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Die Aushöhlung der Demokratie

Inhaltsverzeichnis

Kürzel

Einleitung

Kapitel 1: Konzentration des Kapitals - Pluto-Demokratie

Vermögensverteilung – Welt und einige OECD-Länder

Welt

OECD-Länder

USA

Deutschland

Frankreich

Grossbritannien

Schweiz

Elf Folgerungen

Erkenntnisse von Thomas Piketty

Kapitel 2: Schuldenkrise - Wachstum auf Pump

Einleitung

Die Entstehung der Finanzkrise und ihre Folgen

Gesamtverschuldung

Die Sozialisierung der Schulden

Fazit zu Kapitel 2

Kapitel 3: Kapitalmacht

Einleitung

Kapitalmacht in der Politik

Kapitalmacht in der Forschung und Bildung

Kapitalmacht in den Medien

Kapitalmacht in der Fiskalpolitik – Steuerwettbewerb

Kapitel 4: Die kriminelle Kultur des Finanzsystems

Einleitung

Finanzkriminalität in Aktion

Kurzer Schluss zur Finanzkriminalität

Kapitel 5: Wo ist der Kopf? – Ideengeschichtliche Ursachen

Der Kopf stinkt

Der Liberalismus versagt

Die Mont Pelerin Society MPS

20 Schlussfolgerungen und vier Thesen

Nachwort

Anhang

Anhang 1: Ergänzende Informationen zu Kapitel 1

Anhang 2: Ergänzende Informationen zu Kapitel 3

Anhang 3: Ergänzende Informationen zu Kapitel 4

Dank

Über den Autor

Quellen

Kürzel

AG

Aktiengesellschaft

AIA

Automatischer Informationsaustausch (neuer OECD-Standard)

AHV

Alters- und Hinterbliebenenversicherung (sogenannte 1. Säule)

BCG

Boston Consulting Group

BKG

Bankkundengeheimnis, meist fälschlich Bankgeheimnis genannt

BIP

Bruttoinlandprodukt (jährliche Wertschöpfung eines Landes, nur monetär vergütete Güter)

BIZ

Bank für Internationalen Zahlungsausgleich (Basel)

CDS

Credit Default Swap bzw. Swaps

CEO

Chief Executive Officer (US-amerikanische Bezeichnung für das geschäftsführende Vorstandsmitglied bzw. den Vorstandsvorsitzenden oder Generaldirektor)

CHF

Schweizer Franken

CVP

Christliche Volkspartei (Schweiz)

CS

Credit Suisse

ESTV

Eidgenössische Steuerverwaltung

EZB

Europäische Zentralbank

FDP

Freisinnig-demokratische Partei (Schweiz)

FINMA

Schweizerische Finanzmarktaufsicht

FSA

Financial Services Authority (Britische Finanzaufsicht bis Ostern 2013)

HMRC

Her Majesty’s Revenue and Customs

HNWI

High Net Worth Individual(s)

HSBC

Hongkong & Shanghai Banking Corporation Holdings PLC (London)

ICIJ

Internationales Konsortium investigativer Journalisten

Insee

Institut national de la statistique et des études économiques (Nationales Institut für Wirtschaftsstatistik und Wirtschaftsstudien, Frankreich)

IWF

Internationaler Währungsfonds (englisch: IMF)

FED

Federal Reserve, US-amerikanische Zentralbank

KMU

Kleinere und mittlere Unternehmen

NGO

non-governmental organisation (Nichtregierungsorganisation, NRO)

NZZ

Neue Zürcher Zeitung

OECD

Organisation for Economic Co-operation and Developement (Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung)

SBG

Schweizerische Bankgesellschaft (deutscher Name der heutigen UBS bis 1997)

Seco

Staatssekretariat für Wirtschaft, Bundesbehörde in Bern

SGB/USS

Schweizerischer Gewerkschaftsbund/Union sindicale suisse bzw. Unione sindacale svizzera

SNB

Schweizerische Nationalbank

SP

Sozialdemokratische Partei (Schweiz)

SRF

Schweizer Radio und Fernsehen

SVP

Schweizerische Volkspartei

UBS

Union Bank of Switzerland

WEF

World Economic Forum, Davos

WTO

World Trade Organisation (Welthandelsorganisation), Genf

Einleitung

Die Bevölkerungen der alten Industrieländer nehmen die rasante Zunahme der Konzentration des Kapitaleigentums und der damit verbundenen Kapitalmacht nicht wahr. Ebenso wenig die damit einhergehende Aushöhlung der Demokratie. Demokratie wird immer mehr zur Fassade, zur Pluto-Demokratie: einer Demokratie der Reichen (Plutos = Reichtum)1. Demokratie heisst wörtlich „ Herrschaft des Volkes“ und bedeutet „jedem Bürger2 eine Stimme“. Davon sind die alten Demokratien „des Westens“ mittlerweile meilenweit entfernt. Denn im reichsten Promille verfügen die Bürger jeweils über tausendmal, im reichsten Hunderttausendstel sogar über hunderttausendmal mehr Wirkungsmacht als jene Bürger, die zu den „unteren“ 90 Prozent der Bevölkerungen gehören.

Nachdem ich Mitte 2008 damit begonnen hatte, regelmässig die Neue Zürcher Zeitung (NZZ) zu lesen, fiel mir zunehmend auf, wie sich ab etwa 1980 der Kapitalbesitz in den alten Demokratien und Industrieländern immer mehr konzentrierte. Zahlreiche Artikel legten auch dar, wie die Kapitaleigentümer (Grossaktionäre, Konzerne) in diesen Demokratien erhebliche Macht ausüben, nicht nur über die Finanzierung der politischen Parteien und die Lobbyarbeit in den Parlamenten, sondern auch über die Beeinflussung und Steuerung der Medien oder die Finanzierung der Hochschulen und ihrer Forschung. Gleichzeitig wurde im Sog der ebenfalls ab etwa 1980 verbreiteten „Weniger Staat“-Ideologie (Neoliberalismus) der Kapitalmacht immer weniger Einhalt geboten, weil durch die Parlamente zahlreiche Regulierungen und Gesetzte gestrichen oder entschärft wurden. So verdichtete sich in mir das Gefühl, die Demokratie werde durch eine stetige Machtausweitung des Kapitals fortlaufend ausgehöhlt. Die globalisierte Konkurrenz schaffte in den Industrieländern die Notwendigkeit der Deregulierungen. So verschob sich die Steuerungsmacht der Gesellschaftsentwicklung immer mehr vom Souverän, den Bürgergesellschaften, zur grosskapitalistischen Elite.

Mir fiel ebenfalls auf, dass der Demokratiezerfall in den Medien kaum ausführlich und umfassend thematisiert wurde. Das erstaunte mich. Eine Person mit einem Vermögen von 100 Millionen (US-Dollar, Euro, Schweizer Franken) kann so manches bewirken, nicht nur in der Wirtschaft, sondern auch auf dem politischen Parkett oder durch die Beeinflussung der Meinungsbildung, der Lehre an den Universitäten und der Forschung. Mir schien zumindest gerechtfertigt, dass sich die Hüter der Demokratie – spezialisierte Institute, Medien oder Parteien – die Frage nach der Vereinbarkeit der ausserordentlichen persönlichen Machtfülle von einem Promille der Steuerzahler mit dem Anspruch der Demokratie auf Machtverteilung stellten.

Um es konkreter zu sagen: Eine Person mit einem Vermögen von einer Milliarde Euro (US-Dollar, Schweizer Franken) erhält jährlich ein Kapitaleinkommen von 60 bis 80 Millionen. Wenn sie 1 000 000 für ihr Leben verbraucht, verbleiben ihr 59 bis 79 Millionen. Davon kann sie zum Beispiel 39 Millionen als Wachstum ihrer Kapitalanlagen betrachten, und es bleiben ihr jährlich 20 bis 40 Millionen, um zu „wirken“. Darin liegt eine gewaltige Macht.

Um das Thema Kapitalmacht zu behandeln, habe ich über fünf Jahre eine beträchtliche Anzahl Artikel gesammelt. Sie sollen als Beweismaterial dienen für die Behauptung, die heutige organisierte Macht der Kapitaleliten zersetze fortlaufend die Demokratie und habe zur Pluto-Demokratie geführt. Dazu diente mir die NZZ als Hauptquelle. Ihr Artikel gelten in Bezug auf Fakten und Daten als seriös recherchiert und sind für wirtschaftsfreundliche Kreise glaubwürdig. Mir geht es auch darum, mit diesem politischen Essay liberale bürgerliche Kreise zu erreichen. Daher ist es mir wichtig, Grundmaterial zu verwenden, das auch für diese Menschen glaubwürdig ist. Denn es geht um ein Thema, welches uns alle angeht, ob wir uns als liberal/rechts, sozialistisch/links oder ökologisch/grün verstehen. Die Demokratie ist in den alten Industrieländern – dem „Westen“, der auch Nordamerika, Australien und Japan einschliesst – viel gefährdeter, als uns gemeinhin bewusst ist. Und zwar, weil die Machtkonzentration der Kapitalelite kaum je breit thematisiert wird. Dieser Essay befasst sich daher mit einer Lageanalyse zum Thema Kapitalmacht und Demokratie.

In Kapitel 1 lege ich die Kapitalbesitzkonzentration und deren Entwicklung in den letzten dreissig Jahren dar. Als Nichtökonom habe ich dazu das verbreitete, allgemein zugängliche Material verwendet. Als ich Ende 2013 mit der umfassenden Arbeit von Tomas Piketty, Das Kapital im 21. Jahrhundert, konfrontiert wurde, hatte ich meinen Essay weitgehend abgeschlossen. Wichtig scheint mir Folgendes: Die viel fundiertere Recherche von Piketty und der zahlreichen Forschungsarbeiten, die er beizieht, kommt in Bezug auf die Entwicklung des Kapitalbesitzes in den alten Industrieländern zu Feststellungen, die meine Schlüsse umfassend stützen. Er setzt diese Feststellungen allerdings in einen historischen Kontext von über 200 Jahren. Ich werde am Ende von Kapitel 1 kurz auch einige Schlussfolgerungen von Piketty darstellen, damit die Übereinstimmung der Ergebnisse ersichtlich wird.

In Kapitel 2 folgt ein Exkurs über die Finanz- und Wirtschaftskrise, welche 2007 ausbrach. Dies erscheint mir wichtig, weil die Periode von 1978 bis 2008 durch eine masslose Anhäufung von Schulden gekennzeichnet wird – und als Kehrseite: von Vermögen! Eine Zeit des Wirtschaftswachstums auf Pump, nach dem Motto: „Heute konsumieren, morgen bezahlen.“ Daran beteiligten sich alle Haushalte, auch die Staatshaushalte. In dieser neoliberalen Zeit nahm die Ungleichheit des Kapitalbesitzes und der Kapitalmacht wieder rasch zu.

Kapitel 3, 4 und 5 bilden das Herzstück des Buches. Dort werden die Mechanismen und Instrumente der Kapitalmacht ausgelotet. Bei der Lektüre dieser Vorkommnisse empfindet man, wenn sie so geballt vorgelegt werden, leicht einmal Empörung. Dieses Gefühl scheint mir wichtig: Es könnte die Motivation bilden, um Liberalismus und Kapitalismus massgeblich umzuformen, jedoch ohne das Kind mit dem Bad auszuschütten. In Kapitel 5 wird die historische Dynamik besprochen, also die tiefer liegende Ursache des markanten Umschwungs der Jahre 1975 bis 1980. Hervorzuheben wäre der Abschnitt über die Mont Pelerin Society (MPS). Sie ist ein weltweites liberales Netzwerk, welches 1947 von Friedrich August von Hayek gegründet wurde. In dieser diskreten, weltumspannenden und strategischen Denkfabrik, bestehend aus Professoren, Wirtschaftsführern und Journalisten – und gegen 100 nationalen liberalen Denkfabriken –, in der neben von Hayek auch Milton Friedman wirkte, wurde die neoliberale Offensive zur Verdrängung des damals dominanten Keynesianismus erdacht und zielstrebig umgesetzt.

Es hat sich gezeigt, dass die Lektüre zahlloser Kurzfassungen von Zeitungsartikeln sehr ermüdend ist. So habe ich dieses nach Themen sortierte Material mit Quellenangaben zum Teil in den Anhang zum ersten, dritten und vierten Kapitel gelegt. Die Leser können bei Interesse dort weitere Fakten und Daten nachlesen. In den Kapiteln selbst werde ich daher nur einen Teil der ausführlichen Beispiele, ansonsten aber meine Schlussfolgerungen präsentieren.

Die Summe der Fakten kann zu anderen Schlüssen führen, als sie gewisse Redaktoren der NZZ ziehen oder ziehen würden. Die NZZ hat derzeit eine besondere, liberal-grosskapitalistische Perspektive, die mir nicht als der Weisheit letzter Schluss erscheint, insbesondere in Sachen Liberalismus, Freiheit, Kapitalismus und Demokratie.

Mir ist die Schwierigkeit bewusst, keine einseitige Perspektive einzunehmen. Ob es mir gelungen ist, entscheiden schlussendlich die Leser. Wenn ich einer Perspektive den Vorzug gebe, dann folgender: einer Betrachtung der Welt, die zugleich von Vernunft und Wohlwollen getragen ist, verpflichtet dem Gemeinwohl der Menschheit, also aller Menschen, und dem Respekt gegenüber der unermesslichen Leistung und Schönheit der Natur.

Kapitalmacht bildet eine Kernursache der sozialen Leiden und ökologischen Zerstörungen, denen wir weltweit gegenüberstehen. Noch tiefer aber liegt unsere Vorstellung von Wohlstand und Glück. Den Urgrund der Probleme finden wir in unserer Kultur. Er ist philosophischer und psychologischer Natur. Unser Denken, unsere Vorstellungen von den Quellen unserer Zufriedenheit, verhindert die Lösung der Probleme. Nicht nur Einstein hatte erkannt, dass man Probleme nicht mit den alten Denkmustern lösen kann, sondern auch August Friedrich von Hayek, als er sinngemäss sagte: In einer Demokratie gewinnen jene die Wahlen, welche die Meinungen, die dominanten Denkströmungen formen. Hierzu ist Kapital mit seinen grossen Möglichkeiten, in den verschiedensten Bereichen Macht auszuüben, alleweil sehr nützlich. Wie es konkret wirkt, wird im Folgenden beschrieben.

1 In drei vertraulichen Memos von 2005/06 nennt die US-amerikanische Citibank das System „Plutonomie“ (im Film Kapitalismus: Eine Liebesgeschichte von Michael Moore).

2 Um der besseren Lesbarkeit willen habe ich durchgängig die männliche grammatische Form verwendet, mit der selbstverständlich beide Geschlechter gemeint sind.

Kapitel 1

Konzentration des Kapitals – Pluto-Demokratie

Eine Million ist Wohlstand, 100 Millionen sind Macht.

 

Vermögensverteilung – Welt und einige OECD-Länder

Dieses Unterkapitel präsentiert die Verteilung des Eigentums nach dreissig Jahren der fortlaufenden Konzentration des Kapitalbesitzes.

Sehr grosse und sehr kleine Zahlen übersteigen unser Vorstellungsvermögen. Das betrifft die Dimension des Weltraumes und des Mikrokosmos ebenso wie die Zahlen über die grössten Vermögen. Wir können die Bedeutung dieser Dimensionen nicht recht erfassen, sie sind unvorstellbar. Trotzdem lohnt es sich, beim Lesen ab und zu innezuhalten und den Dimensionen nachzuspüren.

Eigentlich wollte ich die Verhältnisse grafisch darstellen. Oft präsentieren uns die Statistiken die Vermögensverteilung nach Zehnteln, so genannten Dezilen, der Bevölkerung. Aber diese Darstellungen erfüllen unseren Zweck nicht. Denn nicht, was das oberste Dezil besitzt, interessiert hier, sondern die obersten ein bis zwei Promille. Allein diese sind für die Machtkonzentration des Kapitals relevant. Es sind Vermögen von über zehn Millionen (Euro, US-Dollar, Schweizer Franken), also solche, wo grosser Wohlstand zu einem politischen Machfaktor wird. Die Superreichen mit über 50 Millionen Vermögen bilden weniger als ein Promille der Steuerzahler. Innerhalb der Grenzen einer Buchseite lassen sich diese Ausmasse nicht darstellen. Würde man ein Vermögen von einer Million mit einem Zentimeter darstellen, erhielte der Milliardär 1 000 Zentimeter, also eine zehn Meter hohe Säule. Auch lässt sich ein Tausendstel grafisch kaum darstellen; auf diesen Tausendstel der superreichen Bürger kommt es bei der Machtfrage aber an.

Da ist ein Bild anschaulicher: Normalbürger haben die Kraft, 50 Kilogramm zu stemmen – oder fast, Superreiche reissen mit ihrer Macht aber 50 Tonnen und mehr in die Höhe. Das sind in etwa die Machverhältnisse der Menschen in den alten Demokratien.

Weiteres Zahlenmaterial und Quellen befinden sich im Anhang zu diesem Kapitel am Schluss des Buches.

Welt

Vermögensverteilung in der Welt

Das oberste Prozent hat ein Reinvermögen von jeweils über 588 000 Dollar.

Der reichste Zehntel hat ein Reinvermögen von jeweils über 72 000 Dollar.

Die Welt zählt 24 Millionen Millionäre, 40 Prozent davon leben in den USA.

Was das oberste Promille weltweit besitzt, wird nicht publiziert. Das wäre jedoch machtpolitisch relevant.

Die Privatvermögen reicher Personen nahmen zwischen 2000 und 2009 um 75 Prozent auf 200 000 Milliarden Dollar zu.

Anteil an der Weltbevölkerung in %

Anteil am Weltvermögen in %

 

 

 

 

oberes

  1

 

43

obere

  2

>

50

obere

10

 

85

 

 

 

 

untere

  50

 

  1 oder 2

Quelle: CS Wealth Report 2010

Reinvermögen in US $ in %

Anteil Weltbevölkerung in %

Anteil am Weltvermögen

 

 

 

unter 4 000

50

 

unter 10 000

68

3,3

über 1 Mio.

  0,5

38,5

Weltweit verwaltete Vermögen

2007: 111 600 Milliarden US Dollar

2009: 111 500 Milliarden US Dollar

2010: 121 800 Milliarden US Dollar

2007 brach in den USA die Finanzkrise aus. Erwartet wird eine weitere jährliche Zunahme der Vermögen von sechs Prozent.

Offshore verwaltete Vermögen

Offshore bedeutet: ausserhalb des Landes angelegt. Von den rund 120 000 Milliarden Dollar sind dies 7 400 Milliarden. Davon verwaltet die Schweiz ein Viertel bis ein Drittel (2 100 bis 2 800 Milliarden Dollar, je nach Quelle, davon 1 000 Milliarden aus Europa). Weitere grosse Offshore-Finanzplätze sind die Kanalinseln1, Luxemburg, die USA und Singapur.

High Net Worth Individuals (HNWI)

In der Bankensprache sind dies Personen, die über eine Million Dollar freies Anlagevermögen besitzen. Davon gibt es weltweit elf Millionen, von diesen wiederum 3,37 Millionen in Asien, 3,35 Millionen in den USA und 250 000 in der Schweiz.

„Ultra High Net Worth Individuals“ sind Steuerpflichtige mit über 30 Millionen Dollar Anlagegeldern.

Superreiche – Vermögen über 50 Millionen US-Dollar

Die Welt zählt circa 80 000 Superreiche mit einem Vermögen von über 50 Millionen US-Dollar, rund die Hälfte in den USA (Schweiz: schätzungsweise 1 000 bis 1 500 Steuerpflichtige).

Machtpolitisch nenne ich diese 80 000 Superreichen den höheren Geldadel oder Kapitaladel, welcher den traditionellen Adel des Mittelalters, dessen Macht sich auf Landbesitz gründete, ersetzt hat.

Zahlen zum hohen Geldadel mit über 100 Millionen Dollar Vermögen finden sich in der folgenden Tabelle.

61 Inder sind Milliardäre und besitzen 22 Prozent des indischen Gesamtvermögens.

„Welt der Reichen “

(aus: Bilanz – Das Schweizer Wirtschaftsmagazin, 24/2013)

Im Jahr 2013 betrug das Weltvermögen 240 881 Milliarden Dollar und nahm um 4,9 Prozent zu.

Land

Anzahl Supersuperreiche > 100 Mio. $

Durchschnittsvermögen pro Erwachsener, in $

China

  2 296

  22 230

Russland

  1 021

  10 976

USA

14 546

301 140

Japan

     861

216 694

Deutschland

  1 551

192 232

Frankreich

     880

295 933

Italien

     748

241 383

Spanien

     470

123 997

Brasilien

     719

  23 278

Schweiz

     903

512 562

Lesebeispiel: Deutschland weist 1 551 Supersuperreiche mit einem Vermögen von jeweils über 100 Millionen Dollar auf. Das Durchschnittsvermögen deutscher Erwachsener beträgt etwa 192 000 Dollar. Die Vermögen der deutschen Supersuperreichen betragen somit in etwa das 520-Fache des Durchschnittsvermögens deutscher Erwachsener.

Der hohe Geldadel (Supersuperreiche, unter ihnen besonders die Milliardäre) bestimmt heute massgeblich den Gang der Welt. Es sind Grossaktionäre, mit bedeutendem Einfluss auf die Politik, den anderen, bekannteren Machapparat. In den meisten Ländern überschneiden sich diese beiden Machteliten: politische Elite und Kapitaladel.

Die Schweiz weist eine sehr hohe Dichte an Supersuperreichen auf. Das Durchschnittsvermögen der Schweizer liegt gut 200 000 Dollar über jenem in den anderen wohlhabenden Demokratien. Die 300 reichsten Schweizer besassen im Jahr 2013 564 Milliarden Franken, im Durchschnitt besass jeder von ihnen 1 880 Millionen. Der beinahe zehnprozentige Zuwachs in einem Jahr betrug 52 Milliarden – eine Folge der Erholung der Aktienkurse.

Gini-Index

Ungleichheiten in der Verteilung werden mit dem Gini-Index gemessen.

Im folgenden Rechteck würde eine vollkommen gleiche Verteilung eine Diagonale bilden.

Abb. 1: Ungleichheit der Verteilung, grafisch dargestellt

Je grösser die Ungleichheit, desto grösser wird der „Bauch“ der Verteilungskurve unterhalb der Diagonale, also die Fläche zwischen der Diagonale und der tatsächlichen Verteilung. Diese Fläche im Verhältnis zur Fläche des Dreiecks ergibt den Gini-Index. 0 bedeutet demnach totale Gleichheit der Verteilung, 1 bedeutet totale Ungleichheit (eine Person besitzt alles Vermögen).

Der Gini-Index der weltweiten Vermögensverteilung dürfte bei 0,9 liegen, also extrem hoch sein, da hier auch die Vermögensunterschiede zwischen reichen und armen Ländern ins Gewicht fallen. Typischerweise liegt der Gini-Index der nationalen Vermögensverteilung bei 0,7 bis 0,8 (hohe Ungleichheit), jener der Einkommensverteilung bei 0,3 (mittlere Ungleichheit).

OECD-Länder

Die alten liberalen Industrieländer mit Marktwirtschaft haben sich in der OECD (Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung) zusammengeschlossen, deren Sitz in Paris ist. Später sind weitere Länder mit ähnlicher Gesellschaftsordnung hinzugekommen. Die OECD publizierte im Jahr 2008 die Studie Growing Unequal?. Das Zahlenmaterial datiert aus den Jahren 2000 bis 2002. Neuere Übersichtsdaten der OECD habe ich nicht gefunden.

Meine Länderrecherche zu gutem Zahlenmaterial über das oberste Prozent der Vermögenden lässt berechtigte Zweifel aufkommen in Bezug auf die Stichhaltigkeit der folgenden Zahlen.

Vermögensverteilung in Industrieländern, oberes Zehntel

Anteil an Bevölkerung in %

Anteil am Gesamtvermögen in Prozent

 

 

UK, 2000

USA, 2001

Kanada, 1999

Dtschld., 2002

Italien, 2002

 

 

 

 

 

 

 

obere

1

10

33

15

16

11

obere

5

30

58

37

38

29

obere

10

45

71

53

55

42

 

 

 

 

 

 

 

Gini-Index

    0,66

    0,84

    0,75

    0,80

    0,61

(OECD: Growing Unequal?, 2008)

Grossbritannien und Italien haben in diesem Kontext eine relativ mässige Ungleichheit, Kanada befindet sich im Mittelfeld. In Anbetracht der weiteren Zahlen erstaunt es, dass der Gini-Index der USA (0,84) nur so wenig höher liegt als jener von Deutschland.

Ausserdem hat in den zwanzig Jahren von 1985 bis 2005 die Ungleichheit der Einkommensverteilung in fast allen OECD-Ländern signifikant zugenommen, besonders nach dem Jahr 2000 (OECD: Growing unequal?) Zum Vergleich: Der durchschnittliche Gini-Index der Einkommensverteilung der OECD-Länder lag um das Jahr 2005 bei 0,32.

USA

Vermögensverteilung in den USA (2010)

Anteil an der Gesamtzahl
der Haushalte in Prozent

Anteil am Gesamtvermögen
in Prozent

 

 

obere        1

35

obere        5

63

obere      20

89

untere     80

11

 

 

untere    40

0,3

Quelle: Prof. G. William Domhoff, University of California and Santa Cruz: „Who Rules America? Power in America – Wealth, Income & Power“, im Internet auf: WWW2.ucsc.edu/whorulesamerica/power/wealth.html (aufgerufen im Januar 2015).

Der Gini-Index der USA liegt mit 0,80 (oder 0,84; je nach Quelle variieren die Angaben) etwas unter jenem der Schweiz, aber immer noch im Spitzenfeld der Ungleichheit der Vermögensverteilung.

Das reichste Prozent der Haushalte besass im Jahr 2001 33,5 Prozent der Wertpapiere; 2007 war dieser Wert auf 38,3 Prozent gestiegen.

Die Bevölkerung der USA hat kein Bewusstsein von der reellen Vermögensverteilung im Land.

Weiteres gutes Material habe ich nicht gefunden. Daher folgen einige Informationen zur Einkommensverteilung.

Einkommensverteilung

Der Gini-Index der USA betreffend Einkommensverteilung beträgt 0,45. Für die Verteilung der Einkommen bedeutet das eine sehr grosse Ungleichheit.

Die Ungleichheit der Einkommen hat ab 1980 deutlich zugenommen:

Das oberste Promille verdiente im Jahr 1980 weniger als drei Prozent des Gesamteinkommens, im Jahr 2002 fast sieben Prozent.

Das Prozent mit den höchsten Einkommen erhielt 1985 neun Prozent der Einkommen, 2008 aber 18 Prozent.

Die Gehälter der CEOs (Vorstandsvorsitzenden, Generaldirektoren) nahmen von 1990 bis 2005 um 300 Prozent zu, jene der Arbeiter um 4,3 Prozent. Die neoliberale Zeit (1980–2008) hinterlässt eine Kluft: das beträchtliche Wachstum der Ungleichheit.

Aus anderer Quelle: Der Anteil der fünf Promille Topverdiener am US-Gesamteinkommen stieg zwischen 1980 und 2007 von sieben Prozent auf 20 Prozent und nahm mit der Finanzkrise von 2007 bis 2010 auf 16 Prozent ab.

Das Durchschnittseinkommen dieses halben Prozents beträgt über 1,5 Millionen US-Dollar im Jahr.

Die Auszahlung der Gehälter der Unternehmensleiter erfolgte zwischen 1989 und 2007 immer mehr über Aktienoptionen, deren Anteil an ihrem Einkommen von 34 auf 74 Prozent zunahm. Hier zeigt sich, wie die Grossaktionäre (sehr oft institutionelle Anleger wie Pensionskassen und Versicherungen) die Manager an ihre Interessen gebunden haben, indem sie sie in Aktien bezahlen.

Der bestverdienende Hedgefondsmanager kassierte im Jahr 2005 1,5 Milliarden Dollar, der 25. Fondsmanager 130 Millionen. Vier Jahre zuvor verdiente dieser 25. Fondsmanager erst 30 Millionen.

Viele Zahlen zur neoliberalen Einkommenswelle in den USA stammen aus einem Artikel von Hansueli Schöchli in Der Bund vom 11.10.2006.

Das sind bewegende Zahlen, wenn man sie auf sich wirken lässt.

Deutschland

Werden im Jahr 2007 die Vermögen der reichsten 380 Haushalte (einer von 100 000) in Deutschland mit eingerechnet, so erhöht sich das private Nettogesamtvermögen für das Jahr 2007 von 6 100 Milliarden Euro auf 7 225 Milliarden. Diese Information erweist sich für das Thema Machtkonzentration des Kapitals als besonders wertvoll.

Sie wirft Fragen auf: Wie kommt es, dass da plötzlich elf Hundertmilliarden Euro dazukommen? Wie akkurat sind denn die üblichen offiziellen Statistiken bezüglich der Vermögen in Deutschland und in anderen Ländern?

Das reichste Prozent der Deutschen über 17 Jahre besitzt gemäss der einen Statistik 23 Prozent des Gesamtvermögens, gemäss der Studie über die reichsten 380 Haushalte jedoch 35,8 Prozent. (SOEP/DIW)

Der Gini-Index beträgt somit für 2007 entweder 0,64 (mittleres Feld der Ungleichheit) oder 0,81 (eine Spitzenposition wie die USA).

Das deutsche private Bruttovermögen – also ohne Abzug der Schulden – betrug im Jahr 2006 10 400 Milliarden Euro.

Vermögensverteilung in Deutschland (2007)

Anteil an der Bevölkerung über 17 Jahre in Prozent

Vermögen dieses Anteils in Mrd. Euro

Anteil am Gesamtvermögen in Prozent

durchschnittl. Vermögen in Mio. Euro

 

 

 

 

0,0001 (38 Haushalte)

132

    1,67

 

0,001 (380 Haushalte)

419

    5,28

1 100/Haushalt

 

 

 

 

0,1 (70 000 Personen)

1 627

22,5

23,2/Pers.

0,5 (350 000 Personen)

2 252

31,2

 

1 (700 000 Personen)

2 590

35,8

3,7/Pers.

10

4 813

66,6

 

 

 

 

 

Weitere 40 %

2 310

32

 

Ärmere 50 %

103

    1,4

 

38 Haushalte (ein Millionstel aller Haushalte) besitzen mehr Vermögen als die unteren 50 Prozent, im Durchschnitt nahezu vier Milliarden Euro.

380 Haushalte haben im Durchschnitt ein Vermögen von 1,1 Milliarden.

Das reichste halbe Prozent (350 000 Personen über 17 Jahre) besitzt nahezu einen gleich grossen Anteil am Gesamtvermögen (31,2 Prozent) wie 90 Prozent der Bevölkerung (33,4 Prozent); es sind 63 Millionen Personen.

Zehn Prozent der Bevölkerung verfügen über zwei Drittel der Vermögen, die restlichen 90 Prozent über das verbleibende Drittel.

Wenn Vermögen ab etwa zehn Millionen zu demokratisch relevanter Macht werden, betrifft dies in etwa die obersten zwei Promille.

Über die Entwicklung der Vermögensungleichheit in der neoliberalen Zeit ab 1980, insbesondere den Anteil des obersten Prozents, scheint es keine leicht zugänglichen Zahlen zu geben.

Frankreich

Die Internetsuche nach detaillierten Daten über die Vermögensverhältnisse in Frankreich erweist sich im Vergleich zur Recherche in Bezug auf die USA, Deutschland und die Schweiz als ernüchternd. Das Institut national de la statistique et des études économiques (Insee) scheint die einzige Institution zu sein, welche überhaupt solche Daten liefert.

Gibt man bei der Internetsuche die Stichwörter „Vermögensverteilung“ oder „Besitzverteilung“ ein, beziehen sich die meisten Dokumente lediglich auf die Einkommen und ihre Verteilung. An der Glaubwürdigkeit der Zahlen kann man durchaus zweifeln.

Das Insee liefert beispielsweise für 2010 nur grobe Zahlen.

Vermögensverteilung 2004 und 2010 (in Prozent)

Anteil der Bevölkerung

Anteil am Vermögen 2004

Anteil am Vermögen 2010

 

 

 

oberes      1

13

 

obere      10

46

48

obere      50

93

93

untere     50

    7

    7

Vermögensverteilung (Insee, 2010)

Gesamtbevölkerung in 10-%-Schnitten (Dezilen)

Anteil am Gesamtvermögen in Prozent

Kumuliert

 

 

 

untere 10 % (1. Dezil)

  0

    0

2. Dezil

  0

    0

3. Dezil

  1

    1

4. Dezil

  1

    2

5. Dezil

  5

    7

6. Dezil

  7

  14

7. Dezil

  9

  23

8. Dezil

12

  35

9. Dezil

17

  52

obere 10 % (10. Dezil)

48

  100

Die unteren 50 Prozent der Haushalte vereinigen sieben Prozent der Vermögen auf sich, die oberen zehn Prozent hingegen 48 Prozent (in anderen Quellen fand ich die Zahl 61 Prozent).

Die detaillierten Verhältnisse im obersten Prozent bleiben unbekannt; sie wären im Kontext dieses Kapitels aber die entscheidende Information.

Das höchste Vermögen in Frankreich beträgt circa 21,2 Milliarden Euro, das Zehnthöchste 3,8 Milliarden. Über welchen Anteil am Gesamtvermögen die 3 500 superreichen Haushalte (ein Zehntausendstel) verfügen, sucht man vergeblich.

Die Lektüre diverser Dokumente lässt vermuten, dass die Ungleichheit der Vermögen und Einkommen in den vergangenen zwanzig Jahren erheblich zugenommen hat.

Grossbritannien

Die Suche nach detaillierten Aufstellungen über die Vermögensanteile im Besitz der einzelnen Dezile der Bevölkerung sowie über das oberste Dezil und das oberste Prozent erweist sich, ganz ähnlich wie für Frankreich, als mühselig bis ergebnislos.

Die Behörde Her Majesty’s Revenue and Customs (HMRC) liefert für die Zeit von 2005 bis 2007 folgende Daten:

Vermögensverteilung

Gesamtbevölkerung in Dezilen

Anteil am Gesamtvermögen in Prozent

Kumuliert

 

 

 

untere 10 Prozent (1. Dezil)

  0

    0

2. Dezil

  1

    1

3. Dezil

  2

    3

4. Dezil

  4

    7

5. Dezil

  6

  13

6. Dezil

  7

  20

7. Dezil

  9

  29

8. Dezil

11

  40

9. Dezil

15

  55

obere 10 Prozent (10. Dezil)

  45

  100

Die untersten 50 Prozent verfügen über 13 Prozent des Gesamtvermögens, die obersten zehn Prozent über 45 Prozent.

Die reichsten 20 Prozent der Bevölkerung verfügen über 60 Prozent der Vermögen, die restlichen 80 Prozent über die verbleibenden 40 Prozent.

Über die Vermögen des reichsten Prozents konnte ich keine Angaben finden. Will Paxton vom Institute for Public Policy Research (Ippr) schreibt 2002, das reichste Prozent der Briten habe seinen Anteil am Gesamtvermögen zwischen 1988 und 1999 von 17 auf 23 Prozent gesteigert.

Auch die anderen von mir gelesenen Texte lassen vermuten, dass die Ungleichheit in der Vermögensverteilung markant zugenommen hat.

Zahlen zur Einkommensverteilung

Aufgrund des fehlenden Materials über die Vermögensverhältnisse im Folgenden Hinweise über die Entwicklung der Einkommen.

Am 4. Mai 2010 hat der NZZ-Korrespondent Peter Rasonyi seine Analyse der Veränderung in den Einkommensverhältnissen über die dreissig Jahre von 1979 bis 2008 veröffentlicht. Während der neoliberalen Welle unter Margret Thatcher hat sich die soziale Kluft demnach massiv vergrössert: Der Gini-Index der Einkommensverteilung der Haushalte wuchs zwischen 1979 und 1990 von 0,25 auf 0,34. Unter Premierminister Major bis 1997 blieb er nahezu konstant bei 0,33. Unter der New Labour, also den Regierungen von Tony Blair und Gordon Brown, stieg der Index bis 2008 nochmals leicht auf 0,36, womit Grossbritannien unter den Industrieländern eine der höchsten Ungleichheiten in der Einkommensverteilung aufweist.

Diverse Studien zeigen, wie die soziale Mobilität ab 1970 in England stagnierte oder zurückging. Das heisst: Die Chance, über eine berufliche Laufbahn die soziale Leiter emporzuklettern, ging eher zurück.

Unter den konservativen Tory-Regierungen bis 1997 nahmen die realen Einkommen, je höher sie waren, umso kräftiger zu. Unter den New-Labour-Regierungen wuchsen die Einkommen der unteren Hälfte stärker als die der oberen, mit Ausnahme der beiden Enden. Die untersten fünf Prozent der Einkommen nahmen unterdurchschnittlich zu, die obersten stiegen überdurchschnittlich (allerdings weniger als in der Tory-Zeit). Das starke Einkommenswachstum der oberen fünf Prozent erklärt sich durch den Aufschwung der Finanzindustrie auf dem Finanzplatz London und den Kanalinseln sowie die Managergehälter. Die Welle der exorbitanten Gehälter und Boni schwappte in den 90er Jahren von den USA nach Grossbritannien und ganz Europa herüber, ja letztlich um die ganze Welt. Der Arbeitsmarkt für Spitzenmanager wurde globalisiert.

Die relative Armut sei in Grossbritannien von 1979 bis 1997 von 15 auf 25 Prozent der Bevölkerung angestiegen und danach bis 2008 wieder leicht auf 22 Prozent gesunken, schreibt Rasonyi. Der London-Korrespondent weiss jedoch, dass dieser geringe soziale Labour-Erfolg nur dank wachsender Defizite im Staatshaushalt möglich war. Der Staat habe um 2009 25 Prozent seiner Ausgaben mit neuen Schulden finanziert. Die Sanierung der Staatsfinanzen werde daher künftig unweigerlich die unteren und mittleren Schichten treffen: durch den Abbau der Sozialbudgets und der öffentlichen Dienste.

Schweiz

Die Schweiz hält international eine Spitzenposition in Sachen ungleicher Vermögensverteilung. In der breiten Bevölkerung wird dies kaum wahrgenommen, und noch weniger die politischen und gesellschaftlichen Folgen dieser Machtkonzentration.

Vermögensverteilung (2008)

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