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Die Jarnaxa, Teil 1 und 2

Hendrik M. Bekker

Die Jarnaxa, Teil 1 und 2

Eroberer der Galaxis Sonderausgabe/ Casssiopeiapress





BookRix GmbH & Co. KG
80331 München

Die JARNAXA Teil 1 und 2: Doppelband

Eroberer der Galaxis

von Hendrik M. Bekker

Ein CassiopeiaPress E-Book

© by Author

© der Digitalausgabe 2014 by AlfredBekker/CassiopeiaPress, Lengerich/Westfalen

www.AlfredBekker.de

www.postmaster@alfredbekker.de

Teil 1

Jahrtausende in der Zukunft: Die Menschen haben große Teile der Galaxis besiedelt. Manche von ihnen haben sich über lange Zeiträume hinweg so sehr an ihre Umgebung angepasst, dass sie kaum noch als Angehörige derselben Spezies erkennbar sind. Galaktische Reiche rivalisieren um Macht, Einfluss und Vorherrschaft:

Das Galaktische Kaiserreich, überzeugt davon, dass der Mensch nicht nur die bisher edelste Vollendung der Evolution ist, sondern dass er auch bereits vollkommen ist und deswegen nicht manipuliert werden darf.

Die Terranische Allianz freier Völker, die sich einst bildete, weil die Traniatische Föderation in einem langsamen Zerfallsprozess den Mitgliedswelten zu schwach wurde. Das galaktische Reich mit der größten Ausdehnung. Wie der Name andeutet, gehört die Erde, Terra, zu den Gründungswelten. Trotz unzähliger Mitgliedsspezies stellen die Menschen und all ihre Abkömmlinge einen Großteil der Bevölkerung.

Die Traniatische Föderation freier Welten, der klägliche Rest eines gigantischen Reiches, das lange vor den ersten raumfahrenden Menschen bereits existierte. Heute eher ein Schutz- und Trutz-Bündnissystem, als eine echte galaktische Größe.

Das Kratische Konsortium, ein Bündnisgeflecht von Verbrecherlords, Unterweltbossen und Alleinherrschern. Manche sagen, nirgendwo in der Galaxis sei mehr Verkommenheit zu finden.

Und für diejenigen, die sich keinem von ihnen unterordnen wollen, gibt es nur die Flucht in die Weite des Anarchistischen Raums.

Niemand ahnt, dass im Hintergrund Entwicklungen in Gang gesetzt wurden, die möglicherweise das empfindliche Gleichgewicht der Machtverhältnisse im All für immer verändern werden.

Ohne dass das Leben in der Galaxis es weiß, steht die momentane Phase der Ruhe und Ordnung vor ihrem Ende …

1

Ort: Einige Lichtjahre außerhalb des Torog‘ta-Systems, am Rande des sogenannten Konsortium-Territoriums, Teil des Kratischen Konsortiums

Jahr: 4699,0 NSüdK (Nach Sieg über die Kilkarra)

Neue Galaktisch Genormte Zeitrechnung

„Rade, komm mal her, ich hab hier ein interessantes Signal“, sagte Kira Hoban. Sie stand an der Ortungs- und Kommunikationskonsole auf der kleinen Brücke des Raumschiffes JARNAXA.

Rade Falar, ein Mensch in den Dreißigern, fuhr sich über das kurze dunkelblonde Haar, während er die Sensordaten durchsah.

„Kaiserreich-Kennung“, sagte er schließlich, als er die Zahlenkolonne erkannte. Kira nickte. „Ja, das Signal ist eindeutig ein alter Notfall-Code des Kaiserreichs, aber er ist mindestens sechzig bis siebzig Jahre alt. Er ist längst überholt.“

„Von wo genau kommt es?“, fragte Rade nachdenklich.

„Torog‘ta, denke ich“, erwiderte Kira nach einem Moment.

„Das muss ein Fehler sein“, sagte nun Rade und kontrollierte ihre Analyse.

„Wieso?“

„Weil dieses Planeten-System von den Vokem vor rund vierhundert Jahren besiedelt wurde. Sie haben den Planeten extrem ausgebeutet, sowohl die heimische Flora und Fauna wie auch die Fossilienressourcen. Allerdings haben sie bei den Grabungen einen Fehler gemacht. Irgendwo gab es eine Region, die sehr erzreich war. Das Problem dabei war, die Region bestand aus ziemlich vielen Hohlräumen. Einige enthielten Brennstoffe in reinster Form wie Poriol, andere eher wertlose Kohlenstoffverbindungen. Allerdings haben sie eine Poriolblase in die Luft gejagt, die Explosion war größer als erwartet. Durch die poröse Struktur destabilisierten sie die Oberfläche des ganzen Planeten, weswegen dieser innerhalb von Wochen auseinanderbrach. Inzwischen ist es ein gigantisches Asteroidenfeld. Nicht ungefährlich, da hinein zu navigieren, viele der Brocken haben ziemlich wirre Bahnen. Es gab zwar Stimmen, die forderten, die nun leichter zu erreichenden Erze abzubauen, aber es gibt viel sicherere Quellen, so dass das System meines Wissens bis heute eher ungenutzt ist“, erklärte Rade, während er die Berechnungen überprüfte. Sie stimmten, der Notruf, vermutlich automatisiert, war extrem schwach und kam aus dem Torog‘ta-System. „Ich war mal als Schmuggler dort und habe Reparaturen durchgeführt. In dem Asteroidenfeld wirst du nicht gefunden, wenn du es nicht willst. Unendlich viele Brocken mit teils völlig chaotischen Bahnen. Manche mit Hohlräumen, um kleine Flotten zu verstecken.“

„Wer das wohl ist? Der von dort sendet?“, überlegte Kira. „Möglicherweise ein Schmuggler in einem alten Kaiserreichsschiff.“

„Oder aber ein Pirat. Oder ein voll beladener Frachter ohne Schutz. Auf jeden Fall ist es einen Blick wert“, entschied Balir Zild. Er hatte die Unterhaltung vom Schott zur Brücke aus verfolgt. Balir hatte schneeweiße Haut, die sich stark vom Grau der umgebenden Wände abhob. Er war ein menschlicher Albino, dessen schneeweiße abstehende Haare ihn aussehen ließen wie einen verrückten Dämon. Sein blaues Oberteil und die schwarze Hose bildeten einen krassen Gegensatz zu seiner Hautfarbe.

Er war der Techniker der JARNAXA und meistens damit beschäftigt, das Schiff mit einem Minimum an Geldausgabe am Laufen zu halten.

„Du hast recht, ist vielleicht was Wertvolles dort. Ein Wrack, dessen Systeme spinnen und das deswegen nun ein Notsignal sendet? Was immer es ist, es hat wenig Energie, immerhin ist das Signal ziemlich schwach. Einige Lichtjahre weiter und du kannst es nicht mehr aus dem Hintergrundrauschen heraushören“, entschied Rade. Er setzte sich an die Kontrollkonsole, von wo aus man das Schiff steuerte.

„Gut, Balir, gib mir Energie auf den Lazaris-Fokus-Kristall“, befahl er. Balir nickte und betätigte die entsprechenden Schaltungen. Ein Lazaris-Fokus-Kristall befand sich in der Regel irgendwo am Bug des Schiffes. Durch einen gezielten Energieimpuls durch ihn konnte eine Art Riss in den Normalraum geschossen werden. Von dort konnte man in den Zwischenraum, die sogenannte Lazaris-Ebene, wechseln. Dort galten nicht die gleichen physikalischen Gesetze wie im Normalraum. Man konnte schneller vorankommen als in der normalen Ebene. Dies allerdings zog konstant Energie von den Schilden, denn der Zwischenraum war voller Strahlungen. Die Panzerung eines Schiffes hielt die Strahlung nur begrenzt ab.

Die Zeit, die man die Schilde aufrechterhalten konnte, stellte die einzige Begrenzung dar, wenn es um überlichtschnelles Reisen ging.

An der Unterseite des Raumschiffs öffnete sich eine Klappe und ein dunkel violetter Kristall wurde ausgefahren, er leuchtete kurz auf. Ein feiner Lichtblitz schoss in den Weltraum vor ihnen. Dort entstand eine wabernde Oberfläche, die pechschwarz war bis auf einen kaum erkennbaren Rand, der in den verschiedensten Regenbogenfarben schimmerte. Sie flogen mit der JARNAXA direkt hinein und waren kurz darauf verschwunden.

2

„Hey, Valla, bist du wach?“, fragte Rade, während er gegen das Schott schlug, hinter dem sich das Zimmer befand, das sich Kira mit Valla Kets teilte.

„Ich brauche meine Waffenoffizierin, wir wissen nicht, was dort ist. Also, hör auf deinen Kapitän, klar?“

Eine Weile geschah nichts, dann teilte sich das runde Schott zischend in fünf symmetrische Dreiecke, die sich in der Wand versenkten. Dahinter stand die Menschenfrau Valla Kets. Ihr fielen ihre braunen Haare ins Gesicht und sie zog schlaftrunken den Reißverschluss ihrer dünnen Jacke zu, die sie zu ihrer schwarzen Hose trug.

„Waffenoffi... Deine Kanonenbeauftragte meldet sich zum Dienst“, gähnte sie Rade an.

„Na endlich“, brummte er und wandte sich demonstrativ ab, damit sie sein Schmunzeln nicht sehen konnte.

Das Schiff vibrierte und bockte kurz, so dass sie sich festhalten mussten.

Sie rannten zur Brücke, wo Kira hektisch von der Steuerkonsole wegsprang, so dass Rade dorthin konnte.

„Bericht“, befahl er.

„Da ist ein kleinerer Asteroid, wir haben ihn geschrammt, als wir aus dem Zwischenraum gesprungen sind. Die Panzerung hat gehalten. Scheinbar keine Probleme der Hüllenintegrität“, erklärte Balir, der vor Kira an der Ortungskonsole war.

Es konnte immer mal passieren, dass ein Objekt vor einem war, wenn man den Zwischenraum verließ. Deswegen tat man das normalerweise nur in einer gewissen Entfernung zu Planeten, um das Risiko zu minimieren. Außerdem gab es bei häufig frequentierten Systemen und Planeten feste Koordinaten, an denen man austrat. Diese Anreisekorridore musste man anschließend auch schleunigst verlassen, um nicht einem anderen Schiff im Weg zu sein.

„Wie sieht‘s mit dem Notsignal aus? Empfängst du es noch?“, fragte Rade.

„Habe es hier vor mir auf dem Schirm. Es ist immer noch schwach, aber beständig. Ich geb‘ dir die Koordinaten auf deine Konsole“, sagte Kira.

Während Rade die JARNAXA an diversen größeren und kleineren Asteroiden vorbeiflog, blickte er immer wieder auf die Ortungsdaten, die er in einer Ecke seiner Kontrollen angezeigt bekam.

„Das ist ein Asteroid“, begriff er, als er wieder hinaussah.

„Korrekt, das Signal ist da drin. Ich denke mal, da hat sich jemand heimisch gemacht“, stimmte ihm Kira zu. „Laut Sensoren ist dort ein Hohlraum. Vielleicht jemand, der sein Schiff dort versteckt.“

Rade flog nahe an den Asteroiden heran und flog ein Stück über dessen Oberfläche.

„Ist das Ding groß ... Vermutlich kann ich da drin manövrieren. Gibt es irgendwo Vertiefungen oder einen Krater, der als Zugang dienen könnte?“, fragte er Kira.

„Der Asteroid ist wirklich verdammt groß, fünf Kilometer Durchmesser in der Hauptachse. Dort vorne ist ein Krater, der weiter rein geht als alles andere, was ich hier sehe“, erklärte sie ihm.

Er flog in einem kleinen Bogen hinein. Doch als es eigentlich nur dunkler hätte werden müssen, sah er ein schwaches Licht. Durch die Sichtluke der Brücke wurde es langsam heller, als sie näher kamen. Er musste unwillkürlich an einen Prä-Weltraum-Ära-Roman denken, den er vor einer Weile gelesen hatte. Damals hatten die Menschen gesagt, dass sie beim Sterben ein Licht am Ende eines Tunnels sehen würden. Er schüttelte unwillkürlich den Kopf, um die Vorstellung loszuwerden.

„Ist was?“, fragte Valla, die es bemerkt hatte.

„Nein. Ich sehe kein Schiff, aber eine Vorrichtung. Kann man dort irgendwo andocken, Kira?“

Er deutete auf eine Art Klauen, die aus verschiedenen Stellen der Wand kamen.

„Halt das Schiff über dem runden Teil da ruhig“, sagte Kira. „Ich denke, das ist wirklich eine Andockvorrichtung. Ich kann ein Kaiserliches Grußsignal imitieren.“

Kaum dass sie es sagte, bewegten sich die Klauen, bis sie die JARNAXA fest im Griff hatten. Aus der besagten rundlichen Stelle kam eine Verbindungsröhre und dockte an die Luftschleuse der JARNAXA an.

„Verbindung hergestellt, Sauerstoffgehalt auf der anderen Seite ist für uns atembar“, erklärte Kira.



3

„Du bringst mich immer an so schöne Orte“, sagte Valla mit einer künstlich hohen Stimme. Rade warf ihr einen vernichtenden Blick zu, woraufhin sie schwieg. Sie standen in der Luftschleuse, die zu einem Gang in dunklen stählernen Farben führte.

„Lebenszeichen?“, fragte er Kira, über die sie beide über Kommunikatoren verbunden waren. Es waren kleine Kopfhörer, die man am linken Ohr befestigte und die ein kleines Mikro besaßen. Allerdings war es nicht nur ein Kommunikator, sondern zeichnete gleichzeitig die Umgebung auf, ähnlich wie die Schiffssensoren. Natürlich nur in viel kleinerem Rahmen und ungenauer, doch würde Kira dadurch mehr Daten erhalten.

„Immer noch keine. Keine Wärmesignaturen, die auf Leben hindeuten“, erwiderte Kira.

Valla und Rade gingen weiter, beide mit kleinen Handfeuerwaffen bewaffnet, wobei Rade eine langgezogene T6-Pistole benutzte mit panzerbrechenden Geschossen. Valla hingegen neigte eher zu einem SK-31 Kampfgewehr, das das Vorgängermodel der aktuellen Standard-Infanteriewaffen des Allianzmilitärs war.

„Wartet“, sagte Kira. „Da ist ein Lebenszeichen, eine schwache Wärmesignatur. Abnormal schwach fast. Aber da, definitiv da. Der Raum ist vielleicht abgeschirmt, aber durch eure beiden Sensordaten kann ich es eingrenzen, zwanzig Schritte nach links.“

Rade wandte sich nach links den Gang herunter und zählte seine Schritte mit, bei sechzehn stand er vor einem dreieckigen Schott. Er betätigte den Öffnungsmechanismus neben der Tür und sie öffnete sich zischend.

„Ach du Scheiße“, entfuhr es Valla.

Rade hatte dem nichts hinzuzufügen. Vor ihnen, schwach beleuchtet, war eine raumfüllende Konstruktion zu sehen, in deren Mittelpunkt man das Gesicht einer Frau sehen konnte. Sie schien mit der sie umgebenden Maschine verbunden zu sein.

„Was zur Hölle ist das?“, fragte Valla, als sie den Raum betraten. Mit geübtem Blick sah sie sich nach möglichen Gefahrenquellen um.

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