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Die Abenteurerin

Inhalt

  1. Cover
  2. Titel
  3. Impressum
  4. Kapitel eins
  5. Kapitel zwei
  6. Kapitel drei
  7. Kapitel vier
  8. Kapitel fünf
  9. Kapitel sechs
  10. Kapitel sieben
  11. Kapitel acht
  12. Kapitel neun
  13. Kapitel zehn
  14. Kapitel elf

Kapitel eins

Auffangnetze mag ich nicht. Das Leben sollte ein Abenteuertrip sein und keine Reise durch ein Labyrinth aus Lebensversicherungen und Prämiensparverträgen mit einer netten Rente am Ende. Die Illusion, dass man immer sicher ist, ganz gleich, was geschieht, mag ich nicht. Als ich meinen Flug für einen dreimonatigen Aufenthalt in Südamerika buchte, beschränkte sich meine Vorstellung von Sicherheitsvorkehrungen darauf, mir meine Wimpern zu färben und die Haare so schneiden zu lassen, damit ich mich unterwegs nicht dauernd kämmen musste - vor allem auf dem Inka-Pfad. Dennoch, mein Dad bestand darauf, eine ›solide Versicherungspolice‹ für mich abzuschließen. Manchmal gab er sich eben großzügig, vielleicht aus einem schlechten Gewissen heraus.

Hier noch ein Beispiel, warum Auffangnetze eine Illusion sind: Dad habe ich es zu verdanken, dass ich gegen Flugverspätungen, Gepäckverlust, Diebstahl, Verletzungen, Krankheit und Tod versichert war. Das Einzige, wogegen er mich nicht versichert hatte, war ein Umstand, den keiner von uns hatte vorhersehen können. Zehn Tage vor der Reise nämlich brach sich meine Freundin und Reisegefährtin ein Bein.

Am Telefon ertrug Rachel meinen Wutausbruch bestimmt fünf Minuten lang, ehe sie den Hörer aufknallte. Ich konnte es ihr nicht verübeln. Schließlich lässt sich niemand gern als dämliche, eigensinnige Kuh beschimpfen. Aber wieso musste sie auch ausgerechnet an dem Wochenende vor unserem Abflug in Ingleborough mit dem Mountain Bike die Berge heruntersausen - und dann noch auf Offroad-Pisten?

Nachdem ich mich verbal abreagiert hatte, zumindest fürs Erste, brauchte ich dringend ein Betäubungsmittel in Form eines großen Wodka Lemon aus dem Kühlschrank - Sonderangebot im Co-op - und ging dann in Gedanken mein Adressbuch durch. Für einen einwöchigen Urlaub in der Türkei oder auf Kefalonia hätte ich bestimmt noch jemanden begeistern können, aber drei Monate in Südamerika waren ein Problem. Die einzigen Bekannten, die sich für diese Zeit hätten frei nehmen können oder sich nicht frei zu nehmen brauchten, weil sie sowieso keine Arbeit hatten, konnten sich den Trip nicht leisten.

Sollte ich eine Annonce in Time Out aufgeben? Erschien mir als die beste Lösung:

THELMA SUCHT LOUISE! Smarte, intelligente Designerin, 30, plötzlich im Stich gelassen aus Krankheitsgründen, sucht Gefährtin für einen Drei-Monats-Trip nach Südamerika. Start in Peru in zehn Tagen, Ende in Argentinien. Wandern, Campen, Besichtigungen, Weintrinken inklusive. Nur zahlungsfähige, körperlich fitte Bewerberinnen, bitte mit Foto.

Ich kritzelte das auf einen Umschlag, strich alles durch und fing noch einmal an. Schließlich zerknüllte ich das Papier und warf es weg. Hier ging es um drei Monate auf einem anderen Kontinent, nicht bloß um ein paar Drinks an der Bar. Was, wenn sich mir eine Psychopathin anschloss? Irgendjemand, der in London ganz normal tickte, aber plötzlich durchdrehte, während wir mitten in der Atacama-Wüste in unserem teuren Spezial-Zelt lagen? Dann doch besser allein.

Außerdem nehmen Leute mich am Anfang immer nicht ernst. Wie viele Leute, die Sie kennen, heißen schließlich Bliss? Meine Mutter - liebenswert auf ihre Art - war ein kitschiger Hippie, als ich bei der Pferderennbahn in Plumpton gezeugt wurde. Der Fairness halber muss ich aber betonen, dass an jenem Tag ein Pop-Festival stattfand und kein Pferderennen. Es hätte schlimmer kommen können: Mum hätte mich nach einer der Bands nennen können. Fairport, Sabbath oder Purple hätte ich als Namen nicht so toll gefunden. Oder Plum zu heißen, nach dem Ort. Aber wahrscheinlich hat sie es sowieso nicht auf die Reihe bekommen, welche Bands nun wirklich spielten. Denn immerhin waren es die Monate nach dem Ende der Sechziger, aber Mum war sicher dort, wenn man ihrem Gedächtnis trauen kann.

Dad war - und ist es noch - ein Holländer namens Willem van Bon. Die beiden hatten sich zwei Tage vorher kennengelernt und in einem Rausch aus Peace, Love und Marihuana zueinander gefunden. Ich wurde unter irgendeiner Zeltplane oder, wie Mum immer behauptet, im Wald am Rande des Felds gezeugt, als Deep Purple das Konzert beendeten. Ich war immer ein bisschen enttäuscht, dass meine Eltern es nicht zum Isle-of-Wight-Festival geschafft hatten, denn davon hat jeder schon mal gehört. Manchmal frage ich mich, wie es wohl gewesen wäre, wenn ich nicht bei Deep Purple, sondern bei den Klängen von Leonard Cohen oder Bob Dylan gezeugt worden wäre.

Man hätte denken können, dass Mum und Dad nach Plumpton getrennte Wege gegangen wären und noch gar nicht wussten, dass ich unterwegs war, aber die beiden verliebten sich wirklich ineinander. Und so kam es, dass Mum bei Dad in Holland lebte. Sie erzählt mir heute noch mit verschleiertem Blick, wie cool es in Amsterdam war, als Dad noch studierte. Leider fand das unbeschwerte Leben in der Kommune neben der Gracht, wo sie Linseneintopf kochten und ihren Stoff kauften, ein Ende, als Dad seinen Abschluss machte und nach Rotterdam zog. Von da an lief er im Anzug herum und hatte einen Job. Nach einigen Jahren verdiente er einen Haufen Geld im Ölhandel - und profitierte von den Arabern, die an der Preisschraube drehten. Aber der Anzug war wohl zu viel gewesen für Mum. Längst hatte sie mich mit nach England genommen, um einen klaren Kopf zu bekommen. Leider kann ich mich nicht mehr an das Land meines Vaters erinnern und tappe im Dunklen, wenn ich mir seine Drei-Tage-Woche vorstellen soll, mit der er reich geworden ist.

Da Mum also der materiellen Welt Rotterdams den Rücken gekehrt hatte, gab sie sich damit zufrieden, in einer kleinen, schäbigen Wohnung in Stoke Newington Topfuntersetzer aus Makramee zu häkeln - nicht dass die Schäbigkeit sich auf mich ausgewirkt hätte. Die Gegend war glücklicherweise sehr multikulturell, und als ich ein Jahr später zur Schule kam, spielte ich gerne mit Freunden, die Earl und Jasmin, Elvena und Hassan oder eben Emma, Susan oder Robert hießen. Erst in der weiterführenden Schule begriff ich, dass der Name Bliss van Bon ein bisschen seltsam war.

Aber ich schweife ab. Als Nächstes musste ich Kip anrufen und zusammenstauchen. Er ist mein zweitbester Freund. Manchmal vögeln wir, aber dummerweise war er der kleine Scheißkerl, der Rachel in Ingleborough mit auf die Offroad-Pisten nehmen musste.

»Sag nichts, Bliss. Ich komm vorbei.«

Dann legte der Bastard auf.

Ich vermute, er spekulierte darauf, dass ich nach einer halben Stunde nicht mehr vor Wut kochen würde und mich wieder beruhigt hatte. Er sollte mich inzwischen besser kennen. Im Wütendsein bin ich nämlich richtig gut. Um den Druck zu erhöhen, blätterte ich in den Reiseführern und suchte all die Stellen heraus, wo die Autoren extra betonten, nicht allein zu reisen. Orte also, an denen die Gefahr bestand, ausgeraubt oder sogar ermordet zu werden. Südamerika schien wirklich nicht der Kontinent zu sein, wo eine junge Frau allein sein wollte. Kip hatte mir einiges zu erklären. Was hatte er sich zum Beispiel dabei gedacht, Rachel ausgerechnet jetzt auf ein Mountain Bike zu setzen? Ich konnte ihn nicht mal zwingen, für meine Freundin einzuspringen. Okay, ich hätte es versuchen können, aber nachdem er seine journalistischen Lehrjahre zunächst bei der Hackney Gazette begonnen und sich dann bei verschiedenen Zeitungen und Magazinen bis zu den Lifestyle-Seiten hochgearbeitet hatte, war er vor kurzem beim Slice Magazine gelandet. Ja, genau dort, bei der Stilfibel der echt coolen und furchtbar reichen Leute. Ich kann mir nicht mal das Magazin leisten, von dem Zeug darin ganz zu schweigen. Solange Kip seinen Vorgesetzten nicht davon überzeugen konnte, dass momentan ausgerechnet Südamerika extrem angesagt war und er deswegen drei Monate für seine Recherche brauchte, war ich wohl auf mich allein gestellt.

Das Telefon klingelte. Vicki wollte irgendwelchen Kram in meine Wohnung schleppen, solange sie das Auto ihres Bruders hatte. Ich musste zustimmen, obwohl das natürlich meine Rachevorbereitungen für Kip unterbrach, aber die Vereinbarung zwischen Vicki und mir hatte Vorrang. Sie zog für die drei Monate, die ich weg sein würde, bei mir ein und bezahlte die Miete, da sie sich gerade von ihrer Partnerin getrennt hatte und ein bisschen Freiraum brauchte. Das Timing hätte nicht besser sein können. Die Wohnung ist zwar nicht gerade groß, aber Stratford ist ganz angenehm. Ich hatte sowieso alle Hände voll zu tun, Spanisch zu lernen, und testete meine miesen Campingfähigkeiten im Wald von Epping. Schade eigentlich, dass Vicki lesbisch ist, denn sonst hätte ich sie bei meinem speziellen Racheplan gebrauchen können. Aber so ist das nun mal.

Als Kip kam, zerrte ich ihn an seiner Krawatte - ich wusste gar nicht, dass die Dinger wieder modern sind - in die Wohnung und schleuderte ihn ins Zimmer. Er landete recht geschickt auf dem Sofa. Das war natürlich nicht meine Absicht gewesen, denn ich hätte ihn gern lang auf dem Boden gesehen. Andererseits wusste ich, dass Kip ab und an auf Schmerzen stand, und daher wollte ich ihm nicht noch einen Gefallen tun, wenn ich ihn eigentlich bestrafen wollte. Manchmal kommt man ganz durcheinander, wenn man immer alles im Blick haben will.

»Danke, Bliss. Heißt das, mir wurde vergeben?« Jetzt hatte er sein Ich-bin-der-wilde-Mann-Lächeln aufgesetzt und gab das Raubtier mit den scharfen Zähnen.

»Wie Sodomie«, antwortete ich und bereute meinen Fehler, als ich sah, dass er sich bei der Aussicht auf schmerzhaften Analverkehr ohne Gleitmittel die Lippen leckte. »Fangen wir noch mal an, Kip.«

Ich baute mich vor ihm auf, die Hände in die Seiten gestemmt, und schaute hinab auf seinen pechschwarzen Razor Haircut. »Du hast jetzt den Mr Sorry zu spielen. Du bist zerknirscht, und du willst alles tun, um mir zu gefallen, weil du meine Reise ruiniert hast. Ich will dich demütig sehen.«

»Oh, das bin ich«, versicherte er mir, nahm die Krawatte ab und fing an, sein Hemd aufzuknöpfen. »Es tut mir leid, Herrin. Ich tue alles, was Ihr wollt, einfach alles, um meinen Fehler wiedergutzumachen.«

»Ja, das wirst du verdammt noch mal tun, aber ich weiß nicht, warum du denkst, dass du dir die Klamotten ausziehen darfst. Du machst den Schaden nur dann wieder gut, wenn du genau das machst, was ich von dir erwarte, aber ich werde dich nicht strafen. Kapiert?«

Ein knurrender Laut verdrängte das wölfische Lächeln. »Ist klar, Spielverderberin.«

»Du bist der Spielverderber, nicht ich. Knöpf dein Hemd wieder zu. Vicki kommt gleich mit ein paar Sachen vorbei.«

»Gott bewahre, dass sie die bloße Brust eines Mannes sieht!«, schmollte er, machte aber keine Anstalten, die Knöpfe zuzumachen. »Du willst mich also bestrafen, indem du mich zugucken lässt, wie ihr zwei herummacht. Und dann schickst du mich wieder nach Hause, ohne dass ich was davon hatte, richtig?«

»Falsch. Sie steht nicht auf Publikum. Da du mich am Telefon nicht hast ausreden lassen, kannst du dich wohl kaum beschweren, dass ich meine Zeit jemand anders widmen muss.«

»Wann kommt sie denn? Ich mach's dir schnell mit der Hand, als Phase eins meines Wiedergutmach-Pakets.«

Ich schaute auf die Uhr. »In zehn Minuten. Ja, okay. Ich muss ein bisschen Spannung abbauen.«

Ich zog meinen Rock hoch, streifte den Slip nach unten und ging auf das Sofa zu. Normalerweise macht es mich schon an, wenn sich das elastische Band des Slips an meinen gespreizten Beinen dehnt, aber ich beschloss, dass ich maximalen Spaß wollte. Und daher entledigte ich mich des Slips ganz und spreizte die Beine weit. »Ich möchte jetzt für eine Weile deine Stimme nicht hören. Mach dich mit der Zunge dran, aber schnell.«

Als er sich gehorsam vorbeugte und mit seiner Zunge sein Ziel erfasste, wurde mir bewusst, dass Wut ein echter Anmacher ist. Ich war immer noch echt sauer auf ihn und beschloss daher, dass es mir nicht genügte, seine Stimme nicht zu hören: ich wollte auch sein Gesicht nicht sehen. Deshalb ließ ich meinen Rock über seinen Kopf fallen und stellte mir vor, Kip wäre Gabriel Byrne. Ich hatte immer schon was für ältere Männer übrig und, wie Sie sich bestimmt denken können, für dunkelhaarige Typen. Auch Kip ist halb Ire, aber in diesem Moment dachte ich nicht an ihn. Gabriels Zunge glitt an meiner Spalte rauf und runter und konzentrierte sich dann auf meine Perle. Ich stieß meine Hüften vor und zurück und überlegte, was ich für ihn tun konnte. Doch die Zunge war nicht hart genug.

»Deine Zunge ist geil, aber könntest du aufhören und mich fingern?«, stieß ich atemlos hervor und sprach mit Gabriel. Kip fühlte sich wohl ermuntert und lugte unter meinem Rock hervor, während er mit der rechten Hand die richtige Stelle suchte. »Dich will ich nicht sehen, Dummkopf«, schimpfte ich böse. »Sofort gehst du wieder unter den Rock. Ich will dich nicht sehen. Und halt den Mund.«

Er tat, was ich von ihm erwartete, und war vermutlich etwas verwirrt, mit wem ich gesprochen haben mochte. Ich redete derweil weiter mit Gabriel, während er auf meinen Venushügel drückte und gleichzeitig mit der Fingerspitze über die glühende Kuppe meines Kitzlers rieb. »Das ist himmlisch … perfekt … ich komme gleich, du bist fantastisch … oh, mein Gott …«

Gabriel brachte mich zu einem erschauernden Höhepunkt, bei dem mir die Knie zitterten, und fasste mich gerade fest genug an, während meine Muskeln sich rhythmisch zusammenzogen. Wenn ich mich doch nur revanchieren könnte. Kurz verlor ich mich in einem Traum, wie ich das anstellen könnte, machte mir aber dann bewusst, dass da ein Kopf unter meinem Rock steckte.

»Komm raus, Kip. Du hast dein Soll erfüllt.«

Sein Kopf war wieder zu sehen, und ich glättete meinen Rock und nahm ihn kritisch in Augenschein. Es ist ein neuer Stoff: eine Mischung aus polymer-verstärktem Leinen und Seide, die im kommenden Jahr überall zu finden sein wird. Ihr könnt mich beim Wort nehmen. Das Design ist von mir; verschwommene schwarz-weiße Spiralmuster, unterbrochen von fluoreszierenden pinkfarbenen und gelben Klecksen. Ich bin echt zufrieden mit meinem Rock.

»Verdammt großer Kopf. Du hast meinen Rock gedehnt.«

»Bis eben hast du noch nett mit mir gesprochen.«

»Nein, ich sprach gar nicht mit dir, sondern mit Gabriel Byrne. Er war im Geiste anwesend, du warst nur seine rechte Hand.«

»Was soll das nun wieder heißen? Ich bekomme also keine Anerkennung?« Er leckte sich die Finger und ließ seine große Zunge in, wie er meinte, anzüglicher Weise kreisen, aber ich hätte ihm klarmachen können, dass er noch üben musste.

Ich schaute an ihm hinab. »Du hast einen Steifen. Was willst du noch mehr?«

»Das weißt du doch …« Er setzte einen extra Schmollmund auf und leckte wieder an seinem Finger im Stile der Hochglanzmagazine auf den obersten Regalen. Manchmal weiß ich bei Kip nicht, ob ich lachen oder weinen soll.

Als es klingelte, hörte er endlich mit dem Gelecke auf und wischte sich die Hand am Mund trocken. Derweil ging ich zur Tür.

Vicki hatte offenbar vergessen, dass meine Wohnung möbliert war. Sie brachte eine Hi-Fi-Anlage mit, eine Stehlampe, einen Fernseher, zwei große, aber kränklich aussehende Pflanzen und vier schwere Kartons. Das Material fürs Malern und Dekorieren war noch unten im Wagen.

»Und das sind noch nicht mal deine Klamotten«, sagte ich. »Wird ganz schön eng.«

»Sind ja nicht viele«, erwiderte sie düster.

Wir umarmten uns, extra lange, weil sie mir leidtut. Ich muss mich verbessern: sie tat mir leid, weil sie mit Jo zusammengelebt hatte, aber jetzt, da sie einen Schlussstrich gezogen hat, kann es ja nur besser werden. Jo ist wirklich eine egozentrische Schlampe, die sich neurotisch mit dem Älterwerden beschäftigt. Und das lässt sie alles an Vicki aus. Die arme Kleine hat wirklich gelitten; es ist, als müsste man mit Sister George leben. Vicki ist eigentlich ganz attraktiv, aber weil Jo so eifersüchtig ist, wurde Vicki im Laufe des letzten Jahres immer mehr zur grauen Maus, damit Jo attraktiver dastand. Noch ist nichts zu spät. Wenn Vicki sich erst mal bei mir einlebte und sich an meinem Kleiderschrank und meinem Make-up bediente, dann könnte sie noch was aus sich machen.

»Kip kennst du doch, oder?«

»Wir haben uns schon mal gesehen«, sagte sie und nickte ihm gleichgültig zu. »Dein Hemd ist auf.«

»Ich habe gerade einen auf Gabriel Byrne gemacht«, erklärte er. Ob Vicki das nun verwirrte, wusste ich nicht. Sie ließ sich jedenfalls nichts anmerken.

»Wo soll ich den Kram jetzt lassen?«

»Da ist genug Platz im Schlafzimmer.« Sie folgte mir, und ich stellte den ersten Karton beim Fenster ab und machte das Licht an. Ich gehe nur zum Schlafen und Anziehen in den Raum und lasse die Vorhänge zu. Sex im Bett törnt mich echt ab. Über Nacht lasse ich keinen in meiner Wohnung, und daher ist mein Schlafzimmer für mich meine Nonnenklause.

Während wir die Kartons und das andere Zeug schleppten, hockte Kip auf dem Sofa und schaute uns zu. Es ist nicht so, dass er faul ist: er mag es einfach, wenn man ihm Befehle gibt, aber ich enttäuschte ihn. Da Vicki sich Männer immer vom Leibe hält und obendrein etwas schüchtern ist, fragte sie ihn nicht, ob er helfen könne.

»Hol das Bier, Kip«, befahl ich schließlich, als ich spürte, dass er sich danach sehnte, einen Auftrag zu bekommen. Wie selbstverständlich schlenderte er zur Küche.

»Nein, du Volltrottel, aus dem Getränkemarkt.«

Er nickte resigniert. Kurz darauf, als ich gerade den Fernseher vor dem Bett abstellte, hörte ich, wie Kip unten seinen alten, geliebten Karmann Ghia anwarf. Der Getränkemarkt ist zwar nur zweihundert Meter entfernt, aber Kip geht nun mal nicht gern zu Fuß. Er bevorzugt seinen VW, seine Suzuki und sein Mountain Bike gleichermaßen, und an Letzterem sehen wir ja, dass er sich durchaus gern körperlich betätigt. Bei ihm ist es nur so, dass er meint, seine Füße seien nicht in erster Linie zum Gehen gedacht, sondern wie geschaffen für eine gelegentliche Bastonade mit einem Lineal.

»Vögelst du noch mit ihm, Bliss?«, wollte Vicki fast ungläubig wissen.

»Hin und wieder mal«, erwiderte ich. »Du magst ihn nicht, oder?«

Sie zuckte die Schultern. »Er ist schon okay, wenn man mal von den Designerklamotten und dem coolen Haarschnitt absieht. Es wäre besser für ihn, wenn er sich selbst eingesteht, dass er schwul ist.«

»Ist er aber nicht«, versicherte ich ihr. »Er ist ein Masochist. Meistens jedenfalls. Ist nicht so, dass er noch nie was mit Kerlen gehabt hätte. Es kommt ihm einfach nicht darauf an, wer ihm die Schmerzen zufügt.«

»Aha, verstehe. Und wieso liegt dann dein Slip auf dem Boden?«

Ich blinzelte ihr zu. »Er war mir noch was schuldig. Eigentlich schuldet er mir noch 'ne Menge. Neidisch?«

»Red keinen Blödsinn. An Hetero-Frauen bin ich nicht interessiert. Es wird Zeit, dass du ein Nein akzeptierst.«

Es macht mir immer Spaß, Vicki zu ärgern. Eigentlich habe ich gar nichts für sie übrig, aber ich glaube, es gefällt ihr, wenn ich sie von Zeit zu Zeit trieze, vor allem da ihr Selbstvertrauen so angeknackst ist wegen Jo. Um sie ein wenig aufzumuntern, erzählte ich ihr von meiner Idee, Kip solle zuschauen, wie sie und ich es trieben.

»Wenn er wirklich ein Masochist ist, dann würde er es nicht genießen, oder? Die meisten Männer wüssten nur zu gern, was Lesben so machen, und die Aussicht, zwei Frauen zuzuschauen, müsste verlockend sein.«

»Ja, aber die Idee war ja, dass ich ihn nach Hause schicke, ohne dass er sich betätigen konnte.«

Vicki fand weitere Gründe, warum das für einen Masochisten nicht so toll wäre, während ich meinen Slip wieder anzog. Dabei ließ ich mir schön viel Zeit, als wolle ich Vicki anmachen. Ihre Wangen waren gerötet, und ich denke, sie fasste mein Benehmen als Kompliment auf. Ich muss dazu sagen, dass ich echt lange, schön geformte Beine habe, die nicht zu muskulös wirken. Meine Waden werden noch durch die billigen schwarzen Stöckelschuhe betont, die ich mir mit dem angesagten Rock gekauft habe. Gekrönt werden meine Schenkel von dem blonden Busch und den rosafarbenen Labien, die durch Kips Zuwendung noch schön geschwollen und feucht waren. Der Slip war auch nicht schlecht: ein eher teurer, cremefarbener Tanga aus Satin, den ich mir dank Dads letztem Scheck leisten konnte. Während ich also in den Slip stieg, wandte ich mich unabsichtlich ab, um Vicki meinen Po zu präsentieren - damit sie sah, was ihr entging. Zum zweiten Mal glättete ich meinen Rock und hielt Vicki einen Vortrag über das Material und die Rolle des Polymers in der Stoffverarbeitung des einundzwanzigsten Jahrhunderts. Ich forderte sie auf, den Stoff zu berühren. Sie strich über meinen Arsch und lachte, und ich fragte mich einmal mehr, ob ich sie nicht doch eines Tages davon überzeugen könnte, dass gewöhnliche Hetero-Frauen nicht beißen.

Kip kam mit einem Kasten Beck's zurück, und ich drängte ihn zu dem Geständnis, dass er ein schlimmes Verbrechen begangen hatte, weil Rachel wegen ihm aus dem Rennen geworfen wurde. Zugegeben, mir war noch gar nicht in den Sinn gekommen, Vicki zu fragen, ob sie vielleicht an Stelle von Rachel mitwollte. Sie ist schließlich nur eine Sozialarbeiterin, und ich glaube nicht, dass es irgendjemandem etwas ausmachte, wenn sie mal für drei Monate aussetzte. Wenn ich Ihnen auch noch verraten würde, in welchem Viertel sie arbeitete, dann würden auch Sie glauben, dass ihr Fehlen nicht mal auffallen würde. Dennoch, sie sah fast beleidigt aus, als sie sich vorstellte, ihre ganzen Fälle länger als ein Wochenende liegen lassen zu müssen. Damit hatte sich die Sache.

Nach einem Bier ging sie dann auch schon, was auch ganz okay war, denn sie ist eine furchtbar schlechte Fahrerin. Nun war ich wieder mit Kip allein, und wir beide musterten einander mit herausfordernden Blicken. Ich wusste immer noch nicht genau, ob ich ihn noch bestrafen sollte oder nicht. Und was wäre für ihn die größere Strafe gewesen?

»Phase zwei des Wiedergutmach-Pakets«, bot er an. Da ich einen großen Wodka und ein Bier intus hatte, war mir schon ein bisschen schwummrig, und fast hätte ich der Versuchung erlegen, mich schön gemütlich von ihm bumsen zu lassen. Doch da zog er einen Zettel aus seiner Hosentasche.

»Ich habe einen Freund-«, begann er und ließ die Worte bedeutungsvoll in der Luft hängen. Ich war sogar überrascht, denn ich dachte immer, Rachel und ich seien seine einzigen Freunde.

»Ich habe einen Freund«, wiederholte er, »in Südamerika.«

»Was?« Mein Erstaunen kannte keine Grenzen. »Warum hast du mir das nicht eher gesagt? Wie heißt er?«

»Charlie oder Carlos, wie er sich jetzt nennt, ist in diesem Augenblick-«, er schaute auf seine Uhr und rechnete im Kopf die Zeitverschiebung aus, »- in einem Fischrestaurant in Downtown Milaflores und isst zu Mittag. Und falls du nicht weißt, wo Milaflores liegt: in Lima.«

Verwirrt schaute ich ihn an. »Welches Lima?«

»Wie viele Limas gibt es wohl? Lima in Peru. Die Stadt, in die du in ein paar Tagen fliegst. Ich habe ihn erreicht, und er meint-«, er blickte angestrengt auf seinen Zettel, »- er würde sich freuen, Freunde von mir kennenzulernen und ihnen die Stadt zu zeigen.«

Ich riss ihm den Zettel aus der Hand. »Ach ja? Zeig mal her.«

Es handelte sich um eine E-Mail aus Lima. Carlos fing an mit dem üblichen »Hey-Kumpel-lange-nichts-von-dir-gehört«-Zeug und schrieb weiter, er sei für einige Monate in Peru als Vertreter einer Entwicklungsagentur und, ja, er würde sich freuen, mich kennenzulernen. Er sei den ganzen Tag im Büro, nur mittags nicht, da sei er in einem Fischlokal usw.

»Wenn das koscher ist, warum hast du mir nichts davon erzählt? Selbst wenn Rachel mitgekommen wäre, wäre es nett gewesen, jemanden in Lima zu kennen.«

Kip hatte die leicht überhebliche Miene eines Magiers aufgesetzt, der gerade das perfekte Kunststück vollbracht hatte.

»Weil er beim letzten Mal, als ich von ihm hörte, noch in den Staaten lebte. Aber er kommt ursprünglich aus Peru, und als klar war, dass Rachel für sechs Wochen mit einem Gips humpeln muss, rief ich ihn in seinem Büro in den USA an, weil ich wissen wollte, ob er nicht irgendwelche netten alten Tanten oder Kumpel in Südamerika hatte. Und erstaunlicherweise sagten mir die Leute aus seinem Büro, Carlos sei schon seit einem halben Jahr dort unten und halte sich im Augenblick in Peru auf. Von denen habe ich auch seine E-Mail-Adresse und voila, oder hola, falls das besser passt.«

Ich überflog die Mail noch einmal und suchte im Geiste nach dem spanischen Ausdruck für »Na bitte«, mir fiel aber nur ecco! ein, was definitiv Italienisch ist. Einerseits wollte ich Kip jetzt rausschmeißen, da er inzwischen Abbitte für Rachels Unfall geleistet hatte, wenn auch nicht genug, und ich mich wieder meinem Sprachkurs widmen wollte. Andererseits war ich so froh, ausgerechnet jemanden in der Stadt zu kennen, bei der ich mich ein bisschen unsicher fühlte, dass ich kurz darüber nachdachte, Kip als Gegenleistung einen runterzuholen.

»Woher kennst du ihn? Und wie meintest du das, dass Charlie sich jetzt Carlos nennt? Wenn er doch aus Peru stammt, wieso heißt er dann Charlie?«

»Weil er halb Engländer und halb Peruaner ist. Wir lernten uns auf der Uni kennen, waren im selben College, aber nicht im selben Semester. Ich stieg in den Journalismus ein, er ging nach Harvard. Wir begegneten uns noch einmal, als ich für den Evening Standard arbeitete und er für irgendeine hochwichtige Unternehmensberatung in London. Dann bekam er einen Job in Madrid, während ich mit den Magazinen anfing. Vor ein paar Jahren zog er in die Staaten. Weißt du nicht mehr, dass ich bei einem Freund in New York unterkam, als ich letztes Jahr wegen eines Auftrags drüben war?«

»Leider kann ich mich nicht an jedes Detail deiner Reisen erinnern«, antwortete ich trocken.

»Bestimmt«, sagte er selbstzufrieden. »Wie dem auch sei, ich dachte immer, er ist zur Hälfte Spanier. Aber ob du es nun glaubst oder nicht, Bliss, ich habe mir solche Vorwürfe gemacht, in was für eine missliche Lage ich dich gebracht habe, und da fiel mir ein, dass Charlies Vater Peruaner war. Vor seiner Geburt kam es zu irgendeinem Staatsstreich von linken Revolutionären, und daher verließ die Familie das Land, als er noch ganz klein war. Ich weiß noch, dass er mir das mal erzählt hat. Seine Familie war wohlhabend, aber die Regierung gab das Land den Bauern, und so vertrieb man seine Eltern von der Hazienda oder der estancia, wie sie es dort wohl nennen. Die ersten zehn Jahre verbrachte Charlie in Spanien, ehe er hierher zur Schule kam.«

»Und wie ist er so, abgesehen von den Details aus seinem Leben? Wie sieht er aus, was für ein Typ ist er?«

»Er ist eher still und nachdenklich, kräftig und muskulös. Eigentlich so wie ich.«

Ein Segen!

»Dann musst du dich ja stark verändert haben«, stellte ich schelmisch fest und mochte den großspurigen, zügellosen Kip von Minute zu Minute mehr. »Aber erzähl mir jetzt nicht, dass ihr beide dieselben Vorlieben habt.«

Ich fixierte ihn mit meinem Blick und kniete mich zwischen seine Beine. Mit den Fingern schob ich sein Hemd weiter auseinander, tastete mich hoch bis zu seinen Nippeln und drückte zu, erst leichter, dann richtig fest. Kips Atem beschleunigte sich.

»Also?«, verlangte ich und zwickte ihn gemein. Dann ließ ich von seinem Nippel ab und drückte Kips Kopf hart zurück. Sein Gesicht wirkte blass unter dem rabenschwarzen Haar.

»Nein, hat er nicht. Ich weiß es nicht so genau, ehrlich. Aber eine Bekannte von mir ging mal eine Zeit mit ihm und meinte … er sei schräg.«

Auch mein Atem beschleunigte sich jetzt. »Wie schräg?«

Seine Augen verengten sich, als ich seine Hose aufmachte und seinen Steifen mit einer Hand umfasste. »Sie musste sich … ausstaffieren. Korsetts und so weiter.«

»Das mache ich auch gern. Ist normal.«

»Und er hatte Handschellen, aber dafür hatte sie nichts über.«

Mein Interesse war endgültig erwacht. Zwischen meinen Schenkeln begann es zu pulsieren. Kips Schwanz war dick und hart, und ich massierte ihn kräftig, so wie er es mochte. »Musste sie irgendwas machen, was sie nicht wollte?«

»Nein, verdammt, er ist ein Freund von mir. Er mag eben ein paar kleine Rollenspiele. Erzähl mir nicht, dass du betroffen bist.«

»Im Gegenteil, es erregt mich. Zieh die Hose aus.«

Er stand auf, um aus der Hose zu steigen, und wie immer kehrte er mir dabei den Rücken zu, damit ich seine dünnen Narben sah, die sich schneeweiß von dem blassen Körper abhoben. Einmal hatte er sich zu hart schlagen lassen, und von da an war ihm klar gewesen, dass er zwar auf mittlere Schmerzen stand, aber doch kein richtiger Masochist war. Ich könnte mir gut vorstellen, die Peitsche zu spüren und um Gnade zu winseln, aber wenn es ernst würde, wäre ich dann doch zu ängstlich. Aber als ich jetzt so auf Kips Narben schaute und mir ausmalte, ich wäre das Opfer gewesen, durchfuhr mich ein Kribbeln. Ich zog meinen Rock und das schwarze Top aus und stand in meinen Stöckelschuhen da, nur noch bekleidet mit meinen teuren Dessous aus cremefarbenem Satin. Aber vor meinem geistigen Auge sah ich mich in einem engen, schwarzen Korsett und Strapsen vor Carlos alias Charlie stehen.

»Wie sieht er aus?«

»Ja, vergiss mich ruhig«, schmollte er. »Dunkle, lange Haare, gedrungener, muskulöser Körper, nettes Gesicht, große Nase, eben wie ein Spanier. Können wir jetzt endlich ficken?«

»Noch nicht.« Ich kniete mich hin, nahm seinen Schwanz in den Mund, geizte nicht mit Speichel und leckte und saugte abwechselnd. Dann, als Kip den Blowjob gemütlich genießen wollte, bohrte ich ihm meine Fingernägel in seine Arschbacken und ließ sie dort kreisen, während ich seine Eichel verwöhnte. Kip gab kehlige Laute von sich, als ich ihm die Haut an den Oberschenkeln mit meinen Nägeln ritzte.

»Vicki meint, du bist heimlich schwul«, sagte ich, als ich seinen Schwanz aus meinem Mund zog und ihn weiter mit den Händen bearbeitete. »Aber ich sagte ihr, es sei dir egal, mit wem du fickst, solange man dir die Nägel in die Haut bohrt.«

»Es gibt da einen Typen«, keuchte er, als ich mit der linken Hand über seine Eier strich und mit der Rechten über seinen langen, nassen Schwanz fuhr. Verglichen mit seinem blassen Körper, ragte sein Schwanz pink aus dem weichen, dunklen Haar auf. Ich wollte mehr über den Typen erfahren und Kip dazu bringen, mir mit Begeisterung von ihm zu erzählen. Daher langte ich zu meinem Schreibtisch und holte mein kleines Trickkästchen hervor. Kip seufzte befriedigt, als er sah, dass ich den schmalen, fingergroßen Aufsatz auf den Vibrator schob. Ich quetschte seine Bälle mit der anderen Hand und befahl ihm, das Gummi überzustreifen und sich wie ein Hund auf allen vieren hinzuhocken. Er keuchte vor Erregung. Ich schmierte Kips Loch und den Vibrator mit Gleitmittel ein, drückte den Vibrator langsam, aber fest hinein und drehte ihn schnell hin und her. Bis ich sicher war, dass Kip das Spielchen bereits genoss, ohne dass ich das Ding eingeschaltet hatte. Ich ließ den Vibrator kurz los, zog meinen Slip aus und schaltete das Gerät dann ein, sodass Kips Hintern vibrierte, während ich mich unter Kip legte: Gesicht an Gesicht, Muschi an Schwanz. Nun schlang ich die Beine um seine Hüften und schob mir ein Kissen unter den Po, damit ich nass und feucht über seinen Steifen rutschen konnte. Sein Schwanz war jetzt sogar noch geschwollener als vorher, und ich nahm ihn mit einem Ruck in mich auf. Die Beine um seine Hüften geschlungen, tastete ich akrobatisch nach dem Vibrator und bewegte ihn schön langsam vor und zurück.

»Was ist nun mit diesem Typen?«, forschte ich nach.

Das Sprechen fiel ihm schwer. »Fotograf, heißt Stevenson. Lange Haare, zurückgebunden. Trägt Schwarz, großer Typ. Er hat Ausstrahlung, weißt du? Spricht gern über Sex. Fast wäre ich gekommen, als er an der Bar über seine Vorlieben sprach.«

»Was? Der Mann, der auf handfeste Bösartigkeiten steht, kommt beinahe so, ohne einen Hieb?«

»Ja, nachdem wir uns ein bisschen besser kannten, erzählte ich ihm von meinen Vorlieben. Und dann meinte er, das erinnerte ihn an die Story einer Frau, die er kannte. Sie hatte gleich zwei Verehrer, aber bevor die beiden sie bekamen, zwang sie die Typen, sich gegenseitig Schmerzen zuzufügen, während sie dabei zuschaute. Kam mir am Anfang nicht so abgefahren vor: ein bisschen leichtes Peitschen und Kneifen, gerade so viel, dass die beiden sie anflehten, endlich aufhören zu dürfen. Dann erst wollte sie beide belohnen und sich von ihnen vögeln lassen. Doch die Sache wurde härter und gemeiner, und als die Frau meinte, sie könnten jetzt aufhören, baten sie sie, noch etwas weitermachen zu dürfen.«

»Hört sich ganz danach an, als hätte sie ihre wohlverdiente Strafe bekommen.« Jetzt hatte ich Kips Schwanz fest in der Enge meiner Pussy und bewegte meine Beine so, dass ich ihm meine spitzen Absätze in die Flanken bohren konnte. Sein Atem kam stoßweise, und sich schätzte, er würde jeden Augenblick kommen.

»Ja, aber dann wollte sie den beiden eine Lektion erteilen und befahl ihnen, sich gegenseitig zu ficken. Sie glaubte zumindest, es ihnen befehlen zu müssen, aber wahrscheinlich hatten sie es sowieso vor. Alles fing langsam an, erst ein oder zwei Finger, dann der Vibrator, aber schon bald danach besorgten sie es sich gegenseitig von hinten. Schließlich hatte sie genug vom Zuschauen und ließ sich von beiden abwechselnd vögeln und befingern, aber nach einer Weile waren die beiden so aufgegeilt, dass sie es wieder nur miteinander trieben.«

»Sie haben sie links liegen gelassen?« Ich rieb mich weiter an ihm, bis mein überreizter Punkt kleine Stromschläge durch meinen Körper schickte, aber ich brauchte noch mehr. Ich ließ den Vibrator einfach laufen und schüttelte meine Schuhe ab, ohne meinen Rhythmus zu unterbrechen. Als Kip bestätigte, dass die beiden Typen es sich später von ihr noch mit der Hand hatten besorgen lassen, steckte ich ihm einen Absatz in den Mund und rieb mit dem anderen über meinen Kitzler. Kip kam Sekunden nach mir.

Ich zog mich von seinem Schwanz zurück und stützte mich auf den Ellbogen ab. Mit dem Schuh im Mund, dem Gummi über dem kleiner werdenden Penis und dem Vibrator im Arsch hätte er nicht lächerlicher aussehen können. Ich schoss ein Foto von Kip. Obwohl er mir meine Reisepläne vermasselt hatte, war ich zufrieden und bereute es nicht, ihm eine Sonderbehandlung verpasst zu haben.

Auf meiner Abschiedsparty waren jede Menge Leute, die absolut nichts miteinander gemein hatten. Rachel kam mit ihrem Gipsbein, und später gingen alle sturzbesoffen, abgesehen von dem Objekt von Kips Begierde. Der Mann in Schwarz, der zwar attraktiv, aber für meinen Geschmack viel zu reserviert war, blieb nüchtern. Er ließ sich auf Kip ein. Jeden Tag erzählte mir Kip am Telefon, dass ihre Beziehung vorankam, allerdings nur langsam. Während Stevenson so tat, als wolle er ein, zwei Striche Kokain in einer Toilette schnupfen - Kip hatte noch nie Nein sagen können zu einer illegalen Substanz -, machte der Typ bei Kip »den besten Blowjob, den ich in meinem ganzen Leben gehabt habe« (Danke, Kumpel!). Mit dem feinen Unterschied, dass er Kip nicht kommen ließ. Wenn Kip dann abends Schmerzen in den Bällen hatte, geschah ihm das recht, dachte ich.

Mum brachte Terry mit, ihren neuen Freund, den ich ein paar Mal gesehen habe und bei dem es mir kalt den Rücken runterläuft. Er hat mich zwar noch nie begrapscht, aber er nutzt jede Gelegenheit aus, mich irgendwie anzufassen. Und dann sehe ich in seinen Augen hinter den Gläsern der kleinen John-Lennon-Brille, dass Terry sich immer noch an seiner Fantasie aufgeilt, es mit Mutter und Tochter zu treiben. Träum weiter!

Meine Arbeitskolleginnen waren angesäuert, dass Kip und Stevenson hipper aussahen, und scharwenzelten dauernd um mich herum, als wären wir die engsten Freunde. Okay, ich gebe zu, dass ich ihnen sagte, ich käme nach dem Trip wahrscheinlich zurück, aber ich hatte das Gefühl, ich würde Mutterschaftsurlaub nehmen. Einige Gäste wunderten sich über das Poster, das ich von dem Schnappschuss von Kip hatte machen lassen, aber die meisten fanden es toll. Ich war mir nicht sicher, ob auch Mum das Foto sehen sollte, aber sie ist in ihrem Alter so eitel, dass sie ohne ihre Brille sowieso nichts erkennen kann. Daher weiß ich nicht, ob sie überhaupt wusste, um was es ging. Fotografie könnte mein nächstes Betätigungsfeld sein, und obwohl mir Stevenson nicht sympathisch war, war ich einigermaßen nett zu ihm, weil er das Foto ausdrücklich lobte.

Die Lesben auf meiner Party, angeführt von Vicki (ohne Jo), hatten ihren Spaß, und es freute mich, Vicki so entspannt und fröhlich zu sehen. Was mich noch mehr freute, waren die Blicke von Vickis Freundin Sally. Und es wurde noch besser, je weiter der Abend voranschritt und je mehr Alkohol konsumiert wurde.

»Deine Haare sind toll. Warum hast du das nicht schon eher gemacht?«, fragte sie und strich mit einer Hand über meine Kurzhaarfrisur. »Hat das irgendeine tiefere Bedeutung? Ich meine, du planst die lange Reise mit Rachel, lässt dir die Haare schneiden. Gibst du so eine Art Statement ab?«

»Ob ich mich oute? Nein, aber ich bin sehr flexibel«, verriet ich ihr und hielt ihre Hand fest, die gerade auf meinem Nacken ruhte. »Und wie ist's mit dir?«

Sie lachte und sah mich mit großen Augen an. »Wann soll das Ganze hier enden?«

»Keine Ahnung, aber du siehst so aus, als würdest du noch lange durchhalten.« Ich klimperte mit meinen frisch gefärbten Wimpern, warf ihr einen Blick aus leicht verengten Augen zu und hatte die Lippen halb geöffnet. Und wenn mein mit Strähnchen durchsetzter Pony oder mein anrasierter Nacken ihren Zweck nicht erfüllten, dann wusste ich auch nicht weiter. Ich hatte schon länger über eine Kurzhaarfrisur nachgedacht, aber offenbar brauchte ich erst einen konkreten Anlass wie die Reise, um die Idee auch umzusetzen. Meine frische Gesichtsfarbe und die Sommersprossen gaben mir ein fast jungenhaftes Aussehen, das offenbar attraktiv wirkte, zumindest auf Lesben und schmerzverliebte Möchtegern-Schwule.

Sally konnte dann doch nicht so lange bleiben, wie sie vielleicht gewollt hatte, weil Mum und Terry einfach nicht gingen und Rachel in einem fort von dem Trip ihres Lebens erzählte, den sie nun vergessen konnte. Derweil waren Unity und Franco, meine beiden Lieblingskollegen, damit beschäftigt, Rachels Gipsbein künstlerisch zu gestalten.

»Du willst also wirklich zelten? Ganz allein?«, erkundigte sich Mum ängstlich.

Ich schüttelte den Kopf. »Nein, das hätte Schwierigkeiten gegeben. Wir hatten ja schon zu zweit Probleme, das Zelt aufzubauen und die Heringe in den Boden zu kriegen. Ich werde einen Schlafsack und eine Isomatte mitnehmen, weil ich den Inka-Pfad wohl in einer Gruppe wandern muss. Da habe ich lieber mein eigenes Zeug dabei. Oder würdet ihr etwa gern in einem Schlafsack liegen, in dem schon zig dreckige Wanderer gelegen haben?«

Je länger ich redete, desto zerknirschter sah Rachel aus - zu Recht. Ein Grund, warum wir ausgerechnet jetzt gebucht hatten, war, dass die peruanischen Behörden bald verbieten würden, dass Touristen allein über den Inka-Pfad wanderten. Es sollte nur noch organisierte Gruppenreisen geben. Da ich das aber nicht mag, hatten wir den Flug so gebucht, dass wir die neue Regelung umgehen konnten. Aber das war ja jetzt sowieso alles egal.

»Tut mir echt leid«, jammerte Rachel zum tausendsten Mal, aber diesmal schimmerten Tränen in ihren Augen. Und da ahnte ich, dass sie so viel Alkohol intus hatte, dass sie die ganze Nacht durchflennen würde. Franco versuchte, ihre Tränen wegzuwischen, als Unity sich mir zuwandte.

»Kommst du denn dann wieder zur Arbeit?«, fragte sie leise.

Ich zuckte mit den Schultern. »Nur wenn alles andere nicht klappt. Ich möchte etwas machen, bei dem ich mehr ich selbst bin, weißt du? Das sollte nur ein Job auf Zeit sein, um Erfahrung zu sammeln, und jetzt bin ich schon fünf Jahre dabei. Nur weil ich dieses Textilprojekt am College gemacht habe, bedeutet das noch lange nicht, dass ich mein Leben lang Kleider entwerfen will.«

»Aber das liegt dir doch«, meinte sie.

»Ja, okay, ich bin auch gut im Vögeln, aber das heißt nicht, dass ich mein Leben als Nutte verbringen will.«

»Ach, Bliss«, seufzte Mum. »Ich mache mir Sorgen um dich. Peru ist gefährlich, musst du wissen. Was ist denn mit diesen Revolutionären?«

»Ist doch alles ewig her, Mum. Mach dir keine Sorgen, ehrlich. Kips alter Studienfreund lebt dort. Er wird mich abholen.«

Sie strahlte. »Oh, das ist toll. Dann habe ich auch keine Angst mehr, versprochen.« Sie wuschelte mir durchs Haar, als wäre ich noch zehn Jahre alt. »Mit deinen kurzen Haaren siehst du wie Dad aus.«

Ich runzelte die Stirn und schob Mums Hand beiseite. »Mum, ich dachte, Dad hatte lange Haare, die ihm bis weit über den Rücken gingen, als du mit ihm zusammen warst.«

»Hatte er ja auch, bis er diesen Job bekam. Jammerschade. Aber jetzt siehst du wie er aus.«

»Du meinst, ich sehe jetzt so aus wie er, als er dreißig war und beschloss, zur Vernunft zu kommen.«

»Er hat mich enttäuscht«, sagte sie ernst, »als er sich von einem auf den anderen Tag so radikal veränderte. Doch es ist ja noch mal alles gut ausgegangen.«

Für einen kurzen Moment wunderte ich mich, warum Mum sich überhaupt in einen Typen wie Willem van Bon verguckt hatte und nicht in einen Mann, der eher wie Willem Dafoe aussah. Markante Wangenknochen und ein großer Mund gefallen einer Frau doch besser als Dads Stupsnase und das rundliche Gesicht. Man kann eben nicht alles haben.

Irgendwann hörte ich auf, darauf anzuspielen, wie spät es schon sei, und schmiss die ganze Bande raus. Zumindest einmal hatte ich mitgedacht und die Party nicht einen Abend vor dem Flug geplant, sodass ich am nächsten Tag in Ruhe aufräumen konnte. Um ins Bett zu kommen, musste ich allerdings erst noch die Wohnzimmermöbel aus dem Schlafzimmer schieben. Meine Geschenke zum Abschied stapelte ich auf dem Sofa: Reiseführer, Kondome - erstaunlich, wie viele Leute das für originell halten -, ein paar anständige Taschenbücher, was angesichts des langen Flugs klug war, und eine Uhr, deren Ziffernblatt im Dunkeln leuchtete. Wäre toll im Zelt gewesen, aber Mum hatte sie schon vor dem Desaster mit Rachel gekauft.

Als ich mit dem Möbelrücken fertig war, gönnte ich mir noch ein letztes Glas Wein und dachte darüber nach, dass ich doch noch eine von Vickis Freundinnen getroffen hatte, die sich bei dem Gedanken, es mit einer Hetero-Frau zu machen, nicht gleich bekreuzigte oder in eine Knoblauchknolle biss. Aber die Gelegenheit, es mal mit Sally zu versuchen, hatten mir meine so genannten Freunde und Mum vermasselt. Vielleicht wäre ich sowieso zu müde gewesen.

Das Telefon klingelte. Ich dachte, es wäre Mum, die nur kurz Bescheid sagen wollte, dass sie gut nach Hause gekommen war - als wäre sie das Kind und ich die Mutter. Aber es war nicht Mum.

»Sind alle weg?«

»Endlich. Ich wünschte, du wärst geblieben.«

»Sorry. Aber der Freund deiner Mutter hat mir einen Schauer über den Rücken gejagt.«

»Ja, mir auch. Ich nehme an, wir sehen uns vor meiner Reise nicht mehr?«

»Wohl kaum, es sei denn, du bist noch nüchtern genug, um jetzt noch nach Peckham zu fahren.«

»Ich bezweifle, dass ich es morgen bis zum Ende der Straße schaffe. Aber da ich kein Auto habe, ist das auch kein Kunststück.«

Sie kicherte. »Ich bin noch hier, wenn du zurückkommst.«

»Ich schick dir eine Karte.«

»Bis dann, mach's gut.«

Ich ging ins Bett und musste an Sally denken. Aber auch an Carlos ›Charlie‹ Garcia. Und ein Kribbeln durchlief mich, als ich mir vorstellte, dass er darauf stand, wenn Frauen sich aufmachen. Als ich langsam eindämmerte, sah ich mich in einem Catsuit aus schwarzem Leder vor Sally knien, die Latex und rote Spitze trug und an die Wand gekettet war. Carlos, der wie Che Guevara aussah, stand in seiner Militäruniform wie ein südamerikanischer Diktator neben mir und befahl mir lautstark, was ich mit meiner Zunge zu machen hatte. Meine Hand wanderte hinab in meine feuchtheiße Zone, und nur Sekunden später verspannte ich mich und kam. Und ehe ich mich versah, wachte ich auf, und es war Morgen.

Kapitel zwei

Das Fliegen ist wohl die todlangweiligste Methode, die Zeit zu verbringen, abgesehen vielleicht vom Hüpfen auf einem Stepper. Bei Letzterem tust du vielleicht deiner Gesundheit was Gutes. Ich weiß, Fliegen muss nicht gesundheitsschädlich sein, es sei denn, man hat ein Blutgerinnsel, und solange man sich an die Regel hält, keinen Alkohol zu trinken und nicht zu viel zu essen, gibt's keine Probleme. Ich halte mich selbst für jemanden, der auf Gesundheit und Fitness achtet, aber diese ganzen Warnungen, wie man sich während eines Fluges zu verhalten habe, sind doch übertrieben. Ich mache in meinem Leben einfach nicht die Dinge, die als vernünftig gelten, und an Bord nur Wasser zu trinken und am besten nichts zu essen ist für mich der erste Schritt in die Katatonie. Ich hatte zwar auf dem Weg nach Amsterdam nichts gefrühstückt - ein bizarrer, aber billiger Trip -, aber als ich den nächsten Flieger nahm, war ich bereit für etwas Nahrhaftes, gern auch aus dem Angebot der alkoholischen Bordgetränke.

Die Frau, die anfangs neben mir gesessen hatte, war freundlicherweise auf den Platz am Gang gerutscht, als nach dem Start niemand mehr kam. Daher hatte ich mit meinem Kram - Sweatshirt, Magazine, Bücher und Tagebuch - den Sitz in Beschlag genommen, als die Stewardess kam. Ich wollte gerade ansetzen und irgendetwas zu trinken bestellen, musste aber sehr zu meinem Ärger registrieren, dass die Stewardess meine Bestellung nicht aufnahm, sondern einen

anderen Fluggast auf den leeren Platz neben mich führte. Enttäuscht sammelte ich meine Sachen ein.

»Tut mir leid, ich saß weiter vorn bei einer Horde Kinder und -«

Mit einem höflichen Lächeln verstaute ich meine Sachen in der Tasche am Vordersitz. »Kein Problem.«

Dennoch ärgerte es mich, dass ich den Stauraum wieder eingebüßt hatte. Aber der Typ sah gut aus, Holländer wahrscheinlich, mit dunklem Teint und feinen Zügen, also nicht der häusliche Bauerntyp. Ich hätte mit ihm flirten können, aber als ich sah, dass er sein Wall Street Journal herausholte, steckte ich meine Nase wieder in meine Marie Claire und zählte im Geiste, wann der Getränketrolley auf unserer Höhe halten würde.

Endlich bekam ich meinen Wodka - wenn auch en miniature -, gefolgt von einer dieser kleinen Weinflaschen, die zum ›Essen‹ gereicht wurden, und fühlte mich schon ein bisschen besser. Am Fenster hatte ich demonstrativ mein Buch über Wandertouren in Peru aufgeschlagen liegen; ich hätte also locker so tun können, als gäbe es den Sitznachbarn nicht, aber auf einem so langen Kontinentalflug wäre ich irgendwann gezwungen gewesen, mich mit dem Typen zu unterhalten.

»Sieht so aus, als planten Sie einen Abenteuertrip.«

Ich konnte es ihm nicht verübeln, dass er sich gern ein bisschen mit mir unterhalten wollte; offenbar hatte er keine Lust zu lesen, und die Frau neben ihm am Gang sah aus wie die alte Zicke Nana aus The Royle Family.

»Ja, könnte man sagen.«

»Haben Sie so was schon mal gemacht?«

»Nein.«

Vielleicht wär's ein Spaß gewesen, zu gucken, wie lange ich mich bei dem Gespräch auf einsilbige Antworten beschränken könnte.

»Sind Sie allein unterwegs?«

»Ja.« Dabei schaute ich mich um und tat erschrocken, dass ich meinen Kumpel verloren hatte.

Er lachte. Nettes tiefes Glucksen.

»Sie müssen sich nicht mit mir unterhalten. Haben Sie Flugangst?«

»Nein.«

»Ich dachte nur, weil Sie die Alkoholkarte abarbeiten … vielleicht sind Sie auch Alkoholikerin?«

»Frechdachs.«

»Okay, dann trinken Sie eben aus Langeweile. Ich rede trotzdem munter weiter. Ich heiße übrigens Peter. Und Sie?«

»Bliss.«

Jetzt brach er in schallendes Lachen aus.

»Im Ernst?«

»Ja.«

»Peter Verhoeven.«

»Bliss van Bon.«

Wir schüttelten einander die Hand. Er hatte eine ernste Miene aufgesetzt, aber seine Mundwinkel zuckten. Und ich fragte mich, ob er dachte, ich hätte den Namen erfunden, als Teil des Einsilben-Spiels.

»Sind Sie Niederländerin?«

»Halb.«

»Mutter oder Vater?«

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