Logo weiterlesen.de
Die Digitalisierung der Kinderstube

Ich danke allen Menschen von Herzen, die mich unterstützen, mich begleiten, mit mir zusammenarbeiten und somit meinen Weg der vielseitig begeisterten Arbeit überhaupt erst ermöglichen.

für Laila

Clara Welten

Die Digitalisierung der
Kinderstube

Miteinander leben
oder
nebeneinander existieren?

édition Welten

Inhaltsverzeichnis

Vorwort

1. Vom Ich zum Anderen oder über die Sehnsucht nach Einheit

2. Einblick in die Herausbildung menschlicher Fähigkeiten seitens der Gehirnforschung: Das kindliche Gehirn und seine Umwelt

3. Die Geburtsstunde der Empathie – Wiege der Menschheit?

4. Die Entwicklung des Selbst

5. Wie sich das Gehirn pränatal, in der vorgeburtlichen Zeit entwickelt oder alles ist stets in Bewegung

6. Zeit gewinnen, Zeit verlieren: Kompass der Sinnhaftigkeit im digitalen Alltag?

7. Ich sehe mich oder wie der Andere zu meinem Spiegel wird

8. Wie sich unser Gehirn postnatal aus neurodidaktischer Sicht entwickelt oder über die Reziprozität des Innen und Außen

9. Der Missbrauch digitaler Medien – wie, was und weshalb tun?

10. Eltern und Kinder – begleiten und angstfrei verantwortlich sein

11. Der authentische Mensch oder die Entwicklung einer reifen Persönlichkeit

12. Selbst-Bestimmung wahrnehmen im digitalen Zeitalter

Anhang

Checkliste (lösungsorientierte Zusammenfassung der Erkenntnisse)

Literaturempfehlungen

Vorwort

Bist Du online? Bist Du connected? Ich bin out! So klingen die Sätze, von uns selber oder von unseren Kindern gesprochen. Vor ungefähr dreißig Jahren, zu Zeiten der Explosion der Herstellung digitaler Geräte, waren Handys so groß wie ein kleines Paket und lediglich für Erwachsene des gehobenen Mittelstandes oder einer bestimmten Berufsschwarte erschwinglich. Heutzutage besitzt nicht nur quasi jeder ein Smartphone, sondern die Kinder übernehmen die alten Teile der Eltern, nicht selten spätestens ab dem 6. Lebensalter. Vorher haben sie aber alle bereits digitale Erfahrungen gesammelt, beim Seriengucken auf youtube, beim Computerspielen oder Lernspielen auf dem Laptop der Eltern. Hierbei oft ab dem 2. oder 3. Lebensjahr. Das ist die allgegenwärtige Situation, die sich durch die „digitale Intelligenz“ in wenigen Jahren rasant fortentwickelt hat. Aber wie wollen wir leben? Neben- oder miteinander?

Dieses Buch ist das Ergebnis ausgiebiger Gespräche mit Eltern, die sich im Angesicht des pausenlosen Smartphone-Gebrauchs ihrer Kinder hilflos und ohnmächtig fühlen und oft verzweifelt sind. Denn die Gefahr des Missbrauchs betrifft alle sozialen Schichten und alle Eltern, ziemlich genau in dem Moment, in dem das Kind Zugang zu digitalen Medien besitzt. Als ich neulich im Zug fuhr, saß mir eine junge, „alternativ gekleidete“ coole Mutter gegenüber, die mit ihrem iPad beschäftigt war. Die Augen ihres zwei Jahre alten Sohnes fixierten sich auf das Gerät, sobald es auf dem Tisch stand. (Eine Tatsache, die wir oft beobachten können: Dass die Augen der Kinder sich quasi sofort auf einen Bildschirm heften, sobald er in der Umgebung auftaucht und sogar, wenn er hinter ihnen benutzt wird!) Es dauerte nicht lange, da zog die Mutter ein Tablet aus ihrer Tasche, stellte die Serie des „kleinen Maulwurfs“ ein, schob es ihrem Sohn zu, der problemlos die Tastatur bediente und sich des kleinen Maulwurfs erfreute. „Was ist dagegen einzuwenden?“, habe auch ich mich vor meiner Recherche gefragt. Anlass war lediglich dieses Gefühl in der Magengrube, dass es zu früh ist, dass dieser kleine Kerl noch nicht einmal sprechen, aber das Tablet bereits bedienen kann, so selbstverständlich als spiele er mit einem Teddy. Den allerdings habe ich in vier Stunden nicht gesehen … Vielleicht ist es diese Tatsache, die mir schwer auf dem Herzen liegt, die Ausschließlichkeit. In diesem Buch werden wir tiefenpsychologisch und neurodidaktisch mitgehen, weshalb dieses Gerät unmittelbar zum Ort der Sehnsucht wird, sobald Kinder es bedienen.

Das Buch ist ebenfalls das Ergebnis vieler Fragen von ErzieherInnen, mit denen ich als Dozentin in Genf und Berlin arbeite: Sie sehen die Gefahren des Missbrauchs, haben aber nur selten eine Handhabe, die sie darin unterstützt, was eine Leitlinie für den Gebrauch der Kinder und ab welchem Alter sein kann. Erwachsene, Eltern und Erzieher möchten wissen, was psychisch und physisch für die Heranwachsenden tatsächlich ratsam ist. Dieser Aufklärung über die seelische und körperliche Gesundheit der frühen Digitalisierung widme ich mich: Wir sollen Grenzen setzen, aber wo und wann? Wir möchten kooperativ sein, aber was ist das Beste? Wir möchten die Kinder unterstützen und begleiten und sind für ihr ganzheitliches Gutgehen verantwortlich. Aber wie? Ich denke: Wenn wir (tiefenpsychologisch und neurodidaktisch) verstehen, was den Reiz produziert, können wir die notwendigen Regeln klarer, weil mit Herz und Verstand, mit Überzeugung einsetzen.

Was macht es mit uns und unseren Kindern, wenn wir als Familie zusammensitzen, des Abends, mit Kopfhörern, jeder für sich schalldicht abgeschlossen, auf die Abfolge von Bildern starrend, im Sessel, auf dem Sofa, zusammen und doch allein? Die Stunden vergehen wie Minuten und das Abschalten der Geräte ist fast immer ein Kampf. In solchen Situationen gibt es keinen Austausch. Die Haltung ist Vereinsamung. Der Körper kraftlos. Antwortlosigkeit im Gegenüber, der Monolog wird großgeschrieben. Denn lebendige Kommunikation besteht aus zwei Menschen, aus verschiedenen Meinungen, Fragen und Antworten, auf das Einlassen – beidseitig, Zuhören und Sprechen, sich ärgern, Lösungen finden, sich reiben am Anderen, sich vertragen, den Anderen als Person wahrnehmen, Frustration spüren und aktiv heraustreten …

Leben ist die Fähigkeit, aus Erlebnissen, die wir seelisch, mental und körperlich erfahren, weil spüren, zu lernen. In diesem Fall kann das Gegenüber kein Bildschirm sein, sondern es ist ein Spiegel, wie Lacan es vortrefflich analysierte: Das Kind schaut in das Gesicht eines Anderen und sieht – sich. Wie schaut der Andere uns an? Was sprechen seine Augen? Ist der Andere präsent? Ist er lebendig da? Diese Funktion kann keine Maschine übernehmen. Empathie gibt es nur zwischen Mensch und Mensch. Neben dem täglichen Gebrauch digitaler Geräte wird dasjenige, an das sich unsere Kinder später positiv erinnern werden, nicht die Serie auf youtube sein, sondern diese gelebte Spiegelung, das gemeinsame Spielen, Tun und Sprechen: die Empathie. In Zeiten der allseits zu beobachtenden „Vermaschinierung“ des Gegenübers und des Alltags dürfen wir den Wert bewusst setzen auf: Mensch-Sein. Es geht um nichts weniger als um das Überleben aller Lebewesen. Denn den Planeten Erde werden wir nicht durch „Knopfdruck des ein und aus“ retten, so wie wir Facebook-Freunde gewinnen oder löschen.

1.Vom Ich zum Anderen1 oder über die
Sehnsucht nach Einheit

Eine Familie sitzt im Restaurant. Kerzen auf dem Tisch, Gemütlichkeit, drei Generationen beisammen, um den Geburtstag des Siebenjährigen zu feiern. Die Großeltern sind extra aus Frankreich angereist. Die Erwachsenen unterhalten sich engagiert, lachen viel und tauschen sich über die Neuigkeiten aus, denn sie haben sich seit einigen Monaten nicht gesehen.

Max aber schaut nach unten, unter den Tisch, auf sein Smartphone. Er hat es zum Geburtstag bekommen; ein iPhone 5. Es ist der alte Apparat seines Vaters. Er kennt sich aus damit, weiß, was er zu tun, welche Knöpfe er zu bedienen hat. Manchmal schaut er nach oben, zu den anderen, zu seiner Familie. Er lächelt, verweilt für einige Sekunden unter ihnen – und taucht wieder ab. Bis das Abendessen kommt, also eine gute halbe Stunde vergangen ist, ändert sich nichts daran. Die Erwachsenen sehen, dass Max mit dem Gerät spielt, wie meistens. Kein Kommentar. Sie selber benutzen ihr Smartphone, iPhone 7 und 8, ja auch regelmäßig, ungefähr 6-mal in dieser Zeit, zum Fotoschießen, zum Nachrichtenchecken, zum Präsentieren der letzten Urlaubsbilder.

Ja, es ist unbenommen wahr: Mit dem Smartphone kann man alles machen! Musik hören, seine Lieblingsalben oder auch das Radio; Fotos schießen, sie sammeln, ordnen, bearbeiten und präsentieren; sich kostenlos mit seinen Freunden aus der nahen und fernen Welt austauschen, Spielen, Nachrichten schreiben und empfangen, E-Mails formulieren, im Internet recherchieren, Filme sehen, Videos machen, geweckt werden. Und ich vergaß: Telefonieren! Ist dies kein guter Grund, es rund um die Uhr zu benutzen? Man könnte meinen ja. Es ist eines der großen Themen dieser Zeit: Digital können wir fast alles machen und immer mehr. Doch ist das sinn-voll? Was ist der Maßstab für Sinnhaftigkeit in einer digitalen Welt?

Es gibt Zeiten des Miteinander und des Alleinseins. Max, der nun recht widerwillig in seine Pizza beißt, denkt an sein virtuelles Fußballspiel, das er unbedingt gewinnen will! Das ist wichtig, denn darüber tauscht er sich mit seinen Freunden auf dem Schulhof aus. Und das Mitspielen entscheidet auch über die Frage: in oder out! Und wer möchte nicht dazugehören, Teil der Gruppe sein?

Wenn Max in sich hineinfühlen könnte, würde er dreierlei feststellen: Erstens, dass er sich nicht (mehr) für diese andere Außenwelt interessiert, nicht für die Kerzen auf dem Tisch, nicht für die Atmosphäre, nicht für die Gespräche, nicht für die Oma, die er lange nicht gesehen hat. Zweitens, dass es ihm egal ist, was er isst. Ob es ihm schmeckt oder nicht, dafür hat er momentan kein Gefühl und drittens, dass es ihn einzig und allein zum Spiel, zum Gerät, zum Smartphone zieht: Der Ort seiner Sehnsucht ist momentan eine Maschine.

Warum beteiligt sich Max nicht an den Gesprächen, an den Witzen, an dem Miteinander der Familie? Weil er erst sieben Jahre alt ist? Weil er es nur noch selten praktiziert und daher nicht wirklich kann. Max ist dabei, den Anschluss an das lebendig Andere zu verlieren.

Das Andere ist die Welt. Sie ist immer außerhalb von uns, per definitionem. Dieser Themenbereich, nämlich der Weg vom Eigenen zum Anderen, wird in der Tiefenpsychologie als Narzissmus, als primärer und sekundärer, bezeichnet.2 Narzissmus ist pränatal und postnatal bedeutsam, also sowohl für unsere Zeit im Mutterleib als auch für die des Auf-die-Welt-Kommens. Ich möchte mit Ihnen einen Ausflug machen, zurück zum Beginn unserer Existenz, in der wir für mehr als neun Monate intrautinär geborgen und Eins waren – verbunden mit dem Menschen, mit der Mutter und dem Universum, das uns umgab. (Dieser Exkurs in die Welt des tiefenpsychologischen Denkens ist wichtig, um mitfühlen zu können, wohin es Max in seiner Sehnsucht zieht: nämlich weg von der „unkontrollierbaren“ Kommunikation mit Anderen, hin zum Gefühl der Einheit.)

Spätestens seit den Narzissmus-Forschungen der 70er und 80er Jahre wissen wir, wie wichtig der pränatale Zustand für die ganzheitliche Gesundheit des Menschen ist. Die Existenz im Mutterleib ist durch sanfte Bewegungen des Wassers gekennzeichnet, durch eine Welt der „Blase“ im rötlichen Licht, durch Symbiose mit dem allerersten Menschen, der Mutter, mit der wir uns Eins fühlten, obwohl wir doch Zwei waren. Es ist der pränatale Zustand, in dem weder ein Objekt im Außen, nämlich die Mutter existierte, noch eine Abhängigkeit gefühlt werden konnte, weil auch die Nahrung uns automatisch (durch die Nabelschnur) zugeführt wurde. Es ist die Zeit des Menschwerdens, in der wir genährt werden und wachsen, ohne fordern oder wünschen zu müssen. Hier hat die Zeit der Gegenwart, des Jetzt ihre Bedeutung: Es ist. (Weder besteht ein Bewusstsein für die Vergangenheit es war noch für die Zukunft es wird.)

Chasseguet-Smirgel, eine der bedeutendsten Psychoanalytikerin des 20. Jahrhunderts, formuliert: „Die Zeit, in der das Kind selbst sein eigenes Ideal war, enthielt weder Unbefriedigtheit noch Begehren, noch Verlust, und sie besteht in uns als das Engramm des perfekten und permanenten Glücks.“3 Wir sprechen in diesem Zusammenhang von der Zeit des Ich-Ideals, das wir selber waren. Der Andere wurde noch nicht als ein Fremdes wahrgenommen. Die Mutter, in der wir Zuhause waren, war Teil unserer Welt.

Diese Geborgenheit des pränatalen Zustandes, die bis zu der Zeit währt, wenn es „eng wird“ und der Platz im Inneren, im Bauch der Mutter nicht mehr reicht, um „sich vollkommen zu fühlen“, mag eine ganz wesentliche Sehnsucht von uns Menschen bestimmen: Woher wir kommen, ist eine Erinnerungsspur, die wir vielleicht in der Liebe wiederzufinden suchen, in der sexuellen zum Partner, aber auch in der zu Menschen schlechthin, dann, wenn wir mit den besten Freunden das Gefühl haben, nach einem gelungenen Abend: „WIR sind EINS!“ Wir fühlen uns verstanden. Wir haben Differenz aufgehoben durch GleichKlang.

Ich denke, dass jeder Mensch diese bestimmte Vorstellung als Sehnsucht nach Harmonie in sich trägt. Und meiner Erfahrung und Praxis nach ist diese Spur der Erinnerung noch viel weiter gelegt, nämlich in die Zeiten der nichtphysischen Existenz hinein oder zurück, von dort, woher wir kommen, als unsere Seele noch nicht verkörpert, inkarniert war.4 Auch Chasseguet-Smirgel weist in ihren Werken daraufhin, dass das Entstehen von Religionen, von metaphysischen Philosophien, von Idealen schlechthin uns von dieser Sehnsucht nach Einheit, nach einem Universum erzählt, in dem wir fühlten: „Wir alle sind Eins in diesem Kosmos!“ Für mich findet sich diese Sehnsucht auch in der Musik, wenn Rhythmus uns hinwegträgt in Bewegung, körperlich wird und wir die Welt um uns herum vergessen – die Bewegung des Wassers war rhythmisch … 5

Die Bedingungen der pränatalen Zeit als ein undifferenzierter Urzustand, den das narzisstische Ich wiederherzustellen versucht, formuliert Bèla Grunberger, ebenfalls einer der größten Psychoanalytiker des 20. Jahrhunderts, wenn es um Narzissmus-Forschung geht, wie folgt: „Der Fötus lebt in einem erhebenden Zustand vollkommener Homöostase ohne Bedürfnisse, denn diese werden automatisch befriedigt und können sich als solche noch gar nicht entwickeln. Wegen der parasitären Art seines Stoffwechsels kennt er weder Wunsch noch mit Entspannung verbundene Befriedigung, sondern lediglich ein vollkommenes Gleichgewicht."6 Wie wir es auch beschreiben mögen, als Menschen sind wir oft Getriebene: im Denken, im Sein, in den Wünschen und im Miteinander suchen wir nach diesem tiefen Gefühl: „Ich bin mit Dir verbunden, ohne Grenze und ohne Reibung.“ Manche beschreiben die Kraft des Verbunden-Seins, diese Energie und Dynamik als Eros, wie C.G. Jung, andere als Lebenstrieb, wie einst Freud.

Max, der sich auch nach dem Essen wieder dem Fußballspiel auf seinem Smartphone widmen wird, mag in dieser Form angetrieben sein: Hier kennt er sich aus! Hier gibt es keine Meinungsverschiedenheiten. Hier gibt es nichts Fremdes. Hier gibt es Kontrolle! Er bestimmt. Er muss sich nicht mit einem unbekannten, undefinierbaren Außen auseinandersetzen. Er muss nur die richtigen Knöpfe schnell genug bedienen, und schon ist er der Sieger in dieser seiner Welt – und in der Welt seiner Freunde.

Die soziale Welt ist auch die der Verbindung, der Geborgenheit, des Gefühls der Übereinstimmung, im Wie und im Was. Die Smartphone-Community bedient dieses Grundgefühl: Ein Ziel! Ein Spiel! Ein Interesse! Eine Technik! Ergo Eins-Sein. Auch erschafft das Beschäftigen mit dem Smartphone physisch einen eigenen Raum, wie in einer Blase. Die meisten von uns kennen dieses Gefühl: Sofort umgeben zu sein, umschlossen zu sein, sofort in einem Universum anwesend, das ebenfalls Kosmos ist, ein ganz eigener Kosmos. Im Unterschied zur Welt des Anderen, ist Max mit seinen Freunden in diesem Kosmos homogen. Alle wollen das Eine und alle kennen sich aus. Es ist auch Max, der mir später sein iPhone zeigen wird. Er schaut auf mein Samsung, das auf dem Tisch liegt und erklärt mir: „IPhone ist cool; Samsung ist hässlich!“ „Weshalb?“, frage ich erstaunt. „Schau doch mal hin! Das ist doch klar! Der Knopf hier ist doch viel schicker!“ Als wir uns unterhalten, stelle ich fest: „Ist es nicht so, dass deine ganze Familie Apple Geräte besitzt?“ „Genau“, antwortet Max, „wir alle haben nur Apple. Mein Vater würde auch nie etwas anderes kaufen!“ Gruppengefühl und soziale Zugehörigkeit, stimuliert durch Werbepsychologie, ist eine Emotion, keine rationale Entscheidung.

Nun ist der Moment des Auf-die-Welt-Kommens mit dem Augenblick zu vergleichen, als Max vor dem Abendessen am Tisch ab und zu auftauchte – auftauchte aus seinem homogenen Kosmos in die Welt des Gesprächs. Und exakt in diesem Moment ist nichts mehr klar, nichts mehr kontrollierbar. Nichts ist mehr einfach, denn lebendige Kommunikation ist weder zu bestimmen noch vorherzusehen: Sie ist Bewegung, Eingehen auf den Anderen, zuhören, lernen, sich reiben und suchen. Lebendige Kommunikation, die Austausch ist, will gelernt sein und ihre Basis ist Empathie.

In den folgenden Kapiteln werde ich diese Basis eines gelungenen Miteinanders noch ausführlicher beleuchten. Für den amerikanischen Psychoanalytiker Heinz Kohut, der gegen Ende des 20. Jahrhunderts die Selbstpsychologie begründete, ist Empathie die Grundlage für jede gute therapeutische Arbeit, aber eben auch für das Verhältnis zu Welt schlechthin. Empathie ist die erlernte Fähigkeit, sich selbst, sein Selbst wahrzunehmen, in den Grenzen zum Anderen hin, den wir zu erkennen, zu fühlen suchen. Mitgefühl ist eben diese Wahrnehmung des Anderen mit dem Herzen, ohne der Andere „zu werden“.

In dem Augenblick, in dem wir auf die Welt kommen, beginnt das Verhältnis des Menschen zum Anderen, unweigerlich. Es beginnt im Übrigen auch das Bewusstsein der Sterblichkeit, denn ab der Sekunde des Auf-die-Welt-Kommens muss das Neugeborene um die Zufuhr seiner Nahrung, um das existentielle Überleben rufen, ja schreien. In dem Moment, in dem das kleine Erdenmenschlein aus der Blase seiner pränatalen Existenz herausgeschoben, gezerrt, gedreht oder geworfen wurde, ist es abhängig von seinem Gegenüber. Aus Allmacht kann Ohnmacht werden … Kommt der Andere, der Mensch rechtzeitig? Muss es lange um die Nahrungsquelle bitten? Ist die Mutter als Hort der Nahrung präsent oder lässt sie das Neugeborene stundenlang warten? Stellen wir es uns einmal bildlich vor: Das Neugeborene braucht den Anderen, jetzt. Die Zeit, in der es existiert, ist immer ein JETZT, denn es hat noch keine Vorstellung, keine zeitliche Chronologie eines „früher oder später“, einer irdischen Vergangenheit oder Zukunft, eines es war oder es wird. Der Embryo erkennt die Welt noch nicht in Farben, noch nicht in Tageszeiten, noch nicht in Jahreszeiten, sondern in der Dimension des Bedürfnisses: Essen, weil physisches Überleben und Körperkontakt; Liebe, weil inneres seelisches Überleben. Dies sind ja auch die Bedingungen, die uns Menschen ein Leben lang auszeichnen werden: Körper und Seele; Physis und Psyche, Außen und Innen. Das eine ist ohne das andere nicht zu haben, nicht zu leben: als Mensch. Physis und Seele definieren unser Menschsein in den Grenzen der Materie und insbesondere definieren sie unser Wohlbefinden und den Grad unserer Gesundheit.

In der Entwicklung des Menschenkindes gehört es zur Notwendigkeit, die frühe Mutter-Kind-Fusion, die es im Innenraum gab und zunächst auch im Außenraum gibt, zu verlassen, um sich auf die ersten Selbstobjekte7, auf die Eltern als erste Spiegelfläche zu konzentrieren und einzulassen. Doch: „Die Aufhebung des narzisstischen Urzustandes ist in der Tat […] mit der Hilflosigkeit verknüpft, die das Subjekt zwingt, das Nicht-Ich zu erkennen, […].“8, fasst Chasseguet-Smirgel zusammen. Nicht mehr der Embryo selbst ist die Instanz seines Ausmaßes, seines Ideals, sondern das Angewiesensein auf ein Objekt, auf den anderen Menschen wird von Sekunde an sein Überleben bestimmen und definieren.

So kommt mir Max vor, wenn ich ihn anschaue, wie er da im Kerzenlicht sitzt, wie er seine Augen vom Smartphone abwendet, um aufzutauchen: Max sucht etwas! Er sucht nach Kontakt, aber nach einem, den er kennt, den er gerade erlebt, den er bedienen kann, wie in seinen virtuellen Spielen. Die traurige Nachricht ist: Dieses Gefühl der Homogenität, das Max gerade noch empfunden hat, wird er in der Kommunikation mit seiner Familie nicht finden. Das Nicht-Ich ist eben anders, ist außerhalb und somit Differenz. Die Bewegung vom Gleichen zum Anderen erfordert Interesse am stets Anderen und die Neugier für das Unbekannte. Vielleicht ist dies der Grund, weshalb sich Max nach Sekunden wieder seinem bekannten Raum zuwendet? Bliebe er in der „Außenwelt“, beim Gespräch mit seiner Familie am Tisch, bedürfte es Zeit, ungefähr der Zeit von zehn Minuten, um teilzuhaben, um sich einzustimmen, um sich einzulassen: auf das (immerwährende) Andere als Fremdes, als Fremdes von uns selbst. (Und genau an dieser Stelle setzt die Kunst des Menschen im empathischen Miteinander an.)

Die narzisstische Sehnsucht, erst einmal im Außen, im Fremden angekommen, ist die Wiederherstellung der intrautinären Einheit im Mutterleib, so Chasseguet-Smirgel, Béla Grunberger oder auch der Selbstpsychologe Heinz Kohut. Die Anziehung eines homogenen Raums und Rahmens macht heutzutage – neben optischen Reizen – die Attraktivität der Bedienung eines Smartphones, Computers oder Bildschirms im Allgemeinen aus: Das Teil-Sein einer Gemeinde, die Kontrolle durch Bedienbarkeit, der Austausch mit Gleichgesinnten und somit das Abwenden des Fremden als dem unkontrollierbaren Ort, der (auch) Angst macht.

Zur Sehnsucht der Wiederherstellung des Eins-Seins gehören Charakteristika wie das Gefühl der Zeitlosigkeit, des Im-Moment-Seins, des Jetzt, in der es kein Gestern und kein Morgen gibt. Es regiert die Gegenwart als Zeitform. Offensichtlich kann das Anwesend-Sein in diesem Jetzt zu einem gewissen Suchtgefühl führen, nämlich dort bleiben zu wollen, wo es keine Sorgen über die Welt von gestern und morgen gibt.

Vielleicht kennen Sie diesen Gefühls-Raum bei „gutem“ Sex? Gut ist „gelebte Sehnsucht“ immer dann, wenn es gelingt, uns nicht mit den Alltagsgedanken zu verbinden – mit den Fragen des Chefs, mit den Konflikten unserer Kinder, mit Unmutsgefühlen oder Traurigkeit, mit Verzweiflung, mit Vergangenheit oder Zukunft: In der „Praxis des Begehrens“ sind wir da! Genau da. Gedankenfrei. Es regiert der Istzustand. Auch hier kommt die Sehnsucht nach Verschmelzung, nach Stillstand, nach Endlichkeit im Jetzt oder nach Unendlichkeit im Raum, wie wir es auch benennen möchten, zum Tragen. Wir sehen also bereits, dass Max‘ Sehnsucht nach dem SPIEL, nach diesem gewissen Gefühl, das die Bedienung des Smartphones bei ihm auslöst, ein zutiefst menschliches ist. (Und nur deshalb funktioniert die Allgegenwart des Geräts weltweit so gut: Die Werbepsychologen und PR-Abteilungen motivieren lediglich den Reiz für die Grundgefühle menschlichen Wohlbefindens.)

Bèla Grunberger formuliert die Sehnsucht nach Allmacht, die ebenfalls für den fötalen Raum charakteristisch ist: „Der Fötus ist wirklich allmächtig und souverän (in seinem Universum, das für ihn mit dem Universum schlechthin verschwimmt); er ist autonom und kennt nichts anderes als sich selbst… .“9 Zum Zustand des Jetzt gehört auch das Gefühl der Allmacht als absoluter Autonomie. Der Mensch muss sich jetzt eben nicht ständig mit anderen abgleichen, reiben, relativieren, wie es die lebendige Kommunikation erfordert. Das Bedürfnis nach Omnipotenz ist ein sehr starkes menschliches Bedürfnis, das erst durch das Erscheinen des Nicht-Ich, des Anderen verändert wird: Wenn das Kind geboren wird, entsteht Abhängigkeit, die das Gegenteil von Allmacht und Autarkie ist – Abhängigkeit vom Essen und Abhängigkeit von Liebe. Da wir Menschen dazu neigen, in Gegensätzen zu fühlen, also zu denken, ist die Macht an ihr Gegenüber, an die Ohnmacht und ist die Allmacht an die Drohung des Verlusts gebunden. Wir ahnen: Allmacht ist Illusion und absolute Kontrolle ist unmöglich. In einer Welt der Globalisierung, in der nicht nur wir Erwachsene uns oft ohnmächtig erleben, in der die Welt, also das Andere absolut zu sein scheint und wir uns klein und gering empfinden, wächst die Sehnsucht nach Kontrolle: Wenigstens für Minuten und Stunden wissen, was „man“ tut, wie und wann. Es war meine Tochter, die mir mit zehn Jahren erklärte, als sie von der Schule nach Hause kam: „Mutti, bitte! Darf ich den Computer anmachen? Ich möchte meine Serie gucken. Weißt Du, nur so kann ich mich richtig gut entspannen.“ (Wir hatten den Fernseher abgeschafft, weil wir glaubten, dass dies die Sehnsucht nach dem Bildschirm verändern würde.)

Vielleicht verstehen wir jetzt Max besser, dessen Sehnsucht zu einem homogenen Raum geht, zu EINEM Spiel, zur Heldenhaftigkeit im Spiel und zum Austausch unter Gleichen zieht. Je nachdem, welches Spiel Max spielen wird, wird es im Laufe der Jahre immer mehr um Sieger und Idole gehen und darum, die Rolle als Held zu erkämpfen und zu behaupten, stimuliert durch optische Reize und durch die Erzeugung von Spannung im Kriegsfeld. Wenigstens dort, wenigstens in dieser virtuellen Welt, in dieser Realität kann er dann siegen: in seiner digitalen Realität. Dort kann jeder Spieler Held, allmächtig und autonom sein; er muss nur die richtigen Knöpfe bedienen können, und also schnell genug, geschickt sein. Wer von uns würde die Welt nicht am liebsten auf diese Art und Weise meistern? Zum Meistern der digitalen Welt gehört nur Übung und die repetitive Praxis des Spielens. Max wird sich nur auf Kontrolle verstehen müssen, seines Spiel-Kommunikations-Allround-Geräts! Ist das nicht viel einfacher als der Umgang mit Menschen in einer globalen Welt?

Ich bin froh darüber, dass die Zeit der tatsächlich fantastisch umgesetzten, digitalen, dreidimensionalen Spiele an mir vorübergegangen ist. Die Gnade der früheren Geburt in diesem Fall … Ich selbst wäre süchtig geworden!

Als Fazit dieses Kapitels schlage ich Ihnen folgende Gesichtspunkte vor:

1. Das ‚Abtauchen’ in die virtuelle Welt, mittels Smartphones, Computern oder Bildschirmen im Allgemeinen, bedient eine Sehnsucht des Menschen nach Kontrolle, Gemeinschaft, nach Austausch mit Gleichgesinnten, Homogenität; und somit dem Abwenden von der „unkontrollierbaren“ Kommunikation, dem unbekannten und undefinierbaren Außen, hin zum Gefühl der Einheit.

2. Psychoanalytiker wie Chasseguet-Smirgel, Béla Grunberger oder auch der Selbstpsychologe Heinz Kohut sprechen von der narzisstischen Sehnsucht nach der Wiederherstellung der intrautinären Einheit im Mutterleib, des Eins-Seins, mit dessen Charakteristika wie dem Gefühl der Zeitlosigkeit, des Im-Moment-Seins, des Jetzt, in der es kein Gestern und kein Morgen gibt, des gedankenfreien Zustands. Das Beschäftigen mit dem Smartphone erschafft physisch und energetisch einen eigenen Raum, wie in einer Blase.

3. Es ist notwendig, dass es im Miteinander Zeiten mit und Zeiten ohne die Bedienung des Smartphones gibt, für die Erwachsenen und die Kinder.

4. Lebendige Kommunikation, Empathie und das Austauschen mit dem Anderen will gelernt sein und erfordert immer eine Zeit des Einlassens.

1 Das/ der Andere: Ich benutze durchgängig die substantivierte Schreibweise, in der Tradition des Philosophen Michel Foucaults, um die Differenz des Anderen als jeweils Anderen, der nicht als Projektionsfläche dient, zu verdeutlichen.

2 „Vom Narzissmus zum Objekt“, Suhrkamp Taschenbuch Verlag, Frankfurt/M., 1982

3 „Exkarnation. Der große Wandel“, Roswitha Sonnenschmidt, Verlag Homöopathie +Symbol, Berlin, 2012

5 Keziah Jones „Rhythm is love“,

6 in: „Vom Narzißmus zum Objekt“; S. 27

7 Begriff nach Kohut gewählt

8 in: „Das Ichideal“; S. 19

9 ebda.; S. 28

2. Einblick in die Herausbildung menschlicher
Fähigkeiten seitens der Gehirnforschung:
Das kindliche Gehirn und seine Umwelt

Seit der jüngsten Gehirnforschung seitens der Biologen, aber auch Psychiater und Sozialwissenschaftler wissen wir, dass die Entwicklung des Gehirns nur zum Teil durch genetische Programme determiniert ist. Seele und Gehirn, Psyche und Körper sind weit mehr miteinander verwoben, als die Wissenschaft noch bis vor vierzig Jahren annahm. Damals war es der Beginn einer interdisziplinären Arbeitsweise, der Überzeugung, dass Forschung mehr Sinn macht, wenn wir sie dialektisch und somit als einen Dialog begreifen. So kam es, dass die Psychosomatik als Verständnis, dass Körper und Seele eine vernetzte Einheit bilden, auch in der Schulmedizin und in Universitätskliniken als Lehrfach angekommen ist.

Was geschieht mit dem Gehirn, wenn der Embryo wächst? Wenn der Mensch auf die Welt kommt? Gar im pränatalen Zustand hängt die Entwicklung des Gehirns von hochkomplexen Prozessen ab, die ablaufen, während die Zellen, die Nervenzellen, durch den sich entwickelnden embryonalen Körper wandern. Bereits am achtzehnten Tag nach der Befruchtung beginnt mit der Abschnürung des Neuralrohrs die Ausbildung des embryonalen Gehirns. In einer Gewebeschicht des Neuralrohrs entstehen aus Stammzellen Neuronen – Nervenzellen, die auf Signalübertragungen spezialisiert sind. Später entstehen erst die Hirnbläschen, um die sechste Woche dann die Anlagen zu den großen Hirnstrukturen. Die ersten neuronalen Netzwerke bilden sich aus. Diese neuronalen Verschaltungen festigen und stabilisieren sich, je öfter sie aktiviert werden. Und genau diese Fähigkeit der Vernetzung wird ein Leben lang anhalten. Diese Tatsache ist für unseren Zusammenhang von entscheidender Bedeutung: Der Satz im deutschen Volksmund Was Hänschen nicht lernt, lernt Hans nimmermehr stimmt nicht. Der Mensch kann seelisch und physisch ein Leben lang hinzulernen, wird jedoch durch stets wiederholende Handlungen vorbestimmt, determiniert. Lernen ist ein lebendiger Prozess: Auf Reize folgen Reaktionen; auf Stimulationen die Ausbildung weiterer Schaltstellen. Auf diese Weise entstehen im Gehirn für die verschiedenen Aufgaben Beziehungsmuster zwischen den Nervenzellen, die die Steuerung und Lenkung der unterschiedlichen Körperfunktionen allmählich erlernen und einüben, sodass sie sich als Kommunikationsnetz immer besser organisieren und miteinander verbinden.

Am Anfang ist Überfluss. Das menschliche Gehirn ist ein offenes, lernfähiges, überaus flexibles und anpassungsfähiges Organ. Die Wissenschaftler sprechen in diesem Zusammenhang von „genetischer Unterterminiertheit“.10 Das heißt aber auch, dass Umweltbedingungen massiven Einfluss auf die Entwicklung nehmen (werden). Durch Lernvorgänge passt sich der Organismus den jeweiligen Umweltbedingungen an. Da die genetischen Programme nicht „wissen“ können, wie und wofür das sich entwickelnde Gehirn später einmal benutzt wird, sorgen sie für eine Vielzahl, einen Überschuss an Verknüpfungsmöglichkeiten. Das Gehirn ist sozusagen auf alles vorbereitet und wartet ab, welche Verknüpfungen in welcher Hirnregion und wie genutzt werden. Die ungeheure große Anzahl von potenziell lebensfähigen Verbindungen ist die Ursache für die Plastizität des jungen Gehirns – für seine Formbarkeit und seine flexible Veränderungsfähigkeit in der Reaktion auf äußere Reize. Kontakte, Verbindungen und auch ganze Nervenzellen, die nicht in funktionierende, aktive Netzwerke integriert werden können, verkümmern und werden später einfach wieder abgebaut. Übrig bleibt ein fein herausgemeißeltes Gebilde hocheffizienter Netzwerke. Es ist jenes Verschaltungsmuster, das von einem Kind in seiner Familie, in seinem Kulturkreis tatsächlich gebraucht und deshalb regelmäßig aktiviert wird. Umso mehr es genutzt wird, desto stärker bildet es sich heraus. Dies gilt natürlich auch im Umkehrschluss: Nicht aktivierte Schaltstellen verkümmern und werden geschwächt. Vielleicht ahnen Sie bereits jetzt, was diese biologische Tatsache in unserem Kontext bedeutet: Die Digitalisierung der Kinderstube darf in keinem Fall zur primären Beschäftigung der Heranwachsenden werden.

Der „Prozess des Angebots und der Nachfrage“, der Herausbildung von Nervenzellen und deren Verbindungen bei Aktivierung, beginnt vor der Geburt, im pränatalen Zustand. Das Gehirn formt sich bis mindestens zum Ende der Pubertät und läuft auf kleiner Flamme lebenslang weiter, wobei Netzwerke sich weiterhin stets bilden und verändern können. Neu erlernte Fähigkeiten und Erinnerungen können Netzwerke aktiv bilden, sie umformen, stärken oder hemmen. Der Begriff der Plastizität beschreibt die Fähigkeit von Synapsen, Nervenzellen und ganzen Hirnarealen, sich abhängig vom Grad ihrer Nutzung zu verändern. Mit synaptischer Plastizität ist die Eigenschaft von Synapsen gemeint, ihre Erregbarkeit auf die Intensität der Reize einzustellen, die sie erreichen. Daneben unterliegen auch Größe und Vernetzungsgrad unterschiedlicher Hirnbereiche einem Wandel, der von ihrer jeweiligen Aktivität abhängt. Dieses Phänomen bezeichnen Neurowissenschaftler als kortikale Plastizität.

Wollen Sie wissen, wie es weiter geht?

Hier können Sie "Die Digitalisierung der Kinderstube" sofort kaufen und weiterlesen:

Amazon

Apple iBookstore

ebook.de

Thalia

Weltbild

Viel Spaß!



Kaufen






Teilen