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Die Liebe besiegt alles

1. KAPITEL

„Das kannst du unmöglich von mir verlangen!“ Fassungslos starrte Rosalie Michael an. Eben hatte er sie aufgefordert, das „Erbe“ von Nicola Westphal auszuschlagen.

„Die letzten Wochen …“ Er versuchte, sich zu erklären. „Du hast dich bemüht, endlich ein ernsthafter Mensch zu sein. Jemand mit Tiefe. Erwachsen. Eine gereifte Persönlichkeit. Mitfühlend. Und das war toll!“ Deswegen hatte er sich neu in sie verliebt. „Aber durch das Erbe – da bist du wieder ganz die Alte geworden.“

„Die Alte?“, wiederholte sie giftig. „Du meinst oberflächlich, kindisch und gierig?“

„Ich hätte es etwas anders formuliert, aber – ja! Plötzlich hast du Geld und Einfluss, und schon …“ Er kam nicht dazu, den Satz zu Ende zu bringen.

„… genieße ich das, freue mich, träume und spinne herum?“, ergänzte sie bitter. „Ja, das tue ich! Denn es fühlt sich großartig an! Ich liebe es!“ Sie hatte jetzt eine Führungsposition und verwaltete zweihundert Millionen Euro. Ihre kühnsten Träume waren wahr geworden. „Und wenn du mir das nicht gönnst, wenn du mir das kleinlich und gemein vermiesen willst – dann kannst du mich mal!“

„Wenn es diese Erbschaft nicht gegeben hätte, dann würdest du mit deinem Doktor jetzt glücklich und zufrieden sein“, meinte Julius, nachdem seine Tochter ihm von dem Streit mit Michael berichtet hatte.

„Aber mit der Erbschaft können wir noch glücklicher und zufriedener sein!“, beharrte sie.

„Dein Michael hat das alles sicher auch nicht so gemeint.“ Julius lächelte Rosalie aufmunternd an. „Er will eben nur nicht, dass du durchdrehst und im Erfolgsrausch abhebst. Wenn du ihn überzeugst, dass er sich zu Unrecht Sorgen macht, wird alles wieder gut. Du liebst ihn doch, oder?“ Rosalie nickte kläglich. „Also geh auf ihn zu.“

„Kaum sind wir wieder zusammen, gibt’s Probleme“, beklagte sich Michael zur gleichen Zeit bei Charlotte. „Wenn ich sehe, wie gierig sich Rosalie auf den Stiftungsvorsitz stürzt … Auf einmal ist sie wieder so oberflächlich wie früher.“

„Das Geld bringt die ursprüngliche Frau Engel wahrscheinlich wieder zum Vorschein“, entgegnete Charlotte, die ja noch nie ein Fan von Rosalie gewesen war. „Sie ist nun mal so, wie sie ist. Und du musst dich entscheiden, ob du sie trotzdem lieben kannst. Anders funktioniert es nicht.“

Theresa und Kristin Nörtlinger trafen sich auf dem Weg zum Friedhof. Beide wollten zu Nicolas Grab, und es war offensichtlich, dass Kristin es gar nicht passte, dass Theresa sie begleitete. Die versuchte, die Situation zu entschärfen.

„Die sind schön“, sagte sie und deutete auf die Blumen, die Kristin in der Hand hielt.

„Wollen Sie tauschen?“, erwiderte Kristin zickig. „Sie möchten doch sicher einen schöneren und besseren Strauß als ich auf Nicolas Grab legen.“

Wie angewurzelt blieb Theresa stehen. „Das ist mir zu dumm.“

„Warum mussten Sie bei der Trauerfeier unbedingt das letzte Wort haben?!“, brach es nun aus Kristin heraus.

„Ich wollte nur meine Trauer zum Ausdruck bringen“, verteidigte sich Theresa. „Was soll das alles?“

„Sie sind nicht Nicolas Tochter!“, rief Kristin. „Und es hat mich mehr als geärgert, wie Sie sich auf der Feier aufgespielt haben. Es war unangemessen. Und sehr verletzend für mich.“

„Das war nicht meine Absicht“, entschuldigte sich Theresa.

„Und mir ist es auch zuwider, wenn Sie jetzt zu Nicolas Grab pilgern“, fuhr Kristin aufgebracht fort. „Sie haben sie nur kurze Zeit gekannt. Und Sie sind nicht verwandt mit ihr.“

Theresa atmete tief durch. „Wenn Sie sich aufführen wollen wie ein beleidigtes, eifersüchtiges Kind – bitte. Aber respektieren Sie meine Gefühle. So, wie ich versuche, Ihre zu respektieren.“ Damit ging sie davon. Sie würde später allein Nicolas Grab besuchen.

Manchmal war es wirklich schwer, Moritz zu verstehen, dachte Theresa. Warum wollte er ausgerechnet Kristin Nörtlinger heiraten? Und das, obwohl er sie, Theresa, liebte. Und sie ihn. Alles lief falsch. Wieso nur? Wie hatte es so weit kommen können?

Elena hielt es am Fürstenhof nicht mehr aus. Dabei hatte Moritz ihr sogar angeboten, eine Ausbildung zur Hotelkauffrau anzufangen. Aber der tägliche Umgang mit Nils und Tanja – es ging einfach nicht mehr. Und deshalb hatte sie beschlossen, fortzugehen. Zurück zu ihrer Familie.

Nils versuchte, sie davon abzubringen.

„Du kannst doch nicht alles hier aufgeben, nur, um mir nicht mehr begegnen zu müssen“, sagte er. „Überstürz nichts!“

„Überstürzen?“ Aufgewühlt sah sie ihn an. „Wir versuchen seit Wochen, eine Lösung zu finden. Aber es gibt keine.“ Außerdem wollte sie nicht, dass er sich dauernd mit einem schlechten Gewissen herumplagen musste, weil er ihre Gefühle erwiderte.

„Glaubst du wirklich, mein schlechtes Gewissen ist weg, wenn du fort bist?“, hielt er dagegen. Da klingelte sein Handy. Tanja. „Lass uns über alles nachdenken und reden“, bat er Elena, bevor er den Anruf entgegennahm. „In Ruhe. Aber bitte – versprich, dass du bleibst.“

Sie zögerte, beschloss dann aber, dass es das Beste war, ihn anzulügen. Also nickte sie.

Auch Hildegard war sich nicht sicher, ob Elenas Entscheidung, den Fürstenhof zu verlassen, richtig war. Sie wusste, dass Elena in Nils Heinemann verliebt war, und natürlich war das eine heikle Situation.

„Ich verstehe, es ist hart für dich, Herrn Heinemann zu lieben …“, sagte sie.

„Er mich doch auch!“, platzte Elena da heraus.

„Was?“ Erschrocken verzog Hildegard das Gesicht.

„Nils ist auch in mich verliebt!“

Frau Sonnbichler brauchte einen Moment, um den Schock zu verarbeiten. „Jessas!“, seufzte sie dann. „Herr Heinemann ist doch glücklich verheiratet!“

„Verstehen Sie jetzt, warum ich gehen muss?“ Unglücklich ließ Elena den Kopf hängen. „Sonst gibt es eine Katastrophe. Für alle.“

Hildegard war trotzdem der Meinung, dass Elena ihre Zukunft nicht so leichtfertig aufs Spiel setzen sollte. „Bleib lieber hier“, riet sie. „Mach deine Ausbildung. Und irgendwann triffst du einen anderen, genauso liebenswerten Mann, ungebunden, ohne Familie.“

„Das schaffe ich nicht.“ Überfordert schüttelte Elena den Kopf.

„Doch, das schaffst du“, widersprach Frau Sonnbichler. „Ich weiß, es ist schwierig. Aber du musst dich jetzt zusammenreißen.“

André trauerte fürchterlich um Nicola. Er wusste kaum, wohin mit seinem Schmerz. Umso mehr verletzte es ihn, dass sein Bruder vor allem das Darlehen im Kopf hatte, das Nicola ihm vor ihrem Tod versprochen hatte. Die Verträge waren noch nicht unterzeichnet gewesen – und nun fürchtete Werner um die Zukunft des Fürstenhofs.

„Manchmal gibt es Wichtigeres als Geschäft, Hotel und Karriere“, fuhr er Werner an. „Aber du bist und bleibst einfach nur ein herzloses, egoistisches Monster.“

Zerknirscht blickte der Senior ihn an. „Ich möchte nicht, dass du mich so siehst“, sagte er leise. „Einen geliebten Menschen zu verlieren, ist sicher das Schlimmste, was einem passieren kann. Und wenn ich dir irgendwie zur Seite stehen kann, bin ich da.“

André spürte, dass sein Bruder es ernst meinte. „Sie ist tot, Werner“, flüsterte er verzweifelt.

„Ihre Seele, was immer das ist, nicht“, entgegnete der Senior. „Die wird immer da sein.“

Rosalie und Michael kamen einander zufällig auf der Almwiese entgegen. Sie beendete gerade ein geschäftliches Telefonat auf Französisch und sah dabei ausgesprochen hinreißend aus. Schnellen Schrittes ging er auf sie zu.

„Es tut mir leid!“, sprudelte es aus ihm heraus. „Ich wollte dich nicht kränken. Dieser Streit war ganz großer Mist.“

„Finde ich auch“, sagte sie und blickte ihn sehnsüchtig an.

„Der einzige Vorteil am Streiten ist, dass man sich hinterher wieder versöhnen kann.“

Und dann fielen die beiden sich in die Arme und hielten sich fest.

Hand in Hand betraten sie kurz darauf die Scheune. Da klingelte Rosalies Handy – der Agent von Steve McKing meldete sich aus Los Angeles.

Sie war ganz aus dem Häuschen, als sie wieder aufgelegt hatte. „Steve McKing, der Mega-Super-Weltstar!“, rief sie begeistert. „Leinwandgott, Held, Idol, Sexiest Man Alive! Und er will Botschafter meiner Stiftung werden! Kostenlos!“ Sie sollte sofort nach Los Angeles fliegen, um den Schauspieler zu treffen. „Ich muss meine Koffer packen.“ Sie rannte zur Treppe.

„Du hast was vergessen“, hielt Michael sie zurück. „Wir wollten heute Abend in München essen gehen.“

„Das holen wir nach“, entgegnete sie unbekümmert.

„Nein!“ Sein Ton war plötzlich scharf geworden, und sie zuckte erschrocken zusammen. „Nein“, wiederholte er nun ruhiger und sah sie ernst an. „Rosalie, du … Nenn mich einen Spielverderber, aber seien wir ehrlich: Das alles da mit Hollywood und dem ganzen Trallala – das ist wichtiger für dich als ich.“ Sie wollte widersprechen, doch er ließ sie nicht zu Wort kommen. „Und das wird auch so sein, wenn du zurückkommst.“

„Worauf willst du hinaus?“, fragte sie alarmiert.

„Du musst deinen Weg gehen“, antwortete er. „Und ich meinen. Und die beiden Wege führen nun einmal auseinander.“ Sie schlug eine Auszeit vor, aber davon wollte er nichts wissen. Er war gerade mehrere Wochen in Afrika gewesen. „Und wie oft haben wir uns jetzt angenähert, getrennt, wieder angenähert, getrennt?“ In seinen Augen hatten sie einfach keine gemeinsame Zukunft.

„Dann war’s das jetzt?“, flüsterte sie. „Auf einmal? Endgültig?“

Er nickte traurig. „Wir zwei und eine langfristige Beziehung – das wird niemals klappen.“

Elena hatte noch einmal nachgedacht und nun doch beschlossen, am Fürstenhof zu bleiben. Moritz freute sich, als er hörte, dass sie den Ausbildungsplatz annehmen würde.

„Dann lass mich kurz erklären, was dich hier erwartet“, sagte er. „Drei Ausbildungsjahre, mit Berufsschule und allem Drum und Dran. Wenn du willst, kannst du sofort anfangen.“ Elena nickte. „Natürlich wirst du alle Bereiche des Hotels durchlaufen. Die Küche kennst du, Rezeption, Etagenservice und so weiter. Als Erstes würde ich dich im Housekeeping einsetzen.“ Eines der Zimmermädchen war nämlich erkrankt. „Und da ihr euch gut kennt und sie den Job aus dem Effeff beherrscht, wird Tanja Heinemann dich einarbeiten.“

Elena schluckte, sagte aber nichts. Das war nun das Schlimmste, was hätte passieren können …

Tanja hingegen war vollkommen begeistert von der Aussicht, in Zukunft mit einer Freundin zusammenarbeiten zu können. Mit Feuereifer wies sie Elena in ihre Aufgaben als Zimmermädchen ein. Elena war dabei so unwohl zumute, dass sie Tanja kaum folgen konnte.

„Ich freue mich so, dass du hier bist!“ Tanja lachte ahnungslos. „Wir werden noch eine richtig schöne Zeit miteinander haben.“

Trotz der angespannten Situation machte Elena ihre Sache gut. Und nun vertraute sich Tanja ihr auch noch in ihren Nöten an.

„Die Sache mit dem Kauf vom Grundstück, der Baugenehmigung und dem Hausbau schwirrt mir ständig im Kopf herum“, klagte sie. „Und bei meinem Pech bleibt alles an mir hängen. Nils ist zurzeit so seltsam. Unausgeglichen, ständig kippt die Stimmung.“ Elena biss sich auf die Lippen. „Hast du eine Ahnung, was mit ihm los sein könnte?“

„Keine Ahnung“, entgegnete Elena beklommen.

„Wir streiten nicht.“ Tanja seufzte. „Vielleicht liegt es daran, dass wir schon so lange zusammen sind. Oder er hat mich einfach über.“

„Unsinn!“, protestierte Elena sofort. „Auf gar keinen Fall! Nils würde alles für dich und Fabien tun.“

Tanja nickte langsam. Ihr Mann hatte Fabien in der Tat angenommen wie einen eigenen Sohn. „Ich wüsste nicht, wie ich ohne Nils leben könnte. Ja, mit ihm habe ich wohl doch großes Glück gehabt.“

„Allerdings“, bestätigte Elena und fühlte sich scheußlich dabei.

Nils stand gerade an seinem Spind, als Tanja und Elena den Personalraum betraten.

„Elena wird Hotelkauffrau!“, rief Tanja ihm fröhlich entgegen.

„Du hast den Ausbildungsplatz angenommen?“, fragte er und sah Elena in die Augen. Sie nickte nur. „Das ist … schön.“

„Aber sie hat es gleich besonders übel getroffen, weil sie bei mir anfangen muss“, frotzelte Tanja. „Wart mal ab, wenn du erst in den Wellnessbereich reinschnupperst und Tag für Tag mit diesem schnuckeligen Fitnesstrainer zusammenarbeitest.“ Sie gab ihrem Mann einen Kuss auf die Wange und bemerkte nicht, wie sich Elenas Miene verfinsterte. Mit Nils zusammenarbeiten zu müssen – das war eine schreckliche Vorstellung.

„Das kommt so plötzlich. Warum müssen Sie denn gleich alle Sachen abholen lassen und ausziehen?“ André verstand die Welt nicht mehr. Rosalie und Michael hatten sich getrennt, von jetzt auf gleich?

„Ich will einen sauberen Schnitt“, erklärte sie. „Einen Neuanfang. Und ich verspreche, ich werde Nicolas Andenken in der Stiftung immer gebührend hochhalten.“

Voller Wärme sah André sie an. „Auch wenn Sie es oft genug verheimlicht haben – Sie haben ein Herz, groß wie die Sonne. Und Nicola wusste genau, warum Sie die perfekte Wahl für die Stiftung sind.“

„Danke.“ Rosalie war sichtlich gerührt. „Diesmal kann ich Spaß mit etwas Sinnvollem verbinden. Und das erfüllt mich wirklich. Klingt das kitschig?“

Er schüttelte den Kopf. „Nein, wunderbar. Gereift.“

Spontan gab sie ihm einen liebevollen Kuss auf den Mund. „Sie haben mich auch einmal dreist geküsst. Aber dieser Kuss hat etwas zu bedeuten: Danke für alles, mein Freund.“

Julius kämpfte mit den Tränen, als er seine Tochter zum letzten Mal in die Arme schloss. Ihr Taxi wartete schon vor dem Fürstenhof, bald würde sie im Flieger nach Los Angeles sitzen, wo sie eine Weile bleiben wollte.

Auch Michael war gekommen, um sich von ihr zu verabschieden.

„Geh deinen Weg, Rosalie“, sagte er liebevoll.

„Du auch.“ Sie umarmte ihn.

„Du bist großartig und wunderbar“, flüsterte er ihr ins Ohr. „Einzigartig.“

Sie schluckte. Was war das nur für eine Zeit am Fürstenhof gewesen! Beinahe war sie hier gestorben, aber auch wieder auferstanden. Sie hatte hier gelebt und geliebt, ihren Vater gefunden und ihre besten Freunde. Das würde für immer in ihrem Herzen bleiben. Aber nun wartete Hollywood auf sie! Mit allen nur erdenklichen Abenteuern …

Kristin überraschte Moritz nachmittags in seiner Wohnung dabei, wie er eine Kette mit einem Buddha-Anhänger daran nachdenklich betrachtete. Zunächst hielt sie die Kette für ein Geschenk für sie. Aber dann erzählte er ihr, dass er das Schmuckstück damals Theresa geschenkt hatte. Und Theresa hatte ihm die Kette nach der Trennung zurückgegeben.

„Keine Ahnung, was ich damit machen soll.“ Er seufzte.

„Ein Geschenk zurückzugeben, ist schon sehr schräg, oder?“, erwiderte Kristin und versuchte, sich ihre aufkeimende Eifersucht nicht anmerken zu lassen. „Das ist doch keine Leihgabe.“

Er zuckte die Schultern. Auf keinen Fall wollte er das Thema weiter vertiefen. „Gehen wir spazieren?“, schlug er vor. „Und machen einen Schlenker zum Juwelier? Dann können wir gleich die Trauringe bestellen.“

Kristins Augen leuchteten auf.

Hildegard hatte festgestellt, dass Elena verschwunden war, mitsamt ihren Sachen. Und Nils hatte im Hotel gehört, dass Elena ihre Dienstkleidung zurückgegeben hatte. Das konnte nur eins bedeuten!

„Wann geht der nächste Bus?“ Nils machte Frau Sonnbichler gegenüber keinen Hehl daraus, wie aufgewühlt er war.

„In zehn Minuten“, antwortete Hildegard. Sofort wollte er losrennen. „Vielleicht … Vielleicht ist es besser, ihren Entschluss zu respektieren?“ Frau Sonnbichler klang mahnend, und er hielt einen Moment inne.

„Ich weiß es nicht“, Er seufzte. Aber dann machte er sich trotzdem auf den Weg zur Bushaltestelle.

„Nein, nein!“ Elena machte eine abwehrende Geste, als sie Nils auf sich zukommen sah. „Es hat keinen Sinn! Ich habe es versucht! Ich halte das alles nicht mehr aus!“

„Und ich halte es nicht aus, wenn du gehst“, erwiderte er unglücklich.

„Du liebst Tanja!“, rief sie. „Und Fabien!“

„Dich liebe ich auch.“ Er griff nach ihrer Hand.

„Nils, es geht nicht“, hauchte sie. „Ich muss fort. Sonst bringe ich dir und deiner Familie nur Unglück und Kummer.“

„Dann ist das unser Abschied?“, flüsterte er.

Sie nickte. Traurig standen die beiden voreinander. Dann tat Nils einen Schritt auf Elena zu und küsste sie zärtlich auf den Mund. Sie zögerte, ließ sich dann aber auf den Kuss ein. Als sie die Augen wieder öffnete, erstarrte sie vor Schreck: Gerade waren Fabien und Xaver um die Ecke gebogen! Xaver hatte den Kleinen heute ausnahmsweise vom Kindergarten abgeholt. Und nun hatten die beiden alles gesehen! Auch Nils war wie gelähmt, als er begriff, was passiert war.

„Was … macht ihr denn hier?“, stammelte er.

„Wir kommen vom Kindergarten“, meinte Xaver.

„Du hast die geküsst!“ Fabien zeigte auf Elena.

„Ich hab’s auch gesehen.“ Xaver blickte von einem zum anderen. Elena und Nils standen ratlos da. Schließlich räusperte Xaver sich und ging dann in die Hocke. „Sollen wir Elena auch zum Abschied küssen?“, schlug er Fabien vor. „Sie fährt nämlich weg.“ Fabien nickte, und so hob Xaver ihn hoch.

„Tschüss, Fabien!“ Elena wirkte erleichtert. „Ich mache eine lange Reise. Aber irgendwann sehen wir uns wieder.“ Sie küsste den Kleinen auf den Mund. Und danach küsste sie Xaver.

„Schau, so machen das Erwachsene“, erklärte Nils mit belegter Stimme.

„Was läuft da mit Elena?“ Xaver und Nils hatten Fabien inzwischen ins Kinderzimmer zum Spielen geschickt, und nun wollte Xaver die Wahrheit wissen.

„Es war wirklich ein ganz normaler Abschiedskuss“, behauptete Nils.

„Bei einem Fünfjährigen geht das noch gerade so durch, aber mich verschaukelst du nicht“, schnaubte Xaver. „Tanja ist eine gute Freundin von mir, und du betrügst sie auf offener Straße!“

„Für Moralpredigten bist du gerade der Richtige!“, ereiferte sich Nils.

„Ich habe dir eben den Hintern gerettet!“, entgegnete Xaver. „Aber das war das erste und letzte Mal.“

„Du sagst es Tanja doch nicht?“ Nils klang auf einmal ängstlich.

„Dann behandle sie nicht so mies!“, fauchte Xaver ihn an. „Du bist doch glücklich mit ihr!“

„Es hätte nie so weit kommen dürfen, ich weiß.“ Nils machte sich selbst ja die heftigsten Vorwürfe. Nur, wenn er Tanja jetzt die Wahrheit sagte – das würde mit Sicherheit das Ende ihrer Ehe bedeuten.

2. KAPITEL

Im Bräustüberl stand heute Abend eine Karaoke-Party auf dem Programm. Und Konstantin hatte Theresa so lange bearbeitet, bis sie zugestimmt hatte, ihn dorthin zu begleiten. Er war der Meinung, dass sie dringend Ablenkung und Aufheiterung brauchte. Und dann zog er sie sogar zu einem Duett auf die Bühne – sie hatte gar keine Chance, sich dagegen zu wehren. Und musste so lachen, dass sie für ein paar Minuten tatsächlich all ihren Kummer vergaß.

Kristin und Moritz hatten nur schnell im Bräustüberl etwas trinken wollen. Nun starrte Kristin fassungslos auf die singende Theresa, die auf der Bühne ausgesprochen zauberhaft wirkte.

„Theresa Burger auf dem Weg zum Friedhof, ihre Kette in deiner Wohnung, jetzt steht sie hier auf der Bühne!“, zischte sie. „Diese Frau ist penetranter als jede Klette!“ Gereizt zerrte sie Moritz wieder nach draußen.

„Wie soll ich nicht eifersüchtig sein, wenn ich ständig an deine Theresa erinnert werde?!“, sagte Kristin, als sie zurück in Moritz’ Wohnung waren. Wütend deutete sie auf die Buddha-Kette, die dort noch immer auf dem Tisch lag. „Mir vergeht wirklich alles, wenn hier überall Relikte deiner großen Liebe herumliegen!“

„Ich liebe dich, das weißt du“, beteuerte Moritz.

„Dann lass bitte alles verschwinden, was mit ihr zu tun hat“, verlangte sie. Doch er weigerte sich, die Kette fortzuwerfen. „Ist sie etwa wertvoll?“, fragte sie schnippisch. „So wie deine Theresa?“

Er schluckte, ging dann aber in die Offensive. „Theresa ist mir wertvoll und wird es immer sein. Als Mensch.“

„Und was bin ich dir wert?“, schrie Kristin.

„Ich will dich heiraten!“, rief er überfordert.

„Dann könntest du dieses Opfer ruhig bringen.“ Lauernd funkelte sie ihn an.

„Das ist doch lächerlich.“ Er schüttelte den Kopf.

„Deine Liebe ist lächerlich“, konterte sie. „Wenn sie noch nicht mal dazu fähig ist.“ Damit ließ sie ihn allein.

Theresa hatte ihr kleiner Karaoke-Auftritt Spaß gemacht, und sie war Konstantin sehr dankbar dafür, dass er versuchte, sie aufzuheitern. Dennoch war der Kummer wegen Moritz sofort wieder da. Und nun wollte sie nur noch allein sein. In der Brauerei gab es genug zu tun, und da sah niemand, wie schlecht es ihr ging. Schweren Herzens verabschiedete sich Konstantin von ihr. Er wäre so glücklich gewesen, hätte er Theresa wirklich trösten können.

Konstantin gab nicht auf, dachte Theresa, als sie in der Brauerei am Schreibtisch saß. Obwohl sie ihm nun wirklich keine Hoffnung machte. Er liebte sie einfach weiter. Sogar, wenn sie ihn mit ihrem Kummer wegen Moritz nervte. Jede andere Frau wäre glücklich gewesen, von einem Mann so begehrt zu werden …

Nils hatte heute Abend das Essen gekocht und kümmerte sich nun um den Abwasch.

„Das nenne ich mal einen wohlerzogenen Mann!“, scherzte Tanja liebevoll.

„Fährt der Papa auch weg?“, meldete sich da ihr Sohn zu Wort.

Nils erstarrte.

„Wie kommst du denn darauf?“, fragte Tanja erstaunt. „Der Papa fährt doch nicht weg!“

„Er hat uns heute an der Bushaltestelle gesehen.“ Nils ließ ein künstliches Lachen hören. „Ich habe Elena einen Kuss gegeben … Zum Abschied. Fabien hat ihr dann auch einen gegeben und Xaver auch.“

„Da küsst du also fremde Frauen?“, schäkerte Tanja mit ihrem Sohn. „Du fängst ja ganz schön früh an.“ Fabien lachte und verschwand dann in seinem Zimmer. „Wo ist Elena denn hingefahren?“, erkundigte sich Tanja nun bei ihrem Mann.

„Zu ihrer Familie“, antwortete Nils. „Ihr Vater ist wohl krank.“

„Und was ist mit ihrer Ausbildung?“ Tanja zog die Stirn kraus. „Sie hat doch gerade erst angefangen. Findest du das nicht komisch?“

Unwohl zuckte er mit den Schultern.

Das schlechte Gewissen saß ihm im Nacken. Und er wusste einfach nicht, was er tun sollte. Denn trotz aller Schuldgefühle gegenüber Tanja – er konnte einfach nicht aufhören, an Elena zu denken.

„Wo kommst du denn her? Hast du bei dir geschlafen?“ Werner wunderte sich, als er Moritz am nächsten Morgen im Park traf. „Ich dachte, du übernachtest bei Kristin im Hotel?“ Moritz machte eine wegwerfende Handbewegung. „Habt ihr Ärger?“

„Alles okay.“ Moritz wollte das Thema nicht vertiefen und deutete auf einen Pflanzenkübel. „Wieso ist die Pflanze hier so trocken?“ Er griff zum Gartenschlauch, der auf dem Boden lag.

„Es ist doch hoffentlich nichts Ernstes, so kurz vor der Hochzeit?“, hakte sein Vater nach.

Moritz bat ihn, den Wasserhahn aufzudrehen. „Kristin wird beim kleinsten Anlass eifersüchtig auf Theresa“, sagte er dann nebenbei.

„Das ist doch vorbei, oder nicht?“ Werner drehte den Wasserhahn auf. Aus dem Schlauchende in Moritz’ Hand schoss eine Fontäne und traf – Theresa.

„Hey!“, rief sie lachend, griff nach dem Schlauch und drehte ihn in Moritz’ Richtung. Nun wurde auch er patschnass – es war genau wie damals, als sie sich vor der Brauerei zum ersten Mal begegnet waren. Jetzt standen sie wieder tropfnass voreinander und lachten sich an. Doch plötzlich straffte Moritz den Rücken.

„Entschuldige“, sagte er sachlich und reichte Theresa ein Taschentuch.

„Danke, geht schon.“ Traurig drehte sie sich weg und ging davon.

Werner hatte die Szene voll unguter Ahnungen beobachtet.

Kurz darauf klopfte Kristin bei Moritz an die Bürotür und bat um Verzeihung für ihr Verhalten von gestern.

„Frieden?“, fragte sie zaghaft.

„Nur bei bedingungsloser Kapitulation“, sagte er schmunzelnd.

„Ich verzichte auf jegliche Forderungen und nehme dich auch mit Vergangenheit“, gab sie im gleichen Ton zurück.

„Ich verstehe dich ja auch.“ Er gab ihr einen Kuss. „Und ich werde dafür sorgen, dass du in Zukunft nicht mehr mit irgendwelchen ‚Reliquien‘ konfrontiert wirst.“

„Ich habe kapiert, dass es nichts weiter als Andenken an deine Zeit mit Theresa Burger sind“, sagte sie einsichtig.

„Für mich ist es aber auch gut, wirklich mit allem abzuschließen“, stellte er fest.

„Mach, was du willst.“ Sie setzte sich auf seinen Schoß. „Wir sollten langsam mal überlegen, wie wir unsere Hochzeit feiern wollen …“

„Kann es sein, dass Moritz gerade Probleme mit seiner Zukünftigen hat?“, fragte Werner Doris.

„Wie kommst du darauf?“ Sie war sofort alarmiert.

„Sobald wir auf Kristin zu sprechen kommen, weicht er so merkwürdig aus“, berichtete der Senior. „Außerdem habe ich das Gefühl, dass es zwischen ihm und Theresa noch nicht vorbei ist.“

„Sie versucht unaufhörlich, bei ihm zu landen.“ Doris verzog verächtlich das Gesicht. „Aber er hat sich definitiv für Kristin entschieden.“

„Es hängt eine ganze Menge dran.“ Werner seufzte. „Ohne Heirat kein Erbe und ohne Erbe kein Darlehen zur Rettung meiner Hotelanteile.“

„Das ist mir klar“, erwiderte sie. „Und Moritz ebenfalls.“

„Auch wenn du das immer wieder bezweifelst …“ Nachdenklich sah Werner sie an. „Ein echter Saalfeld heiratet, weil er seinen Gefühlen folgt. Nicht aus wirtschaftlichen Erwägungen.“

„Interessant!“, spottete sie. „Warum sind wir dann eigentlich nicht verheiratet?“

„Möchtest du wirklich in fünf Millionen Schulden einheiraten?!“, gab er souverän zurück.

„Für unsere Liebe tue ich alles“, säuselte sie.

„So ein großes Opfer würde ich dir niemals abverlangen.“ Er küsste sie auf die Stirn. Und bat sie dann, noch einmal mit Moritz zu reden. „Ich muss einfach wissen, woran ich bin.“

Viola war es gelungen, Herrn Pachmeyer dazu zu bringen, die Baugenehmigung für Tanja und Nils zu beschleunigen. Nun suchte sie ein Gespräch unter vier Augen mit ihrem Schwiegersohn.

„Ich bin mir gerade nicht sicher, ob ich über diese Baugenehmigung glücklich sein soll“, sagte sie.

„Wieso solltest du nicht?“, entgegnete Nils scheinbar arglos.

„Das kann ich nur, wenn du Tanja nicht enttäuschst“, meinte Viola.

„Was soll das denn schon wieder heißen?!“, erwiderte er gereizt.

„Du weißt genau, was ich meine.“

Er hatte Mühe, nicht gleich in die Luft zu gehen. „Ich liebe Tanja“, erklärte er. „Ich bin ihr treu. Und ich freue mich auf unser Haus, in dem wir beide gemeinsam alt werden.“

„Dann ist es ja gut.“ Sie musterte ihn undurchdringlich.

Nils war auf dem Weg zum Tennisplatz, als ihm Elena entgegenkam.

„Was machst du denn hier?“, fragte er vollkommen perplex. „Wieso bist du nicht bei deiner Familie?“

„Allein die Vorstellung, dich nie wiederzusehen …“ Sie brach ab. Sie hatte es einfach nicht übers Herz gebracht, fortzugehen vom Fürstenhof. „Der Bus war gerade um die Ecke, da habe ich dich schon unendlich vermisst“, gab sie zu.

„Dann warst du gar nicht bei deiner Familie?“

„Doch, aber ich bin gleich wieder los, per Anhalter.“

„Spinnst du?“, entfuhr es ihm. „Das ist doch viel zu gefährlich!“

Aber sie lächelte nur. Sie hatte sogar auf einer Autobahnraststätte übernachtet. „Am liebsten hätte ich dich angerufen.“

„Entschuldige …“ Voller Sehnsucht sah er sie an, riss sich dann aber zusammen. „Ich habe gestern einfach die Kontrolle verloren. Aber es darf nicht sein. Ich bin verheiratet und gehöre zu Tanja und Fabien.“

„Das weiß ich doch.“ Elena erwartete auch gar nichts. „Ich möchte einfach nur in deiner Nähe sein.“

Er konnte nicht anders, als sie in den Arm zu nehmen.

Auch Tanja war verblüfft, Elena wieder beim Dienst anzutreffen.

„Nils hat mir erzählt, dein Vater sei krank“, sagte sie irritiert.

„Dachte ich auch …“ Es fiel Elena so schwer zu lügen. „Aber dann war es doch nicht so schlimm. Ein Rheumaschub. Manchmal kann er sich kaum noch bewegen vor Schmerzen. Und plötzlich ist es wieder weg.“

Hildegard war froh darüber, dass Elena es sich noch einmal anders überlegt hatte. Natürlich würde sie weiter im Sonnbichler’schen Haus wohnen können – sie hatte Hildegard ja jetzt schon gefehlt. Zumal das Haus leer war ohne Alfons, der wegen seiner Operation an der Hüfte noch immer in der Reha war.

„Bist du wegen Herrn Heinemann zurückgekommen?“, fragte Frau Sonnbichler vorsichtig.

„Auch wegen der Ausbildung“, erwiderte Elena. „Es wäre ziemlich dumm, sie nicht zu machen.“

„Hältst du das wirklich aus?“ Elena nickte. „Gestern warst du noch überzeugt, dass es eine Katastrophe für alle gibt, wenn du bleibst.“

„Weg zu sein, ist noch viel schlimmer“, flüsterte Elena.

„Die Heinemanns sind glücklich verheiratet. Und sie haben ein Kind.“ Hildegard blickte Elena eindringlich an. „So etwas darf man nicht kaputt machen.“

„Irgendwas ist faul mit Elena.“ Tanja spazierte in ihrer Mittagspause mit Nils durch den Park. „Sie verschwindet, weil ihr Vater angeblich krank ist, dann steht sie plötzlich wieder vor der Tür. Meinst du, wir müssen uns mehr um sie kümmern?“

Nils atmete tief durch. Und dann gab er sich einen Ruck. „Ich muss dir etwas sagen. Als wir uns gestern am Bus verabschiedet haben … Der Kuss … Das war nicht ganz so harmlos …“

„Deshalb hat Fabien so komisch gefragt?“ Tanja wurde auf der Stelle wütend. „Dann hat meine Mutter also doch recht? Elena ist in dich verknallt? Der werde ich was erzählen!“ Und schon rannte sie los, um Elena zur Rede zu stellen. Nils blieb überfordert zurück. Nun hatte seine Frau ihn auch noch missverstanden. Die Lage wurde immer verzwickter.

„Wir müssen mal ein ernstes Wörtchen miteinander reden.“ Wütend hatte sich Tanja auf der Hotelterrasse vor Elena aufgebaut. „Du lässt die Finger von meinem Mann, oder du lernst mich kennen!“ Schockiert verzog Elena das Gesicht. „Nils hat mir alles erzählt. Wir haben keine Geheimnisse voreinander. Oder glaubst du, er würde hinter meinem Rücken eine Affäre mit dir anfangen?“ Tanja musterte Elena voller Verachtung.

„Das glaube ich nicht!“, beteuerte die.

„Warum hast du ihn dann geküsst?!“, fragte Tanja unerbittlich weiter.

„Ich wollte es nicht.“ Damit sagte Elena ja sogar die Wahrheit.

„Er will dich nicht, deshalb bist du gefahren!“, fauchte Tanja sie an. „Und jetzt kommst du zurück, um ihn rumzukriegen!“

„Ja, ich bin in Nils verliebt“, gestand Elena nun. „Aber ich weiß, dass ihr zusammengehört. Und ich respektiere, dass ihr verheiratet seid.“

„Du scheinheiliges Biest!“ Tanja funkelte sie an.

„Ich habe Nils nicht geküsst, bitte glaub mir doch!“, rief Elena verzweifelt.

„Natürlich, es war Nils, der dich unbedingt küssen wollte!“, höhnte Tanja.

„Tut mir leid, Tanja, genau so war es.“ Plötzlich stand Nils neben den beiden. „Ich habe mich in Elena verliebt.“

Der Schrecken war Tanja ins Gesicht geschrieben. „Das … ist nicht wahr“, stammelte sie. Doch Nils’ Blick sprach Bände. „Sag, dass das nicht wahr ist! Wie kannst du …“ Nun ging Tanja auf Elena los. „Nils ist mein Mann! Und du warst meine Freundin! Ich habe dir vertraut! Wie könnt ihr beide mir das antun?“

„Ich … wollte das nicht.“ Nils machte einen Schritt auf Tanja zu. Aber die wich vor ihm zurück und hob abwehrend die Hände.

„Fass mich nicht an!“, zischte sie. „Geh weg …“ Damit rannte sie davon.

„Lass sie nicht gehen“, bat Elena leise. „Rede mit ihr. Bitte.“

Aber Nils rührte sich nicht.

„Das habe ich nicht gewollt.“ Inzwischen hatten sich Elena und Nils auf eine Parkbank gesetzt. Elena war am Boden zerstört.

„Dich trifft keine Schuld“, meinte er traurig. „Ich wollte dich küssen. Nur dieses eine Mal.

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