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Die Geschichte der Firma Rauch

©2017

Ein Film von Detlef und Alicia Zeiler

Die Aufnahmen, Interviews und Bilder wurden von 2011 bis 2017 zusammengestellt.

Inhalt:

Vorwort:

Filmtext:

Franz Kern:

Christa Rauch:

Heinz Romstöck:

Fritz Trunk:

Paul Ziegler:

Bruno Salzmann:

Heinz Hoffmann:

Hüznü Öz:

Wolfgang Sasse:

Michael Stiehl:

Die Entwicklung der Firma von 1897 bis 2019:

Die „Außenpolitik“ der Gebrüder Rauch:

Kleiner Stammbaum der Familie Rauch:

Aktuelles im Jahre 2019:

Vorwort: Wieso dieser Film?

In den Jahren 2005 bis 2011 war ich oft zusammen mit meinem Vater am Grab meiner Mutter, die 2004 gestorben war. Bisweilen trafen wir dort auf Heinz Rauch und seine Frau Christa Rauch, die dort das Familiengrab besuchten. Und jedes Mal plauderte mein Vater eine Weile mit Heinz Rauch in einer Weise, als ob sie beide alte Kumpels seien. Aber in Wirklichkeit war Heinz Rauch einer der Chefs der Firma – und mein Vater nur ein kleiner Arbeiter derselben Firma. Das hat mich so verwundert, dass ich mir Gedanken darüber machte, was es denn mit dieser Firma, in der mein Vater gearbeitet hatte, auf sich hatte.

Natürlich hätte ich das schon früher machen können. Aber oft ist es doch so, dass man das Selbstverständlichste, was einen umgibt, einfach so hinnimmt und nicht weiter beachtet. Dabei hatte ich doch Geschichte studiert – und arbeitete damals in einem Wirtschaftsgymnasium, in dem Wirtschaftsgeschichte ein wichtiges Thema sein sollte. Und die seit 1897 bestehende Firma Rauch hätte sich als Forschungsgegenstand eigentlich schon früher angeboten. Sie hatte schließlich zwei Weltkriege und mehrere politischen Systeme überlebt und das Leben einer ganzen Stadt, meiner Heimatstadt Freudenberg (Baden), wesentlich geprägt.

Während mein Vater am Friedhof mit Heinz Rauch über dieses und jenes plauderte, kam ich einige Male mit Christa Rauch ins Gespräch, die mir Anekdoten über die Firma Rauch und deren Mitarbeiter erzählte. Ich schlug ihr daraufhin vor, die Geschichten über die Entwicklung der Firma von noch lebenden ehemaligen Mitarbeitern zu sammeln und zusammenzustellen. Sie fand, das sei eine gute Idee.

So habe ich dann nach und nach noch lebende ehemalige Mitarbeiter besucht und in stundenlangen Gesprächen ausgefragt. Mit der Zeit wurde das Material, das ich zusammengetragen hatte, immer umfangreicher – und ich hätte neben meiner Tätigkeit als Lehrer nie und nimmer die Zeit gefunden, all die Aussagen zu sichten, zu kürzen und in eine sinnvolle Reihenfolge zu stellen.

Im Sommer 2016 wurde ich pensioniert. Und von da an machte ich mich an die Arbeit, all die vielen Aussagen, die ich gesammelt hatte, auf die Rauch-Geschichte hin zu überprüfen. Der Schnitt hat dann immerhin gute vier Monate in Anspruch genommen. In dieser Zeit lebte ich wie im Tunnel, sammelte Fotos und alte Filme, um die Texte auch sinnvoll zu bebildern.

Am Ende bat ich den heutigen geschäftsführenden Gesellschafter des Unternehmens, Michael Stiehl, mir kurz die Veränderungen aufzuzeigen, welche die Firma Rauch unter seiner Führung durchmachen musste. Vor allem die vielfältigeren Ansprüche einer mehr denn je individualisierten Kundschaft und die umweltgerechte Produktion sind heute Themen, auf die eine Firmenleitung reagieren muss.

Herausgekommen ist nun ein 45-minütiger Film, von dem ich zusätzlich eine 20minütige Kurzversion angefertigt habe. Der vorliegende Text dokumentiert die 45-minütige Filmversion.

Der Film selbst ist im Staatsarchiv Wertheim ausleihbar und wird über folgende Seite demnächst auch im Internet abrufbar sein:

https://www.landesarchiv-bw.de/web/46679

Die Geschichte der Firma Rauch in Freudenberg am Main

- erzählt von ehemaligen Mitarbeitern.

Filmtext -

Exposition:

Freudenberg liegt am nördlichen Ende Baden-Württembergs – und ist heute ein beinahe idyllischer Ort an einer Flussbiegung des Mains.

Wir beginnen mit einem Blick zurück auf das alte Freudenberg, das lange noch nicht so wohlhabend war wie heute. Autos, Radios, selbst Fahrräder waren lange Zeit noch Luxusgegenstände.

Die ärmlichen Hütten am Mainufer waren häufig von Hochwasser bedroht. Und ein Blick in den Osten zeigt ein weites, unbebautes Feld; lauter kleine Ackerstücke.

Franz Kern (geb. 7.11.1919):

„Also ursprünglich gab’s in Freudenberg die Sandsteinbetriebe, die Söllers z.B. Aber es ist halt so, weil der Sandstein, der hat ja auch viel Schwefel, und wenn man im Stein gearbeitet hat, da hat man immer einen Mords Durst gekriegt, ne. Und dann haben die Steinhauer so Wasserkübel gehabt, von Holz, und die Lehrbuben, die mussten dann immer an die Brunnen fahren und mussten Wasser holen, weil man dort viel trinken musst.

Kein Bier, des Bier kam erst hinterher.

Aber weißt, von dem Steinstaub ist die Lunge zu geworden, und mit 36, mit 36 Jahren sind die Steinhauer schon gestorben! Und wer net in den Steinbruch gemusst hat, der ist net hin, der hat sich andere Arbeit gesucht, ne. Die einen sind Schiffer geworden, so als Matrosen sind die gefahren – auf’m Main, ja. Und dann gab’s die Wagner, und dann die die Fässer gemacht haben, die Küfer. Zwei Wagner waren da.“

D.Z.:

Aber so allmählich war dann doch der Rauch der größte Arbeitgeber.

Franz Kern:

„Allmählich ist der Rauch immer mehr aufgeblüht. Und dann haben die Arbeitskräfte in Freudenberg nicht mehr ausgereicht. Und dann musste der Rauch in der Umgebung suchen, wo er Leut findet. Aber inzwischen sind ja auch die Vertriebene gekommen, wo in Wertheim die Glashütte aufgebaut haben. Und dann haben die da oben auch Leut gebraucht in der Glashütte – und dann ist die Umgebung abgesucht worden nach Leut. (Lacht) Da war eine große Konkurrenz da, ne.“

D.Z.:

Aber das hat ja für die Löhne so gewirkt, dass die gut gestiegen sind.

Franz Kern:

(Lacht) „Ja. Der gegenseitige Kampf dann um die Leut, da sind dann auch die Löhne ein bissle raufgange. (Lacht) Des war ‚ne richtige Lohntreiberei. (Lacht) Aber für den Arbeiter war’s gut!

Aber immerhin mussten die immer auch zusehen, dass sie immer günstig absetzen können, dass preislich sie immer so unten liegen, ne, und dass ein bissle Quälität drin war, ein bissle Erfindergeist.“

D

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