Logo weiterlesen.de
Die Giftköchin

Inhalt

  1. Cover
  2. Über den Autor
  3. Titel
  4. Impressum
  5. Kapitel 1
  6. Kapitel 2
  7. Kapitel 3
  8. Kapitel 4
  9. Kapitel 5
  10. Kapitel 6
  11. Kapitel 7
  12. Kapitel 8
  13. Kapitel 9
  14. Kapitel 10
  15. Kapitel 11
  16. Kapitel 12
  17. Kapitel 13
  18. Kapitel 14
  19. Kapitel 15
  20. Kapitel 16
  21. Kapitel 17
  22. Kapitel 18
  23. Kapitel 19
  24. Kapitel 20
  25. Kapitel 21
  26. Kapitel 22
  27. Kapitel 23
  28. Kapitel 24
  29. Epilog
  30. Anmerkungen

Über den Autor

Arto Paasilinna wurde 1942 im lappländischen Kittilä geboren. Der Journalist und Schriftsteller ist einer der populärsten Autoren Finnlands; für seine in mehrere Sprachen übersetzten Werke erhielt er zahlreiche Literaturpreise auch außerhalb seines Heimatlandes.

1

Eine adrette alte Frau in heiterer ländlicher Umgebung, welch hübscher Anblick!

Im Vorgarten eines kleinen, roten Häuschens wirkte eine zierliche Greisin, sie hielt eine gelbe Gießkanne und begoß das Stiefmütterchenbeet an der Hauswand. Über ihr schwirrten Dachschwalben zwitschernd hinauf in den klaren Himmel, die Hummeln summten, auf dem Rasen schlief faul die Hauskatze.

In einiger Entfernung, am Waldrand, stand eine kleine, graue Sauna; es war Nachmittag, und aus dem Schornstein wirbelte blauer Rauch. Neben dem Pfad, der zur Sauna führte, befand sich ein Brunnen, auf seinem Deckel standen zwei rote Eimer bereit.

Die ganze Anlage war schön, alt, gepflegt. Ein paar hundert Meter weiter südlich sah man das Dorf: einige größere Häuser, das Kunststoffdach eines Gewächshauses, eine Scheune und Kuhställe, dahinter, halb von Brennesseln verdeckt, verrostete Autowrackteile. Das aufreizende Knattern von Mopeds tönte herüber, und aus der Ferne das gleichmäßige Brausen eines Zuges.

Man befand sich im nördlichen Siuntio, im entlegenen Dorf Harmisto, das aus einem Laden, einer Post, einer Genossenschaftsbank, einer rostenden Industriehalle und etwa dreißig Bauernhöfen bestand. Helsinki lag fünfzig Kilometer entfernt.

Die alte Frau trug zwei Eimer Wasser zur Sauna. Unterwegs mußte sie sich mehrmals ausruhen. In der Sauna legte sie Holz im Ofen und unter dem Wasserkessel nach und schob die Schornsteinklappe weiter zu.

Auf den ersten Blick konnte man denken, die Frau stamme aus diesem Dorf, habe ihr ganzes Leben lang in dem Häuschen gewohnt und verbringe jetzt ihre letzten Jahre geruhsam damit, Stiefmütterchen zu züchten und sich um ihre Katze zu kümmern.

Doch weit gefehlt. Die Hände der alten Frau waren feingliedrig und ohne Schwielen. Mit diesen Händen war weder im Akkord auf den Kornfeldern geschuftet noch waren damit unzählige Kuheuter in den großen Ställen der Gutshäuser gemolken worden. Die alte Dame war städtisch frisiert, das weiß gewordene Haar fiel ihr anmutig auf die schmalen Schultern. In ihrem frischen, blauweiß gestreiften Kleid wirkte sie eher wie eine Gutsherrin auf Urlaub als die von harter Fron gezeichnete Witwe eines Landarbeiters.

Sie hatte gerade ihre Monatsrente von der Genossenschaftsbank des Dorfes abgeholt. Man sollte annehmen, daß so ein sommerlicher Zahltag Freude macht, doch weit gefehlt. In Wahrheit hatte die Frau gelernt, den Tag der Rentenzahlung zu hassen: Jedesmal mußte sie dann unliebsame Gäste aus Helsinki empfangen. So geschah es schon seit mehreren Jahren, jeweils einmal im Monat.

Als die Alte über diese Situation nachdachte, verließ sie plötzlich der Mut. Kraftlos setzte sie sich in ihre Gartenschaukel, nahm die Katze auf den Schoß und sagte zu ihr mit müder Stimme:

»Gott schütze mich vor diesen Zahltagen!«

Sie richtete ihren besorgten Blick auf die Dorfstraße, die die Gäste aus Helsinki entlangkommen würden, und am liebsten hätte sie kräftig geflucht wie ein Mann, wie ein rauher Offizier, doch sie tat es nicht, denn sie war eine kultivierte alte Dame. Ihr Blick wurde jedoch hart, ihre Augen blitzten in heftigem Zorn. Die Katze machte einen Buckel, auch sie schaute auf die Straße.

Die Frau stand auf und ging mit energischen Schritten in die Sauna, die Katze folgte ihr. Nachdem die Alte den ersten Aufguß gemacht hatte, knallte sie die Ofenklappe so heftig zu, daß vom Schornstein ein Stück Putz abbröckelte und auf den Deckel des eingemauerten Wasserkessels fiel.

Die zarte alte Dame hieß Linnea Ravaska. Sie war durch den Tod ihres Gatten, Oberst Rainer Ravaska, im Jahre 1952 verwitwet, im selben Jahr, da in Helsinki die Olympischen Spiele stattfanden. Jetzt wohnte sie als Pensionärin in der Gemeinde Siuntio, Ortsteil Harmisto, in diesem kleinen roten Häuschen, in dem es außer Elektrizität keinen modernen Komfort gab. Sie lebte allein, in ihrem Haushalt sollte es außer ihr selbst und der Katze eigentlich niemanden geben, der unterhalten werden mußte. So glücklich lagen die Dinge jedoch nicht. Um das Leben der alten Offizierswitwe war es sehr viel schlechter bestellt.

2

Drei muntere junge Männer rasten in einem gestohlenen roten Auto auf der Turkuer Autobahn in Richtung Westen. Sie passierten gerade Veikkola. Es war Nachmittag, im Auto war es heiß. Am Steuer saß der Jüngste des Trios, der zwanzigjährige Jari Fagerström, neben ihm der zehn Jahre ältere Kauko Kake Nyyssönen und im Fond Pertti Pera Lahtela, etwa fünfundzwanzigjährig. Alle drei trugen Turnschuhe, Jeans und farbenfrohe T-Shirts mit den aufgedruckten Emblemen amerikanischer Universitäten. Unter den Achseln zeichneten sich feuchte Flecken ab. Im Auto roch es nach Schweiß und abgestandenem Leichtbier.

Die Burschen waren unterwegs hinaus aufs Land zum Saunieren.

Bei der Abfahrt in Helsinki hatte es ein wenig Streit gegeben, weil das Auto gestohlen war. Kauko Nyyssönen hatte seine Freunde für den Diebstahl getadelt. Man hätte recht gut mit dem Bus aufs Land fahren können, fand er, warum mußte für jede längere Fahrt ein neues Auto gestohlen werden? Soviel Unbedachtheit brachte bloß unnötigen Ärger, eines Tages würde man dafür noch eingelocht. Und wegen des bloßen Spaßes am Autofahren mußte man seiner Meinung nach nicht unbedingt im Knast verschimmeln.

Die beiden anderen erklärten jedoch, bei der Hitze sei es nicht angenehm, im Bus zu schmoren. Da fahre man doch lieber mit dem Auto, wenn nun mal die Möglichkeit bestehe.

Auf der Höhe von Veikkola wandte sich das Gespräch den Raben zu, die alle zweihundert Meter erwartungsvoll am Rande der Autobahn umhertrippelten. Die Burschen überlegten, was die Vögel an der Autobahn zu suchen hatten. Es entstanden zwei Theorien: Nyyssönen meinte, die Raben kämen an die Straße, um kleine Steine zu fressen. Hatten sie nicht einen speziellen Kropf, der verlangte, daß sie zur Förderung der Verdauung Kies fraßen? Die beiden anderen lachten spöttisch, sie bezweifelten, daß es so etwas wie einen Kropf überhaupt gab, jedenfalls bei Raben. Sie waren überzeugt, die Aasvögel hätten die Autobahn in Überwachungsabschnitte von jeweils zweihundert Metern eingeteilt und warteten dann auf ihrem Teilstück, um sich an den Kadavern der von Autos überfahrenen Kleintiere gütlich zu tun.

Der im Rabenstreit unterlegene Kake wechselte das Thema. Er beschwor seine Freunde, sich am Ziel anständig zu benehmen. Er habe genug von all den Vorfällen auf diesen Ausflügen. Er erinnerte daran, daß man schließlich zu seiner lieben Oma fahre. Diese sei eine alte Frau, das müßten die anderen doch verstehen.

Die beiden meinten darauf, Kake habe anscheinend Angst, die Alte könnte einen Herzschlag kriegen und sterben, könnte vor ihren Augen ins Gras beißen. Außerdem fahre er doch selber einmal im Monat hin, um sich in Harmisto vollaufen zu lassen und zu schweinigeln. Von dem, was da ablaufe, werde in der Stadt eine Menge erzählt.

Nyyssönen erklärte, die alte Frau in Harmisto sei eigentlich nicht seine richtige Oma, sondern die Frau des Bruders seiner Mutter, also die Frau seines Onkels, demzufolge eine Tante oder so was Ähnliches. Also durchaus nicht die eigene Großmutter, auch wenn sie furchtbar alt sei.

Er fing an zu prahlen, sein Onkel sei ein echter Oberst gewesen, habe schwer was drauf gehabt und an der Front die brenzligsten Situationen gerettet, die Russen würden immer noch im Flüsterton von ihm erzählen, obwohl der Kerl schon hundert Jahre tot sei.

Jari Fagerström und Pertti Lahtela verkündeten, ein toter Oberst interessiere sie nicht. Man scheiße auf das Kasernenpack, so lautete ihre unerschütterliche Meinung.

Überhaupt bewegte sich das Gespräch der Burschen auf der untersten Ebene. Unanständige Ausdrücke wurden so flüssig verwendet, daß sie keine praktische Bedeutung mehr hatten, sie waren lediglich Hilfswörter, die die Rede auflockerten.

Als man von der Autobahn auf eine Nebenstraße abbog, wollte Kauko Nyyssönen von den anderen wissen, wo sie das Auto gestohlen hatten und wo sie es nachher lassen wollten. Er tat kund, daß er mit diesem neuerlichen Autodiebstahl nichts zu tun haben wolle. Er schätzte es nicht, sich mit Kleinigkeiten abzugeben, und eben dazu zählte Autodiebstahl.

Jari Fagerström berichtete, das Auto stamme von der Uudenmaanstraße. Er wolle einige Tage damit fahren und es dann irgendwo stehenlassen. Es lohne sich nicht, denselben Wagen längere Zeit zu behalten. Vielleicht wäre es lustig, ihn übermorgen in irgendeiner Kiesgrube zu Schrott zu fahren oder gegen eine Kiefer zu donnern. Jari liebte es, Autos zu demolieren. Nyyssönen könne jedenfalls dankbar sein, daß er eine kostenlose Fahrgelegenheit habe.

Im Dorfladen von Harmisto kauften sie zwölf Flaschen Leichtbier und zehn Liter Benzin. Während die Verkäuferin den Sprit einfüllte, stahl Pera aus dem Regal fünf Schachteln Zigaretten. Das bewerkstelligten sie, indem sich Jari im passenden Moment an der Fleischtheke bemerkbar machte und Aufschnitt verlangte, so daß die Kassiererin für einen Moment dorthin gehen mußte. Im Auto bemerkte Pera zu seinem Ärger, daß er in der Eile die falsche Marke genommen hatte.

Kauko Nyyssönen fiel ein, daß man nicht an den Blumenstrauß für die Oma gedacht hatte. Oft brachte er Linnea Blumen oder wenigstens eine Tafel Schokolade mit. Kake hielt sich selbst in gewisser Weise für einen Kavalier. Außerdem war es nie schädlich, wenn man Frauen Blumen schenkte.

Jari Fagerström hielt neben der Bahnstrecke bei einem alten, verlassenen Stationsgebäude. An der Wand wuchsen Bauernrosen; Fagerström holte ein Stilett aus der Tasche und schnitt ein Bündel der schönsten Blüten vom Strauch ab.

»Hol’s der Teufel, das ist ein wirklich hübscher Strauß«, sagte er zufrieden. Dann rasten sie auf dem kurvenreichen Kiesweg zu Linnea Ravaskas Haus, daß die Steine nach allen Seiten spritzten und um ein Haar die Katze unter die Räder gekommen wäre.

Kauko Nyyssönen überreichte der erschrockenen Linnea das Blumenbündel. Dann stellte er ihr seine Begleiter vor. Jari Fagerström und Pertti Lahtela standen abseits mit den Händen in den Taschen vergraben, doch als Nyyssönen sie anstieß, bequemten sie sich, der alten Offizierswitwe die Hand zu reichen.

»Gibt es hier irgendwo ’nen Kühlschrank?« fragte Pera, der die Tüte mit den Bierflaschen trug.

Sie gingen in das Häuschen, das nur aus einem Zimmer und einer Küche bestand. Die Wände waren mit alten großblumigen Tapeten bedeckt, im hinteren Teil der Stube stand ein breites altes Doppelbett, einst angeschafft für einen größeren Raum, und in der Mitte prangte ein großes Ledersofa mit zwei gewaltigen Ohrensesseln, damit war der ganze Platz verbraucht. An den Fenstern hingen Spitzenstores, sie stammten ebenfalls aus einer großen Stadtwohnung und aus jenen Zeiten, da Linnea noch mit ihrem Mann in Töölö wohnte.

Pera stapelte in der Küche die Bierflaschen in den Kühlschrank. Dann kehrte er in die Stube zurück und äußerte seine Verwunderung darüber, daß er nichts Anständiges zu essen gefunden habe, nur Heringe und Katzenfutter. Er sei hungrig; ob es im Haus einen Keller gebe oder wo die alte Dame ihre Speisen aufbewahre.

Linnea Ravaska bedauerte, sie habe kein Geld für Fleisch und Wurst. Sie sei bereit, Kaffee zu machen.

Niemand legte Wert darauf, die Besucher erklärten, sie hätten bereits Kaffee getrunken, aber gegen Kuchen hätten sie nichts einzuwenden. Nach einiger Zeit, als das Bier gekühlt war, ließen sich die drei zur Mahlzeit nieder. Sie aßen viele Scheiben vom Hefezopf und spülten mit Leichtbier nach. Sie erkundigten sich, ob die Oma den Hefezopf selbst gebacken habe, er schmecke recht gut. Linnea sagte, sie habe ihn im Laden gekauft, sie habe kein großes Interesse am Backen.

Nyyssönen bat seine Freunde, sich für einen Augenblick zu entfernen, er habe mit Linnea etwas unter vier Augen zu besprechen.

Nachdem sich die beiden getrollt hatten, fragte Linnea, wer Kaukos Kameraden seien. Ihrer Meinung nach wirkten sie wie Taugenichtse, waren sie vielleicht gar Kriminelle?

»Du solltest dich nicht mit solchen Halunken abgeben, Kauko!« klagte die alte Dame.

»Reg dich ab, Linnea, die beiden sind völlig okay, und außerdem sind sie meine Kumpels und nicht deine. Hast du die Rente abgehoben?«

Seufzend entnahm Linnea Ravaska ihrer Handtasche einen Briefumschlag, den sie dem Neffen ihres verstorbenen Mannes aushändigte. Kauko Nyyssönen riß den Umschlag auf und zog ein Bündel Scheine heraus, die er sorgfältig zählte, ehe er sie in seiner Brieftasche verstaute. Er wirkte unzufrieden und klagte, die Geldsumme sei zu gering. Linnea Ravaska verteidigte sich, indem sie erklärte, die Renten seien in Finnland sehr niedrig und die Rentner bekämen eben keine Lohnerhöhungen, so wie die arbeitenden Menschen.

Kauko Nyyssönen war derselben Meinung. Tatsächlich seien die Renten unverschämt niedrig. Das sei ein ungeheurer gesellschaftlicher Mißstand. War es eine Art, daß sich sogar die Witwe eines Offiziers mit so wenig Rente begnügen mußte? Nyyssönen erregte sich bei dem Gedanken, welch großes Unrecht hier geschehen sei. Oberst Ravaska habe in wer weiß wie vielen Kriegen gekämpft, habe bestimmt hundert Mal den Kopf fürs Vaterland riskiert, und dies sei der Dank für alles! Überhaupt sei das ganze Sozialwesen in diesem Land der Arschlöcher einen Scheiß wert.

Linnea Ravaska beklagte die Ausdrucksweise ihres Verwandten. Kake Nyyssönen kümmerte sich nicht darum, sondern wollte wissen, ob die Sauna bereit sei. Jetzt täte Entspannung gut. Er blickte aus dem Fenster und sah, daß Lahtela und Fagerström die Katze auf einen Apfelbaum gejagt hatten und sie mit einem langen Stab herunterzuscheuchen versuchten. Er ging hinaus, gab Jari Fagerström Geld und wies ihn an, in den Schnapsladen zu fahren. Dann werde man in die Sauna gehen.

»Bring für Linnea Likör mit!« raunte er ihm zu.

»Nein, danke, für mich nichts«, wehrte die alte Frau ab.

Fagerström erledigte den Auftrag mit Freuden. Der Sand wirbelte auf und der Motor heulte, als sein Auto in der Kurve verschwand.

Lahtela versuchte, die Katze mit Steinwürfen vom Baum zu holen. Als Linnea ihn anflehte, das Tier nicht zu steinigen, hörte er auf.

»Dann eben nicht! Soll das blöde Vieh bis Weihnachten da oben bleiben«, murmelte er, warf aber noch einen Stein. Die Katze saß auf einem Ast und fauchte.

Später beim Trinken in der Sauna fing Nyyssönen an, seine Tante zu rühmen. Sie sei ein wirklich feiner Mensch. Hatten die Kumpels je von einer alten Frau gehört, die ihren Verwandten unterstützte, dem es dreckig ging? Nein, nicht einmal die eigenen Mütter hätten Jari und Pera seinerzeit ertragen können. Bei ihm, Kake, sei es anders, aber er stamme ja auch aus einer gebildeten Familie. Nicht jeder habe zum Beispiel einen Oberst in der Verwandtschaft.

Die beiden anderen äußerten darauf, ihres Wissens sei Kakes Vater ein Akkordeonspieler und Tivoli-Clown aus Savolay gewesen, den es in der Notstandszeit nach Helsinki verschlagen habe, wo er schließlich am Suff gestorben sei. Kake plusterte sich auf und erklärte, sein Vater habe von einem großen ostfinnischen Gut gestammt, der Name der Familie gehe auf den griechischen Weingott Dionyyssös zurück, und auf jeden Fall komme seine Mutter aus einer berühmten Soldatenfamilie, deshalb täten Jari und Pera besser daran, das Maul zu halten, andernfalls würden sie seine Faust zu spüren kriegen. Lahtela und Fagerström behaupteten trotzdem, die Oma Ravaska gebe ihm ihr Geld keineswegs aus verwandtschaftlicher Zuneigung, sondern er zwinge sie, einmal im Monat ihre Rente für den Neffen ihres Mannes herauszurücken, das sei bekannt, jeder in Helsinki wisse das. Aber was gehe das Außenstehende an, mancher habe eben Glück und in der Familie eine reiche und schrullige Witwe, die er schröpfen könne.

Darauf wäre es beinahe zu einer Schlägerei gekommen, doch dann fiel Nyyssönen die Katze im Apfelbaum ein. Da seine Tante eine so edelmütige Frau war, schickte es sich nicht, das Tier nachts da oben sitzen zu lassen.

Auf der Stelle zogen alle drei los, unbekleidet wie sie waren, um der Katze herunterzuhelfen. Mit vereinten Kräften zerrten sie die Gartenschaukel unter den Baum und kletterten unter johlendem Gelächter hinauf. Zweige brachen, der Baum schwankte, die Katze fauchte, und einer nach dem anderen plumpsten die Männer auf die Schaukel, die schließlich zerbrach. Endlich gelang es Lahtela, in den Apfelbaum zu klettern. Er prahlte, er sei Tarzan, und johlte, daß es im ganzen Dorf widerhallte, dabei schüttelte er den Baum, bis die völlig verängstigte Katze auf ihn herabfiel. Lahtela packte sie beim Schwanz und wollte sie im hohen Bogen auf den Hof schleudern, aber das Tier klammerte sich mit aller Kraft an seine Arme und seine Brust. Die Krallen rissen Wunden in den nackten Körper des betrunkenen Mannes. Lahtela schrie vor Schmerz auf und fiel mit der Katze in die zerbrochene Gartenschaukel. Die Katze flüchtete und schlüpfte unter den Kuhstall. Der zerkratzte Lahtela rappelte sich aus der Schaukel hoch, er war nun wirklich böse.

»Verdammte Alte, das wirst du mir bezahlen, und zwar teuer!« schrie er wütend zu Linnea hinüber, die starr vor Entsetzen auf der Veranda ihres Häuschens stand.

Lahtela stürzte zu der alten Frau hin, die in ihrer Angst ins Haus schlüpfte und die Tür von innen abschloß. Lahtela riß die Klinke ab, doch dann gelang es Nyyssönen und Fagerström, ihn zu besänftigen.

»Seht ihr, was das Vieh mit mir gemacht hat?« jaulte Lahtela. »Ich schlage die Alte tot, so was macht keiner ungestraft mit mir, das garantiere ich euch.«

Nyyssönen und Fagerström redeten ihm zu und brachten ihn dazu, in die Sauna mitzugehen. Dort gaben sie ihm erst mal einen Schnaps. Nyyssönen ging zurück, klopfte an Linneas Fenster und bat sie um Pflaster. Linnea ließ ihren Verwandten ein, gab ihm Verbandszeug und legte sich dann auf ihr Bett, wobei sie die Hände auf die Brust drückte. Nyyssönen fragte, was ihr fehle. Wegen Lahtela brauche sie sich nicht zu sorgen, der sei aufbrausend und ein wenig empfindlich.

»Kauko, ich habe mich so aufgeregt, das schlägt mir aufs Herz. Ihr bleibt doch nicht über Nacht, nein? Ich würde mir so wünschen, daß ihr nach Helsinki zurückfahrt, dein Geld hast du ja wieder bekommen.«

Nyyssönen sagte, er wolle darüber nachdenken, aber es werde vermutlich nichts bringen, weil sie alle, auch Jari, einiges intus hätten, so daß keiner fahren könne.

Nachdem sich Kauko Nyyssönen mit dem Verbandszeug entfernt hatte, stand Linnea Ravaska auf und schloß die Haustür ab. Sie holte die Pillenschachtel aus der Handtasche, schöpfte in der Küche Wasser aus dem Eimer und schluckte zwei Tabletten. Von der Sauna klang das Gejohle der Männer herüber. Seufzend zog die alte Frau die Gardinen zu, kleidete sich aus, schlüpfte in ihr Nachthemd und taumelte ins Bett. Sie schloß die Augen, wagte aber nicht zu schlafen. Wenn sie wenigstens für den Notfall ein Telefon besäße, doch auch das hatte Kauko bereits im Winter verkauft. Linnea betete, dieser Besuch möge nicht wieder so verlaufen wie alle vorhergegangenen.

3

Der Sauna-Abend der drei Burschen dauerte bis in die Nacht. Sie veranstalteten einen Höllenlärm, sowohl drinnen als auch draußen, sie tranken Schnaps, schrien, rangen miteinander, rannten nackt auf dem Hof herum, riefen sich Blödsinn zu und lachten wiehernd darüber.

Linnea Ravaska versuchte, sich bei alldem zu entspannen, aber ihr gestörter Herzrhythmus gab ihr keine Gelegenheit dazu. Für gewöhnlich kam sie mit ihrem Herzen gut zurecht, es machte ihr nicht oft zu schaffen, doch Kaukos allmonatliche Besuche brachten jedesmal ihr Leben durcheinander. Linnea Ravaska war nicht mehr jung, sie war 1910 geboren, und das bedeutete, daß sie in diesem Jahr achtundsiebzig würde, am 21. August, übrigens demselben Tag, an dem solch bemerkenswerte Persönlichkeiten wie Siiri Angerkoski1, Prinzessin Margaret und Count Basie Geburtstag hatten. Margaret war noch ein ganz junger Mensch, aber Siiri und Count waren älter als Linnea, acht und sechs Jahre. Beide waren bereits tot. An Siiris Begräbnis hatte Linnea aus Neugier sogar teilgenommen, als sie noch in Töölö wohnte. Es war eine sehr schöne Veranstaltung gewesen.

Wie schnell doch die Zeit vergangen war, das Leben war an Linnea vorbeigesaust wie im Flug. Als junges Mädchen hatte sie gedacht, alle Menschen über dreißig seien alt. Plötzlich war sie selbst dreißig geworden, nach einiger Zeit vierzig, das hatte sie nervös gemacht, und dann war Rainer gestorben, recht erleichternd in gewisser Weise. Bald darauf wurde sie bereits fünfzig, dann sechzig und siebzig, und jetzt näherte sie sich dem achtzigsten Lebensjahr. In diesem Alter waren die Jahre so kurz wie für junge Menschen die Monate, die letzten Jahre waren sogar wie zwei Wochen vergangen, jeweils eine Woche Sommer, eine Woche Winter. Wenn sie in diesem Zeitrhythmus weiterdachte, glaubte sie, im besten Falle noch zehn Wochen leben zu können, wenn überhaupt. Sie müßte bald einmal nach Helsinki zu ihrem alten Arzt, zu Jaakko, fahren und ihn fragen, wie viele Lebensjahre ihr noch blieben. Jaakko Kivistö war seit dem Krieg Hausarzt der Ravaskas gewesen, er war ein Freund vom Oberst. Als Linnea Witwe geworden war, hatte sie mit Jaakko ein paar Jahre eine Beziehung gehabt, äußerst nett und sauber. Mit Ärzten ins Bett zu gehen ist insofern angenehm, als sie nichts schmutzig machen. Die Beziehung hatte außerdem den Vorteil mit sich gebracht, daß Linnea auch jetzt noch, nach Jahrzehnten, in Jaakko ihren kostenlosen Arzt hatte. Er war zwar recht betagt, nur acht Jahre jünger als sie selbst, doch Linnea Ravaska vertraute den Ärzten der alten Schule, die sich noch Zeit nahmen, ihren Patienten zuzuhören. Außerdem war der Lizentiat der Medizin, Jaakko Kivistö, ein Kavalier. Das konnte man von Kauko Nyyssönen und seinen Kumpanen nicht sagen.

Um Mitternacht tappte Linnea in die Küche, trank ein Glas schalen Wassers und spähte durch einen Gardinenspalt zur Sauna hinüber. Dort hatte die Feier ihren Höhepunkt erreicht. Das Gegröle der Betrunkenen war bestimmt bis ins Nachbardorf zu hören. Linnea schämte sich; warum konnten die jungen Männer nicht manierlicher feiern? Früher hatte man es verstanden, kultivierte Feste zu feiern, jedenfalls im allgemeinen, und besonders vor dem Krieg. Nach dem Krieg war es dann einige Jahre lang anders, die Sitten waren zweifellos verroht gewesen, doch das hatte an dem verlustreichen Krieg gelegen und nicht daran, daß die Männer jener Zeit ungehobelte Tölpel gewesen wären.

Bald nach dem Krieg hatte Oberst Ravaska erfahren, daß man ihn wegen des Versteckens von Waffen anklagen würde; er war für sein letztes Geld nach Brasilien gereist, wo eine recht gute Arbeitsstelle auf ihn gewartet hatte. Zuvor war nämlich bereits General Paavo Talvela, ein guter Freund des Oberst, in das südamerikanische Land geflohen und hatte seinen Offizierskollegen im örtlichen Verkaufskontor für finnische Zellulose untergebracht.

In Finnland hatte man befürchtet, die Russen könnten sich das Land unter den Nagel reißen, und viel fehlte auch nicht. Linnea erinnerte sich, wie Hertta Kuusinen2 öffentlich damit gedroht hatte. Von Hertta eingeschüchtert, hatte auch Linnea ein Schiff bestiegen und war über das Meer zu ihrem Mann nach Rio de Janeiro geeilt. Ach, diese Feste, gütiger Himmel! Obwohl man, kaum Geldmittel besessen hatte, hatte man doch versucht, den Druck der traurigen Zeiten ein wenig zu mildern, indem man hin und wieder herrliche Treffen der früheren europäischen Militärangehörigen arrangierte. In Südamerika hielten sich damals etliche finnische Vaterlandsfreunde auf, auch hohe Militärs, wie Talvela, außerdem natürlich scharenweise Deutsche, ein paar Ungarn, die an der Seite der Deutschen gekämpft hatten, und andere Personen, die nach Ende des Krieges hatten fliehen müssen. Aber richtige Faschisten hatte Linnea nie getroffen, obwohl von ihrer Anwesenheit gemunkelt wurde. Waren nicht die schlimmsten Kriegsverbrecher unmittelbar nach dem Krieg und dem Nürnberger Prozeß aufgehängt worden?

Politische Dinge waren Linnea immer unangenehm gewesen. Sie fand es überflüssig, noch Jahrzehnte nach Kriegsende auf der Waffenbrüderschaft zwischen Finnen und Deutschen herumzureiten.

Aber es waren herrliche Feste gewesen, daran erinnerte sie sich. Manchmal hatte man mit Pistolen Papierlaternen vom Dach des Gartenpavillons heruntergeschossen, der Wein war in Strömen geflossen, man hatte sich viele Tage hintereinander vergnügt. Und dann hatte man ebenso viele Tage faul im Bett gelegen, bis man allmählich wieder an die Arbeit denken mußte. Trotzdem war niemals so herumgeschrien worden, wie es diese jungen Männer in der Sauna taten, zwar waren die ehemaligen Offiziere recht laut gewesen, allerdings hatten sie niemals derart gegrölt.

In der Tat: Wenn ein gewöhnlicher Soldat einen oder zwei Schnäpse trinkt, fängt er an zu grölen, während ein Offizier, selbst wenn er viele Tage getrunken hat, höchstens ein wenig herumbrüllt.

In der Sauna fuhr das Trio mit dem Baden und Saufen fort. Im Ofen war schon vor Stunden die Glut erloschen, nicht das leiseste Zischen war zu hören, wenn die Betrunkenen kellenweise Wasser auf die kalten Steine schütteten. Die Burschen merkten es nicht einmal, mit der Zigarette im Mund und der Schnapsflasche in Reichweite peitschten sie sich gegenseitig mit abgefransten Birkenzweigen den Rücken und priesen Linneas ausgezeichnete Sauna. Zwischendurch gingen sie zur Abkühlung auf den Hof.

Das Schummerlicht um Mitternacht ließ die Radaubrüder gefühlvoll werden. Kauko Nyyssönen fing an, seine Tante Linnea als einen großartigen Menschen zu preisen, er bekannte, daß er es ohne die alte Frau in seinem Leben nicht einmal zu dem gebracht hätte, was er jetzt war. Linnea habe ihn von Kindesbeinen an verwöhnt, da seine eigene Mutter nun mal so gewesen sei, wie sie war. Linnea habe ihn wie ihr eigenes Kind behandelt, da sie ja mit ihrem Oberst, also dem Onkel Ravaska, keine Kinder gehabt habe. Auch später noch, nachdem seine eigene Mutter gestorben sei, habe er sich auf Linnea verlassen können. Sie habe ihn im Sommer aus dem Kinderheim zu sich geholt, habe ihn gut bekocht, ihm Kleidung gekauft und alles andere.

»Stellt euch vor, die Alte hat mich auch in der Erziehungsanstalt besucht und mir immer alle möglichen Delikatessen mitgebracht«, erklärte Kake gerührt. »Und als ich das erste Mal in den Knast mußte, hat sie mir Pakete und Geld geschickt. Von so einem Weib könnt ihr nicht mal träumen, das sage ich euch!«

Kake erzählte eine lange Geschichte, die zehn Jahre zurücklag. Er habe da aus Versehen bei einer Sache mitgemacht, die nicht geklappt habe, dauernd sei alles mögliche schiefgegangen, es sei so gewesen, daß...

Die beiden anderen sagten gelangweilt ja, ja, die Geschichte sei ihnen bekannt, er habe sie mindestens tausendmal erzählt, und zwar jedesmal, wenn er betrunken gewesen sei. Es habe sich um Betrug gehandelt, der zu einem Raub geworden sei und ihn in jeder Weise in die Scheiße geritten habe. Er sei in einem Firmenbüro abends nach der Arbeitszeit irgendwie ausgerastet, habe zwei Menschen halbtot geschlagen und sei mit einer Beute von ein paar tausend Mark abgehauen.

Nyyssönen stellte richtig: Erbeutet habe er immerhin über zwanzigtausend Mark, und die Kontoristin und irgendein unbedeutender Chef, die zu Überstunden im Büro geblieben seien und ihn plötzlich überrascht hätten, seien überhaupt nicht schlimm verletzt gewesen. Sie hätten sowieso bloß den Feierabend abgewartet, um es miteinander zu treiben, so daß sie im Prinzip in der ganzen Sache überhaupt nicht das Maul aufreißen durften, aber die Menschen seien nun mal Flegel, besonders die da oben.

Kake hatte mit dem Geld eine wirklich fidele Spritztour nach Stockholm und Kopenhagen gemacht. Zwei ganze Wochen waren vergangen, ohne daß er sich hinterher an irgend etwas erinnern konnte, in seinen Taschen hatte er jede Menge Fahrkarten und Kneipenrechnungen gefunden, aus denen er ersehen konnte, wo er sich herumgetrieben hatte. Irgendwann hatte er ein Taxi nach Helsinki genommen, zitternd und blau angelaufen vom Kater. Er hatte keine sichere Bleibe gewußt außer Linneas Wohnung in Töölö in der Caloniusstraße. Nicht übel die Bude, überall Büsten und Bilder und große Sessel, an den Fenstern Spitzengardinen und in der Diele auf einer gemaserten Säule ein Mannerheim-Denkmal aus Gips. Der Marschall war dargestellt, wie er während des Aufstandes irgendwo hinter Tampere steht, den Feldstecher vor dem Bauch und eine weiße Pelzmütze auf dem Kopf.

Nyyssönen war inzwischen aufgeflogen. Die Opfer hatten ihn erkannt und mit Linnea Verbindung aufgenommen, ihre Schadensersatzansprüche waren absolut gigantisch gewesen, und dann hatten sie noch mit der Polizei gedroht. Wegen ein paar blauer Flecken so ein Geschrei, nicht zu fassen.

Den beiden Zuhörern war auch der Rest der Geschichte bekannt: Linnea Ravaska hatte den Neffen ihres verstorbenen Mannes wieder einmal aus der Not gerettet. Sie hatte verhandelt und geschlichtet und Kake versprochen, ihm noch dieses eine Mal aus der Klemme zu helfen, weil abzusehen war, daß er etliche Jahre Gefängnis bekäme, falls die Sache nicht mit viel Geld aus der Welt geschafft würde. Kake hatte geschworen, Linnea alles zurückzuzahlen, er hatte ihr sogar einen Schuldschein ausgeschrieben. Linnea war also gezwungen gewesen, ihre Wohnung in der Caloniusstraße zu verkaufen; die drei Zimmer mit Küche hatten nur zäh und zu einem schlechten Preis veräußert werden können, da man es eilig hatte, aber es hatte alles geklappt. Die Sache war stillschweigend beigelegt worden. Linnea hatte sich ein kleines Häuschen in Harmisto, Gemeinde Siuntio, gekauft, wo sie vorübergehend wohnen wollte, bis Kauko Nyyssönen seine Schulden bei ihr bezahlt hätte. Sie hatte mehr als hunderttausend Finnmark eingesetzt, und das war zu jener Zeit eine so astronomische Summe gewesen, daß Kake Nyyssönen sich nicht einmal im Traum vorstellen konnte, diese jemals zu erstatten.

Linnea Ravaska hatte natürlich mehrfach versucht, ihr Geld von ihm zurückzubekommen. Sie hatte an sein Ehrenwort und an den unterschriebenen Schuldschein appelliert, hatte gefordert und geklagt, doch ohne Erfolg. Kake war nicht arbeiten gegangen, das paßte nicht richtig zu ihm, und wie sollte er auch bei irgendeinem Handlangerjob Geld in solchen Massen verdienen? Hatte Linnea denn überhaupt keinen Realitätssinn?

Schließlich hatte sie gedroht, seine Schulden durch die Behörden eintreiben zu lassen, sie hatte den Schuldschein vor seiner Nase geschwenkt, doch auch das hatte nichts genützt. Kake hatte erklärt, er besitze nichts Pfändbares, außerdem habe sich Linnea auf fragwürdige Weise selbst in die Sache eingemischt, indem sie die Opfer des Verbrechens bestochen habe, damit sie schwiegen, und endlich: Wozu der ganze Lärm um den läppischen Schuldschein? Den könne man ratz, fatz einfach zerreißen und ihr in den Arsch stopfen! Kake hatte Linnea das Dokument aus der Hand gerissen und zerfetzt, den letzteren Teil der Drohung jedoch nicht wahrgemacht.

Wollen Sie wissen, wie es weiter geht?

Hier können Sie "Die Giftköchin" sofort kaufen und weiterlesen:

Amazon

Apple iBookstore

ebook.de

Thalia

Weltbild

Viel Spaß!



Kaufen