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Die Hure und der treue Mörder

Inhalt

  1. Cover
  2. Über dieses Buch
  3. Über den Autor
  4. Titel
  5. Impressum
  6. Anmerkung des Autors
  7. Die Hure und der treue Mörder
  8. Leseprobe: Die Hebamme und die tote Hure

Über dieses Buch

Silas kommt trotz des vermeintlichen Mordes an seinem eigenen Vater aus dem Gefängnis frei. Er mietet sich ein Zimmer über einem Yorker Pub. Silas nutzt die Furcht der Bürger aus, verschafft sich Respekt und fasst recht schnell wieder Fuß in der Stadt.
So freundet er sich mit der Prostituierten Claire an. Erst als auffliegt, dass sie ihn lediglich benutzt, um ihre Schulden zu begleichen, wird Silas Geheimnis gelüftet und er zeigt sein wahres Gesicht …
DIE HURE UND DER TREUE MÖRDER erzählt eine düstere Geschichte über tiefe Freundschaft und besondere Liebe.

Über den Autor

Sam Thomas ist promovierter Historiker und unterrichtet Geschichte an einer Privatschule in der Nähe von Cleveland. DIE HEBAMME UND DAS RÄTSEL VON YORK sowie DIE HEBAMME UND DIE TOTE HURE sind die ersten beiden Fälle um Hebammendetektivin Bridget Hodgsons. Sam Thomas lebt mit seiner Frau und zwei Söhnen in Shaker Heights, Ohio.

Sam Thomas

DIE HURE
UND DER
TREUE MÖRDER

Historischer Kurzroman

Aus dem amerikanischen Englisch
von Britta Evert

Anmerkung des Autors

Der vielleicht spannendste Aspekt der immer beliebteren eBooks (wie das, das Sie gerade lesen) ist die Flexibilität, die sie dem Autor beim Schreiben ermöglichen – besonders, wenn es um das Experimentieren mit Geschichten unterschiedlicher Länge geht. Bevor eBooks den Markt eroberten, boten sich einem Autor, der eine Kurzgeschichte verfasst hatte, nur wenige Möglichkeiten, etwas damit anzufangen. Entweder er schrieb weitere Kurzgeschichten, um sie in einem Sammelband zu veröffentlichen, oder er gab seine Kurzgeschichte zusammen mit den Short Storys anderer Autoren heraus, oder er veröffentlichte den Text in einer Fachzeitschrift.

Mir erschien keine dieser Möglichkeiten ideal. Ich bin ein typischer Romanautor, der gelegentlich eine Kurzgeschichte schreibt; eine ganze Sammlung anzulegen würde in meinem Fall wahrscheinlich Jahrzehnte dauern. Außerdem sind die meisten Kurzgeschichten, die ich geschrieben habe (und die ich noch schreiben will), Teil meines Midwife Mysteries-Universums, sodass nicht einmal die Veröffentlichung in einer so hervorragenden Zeitschrift wie Ellery Queen’s Mystery Magazine alle Fans der Geschichten um Bridget Hodgson erreichen würde.

Wohin also wendet sich der verzweifelte Autor? Zu den eBooks natürlich! eBooks geben ihm die Möglichkeit, unterschiedliche Texte von unterschiedlicher Länge zu schreiben, Nebenfiguren aus älteren Werken weiterzuentwickeln und überhaupt mehr Kreativität zu zeigen, als dies bei gedruckten Büchern möglich ist. Mein erster Ausflug in das Reich der eBooks war die Kurzgeschichte Die Hebamme und das Geheimnis der Magd. Auf achtundvierzig Manuskriptseiten habe ich in dieser Short Story die Geschichte von Bridget Hodgsons Erzfeindin Rebecca Hooke erzählt. Ich war von dieser Figur fasziniert und wollte gerne herausfinden, wie sie ein so abgrundtief schlechter Mensch werden konnte. Und wie hätte man das besser bewerkstelligen können, als indem man ihre Geschichte erzählte?

Die folgende Kurzgeschichte hat einen ähnlichen Ursprung, denn diesmal schrieb ich über Will, Bridget Hodgsons Neffen. Aber wie im echten Leben können auch beim Schreiben die besten Pläne aus dem Ruder laufen. Der Will aus dieser Geschichte tat mit einem Mal Dinge, die der echte Will niemals getan hätte – Dinge, die im Kontext der Midwife Mysteries keinen Sinn ergaben. Da ich die Wahl hatte, entweder meine Romane oder den Namen der Figur umzuschreiben, wurde »Will« zu »Silas«, und Die Hure und der treue Mörder war geboren. Des ursprünglichen Konzepts wegen werden Sie in Silas viel von Will entdecken und vielleicht auch erkennen, warum die Umbenennung notwendig war. Tatsächlich ist Silas mir ans Herz gewachsen, und ich freue mich schon darauf, seine Welt später einmal wieder zu besuchen.

Ich hoffe, diese kleine Zerstreuung ist nach Ihrem Geschmack. Lassen Sie mich wissen, was Sie davon halten!

Es geschieht nicht oft, dass ein Mann, von dem man gemeinhin annimmt, er habe seinem Vater die Kehle aufgeschlitzt, einfach aus dem York Castle hinausspaziert. Üblicherweise würde man ihn aus der Stadt zerren, halb erhängen und schließlich, wenn er bereits mehr tot als lebendig ist, auf dem Scheiterhaufen verbrennen. Man sagt, der Lord Mayor hätte vor Wut getobt, als er erfuhr, dass man mich freigesprochen hatte, aber dem Urteil der Geschworenen konnte er sich nicht widersetzen – er musste mich aus der Haft entlassen. Bestimmt hätte es seinen Zorn beschwichtigt, hätte er gewusst, dass ich dem Henker nur entronnen war, um in die armselige Trümmerlandschaft meines alten Lebens zurückzukehren.

Als ich noch im Gefängnis saß, war es einem meiner Mitgefangenen gelungen, eine Flasche Wein ins Verlies zu schmuggeln, und so saßen wir eines Abends beisammen, tranken und redeten von unseren Vergehen. Die anderen waren allesamt harte, gefährliche Burschen, daher hielt ich es für das Beste, ebenfalls hart und gefährlich zu erscheinen.

»Ich gebe nichts zu«, sagte ich zu den anderen. »Ich sage nur eins: Dieses eine Mal haben die Sünden des Sohnes den Vater heimgesucht.«

Meine Kumpane lachten laut und herzhaft über diesen grausamen Scherz und hielten mich für einen eiskalten Mörder. Doch als die Wachen die Geschichte weitererzählten und sie schließlich auch meinen engsten Freunden und Vertrauten zu Ohren kam, verfielen sie ebenfalls diesem Irrglauben und wandten sich von mir ab. Bis heute bedaure ich den Tod meines Vaters, aber tatsächlich lassen sich all meine Kümmernisse auf diesen Scherz zurückführen.

So kam es, dass ich eines lauen Sommertages als freier Mann durch die Pforten von Yorks berüchtigtstem Gefängnis schritt – freigesprochen und doch von der Gesellschaft verstoßen. Mein älterer Bruder John ging neben mir her. Er würde in das stattliche Haus unserer Familie zurückkehren und mit dem Einfluss und dem Geld unseres Vaters, das ihm als Erstgeborenem zustand, ein neues Leben beginnen. Ich hingegen würde in eine Taverne gehen und über mein Leben als stadtbekannter Mörder nachsinnen.

*

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