ein Hochgenuss.

Am nächsten Morgen schien die Sonne aus dem Mittelmeer herauszusteigen. Es war klare Luft und eine Stille umgab uns, die uns verzauberte. Wir nutzten die Zeit, ein wenig umher zu laufen und zu schauen, welche Früchte in der Plantage gedeihen sollten. Es war eine Orangenplantage, deren Früchte an den kleinen Bäumen waren noch nicht reif waren. Staunend sahen wir, dass unser Rastplatz auf einem Plateau war. Nicht weit entfernt, der kleine Ort im Tal, erwachte aus dem Schlaf. Die Menschen öffneten die Fenster, um die Sonne hereinzulassen.

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