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Die 11 Gebote

Widmung

Dieses Buch widme ich einem der sympathischsten Menschen, die ich kennenlernen durfte. Christian, ich verdanke dir so viele der großartigsten Momente in meinem Leben. Die Turniere in Pula/Kroatien, Norwegen oder der Boxabend vor 5.000 Personen in Innsbruck, sind unvergesslich. Als wir mit Sigi Bergmann gefrühstückt haben und du mir während des Kampfes diese peinliche Trinkflasche in die Hand drücken wolltest.

Ich bin dir wahnsinnig dankbar für all jene Dinge, die du mir ermöglicht oder bei denen du mich unterstützt hast. Auf unseren stundenlangen Fahrten zu den unterschiedlichen Turnieren philosophierten wir über Gott, die Welt und Frauen. Du warst ein Trainer, ein Freund, ein Vorbild.

Als ich mich das letzte Mal bei dir bedankte, schriebst du mir: „Vielen Dank Chris, ich bin ja noch nicht da unten. Das mit der Trinkflasche weiß ich nimmer.“

Leider hat sich das mittlerweile geändert und du fehlst mir sehr.

Machs gut, alter Freund.

Chris Peherstorfer

Die 11 Gebote

Wie du dein volles Potenzial im Leben verwirklichst.

Inhaltsverzeichnis

1. Von oben betrachtet

2. Wie unsere Realität entsteht

3. Welche Möglichkeiten hat ein Löwe

4. Womit alles beginnt

5. Der Feind im Außen

6. Die Grenzen deines Potentials

6.1. Übung:

7. Kältetherapie

8. Wie verändere ich meinen Schmerz

9. Steigere dein inneres Energiepotential

9.1. Übung

10. Der Aufbau von Disziplin

11. Das 11. Gebot:

11.1. Übung:

12. Der nächste Schritt

Dieses Buch bezieht sich auf die Menschen, die das Glück haben zu den sogenannten Erste Welt Ländern zu gehören. 20% der Erlöse des Buches geht an das World Food Programm der United Nations. www.sharethemeal.org

1. Von oben betrachtet

„…, wenn du auf diesem Donauturm stehst und über ganz Wien schaust, dann gehen dir ganz viele merkwürdige Gedanken durch den Kopf: Was passiert, wenn das Seil doch reißt? Hätte ich meine Kinder doch nicht mitnehmen sollen?“, erzähle ich bei einem Familientreffen am Tisch.

https://youtu.be/_QuP_JCsw4U

„Aber du darfst dich von solchen Gedanken nicht kontrollieren lassen, sonst wirst du dich nur unnötig quälen. Und ich liebe dieses Spiel meiner Gedanken in solchen Momenten. Egal, ob es sich nun um Bungeejumpen, Eisbaden oder Kickboxen handelt.

Die Kontrolle der Angst in solchen Momenten bringt dich extrem weiter im Leben und vor allem im Beruf. Deshalb ist ein großer Teil in meinen Führungskräftetrainings die Überwindung.“

Meine Verwandten nicken zustimmend. „Mir bringt so eine Angst überhaupt nichts“, antwortet meine Cousine unverständnisvoll während wir essen. „Und was soll mir das Ganze in meinem Beruf bringen?“, fragt sie mich kopfschüttelnd.

Da war es wieder, das Gefühl: Meine Familie versteht mich einfach überhaupt nicht. Egal was ich jetzt antworten würde, es würde für noch größeres Kopfschütteln sorgen. Oder bin ich noch nicht in der Lage, diesen Prozess der Angstbewältigung richtig zu beschreiben? Oder gibt es wirklich Personen, die von solchen Angstbewältigungen nicht profitieren würden? Diesen Gedanken müsste ich unbedingt nachgehen, aber das benötigt Zeit.

Also lächelte ich sie einfach nur an und nickte zustimmend: „Wahrscheinlich ist das wirklich nichts für dich.“ Aber eigentlich fühlte ich mich missverstanden.

Fühlen, Gefühle… das Wort ist so ambivalent besetzt. Lange Zeit habe ich gelernt sie aus meinem Leben zu verdrängen. Ich komme aus dem Waldviertel und da lernen Menschen ihre Gefühle zu kontrollieren. Also bemühte ich mich mein ganzes Leben, bis zu meinem 37. Lebensjahr, diese unter Kontrolle zu halten.

Beim Begräbnis meines Vaters passierte mir jedoch ein Riesen-Fauxpas. Mein Bruder hatte mich gebeten eine Rede für meinen Vater zu halten, nachdem ich der Familienredner auf Großveranstaltungen geworden war und es jedesmal schaffte eine gute Stimmung zu erzeugen.

Das Begräbnis meines Vaters sollte die beste Rede meines Lebens werden. Am Schluß sollten alle Menschen die Feier mit dem Gefühl verlassen, durch das Leben meines Vaters bessere Menschen geworden zu sein.

Zuerst sprach ein ehemaliger, direkter Vorgesetzter meines Vaters und es war eine Schande. Ein Mensch ist gestorben und ein alter Glatzkopf spult kalte Fakten von einem Zettel runter: Wann mein Vater bei der Bahn begonnen hat, wie viele Prüfungen er dort gemacht hat, wie viele Menschen unter ihm gearbeitet haben, wie viele Dienstjahre er absolviert hat…

Als ob er eine Maschine gewesen wäre. Als sein Chef endlich fertig war, war ich an der Reihe. Mein Herz begann wie verrückt zu schlagen. Warum setze ich mich jedesmal solchen idiotischen Situationen aus? Ich bin so nahe daran einfach loszuheulen und kein einziges Wort rauszubringen.

„Chris, reiß dich zusammen“, denke ich mir. Ich gehe gefasst auf das Pult zu und schaue in die Menge. Mein Herz wird ruhiger und ich beginne einen persönlichen Brief von mir an meinen Vater vorzulesen, den ich ihm wenige Tage vor seinem Tod geschrieben habe. Ich teile mit dieser Menge das Wertvollste, das ich in dieser Sekunde besitze. Als ich allerdings von einem guten Freund meines Vaters erzähle, der ebenfalls schon gestorben ist, brechen meine Schleusen. Und ich kann einfach nicht mehr weitersprechen. Ich stehe also an diesem Pult, ganz allein und ich weiß, ich muss diese Rede zu Ende halten, da niemand kommen wird, um mir zu helfen.

Nach Luft schnappend und tränenüberströmt lese ich die weiteren Sätze runter. Als ich zum Ende gekommen bin, habe ich mich wieder gefangen und eigentlich bin ich gar nicht so unzufrieden mit mir. Zumindest haben sie die schreckliche Ansprache meines Vorredners aus ihrem Kopf gestrichen.

Im Endeffekt haben 200 Personen meine Rede falsch verstanden und waren enttäuscht von mir, weil ich meine Emotionen gezeigt habe. Mein Onkel sagte auch direkt zu mir, dass es ihm lieber gewesen wäre, ich hätte die Rede nicht gehalten. In diesem Moment wäre ich am liebsten vor Scham versunken.

In diesem Moment habe ich mir eine Sache geschworen: Wenn meine Familie niemanden akzeptiert, der seine Gefühle zeigt, dann werde ich aufhören, meine Familie zu akzeptieren. Mein Bruder und meine Mutter hatten meine Rede natürlich verstanden und bedankten sich recht herzlich, aber der Rest der Familie war für mich in den darauffolgenden 9 Jahren nicht so wichtig.

Das Leben ist aber ein Fluss und stetig in Veränderung, und so kam es, dass ich vor einem Jahr meinen Ärger vergaß und begann, die Großfamilie wieder zu treffen.

Das Gefühl, dass ich anders war als der Rest meiner Familie, war mir schon lange bekannt und im Gespräch mit meiner Cousine ärgerte es mich nicht einmal besonders. Aber wie kann es sein, dass ich mich mein ganzes Leben lang durch solch schwierige Ausnahmesituationen kämpfe und jedesmal profitiere, während jemand anderes diese Vorteile nicht einmal sieht?

Rein rational gesehen, hat sie wahrscheinlich sogar Recht. Meine Cousine arbeitet seit 25 Jahren als Zahntechnikerin und in ihrem Job kennt sie alle Eventualitäten. Wozu also an ihre Grenzen gehen, wozu neues Potenzial erkunden? Schließlich ist das mit Gefahr und Anstrengung verbunden und diese Energie kann man doch besser in seinen Job stecken als in Potenzialentwicklung. Oder vielleicht lebt sie schon ihr ganzes Potenzial?

Die Anworten auf diese Fragen waren mir in diesem Moment nicht bewußt. Aber irgendwie war mir klar, dass mich meine Cousine in diesem Moment auf eine Idee gebracht hatte. Ich würde mich hinsetzen und darüber nachdenken, warum ich diese ganzen Sachen machte, die ich schon mein Leben lang machte. Geht es mir nur um Bewunderung? Ist es ein rein narzisstischer Ansporn?

Warum musste ich mich immer wieder an meine Grenzen bringen, worin bestand der Sinn und gab es überhaupt einen Sinn? Ich fühlte, dass diese Arbeit sehr wichtig werden würde, für mich und vielleicht für die Menschheit. In diesem Moment konnte ich es noch nicht in Worte fassen, dafür reichten die 40 Bit pro Sekunde meines bewussten Denkens nicht, aber die 11 Mio Bit pro Sekunde meines emotionalen Gehirns wussten schon längst wohin mich diese Reise führen würde. Falls du kein Neurowissenschaftler bist, klingt das wahrscheinlich gerade etwas verwirrend für dich, aber das ist ok. Verwirrung ist ein Weg zu neuen Erkenntnissen. Woher weißt du eigentlich, was du gerade tust?

2. Wie unsere Realität entsteht

Wie entsteht deine Realität? Woher weißt du, was um dich herum passiert? Unsere 5 Sinne nehmen Reize auf und transportieren diese zu unserem Gehirn. Dort werden diese Informationen in Bilder, Töne, Gerüche, Geschmäcker und Empfindungen umgewandelt. Also produziert unser Gehirn unsere Realität.

Ian Pawlow hat schon Anfang des 20. Jahrhunderts nachgewiesen, dass ein Reiz bei einem Hund eine Reaktion auslöst.

Ein Hund sieht Hundefutter und dieses Bild löst im Maul des Tieres Speichelproduktion aus. Wenn nun das Hundefutter mit einem neutralen Reiz, wie dem Läuten einer Glocke, kombiniert wird, dann wird der Hund darauf „trainiert“ allein beim Läuten der Glocke Speichel zu produzieren. Diese Erkenntnis resultiert eigentlich aus Pawlows Hauptforschung des Verdauungstraktes, insbesondere der Verdauungsphysiologie, für die er 1904 den Nobelpreis erhielt.

Reiz

Reaktion

    Futter

Speichelproduktion

In den 50er Jahren stellte der amerikanische Psychologe Albert Ellis fest, dass ein spezifischer Reiz, zum Beispiel ein Wiener Schnitzel, bei 10 verschiedenen Menschen unterschiedliche Reaktionen auslöst. Den ersten 5 Personen läuft das Wasser im Mund zusammen, während sich die nächsten 5 Personen nur ekeln. Das Reiz–Reaktionsmodell konnte das nicht erklären.

Aus diesem Grund entwickelt Albert Ellis das ABC Modell

Das A steht für Activating und ist mit dem Futterreiz bei Ian Pawlow gleichzusetzen. C steht für Consequence und ist die Verhaltenskonsequenz aus dem Reiz und seiner Bewertung B(Belief). Und je nachdem, ob diese Bewertung positiv oder negativ ausfällt, hat dies eine Auswirkung auf unser Verhalten oder die Konsequenz.

Albert Ellis war überzeugt davon, dass dysfunktionale oder negative Bewertungen für einen Großteil unserer psychischen Probleme verantwortlich sind. Ich werde auf dieses Modell immer wieder zurückkommen, um den Prozess von Veränderungen anschaulich zu erklären.

Sind also unsere Bewertungen verantwortlich für unser seelisches Gleichgewicht? Nur zum Teil. Um dieser Frage genauer auf den Grund zu gehen, schauen wir uns die Grundlagen der Informationsverarbeitung unseres Gehirns an:

Wie sieht diese Informationsverarbeitung nun aus? In den 50er und 60er Jahren haben sich Neurowissenschaftler mit der Frage beschäftigt, wieviele Reize wir pro Sekunde aufnehmen.

Was denkst du: 100.000 – 1.000.000 - oder 11.000.000?

Richtig, pro Sekunde nehmen unsere Nevenzellen 11 Mio Bits auf. Unter einem Bit wird in der Bewusstseinsforschung die kleinste Informationseinheit verstanden. Diese Nervenimpulse wandern nun über die Nervenbahnen in unser Gehirn. Wenn du dir dein Gehirn vereinfacht in 3 Teilen vorstellst, dann haben wir das:

1. Reptiliengehirn: ist ein Fortsatz der Halswirbelsäule und wird auch als Stammhirn oder Hirnstamm bezeichnet.

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