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Die Jagd nach der Ewigkeit

Konrad Carisi

Die Jagd nach der Ewigkeit

Drei Science Fiction Erzählungen/ Cassiopeiapress Spannung





BookRix GmbH & Co. KG
80331 München

Die Jagd nach der Ewigkeit - Drei Science Fiction Erzählungen

von Konrad Carisi


Ein CassiopeiaPress E-Book

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© der Digitalausgabe 2014 by AlfredBekker/CassiopeiaPress, Lengerich/Westfalen

www.AlfredBekker.de

www.postmaster@alfredbekker.de

Die Jagd nach der Ewigkeit

Eine Minute vor zwölf, zeigt meine mechanische Uhr an. Mechanisch, ohne irgendein Stück digitalem Schnickschnack. Nicht mal ein Quarz-Kristall ist in ihr enthalten. Die Uhr ist älter als ich. Das will schon was heißen. Ich betrachte sie, wie sie in meiner Hand liegt. Sie ist zum Zuklappen, von meinem Großvater. Wie lange ist sein Tod nun schon her?

Ich lehne mich zurück, schließe die Augen. Draußen beginnt das Feuerwerk. Selbst hier, in den Slums von Chicago, wird geböllert, was das Zeug hält. Wie damals, in Deutschland. Kanonenschussartig klingt es in der Nacht. Ich finde schon lange nichts mehr an diesem Spektakel.

Ich versinke in meinen Erinnerungen, wie so oft in letzter Zeit. Schließlich habe ich auch viele angesammelt. Meine Yuko. So lange ist meine Frau schon tot. Zu lange. Zu lange lebe ich noch. Geboren bin ich im letzten Jahrhundert. Ich habe Staaten kommen und gehen sehen. Kurz nach der Jahrtausendwende wurde ich geboren. Das Buch, das noch lose in meiner Hand liegt, lege ich weg. Nach Lesen ist mir nicht zumute. Gebundene Bücher, es gibt schon lange Menschen, die in ihrem Leben keines anfassen. Ich schließe meine Augen, gehe zurück zu meinem Leben, als ich noch ein normales Leben hatte, bevor ich aufgehört habe zu altern.

Plötzlich erstirbt der Lärm auf der Straße. Schreie gellen. Nicht mehr fröhlich, das ist Panik. Eine Razzia! Polizei! Jemand bellt diese Worte durch die Nacht. Sofort bin ich wieder hellwach und da. Adrenalin durchflutet mich und vertreibt die Trauer schlagartig.

Ich stopfe meine wenigen Habseligkeiten in den alten Seesack, der mir als Tasche dient. Ich sollte dem Hersteller eine Dankeskarte schicken, immerhin hält das Produkt seit siebzig Jahren. Viele Habseligkeiten sind es nicht, ich habe mich in dieser kleinen, schmuddeligen Wellblechhütte nicht wirklich eingerichtet. Die Sirenen der Polizei werden lauter. Sie kommen aus verschiedenen Richtungen. Vermutlich geht es um irgendeinen Drogendealer oder jemanden, der die großen Konzerne bestohlen hat. Für Industriespionage gibt es seit langem ähnliche Richtlinien wie bei Mord an einem Beamten. Ich eile zur Rückseite der Hütte, dort ist ein Wandsegment, das man herausnehmen kann. Mein privater Hinterausgang aus dieser Hütte. Hinter der Baracke liegt eine kleine gewundene Straße. Ich gehe eilig entgegen der Schreie und Sirenen los.


*

 

Sophia Mendelson legte die rechte Hand auf den in der linken Innentasche befindlichen Elektroschocker. Sie sah ihn aus der Wellblechhütte treten und in die Menschenmenge eintauchen. Es war Alexander Soren, ihre Zielperson. Sie setzte sich in Bewegung, immer einige Schritte hinter ihm. Es donnerte hinter ihr, Schüsse gellten durch die Nacht. Heute würde sie ihn in den Wirren der Razzien verschwinden lassen, ihn in die Hände bekommen. Sie beschleunigte ihre Schritte weiter. Sie würde in die Geschichte eingehen durch ihn, durch seine Gabe, die sie der Welt zugänglich machen wollte.


*

 

Ich beschleunige meine Schritte. Zielstrebig eile ich durch die Menschenmenge. Langsam kommt Bewegung in die Leute in dem Viertel. Polizeisirenen kommen aus allen Richtungen und machen jeden nervös. Selbst die mit reinem Gewissen haben Angst.

Ich kenne das alles, habe es so oft gesehen. Drogen, Sklaven und Waffen werden überall in den Slums versteckt. Es widert mich alles noch immer an. Dabei kenne ich es doch inzwischen zur Genüge. Leid wird immer gerne an den Rand einer Stadt geschoben. Niemand sieht gerne das Elend anderer. Es zwingt einen zum Rechtfertigen, wenn man nicht hilft. Also muss man entweder helfen, wenn man das Leid sieht, oder man packt die Leidenden weg in Gebäude außer Sichtweite.

Ich biege um eine Ecke und kontrolliere auf meinem kleinen Handcomputer meine Position. Jemand rempelt mich an, das Gerät fällt mir herunter. Ich bemerke eine Frau hinter mir, die mich mustert. Sie trägt einen engen, hochgeschlossenen Mantel und sieht mich direkt an. Sie ist zu gut für hier gekleidet. Als sich unsere Blicke treffen, spüre ich, dass etwas nicht stimmt. Diese Frau sucht mich. Ich glaube, sie weiß, wer ich bin. Ich greife meinen Handcomputer und renne los. Ein Blick über die Schulter verrät mir, dass ich recht habe. Mein Instinkt hat mich nicht getrogen. Sie folgt mir. Aber ich gewinne Land, sie scheint mir so einen schnellen Sprint nicht zugetraut zu haben. Auch dass ich so gut in Form bin, ist wohl unerwartet. Sie hat schon hochrot leuchtende Wangen vor Anstrengung. Ich kann mir das Grinsen darüber kaum verkneifen. Für mein Alter bin ich ganz schön fix.

Ich will gar nicht wissen, was sie will. Ich habe gefälschte Papiere und wechsle häufig die Identität, im Informationszeitalter ist das einfacher, als viele Leute glauben, wenn man die richtigen Stellen im bürokratischen Getriebe mit Geld schmiert. Plötzlich trifft mich etwas fest an der Schulter. Ich strauchele, versuche nicht hinzufallen. Dann verliere ich das Gleichgewicht und falle der Länge nach hin. Als ich auf die Beine komme, sehe ich, was mich getroffen hat. Ein zweites Projektil saust an mir vorbei. Sie wirft Steine nach mir, durchzuckt es mich wütend und etwas belustigt. Inzwischen holt sie auf. In der Hand hält sie etwas. Einen Elektroschocker! Es ist ein nagelneues Modell, kaum Gebrauchsspuren.

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