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Die Cochise Saga Band 2

Die Cochise Saga Band 2

von Chiricahua-Autor Pete Hackett

Nach Chiricahua 1 bis 8 jetzt die große Saga um den Apachen-Häuptling

Mit seinem großen 8bändigen Epos "Chiricahua – Die Apachen-Saga" beeindruckte Pete Hackett die Freunde des historischen Western-Romans.
Doch das Schicksal der Apachen ließ ihn nie los. Jetzt lässt er mit "DIE COCHISE SAGA" eine Fortsetzung und Ergänzung folgen.
Dies ist die Geschichte von Cochise, dem Häuptling der Chiricahua-Apachen ... Folgen Sie Pete Hackett, diesem einmaligen Kenner der Geschichte des Westens in dieses einzigartige Abenteuer.

Umfang: 120 Taschenbuchseiten pro Band

Ein CassiopeiaPress E-Book

© by Author

© der Digitalausgabe 2014 by AlfredBekker/CassiopeiaPress, Lengerich/Westfalen

www.AlfredBekker.de

www.postmaster@alfredbekker.de

Sie hatten ihn

in Pinos Altos übel ausgepeitscht, wie ein halbtotes Stück Vieh aus der Stadt hinausgeschleift und ihn weggeworfen wie Unrat. Mangas Colorados sann auf Rache. Die Schmach, die sie ihm zugefügt hatten, konnte nur mit Blut abgewaschen werden.

Nun hatten zweihundert Mimbreños die Stadt umzingelt. Allerdings war Mangas Colorados irrigerweise der Meinung, dass sein unseliger Plan, die Goldgräberstadt zu vernichten, geheim geblieben war. Und er dachte, mit seinen Kriegern leichtes Spiel zu haben.

Es sollte eine böse Überraschung erleben.

Es war die Stunde, in der das erste Licht des neuen Tages den Himmel über dem östlichen Horizont erhellte und die Sterne zu verblassen begannen, als Mangas Colorados den Angriff anordnete. Die Menschen in Pinos Altos schienen zu schlafen. Mangas Colorados wollte mit seinen Kriegern über sie kommen wie ein Adler über eine Felsmaus. Alle sollten sterben. Sein Hass kannte keine Zugeständnisse, kein Versöhnung und kein Erbarmen.

Von allen Seiten hetzten die tödlich entschlossenen Krieger zwischen die Häuser, Zelte und Zweighütten. Nervige Hände hatten sich um die Stiele von Streitäxten und Kriegskeulen und um die Schäfte der Lanzen verkrampft. Die springenden Gestalten kamen schattenhaft leise, bereit, gnadenlos zu morden und am Ende alles niederzubrennen.

Aber die Goldgräber in Pinos Altos hatten mit einem Überfall durch die Apachen gerechnet. Da der Kommandant von Camp Bayard nicht über das nötige Kontingent an Soldaten verfügte, um einige Kompanien nach Pinos Altos zu schicken, hatten die Digger Freiwillige angeheuert. Und obwohl es offiziell das Territorium Arizona noch nicht gab, nannte sich diese Truppe ‚Arizona Guards’. Es waren Söldner, die von den Goldsuchern bezahlt wurden und die für Geld möglicherweise die Seele ihrer Großmutter dem Satan verkauft hätten. Hartbeinige, falkenäugige Burschen, die sich das Töten gut entlohnen ließen.

Ihnen war die Ankunft der Apachen in der Nacht gemeldet worden. Nun lagen sie mit schussbereiten Gewehren auf der Lauer. Und als die Mimbreños zwischen die Häuser und anderen Behausungen rannten, eröffneten sie das Feuer. Wie feurige Zungen leckten die Mündungslichter in die Dunkelheit. Die Detonationen verschmolzen ineinander und erhoben sich zu einem Ohren betäubenden, höllischen Intermezzo. Viele Krieger starben, eine Reihe von ihnen wurde verwundet. Panik griff um sich, und wer dazu in der Lage war, floh mehr oder weniger kopflos zwischen die Felsen zurück oder in den Schutz der Wälder, die die Ansiedlung umgaben.

Aus sicherer Deckung schossen einige der Apachen Brandpfeile in die Stadt, aber die Brandherde wurden sofort gelöscht und so entstand kaum ein Schaden.

Stöhnende und röchelnde Krieger versuchten kriechend in Sicherheit zu gelangen. Wenn sie von den Weißen entdeckt wurden, besiegelte das ihr Schicksal. Sie wurden niedergemacht wie tollwütige Hunde. Die Brutalität kannte keine Grenzen.

Weitab von Pinos Altos sammelten sich die Apachen. Der Schrecken saß tief. Viele der Krieger bluteten. Wieder einmal hatten sie den Kürzeren gezogen.

„Damit konnte ich nicht rechnen“, murmelte Mangas Colorados niedergeschlagen, geradezu erschüttert, und schaute seine Unterführer durch das Dämmerlicht der Reihe nach an. „Vielleicht wurden wir verraten, vielleicht waren wir nicht vorsichtig genug. Wir haben viele Krieger verloren. Und nun werden die Weißen in ihrer Achtsamkeit erst recht nicht mehr nachlassen. Daher gebe ich den Plan, Pinos Altos zu vernichten, auf.“

„Es wäre nicht gut, auf Rache zu verzichten, nach dem, was dir die Bleichgesichter in der Stadt angetan haben, Dasoda-hae“, murmelte Victorio, ein etwas über vierzig Jahre alter Unterhäuptling der Mimbreños. Lange nach Mangas Colorados Tod sollte er zuerst mit Cochise und später dann zusammen mit Geronimo blutige Geschichte schreiben. Seine spätere Aussage, dass er eher einer Klapperschlange trauen würde als einem Weißen, ist historisch verbürgt. „Es wäre nicht gut, wenn die Krieger der Apachen den Eindruck gewinnen würden, dass du die Demütigung einfach so hinnimmst. Es könnte sie entmutigen.“

Mangas Colorados nagte kurz an seiner Unterlippe, dann schüttelte er den Kopf, hob die Faust, legte den Kopf in den Nacken und stieß hervor: „Niemals verzichte ich auf meine Rache. Wir werden viele Weiße töten, aber wir rennen nicht mehr blindwütig in den Tod. Mag der Große Geist demjenigen von uns, der im Kampf mit den Bleichgesichtern fällt, gut gesonnen sein. Mir jedoch fehlt jeder Mimbreño, den die Weißen töten, in meinem Krieg gegen sie. Darum gehen wir weg von hier. In Pinos Altos sind die Bleichgesichter gewarnt, und sicher warten sie nur darauf, dass wir noch einmal angreifen.“

„Wie willst du die Weißen bestrafen?“, fragte ein anderer der Unterhäuptlinge.

„Sie schicken Wagenzüge mit Nachschub nach Camp Bayard, nach Tucson, nach Pinos Altos und nach Santa Rita. Wenn wir diese Wagenzüge abfangen und so dafür sorgen, dass sie in den Ansiedlungen keinen Nachschub mehr erhalten, zwingen wir sie, von hier wegzugehen.“

„How, das ist gut“, murmelte Victorio. „Bald werden sie es nicht mehr wagen, Wagenzüge durch unser Land zu schicken. Und dann werden die Apachen die Sieger sein. Denn ohne Nachschub können die Weißen in den Ansiedlungen nicht existieren. Es ist so, wie du es sagst, Dasoda-hae: Sie werden aufgeben und unser Land verlassen. Und dann können wir wieder in Ruhe und Frieden leben.“

„So sei es“, murmelte Mangas Colorados.

In diesem Moment erklangen im Zugang zu dem Tal, in dem sich die Mimbreños nach der Niederlage gesammelt hatten, Schüsse. Und zwischen den Felsen rannte ein Krieger hervor, brüllend und heftig mit den Armen gestikulierend. Es war einer der Späher, die Mangas Colorados in der Schlucht postiert hatte.

Es war in der Zwischenzeit hell genug, so dass Einzelheiten zu erkennen waren. Der Kampflärm steigerte sich, das Krachen der Schüsse verschmolz ineinander und rollte wie Donner durch die Bergwelt.

„Sie sind uns gefolgt!“, brüllte der Späher. „Es sind viele Reiter mit Gewehren und Revolvern. Sie …“

Da sprengten auch schon die ersten Verfolger zwischen den Felsen hervor. Mündungsfeuer züngelten aus ihren Gewehren. Der Späher strauchelte und stürzte. Einige andere Krieger brachen zusammen.

Als die Mimbreños das Feuer erwiderten, riss der Reiterpulk auseinander. Einige ihrer Pferde gingen zu Boden, ihre Reiter überschlugen sich, die einen blieben liegen, andere kamen hoch und warfen sich hinter Felsblöcken, Sträuchern oder getöteten Pferden in Deckung.

In der Schlucht schwiegen die Waffen. Immer mehr Reiter strömten zwischen den Felsen hervor, jagten am Fuß der das Tal eingrenzenden Felswände und Hügel dahin und versuchten, die Apachen einzukesseln.

Wie eine Brandungswelle rollte das Hufgetrappel durch die Senke, schreiend rannten die Apachen auseinander. Nur noch wenige wehrten sich. Die meisten von ihnen suchten ihr Heil in der Flucht. Mangas Colorados und seine Unterführer zogen sich schießend zurück. Um sie herum starben Krieger. Viele Squaws in den Dörfern würden die nächsten Tage mit Wehklagen zu verbringen haben.

Immer wieder griff der Tod mit knöcherner Klaue zu. Die Apachen zeigten sich konfus und panisch. Sie fürchteten – wie jedes andere denkende Lebewesen – den Tod. Wie von Furien gehetzt flüchteten sie in die Berge und wollten nur noch in die Sicherheit ihrer Verstecke zurückkehren.

Auch Mangas Colorados kehrte in seinen Schlupfwinkel hoch oben in der Unwegsamkeit der Mimbres Mountains zurück. Er war wieder einmal ein geschlagener Mann, aber gerade diese Erkenntnis ließ ihm keine Ruhe. Er musste seine Ehre als Häuptling wieder herstellen. Die Mimbreños mussten wieder zu ihm als ihren Oberhäuptling aufblicken. Sein Erfolg wurde an der Anzahl seiner getöteten Feinde gemessen. Und er beschloss, erfolgreich zu sein …

 

*

 

Der Wagenzug kam von Las Cruses herauf und wurde von einem Dutzend bewaffneter Reiter eskortiert. Ziel war Camp Bayard in der Nähe von Pinos Altos, das zum Schutz der Goldgräber in der Stadt und in Santa Rita etabliert worden war. Aber die wenigen Soldaten in dem kaum wehrhaften Camp hatten genug damit zu tun, sich selbst vor den Überfällen der Apachen zu schützen.

Es waren sieben schwere Fuhrwerke, die von jeweils vier Ochsen gezogen wurden. Neben dem Kutscher saß auf jedem der Wagen ein Bewaffneter. Jeder der Männer wusste, worauf er sich einließ, als er sich bereit erklärte, durch die südlichen Ausläufer der Mimbres Mountains nach Camp Bayard zu trailen.

Vor ihnen lag der Rio Mimbres. Der Fluss war nicht sehr tief, aber der Grund bestand hauptsächlich aus Geröll und es war zu befürchten, dass die Fuhrwerke stecken blieben. Da es sowieso auf den Abend zuging, ordnete der Trailboss an, dass sie am Fluss lagerten und erst am nächsten Morgen den Übergang wagten.

In dem Moment erklang ein schriller Schrei, und dann krachten ringsum Gewehre, Pfeile zischten durch die Luft, Männer stürzten von den Fuhrwerken oder von den Pferden, einige Ochsen in den Gespannen brachen brüllend zusammen.

„Fahrt die Fuhrwerke zusammen!“, brüllte Wade Shelton, der Wagenboss, mit kippender Stimme, nachdem er seine Erstarrung abgeschüttelt hatte. „Macht schon, macht schon!“ Er sprang vom Pferd und rannte, das Gewehr in der Hand, zum Flussufer, sprang die Uferböschung hinunter und begann über sie hinweg blindlings sein Blei zu den Stellungen der Apachen zu senden. Er feuerte wie rasend. Auch die Reiter, die den Wagenzug begleiteten, waren in Deckung gerannt und hatten das Feuer eröffnet. Querschläger jaulten, wenn die Kugeln vom Gestein abgefälscht wurden.

Die Leinen der Gespanntiere, die von der ersten Salve der Apachen getötet worden waren, wurden gekappt. Die Kutscher brüllten, ihre Peitschen knallten, die Begleitmänner feuerten blindwütig auf die Felsen, die die Angreifer schützten. Der Lärm steigerte sich zu einem Ohren betäubenden, infernalischen Choral, Pulverdampf wölkte, der Geruch von verbranntem Pulver machte sich breit, erneut brachen Zugtiere zusammen und die Männer mussten sie unter Einsatz ihres Lebens aus den Gespannen schneiden. Der eine oder andere stürzte tot oder sterbend zu Boden.

Dann waren die Fuhrwerke zu einer Wagenburg zusammengefahren. Die Begleiter des Transports waren unter die Fuhrwerke gekrochen oder knieten neben den großen Rädern und feuerten die Rohre heiß. Die Mündungsblitze verschmolzen mit dem letzten Licht des Tages.

Wade Shelton wusste, was zu tun war, entschloss sich innerhalb eines Augenblicks und brüllte: „Versucht, die Stellung zu halten, Männer. Ich hole Hilfe aus dem Camp.“

Er rollte sich über den Rand der Uferböschung, schnellte auf die Beine und war mit drei langen, kraftvollen Sätzen bei seinem Pferd. Mit der linken Hand erwischte er das Sattelhorn, sein schriller Schrei ließ das Pferd losgaloppieren. Shelton wurde mitgerissen, gleichzeitig stieß er sich ab und landete gewandt auf dem Pferderücken. Weit über den Hals des Tieres gebeugt stob er in den Fluss hinein. Das Wasser gischtete und spritzte. Heiß strich eine Kugel über den Oberarm des Wagenbosses, er spürte den sengenden Hauch eines weiteren Geschosses an der Wange. Mit schrillem Geschrei und rücksichtslosem Einsatz der Sporen feuerte er das Pferd an, schließlich jagte er es die jenseitige Uferböschung hinauf. Die Hufe wirbelten und schienen kaum den Boden zu berühren. Die Gegend flog geradezu an Wade Shelton vorbei. Der Kampflärm hinter dem Trailboss wurde leiser und leiser und bald umgab ihn nur noch monotones Hufgetrappel.

Nachdem das Pferd vor Erschöpfung nur noch dahin taumelte, hielt Shelton an, saß ab und lief auf einen Hügel, von dessen Kuppe aus er auf seiner Fährte zurückblicken konnte. Und obwohl es schon zu dämmern begann, sah er vor einer Felswand die Staubwolke, die nur von dahinstiebenden Reitern aufgewirbelt worden sein konnte.

Er wurde verfolgt.

Die Apachen schienen seine Absicht durchschaut zu haben. Und nun wollten sie verhindern, dass er Camp Bayard erreichte, um Hilfe zu mobilisieren.

Wade Shelton kehrte zu seinem ermatteten Pferd zurück. Das Fell des Tieres war nass vom Schweiß und staubverklebt. Gelblicher Schaum tropfte von seinen Nüstern. Die Flanken zitterten und dem Mann wurde klar, dass er das Tier schonen musste, wenn es ihn nach Camp Bayard tragen sollte.

Er entschloss sich, hier auf seine Verfolger zu warten und sich ihnen zum Kampf zu stellen. Kurz entschlossen führte er sein Pferd hinter den Hügel, wo er es an einem Strauch festleinte. Dann tätschelte er den Hals des Tieres und murmelte: „Ich denke, ich kann sie schlagen. Wenn nicht – nun ja …“ Er zuckte ergeben mit den Achseln, dann postierte er sich. In der Patronenkammer seines Karabiners befand sich eine Patrone. Wade Shelton zwang sich zur Ruhe. Doch die Anspannung ließ sich nicht überwinden. Seine Nerven waren gespannt wie die Saiten eines Banjos. Es gab nur zwei Alternativen: Leben oder sterben. Skrupel musste er über Bord werfen. Er begriff es mit der Intensität eines Mannes, den die eisige Hand des Todes berührte.

Minuten später zogen die Apachen in sein Blickfeld. Es waren vier. Sie ritten hintereinander, der vorderste hatte den Blick auf den Boden geheftet. Bewaffnet waren sie mit Gewehren. Kälte überfiel den Wagenboss. Aber es lag etwas darunter – eine schwelende Glut aus Hass und Leidenschaft, vielleicht sogar Begierde. Einige seiner Männer waren getötet worden. Der Hass steigerte sich in rasenden, giftigen Wogen, war jedoch ausschließlich situationsbedingt. Grundsätzlich hatte Shelton nichts gegen die Apachen. Er wusste um das Unrecht, das ihnen seit vielen Jahren geschah. Wenn er einen Indianer tötete, dann nur in Notwehr. Und in diesem Fall war es legitim, Apachenleben auszulöschen.

Es war das harte Gesetz der Wildnis. Töten oder getötet werden …

Shelton zog das Gewehr an die Schulter. Sein eisiger Blick saugte sich über Kimme und Korn an der Brust des vordersten Reiters fest. Der Schuss peitschte, und ehe der Apache am Boden aufschlug, hatte der Weiße schon wieder nachgeladen. Einen Sekundenbruchteil lang waren die anderen Krieger wie gelähmt, und diese Zeitspanne reichte Shelton, einen zweiten Krieger zu töten. Jetzt aber kam Leben in die beiden anderen Apachen. Mit den Fersen trieben sie die Pferde an und jagten zwischen die Hügel.

Wade Shelton lief den Abhang hinauf und postierte sich auf dem Hügelrücken. Unten konnte er sein Pferd sehen. Er hatte auch freien Blick auf die beiden toten Krieger und deren Pferde, die noch dort standen, wo ihre Reiter gestorben waren. Von den beiden anderen Apachen war nichts zu sehen oder zu hören. Doch Shelton gab sich keinen Illusionen hin. Sie hatten nicht das Weite gesucht. Vielmehr würden sie alles daransetzen, um ihm den Garaus zu machen.

Unheilvolle Spannung erfüllte die Atmosphäre. Die Minuten verrannen in zäher Langsamkeit.

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