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Die Fußballkracher

Weitere Titel von Sabine Zett in dieser Reihe:
Die Fußballkracher – Ab ins Stadion
Die Fußballkracher – So sehen Sieger aus

Sabine Zett,
geboren 1967, aufgewachsen in Westfalen, arbeitet als freie
Journalistin und Kinderbuch-Autorin. In Sachen Fußball kennt
sie sich bestens aus: Sie schrieb bereits ein Kindersachbuch über
den FC Schalke 04 sowie Abenteuer-Hörspiele für verschiedene
Bundesligavereine. Die Autorin lebt mit ihrer Familie am
Niederrhein.

Inhaltsverzeichnis

Kapitel 1 Der Elfmeter-Killer

Kapitel 2 Die MegaÜ1berraschung

Kapitel 3 Der Super-Spruch

Kapitel 4 Die Profi-Kabine

Kapitel 5 Der Fußball-Gott

Kapitel 6 Die Rutsch-Katastrophe

Kapitel 7 Die Tausch-Aktion

Kapitel 8 Der Wunder-Schuss

Kapitel 9 Basti-Fantasti

 

 

Für Melissa und Vincent,
für Adrian
sowie für alle fußballbegeisterten Kids,
die um Tore, Punkte und Siege kämpfen!

Kapitel 1 Der Elfmeter-Killer

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»DU SCHAFFST ES, BASTI!«

»MACH IHN REIN!«

»VIEL GLÜCK!«

Die aufmunternden Rufe der Kids verstummten. Alle starrten auf den Ball, der genau auf dem Elfmeter-Punkt lag.

Nur noch eine Minute.

Es stand immer noch 0:0.

Totenstille breitete sich aus.

Ging der Ball ins Tor, war die D1 des FC Schwarz-Weiß Epping genau drei Spieltage vor Saisonschluss Tabellenzweiter!

Der gegnerische Torwart spuckte sich in die Handschuhe und zog sein Käppi tief in die Stirn.

»An mir kommt keiner vorbei!«, zischte er selbstbewusst und sah Bastian an, als wäre er ein feiges Würstchen.

Bastian spürte, wie seine Hände zu schwitzen und sein linkes Ohr zu jucken begannen. »Ein klares Zeichen für die Super-Hyper-Nervosititis«, würde Felix jetzt sagen und sich ebenfalls das Ohr reiben. Aber sein Zwillingsbruder war nicht hier und Basti rief sich ins Gedächtnis, welche Lösungen sie für den Fall der Nervosititis ausgemacht hatten.

Ach ja: Lachangriff oder Unsicherheitsattacke.

Er fixierte den Ball und dann den Torhüter, der mit ausgestreckten Händen auf den Schuss wartete.

Bastian entschied sich für die Unsicherheitsattacke.

»Heute schon die Kloschüssel geküsst? Du siehst so grün im Gesicht aus. Ist dir schlecht? Mach dir nur nicht ins Hemd«, murmelte er halb laut.

Der Torwart blinzelte verwirrt nur eine Minisekunde. Aber das reichte. In diesem Moment kam der Pfiff des Schiris. Bastian lief direkt auf den Ball zu, täuschte ganz kurz nach links an und haute dann den Ball volle Kraft in die rechte untere Ecke.

»TOOOR!«, schrie der komplette FC Schwarz-Weiß Epping.

»Unfair!«, schrie der Torhüter.

»Wiederholung!«, schrie der gegnerische Trainer.

»Aus!«, schrie der Schiedsrichter und pfiff ab.

Bastian grinste über beide Ohren. Sollte er den Miro machen oder den Brasilianer?

Basti entschied sich für den Brasilianer und kreiste so stark mit den Hüften, dass jede Bauchtänzerin hätte neidisch werden können.

Aus der Fußballsprüchesammlung von Trainer Jürgen:

»Heute hätte ich meine Sporttasche ins Tor stellen können, dann hätten wir zwei Stück weniger gekriegt.«
(Oliver Kahn)

»Das sind Gefühle, wo man schwer beschreiben kann.«
(Jürgen Klinsmann)

»Das war europäische Weltklasse!«
(Felix Magath)

»Ich bin der Elfmeter-Killer! Der Elfmeter-Hero! Der Elfmeter-Superman! Der Elfmeter-Big-King . . .«, sang er dabei laut vor sich hin.

Da ihm aber außer Cheeseburger kein weiteres englisches Wort mehr einfiel, brach er ab und ließ sich von seinen Mitspielern feiern.

Hatten es auch alle gesehen? Bastian warf einen Blick zu den Zuschauern, die am Platzrand standen. Viele waren es nicht: Mütter, Väter, Großeltern . . . Auch Trainer Jürgen machte ein sehr zufriedenes Gesicht und hielt in Bastians Richtung den Daumen hoch.

Mist! Schon wieder kein Talentsucher der Bundesliga dabei!, dachte Basti. Genau heute hätte er sehen können, was für ein Fußballkracher ich bin! Dann hätte ich garantiert eine Einladung zum Probetraining bekommen und die Nominierung in die deutsche Nationalmannschaft wäre dann nur noch ein Klacks gewesen.

Fußballgeschichte(n):

In der Geschichte des Fußballs kam es 1872 zum ersten Länderspiel. Die Gegner in Glasgow waren England und Schottland – es endete 0:0.

Seine Gedanken wurden unterbrochen, als die Spielertraube des FC Schwarz-Weiß ihn fortspülte.

»Wir sind Schwarz und Weiß! Wir sind megaheiß!«, sangen alle mit schiefen Stimmen.

»Solide Leistung, Basti!«, rief Marvin. »Warst du gar nicht nervös?«

»Nicht die Spur!«, log Bastian. Gerade Marvin gegenüber würde er sich niemals die Blöße geben und von seinem juckenden Ohr erzählen. Der Stürmer des FC Schwarz-Weiß Eppingwar sein größter Konkurrent und eigentlich für die Tore zuständig. Aber als sie am Vortag Elfmeterschießen geübt hatten, bestimmte der Trainer, dass Basti im Falle eines Falles beim Spiel der Schütze sein sollte.

Aus der Fußballsprüchesammlung von Trainer Jürgen:

»Wir können so was nicht trainieren, sondern nur üben.«
(Michael Ballack)

»Dann kam das Elfmeterschießen. Wir hatten alle die Hosen voll, aber bei mir lief’s ganz flüssig.«
(Paul Breitner)

In der Kabine war die Stimmung noch immer ausgelassen und Trainer Jürgen schmiss eine Runde Schokoriegel.

»Ihr habt gut gekämpft, aber Tabellenzweiter sind wir jetzt nur durch den verwandelten Elfmeter«, mahnte er vorsichtig. »Drei harte Spieltage liegen noch vor uns, vergesst es nicht!«

Typisch unser Trainer, dachte Bastian. Hat immer etwas zu meckern. Da könnte uns auch Mama trainieren. Beim Meckern kennt die sich bestens aus.

Während er duschte und sich umzog, nahm sich Basti vor, das Ziel Bundesliga selbst in die Hand zu nehmen. Nur noch drei Spieltage. Da musste es einfach klappen, dass ihn einer der Talentsucher von Schalke, Dortmund, Bremen, Stuttgart oder Bayern sehen würde!

Vielleicht könnte er Felix dazu überreden, mit ihm die Namen der Scouts aus der Bundesliga im Internet zu recherchieren. Vorher würde er natürlich seinem Zwillingsbruder erklären müssen, was ein Scout ist. Denn Felix hatte von Fußball echt keinen Plan.

Für Felix’ Pinnwand:

Scout (sprich: Skaut) – Talentsucher. Ein Scout hält Ausschau nach Fußballtalenten, guckt sich Spiele an und beobachtet einzelne Kicker im Auftrag der Bundesligavereine. Wenn ein Scout jemanden entdeckt hat, dann kommt alles über ihn in eine Datenbank: Name, Anschrift, jetziger Verein, Alter, Spielposition, beobachtete Fähigkeiten. Meistens wird dieser Spieler zu einem Probetraining eingeladen. Wenn seine Position gefragt ist und er gut ankommt, wird ihm vom Verein ein Angebot gemacht.

Wie Mama das geschafft hat, zwei äußerlich gleiche Jungen auf die Welt zu bringen, die aber so unterschiedliche Interessen hatten, war Basti bis heute schleierhaft. Sich für Fußball nicht zu interessieren oder nicht zu wissen, welche Vereine in der Bundesliga spielten! Das gehörte doch zur Allgemein bildung und sollte in der Schule unterrichtet werden!

Die Bundesliga. Bastis erklärtes Ziel. Für ihn bedeutete es ALLES:

image megastarken Fußball,

image schreiende Fans,

image mächtig Kohle,

image schnelle Autos,

image drängelnde Reporter,

image Reisen in die ganze Welt,

image gekritzelte Autogramme und irgendwann auch

image viele heiße Girls . . .

Denn auch wenn sie momentan noch kichernde Zicken waren, musste etwas an den Weibern dran sein, das hatte Basti schon gecheckt. Sonst hätten nicht so viele Fußballstars Freundinnen oder Frauen. Manche auch mehrere. Nacheinander natürlich. Oder etwa nicht?

Er wurde durch Marvin, der plötzlich neben ihm stand, aus seinen Träumereien gerissen.

»So, Bastian. Mal unter uns: Du hast doch Schiss gehabt, dass er danebengeht, oder?«

Basti grinste. Typisch Marvin. Es machte ihm wohl zu schaffen, dass nicht er das entscheidende Tor geschossen hatte.

»Keine Ahnung. Hauptsache drin, oder?«

Marvin zuckte die Achseln. »Klar . . . Aber beim nächsten Spiel schieße ich!«

»Wenn du dann unser Trainer bist und das bestimmen darfst – sicher, doch!« Bastian schnappte sich seine Sporttasche und ließ den verdutzten Marvin stehen.

Bastians Merkzettel:

Fußball wird auf der ganzen Welt gespielt. Hier eine kleine Auswahl, wie das Spiel in anderen Ländern heißt:

USA: Soccer

England: Football

Italien: Calcio

Niederlande: Voetbal

Türkei: Futbol

Finnland: Jalkapallo

Polen: Pi»ka Noóna

Kroatien: Nogomet

Indonesien: Sepakbola

Japan: Sakka

Draußen vor dem Vereinsheimtraf er Trainer Jürgen.

»Gut gespielt, Basti, und im entscheidenden Moment die Nerven behalten. Das macht einen guten Fußballer aus«, lobte dieser.

»Danke, Trainer.« Bastian freute sich sehr über die Worte, denn es war bekannt, dass Jürgen mit Lob ziemlich sparsam war. Aber ihm brannte noch etwas anderes auf der Seele: Vielleicht ist ja doch vorhin ein Talentsucher bei den Zuschauern dabei gewesen! Der Trainer wusste das bestimmt! Vielleicht hatte er ihn einfach nur übersehen?

»Trainer?«

»Ja, Bastian?«

»Ich hab da mal eine Frage . . .«, begann Basti zögerlich. »Wissen Sie, ob beim Spiel jemand zugeschaut hat . . . der . . . der . . . etwas sehen wollte, . . . also, . . . der noch nie hier war . . .?«

Der Trainer schaute ihn prüfend an. »Ja, da war tatsächlich jemand, der sonst nicht dabei ist«, sagte er langsam.

Bastians Herz begann, laut zu klopfen. »Echt?«

»Aber ja. Und dieser jemand hat deine Elfmeterglanzleistung ganz genau beobachtet.«

»Echt? Und wissen Sie auch den Namen und woher er kam?« Bastis Herz hüpfte vor Aufregung. Hurra! Es war also doch ein Talentscout auf dem Platz gewesen!

Jürgens Augen wurden ganz schmal und seine Mundwinkel zuckten. »Sicher weiß ich das. Ich kriege alles mit«, sagte er langsam.

»Und?« Bastian konnte es vor Spannung kaum noch aushalten. Er roch förmlich schon die Bundesligaluft.

»Wer war es? Wer hat mich beobachtet? Jetzt sagen Sie schon: Wer war es?«

»Ihr Name ist Inge Marken«, antwortete der Trainer und kicherte. »Sie ist die Oma von unserem Verteidiger Adrian und gerade zu Besuch. Und da wollte die liebe Omi sehen, wie ihr Enkelsohn und seine Mannschaft spielen. Sie war das erste Mal bei uns auf dem Platz. Und hat alles genau beobachtet. Deinen Elfmeter natürlich auch. Sie hat ganz laut geklatscht.«

Bastian wusste nicht, ob er weinen oder schreien sollte. Und Trainer Jürgen lachte so schallend, dass er kaum noch sprechen konnte.

»Und duuu hast gedaaacht, dass eees ein Scout waaar, odeeer?« Er kriegte sich gar nicht mehr ein. »Dabeiiiii war eees nur dieee Omaaaa von Aaaadrian, hahahahaha . . .«

Bastian war so wütend, dass er den Trainer am liebsten vors Schienbein getreten hätte!

Wie konnte er ihn bloß so veräppeln!

Eine Unverschämtheit war das!

Ihn so zu quälen!

Ihn, den strahlenden Elfmeter-Killer!

Eine bodenlose Frechheit!

Während Jürgen immer noch lachte und lachte, drehte sich der angefressene Basti wortlos um, stieg auf sein Rad und heizte mit quietschenden Reifen davon. »Das wird er mir noch büßen«, dachte er grimmig.

 

 

 

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Kapitel 2 Die MegaÜberraschung

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Zu Hause wartete Mama schon mit dem Mittagessen und den typischen »TMF« – Tausend-Mama-Fragen.

»Na, Basti? Wie war das Spiel? Habt ihr gewonnen? Hast du ein Tor geschossen? Was hat der Trainer gesagt? Haben Papa und Felix es rechtzeitig geschafft? Wo sind sie eigentlich? Und hast du eigentlich schon alle Hausaufgaben gemacht? Du weißt, dass Schule wichtiger als Fußball ist?«, ratterte sie ihre TMF herunter.

»Ma, nicht so schnell . . . Ja, wir haben gewonnen. Und sind auf Platz zwei der Tabelle aufgerückt. Das Eins-zu-null hab ich geschossen. Per Elfmeter . . .«

»Juhu!« Weiter kam er nicht, weil Mama das Geschirrtuch, das sie in der Hand hatte, vor Begeisterung in die Höhe warf und es Bastian direkt auf dem Kopf landete. Jetzt mussten beide lachen.

»Ich verkaufe dich und dein Fußballtalent für ein paar Millionen an einen Club bei den Scheichs. Einen Turban hast du schon«, kicherte Mama.

»Sehr witzig. Und übrigens: Die Hausaufgaben sind längst fertig. Aber wenn ich bei den Scheichs Millionen verdiene, dann schaffe ich mir einen Hausaufgabendiener an, der sie für mich erledigt. Nur, dass du es weißt.«

Fußballgeschichte(n):

Bis zur Einführung der Bundesliga in der Saison 1963/64 wurde der Meister in einem klassischen Finale ermittelt. Die Gegner der ersten deutschen Meisterschaft im Mai 1903 in Altona hießen Deutscher Fußball-Club (DFC) Prag und VfB Leipzig. Doch beim Anstoß um 16 Uhr fehlte das Wichtigste, nämlich ein spielfähiger Ball! Es dauerte 45 Minuten, bis einer aus dem Vereinsheim herbeigeschafft wurde. VfB Leipzig gewann dann mit 7:2.

»Abgemacht! Und was war nun mit Papa und Felix? Seid ihr nicht zusammen zurückgefahren?«

Basti schüttelte den Kopf. »Die waren gar nicht da. Wollten sie denn überhaupt kommen? Für Felix ist Fußball doch das langweiligste Ding der Welt. Und Ahnung hat er auch nicht. Ein Sturmangriff ist für meinen Bruder immer noch ein starker Wind und die Viererkette hält er für Autowinterreifen.«

Mama lachte. »Ja, schon, aber heute hatte euer Vater ihn überredet, zu deinem Spiel zu fahren. Vorher wollten sie nur noch kurz in Papas Büro.«

»Dann sind sie wahrscheinlich noch dort. Auf dem Platz habe ich sie nicht erspäht. Aber ehrlich gesagt, ich habe eher nach einem Talentsucher aus der Bundesliga Ausschau gehalten als nach ihnen«,

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