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Die Biene Meyer

Die Biene Meyer

… erkundet die Hofgemeinschaft

VON SONA SCHERTHAN UND JUTTA SUNDERMANN

Ein Bienenstich tut weh, der Biene und dem Menschen. Der Stachel bleibt mitsamt der Giftblase in der Haut stecken, die Biene stirbt.

Die Blase pumpt das Gift in die Haut. Auch Imker*innen spüren seine Wirkung, selbst wenn die Stelle bei vielen von ihnen nicht mehr so stark anschwillt. Ganz beruhigt sein kann aber die Imkerin nicht: Auch nach vielen Jahren der Arbeit mit den Bienen kann sie plötzlich eine Allergie entwickeln. Mit gefährlichen Auswirkungen.

Vor einigen Wochen, an einem heißen Spätsommertag, passierte es mir nun, dass eine Biene mir ihren Stachel in den Handrücken trieb.

Der Schmerz ließ nicht auf sich warten.

„Du Riesentrampel!“, schimpfte es mir von meinem Daumen entgegen, als ich vor Schmerz scharf die Luft einzog. Die Biene saß keine drei Zentimeter vom Tatort entfernt auf meiner Hand und wirkte unversehrt.

Hatte sie gesprochen? Ich dachte kurz: Ich bekomme eine Allergie. Das ist doch keine normale Reaktion auf einen Stich!

„Unsere neue Königin ist gerade geschlüpft, heute darfst du deine Nase überhaupt nicht in unser Nest hineinstecken!“, tönte das feine Stimmchen vor mir.

„Was? Wie? Wer bist du?“, sagte ich und schielte zu den nahen Büschen. Ob sich dort eines der Kinder vom Hof versteckt hatte?

„Ich bin die Biene Meyer!“, kam die Antwort klar und deutlich von meiner Hand zurück.

„Die Biene Maja?“, echote ich.