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Die Lücke - Keiner weiß davon

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Inhaltsverzeichnis

Die Lücke - Keiner weiß davon

Impressum

Lizenzerklärung

Inhaltsverzeichnis

Bevor du etwas aus der Tiefe holst…

Prolog

Die Lücke - Keiner weiß davon

Neuerscheinungen

Weitere Werke der Autorin

Leseprobe: Aus dem Prolog von Sidmawuk

Hinweise zur Aktualisierung

 

Bevor du etwas aus der Tiefe holst…

Bevor du etwas aus der Tiefe holst, überlege gut, ob du auch wirklich wissen willst, was es ist. Denn manchmal sind seine Schreie so laut, dass du dir wünschst, du hättest es dort gelassen, wo es war…

 

 

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Prolog

Joe steht vor dem Aufzug. Mehrmals hintereinander drückt sie den Knopf, der den Lift rufen soll. Verdammt. Schon wieder kaputt. Schließlich beginnt sie, mit Einkaufstüten beladen, hinauf in den 4. Stock zu steigen. Von dort vernimmt sie Schreie und lautes Klirren. Joe hält einen Moment inne, den Blick nach oben gerichtet. Sorgenfalten zieren ihre Stirn. Als eine Tür laut zugeknallt wird, zuckt sie zusammen. Sie starrt noch einen Moment nach oben, ehe sie damit fortfährt, die Treppe weiter hochzusteigen. Nun vernimmt sie ein Poltern, das von den oberen Treppen her zu kommen scheint. Joe hält erneut inne. Vor ihr kommt Chloe die Treppe heruntergelaufen. Ihre linke Wange und ihr linkes Auge sind gerötet und angeschwollen, und sie sind bereits daran, blau anzulaufen. Chloe wirft Joe einen finsteren Blick zu, als sie an ihr vorbeieilt. Joe hält sie kurz an der Schulter fest, um sie zum Stehen zu bringen. Chloe wirbelt herum. „Was ist“, fährt sie Joe an.

Joe sieht ihr ernst in die Augen. „Du musst dir das nicht antun.“

„Was kümmert dich das eigentlich, Freak? Scher dich doch um deinen eigenen Dreck“, zischt sie Joe an. Dann kehrt sie Joe den Rücken zu und eilt weiter die Treppe hinunter.

Joe blickt ihr traurig hinterher. Sie mag Chloe, obwohl Chloe stets unfreundlich zu ihr ist. Aber das ist sie zu fast jedem. Joe senkt den Kopf und setzt ihren Aufstieg fort, um auch noch die letzten Stufen hinter sich zu bringen.

 

Später am Abend macht Joe es sich vor dem Fernseher bequem. Sie hat Kondom des Grauens von Martin Walz in den DVD-Player eingelegt. Joe kennt den Film bereits. Sie sieht ihn, weil der Film sie erheitert. Auf ihrem Schoß liegt aufgeschlagen, eine Rolling Stone-Ausgabe mit einem Artikel von Fiona Apple. Joe wirft sich die langen, schwarzen Haare ihrer rechten Kopfhälfte über die Schulter. Die linke Hälfte hat sie kahl rasiert, dafür ist sie reichlich bestückt mit Piercings an Ohr, Nase, Lippe und Augenbraue. Nachdem sie den Artikel von Miss Apple fertiggelesen hat, lehnt sie sich zurück. Mit halbgeschlossenen Augen verfolgt sie das Geschehen im Fernseher, als sie langsam eindöst.

Ungefähr acht Minuten später beginnt das Getöse in der Nachbarwohnung. Es beginnt mit dem üblichen Gebrüll von Chloes Ehemann, steigert sich hoch zu dem Zerbersten etlicher Teller und Gläser. Die Geräusche sind Joe mittlerweile so vertraut, dass sie ihren Schlaf nicht nennenswert stören. Erst als der alles zerreißende Schrei einsetzt, fährt Joe hoch. Die Zeitschrift gleitet von ihrem Oberschenkel, als sie hochspringt und sich den Baseballschläger, ein Relikt aus ihrer Kindheit, der an dem Wandschrank zu ihrer Linken lehnt, greift…

 

Nachdem er sich von Chloe hatte runterrollen lassen, drehte Chloe sich zur Seite, mit dem Rücken zu ihm. Sie konnte seinen Schweiß auf ihrer Haut riechen, und ihre Oberschenkelinnenseiten fühlten sich an, als hätte sein Sperma sie aneinander geklebt. Ein Schauder lief ihr über den Rücken. Sie setzte sich auf die Bettkante, warf einen Blick über ihre Schulter zurück zu ihm. Warum nur bin ich immer noch mit dir zusammen? Du stinkst nach Schweiß, dein Sperma riecht ranzig, du verdrischst mich und du bist fett… Oh, wie ich dich und deinen Bierbauch hasse… Sie stand auf, wollte aus dem Schlafzimmer gehen.

„Wo gehst du hin?“

„Unter die Dusche“, antwortete sie, ohne sich dabei umzudrehen.

„Warum jetzt, zum Teufel?“

„Warum nicht?“

„Hör auf, mir Gegenfragen zu stellen. Komm sofort wieder ins Bett.“

„Nein, ich will duschen.“

Unbeschreiblicher Zorn stieg mit einem Mal in Ted auf und zeigte sich auf seinem aufgedunsenen und geäderten Gesicht in einem hässlich schmutzigen Rot. Er hasst es, wenn seine Frau ihm widerspricht. Eine Ehefrau hat zu gehorchen. Ist wieder einmal an der Zeit, ihr zu zeigen, wer hier der Boss ist. Er erhob sich, griff zum Schürhaken, der am Kamin im Schlafzimmer lehnte, doch sein Gewicht blieb nicht ungehört. Chloe wagte einen ängstlichen Blick über ihre rechte Schulter zurück, als seine schweren Schritte sich näherten. Sie wusste bereits, was jetzt kommen würde, und da erblickte sie ihn, schnaubend sich durch die Schlafzimmertür schiebend, den Schürhaken neben sich her schleifend. Chloe stieß einen entsetzten Schrei aus, flüchtete die Treppe hinunter ins Wohnzimmer. So schwerfällig Ted auch aussieht, er ist es nicht. Der große, kräftige Mann nahm drei Stufen auf einmal. Auf dem Weg ins Wohnzimmer streifte er eine Vitrine aus Glas. Klirrend und scheppernd gab sie nach und zerschellte mit ihrem Inhalt, Gläser für besondere Anlässe, auf dem Boden. Mit seinen dröhnenden Schritten im Ohr lief Chloe zur Wohnungstür, die sich an der vorderen Breitseite des Wohnzimmers befindet, doch sie schaffte es nicht mehr, den Schlüssel im Schloss herumzudrehen, denn Ted hat ihren Vorsprung mit dem Schürhaken ausgemerzt. Chloes Rippen in ihrer rechten Seite splitterten hörbar und bohrten sich in ihre Lunge. Sie knallte mit dem Kopf gegen die Wohnungstür und brach schließlich vor dieser zusammen.

 

Warmes Blut läuft jetzt über ihre Stirn und aus ihrem Mund. Das Atmen fällt ihr schwer. Beinahe verliert sie das Bewusstsein, doch als sie Ted erblickt, den Schürhaken drohend über seinem Kopf schwingend, schreit sie gellend. Blut spritzt dabei aus ihrem Mund auf den Teppichboden. Sein zweiter Schlag trifft sie im Rücken. Chloes Körper beginnt heftig zu zucken, und sie erbricht auf den Wohnzimmerteppich. Ted packt sie an der Schulter, reißt sie auf den Rücken. Am ganzen Körper zitternd und zuckend, starrt sie ihn aus weit aufgerissenen Augen an. Sein Gesicht ist eine einzige grässlich verzerrte Fratze. „Ich bin noch nicht fertig mit dir, Fotze“, brüllt er. „Dieses Mal hast du‘s eindeutig zu weit getrieben! Das wirst du mir büßen, verdammte Drecksfotze!“

Chloe versucht, etwas zu sagen, will etwas sagen, irgendetwas beruhigendes, beschwichtigendes, doch sie bringt keinen Ton heraus, ihre Stimme versagt ihr den Dienst.

 

Der Schrei ist wie ein Stoß in den Rücken gewesen. Joe hat die Balkontür aufgerissen, ist auf die Balkonwand und von dort auf den Balkon der Nachbarn gesprungen, wo sie jetzt, vor deren verschlossener Balkontür mit dem Baseballschläger in der rechten Hand stehend, entsetzt mit ansieht, wie der betrunkene Ehemann mit dem Schürhaken weit ausholt und ihn abermals auf Chloe niedersausen lassen will.

Ohne zu überlegen, schlägt Joe mit dem Baseballschläger die Balkontür ein. Klirrend prasselt das zerbrochene Glas ins Wohnzimmer der Averys. Ted lässt erschrocken den Schürhaken sinken, wirbelt zu Joe herum, die bereits durch den Türrahmen gesprungen ist und nun vor ihm in seinem Wohnzimmer steht. Lediglich drei Meter trennen Joe von ihm. Vor Schreck und Staunen steht Ted der Mund offen. Seine Augen sind weit aufgerissen, und sie sehen aus, als würden sie gleich aus ihren Höhlen springen.

„Hör sofort auf damit, Ted! Du schlägst sie ja tot!“

„Ganz ruhig, Mary Joe. Ich bringe ihr lediglich ein paar Manieren bei.“

„Manieren? Du behandelst sie wie den letzten Dreck! Du bleibst jetzt, wo du bist!“ Joe nähert sich, ohne Ted dabei aus den Augen zu lassen, dem schnurlosen Telefon, das rechts, etwa zwei Meter von ihr entfernt auf einem kleinen Tischchen steht, den Baseballschläger mit der Linken fest umklammert. Joe nimmt das Telefon aus der Ladestation, wählt die Notrufnummer. „Ich brauche einen Krankenwagen und Polizei in die Vierundzwanzigste, 4. Stock, bei Avery. Schnell, bitte!“ Joe stellt das Telefon zurück.

„Damit kommst du nicht durch, Mary Joe. Dafür garantiere ich dir.“

„Das werden wir ja sehen… Chloe? Chloe, hörst du mich?“

In diesem Moment holt Ted weit aus, sein Gesicht Joe zugewandt. Joe hält sich mit dem Schläger zur Abwehr bereit, während Ted brüllend auf sie zustürmt, den Schürhaken drohend über seinem Kopf erhoben. Er lässt den Haken auf Joe niedersausen, doch Joe springt zur Seite und schlägt Ted den Baseballschläger, so fest sie kann, ins Genick, doch sie bringt ihn nicht zu Fall.

Der Schürhaken trifft krachend den Boden. Wutentbrannt holt Ted nun von der Seite aus, will Joe die Kniescheiben zertrümmern, doch Joe fängt den Hieb mit dem Schläger ab, reißt Ted den Schürhaken aus der Hand und schlägt ihm den Haken gegen den Kopf. Ted geht in die Knie und kommt schließlich am Boden zum Liegen. Hinter ihr hört Joe Chloes leises Wimmern. Sie wirft einen Blick über ihre Schulter zurück zu Chloe, dann noch einen abschätzenden Blick auf Ted. Doch der rührt sich nicht mehr.

Chloe liegt völlig reglos auf dem Rücken. Joe lässt sich hinter ihrem Kopf auf die Knie fallen. Sie streicht Chloe vorsichtig über die Schläfe. „Bleib ganz ruhig liegen, Chloe, beweg dich nicht. Die Rettung wird gleich hier sein.“ Joe hält Chloes Kopf in beiden Händen, als Chloe wieder zu würgen beginnt. Joe legt ihre Hand an Chloes Kinn und bewegt ihren Kopf behutsam zur Seite, sodass Chloe sich übergeben kann, ohne dabei zu ersticken. Joe streicht ihr tröstend über den Kopf, ihre Stirn und die Wangen. Joes Augen füllen sich mit Tränen. „Alles wird gut, Chloe“, flüstert sie, „du wirst sehen. Alles wird gut…“

Joe hat nicht bemerkt, dass Ted sich hinter ihr bereits wieder aufgerichtet hat. Chloe kann es nicht sehen, weil Joe ihr die Sicht verdeckt. Sie hat Ted zu Fall gebracht…, geht es Chloe lediglich durch den Kopf, immer und immer wieder, bis sie schließlich hinweg dämmert…

 

Image

Verzweifelt stolpert die elfjährige Frenzy vorwärts. Das hier ist kein Dummer-Jungen-Streich, so wie sie ihn kennt und an welchen sie stets gern selbst aktiv beteiligt ist. Im Gegensatz zu ihren Altersgenossinnen schminkt Frenzy sich nicht. Sie zieht auch keine hübschen Röckchen an, und sie flirtet mit keinem Jungen. Nein, vielmehr hält sie sich selbst für einen, und sie findet Jungen-Spiele viel interessanter als Puppen.

Frenzy kämpft sich durch das Gestrüpp den großen Hügel aufwärts. Kleine Zweige reißen ihr die Haut an Gesicht und Händen auf. Es dämmert bereits, und sie erinnert sich daran, dass ihr Vater ihr eingebläut hat, niemals dem Wald zu nahe zu kommen, geschweige denn, ihn zu betreten. Und doch tut sie es in eben diesem Moment. Ich habe keine andere Wahl, verdammt. Ich kann froh sein, wenn ich diesen Tag überlebe. Er will meinen Tod. Das weiß ich. Doch es gibt etwas, das für Frenzy viel schlimmer ist als der Tod. Schon allein der Gedanke daran lässt sie frösteln und die Schamesröte ins Gesicht steigen. Schlimm genug, dass ich in diesem Monat zum ersten Mal meine Periode bekommen habe… Ihr ist nicht bewusst, dass sie diese Angst dazu gebracht hat, stets weite Jungenklamotten zu tragen, damit man ihre Brüste, die bereits im Ansatz vorhanden sind, nicht sehen kann, und die Haare kurz zu halten. Allein der Gedanke daran ist so schrecklich für sie, dass es ihr erst gar nicht in den Sinn kommt, dass der Mann sie nur deshalb verfolgt, weil er das eine mit ihr machen will. Frenzy hält sich nur zu gern selbst für einen Jungen, ja, sogar so sehr, dass sie bereits daran geglaubt hat, einer zu sein, bis Mutter Natur sie daran erinnert hat, dass dem nicht so ist.

Vor Erschöpfung schwer atmend, gräbt sie ihre Hände in die von Steinen bedeckte Erde und zieht sich an Wurzeln, die aus der Erde ragen, hoch zu dem Plateau. Der Mann ist so dicht hinter ihr, dass sie sein Keuchen und Schnauben bereits zu spüren glaubt. Es ist nun fast dunkel. Als sie oben angelangt ist, stemmt sie sich hoch und setzt dazu an, in den an das Plateau angrenzenden Wald zu laufen. Dort besteht am ehesten die Möglichkeit, diesem Scheusal zu entkommen. Dort kann ich mich verstecken… Ein Schauder läuft ihr über den Rücken. Der Wald…

Du darfst ihn niemals betreten, Francine. Nicht einmal bei Tag. Hast du das verstanden?

Unwillkürlich nickt Frenzy. Aber das hier ist eine Ausnahmesituation! Der Mann hinter ihr erscheint ihr viel bedrohlicher als das Monster in diesem Wald. Das Monster…

Nun gesellt sich zu der Höllenangst auch noch tiefe Trauer, und Frenzy muss an Joe denken, vor jenem Tag…

Joe war Frenzys beste Freundin. Sie war um ein vieles älter als Frenzy. Frenzy hat in ihr immer die große Schwester gesehen, die stets einen Ratschlag für Frenzy parat hatte, wenn sie einen brauchte, und die sie immer zum Lachen brachte, selbst wenn Frenzy traurig war. Eine Träne rollt über Frenzys Wange. Eines Tages hieß es, Joe wäre verrückt geworden. Eine Frau säße wegen ihr im Rollstuhl. Joe wäre verurteilt, in ein Krankenhaus gebracht und dort am Gehirn operiert worden. Doch bei der Operation wäre irgendetwas schiefgelaufen. Joe soll entkommen und in dem Wald untergetaucht sein. Es gehen die Gerüchte um, Joe hätte unter normalen Umständen an den Folgen der misslungenen Operation sterben müssen, aber das hätte sie ...

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