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Die Fahrt

Alfred J. Schindler

 

 

Die Fahrt

 

Horrorthriller

 

von

 

Alfred J. Schindler

 

 

 

VORWORT

 

 

Seit mehr als dreißig Jahren fahre ich nun schon für eine große Autofirma Ersatzteile aller Art nach Frankreich. Egal, ob es Antennen, Batterien oder elektronische Teile sind: Ich fahre sie.

 

Pünktlich und zuverlässig.

 

Jeden Montagmorgen belade ich meinen Anhänger, der im Ingolstädter Ersatzteillager steht, mit vier großen Paletten und befestige ihn an meinem AUDI. Es ist immer das gleiche Ritual. Ja, man könnte es fast so bezeichnen. Die Route kenne ich natürlich in- und auswendig. Es sind exakt 890 Kilometer von Ingolstadt bis Vienne, das in der Nähe von Lyon liegt.

 

Als ich an diesem eiskalten Montag in mein Fahrzeug einsteige, kann ich nicht ahnen, dass diese Fahrt anders wird, als all die vielen Fahrten zuvor. Es soll eine Fahrt ins Grauen werden…

 

Ins absolute Grauen.

 

 

Noch in Deutschland…

 

 

Dieser Februar ist kälter, als all die vorangegangenen. Der Diesel springt zwar sofort an, aber ich spüre, wie ausgekühlt das Fahrzeug ist, obwohl es nachts in der gemauerten Garage stand. Es ist halb acht Uhr am Morgen und ich fahre, vom Lager kommend, auf eine Landstraße. Nach etwa zwanzig Minuten biege ich vorsichtig in die B 300 ein, die mich nach Augsburg führt. Ich muss mehrere Dinge beachten: die zum Teil überfrorene Nässe auf der Straße, der schnelle Verkehr hinter mir und der schwere Hänger. Es verläuft alles völlig normal, genauso normal…

 

… wie es bisher immer verlief.

 

Gleich nach Friedberg, das bei Augsburg liegt, fahre ich in die Autobahn ein. Hier ist die Fahrbahn glücklicherweise vollständig geräumt und somit nicht so glatt wie auf der B 300 zuvor. Es ist die A8, auf der ich mich jetzt befinde, und sie führt mich Richtung Frankreich. Ich kenne jedes Haus, jedes Waldstück und jedes Verkehrsschild, das ich hinter mir lasse. Ja, ich gebe zu: es ist für mich eine eintönige, eine langweilige Fahrt, die noch vor mir liegt. Aber was tut man nicht alles fürs liebe Geld? Zugegeben, ich verdiene gut dabei, und alleine dieser Auftrag würde ausreichen, um meinen Lebensunterhalt zu sichern.

 

Ich schalte das Radio ein und lausche den Tönen, die in meine Ohren dringen. Wann begann ich mit dieser Tour? War es 1976 oder war es 1977, als ich den Vertrag mit der weltbekannten Autofirma in Ingolstadt unterschrieb? Ich glaube, es war 1976. Damals war ich noch ein junger Mann. Ich hatte allerlei Flausen im Kopf und Vienne wurde irgendwann meine zweite Heimat. Was für eine wunderschöne Kleinstadt! Dieser herrliche Marktplatz mit den idyllischen Cafés! Und die schönen Denkmäler!

 

Einfach grandios.

 

Das kleine Hotel, in dem ich immer übernachte, ist noch genauso, wie vor dreißig Jahren: Etwas schummrig, aber urgemütlich. Ich freue mich schon jetzt auf das gute Abendessen, das mich dort erwartet.

 

Wie viele junge Frauen hatte ich in Vienne kennen gelernt! Waren es im Laufe der Jahre zwanzig, waren es dreißig oder gar fünfzig Damen, die ich in meinem kleinen Zimmer, in dem Zimmer, in dem ich immer schlafe, beglückte? Ich weiß es, ehrlich gesagt, nicht mehr, wie viele es waren. Es spielt ja auch keine Rolle. Ich verliebte mich oft, ich würde sagen, zu oft. Andererseits bereue ich nichts, denn es war eine schöne Zeit. Wieso auch sollte ich sie bereuen?

 

Ich heiratete nie, ich war so frei wie ein Vogel im Wind, und ich konnte tun und lassen, was immer mir gefiel. Ich war niemandem Rechenschaft schuldig. Außer meinem Vertragspartner. Das war klar. Die Ware musste unbedingt spätestens jeweils am Dienstag in dem großen Lager eintreffen. Von dort aus wurden und werden auch heute noch die benötigten Ersatzteile an die einzelnen Autowerkstätten in ganz Frankreich verteilt. Ich sorgte dafür, dass ich nie in Verzug kam, und so gab es auch keinerlei Schwierigkeiten.

 

Das dachte ich!

 

Stuttgart liegt bereits hinter mir. Im Auto ist es wunderbar warm. Ich zünde mir eine Zigarette an und fahre zum Tanken an eine Autobahntankstelle. Ich kaufe mir eine Tasse Kaffee, denn ich liege gut in der Zeit. Das beruhigt mich. Die Lufttemperatur dürfte bei etwa minus fünfzehn Grad liegen. Es können auch etwas weniger Grade sein. Wie gesagt: dieser Februar ist außergewöhnlich kalt.

 

Meine Fahrt setzt sich fort. Der Tag ist klar und schön. Die Sonne scheint, aber sie wirkt auf mich heute, als ob sie kalt wäre. Eiskalt. Seltsam. So empfand ich sie noch nie. Es verspricht aber eine angenehme Fahrt zu werden. Es geht nichts über eine trockene Fahrbahn, sowie das natürliche Tageslicht. Straßburg liegt vor mir. Etwas später bin ich auch schon in…

 

Frankreich.

 

Es ist eine Fahrt wie jede andere. Die französische Musik im Radio geht mir langsam auf die Nerven. Sie geht mir jedes Mal auf die Nerven, aber trotzdem schalte ich sie immer wieder ein. Ich nehme mir vor, das Radio gegen ein kombiniertes Radio / CD-Player-Gerät auszutauschen, wenn ich wieder zu Hause bin.

 

O

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Viel Spaß!



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