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Die Beobachtung des Denkens und Die Intuition

Die Beobachtung des Denkens
und
Die Intuition

in

Rudolf Steiners

„Die Philosophie der Freiheit“

Kai Gabriel Priebe

Die Beobachtung des Denkens
und
Die Intuition

in

Rudolf Steiners

„Die Philosophie der Freiheit“

Die genaue Analyse

2019

Inhaltsverzeichnis

„Die Beobachtung des Denkens“ im 3. Kapitel von Rudolf Steiners „Die Philosophie der Freiheit“

1. Vorbemerkung

2. Was soll beobachtet werden?

3. Denkfähigkeit

4. Der Denkprozess

5. „Über“ den Denkprozess

6. Die zu beobachtende Denk-Tätigkeit

7. Das genaue Beobachten

8. Was haben wir gewonnen?

9. Wahrnehmung und Idee der Beobachtung

10. Der Grund für die Unbeobachtbarkeit des aktuellen Denkens

11. Beschreibung der Beobachtung der Denkprozesse

12. Zitate mit solchen Beschreibungen

13. „Vergessen“ des Denkens

14. Abweisung der Erinnerungsfrage

15. Beobachtungen an einer „anderen Person“

16. Abwege

17. Reines Denken und Intuition

Der Begriff „Intuition“ in der „Philosophie der Freiheit“

1. Vorausbemerkung

2. Die Untersuchung

3. Die „philosophische“ Intuition in Rudolf Steiners „Von Seelenrätseln“

4. Die „Betrachtung des Denkens“ mit der Intuition

5. Das Geistige des Denkens ist das Geistige der Intuition

6. Intuitives Erleben

Was liegt der „philosophischen Intuition“ der „Philosophie der Freiheit“ anthroposophisch zugrunde?

Der Mensch muss bei dem Glauben verharren,
dass das Unbegreifliche
begreiflich sei.

Er würde sonst nicht forschen.

Goethe

(Über Naturwissenschaft im Allgemeinen)

„Die Beobachtung des Denkens“ im 3. Kapitel

in Rudolf Steiners
„Die Philosophie der Freiheit“

Vorbemerkung

Über dieses Thema ist viel geschrieben worden. Wir wollen uns auf neue Weise mit ihm beschäftigen und beziehen uns auf das 3. Kapitel: „Das Denken im Dienste der Weltauffassung“ des oben genannten Buches, in dem erstmals die Beobachtung des Denkens genannt wird. Die Kenntnis dieses Kapitels müssen wir für den Leser voraussetzen. (Unsere Seitenangaben betreffen die 2. Auflage der Taschenbuch-Ausgabe von 1973).

Wir möchten hier gleich zu Anfang eine Bemerkung zu der Art unserer Ausführungen machen. Wir haben mancherlei Unterstreichungen. und dies auch in Zitaten, angebracht. Sie sind unserer Auffassung geschuldet, ein leichteres Verstehen zu erzielen, indem sie wie Betonungen in einer Rede zu nehmen sind, auf dass der Leser sich sogleich auf das Wesentliche eines Satzes hingewiesen sehen kann.

Auch tauchen mancherlei Wiederholungen auf, die man nicht als lästig empfinden sollte; dienen sie doch in der ungewohnten (und oft vollständig verkannten) Materie einer mit immer veränderten Formulierungen versehenen Verdeutlichung oder Auseinanderhaltung oft ähnlich erscheinender Sachverhalte.

Die Beschränkung unserer Untersuchung auf das 3. Kapitel hat seinen Grund in der völligen Eigenständigkeit des dort in diesem Kapitel entwickelten Begriffes der „Beobachtung des Denkens“; in dieser Form wird er in späteren Kapiteln des Werkes nicht wieder behandelt, doch nicht etwa wegen seiner Bedeutungslosigkeit, sondern deshalb, weil im 3. Kapitel der Leser erstmalig dazu aufgefordert wird, das Denken als Beobachtungs-Objekt überhaupt einmal in den Blick zu nehmen, was im alltäglichen Denken so nie geschieht. (Wir werden auf die Bedeutung einer solchen Beobachtung für das 9. Kapitel weiter unten eingehen.) Dieses Blicklenken erfolgt zunächst auf eine Weise, durch die das Denken nachträglich zu Bewusstsein gebracht werden kann, als einer Beobachtung, die jeder Mensch machen kann.

Ausdrücklich verweisen wir hier schon darauf, dass die erst im 9. Kapitel behandelte „intuitive Betrachtung des Denkens“ mit der Beobachtung des Denkens im 3. Kapitel nichts zu tun hat. Denn während im 3. Kapitel das Denken nachträglich beobachtet wird, handelt es sich bei der „intuitiven Betrachtung des Denkens“ des 9. Kapitels stattdessen um die Inaugenscheinnahme der Denk-Tätigkeit während des Tätigseins. Das ist ein vollkommen verschiedenes Verfahren.

Was im 3. Kapitel behandelt wird, hat wohl (in metamorphosierter Form) im 9. Kapitel eine Bedeutung, nicht aber umgekehrt. Denn alles, was vor dem behandelten Thema eines späteren Kapitels beleuchtet wird, ist natürlich für dieses spätere Kapitel von Bedeutung. Umgekehrt gilt dies nicht. Schon aus logischen Gründen.

Es ist daher unzulässig, das Spätere für das Verstehen des Früheren verwenden zu wollen. Die Intuition, (die erstmals! im 5. Kapitel von Rudolf Steiner mit einer dort genauen Bestimmung genannt wird), kann nicht einfach aus dem 9. Kapitel in das 3. Kapitel verlagert werden, wie das von anderen Autoren leichthin geschieht.

Was soll beobachtet werden?

Es ist zweifellos das Denken. Das Denken aber ist eine Tätigkeit, die im alltäglichen „Geistesleben“ der Beobachtung entgeht. Wir denken über die Dinge, aber wir denken nicht zugleich über das Denken. Die Dinge beobachten wir und durchsetzen sie mit Begriffen durch unser Denken. Wir durchsetzen aber währenddessen nicht auch das Denken selbst mit Begriffen. Denn das Denken entgeht uns. Es ist allein auf den zu denkenden Gegenstand gerichtet, nicht auf sich selbst. Den Gegenstand bringen wir nicht hervor, er ist uns gegeben. Das Denken aber ist uns nicht gegeben, denn wir sind selbst dessen Hervorbringer.

Wenn man das Denken dennoch beobachten wollte, so der Text im 3. Kapitel, so müsse man sich in einen Ausnahmezustand versetzen, von dem aus das dann aber schon stattgefundene Denken im Nachhinein in die Beobachtung genommen werden könnte. Das gegenwärtig tätige Denken sei der Beobachtung unzugänglich. Die nachträgliche Beobachtung aber sei möglich. Auf welche Weise das aber erfolgen könnte, darüber scheiden sich die Geister. Und eben diese Frage ist der Gegenstand unserer Untersuchung.

*

Wir beginnen mit einem Zitat. Rudolf Steiner: (Zitat, 3. Kapitel S. 33: „Ich kann mein gegenwärtiges Denken nie beobachten; sondern nur die Erfahrungen, die ich über meinen Denkprozess gemacht habe, kann ich nachher zum Objekt des Denkens machen.“)

Und: man müsse (Zitat, S.35: „einen Ausnahme-Zustand herbeiführen, der ihm“ (dem Beobachten-Wollenden) „zum Bewusstsein bringt, was bei aller anderen Geistestätigkeit unbewusst bleibt.“) (Hervorhbg. Verf.).

Und (Zitat, S.35: „Die Fähigkeit…das Denken zu beobachten…(hat) bei gutem Willen jeder normalorganisierte Mensch…“)

Im ersten Zitat heißt es, dass man nur die Erfahrungen, die man während des Erstdenkens über den Denkprozess gemacht habe, nachher zum Objekt des Denkens machen könne. Das sei die einzige Möglichkeit, das Denken überhaupt zu beobachten. („Zum Objekt des Denkens machen“ heißt hier natürlich, dass die bezeichneten „Erfahrungen“ – (jene über den Denkprozess) – zum Beobachtungs-Objekt für das Denken gemacht werden können.) Und wir halten fest: eine andere Möglichkeit wird (im 3. Kapitel) nicht genannt.

Nun taucht als erste Frage auf: ist das Denken, das beobachtet werden soll und das zweifellos eine Tätigkeit ist, identisch mit den genannten „Erfahrungen, die ich über meinen Denkprozess gemacht habe“? Denn wäre das nicht der Fall, dann würden zwar vielleicht irgendwelche „Erfahrungen“, nicht aber die Tätigkeit selbst beobachtbar sein. Und weil diese Tätigkeit ja das Denken ist, so wäre dasselbe nicht zur Beobachtung zu bringen.

Wir haben also zu untersuchen, ob eine Identität vorliegt. Dass das Denken eine Tätigkeit ist, ist nicht zu bestreiten. Aber was ist sie? Sie muss zunächst erst einmal in Gang gesetzt werden, heißt: wir müssen sie in unserem Bewusstsein hervorbringen, denn sie ist (vorher) noch gar nicht da. Dieses Hervorbringen ist aber schon zugleich ihr Tätigsein, insofern sogleich Ergebnisse bewirkt werden: die Begriffe erscheinen im Bewusstsein, aus Untergründen, in denen sie nicht bewusst waren. Begriffe sind Gedankeninhalte.

(Zitat, „Phil.d.Fr.“, 3. Kap.: „Was ich am Denken beobachte, ist…was mich veranlasst, die beiden Begriffe“ (Blitz und Donner) „in ein bestimmtes Verhältnis zu bringen. Meine Beobachtung ergibt, dass mir für meine Gedankenverbindungen nichts vorliegt, nach dem ich mich richte, als der Inhalt meiner Gedanken.“)

Diese Inhalte der Gedanken sind objektiven Charakters (wir „machen“ sie nicht), wir nehmen sie nur wahr. Dieses Wahrnehmen ist zugleich andererseits ihr Erscheinen im Bewusstsein. Dass sie erscheinen, ist subjektiv, (von uns bewirkt), ihr Inhalt aber ist objektiv. (Selbst wenn im Denkzusammenhang ein nur vermeintlich richtiger Gedankeninhalt ergriffen wurde, so ist der ergriffene (obgleich falsch) für den so Auffassenden ein objektiver. Denn es ist sein Inhalt, und es kommt nur darauf an, welchen Inhalt er für sein weiteres Denken erfasst.)

Weitere Ergebnisse der Denktätigkeit: Verknüpfen von Begriffen nach Gesetzmäßigkeiten, die sie, gemäß ihren Inhalten, für das Denken vorgeben (Stichwort: die Inhalte bestimmen, wie wir sie zu verbinden haben). Außerdem durchsetzt das Denken Wahrnehmungen (also Gegebenes) mit den ihnen entsprechenden Begriffen und individualisiert so den allgemeinen Begriff hin auf diese eine besondere Wahrnehmung, was zur Vorstellung führt. Auch werden Begriffe solcher Wahrnehmungen verbunden mit reinen Begriffen, sowie reine Begriffe untereinander. Weiter stellt die Denktätigkeit Beziehungen, Verhältnisse und Zusammenhänge unter Begriffen und begrifflich gefassten Wahrnehmungen her. Es bewirkt die Denk-Tätigkeit den sinnvollen, jeweiligen Zusammenhang des gesamten Denkablaufs mit seinem gesetzmäßigen Aufeinanderfolgen der Begriffe. Und noch manches wäre hinzuzufügen. Das alles sind Hervorbringungen der Denktätigkeit. (Wir kommen darauf zurück.)

Als nächstes wenden wir uns dem Begriff der „Erfahrung zu, die im obigen Zitat genannt ist.

Was ist unter dem Begriff „Erfahrungphilosophisch zu verstehen? Unter „Erfahrung“ wird philosophisch die Kenntnisnahme einer Sinnes- oder einer Innenwahrnehmung verstanden. Man erfährt die Welt, heißt: man nimmt sie wahr. Man erfährt ein Gefühl, heißt: man nimmt es wahr. Es ist gleichbedeutend mit wahrnehmen, auffassen oder: „es wird einem etwas zuteil“. Ein passiver Vorgang für den Erfahrenden.

Zur Kennzeichnung der Erfahrung: (Rudolf Steiner: „Grundlinien einer Erkenntnistheorie der Goethe’schen Weltanschauung“, TB 1961, S.38). Dort heißt es: (Zitat: „Wir produzieren einen Gedankeninhalt durchaus nicht so, dass wir in dieser Produktion bestimmten, welche Verbindungen unsere Gedanken einzugehen haben. Wir geben nur die Gelegenheitsursache her, dass sich der Gedankeninhalt seiner eigenen Natur gemäß entfalten kann…. Unser Geist vollzieht die Zusammensetzung der Gedankenmassen nur nach Maßgabe ihres Inhaltes. Wir erfüllen also im Denken das Erfahrungsprinzip in seiner schroffsten Form.“)

Wie leicht zu sehen, bedeutet „Erfahrungsprinziphier, dass die Inhalte der Gedanken erfahren, d.h. aufgefasst werden müssen, und dass sie allein bestimmen, wie gedacht werden muss. Wir können Beziehungen zwischen Gedanken nur gemäß deren eigener Inhalte durch das Denken finden, müssen uns nach diesen Inhalten richten, und diese Inhalte müssen von uns „erfahren“ (heißt: entgegengenommen, wahrgenommen) werden. (Unter „wir produzieren einen Gedankeninhalt“ kann natürlich nicht verstanden werden, dass wir die Neuschöpfer eines solchen wären; „produzieren“ heißt hier nur, dass wir ihn (den Gedankeninhalt) wahrnehmend in das Bewusstsein produzieren..)

Wir wiederholen noch einmal aus dem (letzten Zitat aus „Grundlinien…“, auf unserer hiesigen Seite 12: „Unser Geist vollzieht die Zusammensetzung der Gedankenmassen nur nach Maßgabe ihres Inhaltes.“) - Diese Tatsache hat für das Verständnis des Denkens eine fundamentale Bedeutung, auf die wir weiter unten ausführlich eingehen werden. - Wir wollen aber hier bemerken, dass der Inhalt dieser Tatsache bereits aus dem von uns oben angeführten Zitat aus dem 3. Kapitel der „Phil.d.Fr.“ zu ersehen ist (Stichwort „Blitz und Donner“, s. oben S. 11).

Erfahren ist gleichbedeutend mit Entgegennehmen, Wahrnehmen, zuteil werden. - Wenn es oben hieß, (Zitat: „Ich kann mein gegenwärtiges Denken nie beobachten; sondern nur die Erfahrungen, die ich über meinen Denkprozess gemacht habe, kann ich nachher zum Objekt meines Denkens machen,“) - so heißt dies eindeutig - weil beim Erst-Denken der Denkprozessunbewusst“ bleibt (s. unser 2. Zitat), dass es sich während des Erst-Denkens um unbewusste Erfahrungen über den Denkprozess handelt.

Denkprozess bedeutet: der Denkverlauf, wie er beim Erstdenken stattgefunden hat; seine Gedankenverbindungen und ihre Abhängigkeiten voneinander gemäß ihrer Inhalte; alle zur Anwendung gekommenen Gesetzmäßigkeiten etc. (Wir werden weiter unten den Begriff „Denkprozess“ genauer untersuchen.)

Wir wenden uns erneut dem obigen ersten Zitat zu: (Zitat, „Phil. d.Fr.“, Seite 33, zweiter Halbsatz: „…; sondern nur die Erfahrungen, die ich über meinen Denkprozess gemacht habe, kann ich nachher zum Objekt meines Denkens machen“)

„Zum Objekt meines Denkens machen“ heißt: erst habe ich etwas zu beobachten und anschließend das Beobachtete (eine Wahrnehmung) mit dem Denken zu durchsetzen, um den Begriff dieser Wahrnehmung zu bilden. Diese Wahrnehmung (das zunächst nur dem reinen Beobachten Zugängliche) ist dasjenige, was beim Erst-Denken „erfahren“ wurde. Denn es ist das Erfahrene. Natürlich ist es nicht der bloße Begriff: „Erfahrung“, der beobachtet wird; der weist ja nur darauf hin, dass ein Etwas erfahren wurde. Und nur auf dieses Etwas kommt es hier an. Dieses Etwas konnte während des „gegenwärtigen“ Erst-Denkens nicht - („nie“) – beobachtet werden. Aber es wurde dennoch „erfahren“. Folglich erfuhr der Erst-Denkende ein Etwas, das ihm nicht zu Bewusstsein kommen konnte, (wir sortieren hier ja nur innerhalb des Zitats).

Was aber kann der Erst-Denkende unbewusst erfahren haben? Die gedachten Begriffe waren es nicht, denn die wurden ihm durch seinen Denkvorgang bewusst. Die konnte er ja Anderen mitteilen. Unsere Frage hat also zu lauten: welches Etwas kann er denn erfahren haben, was ihm beim Denken entgangen ist? Zur Beantwortung dieser Frage müssen wir untersuchen, auf welche Weise er die Begriffe nacheinander gebildet hat. Er hat ja nicht wahllos irgendwelche Begriffe an einander gestückelt. Es war ja (was wir hier voraussetzen!) ein sinnvoller Zusammenhang von Gedanken.

Wollten wir ihn fragen, wie er denn wissen konnte, welcher Begriff von ihm nach welchem nächsten, dazu passenden Begriff zu bilden war, so würde er (berlinerisch) sagen: „Det wees ick doch nich, det kann ick ebn“. Und da haben wir’s! Er kann es „ebn“. Ja, woher denn? Natürlich aus seiner Fähigkeit zu denken. Aber er hat das Anwenden dieser Fähigkeit doch gar nicht bemerkt! „Ebn“! Natürlich nicht. Denn dieses gekonnte Anwenden blieb gänzlich unbewusst für ihn. Ja, warum blieb es denn unbewusst?! Weil das bei Anwendung irgendeiner Fähigkeit immer so ist. Kein (gesitteter) Mensch muss (mühsam) probieren, wie er den Löffel beim Essen der Suppe zu halten hat. Er hat’s als Fähigkeit gelernt.

Das Einzige, das einzig Mögliche, das „unser Berliner“ erfahren haben kann während des Denkens, das sind folglich die erlernten Gesetzmäßigkeiten, nach denen Begriffe für einen Gedankengang geordnet aufeinander zu folgen haben. Mit anderen Worten: der genaue denk-gesetzmäßige Ablauf von Gedankenverbindungen, den er durch sein Denken-Können unbewusst angewendet hat, der wurde ihm (ohne ihm bewusst zu werden) durch seine erlernte Denk-Fähigkeit zuteil. Den (diesen gesetzmäßigen Ablauf) hat er unbewusst wahrgenommen, eben: erfahren. Und nur dadurch hat er einen geregelten Gedankenablauf produziert. Dieser Gedankenverlauf ist der hier genannte „Denkprozess“, den er unbewusst zustande gebracht. Über dessen gesetzmäßigen Ablauf (wie er einzurichten ist beim Denken seiner von ihm gewünschten Denk-Aussage) hat er seine Erfahrung gemacht.. Und das, w a s er da zur Anwendung gebracht hat, - also das Ergebnis - , und über dessen daraus folgenden stattgefundenen Verlauf er jene Erfahrung gemacht hat: das soll beobachtet werden: nachher.

Ja, Halt! wird da gerufen: es gibt doch auch noch Anderes beim Erst-Gedachten, das gleichfalls unbewusst erfahren wurde; das sei doch zum Beispiel das Produzieren, also Hervorbringen von Begriffen ins Bewusstsein. Das hätte „der Berliner“ doch auch nicht gewusst, wie er das zu machen habe; er hat es doch ebenfalls unbewusst erfahren

Doch gehört ja das Hervorbringen eines Begriffes zum Denkprozess dazu; denn welcher Verlauf der Gedanken könnte ohne die Bildung von Gedanken (also deren Hervorbringen) auskommen? Aber es kann hier das Beobachten doch auch nur ein philosophisches sein: eben dass hervorgebracht wird, dass ein Begriff im Bewusstsein erscheint. Oder glaubt man etwa, auf philosophische Art (also mit der Vernunft!) in ein Unbewusstes blicken zu können, um das Hervorgehen eines Begriffes aus demselben beobachten zu können? Vom „Sichtbarwerden“ eines „übersinnlichen“ Vorganges kann ja doch gar keine Rede sein.

Wir halten hier fest, dass der Denkprozess unbewusst während des Denkens erfahren wird, denn diese Erfahrungen, die man während des Denkens gemacht hat, können erst „nachher“ durch Beobachtung bewusst werden. Und weiter, dass diese Erfahrungen erst nach Abschluss des Denkvorgangs gesondert beobachtbar und dadurch erst bewusst gemacht werden können.

Der Begriffszusammenhang: „unbewusste Erfahrung“ mag ungewohnt sein, bezeichnet aber etwas, das uns im Alltag gut vertraut, aber selten von uns beachtet wird: unsere Fähigkeiten. Diese stellen Fertigkeiten dar, die wir selbstverständlich (eben unbewusst) anwenden, ohne uns das zu vergegenwärtigen. Die Fähigkeit des handschriftlichen Schreibens zum Beispiel haben wir gelernt und können es; wir schreiben zügig dahin, ohne uns während des Schreibens der Anwendung dieses Könnens bewusst zu sein, das heißt: wie wir das vollbringen. Wir können es und wenden es an.

So auch bleibt uns während des Denkens auch der durch unser Denken-Können vermittelte Denkprozess unbewusst, d.h. wie wir Gedanken mit Gedanken gesetzmäßig verbunden haben: das wurde uns zuteil aus unserer Denkfähigkeit, die wir uns i

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