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Die Angst im Nacken

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gesetzlichen Mehrwertsteuer

Die Handlung und Figuren dieses Romans sind frei erfunden.

Ähnlichkeiten mit lebenden oder verstorbenen Personen sind nicht beabsichtigt und wären rein zufällig.

Erica Spindler

Die Angst im Nacken

Roman

Aus dem Amerikanischen von

Margret Krätzig

PROLOG

Juni 1978

Südkalifornien

Die dreizehnjährige Harlow Anastasia Grail litt Todesangst, während sie sich mit dem weinend an sie gekauerten Timmy in eine Ecke des dunklen, fensterlosen Raumes drückte.

Der Filzteppich roch leicht nach Urin, genau wie die Matratze, auf der sie vor Stunden mit Timmy erwacht war. Oder vor Tagen? Harlow hatte jegliches Zeitgefühl verloren, seit sie mit Timmy von Monica, der Kinderschwester, der ihr Vater vertraut hatte, in ein fremdes Auto gelockt worden war.

Er hatte drinnen gewartet, der Mann, den Monica Kurt nannte.

Harlow schauderte bei der Erinnerung an sein kaltes Lächeln. Sie hatte sofort gewusst, dass er ihr und Timmy etwas antun wollte. Schreiend hatte sie nach dem Türgriff gelangt. Er hatte sie festgehalten, bis Monica ihr etwas spritzte, das ihre Welt in Dunkelheit versinken ließ.

„Ich will nach Hause!“, wimmerte Timmy. „Ich will zu Mom.“

Beschützend zog Harlow den Jungen enger an sich. Es war ihre Schuld, dass er hier war. Sie musste sich um ihn kümmern, sie war für ihn verantwortlich. „Es wird alles gut. Ich beschütze dich.“

Aus dem Nachbarzimmer klang eine Fernsehreportage herüber:

„… im Entführungsfall der kleinen Harlow Grail und ihres Freundes Timmy Price. Harlow Grail, Tochter der Schauspielerin Savannah Grail und des Schönheitschirurgen Cornelius Grail aus Hollywood, war aus den Stallungen des Familienanwesens entführt worden. Der sechsjährige Sohn der Haushälterin war Harlow offenbar in die Stallungen gefolgt und wurde ebenfalls entführt. Die Behörden glauben, dass er nur ein zufälliges Opfer ist, und die FBI-Agenten …“

Ein Krachen, dann das Geräusch von splitterndem Holz. „Diese Hurensöhne!“

„Kurt, beruhige dich …“

„Ich habe ihnen gesagt, was passiert, wenn sie die Polizei einschalten! Diese dämlichen Hollywood-Arschlöcher! Ich habs Ihnen gesagt …“

„Kurt, um Himmels willen, nicht …“

Die Tür flog auf und krachte gegen die Wand. Kurt stand im Rahmen, heftig atmend, das Gesicht weiß vor Wut. Monica und die andere Frau, die sie Sis nannten, verharrten ängstlich hinter ihm.

„Deine Eltern haben nicht auf mich gehört!“, sagte er leise, mit vor Hass vibrierender Stimme. „Schade um euch.“

„Lassen Sie uns gehen!“, flehte Harlow und hielt Timmy fest. Der Junge drückte sich hysterisch schluchzend an sie.

Kurt lachte grausam. „Verwöhnte kleine Göre. Wie soll ich bekommen, was ich haben will, wenn ich euch gehen lasse?“

Er war mit wenigen Schritten bei ihr und entriss ihr Timmy.

„Ha’low!“, schrie der Junge angstvoll auf.

„Lassen Sie ihn los!“ Als sie aufsprang, ihm zu helfen, schossen Monica und Sis vor und hielten sie zurück. Harlow wehrte sich, doch die beiden waren stark. Sie hielten sie an den Armen fest, dass sich ihre Nägel in ihr Fleisch bohrten.

Kurt warf den zappelnden Jungen auf die schmutzige Pritsche und hielt ihn nieder. „Sieh gut hin, Prinzessin!“, forderte er sie auf. „Sieh dir an, was deine Eltern angerichtet haben. Sie haben nicht auf mich gehört. Ich hatte sie gewarnt, sich nicht an die Behörden zu wenden. Ich habe ihnen gesagt, welche Konsequenzen das hat. Sie haben das zu verantworten, diese dummen Hollywood-Arschlöcher.“ Damit schnappte er sich ein Kissen und presste es Timmy auf das Gesicht.

„Nein!“ Ihr Schrei hallte von den Wänden wider. „Nein!“

Timmy kämpfte. Er zerkratzte Kurt die Hände, heftig zunächst, dann langsam schwächer werdend. Harlow sah entsetzt zu und flehte tränenüberströmt um sein Leben.

Schließlich lag Timmy still. „Nein!“, schrie sie noch einmal. „Timmy!“

Kurt richtete sich auf. Er drehte sich ihr zu, die Lippen zu einem bösen Lächeln verzogen. „Du bist dran, Prinzessin.“

Er und Monica zerrten sie in die Küche. Sie sagte sich, dass sie kämpfen müsse, doch das lähmende Entsetzen ließ sie nur noch flehen. Monica zerrte ihr die rechte Hand über das fleckige abgesplitterte Porzellanspülbecken.

„Bereit oder nicht, es geht los“, sagte Kurt.

Harlow sah das Aufblitzen von Metall, eine Art Schere oder Zange, und wollte aufschreien.

Er nahm ihre rechte Hand, die Zange schloss sich um den kleinen Finger. Ein heißer, betäubender Schmerz, dann das Knacken von Knochen.

Der Spülstein färbte sich rot. Harlows Blick verschwamm, und die Welt versank in Dunkelheit.

Der Schmerz zog Harlow in heftigen an- und abschwellenden Wellen von der bandagierten Hand den Arm hinauf. Wenn er besonders schlimm war, erfüllte bitterer stählerner Geschmack ihren Mund und verursachte ihr Übelkeit. Sie biss sich fest auf die Unterlippe, um nicht laut loszuheulen. Sie musste leise sein, absolut still. Kurt und die anderen glaubten, sie schliefe, benebelt von den Schmerztabletten, die Monica ihr gegeben hatte. Doch sie hatte nur so getan, als hätte sie sie geschluckt.

Eine neue Schmerzwelle verging, und Harlow hatte einige Sekunden Ruhe vor den Qualen. Tränen des Entsetzens und der Hoffnungslosigkeit standen ihr in den Augen. Eine neue Schmerzwelle zog heran. Schwindelig, am Rande einer Bewusstlosigkeit, bekam sie kaum noch Luft. Sie durfte jetzt nicht ohnmächtig werden. Sie durfte Schmerz und Angst nicht nachgeben. Nicht wenn sie überleben wollte. Ihre Eltern würden heute Nacht das Lösegeld zahlen. Sie hatte Kurt zu den anderen sagen hören, dass er sie gehen ließe, sobald er das Geld habe.

Er log, dieser gemeine Bastard. Er hatte Timmy umgebracht, obwohl der Junge ihm nichts getan hatte. Der liebe kleine Timmy. Er hatte nur nach Hause gewollt.

Und dieser dreckige Mistkerl würde auch sie umbringen, gleichgültig, was er den anderen versprach. Auch wenn sie erst dreizehn war, sie war nicht dumm, sie hatte die Gesichter von allen dreien gesehen und konnte sie identifizieren. Dieses Risiko würde Kurt nicht eingehen.

Harlow erhob sich vorsichtig von der Pritsche, damit die Federn nicht quietschten, und kroch über den Filzteppich zur Tür. Sie presste das Ohr daran. Kurt sagte etwas, aber sie konnte nicht genau verstehen, was. Es betraf sie und die Geldübergabe.

Es geschieht heute Nacht!

Harlow eilte zur Pritsche zurück, legte sich hin und schloss die Augen. Sie hörte das Klicken des Türknaufs, der gedreht wurde, dann das leise Aufschwingen der Tür. Jemand trat ein und blieb neben ihrer Pritsche stehen.

Die Tür war wieder nicht abgeschlossen. Warum sollten sie sie auch verschließen? Die gehen davon aus, dass ich wegen der Medikamente fest schlafe.

Ihr Besucher beugte sich über das Bett, und Harlow merkte, dass es die ältere Frau war, Sis. Sie erkannte es an ihrem Geruch nach Rosen und Babypuder, süße Düfte, die den Gestank von Zigaretten nur teilweise überlagerten.

Sis beugte sich zu ihr herunter. Harlow spürte ihren Atem auf dem Gesicht und zwang sich, vollkommen still zu liegen und nicht zurückzuweichen.

„Süßes Lamm“, flüsterte Sis. „Es ist jetzt fast überstanden. Sobald Kurt das Geld hat, wird alles gut.“

Er ist losgefahren, es zu holen. Die Zeit läuft ab.

„Ich konnte ihn vorhin nicht aufhalten. Er war außer sich. Er … Deine Eltern hätten sich ihm nicht widersetzen sollen. Es war ihr Fehler. Sie tragen die Verantwortung …“ Sie sprach weinerlich. „Ich habe getan, was ich konnte. Du musst verstehen, er …“

Du hast nicht getan, was du konntest. Du hättest Timmy retten können, du alte Hexe! Du hast immer so viel Aufhebens um ihn gemacht, aber du hast keinen Finger gerührt, ihn zu retten. Ich hasse dich!

„Ich komme zurück.“ Die Frau presste ihr einen Kuss auf die Stirn. Harlow hätte fast aufgeschrien. „Schlaf schön, kleine Prinzessin. Es ist bald vorbei.“

Die Frau verließ den Raum und zog die Tür zu. Harlow lauschte aufmerksam auf das Klicken, das ein Abschließen der Tür angezeigt hätte.

Nichts.

Sie öffnete die Augen einen Spalt. Sie war allein. Vorsichtig richtete sie sich mit heftigem Herzklopfen auf, besorgt, mit dem kleinsten Geräusch die ältere Frau zu alarmieren. Offenbar hatte sie sich zu schnell aufgesetzt. Benommen vor Schwindel, musste sie sich an der Pritschenkante festhalten. Sie verharrte und atmete tief ein und aus, bis ihr Kopf klarer wurde.

Reglos wartete sie noch einen Moment und sammelte ihre Gedanken. Soweit sie es in den letzten Tagen mitbekommen hatte, wurde sie in einem kleinen, relativ abgelegenen Haus festgehalten. Sie hatte keine Geräusche von Verkehr oder Passanten gehört, und niemand hatte an der Tür geläutet. Am Morgen hatten die Vögel gezwitschert, und nachts hörte sie zweimal Kojoten heulen.

Wenn ich nun niemand finde, der mir hilft? Was, wenn ich mich verlaufe? Wenn der heulende Kojote mich findet und zerreißt?

Handle oder stirb, sagte sie sich zitternd. Kurt würde sie töten. Wenn sie davonlief, hatte sie zumindest eine Chance. Ihre einzige.

Harlow erhob sich von der Pritsche und schwankte leicht. Vorsichtig schlich sie zur Tür und öffnete sie einen Spalt. Der Raum dahinter schien leer zu sein. Der Fernseher lief, war aber ohne Ton. Eine Zigarette brannte im Aschenbecher auf der Armlehne des Sessels, und ein Kringel beißender Rauch stieg zur Decke.

Ich muss los! Ich muss rennen!

Bei dem Gedanken setzte sie sich auch schon in Bewegung. Sie erreichte die Haustür, entriegelte sie und riss sie auf. Mit einem leisen, unwillkürlichen Aufschrei taumelte sie in die dunkle, sternenlose Nacht und begann zu rennen, blindlings, schluchzend, über verdorrte Erde und durch ein Dickicht. Sie fiel kopfüber in einen Graben, zog sich wieder heraus, rappelte sich auf und lief weiter.

Sie erreichte eine verlassene Straße. Und sofort keimte Hoffnung in ihr. Hier musste jemand sein, irgendwer …

Im selben Moment kam ein Auto den Hügel herauf. Seine Scheinwerfer durchschnitten die Dunkelheit, trafen auf sie. Sie stand wie erstarrt, zitternd, zu schwach und erschöpft, um auch nur zu winken. Die Lichter kamen näher, der Fahrer hupte.

„Helft mir!“, flüsterte sie und fiel auf die Knie. „Bitte, helft mir!“

Das Auto kam mit kreischenden Rädern zum Stehen. Eine Tür ging auf, Schritte auf dem Asphalt.

„Frank, nein!“, bat die Frau. „Was ist, wenn …“

„Um Himmels willen, Donna, ich kann nicht einfach … Oh mein Gott, es ist ein Kind!“

„Ein Kind?“ Die Frau stieg aus dem Wagen. Harlow hob den Kopf, und die Frau japste: „Du lieber Himmel, sieh dir ihr rotes Haar an. Sie ist es. Die Kleine, nach der alle suchen. Harlow Grail.“

Der Mann gab einen ungläubigen, skeptischen Laut von sich. Er sah sich um, als werde ihm plötzlich klar, dass sie in Gefahr sein könnten.

„Das gefällt mir nicht“, sagte die Frau ängstlich. „Lass uns weiterfahren.“

Der Mann stimmte zu. Er hob Harlow hoch und hielt sie vorsichtig auf den Armen. „Es wird alles gut“, tröstete er leise auf dem Weg zu seinem Auto. „Wir bringen dich heim. Du bist in Sicherheit.“

Harlow ließ sich zitternd an ihn sinken und wusste, dass sie sich nie wieder sicher fühlen würde.

2. KAPITEL

Donnerstag, 11. Januar,

French Quarter.

„Was sagst du da, Anna?“, fragte Jaye Arcenaux. „Glaubst du, diese Kleine ist so ein Fan, der dich verfolgt? Das wäre ja cool.“

Jaye, Annas „kleine Schwester“, war vor einigen Wochen fünfzehn geworden, und jetzt war alles „cool“ oder „total abartig“.

Anna zog amüsiert eine Braue hoch. „Cool? Das glaube ich kaum.“

„Du weißt, was ich meine.“ Sie beugte sich zu ihr hinüber. „Also, glaubst du das?“

„Natürlich nicht. Ich sage nur, dass etwas an diesem Brief eigenartig war und dass ich nicht weiß, ob ich ihn beantworten soll.“

„Was meinst du mit eigenartig?“ Jaye langte über den Tisch und naschte einen von Annas Schokokeksen. „Dalton sagte, ihr hättet alle drei Gänsehaut bekommen.“

„Er übertreibt. Es war spät, und wir waren müde. Aber es klang ein wenig so, als ginge es bei ihr zu Hause recht eigentümlich zu. Ich bin ein bisschen besorgt.“

„Jetzt redest du von meinem Fachgebiet. Ich habe so ziemlich alles an häuslichen Eigentümlichkeiten erlebt, was sich denken lässt.“

Das stimmte, und es tat Anna unendlich leid. Allerdings zeigte sie das nicht. Jaye wollte kein Mitleid. Sie akzeptierte ihre Vergangenheit, wie sie war, und erwartete, dass andere das auch taten.

„Eigentlich wollte ich ganz gern deine Meinung dazu hören.“ Anna zog den Brief hervor und zeigte ihn Jaye. „Vielleicht interpretiere ich mehr hinein, als da ist. Spannende Geschichten zu erfinden ist schließlich mein Beruf.“

Während Jaye las, betrachtete Anna sie. Jaye war trotz ihrer Jugend bereits eine hinreißende Schönheit mit ihrem ebenmäßig geschnittenen Gesicht und den großen dunklen Augen. Bis vor einer Woche, als sie einer schockierten Anna die soeben flammend rot gefärbte Mähne gezeigt hatte, waren ihre Haare von einem warmen Mokkabraun gewesen.

Jayes Schönheit wurde nur von der Narbe gestört, die ihr diagonal über den Mund verlief. Ein Abschiedsgeschenk ihres brutalen Vaters. Volltrunken hatte er wütend eine Bierflasche nach ihr geworfen, die sie am Mund traf und ihr die Lippen spaltete. Der Bastard hatte nicht mal für ärztliche Hilfe gesorgt. Als die Schulkrankenschwester am folgenden Montagmorgen die Verletzung untersuchte, war es zu spät gewesen, die Wunde zu nähen.

Allerdings war es noch rechtzeitig gewesen, den Sozialdienst einzuschalten. Ab da war Jaye auf dem Weg in ein besseres Leben gewesen und ihr Vater auf dem Weg in den Knast.

Bei Recherchen für ihren zweiten Roman hatte Anna Kontakt zur Organisation B.B.B.S.A., Big Brothers and Big Sisters of America, „Große Brüder und Schwestern Amerikas“, bekommen, die Jugendlichen in Not zur Seite stand. Sie hatte einige der älteren Mädchen interviewt und war tief bewegt gewesen von ihren Geschichten, die von Not, Rettung und Zuneigung handelten.

Die Mädchen hatten sie an sich selbst in diesem Alter erinnert. Auch sie war verstört und einsam gewesen und hatte in Zeiten emotionaler Turbulenzen dringend einen Halt gebraucht.

Kurz entschlossen war sie selbst eine „große Schwester“ geworden. Schließlich hatte sie nichts zu verlieren, wenn sie versuchte, in dem Programm mitzuarbeiten.

Sie und Jaye waren jetzt zwei Jahre „Schwestern“.

Im Laufe dieser Zeit waren sie sich nahegekommen. Das war nicht einfach gewesen. Zunächst hatte Jaye nichts mit ihr zu tun haben wollen. Sie war zynisch gewesen für ihr Alter. Da sie ein Leben lang gekränkt und belogen worden war, reagierte sie auf Annäherung mit Zorn und Misstrauen. Sie hatte aus ihrer Ablehnung keinen Hehl gemacht.

Doch Anna war beharrlich geblieben. Zwei Jahre lang hatte sie jedes Versprechen gehalten, zugehört, anstatt zu tadeln, und einen Rat nur erteilt, wenn sie darum gebeten wurde. Dabei war sie ihren Ansichten treu geblieben und hatte jeden Test bestanden. Schließlich hatte Jaye angefangen, ihr zu vertrauen und sie zu mögen.

Diese Zuneigung beruhte auf Gegenseitigkeit, womit Anna beim Einstieg in das Programm nicht gerechnet hatte. Sie hatte nur helfen wollen und bekam im Gegenzug eine Freundschaft geschenkt, die eine Lücke in ihrem Leben ausfüllte, von der sie nicht einmal gewusst hatte, dass es sie gab.

Jaye sah auf. „Du bildest dir das nicht ein. Dieser Typ klingt nach einer üblen Bazille.“

„Bist du sicher?“

„Du wolltest meine Meinung hören.“

„Was meinst du mit übler Bazille?“

„Dass er alles sein kann, von einem Riesen A-loch bis zu einem Perversen, der lebenslang hinter Gitter gehört.“

Anna hörte den bitteren Unterton. „Das ist ein ziemlich breites Spektrum.“

„Ich bin kein Psychiater.“ Jaye gab ihr achselzuckend den Brief zurück. „Ich denke, du solltest ihr antworten.“

Anna verzog die Lippen, nicht so sicher wie ihre junge Freundin, dass sie die Korrespondenz fortsetzen sollte. „Ich bin erwachsen, sie ist ein Kind. Das macht die Kommunikation nicht gerade einfach. Ich möchte schließlich nicht, dass mir ihre Eltern Einmischung vorwerfen. Und ich kann sie ja nicht gut nach ihrem Vater ausfragen.“

„Dir fällt schon was ein.“ Jaye wischte sich mit der Serviette den Mund ab. „Dieses Kind braucht eine Freundin.“

Anna zog unsicher die Stirn kraus. Ein Teil von ihr, der, der immer auf Nummer sicher gehen wollte, drängte sie, den Brief in den Abfall zu werfen und Minnie und ihre Probleme zu vergessen. Der andere Teil stimmte Jaye zu. Minnie brauchte sie. Und sie konnte einem Kind in Not keine Hilfe verweigern.

„Isst du den letzten Keks noch?“, unterbrach Jaye ihre Gedanken.

„Gehört dir.“ Anna schob ihr den Teller zu. „Du bist in letzter Zeit ziemlich hungrig. Ist Fran keine gute Köchin?“, fragte Anna mit Bezug auf Jayes Pflegemutter.

„Gute Köchin?“ Jaye schnitt eine Grimasse. „Sie ist die schlechteste Köchin auf diesem Planeten.“

„Aber sie ist nett, oder?“

Jaye zuckte die Achseln. „Ich glaube, sie ist ganz okay. Wenn sie nicht gerade auf ihrem Besenstiel reitet oder im Mondschein schwarze Katzen und kleine Kinder opfert.“

„Sehr lustig, Naseweis.“

Eigentlich mochte Anna Jayes neue Pflegemutter, aber irgendetwas störte sie. Sie schien sich zu sehr zu bemühen, als müsse sie die Rolle der Pflegemutter spielen, da sie nicht aus ihrem Herzen kam. Dieser Eindruck hatte Anna vom ersten Moment an beunruhigt. Trotzdem hatte sie immer gehofft, dass Jaye Fran Clausen und ihren Mann Bob mochte.

Minuten später verließen sie das CC Coffeehouse im French Quarter. Auf dem Gehweg fragte Anna: „Also, wie läuft’s denn so?“

„Schule oder zu Hause?“

„Beides.“

„Schule ist okay. Zu Hause auch.“

„Überschütte mich bitte nicht mit so vielen Details. Ich bin ja überwältigt.“

Jaye grinste. „Sarkasmus, Anna? Cool.“

Anna lachte. Gut gelaunt setzten sie ihren Weg fort und blieben gelegentlich vor einer Geschäftsauslage stehen. Anna gefielen die Gerüche, die Geräusche und die pittoresken Ansichten, die das Flair des French Quarter ausmachten: eine Mischung von meist alt und manchmal neu, von aufgetakelt und elegant, von köstlich und widerlich. Inmitten von Touristen und Einheimischen, Straßenkünstlern und Obdachlosen hatte es ihr hier auf Anhieb gefallen.

„Sieh dir das an“, sagte Jaye und blieb vor einer Auslage mit Pelzimitatjacken stehen. Sie deutete auf eine Bomberjacke im Zebramuster. „Ist das cool oder was?“

„Es ist cool“, stimmte Anna zu. „Möchtest du sie anprobieren?“

Sie schüttelte den Kopf. „Nur wenn sie sie verschenken. Außerdem passt sie nicht zu meinem Haar.“

Anna warf Jaye einen Seitenblick zu. „Ich gewöhne mich langsam an deinen Rotschopf. Jedenfalls könnten wir jetzt echte Schwestern sein.“

Jaye errötete erfreut. Sie gingen weiter, und nach einer Weile fragte sie: „Habe ich dir eigentlich von dem Typen erzählt, der mir gefolgt ist?“

Anna blieb erschrocken stehen. „Jemand ist dir gefolgt?“

„Ja, aber ich bin ihm entwischt.“

„Wann und wo ist das passiert?“

„Neulich. Auf dem Heimweg von der Schule.“

„Wie sah er aus? War das nur das eine Mal, oder ist er dir schon früher gefolgt?“

„Ich habe ihn nicht so genau gesehen. Aber soweit ich feststellen konnte, war er bloß so’n oller Perverser.“ Jaye zuckte wieder die Achseln. „Keine große Sache.“

„Es ist eine sehr große Sache. Hast du es deiner Pflegemutter erzählt? Hat sie die Polizei …“

„Mein Gott, Anna, krieg dich wieder ein. Wenn ich gewusst hätte, dass du ausflippst, hätte ich nichts gesagt.“

Anna beherrschte sich. Wenn sie überreagierte, würde Jaye ihr in Zukunft nichts mehr erzählen. Das musste sie vermeiden. Jaye besaß die Gewitztheit des Straßenkindes. Sie war kein Naivchen, das sich leicht von einem Fremden hereinlegen ließ. Sie hatte eine Weile auf der Straße gelebt, ein Umstand, der Anna stets schaudern ließ. „Tut mir leid, alte Leute machen sich eben schnell Sorgen.“

„Du bist nicht alt“, korrigierte Jaye.

„Alt genug, darauf zu bestehen, dass du zur Polizei gehst, solltest du diesen Typen noch einmal sehen. Einverstanden?“

Jaye zögerte und nickte dann. „Einverstanden.“

3. KAPITEL

Donnerstag, 11. Januar,

der Irische Kanal.

Detective Quentin Malone betrat Shannons Taverne und rief einer Gruppe Kollegen einen Gruß zu. Für viele Bewohner von New Orleans läutete der Donnerstagabend den offiziellen Beginn des Wochenendes ein. Bars, Restaurants und Clubs der Stadt profitierten von dem Wunsch, es sich gut gehen zu lassen. Shannons Taverne bildete keine Ausnahme.

In dem Stadtteil gelegen, den man den Irischen Kanal nannte – nach den irischen Einwanderern, die sich hier niedergelassen hatten –, trafen sich bei Shannon vor allem Arbeiter, Anwohner und Polizisten. Den siebten Distrikt des New Orleans Police Department hatte Shannon zu seinem Stammlokal erkoren.

Shannon McDougall, Besitzer und Namensgeber der Taverne, ein ehemaliger Maurer mit Händen wie Klodeckel, hatte kein Problem damit. Cops als Gäste hielten das Gesindel fern. Drogendealer, Schläger und Nutten blieben draußen auf der Straße. Als Dank an die Jungs in Blau nahm er von den älteren Beamten kein Geld. Bei den Jüngeren war das etwas anderes. Wie bei der Truppe mussten sie sich erst mal die Sporen verdienen. Trotzdem waren Trinkgelder jederzeit willkommen. Und am Monatsersten sah man häufiger Geldscheine von einem dankbaren Detective oder Lieutenant in McDougalls Schürzentasche wandern.

Detective Quentin Malone fiel eindeutig in die Kategorie älterer Beamter. Mit siebenunddreißig hatte er sechzehn Jahre Polizeidienst abgeleistet. Außerdem war er Teil einer NOPD-Familiendynastie. Sein Großvater, Vater, drei Onkel und eine Tante waren im Polizeidienst. Von seinen sechs Geschwistern hatten nur zwei nicht den Polizistenberuf gewählt. Patrick, der Buchhalter geworden war, und Patti, die Jüngste der Malones, die am College Kunst studierte.

Quentin schlenderte auf ein Bier an die Bar und wurde von einem kecken dreiundzwanzigjährigen Barmädchen mit blonden Stoppelhaaren aufgehalten. Sie hatte ihm deutlich zu verstehen gegeben, wie sehr sie an ihm interessiert war. Doch ein Mädchen im Alter seiner jüngsten Schwester war nichts für ihn. Dabei hätte er sich sonderbar gefühlt.

„He, Malone.“ Sie lächelte ihn an. „Hab dich eine Weile nicht gesehen.“

„Ich war beschäftigt.“ Er beugte sich vor und küsste ihr die Wange. „Alles klar bei dir, Suki?“

„Kann mich nicht beklagen. Trinkgelder waren gut.“ Sie blickte zu einer Gästegruppe, die sich an einem Tisch niederließ. „Muss gehen. Wir reden später.“

„Sicher.“

Sie ging davon und blickte über die Schulter zurück. „John junior war da. Er bat mich, dir zu sagen, du sollst eure Mutter anrufen.“

Quentin lachte. John jr. war der älteste der Geschwister und das selbst ernannte Familienoberhaupt. Hatte man ein Problem, ging man zu John jr. Gab es Familienzwist untereinander, ging man auch zu John jr. Glaubte umgekehrt John, dass etwas in der Familie nicht stimmte, nahm er die Dinge in die Hand. Quentin überlegte, dass er vermutlich ein Sonntagsdinner zu viel seiner Mutter versäumt hatte.

„Botschaft erhalten, Suki. Danke.“

Er ging an die Bar. Shannon hatte schon gezapft und schob ihm das Bier zu. „Geht aufs Haus.“

„Danke, Shannon. Hast du Terry heute Abend gesehen?“ Er bezog sich auf seinen Partner Terry Landry.

„Ist dort.“ Shannon wies mit dem Daumen auf das Hinterzimmer. „Als ich ihn das letzte Mal sah, zerbrach er gerade sein Queue. Schien ein bisschen daneben zu sein heute Abend. Du weißt, was ich meine.“

Quentin nickte. Er wusste nur zu gut, was Shannon meinte. Sein Partner steckte in einer ziemlichen Lebenskrise. Seine Frau, mit der er seit zwölf Jahren verheiratet war, hatte ihn kürzlich hinausgeworfen, weil mit ihm nicht zu leben sei.

Quentin zweifelte nicht an dieser Feststellung. Berufsbedingt war mit keinem Cop leicht zu leben. Und mit Terry war es bei seinem aufbrausenden Temperament und seiner Neigung zu ausgelassenem Feiern sicher noch schwieriger.

Trotzdem war er ein guter Vater und ein hingebungsvoller Ehemann. Er liebte seine Familie, und Quentin fand, das zählte einiges.

Terry nahm den Bruch sehr schwer. Er war zornig und tief gekränkt, und er vermisste seine beiden Kinder. Er trank zu viel, schlief zu wenig, und sein Verhalten wurde zunehmend irrational. Mit ihm zu arbeiten glich allmählich einem Drahtseilakt.

Doch Terry war viele Male für ihn da gewesen, und jetzt war er an der Reihe, ihn zu unterstützen. Partner hielten zusammen.

Quentin deutete auf das Hinterzimmer. „Ich denke, ich stehe ihm mit Rat und Tat zur Seite. Ich möchte nicht, dass er seine Miete verjubelt.“

Shannon grinste und ging kopfschüttelnd die Bar hinunter zu einem anderen Gast.

Quentin durchquerte den noch leeren Raum. In gut einer Stunde würde es hier von Gästen nur so wimmeln. Die Musik würde aus den Boxen plärren, dichter Zigarettenrauch würde die Menge umwabern, und ein Dutzend oder mehr Paare würden sich auf der provisorischen Tanzfläche drehen. Doch im Moment war von der Bar zum Hinterzimmer noch freie Bahn.

Bis ihm Louanne Price den Weg vertrat und ihn aufhielt. Der Frau mit dem Gesicht eines Engels und dem Körper eines Playboy-Bunnies waren schon viele Männer anbetend vor die Füße gefallen. Das Problem war, jeder Mann in der Nähe von Louannes Füßen lief Gefahr, einen Tritt in den Bauch zu bekommen – oder tiefer.

So war sie nun mal. Doch das Leben war zu kurz für einen Tritt in die edlen Teile, selbst wenn dem eine Reise ins Paradies vorangegangen war.

Sie kam näher, bis sich ihre Körper berührten, stellte sich auf die Zehenspitzen, legte ihm die Hände auf die Schultern und lehnte sich an ihn. „Malone, Süßer, was muss ich tun, um in den Genuss deiner irischen Leidenschaft zu kommen?“

Er schenkte ihr ein flüchtiges Lächeln. „Ach, Louanne“, erwiderte er gedehnt. „Du weißt, Dickey würde mir in den Hintern treten, wenn ich auch nur in deine Richtung schielte.“ Dickey war ihr Vater und Sergeant beim NOPD. „Deshalb muss ich dich aus der Ferne anschmachten.“

„Ich finde, das ist ein Verbrechen. Und du bist als Cop zur Gesetzestreue verpflichtet.“ Sie fuhr ihm mit den Fingern durchs Haar. „Er müsste es ja nicht erfahren. Es könnte unser kleines Geheimnis bleiben.“

Quentin schob sie scheinbar bedauernd von sich. Er mochte es durchaus, wenn Frauen die Initiative ergriffen. Doch Louannes Hang zur Verschlagenheit und Unaufrichtigkeit stießen ihn ab.

„Tut mir leid, Baby. Du weißt, dass es im NOPD keine Geheimnisse gibt. Wenigstens keine, die nicht jeder kennt. Bis später.“

Ohne einen Blick zurück ging er weiter. Er fand Terry, wie Shannon prophezeit hatte, mit einem Billardqueue in der Hand am Spieltisch, eine Zigarette im Mundwinkel. Er sah zu Quentin auf, der Blick benebelt vom Alkohol.

Terry war offenbar bereits eine Weile hier.

„Wird aber auch Zeit, dass du auftauchst. Die Nacht ist schon halb rum.“

„Nur wenn du schon so betrunken bist, dass du in etwa einer Stunde bewusstlos wirst.“ Quentin schlenderte heran, zog sich einen Stuhl vom Nebentisch und setzte sich rittlings darauf. „Habe dich beim Captain gedeckt.“

Terry machte seinen Stoß, zog das Queue zurück und verfolgte den Ball. Der fiel ins Loch. „Und wo war ich? Auf dem Klo?“

„Du bist zu Penny gefahren, um dich auszusprechen.“

„Dieses Luder. Nein, danke.“

Quentin zuckte zusammen. Er kannte Penny Landry seit über zehn Jahren. Sie war alles Mögliche, aber bestimmt kein Luder. Terry war zwar gekränkt und verbittert, trotzdem konnte er ihm das nicht durchgehen lassen.

Er trank einen Schluck Bier und sagte ruhig: „Mir scheint, sie tut nur, was ihrer Ansicht nach für sie und die Kinder am besten ist.“

Terry verfehlte seinen Stoß und fluchte. Sein Gegner, ein Mann, den Quentin schon viele Male hatte gewinnen sehen, lächelte und machte sich zum Stoß bereit.

Terry trank sein Bier aus und sah Quentin an. „Auf wessen Seite bist du, Partner?“

„Ich wusste nicht, dass ich Partei für eine Seite ergreifen muss.“

„Aber das musst du, verdammt.“

„Penny ist eine Freundin.“ Quentin sah ihn ruhig an.

„Ich weiß nicht, ob ich Partei ergreifen kann.“

Terry lief rot an. „Das ist ja wohl klasse. Wunderbar! Mein bester Freund sagt mir, dass er …“

„Acht in die Ecke.“

Sie drehten sich um und sahen, wie der andere den Stoß erfolgreich ausführte.

„Revanche?“, fragte er.

„Nein, verdammt. Der Tisch gehört dir.“ Terry wandte sich wieder an Quentin. „Ich brauch was zu trinken.“

Das Letzte, was sein Partner brauchte, war noch mehr Alkohol. Das Offensichtliche zu betonen hätte jedoch keinen Sinn gehabt und Terry nur wütend gemacht. Sie verließen das Billardzimmer und gingen wieder nach vorn.

In den wenigen Minuten, die sie im Hinterzimmer gewesen waren, hatte sich die Menschenmenge im Gastraum verdoppelt.

Quentin sah einige Kollegen, darunter seine Brüder Percy und Spencer. Sie entdeckten ihn und kamen auf ihn zu.

„Was hältst du davon, wenn wir hier abhauen und uns was zu futtern besorgen? Ich bitte Percy und Spencer mitzukommen.“

„Bloß nich’.“ Terry sprach schleppend. „Die Nacht ist jung und voller Möglichk… Aber hallo, wen haben wir denn da?“

Quentin sah in Terrys Blickrichtung. Auf der Tanzfläche tobte sich eine junge Frau im hautengen Minikleid aus. Ihre offenbar gefärbte rote Mähne fiel in Wellen herab. Beim Tanzen fuhr sie sich mit den Händen hindurch, wobei ihre goldenen Armreifen klimperten. Es war nicht auszumachen, ob sie mit einem Mann oder mit mehreren tanzte oder nur für alle eine Show abzog.

Eine Show war es zweifellos. Einige Gäste versammelten sich, um zuzusehen. Quentin und Terry gesellten sich dazu.

Nach einem Moment sah Quentin seinen Partner an. „Ich weiß nicht, Terry. Sie sieht …“

„Sie sieht gut aus. Verdammt gut.“

Quentin hatte sagen wollen, dass diese Frau nicht so aussah, als würde sie sich mit jedem einlassen, schon gar nicht mit einem Cop, es sei denn heimlich. Sie wirkte nicht gerade wie ein verwöhntes reiches Luder, aber wie eine Aufsteigerin. Eine von diesen Frauen, denen Prestige, Position und Armani-Anzüge wichtig waren.

Sie suchte sich Typen aus, die ihr das bieten konnten. Ein Cop war unter ihrem Niveau. Heute Nacht hatte sie aber offenbar Lust gehabt, sich in die Niederungen des gewöhnlichen Lebens zu begeben.

Seine Brüder hatten sich zu ihnen durchgekämpft. Percy fragte: „Was gibt’s, großer Bruder? He, Terry.“

Quentin warf seinen Brüdern einen Blick zu. Die Familienähnlichkeit war offenkundig. Beide besaßen das Markenzeichen der Malones, blaue Augen und dunkle, lockige Haare. Percy musste seine schlaksigen einsneunzig noch ausfüllen, und Spencer hatte das Profil eines Preisboxers, der ein paar Schläge zu viel auf die Nase bekommen hatte. „Im Augenblick versuche ich meinen Partner davon abzuhalten, sich zum Idioten zu machen.“

Die jüngeren Malones folgten Quentins Blickrichtung. Percy grinste. „Heiße Frau, keine Frage. Hast du Lust auf Brandblasen, Terror?“, fragte er und nannte Terry bei dem Spitznamen, den er sich im ersten Jahr im Polizeidienst eingehandelt hatte. „Spencer hier ging schon vor zehn Minuten in Flammen auf.“

„Kein Kommentar“, grollte Spencer und warf seinem Bruder einen gereizten Blick zu.

Terry strich sich das Haar zurück. „Dann seht einem Profi bei der Arbeit zu, Jungs.“

Die drei Malones johlten. „Ich weiß nicht“, rief Quentin ihm nach. „Du bist schon eine Weile aus der Übung.“

Terry grinste keck und überlegen zurück. „Einmal ein Ladykiller, immer ein Ladykiller.“

Groß, schlank, mit dunklen Haaren und Augen und überdies gewieft genug, den charmanten Dialekt seiner Cajun-Vorfahren taktisch klug einzusetzen, war Terry in der Tat ein Frauenschwarm. Quentin schätzte seine Erfolgsaussichten auf über fünfzig Prozent.

Sein Freund schlenderte zu der Frau hinüber, begann im Rhythmus der Musik zu schwingen und kam ihr immer näher. Sie drehte ihm den Rücken zu und tanzte, ohne aus dem Takt zu geraten.

Terry blickte zu seinen Freunden hinüber. Quentin machte mit der Hand die Geste eines abstürzenden Flugzeugs. Percy und Spencer kicherten.

Terry gab nicht auf und versuchte es erneut. Wieder zeigte sie ihr Desinteresse. Diesmal deutlicher.

Beim dritten Versuch begnügte sie sich nicht mit Andeutungen. Sie hörte auf zu tanzen, sah ihm kalt in die Augen und sagte ihm, er solle sich verziehen. Als sie davonwirbelte, wackelte sie mit ihren Hüften, als wolle sie ihn bewusst provozieren.

Alles andere als abgeschreckt, ging Terry zu seinen Freunden zurück. „Sie will mich, gar keine Frage.“

Die drei johlten vor Lachen. Spencer beugte sich zu Terry vor. „Runde eins: Rotschopf ein Punkt, Terror null Punkte.“

Quentin riet kopfschüttelnd. „Gib auf, Partner, die Lady ist nicht interessiert.“

Terry lachte. „Sie ziert sich bloß. Warts nur ab, sie kommt zurück.“

„Klar kommt sie zurück, um dir eine zu scheuern“, konterte Percy und fragte Quentin: „Warum versuchst du es nicht, Bruderherz? Probier’s mit deinem legendären Lächeln.“

„Nein, danke.“ Quentin trank einen Schluck Bier. „Ich liebe mein Ego zu sehr, um es ramponieren zu lassen.“

„Ja, richtig.“ Spencer wandte sich an Terry. „Kennst du die Geschichte von der süßen kleinen Miss Davis? Sie war Quentins Englischlehrerin im letzten Jahr der Highschool.“

„Oh bitte“, stöhnte Quentin auf, „nicht wieder!“

Terry sank auf einen Barhocker und deutete Shannon an, ihm noch etwas zu trinken zu geben. „Davon weiß ich nichts, klär mich auf.“

„Nun“, begann Spencer, „wie es aussah, hatte der große Bruder die Nase nicht genug in die Bücher gesteckt und sich eine dicke Sechs eingehandelt.“

„Es sah ziemlich finster für ihn aus“, führte Percy weiter aus. „Möglicherweise hätte er den Abschluss nicht geschafft. Als Folge: Sommerschule, ein Tritt von Dad in den Hintern. Das ganze Programm.“

Terry gähnte. „Hat die Geschichte eine Pointe?“

Die beiden Jüngeren grinsten. „Gerüchte besagen, dass nach einigen privaten Treffen mit der hübschen Miss Davis die Sechs wie durch Zauberei in eine Drei verwandelt wurde“, erklärte Spencer.

„Schöne Zauberei. Er hat dieses teuflische Lächeln an ihr ausprobiert, das …“

„Teuflisches Lächeln? Jetzt hört aber auf.“ Quentin verdrehte die Augen.

Ihn ignorierend, machte Percy weiter, wo Spencer unterbrochen worden war. „Obwohl er darüber schweigt, hat er wohl mehr benutzt als sein Lächeln, Leute, glaubt’s mir.“

„Stimmt das, Partner?“ Terry zog die Brauen hoch. „Du hast dir mit Süßholzraspeln ein Diplom erschlichen?“

Quentin verzog verärgert das Gesicht, weil seine Brüder dieses Thema angeschnitten hatten. Er fand es einigermaßen peinlich, wenn ein erwachsener Mann hauptsächlich wegen seines Erfolges beim anderen Geschlecht berühmt war. „Werdet erwachsen, Jungs. Befasst euch mit wichtigeren Dingen.“

Die drei amüsierten sich, der Abend ging weiter, und damit wuchs Terrys Entschlossenheit, doch noch bei der Rothaarigen zu landen – im selben Maße, wie ihre Entschlossenheit wuchs, ihn abzuwimmeln.

Für Quentin sah es fast nach einem Spiel der Frau aus, Terry aufzureizen. Sie tanzte mit jedem, der sie aufforderte – manchmal sogar mit zweien gleichzeitig –, nur mit seinem Partner nicht. Gerade so, als wolle sie austesten, wie weit sie ihn treiben konnte.

Nicht sehr viel weiter, dachte Quentin bei sich, als er merkte, wie die Stimmung seines Freundes von keck über ärgerlich nach kampflustig wechselte.

Quentin sah Ärger voraus, und der kam schneller als geahnt.

„Entschuldigung“, sagte die Rothaarige laut und drehte sich zu Terry um. „Haben Sie ein Problem?“

„Yeah, Baby“, erwiderte er schleppend. „Der Typ, mit dem du tanzt, ist ein Stockfisch. Komm her zu mir und lerne einen echten Mann kennen.“

Quentin spannte sich unwillkürlich an, als der andere die Hände ballte. Die Frau legte ihm begütigend eine Hand auf den Arm und maß Terry mit einem vernichtenden Blick. „Davon träumst du, Versager. Kapiert? Nicht jetzt und nicht in Zukunft. Verzieh dich!“

Terry verzog abfällig den Mund. Quentin fluchte leise und stieß seinen Bruder Spencer an, der sich gerade mit Shannon unterhielt. „Es könnte Ärger geben. Hol Percy.“ Damit ging er auf die Tanzfläche.

„Sie haben die Lady gehört“, sagte der Tanzpartner der Frau und baute sich so imposant wie möglich vor Terry auf. „Sie ist nicht interessiert. Hauen Sie ab!“

Terry ignorierte ihn. Seine ganze Aufmerksamkeit und Wut galten der Frau. „Wie haben Sie mich genannt?“, fragte er so laut, dass es in der ganzen Bar zu hören war. Ein Raunen ging durch die Menge.

„Du hast mich gehört, Bulle!“ Sie hielt zwei Finger hoch und formte damit ein V. „Versager mit einem großen V.“

Terry drehte durch und stürzte sich auf den Tanzpartner der Frau. Quentin hatte es kommen sehen und sprang dazwischen.

Blindwütig schlug Terry zu und traf Quentin an der Schulter. Percy und Spencer schnappten sich Terry. Der wehrte sich, verfluchte die beiden, weil sie ihn zurückhielten, und schlug nach Percy, so gut er konnte.

Am Ende waren alle drei Malones nötig, Terry in die Gasse hinter der Bar zu bugsieren.

Der Schock der kühlen Nachtluft brachte ihn halbwegs wieder zur Vernunft. Erschöpft ließ er sich gegen eine Mauer sinken, und Quentin gab seinen Brüdern ein Zeichen, wieder hineinzugehen.

Allein mit seinem Kollegen, machte Quentin seinem Ärger Luft. „Reiß dich zusammen, Terry! Wir sind in Shannons Lokal, um Himmels willen. Du bist ein Cop. Was denkst du dir eigentlich?“

„Ich habe gar nicht gedacht.“ Terry fuhr sich mit einer Hand über das Gesicht. „Es war diese Tussi. Sie hat mich wirklich auf hundert gebracht.“

„Das ist keine Entschuldigung. Vergiss sie. Sie ist es nicht wert.“

Terrys Augen wurden feucht, und er wandte rasch den Blick ab. „Als sie da drinnen … ich musste an Penny denken. Als sie mich rauswarf, nannte sie mich … einen Versager …“

Er schien an dem Wort zu ersticken.

„Es ist hart, Terry, ich weiß.“ Quentin legte ihm eine Hand auf die Schulter. „Was hältst du davon, wenn wir hier abhauen?“

„Um was zu tun? Nach Hause gehen? Ich habe kein Zuhause mehr. Erinnerst du dich? Penny hat mir mein Zuhause und meine Kinder genommen.“

„Penny ist nicht dein Feind, Terry. Und du bekommst sie nicht zurück, indem du sie dazu machst. Du willst sie doch zurück, oder?“

Terry sah ihn an. „Was glaubst du wohl? Natürlich will ich sie zurück. Ich liebe sie.“

„Dann zeig es ihr. Versuch es mit Romantik. Pralinen, Blumen, führ sie zum Dinner aus, bemüh dich um sie.“

„Na klar“, erwiderte Terry geringschätzig, „der schlaue Malone weiß alles über Frauen. Vor allem natürlich über meine.“

Quentin ignorierte das und schrieb seinen Sarkasmus den Eheproblemen und dem Alkohol zu. „Kaum. Aber wir reden hier nicht über Raketentechnik. Wutausbrüche werden ihr Herz wohl nicht erweichen. Kennst du den Song ‚Versuch’s mit ein wenig Zärtlichkeit‘?“

Terry verzog verbittert das Gesicht. „Was ist eigentlich los mit dir, Partner?“ Er beugte sich wütend zu Quentin vor. „Was ist die vielen Male passiert, wenn meine Frau dich zum Dinner eingeladen hatte? Wovon hast du genascht, während ich das übrig gebliebene Fleisch runterwürgen durfte?“

Quentin beherrschte sich. „Am Morgen wirst du diese Bemerkung bereuen“, sagte er leise, aber ernst. „Und weil du es im Moment schwer hast, lasse ich es durchgehen. Dieses eine Mal. Noch so eine Anspielung, und ich verzeihe dir nicht mehr. Kapiert?“

Terry sackte in sich zusammen. „Ich bin ein Lump, ein totaler Versager, wie die Tussi gesagt hat. Wie meine alte Dame es immer vorausgesagt hat, ein wertloses Nichts.“

„Das ist doch Mist, und das weißt du. Du bist betrunken und tust dir selber leid. Nur lass deinen Zorn nicht an mir aus, Partner, ich bin auf deiner Seite.“

Terry rappelte sich auf. „Ich gehe wieder rein. Ich will nicht, dass diese Schlampe oder sonst wer denkt, sie hätte gewonnen.“

Der Rest des Abends verging wie im Nebel. Die Menge wurde größer und lauter. Die Rothaarige schien sich zu langweilen und beschloss, ihre Reize anderswo zur Schau zu stellen. Die Auseinandersetzung zwischen ihr und Terry war anscheinend vergessen. Auf dem Höhepunkt des nächtlichen Treibens verlor Quentin Terry aus den Augen und traf ihn erst wieder, als das Lokal um zwei Uhr früh schloss.

„Shannon.“ Terry gab dem Barbesitzer einen Klaps auf den Rücken und sagte lallend: „Tut mir leid. Hätte …“, er schwankte, und Quentin stützte ihn am Arm, “… in dein’ Lokal nichts anfangen dürfen.“

„Schon okay, Terry.“ Der bullige Wirt winkte ab. „Du hast viel um die Ohren und musstest ein bisschen Dampf ablassen.“

„Das is’ keine Enschulligung.“ Gefährlich schwankend schüttelte er Quentins Hand ab, holte eine Geldnote aus der Hosentasche und steckte sie Shannon zu. „Nimm, das is’ meine Enschulligung.“

Quentin bemerkte den Schein in Shannons Hand und sah Terry schockiert an. Fünfzig Dollar! Wo zum Teufel hat Terry fünfzig Dollar her?

Shannon musste sich dasselbe gefragt haben, denn seine Brauen schossen fragend in die Höhe, ehe er die Banknote in seiner Schürzentasche verschwinden ließ.

Quentin wandte sich an seine Brüder, die geblieben waren, um ihm zu helfen, Terry heimzubringen. „Ich empfehle, wir bringen unsere fast schlafende Schönheit hier nach draußen.“

Terry konnte kaum gehen. Quentin schaffte ihn mithilfe seiner Brüder zu seinem Bronco und reichte Percy Terrys Autoschlüssel. „Wir treffen uns dort.“

„Klar, Quent.“ Sein jüngster Bruder sah ihn mit seinen lebhaften blauen Augen ernst an. „Das war ein Fünfziger, den Terry Shannon gegeben hat.“

Quentin runzelte die Stirn. „Ich hab’s bemerkt.“

„Das ist eine Menge Geld, um es so rauszuwerfen.“

„Kann man wohl sagen.“ Besonders bei einem Cop, der eine Familie unterstützen und zwei Haushalte führen musste. Es sei denn, dieser Cop war käuflich. Das war Terry nicht. Darauf hätte Quentin sein Leben verwettet. „Vergiss es, Percy.“ Er sah, welche Fragen seinem Bruder durch den Kopf gingen. „Ich bin erledigt. Lass uns die Sache hinter uns bringen.“

Das beharrliche Klingeln des Telefons riss Quentin aus tiefem Schlaf. Leise schimpfend nahm er den Hörer ab. „Malone hier.“

„Nimm dein Bett und wandle“, sagte der Einsatzleiter. „Zeit, zur Arbeit zu gehen.“

Quentin fluchte leise. Ein Anruf vom Revier um diese Zeit konnte nur eines bedeuten. „Wo?“, fragte er mit schlaftrunkener Stimme.

„In der Gasse hinter Shannons Taverne.“

Das machte ihn hellwach. Er richtete sich auf. „Sagtest du, hinter Shannons Taverne?“

„Sagte ich. Weiblich. Weiß. Tot.“

Scheiße. „Du musst nicht so verdammt fröhlich dabei klingen. Bist du ein Ungeheuer?“

„Was soll ich sagen? Ich liebe meine Arbeit.“

Er sah auf seine Uhr und schätzte ab, wann er am Tatort sein konnte. „Hast du Landry schon angerufen?“

„Kommt als Nächstes.“

„Ich mache das.“

„Viel Glück.“

Kann ich gebrauchen. Quentin legte auf und wählte die Nummer seines Partners.

4. KAPITEL

Freitag, 12. Januar,

5 Uhr 45 morgens.

Der Tatort ähnelte Dutzenden anderer, an denen Quentin über die Jahre gearbeitet hatte. Die Jahreszeit änderte sich, die Anzahl der Toten und die Menge des Blutes. Die Aura der Tragödie änderte sich nicht, ebenso wenig der Geruch. Die perverse Zerstörung eines Lebens schrie so laut, dass weder Geplauder noch geschmacklose Witzeleien es übertönen konnten.

Diese Bluttat war nur ungewöhnlich, weil sie so nah an einem vertrauten Lokal geschehen war. Ein Mord war nicht die Art Publicity, die ein Barbesitzer brauchte. Was Morde anging, war es eine ruhige Nacht in New Orleans gewesen. Deshalb würde diese Tote auf der Titelseite erscheinen. Pech für Shannon.

Quentin schwang sich aus seinem Bronco. Das Pflaster war nass, die Luft feucht, und die Kälte zog ihm in die Knochen. Er blickte zum dunklen, sternenlosen Himmel und kroch tiefer in sein Jackett. Viele Stadtbewohner beklagten die Augusthitze in New Orleans. Aber aus seiner Sicht war Höllenfeuer immer noch besser als Grabeskälte. Was vielleicht daran lag, dass er zu viel Zeit mit Toten verbracht hatte.

Er zeigte dem Uniformierten an der Absperrung seinen Ausweis und duckte sich unter dem gelben Band hindurch, um zu der Leiche zu gelangen.

„Verdammt kalte Nacht, um zu sterben“, sagte der Mann und kuschelte sich fröstelnd in seinen Mantel.

Quentin antwortete nicht, sondern ging zum nächsten Beamten, einem Neuling, der viel mit seinem Bruder Percy zusammen war. „He, Mitch.“

„Detective.“ Er trat von einem Bein auf das andere. „Mann, ist das kalt.“

„Wie ’ne Hexentitte.“ Quentin ließ den Blick schweifen. „Bin wohl der Erste.“

„Ja, stets zur Stelle.“

„Habt ihr was angefasst?“

„Nein. Habe den Puls gefühlt, den Führerschein geprüft und Bericht erstattet.“

„Gut. Was haben wir?“

„Weiblich. Weiß. Laut ihrem Führerschein hieß sie Nancy Kent. Sieht aus, als hätte er sie zuerst vergewaltigt.“

Quentin sah den Neuling an. „Ist der Leichenbeschauer unterwegs?“

Mitch nickte.

„Wer hat sie gefunden?“

„Der Müllmann.“ Mitch deutete mit dem Daumen in Richtung der Müllcontainer, hinter deren Schmalseite zwei Beine hervorlugten. Der Rest des Körpers war verdeckt. Gegen den dunklen Asphalt wirkten die Beine weiß wie Fischbäuche. Ein Fuß war nackt, der andere steckte in einem hochhackigen Riemchenpumps.

Quentin spürte, wie sich seine Nackenhaare sträubten.

„Ich habe Namen und Angestelltennummer des Fahrers notiert“, sagte Mitch. „Er musste weiter. Er kannte den Ablauf. Hat vor zehn Jahren wohl schon mal eine Leiche gefunden.“

„Ich sehe sie mir an. Wenn mein Partner kommt, schick ihn zu mir.“

Quentin näherte sich langsam und nahm den Boden rechts und links genau in Augenschein. Mit dem Gefühl, das Unausweichliche tun zu müssen, richtete er den Blick schließlich auf das Opfer. Sie lag, Gesicht nach oben, auf dem Asphalt, Augen offen, die Beine gespreizt. Ihr schwarzes Minikleid war über die Hüften hinaufgeschoben, der schwarze Tangaslip halb heruntergerissen. Ihr langes rotes Haar fiel wirr über das Gesicht und bedeckte teilweise den im stummen Schrei geöffneten Mund.

Die Frau aus der Bar, die sich geweigert hat, mit Terry zu tanzen!

„Verdammt!“, stieß er aus, und sein Atem bildete eine Wolke.

Als er Schritte hörte, drehte er sich um. Terry kam, das Gesicht war so blass wie das der Toten. „Die Spurensicherung ist gerade vorgefahren.“ Er rieb sich die Hände. „Könnte dieser Irre sich eine üblere Nacht ausgesucht haben …“

„Wir müssen reden. Sofort.“

Terrys Blick ging an Quentin vorbei zu dem Opfer. Der Laut, den er ausstieß, hätte von einem kleinen gefangenen Tier stammen können. Er sah Quentin an. „Oh Scheiße!“

„Gut erkannt, Partner“, erwiderte er ernst. „Und du steckst drin.“

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