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Die Gestaltung wissenschaftlicher Arbeiten

Matthias Karmasin, Rainer Ribing

Die Gestaltung

wissenschaftlicher Arbeiten

Ein Leitfaden für Facharbeit/VWA,
Seminararbeiten, Bachelor-, Master-, Magister-
und Diplomarbeiten sowie Dissertationen

Vorwort

Vor Ihnen liegt nunmehr die neunte Auflage unseres erstmals 1999 bei WUV erschienenen Leitfadens für das wissenschaftliche Arbeiten. Dieses Buch versteht sich als praktische Anleitung für die inhaltliche und formale Gestaltung von Facharbeiten bzw. vorwissenschaftlichen Arbeiten (VWAs) in der Schule, von Haus- und Seminararbeiten, Bachelor-, Master-, Magister- und Diplomarbeiten sowie Dissertationen. Darüber hinaus geben wir Tipps und Tricks für das Präsentieren und Vortragen.

Ausgangspunkt waren dabei – anders als in vielen anderen Beiträgen zu diesem Thema – nicht allein die Anforderungen des Wissenschaftsbetriebes, sondern die Bedürfnisse der Studierenden. Wir haben unsere Erfahrung im Abfassen und im Beurteilen wissenschaftlicher Arbeiten in diesen Leitfaden einfließen lassen. Herzlichen Dank an Julia Durau und Denise Voci von der AAU für wertvolle Impulse und Anregungen. Auch das Feedback unserer Leser*innen wurde wieder für diese komplett überarbeitete und neu gestaltete Auflage berücksichtigt.

Neben den Grundlagen des wissenschaftlichen Arbeitens widmen wir uns den zentralen Fragen, wie sie für diesen Prozess typisch sind. Diese Fragen sind etwa:

Wie komme ich zu meinem Thema?

Was sind die Grundlagen des wissenschaftlichen Arbeitens?

Welchen Aufbau soll meine Arbeit haben?

Wie zitiere ich richtig?

Wie wird meine Arbeit bewertet?

Wie präsentiere ich vor Publikum?

Wir wünschen frohes Schaffen!

Februar 2017

Matthias Karmasin, Rainer Ribing

Inhalt

Vorwort

Abbildungen

Leitfaden zur Arbeit mit diesem Buch

Aufbau des Buches

Zur Zitierweise in diesem Buch

Checkliste für den Start

1 Das Konzept

1.1 Ansprüche an Abschlussarbeiten

1.2 Rechte und Pflichten

1.2.1 Zitat vs. Plagiat

1.2.2 Gesetzliche Grundlagen

1.3 Thema und Betreuer*in/Begutachter*in

1.4 Forschungsfrage

1.4.1 Formulieren der Forschungsfrage

1.4.2 Grundtypen verschiedener Fragestellungen

1.5 Exkurs: Die Wissenschaftsbereiche

1.6 Inhaltlicher Aufbau der Arbeit (Disposition)

1.6.1 Einleitung

1.6.2 Hauptteil

1.6.3 Schluss (Fazit)

1.6.4 Abstract (Kurzfassung)

1.7 Literaturarbeit vs. Empiriearbeit

1.8 Planung und Umsetzung

1.8.1 Zeiteinteilung

1.8.2 Arbeitstagebuch

1.8.3 Was bedeutet „Eigenständigkeit“?

1.8.4 Was tun bei Schreibblockaden?

1.9 Stil der Arbeit

1.9.1 Thesaurus

1.9.2 Stilmittel

1.9.3 Der „Ich-Bezug“

1.9.4 Gender-Mainstreaming

1.10 Beurteilung wissenschaftlicher Arbeiten

1.10.1 Methodik beim Beurteilen der Arbeit

1.10.2 Ein Kriterienkatalog zur Beurteilung

1.11 Die Abfassung der Arbeit in englischer Sprache

2 Form und Formatierung

2.1 Formale Bausteine der Arbeit

2.1.1 Facharbeit/VWA, Haus- und Seminararbeit

2.1.2 Aufbau einer Abschlussarbeit

2.1.3 Seitennummerierung

2.1.4 Nummerierung der Kapitelüberschriften

2.1.5 Gliederungstiefe

2.1.6 Grundsätze der Gliederung

2.2 Formatierungstipps im Textverarbeitungsprogramm Word

2.2.1 Tastenkombinationen (Shortcuts)

2.2.2 Seitenrandeinstellung und Papierformat

2.2.3 Formatvorlagen

2.2.4 Zuweisen von Formatvorlagen

2.2.5 Nummerieren der Kapitelüberschriften

2.2.6 Fußnoten einfügen

2.2.7 Beschriftungen von Grafiken, Tabellen etc. einfügen

2.2.8 Querverweise

2.2.9 Anordnung quergestellter Abbildungen und Tabellen

2.2.10 Seitenzahlen einfügen und Seitennummerierung einrichten

2.2.11 Kopf- und Fußzeilen bearbeiten

2.2.12 Inhalts- und Abbildungsverzeichnisse einfügen

2.2.13 Aktualisierung von Verzeichnissen

2.2.14 Rechtschreib- und Grammatikprüfung

3 Wissenschaftlich argumentieren und recherchieren

3.1 Wissenschaftliche Grundlagen

3.1.1 Wissenschaft versus Alltagswissen

3.1.2 Wissenschaftliche Aussagen

3.1.3 Grundlagenforschung und angewandte Forschung

3.1.4 Definition – Theorie – Hypothese

3.1.5 Die Arbeit als Detektivgeschichte

3.1.6 Funktionale Analogien

3.1.7 Wissenschaftlich argumentieren

3.2 Wissenschaftliche Quellen

3.2.1 Ratgeber für die Recherche

3.2.2 Elektronische Bibliothekskataloge

3.2.3 Digitale Datenbanken

3.2.4 Suchmaschinen im WWW

3.2.5 Wikipedia

3.2.6 Einteilung und Klassifizierung von wissenschaftlichen Quellen

3.2.7 Welche Quelle ist niveauvoll?

3.2.8 Illustrationen mit Abbildungen, Tabellen etc.

3.2.9 Problembereich Internet als Quelle

3.3 Zur Darstellung empirischer Ergebnisse

3.3.1 Wahl der Untersuchungsart/Methode

3.3.2 Aufbereitung und Interpretation der Daten

4 Zitieren

4.1 Zitat

4.1.1 Wörtliche (direkte) Zitate von Textpassagen

4.1.2 Kommentieren des Zitats

4.1.3 Verwenden von Fußnoten

4.2 Quellenangabe und Quellenverweis

4.2.1 Belegarten für Quellenangabe oder Quellenverweis

4.2.2 Wörtliche (direkte) Zitate von Textpassagen belegen

4.2.3 Sinngemäße (indirekte) Zitate von Textpassagen belegen

4.2.4 Genaue Übernahme von Abbildungen

4.2.5 Angabe der Erstellerin einer Abbildung

4.2.6 Aufsätze in Sammelbänden

4.2.7 Aufsätze in Fachjournalen und Zeitschriften

4.3 Literaturverzeichnis

4.3.1 Inhalt und Anordnung

4.3.2 Monographien, (Lehr-)Bücher

4.3.3 Aufsätze in Sammelbänden

4.3.4 Aufsätze in einschlägigen Fachjournalen und Zeitschriften

4.4 Spezialfälle beim Zitieren

4.4.1 Textpassagen, die sich im Original über mehrere Seiten erstrecken

4.4.2 Mehr als eine Veröffentlichung einer Autorin innerhalb eines Jahres

4.4.3 Autor*innen mit gleichlautenden Nachnamen

4.4.4 Zitate ohne Verfasser*in

4.4.5 Wiederholte Nennung derselben Quelle

4.4.6 Große Zeitspanne zwischen zitierter Auflage und Erstauflage

4.4.7 Fremdsprachige Zitate

4.4.8 Mehrfachbelege

4.4.9 Sekundärzitate

4.4.10 Zitat im Zitat

4.4.11 Kennzeichnung einzelner übernommener Begriffe

4.5 Zitieren spezieller Quellen

4.5.1 Internet

4.5.2 Diplomarbeiten, Dissertationen und Habilitationsschriften

4.5.3 Konferenzberichte

4.5.4 Papers von Institutionen

4.5.5 Festschriften

4.5.6 Lexika, Handbücher und Enzyklopädien

4.5.7 Zeitungsartikel

4.5.8 Verweise auf den Anhang

4.5.9 Eigene empirische Studien

4.5.10 Rechtsquellen

5 Präsentieren und Vortragen

5.1 Vorbereitung

5.1.1 Den Inhalt des Vortrages präsentationsreif machen

5.1.2 Rede-Unterlagen

5.1.3 Foliengestaltung

5.1.4 Visualisierung

5.1.5 Handouts

5.1.6 Medien

5.2 Die Präsentation

5.2.1 30 Minuten vor dem Start

5.2.2 Beginn der Präsentation

5.2.3 Einbeziehung des Publikums

5.2.4 Hilfsmittel im Hauptteil

5.2.5 Schluss und Fragenrunde

5.2.6 Feedbackregeln

5.3 Körpersprache

5.3.1 Wohin mit den Händen?

5.3.2 Lampenfieber und Entspannungsmöglichkeiten

Literaturverzeichnis

Abkürzungen für Quellenangaben und Quellenverweise

Abbildungen

Abbildung 1: Abfrage zu einem Thema im Online-Katalog

Abbildung 2: Grundtypen verschiedener Fragestellungen

Abbildung 3: Einteilung der Wissenschaften

Abbildung 4: Theoriearbeit versus Praxisarbeit

Abbildung 5: Die Phasen einer wissenschaftlichen Arbeit

Abbildung 6: Stil der Arbeit

Abbildung 7: Geschlechtergerechte Formulierungen

Abbildung 8: Bausteine einer wissenschaftlichen Arbeit

Abbildung 9: Titelblatt einer Seminararbeit

Abbildung 10: Mögliches Deckblatt einer Abschlussarbeit

Abbildung 11: Mögliches Deckblatt einer Masterarbeit mit ehrenwörtlicher Erklärung

Abbildung 12: Gliederungstiefe

Abbildung 13: Neues Dokument öffnen (2010)

Abbildung 14: Neues Dokument öffnen (2016)

Abbildung 15: Seitenlayout auswählen

Abbildung 16: Absatzmarken anzeigen

Abbildung 17: Rückgängig machen von Einstellungen und Eingaben

Abbildung 18: Abschnittsumbruch zwischen den Bausteinen verwenden

Abbildung 19: Einstellen der Seitenränder

Abbildung 20: Öffnen der Formatvorlage

Abbildung 21: Formatvorlage <Standard>

Abbildung 22: Einzüge und Abstände <Standard>

Abbildung 23: Unterdrücken der Silbentrennung

Abbildung 24: Einzüge und Abstände <Überschrift 1>

Abbildung 25: Auswählen von Formatvorlagen verwalten

Abbildung 26: Formatvorlagen verwalten

Abbildung 27: Nummerierung der Überschriften a

Abbildung 28: Nummerierung der Überschriften b

Abbildung 29: Beschriftungen vom Typ Abbildung

Abbildung 30: Nummerierung der Beschriftungen

Abbildung 31: Kopf- und Fußzeile schließen

Abbildung 32: Verzeichnis aktualisieren

Abbildung 33: Rechtschreib- und Grammatikprüfung

Abbildung 34: Autokorrekturen

Abbildung 35: Arten von Aussagen

Abbildung 36: Formulieren einer Hypothese

Abbildung 37: Deduktion, Induktion, Abduktion

Abbildung 38: Der wissenschaftliche Forschungsprozess im Modell

Abbildung 39: Bezüge zwischen Aussagen

Abbildung 40: Verschiedene Quellen

Abbildung 41: Wissenschaftliche Quellen nach ihrem Ursprung

Abbildung 42: Systematisches Zitieren von Quellen

Abbildung 43: Gängige Abkürzungen

Leitfaden zur Arbeit mit diesem Buch

[13] Das vorliegende Buch liefert eine umfassende Grundlage für die inhaltliche und formale Gestaltung Ihrer wissenschaftlichen Arbeit.

Was die inhaltlichen und wissenschaftlichen Anleitungen in diesem Buch betrifft, so sind diese universell einsetzbar. Themenfindung, Formulieren der Forschungsfrage, wissenschaftliche Argumentation, der Umgang mit Literatur, Hypothesenbildung oder auch die Bewertungsrichtlinien sind im Wissenschaftsbetrieb anerkannt.

Die in diesem Buch vorgestellten formalen Vorgaben sind ebenso anerkannt und können von Ihnen übernommen werden (z. B. Verwendung von Fußnoten, Anordnung von Verzeichnissen, Zitierweise …). Sollten Sie darüber hinaus − je nach Fachbereich, Institut oder Betreuer*in − Formvorlagen oder spezifische formale Vorgaben erhalten, sind diese selbstverständlich zu verwenden.(1)

Wichtig in diesem Zusammenhang: Die „einzig richtige Form“ gibt es nicht. Im Wissenschaftsbetrieb haben sich unterschiedliche Varianten entwickelt, von denen jede für sich „korrekt“ ist. Entscheidend ist, dass die wissenschaftliche Form bzw. Formatierung Ihrer Arbeit durchgängig und einheitlich ist.

Aufbau des Buches

Kapitel 1: Das Konzept

Konzeption des Inhalts und Planung der Vorgangsweise sind die Basis für eine erfolgreiche wissenschaftliche Arbeit. Zentrales Element ist dabei die Forschungsfrage, deren Ausgestaltung den Kern der wissenschaftlichen Arbeit darstellt. Wir zeigen Ihnen im ersten Kapitel die Methoden, um von Beginn an zielgerichtet zu planen und effizient zu arbeiten.

Kapitel 2: Form und Formatierung

Nicht nur der Inhalt soll wissenschaftlich sein, sondern auch die Form.

Um die wissenschaftliche Arbeit von anderen Formen schriftlicher Äußerungen (z. B. Zeitungsartikeln) zu unterscheiden, bedarf es geeigneter [14] Werkzeuge und der Einhaltung formaler Richtlinien. Im zweiten Kapitel stellen wir die dazugehörigen Bausteine mit Beispielen ausführlich dar.

Darüber hinaus geben wir eine bebilderte Anleitung für die grundlegende Formatierung der Arbeit im Textverarbeitungsprogramm Word.(2) Sie deckt die wichtigsten Formatierungsarten ab und soll zeitraubendem Layoutieren vorbeugen.

Kapitel 3: Wissenschaftlich argumentieren und recherchieren

In diesem Kapitel zeigen wir Ihnen die Praxis des wissenschaftlichen Arbeitens, wie Sie mit wissenschaftlichen Belegen umgehen, angemessen argumentieren und die Forschungsfrage in einem adäquaten Forschungsprozess abarbeiten. Dazu gehören konkret auch das Formulieren wissenschaftlicher Aussagen sowie – gegebenenfalls, aber nicht notwendigerweise – die Arbeit mit Hypothesen.

Daneben gehen wir näher auf die Klassifikation wissenschaftlicher Quellen ein und geben Ihnen die notwendigen Hinweise, um wissenschaftliche von nicht-wissenschaftlichen Quellen zu unterscheiden.

Kapitel 4: Zitieren

„Abschreiben“ ist erlaubt, aber jedes Zitat muss überprüfbar und einwandfrei nachvollziehbar sein. Einwandfreies Zitieren ist Ausdruck wissenschaftlicher Sorgfalt. Übernommenes fremdes Gedankengut ist in jedem Fall – egal ob als wörtliches oder sinngemäßes Zitat – als solches kenntlich zu machen.

Im vierten Kapitel behandeln wir ausführlich die formalen Zitierregeln, den Umgang mit Fußnoten, die Erstellung des Literaturverzeichnisses etc. und führen ergänzend praktische Beispiele an.

Kapitel 5: Präsentieren und Vortragen

Professionelles Präsentieren gehört nicht nur zu den wesentlichen Mitteln im Wissenschaftsbetrieb. Wer gut präsentiert, kann auch im beruflichen Kontext seine Inhalte besser und damit überzeugend vermitteln. Wir geben Ihnen Tipps und Tricks, um professioneller vorzutragen.

Zur Zitierweise in diesem Buch

[15] Es gibt im Wissenschaftsbetrieb unterschiedliche Formen von Quellenangaben und -verweisen. Beispielhaft wären das etwa:

als Fußnote

23 Vgl. Bänsch, 2013, S. 66.

23 Vgl. Bänsch (2013:66).

23 Vgl. Bänsch (2013), S. 66.

oder im Text

… (vgl. Bänsch, 2013:66) …

Es gilt: Die Form der Quellenangaben und -verweise soll in Ihrer Arbeit einheitlich sein.

Entscheiden Sie sich nach Durchsicht von Kapitel 4 bzw. anhand der Vorgaben Ihres Institutes oder Ihrer Betreuungsperson für eine Form, die Sie dann in Ihrer Arbeit konsequent einhalten. Wir haben uns ebenso für eine Form entschieden, die wir in diesem Buch (außer bei den in Kapitel 4 angeführten Beispielen) durchgehend verwenden.

[16]

Checkliste für den Start

Was muss ich beisammen haben, bevor ich zu schreiben beginne?

Die Motivation, etwas zu schaffen.

Thema, Betreuungsperson sowie den geplanten Seitenumfang. (Kap. 1)

Eine ausformulierte Forschungsfrage. (Kap. 1)

Eine Vorstellung von den möglichen Antworten auf die gestellte Forschungsfrage.

Eine kurze Darstellung des Forschungsprozesses. (Kap. 1 u. 3)

Das Grundverständnis wissenschaftlicher Argumentation. (Kap. 3)

„Gender-Mainstreaming“ ja oder nein. (Kap. 1)

Das Verständnis, was „eigenständige Leistung“ bedeutet. (Kap. 1)

Die Erwartungen der Betreuungsperson. (Kap. 1)

Ein Basis-Set aus Grundlagenliteratur zur Theorie. (Kap. 3)

Die Bereitschaft, Bücher, Aufsätze und andere wissenschaftliche Arbeiten zu lesen.

Das Sichten und Anlesen bereits approbierter Abschlussarbeiten Ihres Institutes bzw. Ihrer Betreuungsperson.

Eine Disposition mit zwei Gliederungstiefen. (Kap. 1 u. 2)

Die Klärung der geforderten Formvorschriften: Seitenränder, Schriftart, Schriftgröße etc. (Kap. 2)

Die Festlegung, welche Zitierweise verwendet wird. (Kap. 4)

Die Klärung, ob ein „Ich-Bezug“ zulässig ist. (Kap. 1)

Den festen und unumstößlichen Vorsatz, verwendetes fremdes Gedankengut immer zu kennzeichnen und richtig zu zitieren.

Die Entscheidung, ob auch ein empirischer Teil (etwa Interviews) eingebaut und – wenn ja − mit welcher Methode gearbeitet wird. (Kap. 3)

Einen groben Zeitplan. (Kap. 1)


(1) In der Regel gibt es institutsspezifische Vorgaben für Schriftart und -größe, die Einstellung der Seitenränder etc., in einzelnen Fachbereichen etwa auch spezielle Regeln für technische Arbeiten (Art und Darstellung von Formeln) oder für naturwissenschaftliche Arbeiten (korrekte Beschreibung eines Laborversuches o. Ä.).

(2) Microsoft® Office Word.

1 Das Konzept

[17] Warum schreiben Sie eine wissenschaftliche Arbeit? Weil Sie müssen?

Die meisten Studien erfordern den Nachweis der Befähigung zum wissenschaftlichen Arbeiten durch die Abfassung schriftlicher (Abschluss-)Arbeiten. Doch auch wenn Sie eine wissenschaftliche Arbeit schreiben „müssen“, lässt sich diese dennoch mit Leben füllen und kann abgesehen von Sinnstiftung und praktischer Relevanz auch einen (kleinen) Beitrag zum Fortschritt der Disziplin leisten.

Wissenschaftliche Arbeiten sind jedoch nicht nur vom Namen her, sondern auch tatsächlich mit Arbeit verbunden. Mit dem Grad des Umfanges und der Komplexität der Arbeit steigen auch die intellektuellen und zeitlichen Anforderungen. Zu den Voraussetzungen, eine gute wissenschaftliche Arbeit zu schreiben, gehören daher auch Ausdauer und Konsequenz.

Aber keine übertriebene Sorge! Das wissenschaftliche Arbeiten folgt, wie andere Tätigkeiten auch, klaren Kriterien, und mit entsprechender Anleitung kann diese Aufgabenstellung erfolgreich abgearbeitet werden. Nach dem Lesen dieses Kapitels werden Sie bereits das Licht am Ende des wissenschaftlichen Tunnels sehen können.

1.1 Ansprüche an Abschlussarbeiten

Mit Fortgang des Studiums steigen sowohl Umfang als auch Anspruch an Wissenschaftlichkeit und Eigenständigkeit der Studierenden. Von der Facharbeit bzw. vorwissenschaftlichen Arbeit (VWA) in der Schule, von der Hausarbeit bis zur Dissertation, zum wissenschaftlichen Arbeiten gehören:(3)

die Erfassung von Problembereichen,

die Beschaffung von und der Umgang mit Literatur,

die Formulierung von Forschungsfragen,

gegebenenfalls die Durchführung empirischer Untersuchungen,

die Formulierung der Arbeit und deren formale Gestaltung (Zitate, Verzeichnisse etc.).

In Österreich ist die vorwissenschaftliche Arbeit (VWA) der erste Schritt der (teil-)standardisierten kompetenzorientierten Reifeprüfung, die Eigenverantwortung und eine selbständig fachlich fundierte Auseinandersetzung eines thematischen Zugangs der Kandidat*innen erfordert. Der Umfang [18] liegt dabei bei ca. 15–25 Seiten.(4) Das Pendant dazu in Deutschland ist die Facharbeit, die von den Schüler*innen ebenfalls selbständig erarbeitet wird, die Regelungen dazu sind in den einzelnen Bundesländern aber sehr unterschiedlich.(5) VWA und Facharbeit können als Vorbereitung für den Umgang mit dem wissenschaftlichen Arbeiten im Laufe eines Universitäts- oder Hochschulstudiums dienen.

Haus- und Seminararbeiten dienen primär der ersten Auseinandersetzung mit wissenschaftlichen Techniken und sollten in 1–2 Wochen abgefasst sein. Die erforderliche Seitenzahl des Textteiles liegt bei 15–20 Seiten bzw. kann sich bei Gruppenarbeiten auf bis zu 50 Seiten erstrecken. Häufig sind diese Arbeiten in einer Lehrveranstaltung zu präsentieren.

Mit der wissenschaftlichen Abschlussarbeit zur Erlangung eines akademischen Grades sollen Studierende ihre Qualifikation für eigenständiges wissenschaftliches Arbeiten demonstrieren.

Die Bachelor-Arbeit ist Voraussetzung für den akademischen Grad des Bachelors. Je nach Hochschule wird die Arbeit 30−40 Seiten umfassen und sollte in einem Zeitrahmen von zwei Monaten abzufassen sein.

Mit der Master-Thesis, häufig in Verlängerung eines Bachelor-Studiengangs, erhöht sich der wissenschaftliche Anspruch. Während Bachelor-Arbeiten in der Regel eine praktische Anwendung eines theoretischen Ansatzes behandeln, ist eine Master-Thesis auch in der Theorie aufwendiger zu gestalten und abzugrenzen. Die Masterarbeit umfasst etwa 60–80 Seiten und sollte in einem Zeitrahmen von vier Monaten geschrieben sein.

In der Magisterarbeit (bzw. in der Diplomarbeit) sollen neben einer fundierten Befassung mit den theoretischen Grundlagen auch die Fähigkeiten zum kritischen Diskurs oder der Umgang mit Hypothesen bewiesen werden. Jedoch kann – im Unterschied zu einer Dissertation – eine mit Fleiß zusammengestellte Reproduktion von Fachliteratur bzw. eine umfängliche Darstellung und Diskussion des Standes der Forschung ausreichend sein. Die Arbeit mit einem Umfang von 100–120 Seiten sollte in maximal sechs Monaten zu bewerkstelligen sein.

Von einer Dissertation bzw. Doktorarbeit wird eine hochstehende originäre wissenschaftliche Eigenleistung gefordert. Neben der Darstellung der eigenständigen Entwicklung von Gedanken und Modellen wird besonderes [19] Augenmerk auf die methodische Fundierung der Arbeit sowie auf den Beitrag zum Erkenntniszuwachs im jeweiligen Fachgebiet gelegt.

1.2 Rechte und Pflichten

Wissenschaftlich zu arbeiten bedeutet vor allem auch, verantwortlich zu arbeiten. Dazu zählen Ehrlichkeit, klare Begriffsverwendung, Übersichtlichkeit, Allgemeingültigkeit und Überprüfbarkeit.

1.2.1 Zitat vs. Plagiat

Eine besondere Aufgabe bei der Abfassung einer wissenschaftlichen Arbeit ist das Zitieren. Übernommenes fremdes Gedankengut ist in jedem Fall – egal ob als wörtliches oder sinngemäßes Zitat – als solches kenntlich zu machen.

Dies begründet sich zum einen im Urheberrecht, das Werke als Ganzes und in seinen Teilen als „eigentümliche geistige Schöpfungen auf den Gebieten der Literatur, der Tonkunst, der bildenden Künste und der Filmkunst“ schützt.(6) Damit u. a. verbunden ist das Recht auf Urheberbezeichnung.

So wie die Urheberin ein Recht auf eine entsprechende Urheberbezeichnung hat, ist es andererseits Ihre wissenschaftliche Pflicht, dass Sie kein fremdes Gedankengut in Ihrer Arbeit als eigene geistige Leistung „verkaufen“. Andernfalls handelt es sich um ein Plagiat.

Plagiate haben bereits zur Aberkennung von akademischen Titeln geführt. Wichtig: Das bloße Umformulieren von fremden Aussagen und Textpassagen, das Paraphrasieren, schützt Sie nicht vor einem Plagiatsvorwurf!

Kurz: Eigene Erkenntnisse und jene anderer Autor*innen müssen also jeweils erkennbar und nachvollziehbar sein.

1.2.2 Gesetzliche Grundlagen

Nun folgend finden Sie einen thematischen Auszug aus gängigen Bestimmungen über rechtliche Grundlagen zum Verfassen wissenschaftlicher Arbeiten auf Basis von Hochschulordnungen bzw. Studiengesetzen im deutschsprachigen Raum.

[20] Bitte klären Sie bei Bedarf die für Sie gültigen rechtlichen Grundlagen in dem für Sie zuständigen Studienreferat Ihrer Bildungseinrichtung ab. Wesentliche Bestimmungen sind:

Sollte eine gemeinsame Bearbeitung eines Themas durch mehrere Studierende angestrebt werden, so ist das nur dann zulässig, wenn die Leistungen der einzelnen Studierenden gesondert beurteilbar bleiben.

Erfordert die Bearbeitung einer Abschlussarbeit die Verwendung von Geld- oder Sachmitteln von Einrichtungen der Bildungseinrichtung (z. B. Labor), so ist die Leiterin bzw. der Leiter dieser Einrichtung über die beabsichtigte Verwendung zu informieren.

Der oder dem Studierenden ist (innerhalb einer Frist) Einsicht in die Beurteilungsunterlagen zu gewähren.

Wissenschaftliche Arbeiten, die an einer anerkannten inländischen oder ausländischen Bildungseinrichtung positiv beurteilt wurden, sind von dem für die studienrechtlichen Angelegenheiten zuständigen Organ anzuerkennen, wenn sie den Anforderungen einer wissenschaftlichen Arbeit der anerkennenden Stelle entsprechen.

Positiv beurteilte Abschlussarbeiten unterliegen in der Regel der Veröffentlichungspflicht. Ausgenommen sind wissenschaftliche Arbeiten oder deren Teile, die einer Massenvervielfältigung nicht zugänglich sind (z. B. künstlerische Abschlussarbeiten).

Anlässlich der Ablieferung einer wissenschaftlichen Arbeit ist die Verfasserin oder der Verfasser durchaus berechtigt, den Ausschluss der Benützung der abgelieferten Exemplare für einen bestimmten Zeitraum (in der Regel längstens fünf Jahre) zu beantragen. Dazu hat die oder der Studierende glaubhaft zu machen, dass wichtige rechtliche oder wirtschaftliche Interessen gefährdet sind (etwa bei der Verwertung aktuell sensibler Daten oder bei einer Auftragsarbeit für eine öffentliche Stelle oder ein Unternehmen).

1.3 Thema und Betreuer*in/Begutachter*in

Der thematische Schwerpunkt der Facharbeit bzw. der vorwissenschaftlichen Arbeit (VWA) ist frei wählbar, da sie keinem spezifischen Fach zugeordnet ist. Vorausgesetzt ist jedoch, dass Thema und forschungsleitende Frage den Bildungszielen der jeweiligen Schulform sowie der Sach- und Fachkompetenz der Betreuungsperson entsprechen.

[21] Für Haus- und Seminararbeiten sind Themen bzw. Forschungsfragen meist vorgegeben oder ergeben sich schlüssig aus den Seminarinhalten oder aus der entsprechenden Lehrveranstaltung.

Bei Bachelor-Arbeiten werden häufig praktische Problemstellungen angeboten, die in der Arbeit zu behandeln sind.

Bei Master-Thesis bzw. Magisterarbeiten und Dissertationen entwickeln sich Themenstellungen großteils aus dem Lehrbetrieb oder dem eigenen Umfeld. Interesse, berufliche Relevanz sowie Schwerpunkte im Studium fließen dabei ein.

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